Das Mysterium der Tiere

von Karsten Brensing 
4,5 Sterne bei20 Bewertungen
Das Mysterium der Tiere
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Thorsten_Falkes avatar

Locker und lebendig geschriebenes Sachbuch über erstaunliche Fähigkeiten, die wir Tieren gemeinhin nicht zutrauen.

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Plädoyer für Tierrechte ähnlich den der Menschen. Leider mit einigen Schwachstellen.

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Inhaltsangabe zu "Das Mysterium der Tiere"

Was Tiere denken

Delfine rufen sich beim Namen, und Orcas leben in einer über 700 000 Jahre alten Kultur. Entenküken bestehen komplizierte Tests zum abstrakten Denken, und Schnecken drehen freiwillig Fitnessrunden im Hamsterrad. Hunde bestrafen Unehrlichkeit, doch können vergeben, wenn man sich entschuldigt. Spinnen treffen ihre Berufswahl auf Grundlage ihrer Persönlichkeit und individuelle Vorlieben.

Karsten Brensing entführt uns zu den Ursprüngen der Geistesentwicklung bei Mensch und Tier. Wer schon immer wissen wollte, was im Kopf unserer geliebten Haustiere oder in vielen anderen tierischen Köpfen vor sich geht, der findet in diesem Buch die Antworten, und jede neue animalische Begegnung wird zu einem spannenden Erlebnis.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351036829
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Aufbau Verlag
Erscheinungsdatum:15.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor 3 Monaten
    'Was unterscheidet uns denn noch von Tieren?'

    ‚Am Ende werden Sie sich vermutlich fragen: Was unterscheidet uns denn noch von Tieren? Nicht viel, doch so viel kann ich verraten: Wir Menschen haben eine klitzekleine Eigenart, auf der unser Erfolg als Art beruht, und dies ist nicht unsere Sprache. Am menschlichen Thron wird somit nicht gerüttelt, doch in der Welt, in der Sie nach der Lektüre dieses Büchleins leben, werden Sie und alle anderen Menschen nicht mehr allein sein, sie werden gemeinsam mit anderen ihrer selbst bewussten und fühlenden Wesen leben, und vielleicht grüßen Sie von nun an höflich den einen oder anderen Raben in ihrer Nachbarschaft.‘ (Seite 13)

    Der Meeresbiologe und promovierte Verhaltensforscher Karsten Brensing erzählt in seinem Buch ‚Das Mysterium der Tiere‘ von Bärtierchen und Bettwanzen, Randy Thornhill und Craig Palmer, Bonobos und Delfinen, Oxytocin und Vertrauen, Gerüchen und Immunsystem, Buckelwalen und Musik, Laubenvögeln und optischer Täuschung, Sprache und Tanz, Infraschall und Ultraschall, Umweltschutz und Sozialverhalten, Spaßgesellschaft und Spielen, Tüpfelhyänen und Vetternwirtschaft, prozeduralem und deklarativem Gedächtnis, Trauer und Tod, Objektpermanenz und Logik, Belohnungsaufschub und Impulskontrolle, Selbstbewusstsein und Theory of Mind, Big Five und Persönlichkeit, Vernunft und Verlustaversion, Drogen und Alkohol sowie das Verhältnis zwischen Mensch und Tier.

    Obwohl ich mich schon sehr intensiv mit der im Buch behandelten Thematik auseinandergesetzt habe, hat ‚Das Mysterium der Tiere‘ meine Kenntnisse in den oben genannten Themen noch ausweiten und mir viel Wissen über Tiere vermitteln können.

    Im Buch bin ich zudem auf viele Dinge gestoßen, die ich noch aus meinem Psychologie-Studium kenne, wobei es damals natürlich um menschliches Verhalten, die menschliche Gefühls- und Gedankenwelt ging. Brensing verwebt in seinem Buch (sozial-) psychologische Erkenntnisse mit der Erlebniswelt von Tieren, was einerseits dazu führt, dass man mehr über die Psyche des Menschen lernen kann, und andererseits Parallelen zu anderen Tieren aufgezeigt werden.

    Brensing verwendet bei seinen Ausführungen anschauliche Beispiele und deckt ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Befunden und Beobachtungen aus dem Alltag ab. Dass er begeistert von seinem Thema und fasziniert von Tieren ist, merkt man auf jeder Seite seines wunderbaren Buches, das zudem leicht verständlich geschrieben ist und durch Farbfotos ergänzt wird.

    Ich kann ‚Das Mysterium der Tiere‘ sehr empfehlen und freue mich außerdem, dass die Themen Tiere und Verhaltensbiologie derzeit so stark bei den Verlagen vertreten sind, da ich es essentiell finde, über Tiere, ihre Fähigkeiten, ihre Empfindungen und ihre Leidensfähigkeit aufzuklären.

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    AnjaKoenigs avatar
    AnjaKoenigvor 6 Monaten
    total informativ und interessant

    ein sehr schön geschriebenes buch, das über die Tiere und ihre Eigenarten berichtet in einfach worten, dennoch spannend und interessant. sehr viele Informationen die mir noch nicht bekannt waren über die verschiedensten geschöpfe unserer Tierwelt haben mich nun bereichert. detailiertes wissen und fundierte aussagen, hintergründe - total gut beschrieben. absolut empfehlenswertes buch für jeden wie ich meine.

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    Blausterns avatar
    Blausternvor 7 Monaten
    Das Mysterium der Tiere

    Meeresbiologe und Verhaltensforscher Karsten Brensing hat Tiere erforscht und legt mit diesem Werk die neuesten Erkenntnisse dar. Es wird auf die Themen Kultur, Gefühle, Sprache, Schmerzen, soziales Verhalten, Mitgefühl und Moral eingegangen. Und dabei ist Erstaunliches herausgekommen. Denn viele Tiere sind dem Menschen ähnlicher als man je gedacht hat.
    In dem Buch stürmt eine Flut an Informationen auf uns ein. Aber alle sind wirklich sehr interessant und auch locker und für jedermann verständlich beschrieben, sodass man es kaum wieder aus der Hand legen mag. Es gibt auch nicht nur trockene Theorie. Diese sind durch viele Beispiele und Fotos ergänzt, und auf jeder Seite merkt man die Liebe und den Respekt des Autors für die Tiere.

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    doppelgaengers avatar
    doppelgaengervor 8 Monaten
    Die Welt mit offenen Augen sehen

    Was passiert, wenn ein Verhaltensforscher ein Sachbuch über Gefühle von Tieren schreibt?
    Richtig, zunächst einmal wird diesem Buch mit Skepsis begegnet. Und die ist bei mir auch noch nicht nach dem ersten Kapitel über Sex verflogen. Gut, dieses Kapitel verschafft mir zwar keinen guten Einstieg, aber dann hab ich es hinter mir, denn an einigen Stellen ist es mir zu primitiv und undurchsichtig. Doch das legt sich mit der Zeit. Der Autor schafft es, dass das Sachbuch doch nicht trocken und trotzdem lehrreich ist, auch wenn teils die Informationsflut überwiegt. Gut also, wenn man teils doch etwas überfliegender Lesen kann. 
    Doch neben all dem Witz und der Lockerheit bleibt eines zentral. Nämlich die Würdigung und Liebe von und zu Tieren. Der Leser bekommt vorgeführt, dass es sich eben nicht nur um Versuchsobjekte handelt, sondern Wesen, die mit uns auf diesem Planeten leben. Er führt uns näher an die Kultur, Persönlichkeit und Sprache der Tiere. Klar, wir alle wissen, dass manche Vögel und Co. logisch denken können. Doch auch hier wird man überrascht, die Vielfalt ist viel größer, als wir denken. 
    Doch was unterscheidet uns eigentlich von den Tieren? Auch dieser Frage wird auf den Grund gegangen. 
    Auch wenn man argumentieren mag, dass es ein Tierschutzbuch ist, so möchte ich alle überzeugen, die noch keinen Sinn darin sehen, Tiere zu schützen, dieses Buch zu lesen. Denn es geht um Würde, Anerkennung und Augen öffnen. Wer also mit offenen Augen durch die (tierische) Welt gehen, sich einfach etwas informieren oder aber seinen Horizont erweitern möchte, der ist hier gut aufgehoben.

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    K
    Krummbeinvor 9 Monaten
    unbedingt lesen!

    In den Buch "Das Mysterium der Tiere" schreibt der Meeresbiologe und Verhaltensforscher Karsten Brensing über das, wie der Name bereits sagt, Mysterium der Tiere. Dabei geht er auf alle möglichen Themen ein - von Kultur über Gemeinschaft bis hin zu den Gefühlen.

    Dies bringt mich auch schon zu meinem Kritikpunkt des Buches. In dem Buch wurden extrem viele Themen behandelt und dementsprechend wurde auch wahnsinnig viel Information vermittelt. Leider etwas zu viel. Bitte nicht falsch verstehen, ich fand jede einzelne Information wahnsinnig interessant, jedoch konnte ich mir nur sehr sehr wenig davon merken, da ich einfach überflutet wurde.

    Was man jedoch sagen muss ist, dass die Information sehr locker und verständlich rüber gebracht wird. Dies liegt zum einen an dem lockeren Schreibstil, der eigentlich gar nicht an ein Sachbuch erinnert. Zum anderen liegt es daran, dass Karsten Brensing viele Informationen sehr vereinfacht hat, um sie auch für Laien verständlich zu machen. Für haben diese zwei Punkte das Lesen deutlich angenehmer gemacht - um ehrlich zu sein war ich von dem Buch richtig gefesselt und konnte es fast nicht mehr aus der Hand legen!

    In dem Buch gibt es viele Farbabbildungen das Geschriebene gut ergänzen. Diese Bilden hatten jeweils eine Bildunterschrift, die genau erklärte was man auf dem Bild sieht.

    Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich dieses Buch liebe! Es zeigt wunderschön auf, dass auch Tiere komplexe Lebensweisen und Gefühle besitzen. Für mich ist das eine sehr wichtige Nachricht die weiter verbreitet werden sollte um den Tierschutz noch weiter voranzutreiben und ein Bewusstsein für die Lebenswelt der Tiere zu schaffen. Wie oben bereits erwähnt, ist mein einziger Kritikpunkt dass es zu viel Informationen gegeben hat, weshalb ich das Buch auf jeden Fall nocheinmal lesen werde, um mehr darauf mitzunehmen.
    Ansonsten kann ich das Buch nur jedem ans Herz legen!

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    Wedmas avatar
    Wedmavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Plädoyer für Tierrechte ähnlich den der Menschen. Leider mit einigen Schwachstellen.
    Was Tiere, ihr Empfinden und Verhalten angeht, ist es gut und wissenswert.

    Über dieses Buch habe ich eine zweigeteilte Meinung. Bei manchen Kapiteln war ich zufrieden, da einiges Neues erfahren, v.a. an den Stellen, an denen es um das Tierleben, ihr Verhalten, ihr Empfinden, etc. ging. Es gab aber auch manches, insb. in der zweiten Hälfte, das mich einen starken Wunsch verspüren ließ, das Buch in die hinterste Ecke zu pfeffern.

    Der erste Eindruck war: Der Text ist locker, recht sicher geschrieben, manchmal zu locker, der Ausdruck stellenweise zu flapsig. Mir kam vor, als ob ich das bekannte Boulevardblatt aufgeschlagen hätte, das gerade vom Ausflug in die Tierwelt zurückgekehrt war und nun den Bericht erstattet. Die Informationen über die Tiere und ihre Weltsicht sind recht unterhaltsam dargeboten worden.

    Allerdings machte mir das antizipierte Bild der Leser gleich zu Anfang keine besondere Freude. Wenn man den Einstieg mit dem Kapitel zum Thema Sex bestreiten will, das spricht Bände. Mir kam es schon fast wie ein Affront vor, v.a. weil nicht viel Substanz dahintersteckt und die vermeintlich knackigen Überschriften bloß zur Erzeugung der Aufmerksamkeit bei der antizipierten Zielgruppe dort stehen.  Je weiter, desto mehr verfestigte sich der Eindruck, dass die Leser als kognitive Unterlegene, Ungebildete, zum selbständigen Denken  Unfähige wahrgenommen wurden, zu denen man nur mithilfe von Übertreibungen und Statements auf fragwürdigem Niveau durchdringen kann.

    Die Menschen wurden hier insg. eher nicht weit vom tierischen Niveau angesetzt, dabei außer Acht gelassen: „ ..die Komplexität menschlicher Emotionen und unsere Fähigkeit, Gefühle mittels Kunst oder Musik mitzuteilen, ist sicherlich einzigartig. Und bei anderen Spezies scheint das Bewusstsein nicht so stark mit einem geistigen Austausch unter den Artgenossen einherzugehen.“, so Adrian Owen, ein international führender britischer Neuropsychologe in seinem Werk „Zwischenwelten“.

    Die Tiere wurden hier aber ganz schön vermenschlicht dargestellt.

    Nun aber zum Positiveren:

    Das Kapitel über die Kulturen fand ich sehr aufschlussreich. Vor lauter interessanten Infos habe ich über den „Stil des Autors“ hinwegsehen können. Eine Leserin in der LR nannte den anbiedernd. Stimme ich voll zu. Mich störte da noch etwas: Es ist Anbiederung mit einem bestimmten Zweck: Um auf Teufel komm raus der breiten Masse zu gefallen und davon zu profitieren auf der einen Seite, auf der anderen Seite ließ sich eine Art der kognitive Überlegenheit wahrnehmen, die mir alles andere als sympathisch erschien.

    Das Kapitel über Gemeinschaftssinn fand ich von der informativen Seite her toll: das Buch bringt seinen Lesern nicht nur die Tierwelt näher, sondern sagt auch einiges darüber aus, was es eigentlich heißt, Mensch zu sein.

    Bis in etwa Mitte des Kapitels „Vom Denken“ war ich immer noch von den gelieferten Informationen sehr angetan. Die Ausführungen über das Verhalten der Delfine, dass sie z.B. ihre Identifikationspfiffe einander angleichen, wenn sie „heiraten“, etc. waren schon beeindruckend. Ein Verdienst des Autors sehe ich darin, dass er über so komplexe Dinge und Experimente so geschrieben hat, dass der Stoff jedem Laien verständlich ist.

    Leider gab es dann schnell böses Erwachen: Was der werte Autor über die Schamanen gebracht hatte, war leider daneben. Es ist ein weites und komplexes Thema, das er hätte lieber nicht so lapidar anfassen sollen. Geseko von Lüpke hat in seinem Buch „Altes Wissen für eine neue Zeit: Gespräche mit Heilern und Schamanen des 21. Jahrhunderts“(2008) mit vielen Schamanen diverser indigener Völker gesprochen. Manche von ihnen haben mehr akademische Abschlüsse erworben, als unser werter Autor und noch paar andere plus dazu. Bei keinem davon habe ich abwertende Sätze über Meeresbiologen und Verhaltensforscher vernehmen können. Sie haben es nicht nötig.

    Brensing aber, mit seinen abwertenden Äußerungen, die er so ganz nebenbei gesetzt hatte, zeigte sich leider nicht von der besten Seite und trug zur Schau die eigene Ignoranz wie Arroganz. Gerade bei solchen Stellen nervte mich seine Art, mit dem Leser umzugehen. Mir war, er verwechselte seine Leser mit Kleinkindern.

    Ein Stück weiter brachte er weitere abwertende Äußerungen, die dem Bereich der Politik der Gegenwart gehören. Die kamen mir wie just der Boulevardpresse entspringen, sowohl inhaltlich als auch stilistisch. Warum hat er es für nötig gehalten, seine Leser damit zu behelligen, v.a. dies so hinzustellen, als ob dies der Wahrheit letzter Schlag wäre, bleibt mir ein Rätsel. Sollte das witzig wirken? Seine Glaubwürdigkeit hat er in meinen Augen dabei verloren. Vor allem, dass solche Themen, und umso weniger derartige Äußerungen, wohl kaum etwas in einem Buch übers Tierverhalten zu suchen haben.
    Selbst wenn es als ein Buch für die breite Masse angedacht wurde: a) Respekt ggü. dem Leser und anderen im Buch erwähnten Personen schadet nie; b) man hätte auf diese Mätzchen gut und gerne verzichten können.
    Wenn er wie der sprichwörtliche Schuster bei seinen Leisten geblieben wäre, wäre es ein gutes Buch geworden.
    Mein Wille, ihm zu vertrauen und ihn ernst zu nehmen, war hinüber. Nach paar saftigen Fettnäpfchen war mir nicht mehr nach seinem "Humor".  Es ist zwar so, dass die Leitmedien in der Hinsicht die ganze Arbeit in letzten paar Jahren geleistet hatten, aber wenn bestimmter Gedankengut in Büchern erscheint, die mit der Politik  nichts zu tun haben, kommt er in Augen unbedarfter Leser noch glaubwürdiger vor. Alter Trick aus der Mottenkiste der Meinungsmacher. Wie fake news funktionieren, hat Brensing deutlich anhand von Erzählung über die Tierart, die es gar nicht gibt, vor Augen geführt und somit bewiesen, dass er weiß, wie man die Leser hinters Licht führen kann.

    Es gab schon mal Länder und Sitten, bei denen kaum ein Buch ohne Gedankengut bestimmten politischen Inhalts auskam. Diese Imperien wurden, und werden immer noch, hierzulande gern mit dem Wort „Regime“ bezeichnet. Bei diesem Werk drängt sich die Frage auf, bewegt sich DE auch in diese Richtung? Es sollte doch möglich sein, ein Buch über die Tiere ohne plumpe Indoktrinierungsversuche zu lesen zu bekommen. Ich lese gerne Bücher übers Tierverhalten, u.a. um abzuschalten und Abstand von politischen Themen zu gewinnen und bestimmt nicht, um mit fragwürdigen Aussagen der Boulevardpresse konfrontiert zu werden.

    Zum Schluss plädiert Brensing für die Abschaffung der chauvinistischen Grundhaltung ggü den Tieren und für die Einführung der Rechte für Tiere, ähnlich denen, über die Menschen z.B. vor Gericht verfügen. So weit so gut, aber wenig realistisch. Der gegenwärtige Landwirtschaftsminister z.B. ist mit dem Spruch angetreten, er wolle die Vernichtung der männlichen Küken bei Eierproduktion abschaffen. Schön wäre es gewesen. Bald war nichts mehr davon zu hören und nun machte er neulich die Schlagzeilen damit, dass er den Vertrag für Deutschland mit Monsanto auf EU Ebene in Eigenregie für weitere 5 Jahre abgezeichnet hat. So läuft’s.

    Es gibt einfach Themen, mit denen man sich profilieren kann und manche dies auch tun. Bei dem werten Autor verhält es sich, so fürchte ich, ähnlich. Er fordert Rechte für Tiere, trägt aber in aller Selbstverständlichkeit eine gute Portion Chauvinismus ggü bestimmter Gruppen von Menschen zur Schau, dabei hat er offensichtlich von diesen Menschen, ihrer Weltanschauung, Kultur, etc., keine adäquate Meinung. Diese Inkonsequenz ließ mich aufhorchen. Solche Attitüde ist wie nach oben buckeln, nach unten treten. Das, was Brensing nach vorn bringen soll, das Thema, mit dem er sich in der Öffentlichkeit zu profilieren versucht, da wurden schwere Geschütze ins Schlachtfeld gezogen, Spiel mit den Emotionen (der sicherste Weg an die Leser ranzukommen) und wissenschaftliche Untersuchungen inklusive, um die nötige Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Dagegen das, wovon er keine Ahnung hat, v.a. in den Leitmedien seit Jahren negativ dargestellt/dämonisiert wurde, konnte seiner Meinung von oben herab behandelt werden. Ein verdammt "sympathisches" Eindruck entsteht dabei. Wenn man noch dazu an das antizipierte Bilder der Leser denkt… Tja.

    Ohne diese Schwachstellen wäre es ein gutes Buch geworden. Aber so reicht es gerade mal für drei Sterne, mit ganz viel Wohlwollen.

    Es gibt im Buch 64 Abbildungen im Buch, meist Fotos in Farbe.

    Es ist Festumschlag in sattem Grün, das Bild auf dem Umschlagblatt ist zwar niedlich, passt aber nicht so recht zum Inhalt. Da gibt es zwar paar Sätze zu den abgebildeten Grizzlys, aber das schaut eher nach einer Alibiveranstaltung aus. Über Bären und ihr Verhalten hat das Buch herzlich wenig zu bieten, wobei es um viele Tierarten hier geht. Delfine, Orkas, Wale, Elefanten, Affen, Mäuse genießen hier gute Präsenz, zuweilen eher oberflächlich.

    Fazit: All das, was das Thema Tiere, ihr Empfinden und Verhalten angeht, ist gut und wissenswert, an dem WIE des Erzählens hätte man gern noch arbeiten sollen.

     

     

     

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    fasersprosses avatar
    fasersprossevor 9 Monaten
    Wie groß ist der Unterschied zwischen Mensch und Tier?

    Tiere sind für uns keine unbekannten Wesen. Wir leben gemeinsam auf der gleichen Erde. Viele können auf persönliche Erfahrung mit ihnen zurückgreifen. Es gibt Tiere, die sind putzig anzuschauen, andere sind gefährlich, einige „essbar“. Wir geben den Tieren einen niedrigeren Stellenwert als uns. Wissen wir, warum wir das tun? Ist es richtig, dass wir das tun?

    In seinem Buch dokumentiert der Meeresbiologe und promovierter Verhaltensforscher Karsten Brensing anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse die erstaunlichen Fähigkeiten der Tiere. Auch Menschen die mit Tieren zusammen leben oder sie in der Natur beobachten werden hier Neues erfahren. 

    Viele Tiere besitzen einen hohen Grad an kognitiven Fähigkeiten. Sie verfügen über ein episodisches Langzeitgedächtnis, können abstrakt denken, risikoabhängige und demokratische Entscheidungen treffen und haben die Fähigkeit zu lebenslangem sozialen Lernen. Es gibt Tiere, die theoretisch und tatsächlich sprechen können, eigene Dialekte entwickeln und sich und anderen Namen geben. Sie sind sich selbst bewusst, haben eine Persönlichkeit und empfinden Mitgefühl. Aus ihren Erfahrungen können sie lernen, in die Zukunft denken und planen. Sie entwickeln eine Kultur, geben kulturelle Informationen weiter und nehmen neue Traditionen in die eigene Kultur auf. Sie empfinden Schmerzen und sie können leiden.

    Man traute den Tieren lange Zeit kaum Fähigkeiten zu. Doch der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist wesentlich geringer, als man allgemein annimmt. Wir haben heute zahlreiche Möglichkeiten uns darüber zu informieren und die neuen Erkenntnisse in unser Verhalten einzubeziehen und es liegt in unserer Verantwortung, das zu tun.

    Die Experimente/Tests um die Fähigkeiten zu bestimmen dürfen nicht bei allen Tierarten in gleicher Weise angewendet werden, denn je nach Tierart sind die Sinne anders ausgeprägt. Deswegen lieferten einige Tests in der Vergangenheit falsche Ergebnisse. Inzwischen wird das berücksichtigt. Auf diese und weitere Forschungsfehler geht Karsten Brensing in einem eigenen Kapitel ein und macht auch deutlich, dass er einigen Experimenten kritisch gegenübersteht.

    Das Buch ist in 8 Haupt- und in 33 Unterkapitel eingeteilt. Die Informationsdichte ist beeindruckend. Die Theorie wird mit Beispielen, Grafiken und Fotos vertieft und es wird auf umfangreiche Veröffentlichungen und diverse Videos auf YouTube verwiesen. Die Bedeutung der Begriffe und welche Bedingungen erfüllt sein müssen um fundierte Erkenntnisse zu gewinnen wird ausführlich erklärt.

    Den Sprachstil fand ich erfrischend spritzig und die Informationen haben mich dadurch direkt erreicht. Der eine Punkt Abzug bezieht sich ausschließlich auf das Stilistische. Stellenweise häuften sich die Verweise auf nachfolgende Kapitel und den Buch-Einstieg mit dem Kapitel „Tierisch guter Sex“ fand ich unglücklich gewählt. Dieses Buch hat eine eventuell angedachte Werbe-Strategie wie „Sex sells“ definitiv nicht nötig.

    Mein Fazit: Unbedingt lesen!

    Kommentare: 2
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    Edelstellas avatar
    Edelstellavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Informativ, aufrüttelnd und ein Plädoyer für das Tierrecht!
    Tiere endlich so verstehen, wie sie sind!

    „Karsten Brensing führt uns zu den Ursprüngen der Geistesentwicklung bei Mensch und Tier. Wer schon immer wissen wollte, was im Kopf unserer geliebten Haustiere oder in vielen anderen tierischen Köpfen vor sich geht, der findet in diesem Buch die Antworten. Und jede neue animalische Begegnung wird zu einem spannenden Erlebnis.“


    Diese Ankündigung auf dem Buchrücken ließ mich neugierig werden und tatsächlich ist es sehr interessant und lehrreich und vor allem aufkärend, sich dieses etwas andere Biologiebuch zu Gemüte zu führen.


    Hier geht es um Verhaltensforschung aus eigener Erfahrung und einem großen Wissen um der Zusammenhänge zwischen Verhalten der Tiere und wissenschaftlichen Beweisen. Diese Beweisführung muß artgerecht sein, sonst geschehen Fehler. Wie schon oft passiert und dann geschieht den Tieren unrecht.


    Im Buch erfahren wir, dass Delphine nicht immer die lieben Tiere sind, wie wir sie seit „Flipper“ halten, auch suchen sie nicht die Nähe des Menschen. Männchen werden im Delphinarium sogar ruhig gestellt.


    Es gibt Elefanten,die verdutzt schauen können, wenn etwas Unberechenbares geschieht und mit der Jagd nach dem begehrten Elfenbeins nimmt man ihnen nicht nur das Leben, sondern ihre Kultur.Fast jedes Jungtier hat diese Traumata erlebt.


    Krähen, Delphine, Hunde können abstrakt denken und was hat das mit dem geliebten Hund des Autors zu tun?


    Beachten Meisen einen Syntax und wie kann man so etwas feststellen?


    Etwas ungelenk humorig beginnt das Buch direkt mit dem Sexualverhalten der Tiere, aber schon das nächste Kapitel mit wissenschaftlichen Recherchen und einem großen Wissen versöhnt und läßt über kleine Ausrutscher hinwegsehen. Das Buch ist trotz vielem Fachwissen für den Laien sehr verständlich und nachvollziehbar geschrieben und ich habe eine Menge dazugelernt. Besonders gefallen haben mir die Plädoyers von Karsten Brensing für das Recht der Tiere und dem artgerechten Umgang mit Ihnen. Das können wir aber erst, wenn wir sie verstehen. Und dazu hat er einen großen Teil beigetragen. Seine Verweise auf Quellen und You Tube Vorträge oder Versuche ergänzen das Werk in zeitgemäßem Umfang. Ich werde es sicherlich noch mehrmals zur Hand nehmen und noch mehr finden, da es sehr komplex geschrieben ist.


    Es ist ein großartiges Geschenk, um unsere Mitbewohner auf diesem Planeten besser kennenzulernen und wertzuschätzen. Danke Karsten Brensing!



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    tigerbeas avatar
    tigerbeavor 9 Monaten
    Sehr lehrreich und fundiert geschrieben

    Karsten Brensing berichtet in diesem Buch über Delfine, die sich gegenseitig mit Namen rufen, Orcas, die in 3 verschiedenen Grupen leben und sich niemals untereinander paaren würden, Krähen, Schnecken, Hunde und viele Tiere mehr. Er schreibt über die Geistesentwicklung bei Mensch und Tier und erläutert, was unsere Haustiere denken und fühlen. Der Leser wird hier erstaunt einige Dinge erfahren, die ihn zu dem Schluß führen werden, daß der Mensch dem Tier ähnlicher ist, als so mancher Leser gedacht hat.


    Karsten Brensing, ein anerkannter Meeresbiologe, schreibt hier ein Buch, das allgemein verständlich ist. Er hat eine sehr lockere Art sein Wissen und seine Ansichten mitzuteilen, so daß auch ein Laie dies Buch sehr gut verstehen wird. Und das ist auch gut so, denn so erreicht er eine breite Leserschaft, die sich vielleicht ansonsten nie an ein solches Buch herangetraut hätte. Aus seinem Schreibstil kann man eines deutlich herauslesen: Er liebt und achtet Tiere über alles und bereut seine früheren Forschungsversuche mit Tieren. Diese Reue macht ihn sehr sympathisch. Er entführt den Leser in die unterschiedlichsten Themen. Man bekommt hier Einblicke in das Sozialverhalten, Kommunikation, Emotion, Moral und Ethik. Und lernt, daß auch Tiere über diese Dinge verfügen. Bei all diesen Themen hat man aber niemals das Gefühl, daß man hier belehrt wird. Nein - man wird einfach durch eine angenehme Art überzeugt. Besonders gut empfand ich es, daß die Forschungsergebnisse anhand von unterhaltsamen und lustigen Geschichten untermauert werden. Dies macht einfach Spaß zu lesen. Besonders schön sind die zahlreichen Farbfotos, die nicht einfach als Bildtafeln in der Buchmitte angesiedelt sind, sonder anschaulich im dazu passenden Text eingebaut sind. Dies lockert das Buch noch zusätzlich auf.


    Für meine Begriffe ein Sachbuch, das nicht nur in die Bücherregale von Tierfreunden gehört, sondern so manchem die Augen öffnen kann!


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    irismarias avatar
    irismariavor 9 Monaten
    Spannendes aus der Verhaltensforschung

    Können Tiere denken und wenn ja was und wie ist das mit tierischen Gefühlen? Dieser Frage geht der Biologe Karsten Brensing in seinem Buch "Das Mysterium der Tiere" nach. Spannend und unterhaltsam beschreibt er eine Fülle von Experimenten über tierisches Verhalten. Neben manchen klassischen Beispielen, die weithin bekannt sind, hat er für mich auch sehr viel Neues zusammengetragen und interessant fand ich auch, dass sich manche Erkenntnisse unter anderem Versuchsbedingungen plötzlich ganz anders darstellen. Ich habe viel Neues gelernt über Sprache und Kultur bei Tieren und auch zum Thema Selbsterkenntnis. Das letzte Kapitel widmet sich der Menschen und welchen Unterschied es zwischen Mensch und Tier gibt. Hier kommt der Autor zu einem überraschenden aber einleuchtenden Ergebnis. Immer wieder im Buch klingt an, dass unser heutiger Umgang mit Tieren, sei es durch Umweltzerstörung oder in der Massentierhaltung, unseren Mitlebewesen absolut nicht gerecht wird. Das Buch ist also nicht nur eine spannende Lektüre für Tierfreunde, sondern auch ein Aufruf sich sein eigenes Verhalten gegenüber Tieren und der Umwelt bewusst zu machen und eventuell zu verändern. Ich kann "Das Mysterium der Tiere" absolut weiterempfehlen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar
    Was Tiere denken
    Delfine rufen sich beim Namen, und Orcas leben in einer über 700 000 Jahre alten Kultur. Entenküken bestehen komplizierte Tests zum abstrakten Denken, und Schnecken drehen freiwillig Fitnessrunden im Hamsterrad. Hunde bestrafen Unehrlichkeit, doch können vergeben, wenn man sich entschuldigt. Spinnen treffen ihre Berufswahl auf Grundlage ihrer Persönlichkeit und individuelle Vorlieben.
    Karsten Brensing entführt uns zu den Ursprüngen der Geistesentwicklung bei Mensch und Tier. Wer schon immer wissen wollte, was im Kopf unserer geliebten Haustiere oder in vielen anderen tierischen Köpfen vor sich geht, der findet in diesem Buch die Antworten, und jede neue animalische Begegnung wird zu einem spannenden Erlebnis.

    Hier zur Leseprobe: http://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/leseproben/9783351036829.pdf

    Mehr über das Mysterium der Tiere gibt es in unserem Themenspezial "Was Tiere denken": http://www.aufbau-verlag.dew/wastieredenken 

    Über Karsten Brensing
    Karsten Brensing ist Meeresbiologe und promovierter Verhaltensforscher. Er war wissenschaftlicher Leiter des Deutschlandbüros der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation. Zuletzt erschien sein Buch Persönlichkeitsrechte für Tiere (Herder Verlag, 2013). Die von ihm gegründete Individual Rights Initiative (IRI) wird von zahlreichen namhaften Wissenschaftlern und Prominenten unterstützt.

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