Karoline Cvancara

 4.7 Sterne bei 18 Bewertungen
Autorin von Horak hasste es, sich zu ärgern, Am Tiefpunkt genial und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Karoline Cvancara

Karoline CvancaraHorak hasste es, sich zu ärgern
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Horak hasste es, sich zu ärgern
Horak hasste es, sich zu ärgern
 (12)
Erschienen am 01.02.2018
Karoline CvancaraAm Tiefpunkt genial
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Am Tiefpunkt genial
Am Tiefpunkt genial
 (6)
Erschienen am 02.11.2015
Karoline CvancaraSchlaflos
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Schlaflos
Schlaflos
 (0)
Erschienen am 01.09.2006

Neue Rezensionen zu Karoline Cvancara

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gaby2707s avatar

Rezension zu "Horak hasste es, sich zu ärgern" von Karoline Cvancara

Die Geschichte eines Wiener Grantlers
gaby2707vor 3 Monaten

Der Dackel auf dem Cover ist nicht Horak. Nein, das wird Moritz vom Hern Oberndorfer sein. Der lebt, genau wie Professor Erwin Horak in der Wiener Josefstadt, dem 8. Bezirk in der Pfeilgasse 28. Horak, der alte Griesgram, lehrt am Gymnasium Albertgasse Mathematik und Physik, mag keine Hitze, keinen Schweiß auf der Stirn, keine gurrenden Tauben auf den Dächern ringsum, keine Autos, die sich durch die Gassen quälen. Er kann seine Nachbarn nicht leiden, seine Schüler erst recht nicht. Nur mit Kurt Gruber, den er seit über 30 Jahren kennt, spielt er einmal in der Woche im Cafe Hummel Karten. Aber würde er Kurt als seinen Freund bezeichnen? Bestimmt nicht. Ausserdem ist Kurt nun in Rente und will mit seiner Frau Resi das Leben genießen. Horaks Leben ändert sich von einem Tag auf den Anderen, als sich Elfriede Steiner, die eine Trafik führt, zu ihm an den Tisch setzt und versucht mit ihm ein Gespräch zu beginnen...


Mir hat die Geschichte der beiden Menschen, die Karoline Cvancara hier erzählt und die ca. eine Woche dauert, sehr gut gefallen. Der Professor wird hier trotz seiner ruppigen, humorlosen, abweisenden und unfreundlichen Art so liebevoll gezeichnet, dass ich Elfriede Steiner gut verstehen kann, dass sie unbedingt zu seinem, wie sie hofft, weichen Kern durchdringen will. Die beiden sehe ich immer mal wieder wie Loriots Müller-Lüdenscheid und Doktor Kloebner in der Badewanne sitzen und über Nichtigkeiten diskutieren. Horak und Elfriede sitzen in einem Wiener Traditionscafe, dem Hummel, das sich beide als ihr "Wohnzimmer" für den Abend auserkoren haben. Horak will hier in Ruhe essen, seine Zeitung lesen, eine Zigarre rauchen und vor allem in Ruhe gelassen werden. Elfriede will sich nach des langen Tages Mühen einfach nur entspannen und landet, als sie keinen freien Tisch findet, ausgerechnet am Tisch von Horak.

Ganz langsam entspinnt sich, naja ein Gespräch kann man es nicht nennen, ein minimaler Dialog und Gedankenaustausch zwischen den Beiden, der anfangs eigentlich nur von Elfriede am laufen gehalten wird. Sie ist nicht gewillt, Horak in seiner selbst gewählten Grimmigkeit zu belassen und setzt sich von nun an jeden Abend an Horaks Tisch. Ich habe das Gefühl, direkt neben den Beiden zu sitzen, Mäuschen zu spielen und ich warte darauf, was gleich geschieht.

Aber eigentlich geschieht nichts. Ausser, dass Elfriede jeden Abend ein ganz klein wenig näher an den Griesgram heran kommt. Und er scheint es zu genießen. Denn Elfriede lässt sich nicht von ihm einschüchtern und das scheint Horak zu gefallen.

Eine ganz wunderbare Geschichte über zwei so unterschiedliche Menschen, die doch ganz langsam zueinander finden. Und das alles in einem wunderbaren Cafe, wo ich bei meinem nächsten Wien-Besuch auf alle Fälle mal eine Wiener Melange trinken und das einzigartige Wiener Flair genießen werde.

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claudi-1963s avatar

Rezension zu "Horak hasste es, sich zu ärgern" von Karoline Cvancara

Es gibt sinnvolleres im Leben, als sich über alles zu ärgern
claudi-1963vor 4 Monaten

"Das Leben ist zu kurz, um Animositäten zu pflegen und sich auf das Schlechte zu konzentrieren." (Charlotte Brontë)
Erwin Horak, Mitte 50, Professor für Mathematik und Physik am Albert-Gymnasium in Wien hat gerade frei, es sind Ferien. Trotzdem stört ihn alles, was in seinem Haus und in seiner Umwelt vor sich geht. Ob es der Nachbar ist der seine Glasflasche entsorgt oder der Straßenlärm, der sich durch die Hauptverkehrsstraßen Wiens zieht. Horak möchte einfach nur seine Ruhe und auch in Ruhe gelassen werden. Jeden Abend verbringt er alleine im Traditionscafé Hummel, unweit seiner Wohnung und wo man ihn schon sehr gut kennt. Dort liest er in Ruhe seine Zeitungen und trifft sich einmal die Woche mit Freund und Kollege Kurt zum Karten spielen. Elfriede hingegen ist ganz anders sie ist ein charmante, lebensbejahende Frau die tagsüber im Tafik ihrer verstorbenen Mutter arbeitet. Damit sie nicht alleine ist, geht sie Abends ins Café Hummel und eines Tages sitzt sie gezwungenermaßen an den Tisch von Horak. Noch nie hat Elfriede bisher so einen unfreundlichen Mann getroffen, der sie am liebsten gar nicht an seinem Tisch haben wollte. Doch irgendetwas an diesem nörgelnden Mann scheint es ihr angetan zu haben, den Elfriede lässt nicht locker, im Gegenteil Horaks schroffe Art macht sie neugierig. Sie gibt nicht nach, stattdessen setzt sie sich trotz Horaks Einwänden, immer öfters an seinen Tisch, den stur sind sie beide.

Meine Meinung:
Ein neugieriger, vielleicht auch ärgerlicher Dackel blickt mir auf diesem Cover entgegen und ich dachte im ersten Moment, was mich wohl erwarten wird. Ich hatte allerdings nicht direkt mit einem Dialog zwischen zwei Menschen in einem Wiener Caféhaus gerechnet. Doch gerade dieser Dialog war so herzerfrischend, humorvoll so das ich ihn mir lebhaft gut vorstellen konnte. Der Schreibstil war sehr gut, vor allem bei den Dialogen hatte ich das Gefühl, das sie mitten aus dem Leben gegriffen sind. Und wie ich sehe war es auch so, nachdem ich am Endes des Buches gelesen hatte, das die Autorin ihre Inspiration wirklich bei einem Gespräch in jenem Café bekam. Deshalb hatte ich auch beim Lesen öfters das Gefühl mitten drin dabei zu sein. Ich wüsste allerdings nicht, ob ich soviel Ausdauer besitzen würde, wie Elfriede und mich immer wieder zu diesem mürrischen, unfreundlichen Mann setzen könnte. Doch Elfriede scheint wirklich hartnäckig zu sein, den irgendetwas an Horak scheint ihr zu gefallen und mit der Zeit scheint auch Horak langsam aus seiner harten Schale zu bröckeln. Und dann gibt es noch Kurt der einzige, der etwas zu Horak durchdringt, weil er ihn schon lange kennt. Auch Kurt ist mit seinem Leben nicht so zufrieden, den seit er pensioniert ist und Zeit hätte, weiß er nichts mit dieser anzufangen. Anders als Horak ändert er jedoch etwas in seinem Leben. Allerdings ein Ereignis erschüttert dann selbst Horak und lässt ihn sein Leben überdenken. Ein Buch, das wieder einmal aufzeigt, das man selbst den unzufriedensten Menschen verändern kann, man braucht nur Geduld. Danke für diesen einmaligen Caféhaus Einblick, von mir gibt es 5 von 5 Sterne.

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T

Rezension zu "Horak hasste es, sich zu ärgern" von Karoline Cvancara

Ein Hauch von Idylle
tamskyvor 6 Monaten

Ein Hauch von Idylle

 

Kann man einen Roman schreiben, der von (fast) nichts anderem als einem Tischgespräch in einem Wiener Kaffeehaus handelt? Man kann. Karoline Cvancara, Autorin mehrerer Romane, lädt uns in ihrem neuestem Buch ganz unverbindlich ein, ihr ins Café Hummel zu folgen, ein Traditionskaffeehaus in der alten Wiener Josefstadt. Dort stellt sie uns ihren Helden Erwin Horak vor, der seit vielen Jahren Stammgast ist und obendrein ein Wiener Original zu sein scheint – zumindest was seine obligatorisch schlechte Laune und seine Misanthropie betrifft. Unerschöpflich ist Horaks Lust, jeden Mitmenschen, der sich ihm nähert, heftig schneidend abzuweisen.

Was könnte an einem ‚Gewohnheitsgrantler’ interessant sein? Das scheint sich auch die Autorin gefragt zu haben und hat sich eine Alter-Ego-Figur ausgedacht: Elfriede Steiner, eine frisch geschiedene, lebenslustige Frau, die sich ungefragt und mit einer großen Portion Mut eines Abends an Horaks Tisch setzt und sich von dort nicht mehr vertreiben lässt.

Was nun einsetzt, könnte man als geschickte psychologische Kriegsführung bezeichnen. Elfriede stellt Horak viele Fragen, die Horak allesamt nicht beantworten mag; er will nur seine Ruhe haben und sich auf nichts einlassen. Doch Elfriede zwingt den Menschenfeind sanft, aber bestimmt dazu mit ihr zu sprechen. Die Dialoge der beiden, die sich über mehrere Abende hinziehen, sind unterhaltsam und zunehmend spannend, sie kreisen um Privates, Berufliches und Weltanschauliches, und die langsame Annäherung zweier sehr verschiedener Menschen bietet viel Stoff zur Beobachtung der Menschennatur mit ihren Abgründen und verborgenen Widersprüchen. Cvancara, die selbst Psychologie studiert hat, analysiert messerscharf und es macht großen Spaß mitzuverfolgen, mit welchen verbalen Mitteln Elfriede Steiner Horaks betondicke Verweigerung nach und nach aufweicht, bis er endlich das tut bzw. sagt, was ihm selbst nützt und ihn rausbringt aus der Sackgasse. Elfriedes Motive sind dabei keineswegs selbstlos: Sie muss sich zwar manche uncharmante Antwort gefallen lassen, doch sie genießt diesen Schlagabtausch auch irgendwie, ja sie findet Horak reizvoll, und man nimmt es ihr ab.

Verblüffend ist die auktoriale Perspektive, die die Erzählerin gewählt hat; die meisten Gegenwartsautoren scheuen vor dem allwissenden Erzählerblick zurück, der bis vor kurzem als veraltet und unpassend für die „zersplitterte“, unübersichtliche Gegenwart galt. Doch Cvancara nimmt diesen Beobachterblick gelassen ein und verleiht ihm große Glaubwürdigkeit, vor allem zu Beginn und zu Ende des Romans, wenn sich das eng umgrenzte Bild der Josefstadt öffnet, bzw. schließt und man ein Gefühl einer Guckkasten-Perspektive bekommt. Doch diesen Blick behält sie im ganzen Text bei, auch wenn sie durch die Dialoge in die Figuren hineinleuchtet, scheint sie doch immer ein wenig außerhalb zu bleiben. Die Wertungen und Urteile, die sie über Elfriede, Horak und die übrigen Romangestalten ausspricht, sind jedoch nie diffamierend, eher nachdenklich und eben immer mit diesem Wiener Charme versehen, der dem ganzen Text einen Hauch von Idylle verleiht, die jedoch nie in einen falschen Frieden abgleitet. Ein Buch wie ein langes, interessantes Gespräch bei einer guten Melange oder einem ‚Achterl Roten’.

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Gespräche aus der Community

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Ina74s avatar
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es ist mir eine große Freude und Ehre Euch zur Leserunde zu meinem neuen Roman „Horak hasste es, sich zu ärgern“ einzuladen.

Der Verlag verlost 10 Exemplare und ich bin schon sehr gespannt auf Euer Feedback zu meinem Buch.
Ich freue mich, von Euch zu hören.

Wenn Ihr Näheres zum Buch wissen wollt, inklusive einer Leseprobe findet Ihr diese auf der Verlagsseite:
verlag-wortreich.at


Viel Spaß beim Lesen und bis bald!
Karoline Cvancara


Ina74s avatar
Letzter Beitrag von  Ina74vor 6 Monaten
danke für Dein Feedback! Das Leben eben :-)
Zur Leserunde
Ina74s avatar

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich möchte Euch herzlich zur Leserunde meines Romans „Am Tiefpunkt genial“ einladen.
Der Verlag verlost 7 Exemplare und ich bin schon sehr gespannt auf Euer Feedback zu meinem Buch.

Ich freue mich, von Euch zu hören.
Viel Spaß beim Lesen und bis bald!
Karoline Cvancara

„Als erstes kam eine unglaubliche Wut in mir hoch, wobei ich mir nicht sicher war, ob sie sich nur gegen Helmut richtete oder auch gegen den Rest der Welt, der sich gegen mich verschworen zu haben schien. Ich war froh, auf der Straße zu sein. Hier war ich wenigstens ungestört und konnte mich ganz den Gefühlen hingeben, die mich überfielen. Ich war gleichzeitig unglaublich wütend und hatte auch Angst, Angst vor der Zukunft, Angst, den Boden unter den Füßen zu verlieren.“

Mit Anfang dreißig hat es sich Paul in seinem Leben bequem eingerichtet. Sein Kosmos ist bestimmt von seiner Leidenschaft für Jazz, der Arbeit in einer kleinen Buchhandlung und seinen Freunden.
Als seine Freundin Stefanie ihn wegen eines Mannes aus diesem Freundeskreis verlässt, trifft ihn dies aus heiterem Himmel, noch mehr aber verunsichert ihn, dass knapp danach sein Chef und Eigentümer der Buchhandlung sich dazu entschließt, das Geschäft zu schließen. Paul driftet in eine massive Krise, zieht sich in seine Wohnung zu Musik, Zigaretten und Alkohol zurück. Ohne Erfolg versuchen seine Freunde, ihn aus seiner Depression herauszureißen. Bernhard, ein Freund, überredet ihn zu einem Besuch im Stammlokal, wo es zu einer Begegnung mit Markus kommt, der ihm die Freundin ausgespannt hat. Klarissa, eine Freundin, wird zu einer wichtigen Gesprächspartnerin.

Zur Leserunde

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von 2 Lesern aktuell gelesen

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