Kate Kirkpatrick

 4,8 Sterne bei 12 Bewertungen

Lebenslauf von Kate Kirkpatrick

Kate Kirkpatrick, Dr. phil., unterrichtete an der University of Hertfordshire, am St Peter's College, University of Oxford, sowie am King's College in London. Aktuell ist sie Fellow in Philosophie am Regent's Park College, University of Oxford. Kate Kirkpatrick veröffentlichte mehrere Werke über Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, zuletzt erschien von ihr Sartre and Theology (2017).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Simone de Beauvoir (ISBN: 9783492318488)

Simone de Beauvoir

Neu erschienen am 30.09.2021 als Taschenbuch bei Piper.

Alle Bücher von Kate Kirkpatrick

Cover des Buches Simone de Beauvoir (ISBN: 9783492070331)

Simone de Beauvoir

 (12)
Erschienen am 06.04.2020
Cover des Buches Simone de Beauvoir (ISBN: 9783492318488)

Simone de Beauvoir

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Erschienen am 30.09.2021

Neue Rezensionen zu Kate Kirkpatrick

Cover des Buches Simone de Beauvoir (ISBN: 9783492070331)sleepwalker1303s avatar

Rezension zu "Simone de Beauvoir" von Kate Kirkpatrick

Starkes Buch über eine sehr interessante Frau
sleepwalker1303vor einem Jahr

Ich gebe zu, Simone de Beauvoir kannte ich vor der Lektüre des Buchs nur deshalb, weil sie eine Beziehung zu Jean-Paul Sartre hatte, dessen Buch „Geschlossene Gesellschaft“ ich wiederum in der Oberstufe gelesen habe. Aber natürlich war Simone de Beauvoir viel mehr als „Freundin von“. Sie war selbst eine äußerst bemerkenswerte und interessante, eigenständige Persönlichkeit. 

Kate Kirkpatrick hat in ihrer Biografie Simons de Beauvoirs Leben und Werk in einer ansprechenden Art beschrieben. Lesbar, verständlich und tatsächlich auch durchaus unterhaltsam, gespickt mit Fußnoten und unzähligen Querverweisen – eine gelungene Mischung aus Sachbuch und Roman.

„Beauvoirs Memoiren zufolge sagte Sartre Beauvoir im Herbst 1929, sie sei ein Doppelwesen.“ – das  Gefühl hatte ich beim Lesen der Biografie immer wieder. Schon in ihrer Kindheit war Beauvoir hin- und hergerissen zwischen ihrem Wissensdurst und ihrer Rolle als katholische Tochter, „Bildung und Erfolg hätten ihr nicht nur Achtung eingebracht: Sie waren auch mit Gefühlen tiefer Einsamkeit und Orientierungslosigkeit verbunden.“ Das setzte sich später fort, als sie nach abgeschlossenen Studien versuchte, sich in der Welt und vor allem auch in der Welt der Philosophie einen Namen zu machen und sich zu emanzipieren. Ihr Bestreben war es, einen eigenen Weg zu finden und zu gehen, sich von keinem sagen zu lassen, was und wer sie sein sollte. „So sah sich Simone mit widersprechenden Erwartungen konfrontiert: Um als Frau erfolgreich zu sein, musste sie kultiviert und gebildet sein; aber nicht zu kultiviert, nicht zu gebildet“, sie wollte raus aus der Frauenrolle und sich ihrem Vater beweisen, der Schopenhauers Einstellung teilte, der Frauen als „das zweite Geschlecht“ bezeichnete und vermutete, dass „Frauen Talent haben könnten, aber niemals Genie“. Und auch in ihrer Beziehung zu Sartre war sie immer zwiegespalten.

Kate Kirkpatrick hat mit ihrem Buch ein ganz herausragendes Werk über eine herausragende Persönlichkeit geschaffen, eine Persönlichkeit, die (viel zu) lange nur als „Freundin von“ bekannt war. Manchmal ist das Buch etwas trocken und zu sachlich, die wahre Persönlichkeit Beauvoirs kann man dann eher erahnen als herauslesen. Aber alles in allem fand ich das Buch gut zu lesen, unterhaltsam und vor allem aufschlussreich. Ich habe definitiv viel daraus mitnehmen können. Über die Philosophie im Allgemeinen, Sartre und Beauvoir im Besonderen und fast noch mehr über Zeitgeist und Emanzipation. Simone de Beauvoir war so viel mehr als „Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht“, denn man wird auch nicht als feministische Ikone geboren, sondern erarbeitet sich diese Bezeichnung hart und ausdauernd. Nicht nur einmal habe ich beim Lesen darüber nachgedacht, was sie wohl zur momentanen Genderdebatte wohl zu sagen gehabt hätte und zu der Aussage, dass Geschlechter nur ein gesellschaftliches Konstrukt sind. In der Diskussion hätten wir einen Geist wie ihren gut gebrauchen können. 

Abgesehen von ihrer philosophischen Leistung geht die Autorin (selbstverständlich) auch auf die Beziehung Beauvoirs zu Jean-Paul Sartre ein. Sie erklärte wohl einmal einer ihrer Schülerinnen ihr Verhältnis folgendermaßen: „dass sie sich liebten, sich aber ihre Freiheit bewahren wollten, weshalb sie nicht heirateten und andere Geliebte hatten.“ Bis zuletzt lehnte sie das Konstrukt der Ehe ab, neben der Beziehung zu Sartre unterhielt sie weitere Beziehungen, darunter auch welche zu Frauen. Allerdings befürwortete sie (für mich unverständlich) die Entkriminalisierung der Pädophilie. Trotzdem schafft es die Autorin mit nüchterner und sachlicher Sprache (übrigens dankenswerterweise gendergerecht), mir Beauvoir sehr nahe zu bringen. Als Intellektuelle, als (zeit)kritische Philosophin, aber auch als Ikone des Feminismus ihrer Zeit. Eine absolute Lese-Empfehlung und von mir 5 Sterne. 

 

 

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Cover des Buches Simone de Beauvoir (ISBN: 9783492070331)Mira123s avatar

Rezension zu "Simone de Beauvoir" von Kate Kirkpatrick

Simone de Beauvoir
Mira123vor einem Jahr

Heute gibts mal wieder eine Biografie für euch. Ich hab eh erst vor kurzem eine vorgestellt ("Wie die Freiheit schmeckt" von Tamika Campbell). Weils so schön war heute also gleich nochmal eine Rezension. Diese hier beschäftigt sich mit Simone de Beauvoir. Die kannte ich auch schon vor der Lektüre und zwar aus der Uni. Allerdings haben wir uns eigentlich nie ausschließlich auf sie beschränkt, sie wurde nur immer erwähnt, wenn wir über Judith Butler gesprochen haben. Von Beauvoir selbst kannte ich daher nur den Ausspruch: "Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht." Super spannendes Konzept, das aber zumindest in meinen Lehrveranstaltungen leider immer nur im Zusammenhang mit Butler erklärt wurde.  Das fand ich schade und deswegen habe ich mich entschlossen, jetzt endlich mal eine Biografie über Beauvoir zu lesen.

Das erste was mir an dieser Biografie aufgefallen ist? Wie wenig ich eigentlich weiß! Ich hatte zum Beispiel gar keine Ahnung, dass Beavoir eine Beziehung zu Sartre hatte oder dass sie auch andere Texte geschrieben hat, als nur den mit dem oben erwähnten Ausspruch. Ich hab noch so, so viel zu lernen und ich werde mir definitiv den ein oder anderen Text von Beauvoir kaufen oder aus der Bücherei holen. Das geht einfach nicht, dass ich da so unwissend bin!
Der zweite Punkt, der mir besonders ins Auge gestochen ist, ist wie seriös der Text wirkt. Es gibt im gesamten Text über tausend Fußnoten, mit sehr, sehr langem Verzeichnis und allen Quellen am Ende. Da hat die Autorin wirklich sehr wissenschaftlich gearbeitet, sehr brav! Liebe SachbuchautorInnen: So macht man das! So wirkt man auf seine Leser glaubwürdig!

Den einzigen Kritikpunkt, den ich hier gerne noch anbringen möchte, ist, dass die Biografie stellenweise leider etwas trocken war und sich dadurch auch gezogen hat. Stilitstisch wär da also vielleicht noch Luft nach oben. Allerdings ist das hier halt eine Biografie, also ein Sachbuch. Klar hätte die Autorin das unterhaltsamer gestalten können, dann hätte sie aber an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Ich verstehe also, warum sie sich dazu entschieden hat, immer schön sachlich zu bleiben.

Mein Fazit? Eine verständlich geschriebene Biografie, in der sehr sauber und wissenschaftlich gearbeitet wurde. Jetzt weiß ich sehr viel Neues über eine ziemlich spannende Philosophin, die in der Uni bisher leider oft vernachlässigt wurde. Stellenweise war der Text aber leider etwas trocken.

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Cover des Buches Simone de Beauvoir (ISBN: 9783492070331)ReadingFoxys avatar

Rezension zu "Simone de Beauvoir" von Kate Kirkpatrick

Bemerkenswert
ReadingFoxyvor einem Jahr

Biografien sind immer wieder eine kleine Herausforderung. Die von verstorbenen Personen noch mehr, denn hier ist man auf Daten angewiesen und kann diese nicht mehr selbst befragen oder erleben.

Objektiv nur Fakten aneinanderreihen ist langweilig und erinnert an die Karteikarten, die man für die Schule zum lesen benötigt hat.

Subjektiv fließt viel vom Autor und dessen Schätzung für die Person mit ein.


Doch hier ist eine wunderbare Mischung aus beidem gelungen. Ich kannte den Namen Simone de Beauvoir natürlich auch auch das sie Schriftstellerin ist, doch sonst waren mir kaum Fakten zu ihr bekannt. Das hat sich hier deutlich geändert und mir wurde eine wirklich spannende und gut recherchierte Biografie von ihr vorgelegt.


Wer mehr über sie wissen möchte, dem empfehle ich dieses Buch von Herzen.

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