Kate Kirkpatrick

 4,7 Sterne bei 17 Bewertungen

Lebenslauf von Kate Kirkpatrick

Kate Kirkpatrick, Dr. phil., unterrichtete an der University of Hertfordshire, am St Peter's College, University of Oxford, sowie am King's College in London. Aktuell ist sie Fellow in Philosophie am Regent's Park College, University of Oxford. Kate Kirkpatrick veröffentlichte mehrere Werke über Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, zuletzt erschien von ihr Sartre and Theology (2017).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Kate Kirkpatrick

Cover des Buches Simone de Beauvoir (ISBN: 9783492070331)

Simone de Beauvoir

 (17)
Erschienen am 06.04.2020
Cover des Buches Simone de Beauvoir (ISBN: 9783492318488)

Simone de Beauvoir

 (0)
Erschienen am 30.09.2021

Neue Rezensionen zu Kate Kirkpatrick

Cover des Buches Simone de Beauvoir (ISBN: 9783492070331)
Kathrin_Schroeders avatar

Rezension zu "Simone de Beauvoir" von Kate Kirkpatrick

Liebevolle und kritische Auseinandersetzung
Kathrin_Schroedervor 7 Monaten

Ein detailliert recherchiertes Buch, auf der Grundlage allen aktuell verfügbaren Materials (Briefe, Tagebücher, Veröffentlichungen aller Art) erzählt das komplette Leben von Simone de Beauvoir. 

Es beginnt bei der Kinderzeit, erzählt ihre Lektüren, ihre Veröffentlichungen, ihre Beziehungen - nicht nur zu Sartre und nicht einmal immer vorwiegend zu Sartre, ihr politisches Engagement uvm. bis zu ihrem Tod.

Manches zugrundeliegende Material konnte erst veröffentlicht und gesichtet werden, nachdem die Betroffenen verstorben waren, weshalb vielen vorherigen Biographien manche Teile ihres Lebens fehlten. 

Das Buch schafft es sie gleichermaßen kritisch und liebevoll zu betrachten, keine Sichtweise der Konkurrenz zu Sartre aufzubringen ebenso wenig wie sie als einfaches Abbild seines Denkens abzuwerten. Faszinierend fand ich persönlich, dass ihre enge Beziehung zu Sartre nahezu immer, egal wie es um das Liebesleben der Beiden stand, ein enger fast täglicher Austausch über ihre Gedanken, ihre Lektüren und alle von ihnen geschaffenen Werke war, in denen sich beide in absolut ehrlicher und tiefgehender Kritik gleichwertig gegenüber standen.

Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt, auch wenn es mit nur geringer Vorkenntnis zu ihrem Leben durchaus anstrengend zu lesen war.

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Cover des Buches Simone de Beauvoir (ISBN: 9783492070331)
cosima73s avatar

Rezension zu "Simone de Beauvoir" von Kate Kirkpatrick

Eine inspirierende Frau
cosima73vor einem Jahr

Kate Kirkpatrick ist es gelungen, Leben und Werk einer komplexen Persönlichkeit, wie Simone de Beauvoir es war, auf eine klare, sachliche und sehr ausgewogene, kompetente Weise zu beschreiben. Sie dazu auf eine Vielzahl von Quellen Zugriff genommen, was auch erlaubt hat, die Widersprüche in Simone de Beauvoirs Leben und Denken einerseits, in deren Darstellung desselben andererseits aufzuzeigen.


«Ein gelebtes Leben kann nicht durch seine Nacherzählung wiederaufleben. Doch von aussen betrachtet, sollten wir nicht vergessen, mit welcher Kraft sie kämpfte, um sie selbst zu werden.»
(Kate Kirkpatrick)


Die vorliegende Biografie gibt einen Blick frei auf eine intelligente, selbstreflexive, in sich immer auch wieder zweifelnde und selbstkritische Frau, die ihren Weg durchs Leben sucht, indem sie versucht, das zu sein, was sie sein kann und will, ihren eigenen Maximen treu zu sein. Dass dies nicht immer gelungen ist, merkte Simone de Beauvoir selber und legte es sich auch zu Lasten.

In der ersten Hälfte sind die verschiedenen (mehrheitlich sexuellen) Beziehungen de Beauvoirs sehr grosses Thema, in der zweiten Hälfte nehmen die politischen Rahmenbedingungen einen grossen Platz ein. Beides hätte durchaus gekürzt werden können. Ab und an wäre ein genauerer Blick auf Simone de Beauvoirs Denken wünschenswert gewesen, nahm doch Sartres dagegen einen relativ grossen Raum ein. Trotz allem ist Kate Kirkpatrick eine informative, tiefe und auch neue Einsichten gewährende Biografie gelungen, die hoffentlich schafft, den Blick auf Simone de Beauvoir zu schärfen, mit landläufigen Vorurteilen auf- und ihr den Stellenwert einzuräumen, der ihr gebührt.

Fazit:
Eine kompetente, informative und neue Einsichten gewährende Biografie, die einen neuen Blick auf eine tiefgründige und inspirierende Denkerin und Frau ermöglicht. Sehr empfehlenswert.

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Cover des Buches Simone de Beauvoir (ISBN: 9783492070331)
sleepwalker1303s avatar

Rezension zu "Simone de Beauvoir" von Kate Kirkpatrick

Starkes Buch über eine sehr interessante Frau
sleepwalker1303vor 2 Jahren

Ich gebe zu, Simone de Beauvoir kannte ich vor der Lektüre des Buchs nur deshalb, weil sie eine Beziehung zu Jean-Paul Sartre hatte, dessen Buch „Geschlossene Gesellschaft“ ich wiederum in der Oberstufe gelesen habe. Aber natürlich war Simone de Beauvoir viel mehr als „Freundin von“. Sie war selbst eine äußerst bemerkenswerte und interessante, eigenständige Persönlichkeit. 

Kate Kirkpatrick hat in ihrer Biografie Simons de Beauvoirs Leben und Werk in einer ansprechenden Art beschrieben. Lesbar, verständlich und tatsächlich auch durchaus unterhaltsam, gespickt mit Fußnoten und unzähligen Querverweisen – eine gelungene Mischung aus Sachbuch und Roman.

„Beauvoirs Memoiren zufolge sagte Sartre Beauvoir im Herbst 1929, sie sei ein Doppelwesen.“ – das  Gefühl hatte ich beim Lesen der Biografie immer wieder. Schon in ihrer Kindheit war Beauvoir hin- und hergerissen zwischen ihrem Wissensdurst und ihrer Rolle als katholische Tochter, „Bildung und Erfolg hätten ihr nicht nur Achtung eingebracht: Sie waren auch mit Gefühlen tiefer Einsamkeit und Orientierungslosigkeit verbunden.“ Das setzte sich später fort, als sie nach abgeschlossenen Studien versuchte, sich in der Welt und vor allem auch in der Welt der Philosophie einen Namen zu machen und sich zu emanzipieren. Ihr Bestreben war es, einen eigenen Weg zu finden und zu gehen, sich von keinem sagen zu lassen, was und wer sie sein sollte. „So sah sich Simone mit widersprechenden Erwartungen konfrontiert: Um als Frau erfolgreich zu sein, musste sie kultiviert und gebildet sein; aber nicht zu kultiviert, nicht zu gebildet“, sie wollte raus aus der Frauenrolle und sich ihrem Vater beweisen, der Schopenhauers Einstellung teilte, der Frauen als „das zweite Geschlecht“ bezeichnete und vermutete, dass „Frauen Talent haben könnten, aber niemals Genie“. Und auch in ihrer Beziehung zu Sartre war sie immer zwiegespalten.

Kate Kirkpatrick hat mit ihrem Buch ein ganz herausragendes Werk über eine herausragende Persönlichkeit geschaffen, eine Persönlichkeit, die (viel zu) lange nur als „Freundin von“ bekannt war. Manchmal ist das Buch etwas trocken und zu sachlich, die wahre Persönlichkeit Beauvoirs kann man dann eher erahnen als herauslesen. Aber alles in allem fand ich das Buch gut zu lesen, unterhaltsam und vor allem aufschlussreich. Ich habe definitiv viel daraus mitnehmen können. Über die Philosophie im Allgemeinen, Sartre und Beauvoir im Besonderen und fast noch mehr über Zeitgeist und Emanzipation. Simone de Beauvoir war so viel mehr als „Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht“, denn man wird auch nicht als feministische Ikone geboren, sondern erarbeitet sich diese Bezeichnung hart und ausdauernd. Nicht nur einmal habe ich beim Lesen darüber nachgedacht, was sie wohl zur momentanen Genderdebatte wohl zu sagen gehabt hätte und zu der Aussage, dass Geschlechter nur ein gesellschaftliches Konstrukt sind. In der Diskussion hätten wir einen Geist wie ihren gut gebrauchen können. 

Abgesehen von ihrer philosophischen Leistung geht die Autorin (selbstverständlich) auch auf die Beziehung Beauvoirs zu Jean-Paul Sartre ein. Sie erklärte wohl einmal einer ihrer Schülerinnen ihr Verhältnis folgendermaßen: „dass sie sich liebten, sich aber ihre Freiheit bewahren wollten, weshalb sie nicht heirateten und andere Geliebte hatten.“ Bis zuletzt lehnte sie das Konstrukt der Ehe ab, neben der Beziehung zu Sartre unterhielt sie weitere Beziehungen, darunter auch welche zu Frauen. Allerdings befürwortete sie (für mich unverständlich) die Entkriminalisierung der Pädophilie. Trotzdem schafft es die Autorin mit nüchterner und sachlicher Sprache (übrigens dankenswerterweise gendergerecht), mir Beauvoir sehr nahe zu bringen. Als Intellektuelle, als (zeit)kritische Philosophin, aber auch als Ikone des Feminismus ihrer Zeit. Eine absolute Lese-Empfehlung und von mir 5 Sterne. 

 

 

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