Karlhermann Bergner

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Das Zelt war leer, Cap Cefali und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Karlhermann Bergner

Das Zelt war leer

Das Zelt war leer

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Erschienen am 01.01.1992
Cap Cefali

Cap Cefali

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Erschienen am 01.01.1999
Die Wachen von St. Mauritius

Die Wachen von St. Mauritius

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Erschienen am 01.01.1993

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Rezension zu "Das Zelt war leer" von Karlhermann Bergner

Tiefschürfendes Zeugnis der Jugendbewegung
cynthorvor 2 Jahren

Inhalt

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg gerät eine junge Pfadfindersippe, die „Frundsberger“, bei ihrer ersten Wanderung in die Fänge einer russischen Waffenschieberbande. Die ortsansässige Sippe der „Waldläufer“ versucht zu helfen, scheitert aber zunächst am Widerstand der Obrigkeiten, die den dahergelaufenen Pfadfindern nur geringschätzig gegenüberstehen.
Es bleibt den Pfadfindern keine andere Wahl, als selbst aktiv zu werden und es mit der Russenmafia aufzunehmen.

Meinung

Das Buch gehört zur Jugendbuchliteratur und zählt damit nicht zu dem üblichen vorgestellten Portfolio. Trotzdem kann ich es auch Erwachsenen – Jugendlichen (aber keinen Kindern)  natürlich noch viel mehr – wärmstens ans Herz legen. Es sind zwar „nur“ Kinder, die in dem Buch eine tragende Rolle spielen, während die Erwachsenen abgesehen von den Polizisten am Ende entweder eindeutig zu den Bösen gehören (Waffenschieber), oder zumindest als unfähig dargestellt werden (Bürgermeister), aber diese sind von einer Charakterstärke und einer Reife, die man in der heutigen Zeit bei vielen vermisst.

Vicki, der fünfzehnjährige Sippenführer der ortsansässigen „Waldläufer“, zeichnet sich durch seine Beharrlichkeit aus. Zum einen hält er seine kleine, aber schlagkräftige Gruppe gegen jeglichen Widerstand zusammen, zum anderen setzt er alle Hebel in Bewegung, um den Frundsbergern aus der Klemme zu helfen. Während der Jünglingsverein nur ein erbärmlicher Schatten seiner früheren Selbst ist, ist es Vicki gelungen, die Einsatzbereitschaft und Tatkraft seiner Mannen in schaffensfreudige Bahnen zu lenken.

Vor allem ist hier „Pudel“ zu nennen, der von seinem Onkel ausgebeutet wird und den ganzen Tag schwer ackern muss – und doch hilfsbereit ist, sobald es darauf ankommt. Der Junge weiß genau, dass es zuhause Ärger geben wird, wenn er sich davonstiehlt, und doch zögert er keine Sekunde, um seinen Freunden bei dem gefährlichen Abenteuer beizustehen. „Den Freund erkennt man in der Not“, in Zeiten oberflächlicher Netzkontakte bewahrheitet sich dieses Sprichwort leider zu oft im negativen Sinne.

Ralf, Sippenführer der „Frundsberger“, hat mit strukturell ähnlichen Problemen zu kämpfen. Er ist kaum fünfzehn Jahre alt, und das lassen ihn die Eltern seiner Leute deutlich spüren – zwei dürfen nicht mit auf Fahrt, weil die Eltern Ralf seine Erfahrung absprechen. Unter der Last der Verantwortung  knickt Ralf aber nicht ein. Für die Lage, in die seine  Sippe geraten ist, kann er nichts, und doch setzt er alles daran, aus der unverschuldet misslichen Lage zumindest seine anvertrauten Schützlinge heil hinauszubringen.

Man mag vielleicht der Ansicht sein, Ralfs Opfer sei komplett überhöht beschrieben, wie in einer Aristie der Griechen. Dass kein Kind/Jugendlicher derart charakterstark sein könnte, um sich so zu verhalten, wie Ralf es tat. Zugegeben, die Geschichte ist fiktiv, aber auch in der Realität gibt es immer wieder Situationen, in denen Jugendlicher ihre Charakterstärke bewiesen – auch wenn sie leider viel zu selten sind.

Warum ich das Buch empfehle? Angesichts vieler Entwicklungstrends der heutigen Jugend können ein kleines bisschen Rückbesinnung und mehr Achtsamkeit kaum schaden.

Sonnige Tage und erholsame Nächte!

PS: Wem der Stil meiner Rezension bzw. die Auswahl der vorgestellten Bücher gefällt, findet auf meinem Blog (https://cynthor.wordpress.com) weitere „Bücherschätze“ und auch Infos zu meinem eigenen gesellschaftskritischen Fantasy-Roman "Ethopia – Erwachen".

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