"Die Präsenz" ist ein Ruhrpott-Horror-Roman mit hohem Humor-Anteil, der bei mir genau ins Schwarze getroffen hat. Das liegt u.a. an den teilweise schrägen Figuren, die auf mich nicht unbedingt überzeichnet, eher sehr genau beobachtet wirken. Allen voran der abgewrackte Tillmann Bünting, eine Art abgerotzter Schimanski mit schlummernden Special-Skills, da Ex-GSG 9, der Physis eines Bud Spencers und einem lakonischem Humor à la Torsten Sträter. Reichlich Ecken und Kanten hat er, der "Held von Hörde", einer der beiden Überlebenden des 30 Jahre zurückliegenden Grubenunglücks mit beinah 100 Opfern, Kumpel wie Rettungskräften. War wirklich eine Schlagwetter- und Kohlestaubexplosion schuld am Tod all dieser Menschen, wie offizielle Stellen die Öffentlichkeit glauben lassen wollen, oder steckt weit mehr dahinter? Weit Grauenvolleres? Etwas, dass auch nach 30 Jahren nichts von seiner Heimtücke und Gier eingebüßt hat?
Bis zum aberwitzig-furiosen Finale, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt, erwartet euch ein kurzweiliger, humorvoller, schräger Horror-Trip, für den ich eine Leseempfehlung ausspreche. Für meinen Geschmack dürfen Kat und Steve Nolte gern nochmal so etwas raushauen.
Tief im Westen - und tief unter der Erde ...


