Kat Kaufmann Die Nacht ist laut, der Tag ist finster

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Inhaltsangabe zu „Die Nacht ist laut, der Tag ist finster“ von Kat Kaufmann

rnst hinterlässt seinem Enkel Jonas 5000 Euro und eine Notiz, die sagt: Finde diesen Mann. Dazu nur ein Name: Valerij Butzukin. Jonas hat nie von diesem Mann gehört. Hat sich Opa Ernst einen Scherz erlaubt, den er nicht mehr auflösen wird, weil er tot ist? Oder war es das Delirium? Die Wahnvorstellung eines senilen Menschen? Um Jonas weht der Kalte Krieg 4.0, und hier, inmitten von immer mehr Grenzen, die sich schließen, beginnt für ihn eine Odyssee, die ihn – ob er will oder nicht – immer tiefer in ein fremdes Land und zu fremden Menschen führt: in die Russisch Asiatische Union. Mit Stas und Juri, die er auf der Suche nach Passfälschern kennenlernt, begibt er sich in ein Labyrinth, das Urgroßvater, Großvater, Jonas und den Unbekannten für immer verbinden und trennen wird. "Die Nacht ist laut, der Tag ist finster" ist ein Roman über das Schicksal der Menschen, aneinander vorbeizuschrammen. Über Verlust, über Freundschaft und über das Wiederauftauchen von Spuren, die im Schnee verweht waren und einen doch nur noch tiefer in die Irre des eigenen Geistes führen. In den Geist, der einem verheimlicht, dass man selbst es war, der alles, was so kommt, wie es kommt, unausweichlich vorgezeichnet hat.

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  • Die Nacht ist laut, der Tag ist finster von Kat Kaufmann

    Die Nacht ist laut, der Tag ist finster
    Minoo

    Minoo

    27. May 2017 um 10:11

    „Die Nacht ist laut, der Tag ist finster“ handelt von dem jungen Erwachsenen Jonas. Sein Großvater hinterlässt ihm nach dessen Tod einen Zettel, mit einem Namen und der Notiz „Finde diesen Mann“. Jonas, der von dem Namen Valerij Butzukin noch nie gehört hat, macht sich auf die Suche, in der Hoffnung mit Valerij Butzukin auch seinen leiblichen Vater zu finden. Doch bevor er sich auf den Weg nach Russland macht, begegnet er Juri und Stas. Zwei junge Russen in seinem Alter, die schnell zu Freunden werden und ihn bei seiner Reise begleiten. „Die Nacht ist laut, der Tag ist finster“ ist ein Buch, das man am besten mit den Worten außergewöhnlich und anders beschreiben kann. Dies ist vor allem durch den sehr besonderen Schreibstil der Autorin begründet. Die Geschichte um Jonas ist in großen Teilen in der 2. Person geschrieben. Hierdurch fühlte ich mich als Leser besonders in die Geschichte integriert. Jonas Geschichte ist aus dessen Sicht geschrieben und dennoch wird der Leser als Jonas angesprochen. Jonas macht sich Vorwürfe, weil er sein Großvater erst vor dessen Tod nicht im Krankenhaus besucht hat. Es scheint, als würde der Erzähler dem Protagonisten Vorwürfe machen…und der Protagonist ist der Leser selbst. „Durch Schläuche pumpte man Nahrung in ihn hinein. Und durch die Schläuche wieder raus. Du hast es nicht hingekriegt. Du warst nie wieder dort. Mutter jeden Tag. Und du dämlicher Sack hast Ernst zu Ehren lieber die Knöchel deiner Hand an der Wand zerhauen. (…) Weil du nicht sehen wolltest, wie ihm der Speichel aus dem Mund läuft und die Augen sich nicht mehr regen, wie er dich nicht mehr erkennt.“ (S. 22) Neben dieser außergewöhnlichen Perspektive ist auch die Wortwahl der Autorin anders, als ich es gewohnt war. Der Schreibstil ist sehr derb und direkt, die Umgangssprache der Charaktere des Buches. „Keinem hast du es gesagt. So macht man es hier eben. Schweigen. Wie deine Mutter, wie alle hier. Hier am Stadtrand, wo Mutter und Peter immer auf dich warten, in dieser kleinen Straße mit sieben Häusern nach rechts, fünf nach links, in der du als Kind so oft allein auf dem Spielplatz warst, hier, wo du in letzter Zeit so selten her kommst, um den guten Sohn zu spielen und in Sinnlosigkeit zu starren, steht das Leben ab wie Wasser in einem Glas. Zuerst scheint es rein und klar, und nach und nach setzt sich das Hässliche, das einst Unsichtbare am Glasboden ab. Wie bei den Steindrechslers, bei denen keiner wusste, was solche wie die hier verloren haben. Urlaub hier, neuer Wagen dort, noch ein Porsche für den Wochenendausflug, Familienhund, perfekte Harmonie, bis es dann plötzlich im Lokalteil stand – dass die hübsche Steindechslertochter, Klassenbeste, gar nicht im Internat war die ganze Zeit, sondern in der Anstalt, und der Mann nicht auf Dienstreise in der Schweiz, sondern im Gefängnis, weil er die Tochter ins Irrenhaus gefickt hatte. Welcome Home!“  (S. 33) Auch die vielen Dialoge sind bezeichnend für den Stil dieses Buches. Eine besonders tolle Idee, fand ich auch die kurzen Informationen, die immer wieder über das Seitenende „laufen“, als wären es Schlagzeilen. Die Kombination aus ungewöhnlicher Perspektive und Wortwahl nahm ich zunächst mit gemischten Gefühlen auf. Ich hatte Zweifel, ob ich mich daran gewöhnen würde, doch das gelang mir viel schneller als gedacht. Das Leseerlebnis war für mich eine völlig neue Erfahrung und ich mochte sie. Am Besten gefallen hat mir, dass neben Jonas auch die anderen Charaktere genauer betrachtet wurden. Der Schreibstil änderte sich in diesen Kapiteln signifikant, sodass der Leser sofort merkt, dass dies nichts mit der eigentlichen Geschichte oder mit Jonas zu tun hat. Zu nahezu jeder Person gibt es ein Kapitel zu lesen. Daher weiß der Leser zum Ende der Geschichte mehr, als der Protagonist. Und er erkennt, dass der erste Blick oft täuscht, wie bspw. die Einschätzung von Stas Mutter. Durch die Augen des Protagonisten wirkt diese recht simpel. Doch in ihrem Kapitel lesen wir mehr über ihre Träume, ihre Vorgeschichte und wie sie dort gelandet ist, wo sie sich jetzt befindet. Stas Kapitel lässt den Leser dessen Anfangszeit in Deutschland erleben. Wie er sich fühlte, weil er sich nicht verständigen konnte, wie er zum Außenseiter wurde. Diese Gefühle beschreibt Kat Kaufmann wie nebenbei und dadurch umso treffender. Themen in diesem Buch gibt es viele. Was machte uns zu dem, was wir sind? Was ist aus unseren Träumen geworden? Wer oder was hat diese verhindert? Auch die Themen Integration oder die Suche nach der eigenen Identität, finden in diesem Buch Platz. Wer bin ich eigentlich? Ebenso wird die Frage „Was passiert, wenn nicht miteinander gesprochen wird?“ aufgeworfen. Jonas Geschichte ist ein Beispiel dafür. Doch die vielen Einblicke in unterschiedliche Menschen und deren Vorgeschichte, ließen mich auch über Vorurteile nachdenken. Wie kann man Menschen beurteilen, die man kaum kennt? Die Menschen geben von sich nur das Preis, was sie von sich Preis geben möchten und daher steckt hinter den einzelnen Personen immer mehr, als es zunächst den Anschein macht. Die Geschichte zeigt unterschiedlichste Menschen, die im Endeffekt vielleicht gar nicht so unterschiedlich sind. Sie beschreibt, wie Hoffnungen und Erwartungen die Sinne und die Wahrheit trüben. Nichts in diesem Buch ist, wie es scheint. Während die Protagonisten durch ihre Hoffnungen beeinflusst werden, wird der Leser durch seine Erwartungen an der Nase herum geführt. Dies macht die Geschichte nicht nur spannend, sondern auch überraschend und ergreifend.Fazit: „Die Nacht ist laut, der Tag ist finster“ ist ein Buch, das mich lange über verschiedene Themen nachdenken lies. Durch Schreibstil und Aufbau ist Kat Kaufmann ein Roman gelungen, der sich von der Menge abhebt und Lust auf mehr Bücher der Autorin macht. Wer sich auf dieses Buch wirklich einlässt, darf sich auf eine völlig neue Leseerfahrung freuen.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    29. December 2016 um 13:40

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareen anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesmuqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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