Kateřina Tučková Das Vermächtnis der Göttinnen: Eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten - Roman

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Inhaltsangabe zu „Das Vermächtnis der Göttinnen: Eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten - Roman“ von Kateřina Tučková

Uraltes Wissen, von Müttern an Töchter weitergegeben - eine abenteuerliche Spurensuche Verstreut in den Weißen Karpaten liegen einzelne Hütten, weit entfernt von allem. Es ist die Heimat der weisen Frauen, die ihr Wissen seit Generationen weiterreichen. Sie gelten als Göttinnen mit magischen Heilkräften und der Fähigkeit, die Zukunft vorherzusehen. Warum nur haben sie ihre eigene nicht gesehen? Als Jugendliche muss Dora, die letzte der Göttinnen, miterleben, wie ihre Tante Surmena in die psychiatrische Klinik eingewiesen wird, und sie kehrt dem archaischen Leben den Rücken, verschreibt sich Fortschritt und Wissenschaft. Erst viel später, als die Archive der Staatssicherheit geöffnet werden, begreift sie, dass Surmena, wie auch die anderen Göttinnen, als regimefeindlich verfolgt worden war. Fassungslos deckt Dora bis dahin unbekannte Schicksale ihrer Familie auf. Eine Spur führt gar zu der von Himmler angelegten Hexenkartothek. Haben die Göttinnen etwa mit den Deutschen kollaboriert? Ein mitreißender Roman über Macht, Korruption und Verrat in totalitären Regimen, über Rationalität und Magie.

Ein wunderbarer Dokumentationsroman über die Göttinnen

— tination
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    Das Vermächtnis der Göttinnen: Eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten - Roman

    Lesemanie

    31. January 2016 um 11:26

    Seit Generationen leben in Hütten in den Weißen Karpaten die sogenannten Göttinnen. Von weit her pilgern die Leute in die einsame Bergregion, um diese Frauen um Hilfe zu bitten. Geldsorgen, Krankheiten, erfolglose Söhne und unverheiratete Töchter – die Menschen glauben, dass die Göttinnen ihnen bei der Lösung solcher Probleme helfen können. Dora ist die Letzte eines dieser alten Heilerinnengeschlechter, doch sie hat sich schon vor Jahren der Wissenschaft verschrieben. Ein Auslöser dafür war der Wunsch, den Ruf ihrer Vorfahren reinzuwaschen. In Zeiten der Sowjetunion wurden die Göttinnen als systemfeindliche Elemente vom Staat kontrolliert und inhaftiert. Und nicht nur das – im Rahmen ihrer Nachforschungen für ihre Diplomarbeit ist Dora damals über Hinweise gestolpert, dass die Göttinnen zu Zeiten deutscher Besatzung mit den Besatzern paktiert haben könnten. Doras Diplomarbeit entsteht noch zu Zeiten der Sowjetunion und ihr Zugriff auf Quellen ist eingeschränkt. Doch nach dem Ende der Union öffnen sich die Archive der Staatssicherheit und Dora macht sich ein weitere Mal daran, die Geschichte der Göttinnen aufzurollen. Tučková tänzelt in ihrer Erzählung zwischen verschiedenen Zeiten, zwischen historischen Dokumenten, Träumen und Wirklichkeit hin und her. So präsentiert sie nicht nur einen spannenden Prozess der Geschichtsaufarbeitung in einem Land, das von verschiedenen Mächten okkupiert worden ist und nun mit diesem Erbe zu hadern hat. Sie erzählt auch eine interessante (und merkwürdige) Familiengeschichte: es geht um Mord und Totschlag, um enttäuschte Hoffnungen und starke Frauen, die sich gegenseitig sozusagen nicht einmal den Dreck unter den Fingernägeln gönnen. Es geht um Aberglauben, Religion und alte Magie und selbst Dora, die sich mit aller Kraft dagegen wehrt, sich übernatürlichen Kräften zu fügen, hadert mit der Tatsache, dass auf ihrer Familie ein Fluch zu lasten scheint. Kateřina Tučková gelingt etwas, das nicht vielen Schriftstellerin gelingt: sie verknüpft sehr gekonnt Fiktion und Historie. Gleichzeitig schafft sie mit zwei Morden einen Spannungsbogen, der stellenweise beinahe Krimi-Züge annimmt. Sie beschreibt den fortwährenden Aberglauben der Landbevölkerung ebenso einfühlsam wie Doras dringendes Bedürfnis nach Aufklärung. Ab und an scheint Tučková in ihrem Bemühen, der akribischen historischen Aufarbeitung dramatische Belletristik gegenüberzustellen, zu eifrig. Dann rutscht die Geschichte in kitschige Gefilde ab und die Sprache spiegelt das wider. Davon abgesehen, hat sie mit Das Vermächtnis der Göttinnen einen unterhaltsamen Dokumentationsroman vorgelegt.

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  • Ein wunderbarer Dokumentationsroman über die Göttinnen

    Das Vermächtnis der Göttinnen: Eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten - Roman

    tination

    10. December 2015 um 21:16

    Das Buch: Dora ist mit ihrem Leben unzufrieden und fängt an, ihre Vergangenheit zu ergründen. Diese ist unweigerlich mit ihrer Tante Surmena verwoben, bei der Dora aufgewachsen ist. Und Surmena war eine Göttin. Eine Heilerin. Dora fängt an, über die Göttinnen zu recherchieren und stößt auf ein altes Familiengeheimnis… Fazit: Dieses Buch ist sehr beeindruckend. Auch wenn es eher ein fiktiver Roman ist, beruhen laut der Autorin Teile des Buches auf wahre Begebenheiten. Und man merkt, dass dieses Buch wirklich so geschehen sein könnte. Und so begibt sich der Leser mit der Protagonistin Dora auf eine Reise in die Vergangenheit. Dabei spart Tuckova nicht an Stilmitteln, und lässt viele Archivdokumente wie Berichte, Briefe und Zeitungsartikel einfließen. Diese geben Aufschluss über einzelne Göttinnen und klären für Dora und dem Leser so einiges auf. Doch auch Dora birgt Geheimnisse, die vereinzelt im Verlauf erklärt werden, als wäre nichts Besonderes dabei. Denn ihr Leben ist genauso spannend wie das der Göttinnen. Tuckova schreibt schnörkellos und unaufgeregt. Ohne viele Umwege kommt sie auf den Punkt, ohne dass man das Gefühl hat, etwas zu verpassen. Es ist ein Roman, wo man doch so einiges selbst erfassen muss, aber damit ergibt sich eine ähnliche Ausgangssituation für den Leser wie für Dora. Man leidet mit den Göttinnen mit und erfährt unfassbares. Zusammenfassend ist es ein Buch über eine Familie mit viel Tragik, Weisheiten, Vorurteilen, Verrat und Eigenheiten. Es ist ein klarer Roman, der auch anregt, seine eigene Familiengeschichte zu ergründen. Dieses Buch ist ein absoluter Geheimtipp für alle Leser, die gerne Familiengeschichten mit Geheimnissen lieben und doch etwas anspruchsvoller unterhalten werden wollen. Dieses Buch lohnt sich und ist ein Jahrestipp.

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