Kate Atkinson Die Unvollendete

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  • 47 Rezensionen
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Inhaltsangabe zu „Die Unvollendete“ von Kate Atkinson

In einer eisigen Nacht im Jahre 1910 wird Ursula Todd geboren, um gleich nach dem ersten Atemzug zu sterben. Doch anders als andere Menschen erhält sie eine weitere Chance und wird erneut geboren: in eine äußerst britische Familie, die mit den herrlichsten Marotten ausgestattet ist und in deren Mitte Ursula mit ihrer »Fähigkeit« nicht weiter auffällt. Ganz im Gegenteil: Für ihre Mutter ist sie das Kind, das am meisten üben muss, um das Leben meistern zu können. Und so begegnet Ursula den seltsamen Ereignissen in ihrem Leben mit Neugierde, Humor und dem aufrichtigen Bestreben, alles richtig zu machen. Anders als andere muss sie nicht fragen: Was wäre, wenn? Ihr ist es gegeben, ihre Fehler und damit ihr Leben zu korrigieren. Dennoch erlebt sie Verlust, Verrat, Krieg und Tod. Was also soll diese Gabe? Ist es überhaupt möglich, sein Leben fehlerlos zu leben?

Eine Frau, die immer wieder und wieder ihr Leben lebt.

— schokoloko29
schokoloko29

Tolle Geschichte! Unbedingt lesen, das Buch bleibt im Gedächtnis!

— MinaRico
MinaRico

Faszinierend von Anfang bis Ende. Hinterlässt Spuren in Kopf und Herz.

— Buchperlenblog
Buchperlenblog

Anfangs wirklich spannend, aber immer wieder ein Leben von vorne beginnen?... Aber eine tolle Spache

— andrea_strickliesel
andrea_strickliesel

Ein interessantes Gedankenkonstrukt über das Phänomen der Zeit, ein anspruchsvoller Roman, der mich nicht aus seinem Sog entließ...

— parden
parden

Dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht. Teilweise Langweilig, aber im ganzen ein sehr gutes Buch.

— sasuka77
sasuka77

Trotz teilweise sehr komplizierten Zeitwechseln eine sehr lesenswerte Geschichte.

— Langeweile
Langeweile

Tolle Idee und starker Anfang, dann schwächelt es jedoch bis zum Ende hin...Schade!

— MarleyM
MarleyM

Am Anfang interessant und dann einfach nur noch bla bla bla...

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Eine faszinierende und philosophische Zeitreise à la "Mr. Nobody"

— katthi
katthi

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    Die Unvollendete
    schokoloko29

    schokoloko29

    05. August 2017 um 19:29

    Mir fällt es echt schwer eine Rezension zu verfassen. Im Endeffekt geht es um eine Frau (Ursula Todd), die 1910 in Groß Britanien geboren wird und stirbt und dann wieder geboren wird; mit ein paar Änderungen.Mal stirbt sie in den Fluten im Meer, dann stirbt sie an der spanischen Grippe, nach Ende des ersten Weltkrieges; mal bei einem Bombenanschlag in London im zweiten Weltkrieg.Was bei diesem Buch so besonders ist, ist das Gedankenkarusell, was wäre wenn. Wenn sie sich so entschieden hätte, wie würde sich ihr Leben und das Leben ihrer Familie sich ändern. Darüber hinaus ist es auch ein Porträt der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts. Es wird die Auswirkungen der Familie Tod während des ersten und zweiten Weltkrieges geschildert. Die mal in die eine mal in die andere Richtung sich entwickeln.Sehr erwähnenswert finde ich die besondere Sprache der Autorin und ihre "Kniffe". Mir fiel von Anfang an auf, dass die Autorin sehr gut in ihrem Handwerk ist und sie den Leser gut durch die Zeiten trägt.Fazit:Ein Buch, welches mir gut gefallen hat und ich es wirklich verschlungen habe. Es porträtiert das 20. Jahrhundert aus der Sicht von Ursula und ihrer Familie.Ein sehr lesenswertes Buch!

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    • 3
  • Es hinterlässt Spuren in Herz und Kopf

    Die Unvollendete
    Buchperlenblog

    Buchperlenblog

    04. April 2017 um 09:26

    Es gibt Bücher, die liest man einmal und legt sie dann ins Regal zurück, lässt sie verstauben und rührt sie nicht wieder an. Die Unvollendete ist keines dieser Bücher. Inhalt In einer bitterkalten Nacht 1910 wird in einem Haus im ländlichen England ein Baby geboren. Doch die Nabelschnur hat sich ihm um den Hals gelegt und es stirbt. Wieder 1910. Der Arzt schafft es im letzten Moment, bei der Geburt anwesend zu sein. Er hat eine Schere mitgebracht und erlöst das Kind von der Nabelschnur, die sich um seinen Hals gelegt habt. Das Kind überlebt. In Gedanken macht sich Mrs Todd eine Notiz, dass man eine Schere bei einer Geburt bereitlegen sollte. Man weiß ja nie. Ursula Todd wächst heran und begegnet all den Gefahren, denen man innerhalb seines Lebens begegnen kann. Sie hat die Gabe, ihr Leben neu zu beginnen, doch davon ahnt sie sehr lange Zeit nichts. Sie hat hin und wieder diese Gefühle, deja vu erklärt der Arzt. Sie weiß, dass sie in manchen Situationen anders handeln muss, um ihr Leben zu meistern. Doch trotzdem ergeben sich immer wieder Situationen, in denen sie die falsche Abzweigung nimmt. Kann es überhaupt ein Leben ohne Krankheiten, Verrat, Tod geben? Rezension Wir haben nur ein Leben. Wirklich? Denn Ursula Todd beginnt ihr Leben unzählige Male neu. Das Leben hält viele Fallen bereit, an denen ein Mensch falsch abbiegen kann, eine falsche Entscheidung, ein falscher Weg – und das Leben endet abrupt. Das Buch hat mich vor allem eines gelehrt: Dankbarkeit. Dankbarkeit, es bis hierher geschafft zu haben. Ich bin nicht als Kind aus dem Fenster gefallen, weil ich ein Spielzeug retten wollte. Ich bin nicht an einer heimtückischen Krankheit gestorben. Niemand hat mich vergewaltigt oder mir andere Gewalt angetan. Innerhalb der Geschichte dreht sich dann allerdings das Gefühlskarussell. Wollte ich vorher immer, dass sie überlebt, dass Ursula das Leben bis zu diesem Punkt nicht noch einmal erleben muss, so gab es einen Punkt in ihrem jungen Erwachsenenalter, an dem ich ihr den Tod wünschte. So viel Schlechtes war ihr widerfahren, dass ich ihr nur noch wünschte, dass sie noch einmal von vorn anfangen dürfe. Doch wie es auch in deinem oder meinem Leben der Fall ist: Schlimme Dinge passieren. Und man muss mit ihnen leben. Auch das will uns Kate Atkinson vermitteln. Es gibt kein Leben, in dem alles glatt verläuft. Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Selbst wenn du weißt, dass du links abbiegen musst, weil rechts der Tod lauert – wer sagt dir, dass der Tod nicht auch links lauert? Wir versuchen alle, unser Leben so gut es geht zu meistern, so wenig Schaden wie möglich einzustecken oder anzurichten. Und doch passieren Dinge. Kriege brechen aus, die wir nicht verhindern können. Unsere Liebsten sterben. Wir können nicht alle retten. Auch nicht, wenn wir den Weg zu kennen meinen. „Was wäre, wenn wir die Chance hätten, es noch einmal zu tun und noch einmal, bis wir es endlich richtig machen? Wäre das nicht wunderbar?“ Dieses Buch gehört zu meinen absoluten Herzensbüchern. Es gibt sie, diese Buchperlen, die man immer und immer wieder liest, und immer wieder Neues entdecken kann. Nicht nur Ursula hat einen festen Platz in meinem Herzen. Auch der Rest der Familie ist tief in mir verankert. Teddy, ihr kleiner Bruder ist ein wunderbarer Charakter. Umso schöner ist es, dass die Autorin ihm einen eigenen Band gewidmet hat ( Glorreiche Zeiten ). Das Ende verlässt mich jedes Mal mit gemischten Gefühlen. Doch das Buch hinterlässt Spuren in Herz und Kopf. Fazit Ein Buch über Wiedergeburt. Ein Buch über das Leben, über die Steine, die einem in den Weg geworfen werden. Ein Buch über die Liebe, über das Leben an sich und ein Buch über den Tod. Ein Buch mit einer Botschaft: Lebe dein Leben und versuche glücklich zu sein, auch wenn du Fehler machst. Neugierig geworden?  Am 23. April 2017 ist Welttag des Buches und ich mache bei der Aktion Blogger schenken Lesefreude mit. Schaut doch mal auf Buchperlenblog vorbei, wenn ihr Ursula näher kennenlernen wollt. 

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    • 7
  • Ein richtig gutes Buch!

    Die Unvollendete
    MinaRico

    MinaRico

    23. March 2017 um 21:09

    Die Hauptfigur Ursula hat eine Aufgabe zu erfüllen. Welche Aufgabe das ist, weiß weder sie noch der Leser. Bevor sie diese Aufgabe nicht erfüllt hat, ist es ihr nicht vergönnt, lange genug zu leben. Sie wird immer wieder erneut geboren, im Winter 1910.In jedem Leben kommt sie ein Stück weiter, ein paar Lebensjahre. Jede ihrer Entscheidungen (und das wird dem Leser schnell klar: ihre eigenen Entscheidungen beeinflussen den Fortgang ihres Lebens, nicht andere) bringt sie also einem längeren Leben näher.In ihren zahlreichen Leben erlebt sie Schicksalsschläge, Liebesbeziehungen, Verluste, Verrat, aber sie macht auch schöne Erfahrungen. Alles ist jedoch vom Krieg überschattet, den sie in all seinen Facetten erlebt.In jedem ihrer Leben spürt sie aber zunehmend, dass da etwas ist, eine Ahnung, wie die nächste Entscheidung ihre Zukunft beeinflussen kann, wie eine Art Deja-Vu. Sie entwickelt ein Gespür für ihr Handeln und ihre Entscheidungen. Wobei sie nie ahnt, dass sie schon mal gelebt hat, mehrfach sogar. Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht. Es ist eigentlich nicht das, was ich klassischerweise so lese, aber ich bin froh, dass mir dieses Buch durch sein schönes Cover in die Hände gefallen ist.Mit jedem ihrer Tode, wenn ihre Welt also mal wieder einmal dunkel wird, erwartet man mit Spannung, wie es in ihrem nächsten Leben weitergeht, und im übernächsten und übernächsten Leben. Es wiederholen sich zwar manche Dinge, aber Ursulas Zukunft ist jedes Mal wieder ungewiss.Interessant, wie Entscheidungen das Leben verändern können, und sei es nur die Entscheidung, ein Lächeln nicht zu erwidern.Der klassische Satz "Man lebt nur einmal!" trifft hier in keiner Weise zu, das macht es so spannend. Die Sprache ist klar, aber trotzdem spart die Autorin nicht an detailreichen Beschreibungen.Dieses Buch kann ich nur weiterempfehlen. Ich finde, es ist ein sehr gelungener Roman.

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  • [Rezension] "Die Unvollendete" - Ein ewiger Kreislauf...

    Die Unvollendete
    SicaUee

    SicaUee

    29. October 2016 um 22:39

    Ein Mensch wird geboren, lebt sein Leben und stirbt irgendwann. Das ist das, was man den „normalen“ Verlauf des Lebens nennt. Ursula Todd hingegen, Protagonistin in Kate Atkinsons Roman „Die Unvollendete“, beginnt ihr Leben immer wieder aufs Neue. Sie wird am 11. Februar 1910 als drittes Kind von Hugh und Sylvie Todd, gut situierte Familie, geboren und wächst mit vier Geschwistern, dem unausstehlichen Maurice, den nicht mal seine Eltern mögen, Pamela, Teddy, Liebling aller sowie Nachzügler Jimmy auf. Sie wird geboren und stirbt sofort wieder. Sie wird geboren und ertrinkt mit vier Jahren im Familienurlaub. Oder sie stirbt an der spanischen Grippe oder während der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg. Oder... So erhält der Roman eine feste Struktur, er gliedert sich durch Wiederholungen, wobei natürlich in jedem neuen Leben Änderungen auftreten. So erlebt Ursula ein Leben nach dem anderen, was der englische Titel, „Life After Life“, auch wunderbar ausdrückt. Es ist wirklich interessant zu sehen, wie verschieden oder aber auch ähnlich Ursulas Leben sind, durch die unterschiedlichen bewussten oder auch unbewussten Entscheidungen, die sie trifft und den Konsequenzen, die das jeweils nach sich zieht. „Was wäre, wenn...?“ Eine interessante Frage, die hier durchgespielt wird und deren Ausführung zeigt, wie eine kleine Änderung alles andere ändern kann. Eine Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt, das ist das Bild, das Ursula einmal (über ihr Leben?) zeichnet. Und irgendwann kommt das Gefühl auf (beim Leser und gewissermaßen auch bei Ursula), dass sie in diesem ewigen Neubeginn gefangen ist, wann und wie auch immer sie stirbt, sie wird immer wieder in die selbe Familie hineingeboren und ihr Leben beginnt aufs Neue, ohne dass sie aus diesem ewigen Kreislauf ausbrechen könnte.Ein wirklich empfehlenswertes Buch, eine Geschichte, die im Kopf bleibt und die man so schnell nicht vergessen kann. Welches Leben wollen wir führen, wir haben ja sozusagen nur einen Versuch, das kam mir so in den Sinn, als ich nochmal darüber nachdachte. (Irgendwie fällt es mir auch wirklich schwer, meine Gedanken zu dieser Geschichte in Worte zu fassen...) Keine leichte Lektüre, aber eine, die sich auf jeden Fall lohnt.

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    • 3
  • Life After Life...

    Die Unvollendete
    parden

    parden

    05. July 2016 um 23:51

    LIFE AFTER LIFE... Der englische Originaltitel des Buches 'Life After Life' zeigt im Grunde sehr schön auf, worum es sich hier eigentlich dreht: ein Leben, das wieder und wieder und wieder gelebt wird. Ursula Todd heißt der Hauptcharakter, der hier auf unterschiedliche Arten zu Tode kommt, nur um gleich darauf wiedergeboren zu werden. Reinkarnation also? Nein, nicht wirklich. Denn es geht hier nicht darum, in der Zeitachse chronologisch weiterzuziehen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut geboren zu werden - Ursula Todd lebt ein und dasselbe Leben in immer der gleichen Familie ein ums andere Mal wieder. Ihr Geburtsdatum ist dabei stets der 11. Februar 1910. "Alles war irgendwie vertraut. 'Man nennt es Déjà-vu', sagte Sylvie. 'Der menschliche Geist ist ein unergründliches Phänomen' (...) doch Ursula erinnerte sich an die Blätter, die wie große grüne Hände in der Brise winkten, und den silbernen Hasen, der vom Verdeck hing, vor ihrem Gesicht baumelte und sich drehte (...) Und die schreckliche Angst - der angstvolle Schrecken -, die sie immer in sich trug (...) Und manchmal wusste sie auch, was jemand gleich sagen würde, bevor er es sagte, oder was für ein alltäglicher Vorfall sich demnächst ereignen würde (...), als wären diese Dinge schon oft passiert. Worte und Sätze waren ein Echo ihrer selbst, Fremde schienen alte Bekannte." Doch obschon Ursula in immer dieselbe britische und gutsituierte Familie geboren wird, in ihrem Häuschen auf dem Land mit dem wundervollen Garten, den zahlreichen Geschwistern, den Hunden und dem Personal, verläuft das Leben doch jedesmal anders. Stirbt Ursula beim ersten Mal gleich bei der Geburt, wird ihr darauffolgendes Leben von dem entbindenden Arzt gerettet, so dass sich etwas Neues entwickeln kann. Kleinigkeiten sind es meist nur, die dafür sorgen, dass das Leben bei dem Mal darauf anders verläuft - ein wenig anders zuweilen, manchesmal jedoch auch auf eine komplett andere Art und Weise. Doch wann ist ein Leben perfekt - und gibt es das überhaupt? " 'Fragst du dich nicht manchmal, was wäre', sagte Ursula, 'wenn irgendeine kleine Sache anders gewesen wäre, in der Vergangenheit, meine ich. Wenn Hitler bei der Geburt gestorben wäre oder wenn ihn jemand als Baby entführt hätte und er in - ich weiß nicht - sagen wir in einem Quäkerhaushalt aufgewachsen wäre, dann wäre doch bestimmt alles anders gekommen.'" Was für ein Gedankenexperiment hat Kate Atkinson hier gewagt! Hat sich nicht jeder schon einmal die Frage gestellt, wie das eigene Leben womöglich verlaufen wäre, hätte man an einer bestimmten Stelle eine andere Entscheidung getroffen oder wäre man irgendwo nur einige Minuten früher oder später aufgetaucht? In diesem Roman bekommt der Leser vor Augen geführt, wie unterschiedlich ein Leben tatsächlich verlaufen kann, wenn sich etwas im Gefüge ändert. Dabei geht es nie ohne Verlust, Verrat, Krieg und Tod aus - weshalb also diese Anstrengung? Ursula, irritiert von den Ahnungen, den augenscheinlich unmöglichen Erinnerungen, den Déjà-vus, sucht schon als Kind einen Psychiater auf, der sie in ihrer Verwirrung eine Zeitlang begleitet. "'...das Leben muss weitergehen (...) Wir haben schließlich nur eins, wir sollten unser bestes tun. Wir machen es nie r i c h t i g, aber wir müssen es versuchen.' (...) - 'Was wäre, wenn wir die Chance hätten, es noch einmal zu tun und noch einmal, bis wir es endlich richtig machen? Wäre das nicht wunderbar?'" Einen beeindruckenden Roman präsentiert die Autorin hier - eine lebendig erzählte Familiengeschichte mit interessanten Charakteren, die der Leser im Verlaufe der verschiedenen Leben Ursulas auch zunehmend besser kennenlernt; ein Stück Zeitgeschichte, denn auch und vor allem die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg spielen hier eine große Rolle; und nicht zuletzt die Konstruktion der Handlung als wiederkehrende Zeitschleife, die trotzdem immer überraschend in ihrem jeweiligen Verlauf ist. "'Amor futi', sagte Ursula. 'Ich habe es erst nicht verstanden (...)' - 'Liebe zum Schicksal?' - 'Es bedeutet, es anzunehmen. Was immer dir zustößt, akzeptiere es, das Gute wie das Schlechte gleichermaßen. Der Tod ist nur eine weitere Sache, die wir annehmen müssen.'" Die oftmals aufgehobene Chronologie sowie die zahlreichen alternierenden Lebenswege fordern die ständige Konzentration des Lesers. Der Schreibstil ist flüssig, dabei jedoch eher gehoben und anspruchsvoll, und damit auch nicht immer einfach zu lesen. Genaue historische Kenntnisse fließen hier ebenso ein wie literarische Anspielungen und Zitate (vornehmlich aus Klassikern der englischen Literatur). Die Charaktere, allen voran Ursula Todd, sind interessant gezeichnet, und manch eine Figur schleicht sich zunehmend ins Herz des Lesers. Ein ausgesprochen interssant konstruierter Roman mit einem spannenden Gedankenexperiment und einer liebevollen Ausgestaltung. Mich hat das Buch nicht aus seinem Sog entlassen, und somit erhält es von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung! © Parden

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    • 12
  • um Nachdenken gebracht

    Die Unvollendete
    sasuka77

    sasuka77

    19. June 2016 um 12:24

    Dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht. Teilweise Langweilig, aber im ganzen ein sehr gutes Buch.

  • Was wäre, wenn...?

    Die Unvollendete
    Jisbon

    Jisbon

    20. May 2016 um 17:25

    »Die Zeit ist ein Konstrukt, in Wahrheit ist alles im Fluss, es gibt keine Vergangenheit, keine Zukunft, nur das jetzt.« (Seite 552) Wer hat sich nicht schon die "Was wäre, wenn...?"-Frage gestellt? Es kann unglaublich verlockend sein, darüber nachzudenken, was geschehen wäre, wenn man nur eine Kleinigkeit anders gemacht hätte. Natürlich ist das Grübeln sinnlos - man kann nichts mehr verändern, das geschehen ist -, aber dennoch stellt man sich diese Fragen: Was wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte? Was wäre, wenn das ganze anders ausgegangen wäre? Und was wäre, wenn Hitler nie gelebt hätte...? "Die Unvollendete" beschäftigt sich mit genau diesem Thema und spielt auf sehr unterhaltsame, interessante Weise damit. Die Protagonistin Ursula Todd muss sich diese Fragen tatsächlich nicht stellen: wann immer sie stirbt, kehrt sie in die Vergangenheit zurück und wird erneut geboren. Dadurch werden dem Leser viele, viele alternative Lebenswege präsentiert, die jedoch alle auf eines hinauslaufen: früher oder später stirbt Ursula und beginnt von vorne. In ihren "nächsten" Leben trifft sie immer andere Entscheidungen, teilweise sind es nur Kleinigkeiten, die sich verändern, teilweise sind es aber gravierende Dinge, die einiges beeinflussen. Natürlich ist dies nach einer Weile verwirrend: vor allem, als das Buch sich dem Ende entgegen neigt, kann man sich nicht mehr sicher sein, was nun tatsächlich passiert ist oder was "rückgängig" gemacht wurde. Nichtsdestotrotz - oder gerade deswegen? - ist "Die Unvollendete" ein Roman, der von der ersten Seite an fesselt und fasziniert. Ursula erlebt beide Weltkriege, den einen als kleines Kind, den anderen als Frau, die mitten im Leben steht. Dadurch, dass sie so viele verschiedene Lebenswege einschlägt, wird vor allem der Zweite Weltkrieg aus verschiedenen Perspektiven aufgearbeitet, die alle sehr glaubwürdig und authentisch sind. Man erfährt einige Details, die nicht sehr bekannt sind, die aber tatsächlich wahr zu sein scheinen, und der Krieg wird sehr einfühlsam, aber eindringlich geschildert. Man glaubt, mitten im zerbombten London zu stehen und Leichen auszugraben oder in Deutschland bei einer Parade des Führers zu sein. Atkinson ist es gelungen, den Schrecken des Krieges so geschickt mit dem Schicksal ihrer Protagonistin zu verbinden, dass man Anregungen zur Recherche erhält, aber nicht mit Fakten erschlagen wird. Je nachdem, welche Wahl Ursula getroffen hat, schildert sie glaubhaft, wie Hitler in Deutschland erlebt wird, aber auch, wie der Krieg in England wütet. Keine Sekunde lässt sie aber Zweifel daran offen, dass der Zweite - und auch der Erste - Weltkrieg etwas unbeschreiblich schreckliches war. Die wichtigen Charaktere sind allesamt sehr liebevoll gezeichnet. Sie handeln alle sehr konsequent, genau so, wie der Leser sie kennen gelernt hat - außer eine Entscheidung Ursulas hat ihr Leben so verändert, dass auch ihr Wesen sich änderte. Aber auch die fast endlos erscheinenden Nebenrollen, die den zahllosen verschiedenen Stationen in Ursulas Leben geschuldet sind, sind keine blassen Abziehbilder, sondern haben alle irgendetwas unverwechselbares. Etwas schade fand ich, dass es im ganzen Buch keine Erklärung gibt, wieso Ursula diese Gabe besitzt und dass man auch nicht erfährt, ob es ein endloser Kreislauf der Wiedergeburten ist oder ob sie irgendwann tatsächlich sterben wird. Andererseits wäre dies ein Bruch der Erzählperspektive gewesen - woher sollte Ursula wissen, woher die Gabe kommt oder ob dieser Tod nun endgültig ist? -, sodass ich damit leben kann, auch wenn ich immer noch neugierig bin und munter spekuliere. Auch das Ende ist recht offen, womit es sehr gut zur Geschichte passt, die zwar einen Anfang, aber kein eigentliches Ende hat. Generell regt das Buch sehr zum nachdenken an, was ich gut finde. Man stellt sich die Frage, welche Entscheidung man selbst getroffen hätte, welche Opfer man bringen würde, wenn man wissen könnte, was man damit verhindern kann. Dadurch ist "Die Unvollendete" kein Buch, das man ausliest und einfach abhaken kann; dennoch ließ es sich sehr leicht lesen und die Spannung blieb die ganze Zeit konstant, da man nie wusste, welches Leben Ursula nun erwartete, sodass ich immer weiter lesen wollte. Interessant fand ich auch, inwiefern Ursula sich ihrer Gabe bewusst (oder nicht bewusst) war. Der Begriff "Déjà-vu" bekommt dadurch eine ganz neue Bedeutung... Es ist sehr schwer, "Die Unvollendete" wirklich vollkommen zu beschreiben, alleine schon, weil so viel passiert und doch nicht passiert. Man wird durch ein Tal von Emotionen gejagt, Trauer, Schmerz, Wut, Freude, Liebe. Gerade die Schilderung der Folgen des Krieges trieben mir mehrfach die Tränen in die Augen. Meiner Meinung nach ist das Buch etwas ähnliches wie ein Kaleidoskop des Lebens in Europa zwischen 1910 und 1967. Gemeinsam mit der Protagonistin Ursula erlebt man die Geschichte um die Zeit der Weltkriege aus verschiedenen Blickwinkeln und begreift, welche Bedeutung es hätte, sein Leben immer wieder leben zu können: Egal, was man tut, es kann nie vollkommen perfekt sein und man kann nie wissen, ob man die eigene Lage nicht verschlechtern würde, wenn man alles nach Belieben verändern könnte. Außerdem macht Atkinson klar, dass schon ein scheinbar unbedeutendes Ereignis, eine Kleinigkeit, nicht nur das eigene Leben, sondern auch das seiner Mitmenschen sehr beeinflussen und ändern kann. Dies ist definitiv eine Botschaft, die ich aus dem Buch ziehe. __________________Herzlichen Dank an den Verlag und Vorablesen für den Gewinn.

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  • Die Instabilität der Zeit

    Die Unvollendete
    Greedyreader

    Greedyreader

    18. March 2016 um 18:24

    Mit “Die Unvollendete” (Originaltitel “Life After Life“, auf deutsch: Ein Leben nach dem anderen, weshalb der Roman auch den Titel “Life After Life After Life” haben könnte) legt Kate Atkinson ihren 9. Roman vor, der so ganz anders ist als die Vorgänger. Es geht um die Familie Todd, bestehend aus Sylvie und ihrem Ehemann Todd, den Kindern Maurice, Pamela, Ursula, Edward und Jimmy. Die gut situierte Familie lebt auf dem Land. Im Mittelpunkt steht Ursula (1910-1967), geboren am 11. Februar 1910 während eines Schneesturms. Arzt und Hebamme bleiben im Schnee stecken und das Baby stirbt bei der Geburt. Dann beginnt alles von vorn. Der Arzt trifft rechtzeitig ein und durchschneidet die um den Hals des Babys gewickelte Nabelschnur. Ursula überlebt, bis sie im Alter von vier Jahren während eines Urlaubs in Cornwall ertrinkt. In der geänderten Variante wird sie von einem Maler gerettet. Damit wird das Muster deutlich: Immer wieder stirbt Ursula und kehrt zurück, um eine alternative Möglichkeit ihres Lebenswegs zu leben. “Es wurde dunkel” oder ähnliche Formulierungen markieren den Augenblick ihres Todes. Die Autorin lässt ihre Protagonistin in dem zwei Weltkriege umspannenden Roman viele Todesarten sterben und viele verschiedene Leben durchlaufen, die manchmal ähnlich, manchmal völlig gegensätzlich sind. Immer wieder geht die Autorin zum Tag von Ursulas Geburt zurück, immer wieder auch zu entscheidenden Jahren in der europäischen Geschichte, wobei der Zweite Weltkrieg zweifellos im Mittelpunkt steht.Die zahlreichen alternierenden Lebenswege und die Aufhebung der Chronologie verlangen dem Leser einiges an Aufmerksamkeit und Konzentration ab, aber es lohnt sich. Man merkt allerdings sehr schnell, dass der Klappentext - wie so häufig - irreführend oder sogar falsch ist. Es geht keineswegs darum, ein perfektes Leben zu führen oder ungetrübtes Glück zu erreichen, indem man bewusst die Fehler aus den anderen Leben vermeidet. Ursula hat keine konkrete Erinnerung an ihre anderen Leben. Vielmehr sagt sie im Gespräch mit ihrem Bruder Teddy, dass wir alle nur ein Leben haben und unser Bestes geben sollten. (S. 497). Ursula hat allerdings zahlreiche Déjà-vu-Erlebnisse und unbestimmte Ängste, wenn sich ein entscheidender Moment nähert. Dann handelt sie, um den Geschehnissen eine andere Richtung zu geben, und zwar nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Familie, ihr Umfeld und sogar für die ganze Welt, wenn sie als 20jährige versucht, durch ein Attentat auf Hitler die Schrecken des Krieges zu verhindern. Die Familie weiß, dass sie anders ist und schickt sie schon als Kind zum Psychiater, weil sie nicht nur die Angestellte Bridget die Treppe hinunter stößt, um schlimmeres Unglück abzuwenden, sondern sich auch oft mit seltsamen Bemerkungen über künftiges oder vergangenes Geschehen verrät.Atkinsons Roman liest sich nicht mühelos, nicht nur wegen der beschriebenen Handlungs- und Zeitstruktur. Er ist auch sprachlich sehr anspruchsvoll, lebt von genauen historischen Kenntnissen ebenso wie von literarischen Anspielungen und Zitaten vor allem aus den Klassikern der englischen Literatur. Atkinson thematisiert das Schreiben selbst, zeigt, was Fiktion ausmacht, wenn sie die Macht eines Autors vorführt, aus einer Fülle von Möglichkeiten auszuwählen zu können und die Geschichten einen unterschiedlichen Verlauf nehmen zu lassen - im Gegensatz zum wahren Leben, wo jeder nur einen endgültigen Tod stirbt und keine Revision der Vergangenheit möglich ist. Im vorliegenden Roman wird die Zeit zu einem wichtigen Thema. Sie ist instabil (S. 553). Vergangenheit und Zukunft existieren nicht, nur das Jetzt zählt.Die Figur der Ursula ist trotz ihres chamäleonartigen Charakters sehr sympathisch und die Beschreibung einer Großfamilie und der speziellen Geschwisterbeziehungen überaus berührend und interessant. Der Roman - nominiert für die Shortlist des 2013 Women Prize for Fiction (gewonnen hat allerdings die Amerikanerin A.M. Homes mit “May We Be Forgiven”) - ist sehr empfehlenswert, wenn man darauf verzichtet, Kriterien wie Realismus, Wahrscheinlichkeit oder Logik anzulegen und eine komplette Auflösung aller Rätsel zu erwarten.

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  • Der stetige Neubeginn

    Die Unvollendete
    Langeweile

    Langeweile

    03. February 2016 um 13:09

    Die Protagonistin Ursula Todd vermag ihr Leben immer wieder neu zu beginnen.Das kann teilweise Segen oder Fluch sein,es kommt wohl auf den Blickwinkel an. Die Geschichte beginnt im Jahre 1930 ,um sofort zum Februar 1910 zu Ursulas Geburt zu wechseln. Die sehr interessante Familie mit den Eltern Sylvie und Hugh,den Geschwistern und der exentrischen Tante Izzie ,sowie dem Personal der Familie wird eindrücklich beschrieben. Auch die Ereignisse der Zeit vor ,während und nach dem zweiten Weltkrieg werden anschaulich geschildert. Die sehr couragierte und fortschrittliche Protagonistin wuchs mir im Verlauf der Geschichte immer mehr ans Herz. Was die Geschichte, in meinen Augen, sehr erschwerte waren die ständigen Zeitsprünge.Immer wenn man gerade im Lesefluß war ,kam wieder ein Wechsel,besonders oft der Zeitpunkt der Geburt. Mein Fazit: Trotz teilweise sehr komplizierten Zeitwechseln eine lesenswerte Geschichte. Buchtitel: Die Unvollendete

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  • Buchverlosung zu "Zurück nach Tara" von Kate Alcott

    Zurück nach Tara
    Insel_Verlag

    Insel_Verlag

    »Eine großartige Hommage an die Pioniere von Hollywood.« Booklist Für alle Film- und LiteraturliebhaberInnen kommt hier die perfekte Chance auf ein fesselnes Leseerlebnis: Wir verlosen 15 Exemplare von Kate Alcotts neuem Roman Zurück nach Tara, einer abenteuerlichen Geschichte vor dem Hintergrund der erfolgreichsten Filmproduktion aller Zeiten. Zum Inhalt Hollywood, 1938. Der Himmel leuchtet grell orangerot, Gebäude gehen in Flammen auf, Menschen eilen aufgeregt durcheinander. Eine junge Frau bahnt sich einen Weg durch die Menge, auf der Suche nach keinem Geringeren als David O. Selznick. Gerade jetzt, als der in Culver City ein Flammeninferno inszeniert – und damit die Dreharbeiten zum aufsehenerregendsten Filmprojekt aller Zeiten einläutet: Vom Winde verweht. Julie ist noch nicht lange hier, in der sagenumwobenen Stadt voll Glitzer und Glamour, umjubelter Filmstars und skandalöser Partys. Sie will Drehbücher schreiben, doch noch ist sie nur eine kleine Schreibkraft in Selznicks Produktionsfirma. Nie hätte sie sich träumen lassen, dass sie mitten hineingerät in die dramatische Liebesgeschichte von Scarlett und Rhett, die ganz Amerika aufseufzen ließ. Und nicht nur das: Auch die Affäre von Selznicks Star Clark Gable mit der Femme fatale Carole Lombard wird mit einem Mal Julies ganz persönliche Angelegenheit … Zur Autorin Kate Alcott studierte an der University of Oregon und arbeitet als Journalistin. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann und vier Töchtern in Chicago. Ihr letzter Roman Ein Koffer voller Träume (OT: The Dressmaker) kam 2012 in den USA heraus und wurde ein Bestseller. Hier findet Ihr das Facebook-Profil von Kate Alcott. Ihr möchtet mit Zurück nach Tara die Türen zum alten Hollywood öffnen und mit der abenteuerlustigen Julie einen Blick hinter die nostalgischen Kulissen werfen? Dann bewerbt Euch bis zum 03.12. und beantwortet die folgende Frage über den „Jetzt bewerben“-Button: Welches Drehbuch müsste unbedingt geschrieben werden? Ganz gleich ob die Verfilmung eines Buches, eine reale Geschichte oder Eure ganz persönliche Idee – welchem Stoff würdet Ihr den großen Durchbruch wünschen?

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    • 191
  • Die Unvollendete

    Die Unvollendete
    aftersunblau

    aftersunblau

    30. November 2015 um 11:24

    1910 stirbt Ursula bei der Geburt, dann wird die Geschichte rückgängig gemacht und Ursula überlebt nach der Entbindung. So geht es auch in ihrem Leben weiter. Es werden bestimmte Ereignisse beschrieben, die dann wieder rückgängig gemacht und anders dargestellt werden. Man lernt die seltsame Familie von Ursula genauer kennen, durchlebt mit ihr ihre Kindheit als Tochter reicher Eltern, und man leidet mit ihr in den Kriegsjahren. Immer wenn etwas passiert ist wie es nicht gewollt war, beginnt der Lebensabschnitt von vorne, erzählt aus einer anderen Sichtweise, mit einem anderen Ausgang. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, man musste aber sehr konzentriert lesen, da man sonst durch die vielen Zeitsprünge nicht mehr mitgekommen ist. Kein einfacher Lesestoff und vieles wurde nur mangelhaft oder unlogisch aufgeklärt. Wer geschichtlich interessiert ist, ist mit diesem Buch gut bedient, da man sehr viel aus der Zeit anfangs des 20. Jahrhunderts erfährt. Die Idee zu diesem Roman war gut, die Atmosphäre hat gestimmt, dennoch hat mir etwas gefehlt, was daran lag das man duch die Zeitsprünge immer wieder aus dem laufenden Geschehen heraus gekommen ist.

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  • Man lebt nicht nur einmal...

    Die Unvollendete
    MarleyM

    MarleyM

    23. October 2015 um 12:48

    Der Beginn des Buches hat mir sehr gut gefallen, da ich vor allem die Idee super spannend finde, nämlich die Frage „Was wäre, wenn man sein Leben noch einmal leben könnte?“ Die Autorin hat einen schönen Schreibstil und erzählt aus Sicht der Hauptperson Ursula, wie diese ihr(e) Leben durchlebt. Immer wenn Ursula stirbt, beginnt ihr Leben wieder von vorne und sie hat die Möglichkeit andere Entscheidungen zu treffen und somit ein anderes Leben zu leben. Neben Ursula lernt man noch ihre Familie kennen, die aus den unterschiedlichsten Charakteren besteht, die gut durchdacht sind. Die Geschichte beginnt im Jahr 1910, das Jahr in dem Ursula geboren wurde. Natürlich spielen auch die Weltkriege eine Rolle, vor allem der 2. Weltkrieg ist ein entscheidender Teil in Ursulas Leben. Mich hat direkt von Anfang an besonders interessiert, wie das Buch ausgehen wird. Also, ob es Ursula gelingt, das „perfekte“ Leben zu leben und dann endgültig zu sterben oder ob sie in einem ewigen Kreis gefangen ist..? Obwohl mir das Buch ganz gut gefallen hat, fand ich es stellenweise doch zu langatmig, einige Teile hätte man meiner Meinung nach ruhig weglassen können. Außerdem war ich vom Ende etwas enttäuscht, doch möchte ich hier natürlich nicht verraten, wie das Buch ausgegangen ist. Alles in allem fand ich das Buch ganz nett, aber man hätte diese tolle Idee meiner Meinung nach durchaus besser umsetzen können.

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  • Was wäre, wenn wir die Chance hätten, es noch einmal zu tun...?

    Die Unvollendete
    FrolleinJott

    FrolleinJott

    29. April 2015 um 20:04

    Inhalt / Klappentext: In einer eisigen Nacht im Jahre 1910 wird Ursula Todd geboren, um gleich nach dem ersten Atemzug zu sterben. Doch anders als andere Menschen erhält sie eine weitere Chance und wird erneut geboren: in eine äußerst britische Familie, die mit den herrlichsten Marotten ausgestattet ist und in deren Mitte Ursula mit ihrer "Fähigkeit" nicht weiter auffällt. Ganz im Gegenteil: Für ihre Mutter ist sie das Kind, das am meisten üben muss, um das Leben meistern zu können. Und so begegnet Ursula den seltsamen Ereignissen in ihrem Leben mit Neugierde, Humor und dem aufrichtigen Bestreben, alles richtig zu machen. Anders als andere muss sie nicht fragen: Was wäre, wenn? Ihr ist es gegeben, ihre Fehler und damit ihr Leben zu korrigieren. Dennoch erlebt sie Verlust, Verrat, Krieg und Tod. Was also soll diese Gabe? Ist es überhaupt möglich, sein Leben fehlerlos zu leben? Meine Meinung: Was wäre, wenn...? ist die große Frage in diesem Buch. Ursula, eine Engländerin, wird 1910 geboren, stirbt aber kurz nach der Geburt. Man lernt kurz die Eltern, die Situation zu Hause kennen, die Umstände der Geburt, doch das Baby ist tot. Im nächsten Kapitel sind wir wieder im Jahr 1910, dieselbe Situation, aber das Baby lebt. Bis das Kind in eine Situation kommt, die es wieder nicht überlebt. Und so geht es immer weiter. Nachdem Ursula Todd in verschiedenen Situationen ihr Leben verliert, beginnt es jedes Mal wieder von vorne. Dabei kann sie sich zwar nicht konkret an ihre früheren Leben erinnern, hat aber Déjà-vu-Erlebnisse. Deshalb ist sie sehr sensibel, wenn sie in ähnliche oder teilweise auch dieselben Situationen gerät, in denen sie früher gestorben ist oder eine Bedrohung für andere besteht und handelt dann anders als zuvor. So überlebt sie diese schließlich, bis sie auf andere Art stirbt. Die Autorin hat dieses Thema sehr gut umgesetzt. Es wird nicht immer wieder das komplette Leben erneut erzählt, sondern setzt meistens erst später wieder an und man erkennt schnell, was in dem neuen Leben anders ist. Man sollte das Buch allerdings in einem Zug durchlesen, wenn man es länger unterbricht, könnte man den Faden verlieren und nicht mehr durchblicken. Geradezu philosophisch ist die Botschaft des Buches: was wäre, wenn man in einer bestimmten Situation anders gehandelt hätte? Wie wäre das eigenen Leben und das von anderen Personen dann verlaufen? So wird beispielsweise in Ursulas Kindheit ein Nachbarkind auf dem Nachhauseweg ermordet. In ihrem nächsten Leben hat sie dann an dem Tag eine Art Eingebung und begleitet das Mädchen nach Hause, was dann später Ursulas Bruder heiraten wird. Anfangs hat sich die Handlung ein bißchen gezogen, da habe ich öfter gedacht, nun könnte auch mal etwas mehr passieren. Aber das hat sich dann schnell geändert, denn je weiter ich gelesen habe, desto dramatischer und spannender wurde es. Die Geschehnisse während des Zweiten Weltkriegs waren schon recht heftig, da wird sehr realistisch von Zerstörung, Tod und Elend erzählt. Als es sie in einem ihrer Leben nach Deutschland verschlägt, begegnet Ursula auch Hitler, nachdem sie durch eine Freundin Eva Braun kennengelernt hat. (Dies ist nun schon mein drittes Buch in Folge, wo die Protagonistin "dem Führer" begegnet, nun habe ich aber mal genug von dem ollen Adolf!) Und nachdem sie den Krieg mehrfach durchlebt hat, kommt irgendwann auch die Frage auf, was wäre, wenn..... Hitler nie an die Macht gekommen wäre? Er viellleicht gar nicht geboren oder von jemandem getötet worden wäre? Wenn nur eine kleine Weichenstellung anders gewesen wäre in seinem Leben, wäre der Welt dieser schreckliche Krieg mit seinen Greueltaten erspart geblieben? Hier noch ein Zitat, ein Dialog zwischen Ursula und ihrem Bruder Teddy: (S. 497): ""...das Leben muss weitergehen. Wir haben schließlich nur eins, wir sollten unser Bestes tun. Wir machen es nie richtig, aber wir müssen es versuchen." "Was wäre, wenn wir die Chance hätten, es noch einmal zu tun und noch einmal, bis wir es endlich richtig machen? Wäre das nicht wunderbar?" sagte Teddy."  Für mich ist es insgesamt ein sehr gelungenes, interessantes und auch spannendes Buch, am Ende habe ich es geradezu verschlungen. Die Sprache gefällt mir ebenfalls, es werden immer wieder einige Dichter zitiert und ich habe wieder ein paar neue Wörter entdeckt und gelernt (das mag ich sehr an Büchern!). Das Thema ist mal was anderes, was man nicht alltäglich liest und es regt zum Nachdenken und Philosophieren an. Deshalb kann ich es nur empfehlen! Danke an den Droemer-Knaur-Verlag, bei dem ich dieses Buch bei einem Gewinnspiel gewonnen habe. Sonst hätte ich es vielleicht nie entdeckt...

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  • Was wäre wenn...?

    Die Unvollendete
    Cari93

    Cari93

    13. March 2015 um 10:27

    Ich bin sehr überrascht von diesem Buch. Hier geht es nicht um die klassischen gewöhnlichen Liebesromanzen. Hier geht es um Ursulas Leben. Ursula wird 1910 geboren. Doch schon kurz nach der Geburt stirbt sie. Das Besondere an Ursula: Sie kann ihr Leben immer und immer wieder leben, um gemachte Fehler zu vermeiden. Somit stirbt sie im nächsten Leben nicht kurz nach der Geburt, sondern zum Beispiel als kleines Kind beim Ausstieg aus dem Fenster. Durch kleinste Umstände nimmt Ursulas Leben eine komplett andere Wendung. Beispielsweise wird sie als 16-jähriges Mädchen vergewaltigt, erwartet ein Kind, dass illegal abgetrieben wird und wird von ihrer Mutter verstoßen. Ursulas Leben geht bergab. Doch im nächsten Leben verläuft wiederum alles ganz anders, indem sie nicht der Junge, der sie im letzten Leben vergewaltigt hat, küsst, sondern ihr großer Schwarm Ben. Durch diese Umstände jedoch muss ein anderes Mädchen - Nancy - sterben. Ein sehr spannendes Buch, dass tiefe Einblicke in die grausame Kriegszeit des 2. Weltkrieges gibt. Dieser Roman zeigt, dass es kein perfektes und fehlerfreies Leben gibt, aber sich durch viele kleinste Entscheidungen das komplette Leben verändern kann.

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  • Einfach wunderbar! Unbedingt lesen!

    Die Unvollendete
    Marjuvin

    Marjuvin

    Klappentext: Was wäre, wenn man sein Leben wieder und wieder leben könnte, bis man schließlich alles perfekt gemacht hätte? Wäre man dann ein glücklicher Mensch? Ursula Todd ist eine für ihre Zeit ganz besondere Frau: unabhängig, modern, realistisch. Mit Humor begegnet sie nicht nur ihrer skurrilen Familie, sondern auch den seltsamen Ereignissen in ihrem Leben. Wie jeder erlebt sie Situationen, in denen sie sich fragt: Was wäre, wenn? Was wäre geschehen, wenn sich ihre Teenagerliebe erfüllt hätte? Was wäre geschehen, wenn sie studiert hätte? Oder was wäre aus ihr geworden, wenn sie nicht in England, sondern in einem anderen Land aufgewachsen wäre? Wäre ihr Leben schrecklicher oder besser verlaufen? Doch anders als anderen Menschen bleibt es für Ursula nicht bei diesen Fragen. Ihr ist es gegeben, ihr Leben immer wieder zu korrigieren und damit jeden Fehler zu beseitigen. Dennoch erlebt sie Verlust, Verrat, Krieg und Tod. Was also soll diese Gabe? Ist es überhaupt möglich, sein Leben fehlerlos zu leben? Rezension: Ich hatte das Buch schon eine Weile im Regal stehen und dann endlich - auf drängende Empfehlung einer Freundin endlich zur Hand genommen. Was für ein gewagtes und originelles literarisches Experiment und zugleich faszinierendes Gedankenspiel von "was wäre gewesen, wenn". Jeder Mensch hat sich sicherlich schon einmal dem "hätt ich, wär ich" hingegeben, aber im Normalfall gibt man es sehr bald - mangels der Möglichkeit - wieder auf. Nicht so im Falle der sehr liebenswerten Protagonistin Ursula, der die diese Chance / dieser Fluch gegeben wird. Wer globale und allumfassende Umschichtungen und Hollywoodreife Zeitreisen in Prosa erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. Ich selbst mochte die Filme "Butterfly Effekt" und auch "Und täglich grüßt das Murmeltier", aber hier war ich ungleich verzauberter, denn Ursula scheint, wenn überhaupt erst nach zig Neustarten zu realisieren, dass sie diese Fähigkeit bzw. dieses Schicksal trägt. Das Buch besticht ausserdem durch eine wunderbare Sprache und einem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der einem die vielen Seiten kurzweilig erscheinen lässt. Fazit: Genau die richtige Mischung aus Spannung, Tragik und auch Liebe, ohne jemals schmalzig zu sein. Uneingeschränkte Leseempfehlung!

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    Miamou

    Miamou

    05. November 2014 um 09:49
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