Karsten Flohr Villa Ludmilla

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Inhaltsangabe zu „Villa Ludmilla“ von Karsten Flohr

Schrullige Hausbewohner, verrückte Geschichten – die entzückendste Villa aller Zeiten! Der siebenundzwanzigjährige Bruno ist ewiger Student im sechzehnten Semester. Er interessiert sich nicht wirklich für Medizin, vielmehr schlägt sein Herz für Zeitmaschinen und den Ketzer Giordano Bruno, den er mithilfe einer Reise in die Vergangenheit vor dem Scheiterhaufen bewahren will. Brunos ungezwungener Lebensstil gerät aus den Fugen, als er die Villa seiner Großtante in Leipzig erbt und dort einzieht. Das Haus ist groß – ebenso groß wie Brunos Herz – und schon nach kurzer Zeit lässt er neugefundene Freunde bei sich einziehen, die allesamt ihre eigene skurrile, aber dennoch liebenswerte Geschichte zu erzählen haben. Allen äußeren Begebenheiten und den Standards der Gesellschaft zum Trotz, werden die Bewohner der Villa Ludmilla zu einer kleinen Gemeinschaft von Außenseitern, die entdeckt, dass alles möglich ist, wenn man es gemeinsam macht. So stehen Brunos Mitbewohner auch an seiner Seite, als er seine erste Zeitmaschine baut. Eine aufregende Reise in die Vergangenheit steht bevor!

Liebenswerte Geschichte mit ungewöhnlichen Figuren

— Sommerschwester
Sommerschwester

Ein sehr überzeugendes und überschaubares Büchlein für den Ausflug aus dem Alltag: Buch an – Alltag raus!

— Floh
Floh

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  • Liebenswerte Geschichte mit ungewöhnlichen Figuren

    Villa Ludmilla
    Sommerschwester

    Sommerschwester

    05. February 2017 um 16:21

    „Villa Ludmilla“ von Karsten Flohr lebt von den einzigartigen Personen, die alle ihre Besonderheiten mit in ihr neues Zuhause bringen: Da ist beispielsweise Helga, eine Drogeriemitarbeiterin mit Waschzwang, oder Kurt, der mir besonders im Gedächtnis hängen geblieben ist. Der Nachtwagenschaffner mit Schlafproblemen möchte hinter das Geheimnis des Schlafes kommen und fotografiert – ganz naiv und ohne weitere Gedanken – alle möglichen Leuten schlafend. Und dann sind da auch noch die tierischen Bewohner der Villa: der blinde Hund Ray, der mit Maulwurf einen treuen Begleiter gefunden hat (und die einem beide ans Herz wachsen).   Die skurrilen, leicht merkwürdigen Personen sind aber auch die Krux am Buch, denn dadurch tritt die eigentliche Storyline in den Hintergrund. So war für mich der Bau der Zeitmaschine am uninteressantesten und es wurde mir etwas zu skurril, als in diesem Zusammenhang die Vietnamesinnen mit ihrem Prana angefangen haben. Aus diesem Grund leider auch einen Punkt Abzug. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Charaktere nicht für jeden etwas sind (vielleicht sogar vereinzelt nerven). Allerdings muss man auch erstmal auf die Idee zu solch einzigartigen Figuren kommen. Wer also ungewöhnliche und liebevoll entworfene Personen mag, verpackt in einer netten Geschichte und einem tollen illustrierten Cover, für den ist „Villa Ludmilla“ genau das Richtige!  

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  • Dieses Buch öffnet einem die Augen und berührt das Herz

    Villa Ludmilla
    Sandra1978

    Sandra1978

    07. August 2016 um 21:01

    Inhalt: Bruno ist das schwarze Schaf in der Familie. Er verbringt seine Nächste in seiner Stammkneipe, der „Hirschquelle“ , mit seinen besten Freunden Wuast und dem Zapfer Heinzi. Tagsüber schlägt er sich irgendwie durch. Er ist nur von einem Gedanken beseelt: Er muss es schaffen, eine Zeitmaschine zu erfinden. Mit ihr will er ins Jahr 1599 reisen, um sein großes Idol, den Philosophen und „Ketzer“ Giordano Bruno, vor dem gewaltsamen Tod zu retten, der ihn ereilen wird. Eines Tages erreicht Bruno ein Brief: Er hat von seiner ihm unbekannten Tante eine Villa und eine Menge Bargeld geerbt. Er zieht in die „Villa Ludmilla“ ein. Da die Villa für ihn viel zu groß ist, nimmt er dort Menschen auf, denen er in seinem Alltag begegnet und für die in seinen Augen nichts anderes in Frage kommt, als in der Villa zu wohnen. Mit seinen alten und neuen Freunden macht sich Bruno daran, seinen Traum von der Zeitmaschine zu verwirklichen, und macht nebenbei die Welt ein bisschen besser, die ihn total verkennt….   Beurteilung: Ein wundervolles Büchlein.  Aber ich fange von vorne an: Durch einen Newsletter des Verlags bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und dachte mir: Das ist doch mal was anderes, du liest ja gerne mal was skurriles, schau es dir an. Gesagt, getan. Das Cover finde ich nun überhaupt nicht hübsch, aber dennoch habe ich dem Buch eine Chance gegeben, und es hat sich mehr als gelohnt.  Auf diesen knapp 200 Seiten lassen wir uns in den Kopf von Bruno entführen, der die Welt mit wirklich ganz eigenen Augen sieht. Was soll ich sagen, diese Geschichte hat mir mal wieder die Augen und das Herz dafür geöffnet, auch bei Menschen, die uns ein wenig verschroben erscheinen oder als Versager im Allt, und die man vielleicht unwillkürlich erstmal meidet, noch ein zweites Mal hinzuschauen und zu versuchen, hinter die Fassade zu blicken. Vielleicht steckt gerade hinter manch einfach erscheinendem Gemüt ein fantastischer, kreativer Geist. Die komplette Geschichte ruft uns einfach nur entgegen: „Open the box! Raus aus dem Schubladendenken“ ! Und das kann glaube ich keinem von uns schaden. Nebenbei nehmen wir hier noch einiges an Allgemeinwissen aus verschiedenen Bereichen mit. Bruno und seine Freunde sind als Protagonisten einfach wunderbar dargestellt. Menschen mit allen möglichen Psychosen, Neurosen und sonstigen Verhaltensstörungen werden uns als liebenswerte Menschen nähergebracht und wir lernen, dass die meisten Menschen mit diversen psychischen oder physischen Gebrechen sich das in der Regel nicht ausgesucht haben, und wir erfahren, welche Schicksale dahinter stecken – eine Chance, die wir solchen Mitmenschen in der Realität leider oft nicht geben. Obwohl der Autor hier einen relativ ungewöhnlichen Schreibstil verwendet, ist das Buch überhaupt nicht schwer zu lesen. Obwohl es eigentlich überhaupt nicht die Art von Roman ist, die ich eigentlich lese, bedanke ich mich sehr beim Verlag und beim Autor, dass mir diese Chance gegeben wurde. Ich persönlich gehe jetzt wieder mit etwas anderen Augen durch die Welt und kann nur jedem empfehlen, diese Geschichte mitzunehmen. Hier kann man selbstkritisch, aber trotzdem mit einem nachsichtigen Lächeln mit sich selbst ins Gericht gehen, und auch unsere Mitmenschen werden es uns sicher danken, wenn wir uns alle dieses Buch etwas zu Herzen gehen lassen und darüber nachdenken. Absolute Leseempfehlung – 5 von 5 Rezisternchen.

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  • Die Residenz fürs wahre Leben: Villa Ludmilla! Genial, herrlich, oberwitzig und frisch!

    Villa Ludmilla
    Floh

    Floh

    Der in Hamburg lebende Autor Karsten Flohr bietet mit seinem Büchlein „Villa Ludmilla – Was wirklich in Brunos Keller geschah und wie es die Welt veränderte“ einen Unterhaltungsroman, den man schnell in sein Leserherz schließt. Dieses Zusammenleben dieser unterschiedlichen Charaktere in dieser sagenhaften Villa mit all den abgefahrenen Ideen und Inspirationen vergisst man so schnell nicht…. Dieses Buch ist eine wirklich tolle Entdeckung, die den Leser mit besonderem Charme, Wortwitz und abermals skurrilen Charakteren mit auf einen Streifzug durchs Leben nimmt. Bruno und seine ganz besonderen Mitbewohner und Freunde, eine Lebensgemeinschaft in einem ganz charmanten Haus, indem jeder der Bewohner die Chance zu einem Neuanfang bekommt. Und vielleicht Brunos Vision Wirklichkeit werden lässt? Wer weiß das schon? Erschienen im Acabus Verlag (http://www.acabus-verlag.de/#&panel1-1)Inhalt:„Schrullige Hausbewohner, verrückte Geschichten – die entzückendste Villa aller Zeiten!Der Student Bruno, der seine Zeit lieber in Billardkneipen statt an der Uni verbringt, hat nach 18 Semestern immer noch keinen Abschluss, aber dafür eine Vision: Er will sein Idol, den großen Philosophen und Ketzer Giordano Bruno, vor dem Scheiterhaufen retten! Dafür bastelt er an einer Zeitmaschine, mit der er ins Jahr 1600 reisen will. Als er aber unvermutet die alte Villa seiner Großtante Ludmilla am Stadtrand von Leipzig erbt, muss er sich erstmal um andere Dinge kümmern. Denn das Haus ist groß, ebenso wie Brunos Herz – und so wohnt schon nach kurzer Zeit ein Haufen neu gefundener Freunde mit in der „Villa Ludmilla“, die allesamt ihre eigenen skurrilen Lebensgeschichten mitbringen.Zusammen entdecken sie, dass alles möglich ist, wenn man es gemeinsam macht. Mit ihrer Hilfe rückt Brunos Zeitreise in greifbare Nähe ...“Die Handlung / darum geht´s:Bruno ist der hausgeborene ewige Student. Er lebt mit seinen Träumen und Visionen. Bruno hängt gern seinen Gedanken nach, er philosophiert, verehrt einen großen Denker, lebt in den Tag hinein und das Leben plätschert so vor ihm dahin. Doch wirklich die Erfüllung für ihn scheint es derzeit nicht zu sein. Und abgesehen davon tüftelt und werkelt er doch an seiner Zeitmaschine… Ja, ihr habt richtig gelesen, Bruno bastelt tatsächlich verborgen an einer Lösung, seinem Idol, den Philosophen und der Ketzerei verurteilten Giordano Bruno aus dem Mittelalter einen Besuch abzustatten und ihn vor den lodernden Feuern des Scheiterhaufens zu retten! …Unser Student Bruno hat zum Glück nicht nur einen Namenspatron aus dem frühen 17 Jahrhundert, sondern auch im realen Leben gute Voraussetzungen, er ist der Sohn einer florierenden Waschsalonkette und der gebührende Erbe einer imposanten Stadt-Villa. Die Villa Ludmilla… Und mit dem Erbe dieser viel zu großen Villa, kommt Bruno seinem Traum wirklich mit jedem seiner neuen Mitbewohner, die zu Verbündeten und Freunden werden Tag für Tag näher. Denn diese Villa wäre für diesen einzelnen Studenten viel zu groß. Kurzerhand entwickelt sich dieses legendäre Haus zu einem Rückzugsort für seine skurrilen und abgedrehten Bewohner, die mit ihren Schrullen, Macken und Eigenarten, einfach nur liebenswürdig sind, und zu einem Erholungsort für die vom Alltag gebeutelten Leser…. Herrlich! Bitte Einziehen und sich wohl fühlen!!!!Schreibstil:Ich kannte den in Hamburg lebenden Autor Karsten Flohr bisher noch nicht. Leider. Muss ich dazu sagen. Mit „Villa Ludmilla – Was wirklich in Brunos Keller geschah und wie es die Welt veränderte“ bringt der Autor wirklich eine kleine Perle auf den Buchmarkt. Fein, klein, glanzvoll und voller liebevoller Details und schillernder Facetten. „Villa Ludmilla“ ist ein besonderer Roman der manchmal gar düsteren und beklemmenden Noten, aber prägend durch seinen abgedrehten Humor, durch die sagenhafte Ironie, durch Situationskomik, durch skurrile Konstellationen, durch sonderbare Charaktere und unglaublichen Ereignissen. Ein Buch mit seinen humorvollen, aber auch sehr emotionalen Tönen, der nicht nur aufgrund der sonderbaren Geschichte und der kreativen Begebenheiten intensiv erscheint. Besonders der geschickte Aufbau des Romans, bei dem zwischen Vergangenheit und dem gegenwärtigem Zeitpunkt ein schmaler Grat bewältigt wird überzeugt hier sehr. Durch Gedanken, Sinnbilder, Erzählungen und Gefühlslagen und der Weltanschauung von Bruno selbst, gibt uns der Autor Karsten Flohr geniale und unterhaltsame Einblicke in das Leben einzelner Charaktere, so nimmt dieses Buch im Kern Gestalt an und weckt beim Leser Momente des Sinnierens, Amüsierens und Nachdenkens. Teils gesellschaftskritisch, teils sarkastisch, teils ernst nimmt der Autor K. Flohr kein Blatt vor dem Mund und schildert durch Gedanken, Erzählungen, Protokolle und Sinnbilder dem Leser eine brunotypische Welt, das Studentenleben, die Geschäftswelt und das Leben mit sonderbaren Freunden und Bewohnern in dieser schillernden Villa Ludmilla. In jedem der recht kurzen und knackigen Kapitel und in jeder Zeile spürt der Leser all die Erfahrungen, Recherchen und Inspirationen nach, die dieser Autor zu seinem erlebnisreichen Buch verwoben hat und ihn zu dieser Geschichte bewegt haben. Irgendwie wird hier wohl auch ein Stück des Lebens vom Autor zu Papier gebracht und ein lebendiges Bild toller Momentaufnahmen, Facetten und Eindrücke entsteht. In wunderbar geformten Dialogen erleben wir lebendigen Charme, viel Wortwitz, Ironie und Parodie. Und in nahezu jeder Wendung steckt eine kleine Botschaft, eine besondere Lebensweisheit, die der Leser für sich mitnehmen darf. Dieser Schachzug des Autors Karsten Flohr erzeugt absolute Intensität, Nähe und Verbundenheit und Liebe zu dieser abgefahrenen und abgedrehten Geschichte, in der es sogar ein bisschen um die Liebe geht… Manchmal exzentrisch anmutend, manchmal todernst, manchmal einfach nur zum todlachen, dann wieder melancholisch traurig oder auch voller Hoffnung und Zuversicht. Das Leben der skurrilen Wohngemeinschaft mit all seinen Entbehrungen und Traditionen sind von dem Autor mit norddeutscher Kühle und sprachlicher Sachlichkeit voller Verbundenheit und Herzblut niedergeschrieben und werden so zu einem Leseausflug für den mitgenommenen Leser. All diese Facetten der Schriftstellerei ist mit stimmigen Klischees, Karikaturen, Wortwitz und wunderbarem Humor versetzt, samt Anekdoten und kleiner Sinnmalerei fürs Kopfkino und Wohlfühlerlebnisses des Lesers. Meinung / Eindrücke:Das Buch ist definitiv kein reißerischer oder fulminanter Roman im bestsellerischen Sinne, es ist ein wahrer Glücksgriff, eine kleine Perle der humorvollen Literatur, Ein Werk für Kurzweil und für Zwischendurch, ein Buch für das Wohlfühlgefühl und den Feierabend. Ein Kleinod, eine Oase im Bücherwald. Es ist einladend, wenn man es gefunden hat. Dieses Buch drängt sich wirklich nicht auf, es wll und muss entdeckt und dann als kostbarer kleiner erheiternder Schatz gelesen werden. So empfinde ich dieses Buch, nachdem ich es genossen habe. Ja, es ist ein schönes Buch, was mich sehr erheitert und aufgehellt hat. Pessimistisch, misanthropisch optimistisch. Klar, so etwas geht auch… Ein Gegensatz an sich, der Zusammen aber so viel Wert schöpft und sich lohnt. Dieses Buch ist eine Eintrittskarte für eine kleine Welt Abseits des Alltages. Vielleicht sogar ein Roman der ruhigeren Töne, die jedoch sehr laut hallen und für deftigen Humor sorgen. Unter Garantie. . Dieses schmale Buch mit seinen knapp weniger als 200 Seiten bringt Humor, Ironie, große Emotionen, Ideenreichtum und Gesellschaftsformen zu Tage. Witzige Anekdoten, typische Floskeln und Dialoge bringen eine besonders gewürzte Atmosphäre an den Leser. Ein Büchlein, dass einfach nur wie für mich geschrieben wurde. Toll, dieses Buch hat mich mit seinen wenigen, dafür intensiven und lebhaften bereichert. Mir gefallen vor allem, neben der Gesamtstory natürlich, auch die vielen aberwitzigen und sonderbaren Charaktere und Charaktermerkmale, die sich der Autor hier ausgedacht hat. Fein verwoben findet man sogar, wenn man genau schaut, Botschaften und Denkanstöße des sozialen Zusammenlebens unterschiedlichster Kulturen, Gesinnungen und Charaktere. In einem grandiosen Plot mit gezielter Umsetzung hat Karsten Flohr dieses Gesamtensemble in seiner Villa Ludmilla vereint. Mehrere Inspirationen, die Flohr zu Papier bringt, und daher ehrliche und reale Bilder mit seinen Worten wiederspiegeln lässt. Meiner Meinung nach stellt dieser Roman ein sonderbares und visionäres und zugleich wachrüttelndes Portrait einer ewig suchenden Seele dar, unser Antiheld Bruno. Klare Leseempfehlung für all diejenigen, die sich auf einen humorvollen, ironischen, abgedrehten, schrulligen und absolut unterhaltsamen Roman einlassen können und wollen. Ein wunderbares Lesehighlight von Witz, Humor, Stärke, Mut und Zusammenhalt. Es gibt nicht nur schwarz-weiß, Gut und Böse, Arm oder Reich, es gibt auch etwas dazwischen und das nennt sich Villa Ludmilla…Kritikpunkt:Entweder man mag es, oder aber nicht. Der Autor Karten Flohr überzieht die Skizzierung seiner Charaktere an einigen Stellen sehr. Damit möchte er die Einzigartigkeit und Besonderheit seiner gewählten Figuren betonen. Hier wäre manchmal weniger doch vielleicht sogar mehr gewesen, um die Authentizität zu wahren und ein realistischeres Bild zu formen. Durch Wiederholungen der besonderen Charakterzüge drängt er sich dem Leser an einigen Passagen etwas auf. Abgesehen von diesem Punkt muss ich wiederum die eigenwillige Portraitierung der Mitbewohner und Brunos Umfeld sehr loben. So etwas Sonderbares und Herzliches habe ich selten zusammen unter einem Dach erlebt. Köstlich! Die Charaktere:In diesem facettenreichen Werk sind für jeden Leser sicherlich ein oder mehrere Charaktere und Figuren dabei, die einen besonders gefallen oder unterhalten, gar bewegen, und zu denen man besondere Nähe und Bezug aufbaut. Bewundernswert finde ich sowieso, wie es dem Autor gelungen ist, ein so buntes und vielschichtiges Portfolio an Persönlichkeiten und Charakterstudien in nur einer Geschichte, unter einem Dach, zu bringen und lebendig werden zu lassen. Ganz besonderer Pluspunkt, großes Glanzstück in dem Buch. Lebhaft, authentisch, abgedreht und verschroben skizziert Karsten Flohr nicht nur den Bruno der Gegenwart, sondern auch den Giordano Bruno aus 1600, und all seine anderen Charaktere und bringt diese durch beobachtende Erzählstränge dem Leser sehr nahe. Es ist ein Vergnügen, all diese besonderen Figuren durch dieses Buch zu begleiten und mit ihnen zu leben. Einige wird man sofort ins Herz schließen, einige nehmen im Verlauf der Erzählung eine ganz ungeahnte Seite ein, einige werden den Leser verblüffen und erstaunen. Hier wird nicht gegeizt und jeder der einzelnen Figuren wird mit eigenen Ecken und Kanten gezeichnet und dargestellt. Jeder der unglaublich eigenwilligen Mitbewohner darf in der Villa Ludmilla nach seiner Art leben. Künstlerisch, exzentrisch, träge, ambitioniert, verträumt, tatkräftig, gesellschaftlich, scheiternd, abwegig…. Sie alle haben ihre eigene ungewöhnliche Lebensgeschichte, die wir nach und nach erfahren und miterleben dürfen. Karsten Flohrs Figuren passen irgendwie so gar nicht in die Norm unserer Gesellschaft. Doch in der Villa finden sie ein neues Zuhause, Freunde und ein wohlwollendes Publikum. Und das Besondere: Zusammen fühlen sich all die schrulligen Bewohner besonders behaglich und wohl. Diese schräge Gesellschaft ergänzt sich wunderbar. Verspürt man da nicht den Wunsch sich selbst einmal in dieser Gesellschaft einzufinden und so zu leben, wie es einen gerade behagt? Kann so ein System funktionieren? Irgendwie möchte ich jeden einzelnen im realen Leben einmal selbst kennenlernen. Oder kenne ich solche Personen vielleicht sogar schon? Wieviel von denen wohnt in mir selbst? Eine interessante Frage…. Da sie alle ehrlich, frei und offen sind, denke ich jedoch, dass diese einzelnen Charaktere, sei es Bruno selbst, Krankenschwester Gudrun, Nerd Wuast, Wetterfee Waltraut oder Schaffner Kurt… Oder die tierischen Akteure Hund Ray und der kleine Stargast, der Maulwurf, sie alle würden im realen Leben, in der heutigen Gesellschaft, außerhalb dieser Villa, mindestens für irre gehalten, belächelt, oder sogar als Gefährlich eingestuft werden… Fantastisch! Der ambitionierte Autor Karsten Flohr beweist bei seinen einzelnen Psychogrammen für seine Charaktere viel Fantasie, aber auch inspirierender Alltag unserer Straßen. Detailverliebt, klischeehaft und ein wenig überfrachtet, aber auch dadurch besonders einladend und abgefahren. Hier werden Sprüche gekloppt und so mache Parodie gespielt. Ich habe mir das ein oder andere Argument einfach mal herausgeschrieben und in meine Zitatensammlung ergänzt! Schauplätze:Man könnte meinen, dieses Buch ist das Drehbuch eines Blockbusters. Das Leben so unterschiedlicher Charaktere in diesem so besonderen gemeinsamen Dach ist einfach einen Film wert. Die Bilder die sich hier beim Lesen formen, sind wahrer Inspirationen beim Lesen, wie muss es wohl dem Autor ergangen sein bei all den Bildern und Szenen, die sich auftun? Hier darf der Leser die Früchte ernten, die der Autor mit seinen Beobachtungen und offenen Blicken durch die Gesellschaft, Cafes, öffentlichen Plätzen und seinem Umfeld säte. Viele kleine Anekdoten gestalten die Schauplätze lebendig, detailverliebt und wunderbar ausgeschmückt. Wie ein kleiner Urlaub in eine andere Welt. In Brunos Welt mit seiner Vision und seinen neuen Freunden!Der Autor:„Karsten Flohr arbeitete zehn Jahre lang als Tageszeitungsredakteur beim Hamburger Abendblatt, bevor er für verschiedene Zeitschriften tätig wurde. 2012 erschien sein erster Roman „Zeiten der Hoffnung“ über den Zerfall des deutschen Großbürgertums im Ersten Weltkrieg, ein Jahr später „Leah“, die Geschichte einer jüdisch-arischen Liebe während der Nazi-Zeit, und 2014 der Auswanderer-Roman „Die letzte Fahrt des legendären Schiffsfrisörs Sigismund Skrik“, der besonders in England erfolgreich ist. In den USA erschien der Roman außerdem als Hörbuch. Karsten Flohr lebt und arbeitet in Hamburg. “Das Cover:Je öfters ich es betrachte, je genauer ich es mir ansehe, umso mehr verliebe ich mich in dieses schöne Cover. Und wenn man sich dann auch noch in das Buch verliebt hat, und die Geschichte gelesen hat, so wird man ganz viele kleine Details wiederfinden. Ganz rechts könnte man sogar die „Zeitmaschine“ erahnen, oder nicht? Fazit:Ein sehr überzeugendes und überschaubares Büchlein für den Ausflug aus dem Alltag: Buch an – Alltag raus! Herzlich, frisch, oberwitzig und sympathisch. Dieses Buch muss gefunden und gehütet werden. Eine kleine humorvolle Perle auf Nebenstraßen der großen Buchwelt! Eine 4 Sterne Leseempfehlung!

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