Karsten Berndt Der Rumtreiber

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Inhaltsangabe zu „Der Rumtreiber“ von Karsten Berndt

Es ist die Zeit des Kalten Krieges und der sozialistischen Erziehung
in der DDR. Ein kleiner Junge wächst mit seinen vier Geschwistern
im Prenzlauer Berg, einem Arbeiterbezirk in Ost-Berlin, auf. Sein
Vater, ein Lkw-Fahrer, versorgt die Familie mit allerlei Dingen, die
sich bei Auslieferungen abzweigen lassen. Die Gleichgültigkeit seiner
Mutter, die ihm keinen Rückhalt gibt, treibt ihn aus dem Haus. So
beginnt er früh, sich allein durchs Leben zu schlagen.
Er streunt herum, lebt als Jugendlicher zeitweise auf der Straße und
lernt, sich zu nehmen, was er braucht. Als dem gerade volljährig
Gewordenen eine spektakuläre Flucht in den Westen gelingt,
überschlagen sich die Ereignisse.
In West-Berlin lernt er den bekannten Fluchthelfer Jürgen Fürch
kennen und beschließt, auf eigene Faust, Ausschleusungen zu
organisieren. Monatelang spielt er Katz und Maus mit dem Staatssicherheitsdienst
der DDR - bis seine waghalsigen Unternehmungen
eine folgenschwere Wendung nehmen.

"Bautzen" bekommt endlich ein Gesicht.

— Starbucks

Neue Eindrücke zur damaligen Zeit!!!

— SchwarzeRose

Ein wichtiges, leider unreflektiert dargestelltes Zeitzeugnis, das wertvolle Eindrücke zum Leben in Ostdeutschland "davor" vermittelt.

— TochterAlice

der Leser begibt sich mit dem Autor auf eine Flucht, die von Offenheit und Ehrlichkeit zeugt! Ein gekonntes Werk erzählt von Not und Schande

— Floh

Eine Geschichte, die mich sehr an unser Leben in West Berlin und die damals oft unerklärlichen Vorgänge im Osten erinnert. Klasse zu lesen

— Sporttante

Packend und fesselnder Erlebnis-Thriller

— esposa1969

Bewegende Geschichte und toller Schreibstil. Pures Lesevergnügen!

— Kendall

Sehr Interessanter Lebensbericht. Klasse geschrieben!

— BenjaminBischoff

Spannend bis zur letzten Seite!

— Denise4882

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  • Rezension zu DER RUMTREIBER von Karsten Berndt

    Der Rumtreiber

    Glanzleistung

    Karsten Berndt erzählt in seinem autobiografischen Roman „Der Rumtreiber“ von seiner Kindheit und Jugend in der DDR in Ostberlin, einer unglaublichen Flucht nach Westdeutschland, und der geschickten Umgehung unangenehmer Gesetze. Eindrücklich schildert er wie leichtsinnig er bei einer eigenen Fluchthilfeaktion durch die Mühlen der Stasi im Bautzner Stasigefängnis landet.   Eine sehr bewegende, persönliche Geschichte, zwischen Entbehrungen, Ungewissheit und der Suche nach Freiheit. Sehr berührend, menschlich und voller Ironie gegenüber dem vergangenen System DDR.

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    • 4

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. October 2014 um 22:16
  • Persönlicher Erfahrungsbericht der Nachkriegszeit

    Der Rumtreiber

    coala_books

    04. February 2014 um 18:33

    Aufgewachsen in der DDR lernt Karsten Berndt schnell, sich durch kleine Gaunereien das Leben angenehm zu gestalten. Der Vater lebt vor, was der Sohn gerne annimmt: vom LKW gefallene Produkte und ein kleines Warenlager im Keller. Von der Familie keinen Halt rutscht der Autor damit schnell in die Kriminalität ab, bevor er sich letztlich schon in jungen Jahren entschließt, die Flucht in den Westen zu wagen. Mit mehr Glück statt Verstand gelingt diese auch überraschenderweise, nur um festzustellen, dass im Westen auch nicht alles so einfach ist wie erhofft. Schnell rutscht Karten Berndt daher wieder in alte Verhaltensmuster ab, doch so viel Glück wie einst ist ihm diesmal nicht vergönnt. Mit einem kurzen, prägnanten Schreibstil entführt und Karsten Berndt in seine Kindheit im Berliner Osten der Nachkriegszeit. Sehr persönlich und schonungslos berichtet er von Höhen und Tiefen seiner Jungen Jahre. Viele Erlebnisse, die er heute bereut, werden offen gelegt und regen den Leser zum Nachdenken an.  Spannend und berührend begleitet man den Autor auf seiner Reise in die Vergangenheit, lacht und leidet gemeinsam mit ihm. Jedoch ist das Buch so viel mehr als persönliche Erinnerungen sondern eine schöne Studie der damaligen Zeit aus Sicht eines Jungen an der Schwelle zum erwachsen werden. Erstaunliche Erkenntnisse und aha-Effekte reihen sich aneinander und das ein oder andere male werden einem die Augen geöffnet angesichts der damals vorherrschenden Zustände. Ein schonungsloser und sehr persönlicher Erfahrungsbericht zur Zeit des kalten Krieges, der aufklärt und zum Nachdenken anregt.

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  • Mal Ost, mal West, mal Bautzen…

    Der Rumtreiber

    Starbucks

    03. February 2014 um 09:06

    Allein das Thema des Buches „Der Rumtreiber“ von Karsten Berndt hat mich bereits brennend interessiert. Im Westen groß geworden und etwas jünger als der Autor, so habe ich dennoch im fast gleichen Alter die Zeit erlebt, und das ganz nah dran an der Grenze zur DDR. Geschichten gab es viele, Bautzen kannte man auch mit den schlimmsten Geschichten, aber „Der Rumtreiber“ ist nun eine Geschichte aus erster Hand. Es ist schon kaum zu glauben, mit welcher Unbeschwertheit oder wie cool Karsten Berndt die Dinge tut, die er tut. Daher kommt der Titel dem Typ Mensch ganz nah. Berndt wächst in der DDR auf, mit Sportdrill, Entbehrungen und allem, was so dazu gehört. Er hat eine schwierige Familiensituation und ist damit eher auf sich allein gestellt. Sein Traum ist es abzuhauen, und das gelingt ihm auch. Was bei seiner Flucht schief lief, will er besser machen und wird selbst zum Fluchthelfer, bis das ihn schließlich in die Haft nach Bautzen führt. Sein Mut, seine Coolness, sein Handeln bringen ihn schließlich bis zu einem Selbstmordversuch. Berndt hat damit in seinem Leben schon so vieles mitgemacht, was sicher nur ein ganz bestimmter Typ Mensch durchmachen kann. Ich bin froh, dass der Autor seine Leser an dieser spannenden autobiographischen Geschichte teilhaben lässt. Das Buch ist kurz, daher aber auch kurzweilig und gut zu lesen. Es bietet keinen Raum für Kommentare oder Kritik von Seiten des Autors über das eigene Erleben hinaus. Für den Leser bietet es aber viel mehr als nur ein Leben auf beiden Seiten der deutsch-deutschen Grenze. Das Cover, das mir vorliegt, erinnert mich persönlich an eine Todesanzeige in einer Zeitung. Das Buch wird aber mit einem anderen Cover verkauft, das prägnanter ist. So hätte es mich im Laden nicht angesprochen. „Der Rumtreiber“ gibt ein persönliches, ehrliches, aber dennoch sicher für viele stehendes Zeitzeugnis einer schlimmen Zeit ab. Mich hat es mitgerissen und schockiert. Vieles war auch neu für mich. Ein lesenswertes Buch, das die vollen fünf Sterne verdient.

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  • Leserunde zu "Der Rumtreiber" von Karsten Berndt

    Der Rumtreiber

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    1966 in Ostberlin geboren, wächst der Autor im Ostberliner Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg auf und ist im Grunde auf sich gestellt. Er stellt jede Menge Unsinn an und lebt zeitweise auf der Straße. Mit 18 Jahren gelingt ihm 1984 eine spektakuläre Flucht in den Westen. Dort wird er Fluchthelfer und kehrt mit falschem Pass zurück in die DDR und wird schließlich festgenommen und zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt, die er dann im Isolationstrakt für Spione, in Bautzen II teilweise verbüßen muss. Ich freue mich sehr auf Eure Bewertung.  Danke schon einmal.  Liebe Grüße Karsten Seitenzahlen zu den Abschnitten: 1.)  Seite 5 - Seite 23 2.)  Seite 24 - Seite 58 3.)  Seite 59 - Seite 81 4.)  Seite 82 - Seite 96 5.)  Seite 97 - Seite 119 6.)  Seite 120 - Seite 180    

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    • 263
  • Interessanter Stoff, sprachlich jedoch...

    Der Rumtreiber

    Kidakatash

    Dieses 180 Seiten lange, im Zeitzeugenverlag erschienene Büchlein enthält autobiographische Erlebnisberichte aus dem Leben des Karsten Berndt. Es handelt von seiner Jugend in der DDR, seiner Flucht in den Westen und Erfahrungen als Schleuser, die ihn schließlich ins Gefängnis bringen. Der Klappentext verrät schon sehr viel über das Buch, was ich etwas schade fand. Außerdem bereitet er nicht auf den "Erlebnisbericht-Stil" des Autors vor. Gerade anfangs hat mich dieser Schreibstil total zur Verzweiflung getrieben, weil der Konjunktiv leider total verschütt ging. Man merkte der Geschichte das unreflektierte "Herunterschreiben" der Geschehnisse an, eine wirkliche "Charakterentwicklung" der vorkommenden Personen gab es nicht und auch die Gedanken und Gefühle des Ich-Erzählers wurden anfangs wenig beschrieben. Im ersten Drittel des Buches habe ich wirklich gedacht, dass ich dem Buch hinterher maximal anderthalb Punkte geben könnte, wenn überhaupt. Und die wären für den spannenden Stoff gewesen. Da im Verlauf der Geschichte aber weniger Pläne der Figuren in den Vordergrund rückten, vermisste ich den Konjunktiv ebenfalls weniger und konnte mich mehr auf die spannende Geschichte konzentrieren, die Karsten erlebt hat. An dieser Stelle möchte ich ihm übrigens meine Hochachtung für seine Kritikfähigkeit aussprechen! Im Zuge der Leserunde auf Lovelybooks, über die ich auch sein Buch erhalten habe, und darüber hinaus hat er sich offen dem gestellt, was ich anzumerken hatte. Wenn man sich von vorn herein auf einen Erlebnisbericht-Stil einstellt, kann man dieses Buch ganz sicher sehr mögen. Trotzdem würde ich mir eine Überarbeitung wünschen, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten. So kann ich leider wegen der sprachlichen Mängel nur 2,5 von 5 Punkten vergeben!

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    • 3
  • Der Rumtreiber

    Der Rumtreiber

    Blaustern

    30. January 2014 um 20:20

    Karsten Berndt, der Autor von „Der Rumtreiber“, erzählt in diesem Buch seine Lebensgeschichte. Diese beginnt 1976 in seinem Alter von 9 Jahren. Zusammen mit seinen Eltern und vier Geschwistern wuchs er im Ostberliner Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg auf. In seinem Elternhaus hatte er es als Kind und Jugendlicher nicht leicht. Während sein Vater äußerst ruhig war, stand seine Mutter führend über ihn und der ganzen Familie. Als Cholerikerin verbreitete sie täglich ihre Stimmung, und seine jugendlichen Streiche gingen der Mutter förmlich gegen den Strich. Bald setzte sie ihn auf die Straße, und er musste sich selbst durchschlagen. Mit 18 Jahren gelingt ihm die Flucht in den Westen. Als Bundesbürger kehrt er zurück in die DDR, um Freunde zu besuchen und als Fluchthelfer tätig zu sein. Doch dann gerät er in die Netze der Staasi. Die Biographie ist eine wirklich mitreißende, interessante, aber auch ergreifende Geschichte. Besonders die Familienverhältnisse sind sehr bestürzend; ein sehr frostiges Haus, in dem der Autor da aufgewachsen ist. Da ich in der DDR aufgewachsen bin, kam mir einiges bekannt vor, vieles Neue habe ich aber trotzdem erfahren. 12 Jahre Zuchthaus für einen Menschen, der einfach nur die Freiheit wollte und sie seinen ehemaligen Mitbürgern auch verschaffen wollte. Das ist wirklich nur grausam! In treffenden kurzen Sätzen wird die Geschichte vorgetragen ohne lange Umschweifen, was sich leicht und schnell lesen lässt und einen dermaßen fesselt. Außerdem ist die große Schrift angenehm für die Augen.

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  • Keine einfache Zeit

    Der Rumtreiber

    SchwarzeRose

    12. January 2014 um 20:24

    Wenn ich ehrlich bin, fällt es mir nicht so einfach darüber eine Rezi zu formelieren. Zum einem war ich entsetzt, wie das Verhältnis zwischen seiner Mutter und Karsten war und zum andern aber auch wie Karsten die damalige Zeit durch gestanden hat. In seinem Buch "Der Rumtreiber" erzählt Karsten Berndt seine Geschichte, was er durch gemacht hat. Ein Buch "Der Rumtreiber" das man gelesen haben sollte.

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  • Ein Schicksal in der DDR

    Der Rumtreiber

    LEXI

    01. January 2014 um 15:18

    Karsten Berndt erzählt in seinem Buch „Der Rumtreiber, eine deutsch-deutsche Grenzerfahrung 1976 – 1994“ von seiner Kindheit in Ostdeutschland, seinem Fluchtversuch in den vermeintlichen „Goldenen Westen“ und schließlich seine Gefangennahme und die Zeit der Haft in der DDR. Der Autor beginnt seine Erzählung mit der Kindheit in einem Elternhaus, das dominiert war von einer unablässig schreienden Mutter und einem stillen Vater, den beiden Geschwistern und seinen Freunden, von denen einige in den Westen gingen. Karstens Jugend war geprägt vom Standpunkt seines Vaters, der meinte, dass die Güter „allen“ gehören, es kam zu kriminellen Handlungen wie kleinen Diebstählen und Betrügereien. Dem Inhalt dieses Buches zufolge musste der Junge liebevolle Familienbande schmerzlich vermissen, und anstatt sich schützend vor ihr Kind zu stellen, verurteilte ihn die Mutter auch öffentlich und sagte sich letztendlich von ihm los. In eindrucksvoller Weise lässt der Autor den Leser Einblick nehmen – in eine Kindheit in der DDR, wo viele Dinge unerreichbar, und die Freiheit im Westen heiß ersehnt waren. Auch Karsten wagte die Flucht in den Westen, er wurde jedoch letztendlich verraten und inhaftiert. Für Leser wie mich, die sich bislang kaum mit der Geschichte der DDR beschäftigt hatten, klangen viele Dinge beinahe unglaublich. Eine Haftstrafe von zwölf Jahren über einen jungen Menschen zu verhängen, der lediglich den Wunsch, im Westen zu leben, in die Tat umzusetzen und auch andere mitzunehmen versuchte, war für meine Begriffe unverhältnismäßig hoch. Ich konnte jedoch den dringenden Wunsch des jungen Karsten nachvollziehen, frei zu sein, und sich den verheißungsvollen „goldenen Westen“ auch selber anzusehen. Die tragische Familiengeschichte hat mich ebenfalls berührt – der Junge wurde zwar nicht misshandelt und gequält, wuchs aber in relativ lieblosen Verhältnissen auf und wurde allzu oft mit der Trennung von guten Freunden konfrontiert. Karsten Berndts flüssiger Schreibstil und seine offene, direkte Art, seine Geschichte zu erzählen, haben mich beeindruckt. Der Autor schafft es, seinem Lebensbericht angemessene Objektivität zu verleihen, von Klagen und Selbstmitleid keine Spur. Meine Neugier auf das Schicksal des Autors und seine Erfahrungen in Ostdeutschland brachten mich dazu, das dünne Buch innerhalb eines Tages zu lesen, der angenehme Großdruck erleichterte den Lesefluss ungemein. Ich möchte mich beim Autor für die Zurverfügungstellung des Leseexemplars bedanken und kann diese ehrliche Biografie nur weiter empfehlen!

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  • Der Rumtreiber - eine Autobiografie zwischen Ost und West

    Der Rumtreiber

    MiniBonsai

    31. December 2013 um 15:55

    Der Gesamteindruck... Also vom Cover her ein wenig farblos , im wahrsten Sinne des Wortes... schwarz-weiß eben, ohne Schnick und Schnack. Irgendwie vielleicht wie das Leben, das im Buch beschrieben wird? Nicht fabrlos aber doch schwarz-weiß, Ost-West, Glück-Pech, ... Vom Druck her hätte ich mir Kapitel mit Zwischen-Überschriften gewünscht. Inhaltlich... großes Kino, filmreife Gescchichte! Erzählt ohne Schnörkel (wie das Cover eben), einfach aus dem Bauch heraus geschrieben, scheinbar ohne sich Gedanken über Dramatik oder Spannungsbögen zu machen. Und das ist auch gut so, denn das Leben des Autors, das er autobiografisch erzählt hat Spannung und Dramatik genug: geboren 1966, aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie in Ostberlin, Sonnen- und Schattenseiten des Sozialismus erlebt ("Bückware", Hehlerei, Sportförderung, ...) und dann geflüchtet ohne Plan aber erfolgreich im Westen angekommen. Hier weiter mit Gaunereien das Leben aufgewertet und schließlich durch Verrat und Unvosichtigkeit bei Schleusereien in der DDR verhaftet und monatelang inhaftiert um schließlich wieder in den Westen entlassen zu werden. So meine Kurzfassung des autobiografischen Werks des Autors. Ein Buch, das viele Facetten des Sozialismus realistischbeschreibt. Ein Buch, das viele Facetten des Kapitalismus ebenso realistisch beschreibt. Ein Buch, das viele Facetten der Inhaftierung realistisch beschreibt. Ein Buch, das ohne Schnick und Schnack auskommt. Ein Buch, das sicher auch etwas für den Deutschunterricht in der Mittelstufe wäre. Was mir noch aufgefallen ist: es gibt einige wenige Rechtschreib- bzw Grammatikfehler, die noch korrigiert werden könnten. Fragt mich aber jetzt nicht wo, denn ich habe das Buch verschlungen und mich nicht damit aufgehalten sie zu markieren.

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  • Eine Seite der DDR - Geschichte

    Der Rumtreiber

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. December 2013 um 15:14

    Karsten wächst in der DDR, genauer gesagt in Berlin Prenzlauer Berg, auf. Er kennt dort fast jeden, hat aber trotzdem wenige wirkliche Freunde. In seinem Umfeld befinden sich viele Leute, welche umsiedeln - dem einen gelingt die Flucht nach Berlin, der andere zieht nach Schweden. Nur Kuno ist eine feste Konstante in seinem Leben. Der ganze Kiez scheint nur von Kriminalität zu leben, Eltern klauen auf ihren Arbeitsstellen und durch diese Vorbilder werden auch die Kinder zu Kriminellen. Diebstähle, Schlösser knacken und kleinere Betrügereien werden zu ihren liebsten Spielen. Die Familie gibt Karsten nicht wirklich einen Halt, so dass es ihm irgendwann nicht mehr reicht und er nur noch weg will. Er beschließt, sobald er seine Lehre abgeschlossen hat, die Flucht in den Westen in Angriff zu nehmen. Und er soll es schaffen.  In West-Berlin angekommen muss er aber feststellen, dass auch hier nicht alles Gold ist was glänzt. Und so beginnt sein Leben dort gleich wieder mit Betrügereien. Es handelt sich um eine äußerst bewegende Geschichte welche der Autor aus autobiographischer Sicht schreibt. Den Schreibstil des Autoren kann man nur als flüssig bezeichnen, so dass man schnell durch dieses Buch kommt. Es ist das etwas andere Buch über die Ost-West-Problematik. Das Buch hat mich wirklich berührt und mit dem Protagonisten mitfühlen lassen. Bei so mancher Szene kam ich mir wie in einem Krimi vor und konnte mir nicht wirklich vorstellen, dass es wahr ist und keine Phantasie. Auf wenigen Seiten wurde einen spannende Lebensgeschichte dargestellt ohne viel abzuschweifen. Nur für die Geschichte wichtige Details wurden ausgeführt, die ansonsten üblichen Ost-West-Klischees weitestgehend vermieden. Es lohnt sich wirklich dieses Buch zu lesen. 

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  • interessantes Zeitdokument über das Leben in Ost- und West-Deutschland

    Der Rumtreiber

    irismaria

    27. December 2013 um 16:34

     "Der Rumtreiber" ist die Geschichte der Kindheit und Jugend des Autors Karsten Berndt und ein interessantes Zeitdokument über das Leben in Ost- und West-Deutschland. Karsten Berndt ist Jahrgang 1966 und wächst in einer kinderreichen Familie in Ost-Berlin auf. Die Eltern kümmern sich nicht viel um die Kinder und Karsten und seine Freunde nutzen die Freiheit zu kleineren und größeren kriminellen Aktivitäten. Nach seiner Ausbildung zum Autoschlosser plant er die Flucht in den Westen und als diese gelingt, wird er selbst zum Fluchhelfer. Doch auf Dauer geht das nicht gut… "Der Rumtreiber" ist flüssig geschrieben und man erfährt neben der schonungslos ehrlich erzählten Lebensgeschichte viel über die Zeit vor und nach der Wende. Einziger Minuspunkt ist das nicht besonders ansprechend gestaltete Cover.

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  • Eine benachteiligte Jugend in der DDR und was daraus wurde

    Der Rumtreiber

    TochterAlice

    26. December 2013 um 10:43

    Karsten Berndt wächst in DDR in unterprivilegierten Verhältnissen auf - die Kindheit ist geprägt von einem gleichgültigen Elternhaus, in dem die Lebensbedingungen in Ostdeutschland zwar kritisiert, nicht aber reflektiert werden. Es wird betrogen, geschmuggelt... alles, was das Leben leichter macht eben, rein wirtschaftlich gesehen eben. Vor den Kindern wird dies nicht verborgen, allerdings wird ihnen auch keine Bedeutung beigemessen - die Kinder sind was Beiläufiges, Erziehung noch nicht mal Nebensache. An der möglichen Sportlerkarriere des Sohnes sind die Eltern komplett desinteressiert, ein mühsam selbst von ihm zusammengespartes Musikinstrument wird gedankenlos verschenkt. Menschliche Werte, Liebe, ein Miteinander - dies wird Karsten nicht vermittelt und so entwickelt er sich schnell zum Rabauken, der den Kameraden die Westjeans stiehlt und auch sonst in alle möglichen kleinkriminellen Handlungen verwickelt ist. Als sehr jungem Erwachsenen gelingt ihm die Flucht in den Westen - hier ist das Glück des Dummen oder vielmehr des Naiven auf seiner Seite und er wird auch auf der anderen Seite rasch leichtsinnig. Dadurch landet er wieder im Osten - und kommt so schnell nicht wieder raus - er wird nämlich inhaftiert und muss im berühmt-berüchtigten Bautzen II einsitzen. Spannend wie ein Krimi liest sich die Geschichte des jungen Karsten, auch wenn ich vieles nicht nachvollziehen konnte. Ein wichtiges Zeitzeugnis, das vom Autor leider überhaupt nicht reflektiert wurde und genau dies wäre so spannend gewesen... wie nimmt er selbst seine damaligen Aktionen, seinen einstigen Blick auf die Welt wahr? Insgesamt jedoch eine wichtige Dokumentation zum Leben in der DDR, zur Republikflucht und zu den entsprechenden Zusammenhängen, die durchaus auch Schülern im Politik- und Geschichtsunterricht nicht vorenthalten werden sollte.

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  • Eine Geschichte, die bewegt.

    Der Rumtreiber

    blutbluemchen

    24. December 2013 um 14:46

    Der Inhalt: "1966 in Ostberlin geboren, wächst der Autor im Ostberliner Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg auf und ist im Grunde auf sich gestellt. Er stellt jede Menge Unsinn an und lebt zeitweise auf der Straße. Mit 18 Jahren gelingt ihm 1984 eine spektakuläre Flucht in den Westen. Dort wird er Fluchthelfer und kehrt mit falschem Pass zurück in die DDR und wird schließlich festgenommen und zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt, die er dann im Isolationstrakt für Spione, in Bautzen II teilweise verbüßen muss." Meine Meinung: Ich kannte nur die Erzählungen meiner Familie und habe mit diesem Buch einen Einblick in das Leben von Karsten Berndt erhalten. Eine wirklich bewegende Geschichte, die teils fragwürdige Situationen zeigt, aber auch eine Verzweiflung, die berührt.  Die einzelnen Lebensabschnitte bis zur Flucht und anschließenden Festnahme sind sehr unterschiedlich, aber auch interessant. Der Schreibstil ist mitreißend und spannend.  Fazit: Ich kann es nur empfehlen. Ein Buch, welches mitreißt, berührt und eine Geschichte aus einem individuellen Blickpunkt zeigt. Wenn es mehr Sterne geben würde, hätte ich sie definitiv gegeben.

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  • Eine bewegende, spannende Lebensgeschichte...

    Der Rumtreiber

    angi_stumpf

    23. December 2013 um 00:13

    In "Der Rumtreiber" erzählt der Autor Karsten Berndt seine eigene Lebensgeschichte, beginnend mit dem 10. Lebensjahr in 1976. Er wuchs mit seinen Eltern und vier Geschwistern in Ost-Berlin auf. Wir begleiten Karsten durch seine Kindheit und Jugendzeit in der DDR. Diese war geprägt von lustigen Streichen bis hin zu handfesten Straftaten, die ihm jedoch kaum zum Nachteil gereichten. Mehr Probleme als mit Ordnungshütern hatte Karsten mit seiner eigenen Familie, insbesondere mit der Mutter, die in ihm nur einen "verdorbenen Kleinkriminellen" gesehen hat. Anstatt dem Sohn wichtige Werte zu vermitteln und zu versuchen, ihn wieder auf den richtigen Weg zu führen, wird er einfach aus der Wohnung geworfen. Er schlägt sich eine Zeit lang auf der Straße durch und hält sich mit Gaunereien über Wasser, schafft es aber schließlich doch, eine Ausbildung zum Autoschlosser erfolgreich abzuschließen. Dann setzt er schließlich seinen langjährigen Entschluss zur Flucht in die Tat um. Mit einem Freund und zwei Frauen, die sie unterwegs kennenlernen, versucht Karsten, sich über die Grenze der Tschechoslowakei nach Österreich durchzuschlagen. Mit viel Glück gelingt dieses Vorhaben, aber leider nicht für die gesamte Gruppe: der Freund bleibt zurück und wird festgenommen. Wir begleiten Karsten noch weiter durch seine Zeit in West-Berlin und erfahren, wie es schließlich dazu kam, dass er selbst zum erfolgreichen Fluchthelfer wurde. Als Bundesbürger nutzt er die Gelegenheit zum Grenzübertritt und besucht alte Freunde in der DDR. Leider wird er dabei irgendwann zu übermütig und landet eines Tages plötzlich in den Fängen der Stasi... Meine Meinung: Das Buch erzählt in einem einfachen Schreibstil mit prägnanten kurzen Sätzen und ohne ausschmückendes Beiwerk die spannende und berührende Lebensgeschichte eines jungen Mannes. Man kann eindrucksvoll erkennen, wie sich ein Staatssystem, das familiäre Umfeld und die Art der Erziehung auf das spätere Leben auswirken können. Zwischenmenschliche Beziehungen spielen in diesem Buch eine große Rolle und oft ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, wer Freund und wer Feind ist. Die Geschichte ist sehr spannend, stellenweise auch einfach nur skurril für Menschen, die nicht in der DDR aufgewachsen sind. An einigen Stellen muss man auch schmunzeln oder es stimmt traurig - ein echter Emotionscocktail, den uns Karsten Berndt hier serviert. Das Buch hat mich gut unterhalten und mir so manchen interessanten Einblick in eine Welt ermöglicht, die ich so nicht kannte. Ich kann das Buch nur empfehlen!

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  • Schonungslos ehrlich

    Der Rumtreiber

    nodi

    18. December 2013 um 14:39

    Der Rumtreiber ist die Geschichte von Autor Karsten Berndt. Er beschreibt darin sein Aufwachsen und seine Jugend in der DDR, seine Flucht in den Westen und seinen Gefängnisaufenthalt in Bautzen. Sehr offen und ehrlich beschreibt der Autor seine verschiedenen Lebensabschnitte. Er gibt uns einen guten Einblick in seine Pläne und Träume in seiner Kindheit, erzählt uns aber auch schonungslos von seinem, nicht gerade guten, Verhältnis zu seinen Eltern. Freunde werden zum Mittelpunkt seines Lebens, bringen ihn aber auch zu kriminellen Machenschaften. Nach seiner erfolgreichen Flucht aus der DDR erfahren wir von seinem weiteren Leben als Fluchthelfer, aber auch von seinem Übermut zu früh zurück in die DDR zu reisen. Schonungslos und ehrlich berichtet er von seinem Gefängnisaufenthalt und seinem Selbstmordversuch. Das Buch liest sich sehr flüssig und bringt dem Leser einen guten Einblick in das damalige Leben in der DDR. Es ist spannend zu lesen und man bekommt auch viel Hintergrundwissen aus der Zeit vor und um den Mauerfall. Ein sehr lesenswertes Buch, das aber auch zum Nachdenken anregt.

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