Karlheinz Weissmann 1914

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Inhaltsangabe zu „1914“ von Karlheinz Weissmann

Der »häßliche Deutsche« ist unsterblich. Dazu genügt ein Blick in die Tagespresse, ins Fernsehen oder ins Internet. Doch warum sind die Aversionen, die Deutsche auslösen, so viel heftiger, als die, die sonst eine Gruppe gegenüber anderen, ein Volk gegenüber anderen empfindet und äußert. Viele glauben, die Ursache liege in der NS-Zeit. Die Deutschen büßen eben für Hitler und Auschwitz. Aber diese Überlegung greift zu kurz. Der »häßliche Deutsche« wurde nicht 1933 oder 1945 geboren, sondern 1914 erfunden. Er war und ist das Ergebnis einer skrupellosen Propaganda, die die Gegner Deutschlands während des Ersten Weltkriegs in Umlauf brachten – mit dem Ziel, die Deutschen als Barbaren aus dem Menschengeschlecht auszustoßen.
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  • Die Nachwirkungen des "häßlichen Deutschen"

    1914

    raukothaur

    Für den Preis hat das Buch zwar recht wenig Text, dennoch lohnt es sich - zumindest für jene, die verstehen wollen, warum Deutschsein immer noch nicht attraktiv ist, warum sich viele Deutsche für ihre nationale Identität schämen oder diese gar verleugnen. Es begann nämlich nicht mit den Gräueln des Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg, sondern mit einer widerlichen Propaganda im Ersten Weltkrieg gegen den Deutschen bzw. das deutsche Volk. Die damaligen Großmächte Frankreich und England bzw. das Britische Imperium wollten einen Krieg mit dem zweiten Deutschen Reich. Wie aber macht man einer Bevölkerung klar, der es ähnlich gut wie der heutigen ging, deren Jugend keinen Krieg kannte und in der niemand mit Krieg rechnete, daß man nun gegen einen vielleicht etwas machohaften, aber friedlichen Nachbarn in den Krieg ziehen müsse? Man verzerrt das Bild dieses Nachbarns ins Perverse und erklärt ihn zum Feind der Zivilisation, der Humanität, ja der gesamten Menschheit. Spätestens seit 1914 wurde in Frankreich & in Großbritannien (später auch in den USA, Italien und dem Rußischen Reich) also daran gearbeitet, den Deutschen in den Köpfen der Bevölkerung als Ungeheuer zu manifestieren. Man sprach ihm den Status des Menschen ab und degradierte ihn zum Untermenschen - mittels einer nie da gewesenen gewaltigen Propagandamaschinerie: der Deutsche wurde somit häßlich. Das Buch zeigt den Werdegang auf, wie weit die Alliierten gingen, um dem Deutschen das Menschsein abzusprechen, sodaß er zuerst außerhalb des Schlachtfeldes vernichtet wurde, um ihn später innerhalb der Walstatt zu besiegen. Dazu wurden alle möglichen abstrusen Geschichten in die Welt gesetzt: deutsche Soldaten, die französischen Kindern die Hände abhacken, deutsche Soldaten, die Frauen vergewaltigen, deutsche Soldaten, die grundlos Kinder erschießen. Der gemeine Franzose oder auch Brite glaubte den Medienberichten generell. Die Propaganda funktionierte. So wurde dieses geschaffene absolute Feindbild dazu benutzt, um auch bei den eher prodeutschen US-Amerikanern, die vom Krieg weit entfernt waren, Angst zu schüren und dazu zu bewegen, in den Krieg einzutreten. Hierzu gibt es ein besonders absurdes propagandistisches Bild, auf dem eine Affen ähnliche Gestalt zu sehen ist, die die USA betritt, während sie eine Frau trägt. Die Frau symbolisiert höchst wahrscheinlich Europa (siehe antike Mythen), der Affe ist wohl der häßliche Deutsche, der ein brennendes & zerstörtes Europa gerade verlassen hat, um seine 'Kultur', hier also Vernichtung, nun auch nach Amerika zu tragen. Damit auch jeder Vollidiot versteht, daß es sich um den Deutschen handeln soll, trägt der Affe eine deutsche Pickelhaube mit der Aufschrift "Militarism". Dr. Karlheinz Weißmann ließ viele dieser Illustrationen in seinem Buch abdrucken. Die eine absurder als die andere. Dennoch funktionierte diese Absurdität der Darstellung des Deutschen als ultraböse Perversion der Menschheit, was man auch daran merkt, daß diese schamlose & in höchstem Maße amoralische Propaganda bis ins 21. Jahrhundert nachwirkt. Viele Deutsche schämen sich wohl, als Deutsche geboren zu sein und versuchen, sich möglichst undeutsch zu geben. Sie haben scheinbar Angst davor, als Deutsche abgestempelt zu werden, da sie dann ja "häßlich" wären. Natürlich ist dies auch eine Folge des Nationalsozialismus, die perverse Verzerrung des Deutschen, seiner Kultur, seiner Identität, seiner Geschichte begann aber 1914. Vielleicht ist hier auch unter anderem eine Ursache dafür zu finden, warum der Burschenschafter für einige Deutsche zum Feindbild geworden ist. Der Burschenschafter bzw, die burschenschaftliche Bewegung verkörpert die Spitze des Deutschtums, des Deutschseins, der deutschen Kultur (nicht umsonst bekennt er sich z. B. zu den Liedern "Deutschland, Deutschland über alles"*, "Noch ist Deutschland nicht verloren", "Was ist des deutschen Vaterland"). Da er also zu seinem Vaterland steht, dazu auch noch männlich ist (was an patriarchalische Strukturen erinnert) und sich zum Deutschtum nicht nur während der Fußball-Weltmeisterschaft bekennt, wird er für einige zur Überhöhung des häßlichen Deutschen. Der sich selbst heuchelnde Deutsche hat hier also ein Feindbild gefunden, auf das er mit dem Finger zeigen kann, wenn es darum geht, von seiner eigenen deutschen Identität abzulenken. Die alliierte Propaganda hat es folglich geschafft, das deutsche Volk schon für beinahe 100 Jahre in eine Identitätskrise zu stürzen, die womöglich in einem Bürgerkrieg enden wird. Die antifaschisten Bewegungen sind dabei die Sperrspitze der antideutschen Deutschen, indem sie das deutsche Volk und das deutsche Vaterland vernichtet sehen wollen. Kein Wunder, daß sie gegenüber Burschenschaftern oder auch der AfD gewalttätig werden. Denn auch der AfD haftet das Bild des häßlichen Deutschen an, da auch sie zu ihrer Heimat steht. Die alliierte Propaganda hat ganze Arbeit geleistet, sie hat etwas erreicht, was sie vermutlich doch nicht erreichen wollte. Ihre amoralische & menschenverachtende Maschinerie hat etwas in Gang gesetzt, das so wahrscheinlich nicht beabsichtigt war. Denn Europa und die USA brauchen Deutschland, ohne Deutschland wird es beiden sehr schlecht ergehen. Eig. müsste es deren Aufgabe sein, ihren Fehler, ihre Schuld wieder glattzubügeln. Diesen gewaltigen Fehler macht der Autor am Ende des Buches durch eine erschreckende Auskunft deutlich: "Als ich [Karlheinz Weißmann] ihn [Ellic Howe, einer der britischen Propagandisten im Zweiten Weltkrieg] fragte, wie er die Wirksamkeit seiner Arbeit einschätzte, schmunzelte er nur, und als ich nachfaßte, zögerte er einen Augenblick, bevor er sagte: "Sie haben längst nicht alles entdeckt, was wir in Umlauf brachten." " Hier wurde ein Deutschenhaß geboren, der letzten Endes darin mündete, daß nicht die Briten, die Franzosen oder die US-Amerikaner uns Deutsche hassen, sondern daß die Deutschen sich bzw. das Deutsche hassen, also auch alles Burschenschaftliche, alle patriotischen Parteien, alle prodeutschen Medien usw. Zum Glück hat dieser Virus einer unsäglichen Propaganda nicht alle infizieren können, sodaß gesagt werden kann: "Noch ist Deutschland nicht verloren" * Das Lied ist übrigens nicht verboten. Auch stellt es Deutschland nicht über andere Nationen, da es sonst heißen müsste "Deutschland, Deutschland über allen/allem".

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