Kate Grenville Der Sternenleser

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Inhaltsangabe zu „Der Sternenleser“ von Kate Grenville

Ein junger englischer Astronom, eine faszinierend fremde Welt, eine ungewöhnliche Freundschaft … Daniel Rooke ist ein stiller Junge. Früh entdeckt er seine Leidenschaften, die Welt der Zahlen und den Sternenhimmel. Als vielversprechender junger Astronom und Leutnant begleitet er die erste britische Expedition nach New South Wales in Australien. Die neue Heimat präsentiert sich unwirtlich und feindselig. Rooke gelingt es, sich militärischen Pflichten mit dem Hinweis auf die Wissenschaft zu entziehen. Bis seine Freundschaft zu dem Aborigine-Mädchen Tagaran ihn zwingt, Stellung zu beziehen zwischen Altem und Neuem, zwischen den Errungenschaften der Zivilisation und vermeintlicher Wildheit.

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    Der Sternenleser
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. March 2014 um 17:39

    Cover: Das Cover ist zwar hübsch, aber leider typisch für kitschige Australienromane.  Meinung: Ich bin durch Zufall über das Buch gestolpert und war mir unsicher, ob ich es lesen wollte. Es klang nach einem kitschigen Besiedlungsroman, aber gleichzeitig auch wieder nicht. Also dachte ich, ich geb dem Ganzen eine Chance und ich bereue es keinesfalls. Rooke entschließt sich dazu, als Astronom bei der Besiedlung Australiens im Militär tätig sein zu wollen. Was er zuerst als interessante Forschung des anderen Sternenhimmels annahm, entpuppt sich als kulturelle Erfahrung im Austausch mit den Aborigines, die er nach seinen mehrmaligen Begegnungen kennenlernt. Doch leider sind nicht alle so aufgeschlossen, was die Ureinwohner angeht… Der Einstieg in das Buch fiel mir mehr als schwer. Der Schreibstil ist gerafft, zusammenfassend und sehr, sehr künstlich. Die ersten 100 Seiten enthielten kaum wörtliche Rede, was bei mir dazu führte, dass ich automatisch eine Distanz entwickelte. Ich war so unzufrieden damit, dass ich beinah abgebrochen hätte, aber schlagartig änderte sich der Stil. Zu dem Zeitpunkt, als Rooke in Australien eintrifft und aus den rückblickenden Beschreibungen mehr Beschreibungen des Ortes werden, etwas, was jetzt passiert und nicht schon passiert ist, hatte ich das Gefühl, wieder dabei zu sein und in der Geschichte anzukommen. Sehr eindrucksvoll vermittelt die Autorin dem Leser das Gefühl des Ankommens auf einem vollständig unbekannten Kontinent. Die andersartige Vegetation wird beschrieben, genau wie die Tiere und die Landschaft an sich. Natürlich nimmt einen großen Raum auch die Beschreibung des Sternenhimmels ein, die ich aber sehr gut geschrieben fand. Ich habe mich bisher nie mit diesem Thema beschäftigt, fand es hier aber sehr interessant. Es dauert nicht lange, bis Rooke auf ein paar Aborigines trifft. Schnell keimt in ihm der Wunsch auf, in Kontakt mit ihnen zu treten. Ich fand es sehr interessant, wie die Annäherung über die Sprache beschrieben wurde, welche lustigen Situationen dadurch entstanden und dass verschiedene Kulturen doch friedlich miteinander umgehen können. Das mag vielleicht langweilig klingen, aber durch die doch sehr lebhafte Darstellung dessen (das, was ich anfangs vermisst habe), war es mehr als interessant. Im krassen Gegensatz dazu stehen Rookes Militärkollegen, die den Auftrag erhalten haben, sich gegen die Aborigines zu wehren. Rooke gerät dadurch in einen Gewissenskonflikt, der sehr anschaulich dargestellt wurde. Auf welcher Seite sieht er sich? Ist er überhaupt noch Teil des englischen Militärs? Oder zieht ihn sein Herz schon längst in die Kultur der Aborigines? Wer ist er? Was ist Identität? Diese Fragen werden nicht eindeutig beantwortet, denn es ist auch schwer, darauf genaue Antworten zu geben. Aber gerade diese Selbstfindung war eine sehr gute Art, das Thema Kultur noch einmal aufzugreifen. Kate Grenville klagt niemanden an, obwohl man bei den Methoden des Militärs jeglichen Grund dazu hätte, zumal man weiß, dass diese Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht. Dass sie das nicht tut, finde ich sehr eindrucksvoll, da genau das die Handlung am besten wiederspiegelt.  Fazit: Ein interessantes Buch mit einem schwierigen Einstieg, den es sich aber zu überwinden lohnt. Man lernt nicht nur viel über Astronomie und Spracherwerb, sondern auch über die Besiedlung Australiens und Militärstrukturen. Das Problem der verschiedenen Kulturen wird ohne Anklage aufgezeigt, sodass sich der Leser seine eigene Meinung darüber bilden kann. 

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  • Feindselig ist der Mensch

    Der Sternenleser
    baronessa

    baronessa

    05. June 2013 um 19:29

    und nicht die Natur. Die Erfahrung musste ein junger Astronom machen, als er die erste britische Expedition nach Australien begleitete.   Die Schule ist ihm zu langweilig, deswegen wird Daniel Rooke als Kind für dumm gehalten. Bis endlich jemand seine Fähigkeiten erkennt und er auf die Akademie gehen darf. Dort wird er nicht gern gesehen, denn seine Eltern sind weder reich, noch gehören sie zum Adel. Seine größte Leidenschaft sind Zahlen und er würde gern als Astronom arbeiten. Nach seinem Abschluss bleibt ihm allerdings nichts anderes übrig, als sich als Soldat zu bewerben. Das Leben auf dem Schiff ist ganz passabel, seine Fähigkeit zur Navigation kommt bei den Seeleuten gut an. Die Kriegshandlungen bekümmern ihn allerdings, denn er will nichts weiter als navigieren. Als er verwundet wird, kann er nach Portsmouth zurückkehren. Nach Ende des Krieges erfährt Daniel von der geplanten Expedition nach Australien. Ein Astronom wurde für die Reise noch gesucht, denn ein Komet sollte beobachtet werden. Sein Freund Silk hatte sich für die Expedition gemeldet, denn es wurden Soldaten benötigt. Strafgefangene sollten auf die Insel gebracht werden. Daniel war einverstanden und er heuerte bei der Expedition an. Es dürstet ihm nach neuem Wissen, aber er wusste nicht, was ihm bevorstand. Die Insel war unwirtschaftlich, die Ureinwohner feindselig, die Strafgefangenen aufsässig. Bald wurden die Rationen gekürzt und kein neues Schiff legte an. Dann hatte Daniel den Zufall genutzt und baute einen Kontakt zu den Aborigines auf. Er versuchte, durch ein Mädchen die Sprache zu lernen. Er geriet in eine Zwickmühle, denn die Zivilisation und die Ureinwohner brachten in Bedrängnis. Aber seine Werte konnte er nicht verleugnen und er stellte sich gegen die Expedition.   Ausdrucksvoll wird in diesem Buch die Geschichte von einer Expedition nach Australien erzählt. Die Bedrängnis, die Überlebenschance und das Gefühl von Unrecht werden anhand eines Propagandisten erzählt, der eigentlich nichts anderes will, als sich mit seiner Leidenschaft zu Zahlen und zu den Sternen zu beschäftigen. Aber seine Wertvorstellung hindert ihn daran und er verweigert den Gehorsam, obwohl er weiß, was ihn dann erwartet. Diese Erfahrung zeigt ihm aber seinen späteren Weg und er unternimmt alles, um gegen Ungerechtigkeit vorzugehen. Es sind die kleinen Schritte, die einen Menschen formen. Das hat die Autorin gut ausgearbeitet.Sie hat dem Thema der Neubesiedelung viel Raum gegeben. Gleichzeitig hat sie dem Leser einen Einblick in die Kultur der Aborigines gewährt. Die Autorin hat eine Geschichte verarbeitet, die es wirklich gegeben hat. Das Buch ist in fünf Teilen unterteilt. Als Cover hätte ich ein anderes Bild gewählt, dass zu dem Titel besser gepasst hätte. Das Buch liest sich flüssig, aber mir ist der Zeitsprung von Teil 4 zu Teil 5 einfach zu groß, da fehlt mir etwas.

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  • Leserunde zu "Wohin der Wind uns trägt" von Elisabeth Büchle

    Wohin der Wind uns trägt
    Arwen10

    Arwen10

    Nach kurzer Pause gibt es nun wieder eine Leserunde in Begleitung von  Elisabeth Büchle. Diesmal geht es in den Wilden Westen zur Zeit der großen Siedlertrecks: Wohin der Wind uns trägt Zum Inhalt: South Carolina 1847: Nach einigen Schicksalsschlägen überredet die 18-jährige Joanna Steinmann ihren älteren Bruder Stewart, sie und ihre vier jüngeren Schwestern auf einen Treck in den Westen mitzunehmen. Auf der langen und beschwerlichen Reise gerät Joanna immer wieder in bedrohliche Situationen. Währenddessen ist Joannas Freundin Linda in der Heimat einer Intrige auf der Spur, die auch den Steinmanns gefährlich werden könnte. Ein romantischer und gleichzeitig spannender Roman aus der Pionierzeit der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Leseprobe findet ihr hier: http://www.gerth.de/index.php?id=details&sku=816681 Der Verlag Gerth Medien stellt uns 7 Exemplare zur Verfügung. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag Gerth Medien für die Unterstützung der Leserunde.Zusätzlich stellt Elisabeth 3 Exemplare für je eine Portopauschale von 3 Euro zur Verfügung. Bewerbt euch bitte bis zum 13. August 12 Uhr, danach verkünde ich die Gewinner. Wer bereit ist 3 Euro für das Buch auszugeben, kann sich zusätzlich im entsprechenden Thread bewerben. Wer dann nicht unter den Gewinnern ist, hat hier die Chance auf das Buch für 3 Euro. Vorraussetzung ist wie immer, eine zeitnahe Beteiligung an der Leserunde und das Schreiben einer Rezension. Für eine weite Verbreitung der Rezension auf diversen Verkaufsplattformen, Blogs uä. sind der Verlag und die Autorin sehr dankbar. Heute hätte ich gerne gewußt, welche anderen Bücher aus der Zeit der Siedlertrecks ihr kennt ? Oder alternativ, was spricht euch an diesem Buch an ? Start der Leserunde, wenn alle ihr Buch haben, ca 23. August

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  • Rezension zu "Der Sternenleser" von Kate Grenville

    Der Sternenleser
    robbylesegern

    robbylesegern

    18. December 2011 um 16:54

    ein realistischer Australienraman nach wahren Begebenheiten Die Australierin Kate Grenville gehört zu den wichtigsten und erfolgreichsten Autorinnen ihres Landes und beschreibt in ihren Büchern Geschichten , die weit entfernt sind von romantischen Abenteuervorstellungen und Liebesgeschichten a la Patricia Shaw, oder Tamara Mc Kinley. Schon ihr erster Roman "der verborgene Fluss" hat mich tief beeindruckt, da sie sehr sensibel und realistisch das Thema der Besiedelung Australiens durch die Engländer und ihr Verhalten den Eingeborenen gegenüber zu Papier brachte.In ihrem neuen Buch "Der Sternenleser" fließen Elemente in ihren Roman ein, die den Tatsachen entsprechen. Diese hat sie in eine fiktive Geschichte eingebunden und herausgekommen ist ein leiser, sensibler und eindinglicher Roman, der mir auch sprachlich fantastisch gefallen hat. Die Hauptfigur dieser Geschichte ist Daniel Rooke,ein junger Mann, der schon als Kind Besonderheiten aufzeigte. Als Außenseiter war er schon von Kindheit an fasziniert von der Welt der Zahlen und später auch von der Astrologie.Als Astronom und Leutnant, nimmt er an der ersten Expedition ins ferne New South Wales in Australien teil.Zu Anfang ist das Verhalten der "Kolonialherren" noch von Freundlichkiet bestimmt, da man sich vom Kontakt mit den Eingeborenen erhofft, auch Zugang zu ihrer Sprache zu fnden. Doch die Eingeborenen zeigen keinerlei Interesse an den Fremden und auch die Errungenschaften der "zivilisierte Welt" scheinen keinen Eindruck auf sie zu machen. Daniel Rooke stellt schnell fest, dass die militärischen Aufgaben nicht seiner Natur entsprechen und erreicht für sich eine Nischenexistenz, indem er eine astronomische Beobachtungsstation errichtet, die mit dem eigentlichen Lager nichts zu tun hat.Dort zeichnet er Tag für Tag astronomische Daten auf und wartet auf einen Kometen, der dort in absehbarer Zeit zu sehen sein soll.Immer wieder sieht er auch Eingeborene, die allerdings nie den Kontakt mit ihm suchen, bis sich eines Tages einige Ureinwohner seiner Hütte nähern. Unter ihnen ist auch ein Mädchen namens Tagaran, die sich als neugieriges, intelligentes Wesen herausstellt.Zwischen Daniel und Tagaran entsteht eine besondere Freundschaft, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass Tagaran und er versuchen sich sprachlich anzunähern.Durch Tagaran erhält Daniel nicht nur Einblick in die Sprache der Ureinwohner, sondern er versucht auch ihr Wesen zu verstehen. Als ein Strafgefanger, der für die Jagd eingeteilt war, von den Eingeborenen angegriffen wird, sinnt der Gouverneur auf Rache.Es sollen entweder Gefangene gemacht werden und wenn dies nicht klappt, die Köpfe von mehreren Eingeborenen ins Lager gebracht werden, die als Abschreckung dienen sollen.Dies ist der Zeitpunkt, an dem Daniel Rooke für sich eine Entscheidung trifft, die zukunftsweisend ist. Angelehnt an die wahre Geschichte des britischen Marineleutnant William Dawes, der im Jahr 1788 auf der sogenannten "ersten Flotte" auf Befehl der britischen Krone,Sträflinge von England nach Australien transportierte, erzählt Kate Grenville ihre Geschichte, die vor allem durch eine schöne Sprache glänzt, die prägnant und von klarer Schönheit ist.Die Person des Daniel wird sehr sensibel und glaubhaft beschrieben.Vor allem die Beziehung zu dem Eingeborenen Mädchen Tagaran, läßt den Leser teilhaben an einer Beziehung, die von gegenseitigem Respekt und Zuneigung geprägt ist.Dieses stille Einverständnis zwischen den beiden Hauptakteuren dieses Buches, lässt es Daniel später auch schwerfallen, weiter den Befehlen seines Vorgesetzten zu gehorchen.Seine moralischen Bedenken werden sehr empatisch beschrieben und haben mir die Person mehr als sympathisch gemacht.Viele philosophische Gedanken begleiten das Geschehen in diesem Buch,was mir besonders gut gefallen hat.Das Daniel dann später den Weg des wahren William Dawes wählt, war dann für mich ein schöner runder Abschluss. Allerdings sei den eventuellen Lesern dieses Buches gesagt,wer hier einen Roman a la Bickmore, Lark oder Mc Kinley sucht, wird enttäuscht werden,denn um triviale Literatur handelt es sich nicht bei diesem Buch.Hier steht die Darstellung zweier aufeinander prallender Kulturen im Vordergrund und der Zwiespalt eines Menschen, der sich zwischen zwei Kulturen entscheiden muss.

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