Kate Anthony Das Glück zum Greifen nah

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Inhaltsangabe zu „Das Glück zum Greifen nah“ von Kate Anthony

Rachel Bidewell ist glücklich verheiratet. Leider gilt das nicht für ihren Mann, der sie gerade für eine jüngere Frau verlassen hat. Nun steht sie allein da, mit der Hypothek, einem sehr unordentlichen Haus und der Aufgabe, nicht nur ihr eigenes Herz wieder zu flicken, sondern auch die Herzen ihrer drei Kinder. Doch vor allem braucht sie dringend Geld. Bei ihrem neuen Job in einem Pflegeheim lernt sie Philip kennen, einen Mann, der in tiefer Trauer um seine Mutter ist, der einzigen Person, die sich je um ihn gekümmert hat. Nur zu Rachel fasst Philip Vertrauen. Es ist der Beginn einer unerwarteten, aber wunderbaren Freundschaft.

Sehr berührender Roman, der jedoch stellenweise tiefer hätte gehen können. Trotzdem wirklich schön zu lesen.

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  • Ein wirklich guter Debütroman – berührt und macht nachdenklich

    Das Glück zum Greifen nah

    Lesegenuss

    26. August 2015 um 18:22

    Rachel Bidewell, eine junge Frau um die Dreißig, in London lebend, steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Vor sechs Monaten hatte Dom, ihr Mann, sie und die drei Kinder wegen einer Jüngeren verlassen und wohnte jetzt am anderen Ende der Stadt. Um das Haus halten zu  können, die Hypothek zu bezahlen, nimmt sie einen Teilzeitjob in einem Pflegeheim an. „Pflegeassistentin für hilfsbedürftige Personen gesucht“, so hat es geheißen. Von Rob, dem Stellvertreter des Heims, erhält sie eine Einweisung. Job, drei Kinder, Haushalt, das ruft direkt nach Chaos, denn ihr Au-pair Mädchen Marlene ist ihr keine große Hilfe. Um Rachel den Einstieg in ihren Job zu erleichtern, zumal sie ja nur an bestimmten Tagen arbeitet, weist Rob ihr einen neuen Patienten zu, Philipp Johnston. Philipp ist Ende Dreißig und hatte bis vor kurzem bei seiner Mutter gelebt, die auch seine einzige Bezugsperson in seinem ganzen Leben war. Nun aber war die Mutter verstorben, was die Angelegenheit erschwerte, denn Philipp ließ niemanden an sich heran. Dieser junge Mann war so geprägt von den Aussagen seiner Mutter. Sein Verhalten und sein Geist waren auf einem ganz kindlichen Stand, was für Rachel erst einmal ein Schock ist. Doch mit viel Hingabe schafft sie eine Vertrauensbasis. Da er nie eine Schule besucht hatte, nur den Fernseher als Kommunikation und die Mutter, ist es schwierig, sich ihm gegenüber verständlich zu machen. Einen derartigen Menschen aus seiner bisherigen Umgebung herauszureißen, ihm klar zu machen, dass er fortan ein neues Zuhause habe, eine schwere Aufgabe. Doch Rachel gibt nicht auf. Den Verlauf dieser Entwicklung, und es ist ein sehr sensibles Thema, hat die Autorin wirklich wunderbar beschrieben. Denn auch Rachel hat es nicht einfach, ihr chaotisches Leben in den Griff zu bekommen. Das Verhältnis zu ihrem Noch-Mann Dom ist gestört. Und dieser präsentiert sich nicht gerade von seiner Schokoladenseite. Ein Mann, bei dem wohl die Hormone durchgegangen sind. Doch Rachel lehnt jedwede Hilfe von ihm ab. Bis auf den Umgang mit den Kindern, woraus sie besteht, dass er sie unterstützt. Doch dann kommt es zum Eklat, Sohn Alec zieht zu seinem Vater. Unerwartet erhält Rachel Hilfe von ihrer Schwiegermutter Mary, die ihr eine große Sorge abnimmt. Die Betreuung der Kinder, wenn sie bis spät arbeiten muss. So chaotisch Rachel auch sein mag, sie ist eine Charaktere, die man lieben muss. Die Autorin packt gleich zu Anfang ein brisantes Thema an, und zwar das Bettnässen der Kinder. Zitat S. 399 „Sobald man Kinder hatte, wurde man wahnsinnig schnell erwachsen …“ Überhaupt das Ende! Der Brief von Rachel an die jüngere Deborah, ist etwas ganz besonderes und zeigt auch, welch großartige Charaktere in Rachel steckt. „Das Glück zum Greifen nah“ der Debütroman von Kate Anthony befasst sich mit den Themen Pflegesystem als auch Trennung und Verlust. Das Buch berührt und macht nachdenklich. Die Familie Bidewell ist zwar fiktiv, doch sie könnte jederzeit in unserer Nachbarschaft leben. Nur im Endeffekt gestalten wir unser Leben selbst, geben ihm die Richtung. Auch wenn es oft so scheint, dass es der falsche Weg war, heißt es nicht, dass das Ende schlecht sein muss.

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