Ausführlich hat dies der Autor bereits in den beiden Vorgängerbüchern "Kampfzone Straße" und "Nachtstreife" beschrieben. Auch in diesem Buch finden sich Berichte, die diesen Befund zum wiederholten Male bestätigen. Doch sie bilden nur einen kleinen Teil des Textes, sodass der Titel nicht ganz den gesamten Inhalt dieses Buches umschreibt. Denn meistens erzählt sein Autor aus seinen Erfahrungen in seiner Dienstzeit als Berliner Zivilstreifenpolizist. Dass dabei sehr häufig ausländische Straftäter im Mittelpunkt stehen, ist wohl auch seinem Einsatzgebiet in Kreuzberg, Neukölln und Treptow geschuldet.
Wenn man diese Erfahrungsberichte liest, dann muss man Gaertner aus einem ganz einfachen Grund bewundern. Er und seine Kollegen fassen Täter, oft zum wiederholten Male, um dann festzustellen, dass sie nach ein paar Tagen wieder auf freiem Fuß in ihr Revier zurückgekehrt sind. Und dann beginnt das Spiel von vorn. Manch anderer Zeitgenosse würde da wohl unter Motivationsproblemen leiden. Fast immer hält sich Gaertner mit politischen Aussagen sehr zurück. Doch gelegentlich bricht es dann doch aus ihm heraus: "Sie ("die hochgradig Kriminellen" - R.M.) hatten niemals die Absicht, unser demokratisches Wertesystem zu übernehmen und sich an unsere Rechtsordnung zu halten. ... Aus falsch verstandener Toleranz und und fehlgeleiteter political correctness, die ohne Unterschied bei leisester Kritik sofort Ausländerfeindlichkeit unterstellt, wurde den Straftätern gegenüber eine Strategie der Schwäche entwickelt, die diese rigoros ausnutzten. Und das unter den Augen und mit Unterstützung von praktisch allen staatlichen Institutionen und der Politik."
Gaertner beklagt dann, dass es kein Wunder sei, dass das Auftreten dieser Leute "auf der Straße und der Polizei gegenüber immer dreister" wird. Die von ihm dann beschriebenen Fälle sind in der Tat haarsträubend. Man kann aus diesem Buch auch viel lernen. So stehen dort beispielsweise die gängigsten Methoden, wie Taschendiebstähle begangen werden. Und dann findet man dort folgende Aussage zu solchen Banden, die mehrheitlich nicht aus der deutschen Bevölkerung stammen: "Man muss leider sagen, dass die von uns festgenommenen Taschendiebe zumeist jegliche Hemmungen oder übliche Moralvorstellungen vermissen ließen. Die offensichtliche Gefühllosigkeit, ja Gleichgültigkeit, vor allem gegenüber älteren und gebrechlichen Opfern, die gerade junge Täter oft auszeichnet, ist erschreckend."
Die meisten Menschen sind wahrscheinlich noch nie in Kontakt mit solchen Leuten gekommen, was wiederum bedeutet, dass ihnen mangels Erfahrung jede Vorstellung fehlt, was tatsächlich in gewissen Gebieten dieses Landes täglich passiert. Das Lesen dieses Buches lohnt sich schon alleine deshalb, weil man glücklicherweise nicht gemachte Erfahrungen und Vorstellungen auf diese ungefährliche Weise erlangen und die tatsächliche Lage begreifen kann. Der Autor war Polizist und nicht Soziologe, weshalb man Ursachenforschung für diese in den letzten Jahren sich dramatisch verschärfende Situation in seinem Buch nicht erwarten darf. Allerdings - und das sei an dieser Stelle noch einmal betont - ist diese Zustandsbeschreibung nicht das zentrale Thema des Buches, wenngleich sein Titel anderes vermuten lässt. Vielmehr geht es in ihm meistens um den von Gaetner auf den Straßen Berlins erlebte Ermittlungs- und Verbrechensverhütungsarbeit, zu der eben auch der Konflikt mit Tätern aus dem arabischen oder osteuropäischen Raum gehört.
"Respektloses Verhalten gegenüber uns Polizisten ist mittlerweile gang und gäbe"





