Als Kind träume ich immer von dem vermeintlich schönen Gedanken irgendwann einmal eine Familie zu haben mit Mann und Kindern. Wenn man den gesellschaftlichen Werdegang und die Entwicklung des Schulsystem betrachtet Frage ich mich immer ob es nicht reiner Egoismus in diese Welt ein Kind zu setzen. Ist es dann doch so weit, dass man ein Kind bekommt (und das auch möchte) geht für viele Frauen ein Traum in Erfüllung. Bis man dies dem Arbeitgeber mit teilt. Plötzlich rückt der wirtschaftliche Aspekte sowohl für Arbeitgeber als auch für Eltern in den Vordergrund.
Die Autorinnen zeigen anhand von konkreten Fallbeispielen wie es Müttern und Vätern beruflich ergeht wenn sie ihrem Arbeitgeber mitteilen, dass sie ein Kind bekommen und welche Folgen es für sie hatte. Die Fallbeispiele werden juristisch und statistisch hinterlegt. Des weiteren werden auch Gegenbeispiele gezeigt von humanen und familienfreundlichen Betrieben. Außerdem werden Tipps für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgelistet , sowie darauf hingewiesen ab wann genau eine Diskriminierung vorliegt.
Mir ist die Bedeutung und Ernsthaftigkeit dieses Themas erst durch dieses Buch bewusst geworden. Ich finde es großartig, dass die Initiative proparents ins Leben gerufen wurde, sodass Eltern gemeinsam etwas unternehmen können. Den am Ende sind es die Kinder die es abbekommen. Diejenigen die am allerwenigsten etwas dafür können.
Karline Wenzel
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Glückwunsch zum Baby, Sie sind gefeuert!
Neue Rezensionen zu Karline Wenzel
In „Glückwunsch zum Baby - sie sind gefeuert!“ von Sandra Runge geht es um die Elterndiskriminierung in Deutschland, welche aktueller den je ist. Es wird erklärt was offiziell eine Diskriminierung gegenüber der Eltern ist, wo es entsprechende Lücken in den deutschen Gesetzen gibt und welche Änderungen vorgenommen werden können. Untermauert wird das Ganze durch Ansichten einzelner Unternehmer und Fallberichte betroffener.
Das Buch weist auf ein wichtiges und ernstes Thema hin - die Elterndiskriminierung ist weit verbreiteter als vielleicht von manchen angenommen. Gut fand ich, das erklärt wurde welche Rechte man als Elternteil hat, worauf es ankommt und das sich Arbeitgeber nicht durch ihre Pflichten tun können. Ebenso waren die aufgeführten Fallbeispiele schockierend und faszinierend zu gleich, traurig das so etwas passiert. Der Einstieg in das Buch war sehr theoretisch und meiner Meinung nach auch zu gehoben und nicht leicht verständlich. Es gab viele verschachtelte und juristische Sätze, ich hätte mir hier eine einfachere Aufbereitung für die Leser gewünscht. Zudem wiederholten sich in den Kapiteln die Informationen sodass man theoretisch nur die Zusammenfassung der einzelnen Kapitel hätte lesen müssen und dennoch nichts verpasst hätte. Solche starken Dopplungen sind auf Dauer anstrengend.
Alles in allem macht dieses Buch auf wichtige Themen aufmerksam. Es zeigt auf welche Rechten und Pflichten es gibt und das dennoch viele Arbeitnehmer diskriminiertes werden und das auch erdulden. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der tiefer in die Materie einsteigen möchte und sich als Arbeitgeber vielleicht auch verbessern möchte.
Kündigungen nach der Elternzeit, Gehaltskürzungen beim Wiedereinstieg oder abwertende Bemerkungen von Kollegen bei Bekanntgabe einer Schwangerschaft – die Autorinnen Sandra Runge und Karline Wenzel haben in zahlreichen Gesprächen mit Eltern Beispiele solcher Diskriminierungen gesammelt.
Mit ihrer Initiative #proparents setzen sie sich dafür ein, dass aktuelle Gesetzeslücken geschlossen und Elternschaft als Diskriminierungsmerkmal in das Allgemeine Gleichstellungsgesetz aufgenommen wird.
Das Buch skizziert nicht nur anhand von Fallbeispielen die verschiedenen Arten von Benachteiligungen und gibt Tipps, wie sich Eltern dagegen wehren können, sondern bringt auch Lösungsvorschläge und zeigt Arbeitgebern Wege auf, wie sie sich elternfreundlicher aufstellen können.
Meine Meinung:
Das Buch ist sehr gut strukturiert und logisch aufgebaut. Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema geben die Autorinnen einen Überblick über die aktuelle Gesetzeslage und zeigen auch auf, wo heute Lücken bestehen und was ihre konkreten Forderungen zu einer Anpassung des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes sind.
Im sehr umfassenden Hauptteil des Buches werden dann viele konkrete Fallbespiele, die auf konkreten Rückmeldungen von Eltern an die Autorinnen beruhen, vorgestellt. Diese Fallbeispiele werden eingeordnet und es wird Kontext dazu gegeben ebenso wie Tipps, wie man gegen derartige Diskriminierungen vorgehen kann.
Mir hat der Schreibstil des Buches von Anfang an sehr gut gefallen. Auch vermeintlich „trockene“ Themen wie Gesetze werden sehr gut verständlich und flüssig lesbar dargestellt und die vielen Beispiele fand ich auch sehr eingängig beschrieben.
Bei vielen Fallbeispielen musste ich aufgrund der krassen Diskriminierungen echt schlucken, aber dadurch sind mir diese auch sehr gut im Gedächtnis geblieben.
Besonders positiv finde ich, wie konsequent die Autorinnen für das Thema eintreten und dass sie ganz konkrete Lösungsvorschläge anbieten, anstatt nur auf die Missstände aufmerksam zu machen. Dass sie so viele auch bekannte Unterstützer haben, macht insgesamt wirklich Mut.
Nicht zuletzt hilft es mir auch die Hintergründe zu verstehen, um von der Seite der Firmen im Rahmen meiner Möglichkeiten für ein besseres Umfeld zu sorgen.
Fazit:
Dieses Buch greift ein extrem wichtiges Thema gekonnt und sehr eingängig auf. Von mir eine 100%ige Empfehlung!
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