Karlheinz A. Geißler Lob der Pause

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Inhaltsangabe zu „Lob der Pause“ von Karlheinz A. Geißler

Immer schneller, immer mehr – diese Maxime ist mittlerweile zum Credo unserer Zeit geworden. Doch was, wenn das schnelle Leben immer mehr zur Last wird, wenn immer mehr Menschen darüber klagen, keine Zeit mehr zu haben für die Familie, Freunde oder für sich selbst und immer öfter das Stresssymptom 'Burnout' diagnostiziert wird? Dann ist es höchste Zeit für ein Umsteuern, denn offensichtlich ist diese Tempofahrt nicht zukunftsfähig. 'Wir müssen unseren Umgang mit Zeit überdenken und revidieren', empfiehlt der Zeitexperte Karlheinz A. Geißler – und zeigt, warum wir Langsamkeit, Wiederholung und Warten wieder schätzen sollten. Denn es sind diese Zeiten des 'Dazwischen', die die Dinge und Abläufe auf Abstand bringen und so für den Rhythmus im Leben sorgen. Es sind die 'kleinen Sonntage unseres Daseins', die uns die Freiräume schaffen, darüber nachzudenken, was war und was kommen wird, die Zwischenzeiten fürs Nachdenken, Vordenken, Abschalten und Verarbeiten. Die Zeit ist reif für ein Innehalten, das Buch 'Lob der Pause' liefert hierzu wertvolle Denkanstöße.
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  • Rezension zu "Lob der Pause: Von der Vielfalt der Zeiten und der Poesie des Augenblicks" von Karlheinz A. Geißler

    Lob der Pause

    michael_lehmann-pape

    06. November 2012 um 12:05

    In der Ruhe liegt die Kraft Nicht müde wird Karlheinz Geißler seit Jahren schon in Bezug auf „sein“ Thema. Die Zeit. Das Empfinden, der Umgang des (westlichen) Menschen mit der Zeit. Wobei Geißler nicht zu den „Zeitmanagement Gurus“ zählt, sondern weitaus tiefgreifender Fragen nach dem Umgang mit der Zeit aufwirft, als nur ein perfektes Zeitmanagement als die Lösung von Hetze, Eile oder Rastlosigkeit zu propagieren. Schon der Begriff „Poesie des Augenblicks“ aus dem Untertitel weist dabei dem gesamten Buch die Richtung. Nicht Zeit sparen oder unbedingt effektiv im Viertelstundentakt nutzen ist das Gebot für den beglückenden, guten, dem Menschen entsprechenden Umgang mit der Zeit, sondern Geißler führt (wieder einmal) auf einen wesentlichen Punkt hin, der im modernen, westlichen Leben immer mehr verschwindet und im Fühlen der Menschen kaum mehr (zumindest nicht mit gutem Gewissen) vorkommt: „Irgendetwas ist immer NICHT zu tun“. Pause. Langeweile gar. Sitzen. Nicht schon wieder planen, abarbeiten, Listen machen, „es angehen“. In diesen „Pausen“ sieht Geißler fast das Eigentliche des Spürens von Zeit und Leben. „Lebst Du schon oder sparst Du noch: Die Zeit?“. Denn „Geht´s um Zeit, dann geht´s ums Leben. Wie wir die Zeit leben, so leben wir unser leben“. Immer in einfachen Sätzen, fast meditativ, führt Geißler nach und nach auf, wie nicht alle Zeiten gleich sind, wie es eben Momente gibt, bei denen man „sowohl langsam, als auch schnell“ sein muss. Nicht immer nur schnell, nicht immer nur langsam, aber auf keinen Fall „ständig gehetzt“. Wobei bei Geißler ein deutlicher Schwerpunkt auf der „Langsamkeit“ liegt, diese eben ohne schlechtes Gewissen und ohne innere Unruhe überhaupt zulassen zu können. Wartezeiten nicht als störenden Stillstand zu begreifen, Wiederholungen als „Erinnerung nach vorne“ und nicht als Zeitverschwendung zu verstehen. Und das ganze als eine „Enthetzung“ richtig aufzufassen, nicht als ein Postulat nach unbedingter „Entschleunigung“. Es kann ja durchaus mal schnell gehen. Wenn dabei die innere Ruhe nicht völlig verloren geht. So sind eben die Pausen die „Leuchttürme des Daseins“. Ein Moment, der geschichtlich wohl bekannt ist, in Geißlers Augen aber wenig bis keine Gegenwart hat in einer durchstrukturierten und selbst in der freien Zeit auf Effizienz angelegten Lebensweise. Mit dem Preis von mannigfaltigen Problemen körperlich, in innerer Rastlosigkeit, aber auch im Blick auf den Umgang mit Umwelt und Natur. Alles braucht Pausen. Nicht nur, nicht absolut, aber immer wieder. Zur Regeneration und zur eigenen „Orientierung“ in der Zeit. Wobei Pause eben nicht zu verstehen ist als einen Zeitraum, wieder To do Listen zu erstellen, zu planen und diese Zeit damit dann wieder „effektiv“ zu nutzen, sondern verstanden als ein Verweilen, ein Genießen, ein echtes Ruhen. Geplant, durchaus aber auch die Fähigkeit, mit „unverhofften“ Pausen einen genussvollen, guten Umgang zu finden. Karlheinz A. Geißler legt (wieder einmal) ein sprachlich schönes, nachdenkenswertes Buch über die Zeit und den Umgang mit der Zeit vor, in dem er klar dafür plädiert „vom Gas“ zu gehen und die Notwendigkeit dieses „langsamer Werdens“ nicht nur sachlich, sondern auch emotional bei der Lektüre dem Leser nahebringt.

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