Karsten Flohr Zeiten der Hoffnung

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Inhaltsangabe zu „Zeiten der Hoffnung“ von Karsten Flohr

Europa am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Adèle und Wilhelm kennen sich seit Kindheitstagen. Über die Jahre wird aus der kindlichen Freundschaft leidenschaftliche Liebe – eine Liebe, die nicht sein darf. Denn die Tochter eines elsässischen Weinbauern und der Sohn aus reichem Berliner Hause trennen nicht nur die gesellschaftlichen und politischen Umstände, längst ist Wilhelm mit einer anderen verlobt.
Dennoch träumen sie von einer gemeinsamen Zukunft. Als sich die deutsch-französischen Auseinandersetzungen zuspitzen, werden sie auseinandergerissen und finden sie sich plötzlich auf gegnerischen Seiten wieder: Adèle kämpft auf Seiten französischer Partisanen, Wilhelm muß als Soldat an die Front.
Gibt es in diesen unruhigen Zeiten für ihre Liebe noch Hoffnung?
Ein bewegender Roman über eine Liebe gegen alle Konventionen und Widerstände.

Wunderschön! Eine tragische Erzählung mit hoffnungsvollem und noch sehr offenem Ende. Geradlinig und romantisch ohne kitschig zu sein.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Traurig und hoffnungsvoll. Ein tolles Gesellschaftspanorama am Beginn des 20. Jahrhunderts.

— Buchgespenst

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  • Leserunde zu "Der Soldat und die Unschuld" von Vera Ansén

    Der Soldat und die Unschuld

    LilianA

    Keine Angst vor den großen Fragen des Lebens! Zurückversetzt in die englische Gesellschaft des 19. Jh lädt Euch "Der Soldat und die Unschuld" ein, die Fragen unserer Zeit nach Krieg und Frieden inmitten einer dichten Familiengeschichte zu erleben.  Da dies mein Debütroman war, setzte ich mich intensiv mit der Frage auseinander: Wer sind wir? Und was hat uns zu dem gemacht, was wir heute glauben zu sein? Die Helden meiner Erzählung Edward und Isabell bewegen sich systematisch aus dem geschützten Bereich der Konventionen Ihrer Zeit und durchleben damit Entscheidungen, die auch wir für uns zu beantworten haben! Wer sind unsere Freunde, was wollen wir im Leben erreichen, wen heiraten wir, wem vertrauen wir? Ich entführe Euch auf diese Gedankenreise, bevor Ihr es recht gemerkt habt und weil ich Eure Leselust zu würdigen weiß, ist es für mich eine höchste Pflicht und Freude Euch dabei gut zu unterhalten! Manchmal nannte ich dieses Buch "Roman gegen jede Mutlosigkeit", da die zum Teil wahren Geschichten, die dem Erzählen voran standen, hier ein gutes Ende finden. Von vielen Lesern bekam ich die Rückmeldung, welche Energie sie nach der Lektüre verspürten! Diese Energie möchte ich auch Euch schenken und so bin ich sehr froh, dass ich meinen Verlag dazu bewegen konnte, 20 Exemplare für eine Leserunde mit Euch bereit zu stellen. Bei Amazon findet Ihr (allerdings lieblos gekürzt) einen Blick ins Buch über die ersten drei Kapitel. Bitte bewerbt Euch und erzählt den Mitlesenden, welche Erfahrungen Ihr in die Leserunde mit hineinbringt. Sei es dass Ihr einfach leidenschaftlich gerne historische Romane lest oder schon einmal mit Uniformträgern, Gewalt oder Krieg und sei es der 'innere Krieg' in Berührung gekommen seid. Ich habe auch begeisterte Leser getroffen, die mir später sagten: "Ach, über die Sache mit dem Krieg habe ich so hinweggelesen!" Ich habe oft das Gefühl verspürt, über Krieg kann man nicht so einfach hinweglesen, deshalb folgte ich auch nicht der Empfehlung der Publikumsagenten doch lieber alles Soldatische aus dem Buch herauszustreichen. Lasst Euch überraschen, ob es mir gelungen ist, auch Euch ein fesselndes Leseereignis zu bereiten!? Ich freue mich auf Eure Eindrücke und Meinungen!

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    Leela

    07. January 2013 um 04:03

    Deutschland im Vorfeld des Ersten Weltkrieges: Wilhelms Liebe zur Französin Adèle ist nur eines der Probleme, denen sich die Charaktere in diesem Buch stellen müssen. Die Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich werden außerdem immer stärker, weshalb Wilhelm eingezogen wird und an der Front kämpfen muss. Im Reich selbst beginnt die Frauenbewegung zu dieser Zeit, sich zu etablieren, tut sich aber nicht leicht damit, gegen alte Zausel wie die gängigen Rollenbilder anzukommen. Diese und noch einige weitere Geschichten werden in Flohrs Buch erzählt, so dass sie letztendlich ein gut gezeichnetes Bild vom wilhelminischen Deutschland zeichnen. Puh, daran, wie man die Inhaltsangabe eines Buches gestaltet, sollte der Verlag noch einmal arbeiten, denn eine Liebesgeschichte enthält dieses Buch wirklich nur am Rande. Mir war es ganz recht, weil ich eher auf den historischen Inhalt aus war (die Rezensionen hier haben mich sogar darin bestätigt, das Buch zu lesen), ich kann es aber nachvollziehen, wenn sich jemand ärgert, weil er etwas ganz anderes bekommen hat, als das, was hinten auf dem Buchrücken steht. Für mich war dieses Buch aber sehr interessant, denn die Art, wie der Autor versucht, allerlei Themen anzuschneiden, die die damalige Gesellschaft berührten, gefiel mir sehr gut - endlich wird mal nicht nur ein Thema behandelt und dabei alles andere außen vor gelassen. Leider wirkt alles ob der begrenzten Seitenzahl jedoch etwas gehetzt und schnell abgehandelt, weshalb ich nicht die volle Punktzahl geben kann. Mit einigen Seiten mehr hätte das hier jedoch ein sehr guter Roman werden können, der zeigt, wie man es machen sollte.

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    anushka

    21. December 2012 um 14:36

    Enttäuschend Wilhelm von Schwemer ist deutscher Offizier. Seine Eltern, eine französische Mutter und ein preußischer Vater, haben ein Weingut im Elsass, wo sie regelmäßig den Sommer verbringen. Auf dem Anwesen wohnt auch Monsieur Printemps mit seiner Tochter Adèle. Wilhelm und Adèle kennen sich schon seit Kindertagen und seit ihrer Jugend sind sie ineinander verliebt. Doch nun spitzt sich die politische Lage zu, im Elsass gibt es eine Freiheitsbewegung, die sich gegen die deutsche Besatzung richtet. Auch weltweit spitzen sich die Konflikte zu und Franzosen und Deutsche kämpfen gegeneinander ... Ich habe dieses Buch nicht zuende gelesen. Nach 190 von 365 Seiten habe ich aufgegeben, da die Geschichte zäh und langatmig ist. Zudem ist das Buch ein Etikettenschwindel. Angekündigt wird eine Liebesgeschichte zwischen einem Deutschen und einer Französin in den beginnenden Kriegswirren des ersten Weltkriegs. Allerdings steht dieser Aspekt der Geschichte sehr im Hintergrund. Zunächst schweift die Geschichte ab und die ersten 70 Seiten haben erstmal gar nichts mit dem Klappentext zu tun. Der Protagonist reist mit seinem Vater, dem Kolonialbeamten, nach Togo und lernt dort die kolonialen Bedingungen und die Konflikte mit den Franzosen kennen. Danach reist er auf das Weingut nach Frankreich, wo er endlich mal auf Adèle trifft. Doch diese Begegnung ist merkwürdig und die ganze Liebesgeschichte unrealistisch: die beiden haben sich 5 Jahre nicht gesehen; das letzte Mal war, als sie beide 16 waren, trotzdem soll ihre schwere Verliebtheit die Zeit überdauert haben. Natürlich erzählt Adèle Wilhelm, der deutscher Offizier ist, in Zeiten von Konflikten zwischen Deutschen und Franzosen und nachdem sie sich 5 Jahre nicht gesehen haben, auch sofort, dass sie der Unabhängigkeitsbewegung (die gegen die Deutschen kämpft!) angehört. Ein weiterer unrealistischer Aspekt: Adèles Vater hasst alle Deutschen, respektiert aber die Liebe seiner Tochter zu einem Deutschen auf Anhieb. Das war für mich wenig überzeugend und auch die Charaktere an sich blieben für mich eindimensional und wenig überzeugend. Ich wollte mit diesem Buch nicht unbedingt eine triefende Schmonzette lesen, fühle mich aber schon "verschaukelt", wenn eine Liebesgeschichte angekündigt wird, sich die entsprechenden Personen auf 190 Seiten aber nur ein einziges Mal begegnen und auch davor keinen regelmäßigen Kontakt hatten. Somit finde ich das Thema des Buches verfehlt. Ein paar Gnadenpunkte gibt es aber für die gesellschaftliche und historische Darstellung. Der Autor zeigt Dynamiken und Nebenschauplätze auf und vergisst auch nicht, andere Entwicklungen, die nicht mit dem Krieg zu tun haben (z.B. Emanzipation der Frauen), einzubinden. In dieser Hinsicht war das Buch durchaus interessant. Aber als Gesamtpaket "historischer Roman" hat es mich überhaupt nicht überzeugt.

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    gaby2707

    08. December 2012 um 15:05

    In Berlin lebt die Familie von Schwemer: Wilhelm mit Frau Helene, den Kindern Wilhelm, Elisabeth, Adalbert und Karl. In Lagarde, einem kleinen Ort in Elsass-Lothringen ist der Weinbauer Adolphe Printemps mit seiner Tochter Adele zuhause. Wilhelm jun. und Adele kennen sich seit die Familie von Schwemer Ferien im Elternhaus von Helene macht. Und sie sehen sich wieder, als Wilhelm erwachsen und bereits mit Charlotte von Doering verlobt ist. Bei einem erneuten Besuch in Frankreich gibt Wilhelm seiner Liebe zu Adele, die sich zu einer selbstbewussten energischen jungen Frau gemausert hat, nach. Doch dann beginnt der Erste Weltkrieg und beide stehen auf der "falshen Seite"... Sehr anschaulich beschreibt der Autor die Geschichte der adeligen Familie von Schwemmer unter dem Regiment von Kaiser Wilhelm bis hin zum ersten Weltkrieg. Ich habe einiges aus der ehemaligen deutschen Kolonie Togo erfahren, aus dem Berlin vor und während des Krieges und aus Elsass-Lothringen. Und ich bin froh, dass ich als Frau in der Jetztzeit leben darf. Leider habe ich die "leidenschaftliche Liebe" etwas vermisst. Und die Wirren des Krieges waren mir etwas zuviel. Auch die Protagonisten habe ich mir manchmal etwas detaillierter beschrieben gewünscht. Mein Kopfkino kam nicht so richtig ans Laufen. Was ich beim Lesen allerdings nicht mag, sind Rechtschreibfehler und noch viel weniger wenn inhaltliches nicht richtig wiedergegeben wird (Printemps = Bontemps). Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen.

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    Midnight

    10. September 2012 um 18:44

    Inhalt: Die Geschichte schildert aus verschiedenen Perspektiven den Vorabend des 1. Weltkrieges in Deutschland und Frankreich. Im Vordergrund steht die gut situierte Familie von Schwemer, insbesondere der älteste Sohn Wilhelm. Es wird erzählt von der Liebesgeschichte zwischen ihm und seiner französischen Jugendfreundin, von den Kolonien in Togo, vom Aufbegehren junger Frauen und vor allem vom Kriegsgeschehen. Meine Meinung: Leider war ich von diesem Roman sehr enttäuscht. Von einem Buch, das den zweiten Weltkrieg aufgreift und eine Liebesbeziehung zwischen einem Deutschen und einer Französin schildert, hatte ich mir sehr viel mehr erhofft. Die Geschichte zieht sich von Anfang bis knapp vor das Ende sehr langweilig und zäh dahin. Erst gegen Ende wurde es ein bisschen spannend, diesen Teil habe ich auch am schnellsten gelesen. Viele zu viele Fakten versucht der Autor unterzubringen, möchte alles anbringen, was er über diese Zeit weiß – dabei bleibt die Handlung aber ganz schön auf der Strecke. Und andersherum: einige sehr wichtige Themen lässt er weg, überspringt riesige Zeiträume und das wichtige, das traumatisierende Ereignis des Attentats in Sarajewo wird mit 2 Sätzen abgehandelt. Das hat mich sehr enttäuscht. Auch von der Beziehung zwischen Wilhelm und Adéle hatte ich mir weit mehr erhofft. Sie sollten eigentlich den Roman tragen, finden aber im gesamten Werk kaum zueinander. Zweimal nur sind wir wirklich körperlich (und ich meine nicht sexuell, sondern einfach ihre körperliche Anwesenheit) zusammen. Den Rest des Buches schmachten sie einander von der Ferne an und hoffen sich bald wiederzusehen. Doch darüber kann der Leser fast froh sein, denn die erste Begegnung zwischen den beiden wird derart kitschig und unrealistisch beschrieben, dass ich sie wenig ernst nehmen konnte. Die Dialoge wirken sehr gestelzt, so würde wohl niemand mit seinem Angebeteten sprechen. Teilweise halten sie sich gegenseitig lange Monologe. Das zieht sich teilweise auch bei anderen Personen durch die Geschichte. Zudem sind mir immer wieder kleine Wortfehler und auch Logikfehler aufgefallen, die an sich ja nicht so dramatisch sind, in der Masse dann aber doch auffallen und anfangen zu nerven. Zu den Charakteren lässt sich ziemlich knapp sagen, dass der Protagonist Wilhelm recht sympathisch ist, aber auch sehr vorhersehbar handelt und nicht besonders spannend ist. Seine große Liebe Adéle findet nicht allzu viel Beachtung in der Charakterbeschreibung, weshalb sie ebenfalls wenig interessant für den Leser wird. Mutter und Vater von Wilhelm sind mir völlig unsympathisch gewesen und die Brüder von Wilhelm wurden nur so knapp beleuchtet, dass man eigentlich nicht mehr über sie weiß, als dass sie eben Kinder sind. Einzig Wilhelms Schwester Elisabeth hat mir in der Geschichte wirklich gefallen und so auch ihr Handlungsstrang. Sie ist eine willensstarke Person, die sich für die Emanzipation der Frau einsetzt, an Demonstrationen teilnimmt, Hosenanzüge trägt, etc. Das war für mich interessant zu lesen und die Sympathie zu ihr war schnell entstanden. Auch die Beziehung zwischen ihr und dem Hausmädchen fand ich realistisch und detailgetreu geschildert und habe sie gerne verfolgt. Fazit: Diesen Roman kann ich leider nicht empfehlen. Ich bin beim Lesen nur langsam vorangekommen und war zeitweise richtig gefrustet über manche Stellen.

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    Gracey_V

    09. September 2012 um 06:11

    Wilhelm kennt die Französin Adèle bereits seit seiner Kindheit, soll nun aber eine arangierte Ehe mit der Tochter eines einflussreichen Mannes eingehen. Außerdem kommt es immer mehr zu Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland, die zusätzlich drohen, die beiden zu entzweien, denn Wilhelm muss für sein Vaterland an die Front, Adèle schließt sich hingegen dem Widerstand an. Dies ist aber nur eins von vielen Themen, die sich durch dieses Buch ziehen, das auf keinen Fall ein Liebesroman ist. Karsten Flohr thematisiert außerdem noch die deutsche Besatzung von Togo, die Schwierigkeiten der Frauenbewegung und viele weitere. Ich war ja erst etwas irritiert, als ich merkte, dass der Klappentext, der einen Liebesroman verspricht, gar nicht richtig wiedergibt, was in diesem Buch passiert und das die Liebesgeschichte so unwichtig ist. Als Werbestrategie finde ich das ziemlich schwach und ich kann mir vorstellen, dass manche Leser dadurch enttäuscht werden könnten. Mir gefiel das Buch so aber nur umso besser, denn Flohr zeichnet ein überzeugendes Bild der damaligen, deutschen Gesellschaft und ermöglicht uns einen Einblick in das, was die Menschen damals bewegte. Die Kriegsszenen werden zudem sehr spannend geschildert, auch wenn sie ebenfalls nur ein Teil von vielen sind. Was dem Buch allerdings noch fehlt, sind ein paar Seiten mehr, denn vieles wird teilweise sehr schnell abgehandelt. Für diese vielen, hier behandelten Themen ist das Buch einfach zu dünn. Ansonsten aber eine Leseempfehlung für alle, die einen atmosphärischen, historischen Roman suchen.

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  • Leserunde zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    Daniliesing

    "Zeiten der Hoffnung" ist das Romandebüt des deutschen Autors Karsten Flohr. Er erzählt darin von einer außergewöhnlichen Liebe, die es eigentlich so nicht geben dürfte. In einer Leserunde wollen wir die beiden Liebenden Adèle und Wilhelm auf ihrem schwierigen Weg begleiten. Gibt es für die beiden noch Hoffnung für ihre Liebe in den Wirren des ersten Weltkriegs und mit all den Konventionen und Widerständen? Mehr zum Inhalt: Europa am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Adèle und Wilhelm kennen sich seit Kindheitstagen. Über die Jahre wird aus der kindlichen Freundschaft leidenschaftliche Liebe – eine Liebe, die nicht sein darf. Denn die Tochter eines elsässischen Weinbauern und den Sohn aus reichem Berliner Hause trennen nicht nur die gesellschaftlichen und politischen Umstände, längst ist Wilhelm mit einer anderen verlobt ... Dennoch träumen sie von einer gemeinsamen Zukunft. Als sich die deutsch-französischen Auseinandersetzungen zuspitzen, werden sie auseinandergerissen und finden sie sich plötzlich auf gegnerischen Seiten wieder: Adèle kämpft auf Seiten französischer Partisanen, Wilhelm muß als Soldat an die Front. Für einen ersten Leseeindruck lohnt sich auch ein Blick in die Leseprobe zum Buch. Zu diesem besonderen und bewegenden Roman möchten wir auch eine besondere Leserunde starten. Zum einen wird Karsten Flohr die Leserunde begleiten und eure Fragen gern beantworten. Außerdem werde ich zu jedem Leseabschnitt ein paar Fragen stellen, über die wir uns näher austauschen können. Bewerbung als Testleser: Wir suchen zusammen mit dem Insel Verlag 25 Testleser für "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr. Ihr habt Lust und Zeit den Roman zu lesen und euch mit anderen Lesern hier in der Testleserunde darüber auszutauschen? Dann macht doch entweder mit einem eigenen Buch mit oder beantwortet bis einschließlich 01. Juli 2012 folgende Frage für die Chance auf eines der Leseexemplare: Versetzt euch in die Situation von Adèle und Wilhelm: Wie würdet ihr euch wohl in ihrer Situation verhalten? Würdet ihr für die Liebe kämpfen oder hättet ihr doch zu große Angst euch gegen die Konventionen aufzulehnen?

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    RoteZora

    07. September 2012 um 16:46

    1914: Wilhelm und Adéle kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Wilhelm, der Sohn eines Berliner Koloniebesitzers und Adéle, die Tochter eines elsässischen Weinbergpächters. Doch dann beginnt der 1. Weltkrieg: Wilhelm trägt sich für die Armee ein und Adéle beginnt sich für den elsässischen Widerstand zu interessieren. Wie lassen sich die verschieden Welten und Ansichten in einer Beziehung/ Affäre vereinbaren? Für Wilhelm ist eines klar, es gibt keinen Grund auf zu geben… Eine wunderbare Geschichte! Ich bin absolut begeistert! In vielen anderen Rezensionen wurde kritisiert, dass der Klappentext eine Liebesgeschichte darstellt und diese zu wenig Thema im Roman ist. Ich finde gerade die Kombination aus geschichtlichen Daten und einem Hauch Liebe, hat diese Buch zu etwas besonderem gemacht. Trotz einiger kleiner lektorischer Fehler, welche ich überlesen hätte, wäre ich nicht durch die Leserunde darauf aufmerksam gemacht worden, wurde in dem Roman einiges an Hintergrundwissen vermittelt. Ich gebe eine klare Leseempfehlung für Geschichtsfreaks und Liebhabern von schwierigen, unmöglich erscheinen Liebesgeschichten!

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    lilja1986

    03. September 2012 um 18:16

    Hat eine Jugendliebe zwischen einem jungen deutschen Soldaten und einer französischen Widerstandskämpferin in Zeiten des ersten Weltkriegs eine Chance? Wilhelm von Schwemer wächst in Berlin auf, sein Vater arbeitet für den Kaiser, seine Mutter stammt aus dem Elsass, wo die Familie regelmäßig den Sommer verbringt und wo Wilhelms Jugendliebe Adèle lebt. Kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges geht Wilhelm zum Militär und verlobt sich auf Wunsch seiner Eltern mit Charlotte, der Tochter eines Familienfreundes. Die Familie wird außeinandergerissen, weil sich Wilhelms Vater um Staatsangelegenheiten in Togo kümmert, Wilhelms Mutter um das Gut ihrer Eltern und seine Schwester um die beiden jüngeren Brüder. Wilhelm zieht in den Krieg und Adèle ist in der französischen Widerstandsbewegung aktiv. Alles spricht gegen ihre Liebe aber sie können einander nie ganz vergessen. Das Buch ließ sich gut lesen, obwohl die Liebesgeschichte eindeutig nicht im Vordergrund steht, wie ich es eigentlich erwartet hätte. Es zeigt, wie hin- und hergerissen vor Allem die Leute waren, die tatsächlich aus dem Grenzgebiet Elsaß kamen aber auch, wie die politische Situation für Frauen in der Zeit war, ein bisschen auch die Perspektive der Kinder, die ohne den Halt ihrer Familie aufwachsen müssen. Trotzdem bin ich etwas enttäuscht über den Verlauf und vor Allem das Ende des Buches, weil viele Fragen offen bleiben.

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    Lauscherin

    02. September 2012 um 18:03

    Handlung: Die Geschichte beginnt mit dem Geburtstags Wilhelms – sowohl dem Wilhelm von Schwemers, als auch dem des Kaisers. Wilhelm von Schwemer wird volljährig und dank seines Vaters, Freiherr Richard von Schwemer, in den Kreis der einflussreichen Männer Berlins aufgenommen. Daneben wird auch noch die Verlobung zwischen Wilhelm und Charlotte von Doering, Tochter von Hans-Georg von Doering, welcher Gouverneur von Togo ist, bekannt gegeben. Dieser Handlungsablauf ist sehr schön beschrieben, ist er doch so typisch für diese Zeit. Eine Verlobung zwischen zwei jungen Menschen, die sich zuvor meist noch nie gesehen haben und nun ihr Leben miteinander teilen sollen. Wilhelm nimmt sein Schicksal so, wie von ihm erwartet wird. Und doch bekommt seine Mustersohn-Fassade schon bald die ersten Risse. Von seiner Schwester Elisabeth erhält er einen schon verloren geglaubten Talisman, der ihn an eine wunderschöne in Frankreich zurück denken lässt. Jeden Sommer hat er dort verbracht, da seine Mutter Hélène aus eben jenem Lande stammt und ein Weingut dort besitzt. Dort lebt auch Adèle mit ihrem Vater, um sich um das Land zu kümmern. Sie und Wilhelm waren immer unzertrennlich und haben die gesamte Zeit, die ihnen blieb, gemeinsam verbracht. Doch das alles sind nur blasse Erinnerungen, da Wilhelm schon lange nicht mehr in Frankreich war. Nun, da er volljährig ist, soll er zusammen mit seinem Vater nach Togo reisen, da es dort heftige Unruhen gibt. Eines Tages wird Wilhelm bei einem Übergriff so schwer verletzt, dass er zurückreisen muss. Allerdings fährt er nicht nach Berlin, sondern auf das elsässische Landgut seiner Mutter. Dort trifft er wieder auf Adèle und die alten Zeiten blühen wieder auf – doch dieses Mal viel intensiver als früher. Anmerkungen: Dieses Aufeinandertreffen ist leider schon die einzige Szene dieses Buches, die man als romantisch beschreiben könnte. Etwas schwach, wenn man bedenkt, mit welchen Worten der Klappentext wirbt. Wen das nicht weiter stört, hat dennoch eine sehr schön ausgearbeitete Familiengeschichte in Zeiten des ersten Weltkrieges vor sich liegen, die sehr viel Wissen über die damaligen Verhältnisse bereithält. Der stärkste und am besten beschriebene Charakter ist meiner Meinung nach der von Elisabeth. Sie ist die einzige, die ihr eigenes Leben lebt und sich nicht den damaligen Regeln unterwirft. Sie setzt sich für die Rechte der Frauen ein und sie ist es auch, die Wilhelm immer wieder Kraft gibt. Ich denke, Wilhelms undeutlich beschriebene, aber dennoch vorhandene Entwicklung von einem charakterschwachen, unterwürfigen jungen Mann zu einem solchen, der für seine eigene Meinung sterben würde, beruht nicht zuletzt auf seiner Schwester. Im Laufe der Geschichte merkt man förmlich Wilhelms innere Zerrissenheit, da er sowohl Deutschland, als auch Frankreich lieben gelernt hat. Ich finde, hier hätte der Autor sehr gut anknüpfen und die versprochene Liebesgeschichte einbauen können. Adèle hingegen kommt in dieser Geschichte viel zu kurz. Daher kann man sich nur sehr schwer eine Meinung über sie bilden, was sehr schade ist. Daneben bietet die Geschichte eine sehr deutlich ausgearbeitete Kriegsszenerie, so dass man sich ein wenig in diese schwere Zeit hineinversetzen kann. Auch hat der Autor nicht davor gescheut zu zeigen, wie rassistisch die damaligen Menschen waren. In mir hat sich förmlich eine Blockade aufgebaut, diese Worte zu lesen. Ich war und bin immer noch schockiert darüber, als wie selbstverständlich diese Feindseligkeit damals betrachtet wurde. Was ich neben der Tatsache, dass die angepriesene Liebesgeschichte ausblieb bzw. sehr stark in den Hintergrund gedrängt wurde, schade fand, war, dass der Autor häufig zeitliche Sprünge eingesetzt hat, die auch mit inhaltlichen Sprüngen einhergingen. Ich fand es häufig sehr schwierig, diesen zu folgen, da doch sehr viele, wichtige Ereignisse währenddessen stattfanden. Das hätte man deutlich besser ausarbeiten können, fanden doch in diesen ausgelassenen Abschnitten wichtige charakterliche Entwicklungen statt. Über die wenigen historischen Ungenauigkeiten liest es sich da, meiner Meinung nach, schon viel einfacher hinweg. Fazit: Ein schön ausgearbeiteter Familienroman, der die damaligen Verhältnisse, Regeln und Maßstäbe deutlich in Szene setzt. Die nur im Hintergrund stattfindende Liebesgeschichte hätte man deutlich besser ausarbeiten können. Der Roman bietet schließlich die perfekten Grundlagen dafür. Leser, die eine romantische Liebesgeschichte erwarten, werden hier wohl enttäuscht werden.

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    Blizzardius

    18. August 2012 um 17:31

    Die Geschichte erzählt eine Liebesgeschichte vor und während des ersten Weltkriegs aus verschiedenen Perspektiven. Der Sohn einer gutbürgerlichen, kaiserstreuen Berliner Familie soll mit einer ebenso gesittten Frau vermählt werden. Sein Herz schlägt allerdings für seine Jugendliebe Adele aus Frankreich. Er kennt sie vom Weingut seiner Mutter, welche franzöischen Ursprungs ist. Im Laufe des Buchs spitzt sich die politische Lage in Europa immer weiter zu. Der Vater, Richard von Schwemer, ist als Deutscher in der Kolonie Togo tätig, die Mutter reist bald nach Frankreich, die Schwester verbleibt in Berlin und Wilhelm muss in den Krieg ziehen. So ergeben sich 4 verschiedene Perspektiven über das gesamte Buch, mit verschiedenen Charakteren und Wandlungen. Das Buch ist nie kitschig, auch wenn die Geschichte und das Cover es vermuten lassen. Ganz im Gegenteil, das Buch ist sogar sehr politisch und historisch: Die Geschehnisse in Deutschland und den Kolonien werden sehr überzeugend und einigermaßen originalgetreu geschildert, alles ist durchweg nachvollziehbar. Die damalige Gesellschaft wird sehr gut porträtiert. Die Kriegsschilderungen und Nebengeschichten, welche sich im Laufe der Zeit entwickeln, sind erschütternd und sprechen den Leser emotional stark an. Das Buch ist also kein klassischer Kitschroman, wie man es vielleicht auf den ersten Blick vermuten würde, sondern eher ein Roman über die politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse in Europa vor und während des ersten Weltkriegs. Nebenbei entwickelt sich aber auch der Handlungsstrang einer Liebesgeschichte, die aber nie stark im Vordergrund steht, sondern nur manchmal Motivation für bestimmte Wandlungen ist. Insgesamt ein sehr gut lesbares, spannendes, bewegendes, mitreißendes und tolles Buch. Sehr zu empfehlen!

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    Missyislovely

    13. August 2012 um 22:48

    Meine Meinung: Die Inhaltsbeschreibung verspricht eine Liebesgeschichte zu Zeiten des ersten Weltkriegs. Das habe ich erwartet und leider nicht bekommen. Ich hatte gehofft, das Leben der Personen verfolgen zu können, den Krieg eher im Hintergrund zu beobachten und eine außergewöhnliche Geschichte über die Liebe zu erleben. Leider hat mich das Buch in dieser Hinsicht enttäuscht. Der Schreibstil von Karsten Flohr hat mir zu Beginn gefallen. Gewöhnungsbedürftig waren die Zeitsprünge, welche oft stattfinden. So ist es auf der nächsten Seite zwei Monate später als auf der Aktuellen. Das hat mir zu Beginn gefallen, jedoch hat es mich dann endlos verwirrt, als der Krieg begonnen hatte. Die Wortwahl ist jedoch angenehm und der damaligen Zeit angepasst. Die Geschichte geht, besonders zur Mitte hin, in einen fast puren Kriegsschauplatz mit gelegentlichen, politischen Punkten über. Dies zieht sich bis zum Ende durch und die Ereignisse um Wilhelm, der mit an der Front kämpft, wirken immer mehr an den Haaren herbei gezogen und unpassend zum entwickelten Charakter von Wilhelm. Die Charaktere blieben für mich blass. Besonders Wilhelm und Adéle, welche eigentlich die Protagonisten sind, waren weit entfernt davon, meine 'Freunde' zu werden. Wilhelm ist ein unentschlossener, junger Mann, der den Ernst des Lebens (und letztendlich dem des Krieges) auch am Ende nicht verstanden hat. Hat er mir am Anfang noch gefallen, so war er am Ende leider sehr unglaubwürdig. Zu Adéle kann ich kaum etwas sagen. Sie tritt immer nur kurz auf und hat keine bedeutende Rolle in diesem Buch. Das ist schade, denn im Gegensatz zu Wilhelm hat sie mir gefallen. Einzig und allein Wilhelms Schwester Elizabeth hat mein Herz erwärmt. Sie führt uns in den damaligen Stand der Frauen ein und kämpft wagemutig für unsere heutige Stellung. Die Geschichte um sie war es, die mich immer wieder aufgemuntert hat und mir hin und wieder kleine Lichtblick bescherte. Fazit: Von mir gibt es hier leider absolut keine Leseempfehlung. Alleine die Tatsache, dass ich wirklich vier Wochen für ein einziges Buch gebraucht habe, spricht hier Bände. Die Inhaltsangabe passt leider gar nicht zum Inhalt und letztendlich habe ich drei Kreuze gemacht, als ich die letzte Seite hinter mir hatte. Einzig und allein Elisabeth war ein wahrer Lichtblick - eine starke Frau zu einer schweren Zeit. Da ich wenig Erfahrung in diesem Genre habe und mir die Geschichte um Elisabeth wirklich gefallen hat, gibt es zwei Sterne.

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    kornmuhme

    09. August 2012 um 20:10

    Inhalt: Deutschland, kurz vor dem 1. Weltkrieg. Der Leser lernt Familie von Schwemer kennen, eine wohlhabende, hoch angesehene Familie in Berlin. Richard von Schwemer, das Familienoberhaupt, will nur das Beste für seine Familie, besonders für seinen Erstgeborenen, Wilhelm, 21. Für ihn hat er große Pläne, langsam soll er in die höheren Kreise eingeführt werden. Wilhelm ist bereits Mitglied im berühmten Husarenregiment des Kaisers, sein Vater nimmt ihm zudem mit auf eine Reise in die Afrikakolonie Togo, wo Wilhelm mit einer besonderen Aufgabe betraut wird, und schließlich findet sich auch eine "gute Partie" für Wilhelm, Charlotte, eine junge Frau aus gutem Hause. Doch möchte Wilhelm all dies? Tief im Herzen schlummert die Liebe für eine Freundin aus Kindheitstagen, Adele. Denn jeden Sommer verbrachte die Familie auf dem französischen Weingut von Helene von Schwemer, Wilhelms französischstämmiger Mutter ... ************************** Persönliche Meinung: Auch wenn es in der Inhaltsangabe hier anklingt: Eine Liebesgeschichte, wie im Klappentext angekündigt, findet sich nur am Rande. Gegenstand des Buches ist viemehr ein Porträt der wilhelminischen (Vor-)Kriegsepoche, dargestellt anhand der oben genannten Familie von Schwemer. Ich persönlich war sehr angetan von der Tatsache, dass es sich nicht um eine Liebesschmonzette handelt und große (Liebes-)Gefühle eher dezent eingeflochten wurden. Doch ich kann auch die vielen kritischen Stimmen verstehen, die sich darüber mokieren, nicht das bekommen zu haben, was laut Verlag angekündigt wurde. Die Beziehung zwischen dem Protagonisten Wilhelm und Adele - er in Berlin, sie im Elsass - spielt lediglich eine Nebenrolle. Was erwartet den Leser dann? Nun, in erster Linie ein Geschichtsroman über den 1. Weltkrieg, die deutsche Gesellschaft zu der Zeit, ihre Sitten und Gebräuche, ihren Verhaltenskodex, aber auch über die ersten Umbrüche wie z.B. den Kampf der Frauen für mehr Rechte. Zur Mitte des Buches konzentriert sich der Autor dann auf die Scharmützel und Gefechte des Krieges, Wilhelm als junger Soldat natürlich mittendrin. Mit seinen Augen erleben wir die Abartigkeit, das Grauen des Krieges, Glück und Pech, welche über das Überleben und den Tod dentschieden haben. An dieser Stelle hat mich das Buch auch zum ersten Mal richtig packen können. Was waren die jungen Männer doch am Anfang noch "heiß" auf den Krieg: Den "Franzmännern" wollte man zeigen, wo sie hingehören, völlig überzeugt war man von einem schnellen Triumph Deutschlands. Und dann diese Katastrophe ... Ein zermürbender Krieg, Heckenschützen, Hinrichtungen, die gähnende Langeweile in den Schützengräben, Schießen, Weitervorrücken, im eiskalten Schlamm hocken und warten ... Der Autor schafft es m.E. in diesem Teil des Buches sehr gut, die Absurdität des Krieges sowie die Desillusionierung der Soldaten greifbar zu machen. Auch die deutsche Besatzung von Elsass-Lothringen wird thematisiert, so dass ich zu diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte noch einiges lernen konnte. Doch es gibt auch kritische Punkte, die ich nicht verschweigen will. Vieles reißt Karsten Flohr nur an, führt es aber nicht konsequent aus. Zum Beispiel weiß ich immer noch nicht, was er mit der Figur des Schwarzen Aiauschi wollte, von der Wilhelm so beeindruckt war. Ebenso geht es mir mit Adalberts Krankheit. Wilhelms Bruder leidet an einer Lungenkrankheit, die kein Arzt so recht behandeln kann. Wirkliche Konsequenzen für diesen Charakter oder auch die Geschichte hat dies nicht. Überhaupt fallen viele Charaktere zu flach aus. Von Adele, Wilhelms großer Liebe, konnte ich mir bis zum Schluss leider kein wirkliches Bild machen. Auch ist mir nicht klar geworden, warum die beiden eine so tiefe Liebe verbindet. Richard von Schwemer, am Anfang des Buches noch der dominante, etwas polterige erzkonservative Preuße, taucht nach dem 1. Drittel des Buches leider gar nicht mehr auf. Einzig Elisabeth, Wilhelms Schwester, vermag eine etwas kräftigere Farbe in die Charaktere zu bringen, rebelliert sie doch gegen die bürgerlichen Zwänge auf und schließt sich heimlich der Frauenbewegung an. Sprache und Schreibstil des Autors sind gelungen, es finden sich keine unnötigen Wiederholungen, die Geschichte schreitet stetig voran. Was mich manchmal etwas verwirrt hat, sind die Zeitsprünge. Bisweilen lässt der Autor Figuren etwas aus ihrer kürzlich erlebten Vergangenheit berichten und ich musste mich erstaml sortieren. Auch ist nicht immer klar, wieviel Zeit zwischen einzelnen Kapiteln verstrichen ist. Zudem kam es mir manchmal so vor, als würden die Figuren in unserer modernen Zeit handeln und sprechen, der Abstand zur heutigen Gegenwart ist mir sprachlich nicht immer deutlich geworden. ************************* Fazit: In der Darstellung der Kriegswirren ist das Buch wirklich gelungen, leider gibt es zwei Punkte Abzug für weniger gut und tief ausgearbeiteten Inhalt und Charaktere. Die Liebesgeschichte spielt nur am Rande eine Rolle, wer also nicht auf große Gefühle und Küsse verzichten will, greife eher zu einem anderen Buch. Wer jedoch in die Zeit des Ersten Weltkriegs und die spätwilhelminische Epoche eintauchen möchte, dem kann ich das Buch mit seinen etwa 350 Seiten guten Gewissens empfehlen. 3 von 5 Sternen

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    allegra

    06. August 2012 um 14:40

    Debüt2012-10 Inhalt in meinen Worten Wilhelm von Schwemer wird am 27. Januar 1913 volljährig, das heißt 21 Jahre alt. Zur Feier des Tages nimmt ihn sein Vater, Freiherr Richard von Schwemer mit an eine Parade, die zur Feier des Geburtstages des Kaisers Wilhelm stattfindet, was für den jungen Wilhelm eine sehr große Ehre ist. Richard von Schwemer hat eine sehr hohe Stellung im Kolonialamt inne. Abends wird anlässlich eines Balles im Hause Schwemer, zu dem viele wichtige Leute geladen sind, Wilhelms Verlobung mit Charlotte von Doering bekannt gegeben. Ihr Vater, Hans-Georg von Doering ist Gouverneur von Togo, das als „Musterkolonie“ des Deutschen Reiches gilt. Die Kolonie Togo ist eine vergleichsweise fortschrittliche Kolonie, zwischen Togo und dem Deutschen Reich besteht eine Telegrafenverbindung. Da diese Verbindung aufgrund von Unruhen im Land in Gefahr ist, reist Richard mit seinem Sohn Wilhelm nach Lomé, der Hauptstadt Togos. Bei einem Überfall auf eine Bahnlinie wird Wilhelm so stark verletzt, dass er nach Europa zurückreisen muss, wo er sich auf dem Landgut seiner Mutter Helène im Elsass erholt. Dort trifft er auf seine Jugendliebe Adèle Printemps, deren Vater sich im Freiheitskampf von Elsass-Lothringen engagiert. Als der Ausbruch des 1. Weltkriegs vor der Türe steht, muss Wilhelm als Mitglied des 4. Husarenkorps einrücken und ist am Durchmarsch durch das neutrale Belgien beteiligt. Er und seine geliebte Adèle finden sich auf gegnerischen Seiten wieder. Meine Meinung Der Roman ist im Klappentext angekündigt als Liebesroman, was mich anfangs eher zögern ließ, das Buch zu lesen. Ich habe mich aber trotzdem dazu entschlossen und war sehr positiv überrascht, dass die Liebesgeschichte zwischen Adèle und Wilhelm zwar immer im Hintergrund präsent ist, aber doch insgesamt eine untergeordnete Rolle spielt. Es handelt sich bei diesem Buch viel mehr um einen Familienroman vor dem Hintergrund des 1. Weltkriegs. Die familiäre Konstellation ist sehr interessant, der Freiherr Richard von Schwemer ist verheiratet mit Helène geborene d’Alsace, eines alten elsässischen Adelsgeschlecht. So verbringen die Kinder der Familie ihre Sommerferien regelmäßig im Elsass und werden so auch mit einer anderen Mentalität konfrontiert. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich. Wilhelm wird anfangs als charakterschwaches Muttersöhnchen dargestellt, das alles tut, um seinem Vater zu gefallen. Er findet aber sehr schnell zu sich und zeigt im Laufe des Romans immer mehr Charakter. Dafür ist seine geliebte Adèle für mich leider konturlos geblieben. Sie taucht immer mal wieder auf, hat aber nicht wirklich die Präsenz, die ihr angesichts der Tatsache, dass sie ja laut Klappentext eine der beiden Hauptfiguren ist, zukommen sollte. Eine sehr interessante Figur hat Karsten Flohr in Wilhelms Schwester Elisabeth geschaffen. Sie ist sehr eigenwillig, nimmt wenig Rücksicht auf Konventionen und engagiert sich in der aufkeimenden Frauenbewegung. Zu Vater Richards’ Entsetzen hat sie an einem Ball, den dieser zu Ehren von Wilhelms Verlobung ausgerichtet hat, einen Hosenanzug getragen. Sie ist aber dennoch sehr familiär und stellt während dem Krieg für ihre jüngeren Geschwister den ruhenden Pol dar. Hauptsächlich ist das Buch aus Wilhelms Perspektive in der Erzählweise des allwissenden Erzählers dargestellt. Ich fand die Beschreibungen des Lebens als Soldat in den Monaten des ausbrechenden 1. Weltkriegs sehr interessant und habe da recht viel Neues gelernt. Ebenfalls interessant fand ich die Reise nach Togo. Mir war nicht bewusst, dass dieses Land eine so wichtige Kolonie für Deutschland war. Nicht so ganz gut gelungen ist meiner Ansicht nach die Darstellung der Wirren um das Elsass. Das konnte ich nur schwer nachvollziehen und mag vielleicht auch ein Grund sein, warum Adèle so schwach geblieben ist. Die zeitliche Orientierung hat mir bei der Lektüre teilweise etwas Schwierigkeiten bereitet. Es ist natürlich schöner, wenn es ein Autor schafft, nur durch seinen sprachlichen Ausdruck immer klar zu machen, wo und wann eine Szene spielt. Ich ziehe es aber vor, wenn an Anfang des Kapitels die Zeit vermerkt ist, gerade wenn doch recht viele Zeitsprünge stattfinden. Um meine zeitlichen Schwierigkeiten etwas zu entwirren, habe ich die historisch relevanten Ereignisse ein bisschen recherchiert. Dabei ist mir auch aufgefallen, dass es durchaus kleiner Ungenauigkeiten gibt. Ich finde es in einem Roman durchaus akzeptabel, wenn eine Eröffnung einer Landebrücke mal um ein Jahr verschoben wird, damit sie in den Plot passt. Wenn ich historische Korrektheit erwarte, lese ich ein Geschichtsbuch. Aber ich finde dennoch, dass der Dramaturgie geschuldete Veränderungen an der Historie in einem Nachwort erklärt gehören. Etwas irritiert haben mich einige Fehler und Namensvertauscher. Das ist aber nichts, was in einer weiteren Ausgabe nicht leicht korrigiert werden könnte. Mein Fazit Mir hat dieses Debüt von Karsten Flohr im Verlaufe des Buches immer besser gefallen. Es zeigt, wie eine Familie aus altem deutschem Adel die Wirren des 1. Weltkriegs erlebt. Ich habe eine mir neue und interessante Sichtweise auf den Ausbruch des 1. Weltkriegs erfahren. Da ich nicht ein besonderer Fan von Liebesromanen bin, war ich eher erleichtert, dass die Liebesgeschichte zwischen Adèle und Wilhelm eher nebensächlich ist. Ich empfehle das Buch Lesern, die interessiert sind in Familienromanen vor historischem Hintergrund. Wer einen gefühlvollen Liebesroman erwartet, wird vermutlich etwas enttäuscht werden. Ich vergebe 4 Sterne.

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  • Rezension zu "Zeiten der Hoffnung" von Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

    barbwire1de

    04. August 2012 um 19:47

    Inhalt: Die Geschichte beginnt vor Ausbruch des 1. Weltkrieges und erzählt die Liebesgeschichte von Wilhelm und Adele. Wie es damals so Usus war, wurde für Wilhelm allerdings eine andere Frau ausgesucht, Charlotte. Mit ebendieser Frau wird dann auch Verlobung gefeiert und man fragt sich unwillkürlich, wie es weitergeht. Kann Wilhelm Adele vergessen? Und dann bricht der Krieg aus und alles wird nebensächlich. Meine Meinung: Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und wurde letztendlich nicht enttäuscht. Es begann etwas langatmig, aber dann hat mich die Geschichte von Adele und Wilhelm doch in seinen Bann gezogen. Ich ziehe den Hut vor Charlotte, die im Krieg sehr hart als Krankenschwester gearbeitet hat und viel Leid gesehen hat. Es freut mich, dass am Ende die Liebe gesiegt hat. Allerdings hätte ich gerne etwas mehr über Wilhelms Vater erfahren, ist er zu seiner Frau nach Hause zurückgekehrt oder weilte er noch länger auf dem schwarzen Kontinent? Fazit: Die Liebesgeschichte, in den Wirren des 1. Weltkrieges auf eine harte Probe gestellt, hat mich auf jeden Fall berührt. Ich kann das Buch weiter empfehlen. Autorenportrait(Weltbild): Karsten Flohr wurde 1950 in Hamburg geboren. Nach einer Ausbildung beim Hamburger Abendblatt und zehn Jahren als Tageszeitungsredakteur arbeitete er bei verschiedenen Zeitschriften, darunter als Chefredakteur von Vital, TV Today und Woman. Seit 2005 schreibt er als Wissenschaftsjournalist.

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