Das geheime Spiel

von Kate Morton 
4,0 Sterne bei465 Bewertungen
Das geheime Spiel
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (344):
Donnass avatar

Man konnte sich gut in die Hauptpersonen reinversetzen. Teilweise etwas langatmig geschrieben. Alles in allem aber lesenswert.

Kritisch (28):
paschsolos avatar

Ich fand es viel zu langatmig. Für mich leider nichts.

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Inhaltsangabe zu "Das geheime Spiel"

Zwei Schwestern, ein geheimes Spiel und eine verbotene Liebe

Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs kommt Grace Bradley als Dienstbotin nach Riverton Manor. Selbst noch nicht erwachsen, bewundert sie die Hartford-Mädchen Hannah und Emmeline, die mit ihrer unbeschwerten Fröhlichkeit für Leben auf dem Anwesen sorgen. Doch die Begegnung mit dem jungen Dichter Lord Robert Hunter wird Hannah und Emmeline für immer verändern. Als einzige Vertraute versucht Grace die beiden Schwestern vor Unheil zu bewahren – vergeblich …

Mehr als 75 Jahre bewahrt Grace das Geheimnis, bis sie endlich die Wahrheit über jene Tage preisgibt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453290310
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:688 Seiten
Verlag:Diana
Erscheinungsdatum:05.11.2007

Rezensionen und Bewertungen

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    Blackfairy71s avatar
    Blackfairy71vor 2 Monaten
    Ein gelungener Debütroman

    Zum Inhalt:
    Mit 99 Jahren kann Grace Bradley auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Bevor sie "abtritt", möchte sie aber unbedingt ein Geheimnis lüften, das sie bereits 75 Jahre hütet. Begonnen hat alles im Jahr 1914 in Essex. Die erst vierzehnjährige Grace tritt ihre Stellung als Dienstmädchen auf dem herrschaftlichen Landsitz Riverton Manor der Familie Hartford an, wo schon ihre Mutter früher arbeitete. Besonders fasziniert ist sie von den Töchtern Hannah und Emmeline und wird später auch Hannahs Vertraute und Zofe. Die Mädchen führen ein sorgloses Leben zusammen mit ihrem Bruder David und verbringen ihre Ferien stets bei ihrer Großmutter auf Riverton Manor. 
    Eines Tages bringt David einen Studienkollegen mit, den jungen Dichter Robert S. Hunter und diese Begegnung verändert das Leben von Emmeline und Hannah. Auch der erste Weltkrieg hinterlässt bald darauf seine Spuren und beeinflusst sowohl das Leben der Familie Hartford als auch das von Grace. 
    Im Jahr 1924 passiert während einer Sommernachtsparty etwas Schreckliches, über das Grace lange Zeit schweigt. Erst 75 Jahre später, als ein Film über den Dichter Robert S. Hunter gedreht wird, bricht Grace endlich ihr Schweigen. Sie weiß, sie hat nicht mehr viel Zeit und will endlich erzählen, was damals am See passierte.

    "Das geheime Spiel" ist der erste große Roman dieser Art von Kate Morton. Wie in ihren anderen Geschichten geht es auch hier um Familiengeheimnisse und große Gefühle. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Zunächst lernen wir die ältere Grace kennen, die im Jahr 1999 Post von einer Filmproduzentin bekommt, die das Leben des Dichters Robert S. Hunter auf die Leinwand bringen möchte. Hunter hat sich im Jahr 1924 in Riverton das Leben genommen, was seine Figur um so tragischer macht. Nach und nach erzählt Grace dann von ihrem Leben als Dienstmädchen auf Riverton und wie sie zum ersten Mal auf Hannah und Emmeline traf. Unwillkürlich musste ich an "Das Haus am Eaton Place" oder "Downton Abbey" denken, denn auch hier ist das Leben der Dienstboten und der "Herrschaften" streng getrennt und es gibt ungeschriebene Regeln und Gesetze, die zu befolgen sind. Der Butler hat das Sagen beim Personal und erfüllt seine Aufgaben mit Stolz, selbst noch, als der Rest der Welt im Ersten Weltkrieg unterzugehen scheint. Nach dem Motto, wenn schon überall sonst Chaos herrscht, dann muss wenigstens auf Riverton alles seinen gewohnten Gang gehen. 
    Kate Morton schreibt, dass besonders die Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts sie schon immer fasziniert hat. Und das merkt man, denn sie schreibt sehr lebendig und anschaulich und durch die Erzählperspektive war ich immer hautnah dabei, habe Grace stets in den Räumen von Riverton und später in London begleitet. 
    Sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit mochte ich Grace sehr. Auch Hannah war mir sehr sympathisch und das Schicksal der Hartford-Schwestern hat mich sehr berührt.

    Fazit: Ein gelungenes Debüt, eine interessante Familiengeschichte und große Gefühle, aber ohne Kitsch. Ein paar Dinge sind allerdings offen geblieben und ich hätte mir gewünscht, dass darauf mehr eingegangen worden wäre.

    Kommentare: 5
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    sternbluts avatar
    sternblutvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch, das aufwühlt, schockiert, wahnsinnig macht und mitreißt, bis nur eine Frage bleibt: wieso?
    99 Jahre voller Geheimnisse - und einem Missverständnis, das Leben zerstört

    Grace ist 99 Jahre alt, als sie den Brief einer Drehbuchautorin erhält, in dem sie um ein Gespräch bittet. Ihr neuster Film handle von einer Zeit, die Grace nur zu gerne vergessen würde: das Leben in Riverton, als sich der Dichter R. S. Hunter erschoss. Sie war dabei. Die Begegnung bringt all die Erinnerungen in ihr wieder hoch, die sie zu verdrängen versucht hat. Und mit ihnen ein dunkles Geheimnis... 


    Es ist ja immer so eine Sache mit den Büchern im Urlaub. Nicht leicht, abzuschätzen, wie viele man mitnehmen soll. Als mich das Gefühl beschlich, dass mir meine Bücher nicht reichen könnten, hatte ich allerdings Glück: ich bekam ein Buch ausgeliehen, das wohl schon mehrere Leute in ihren Bann geschlagen hat. Die Vorteile, wenn man bei befreundeten Deutschen unterkommt. 

    Und auch mich hat es in seinen Bann geschlagen. Ich war regelrecht gefesselt, auch wenn ich mich die meiste Zeit gefragt habe, wieso die Dinge so passieren wie sie passieren. Das Buch ist voller Geheimnisse und voller Schicksalsschläge... unglaublich! Ich meine, ich mag es gerne, weil es das Leben viel besser widerspiegelt als diese Bücher, in denen alles sich rein zufällig in die richtigen Bahnen lenkt. So ist das Leben nicht. Trotzdem wünscht man sich am Ende ja doch irgendwie ein gutes Ende. Auch wenn uns klar ist, dass es nicht immer ein gutes Ende geben kann.

    Das Buch hat kein gutes Ende. Wobei das Ende zwei Seiten hat: zum einen wird Grace endlich erlöst (es hat beinahe den Anschein, dass sie erst jemandem die Geschichte erzählen musste, um zuletzt ihren Frieden finden zu können) und zum anderen wird das Geheimnis und das schreckliche Missverständnis aufgelöst, das Grace das Leben schwer gemacht haben muss - zumindest hat es mich am Ende nicht gewundert, dass sie sich selbst die Schuld an der Tragödie gegeben hat. Aber das Ende ist echt. Das Ende zeigt eine Entscheidung, die ich keinem wünsche. Absolut niemandem! Es musste eine Entscheidung gehen, wie jede Situation in gewisser Weise eine Entscheidung braucht. Doch egal, wie die Entscheidung ausgefallen wäre - sie wäre verheerend gewesen. 

    Was mich an dem Buch besonders fasziniert hat, ist die Vielseitigkeit, die Morton nutzt, um die Situation zu schildern. Sie nutzt Teile des Drehbuchs, über das die Drehbuchautorin mit Grace sprechen möchte, aber auch Briefe, Zeitungsartikel aus unterschiedlichen Zeiten (Vergangenheit und Gegenwart) und Berichte. Und das alles neben der eigentlichen Geschichte, in der ich das Gefühl hatte, dass das Zeitgefühl der alten Grace immer mehr verschwimmt und sie immer häufiger in die Vergangenheit abdriftet, ja, die Konfrontation mit der Vergangenheit die mehr und mehr in Beschlag nimmt, bis eine etwas unüberlegte Frage sie beinahe das Leben kostet. 

    Es ist nichts Neues, dass die Vergangenheit für Menschen tatsächlich eine gewisse Gefahr bergen kann. Dass es besser ist, nicht darin rumzustochern. Dass manche Geheimnisse einen ein Leben lang verfolgen. Und vor allem... dass man noch so sehr versuchen kann, die Vergangenheit zu vergessen und zu verdrängen - irgendwann holt sie einen immer wieder ein. Ich habe Grace dafür bewundert, dass sie sich am Ende ihres Lebens doch noch dafür entscheiden konnte, ihre Geschichte und vor allem die Geschichte ihrer Mistress zu erzählen, ihre Geheimnisse ihrem Enkel zu offenbaren, ob er die Nachrichten nun erhält oder nicht. Dass sie zu besonderen Personen instinktiv eine gewisse Verbindung aufbauen konnte, ohne sich genau im Klaren zu sein, woher diese Vertrautheit kommt. Aber auch das Leben, das sie geführt hat, finde ich bewundernswert. Heute ist es vermutlich wahnsinnig schwer, das Leben des 20. Jahrhunderts in der Weise, wie Grace es erlebt hat, nachzuvollziehen. Sich immer zu ducken, Ja und Amen zu sagen, unsichtbar zu sein... Natürlich hat sie dieses Betragen von klein auf gepredigt bekommen, und konnte sich demnach leichter damit identifizieren und sich eingliedern. Ich kann auch ihre Mutter verstehen, dass sie der kleinen Grace das immer und überall auf die Nase gebunden hat, dass jeder seinen Platz hat und diesen auch wahren soll. Trotzdem ist es aus heutiger Sicht heftig. Auch wenn Grace ihr Leben Freude gemacht hat. 

    Die Schicksalsschläge, die das Buch beschreibt, sind teilweise grausam und doch ist es in gewisser Weise nachvollziehbar. Wie ich schon sagte: es sind Entscheidungen. Hopp oder Top. Und doch hatte ich letztlich den Eindruck, dass sich am Ende doch alles irgendwie löst. Ja, die beiden Schwestern haben nicht mehr viel erlebt, weil sie beide jung gestorben sind, aber Grace... Sie hat letztlich erstens etwas aus sich gemacht und ist ihrem Gefühl gefolgt, auch wenn sie vermutlich in erster Linie vor der Vergangenheit weggelaufen ist und zum anderen hat sich auch ihre missliche Lage der Liebe gegenüber irgendwie geglättet, auch wenn ich das gar nicht mehr erwartet hatte. Das war etwas, an dem ich mich wahrlich erfreut habe, auch wenn ich da gerne noch das ein oder andere Detail erfahren hätte. Aber das war letztlich ja nicht direkt Thema des Buches. 

    Das Buch ist voll von verschiedenen Themen, die alle eine gewisse Brisanz enthalten. Der Wandel der Zeit, besonders nach dem Ersten Weltkrieg. Die Differenzierung von Dienstbotenschaft und Adel. Die Loyalität unter Bediensteten. Die schleichende Emanzipation der Frauen. Die Schrecken des Krieges. Die Folgen unüberlegten Handelns. Und besonders die Problematik, die aus unausgesprochenen gemeinsamen Geheimnissen entstehen kann. Hätte Hannah Grace an jenem Tag im Dorf zu Wort kommen lassen, dann wäre das alles so nicht passiert. Und wenn sie je darüber gesprochen hätten... Im Grunde sind es immer Kleinigkeiten, die den größte Schaden anrichten können. Morton reiht diese Themen (und viele weitere) so gekonnt aneinander, dass ein herrliches Gesamtwerk entsteht. Sie gestaltet ihre Personen und Situationen so detailreich, dass ich mich hineinversetzt fühlte. Mir war zum Heulen zumute, als Grace von Hannahs Schwierigkeiten erzählt. Von ihrem Unglück. Aber auch von ihren eigenen Sorgen, besonders wenn es um ihren Enkel geht. Es wirkt alles so unglaublich... lebendig! So charakterstark und dramatisch. Die Inszenierung der Details ist so gekonnt, dass ich zwar immer wieder Gedanken hatte, was letztlich passiert sein könnte, nur um im nächsten Moment wieder über den Haufen geworfen zu werden. Es war ein Auf und Ab der Gefühle und manchmal hätte ich es wahrscheinlich wirklich gerne in die Ecke geworfen und geschmollt, nur um es wieder zurückzuholen und wieder darin zu versinken. 


    Ich glaube, jetzt hab ich mich genug ausgelassen, auch wenn ich diesmal nicht direkt auf die Einzelheiten und Feinheiten eingegangen bin, sondern mehr die inhaltliche Basis besprochen habe. Aber das ist, was mich daran so sehr gefesselt hat. Die inhaltliche Basis wurde durch den Stil, den Aufbau des Buches, die Ideen der Autorin nur bekräftigt und galten als Unterstützung dessen, was bei mir diese Begeisterung ausgelöst hat. Und somit ist Das geheime Spiel für mich eines der wohl besten Bücher, das ich in diesem Jahr, wenn nicht sogar in meinem Leben gelesen habe. Es ist mitreißend, stürmisch und brisant. Eine Geschichte der drastischen Lebensentscheidungen, die auf jeden Fall Gehör finden sollte. Gehör finden MUSS. Also: lest dieses Buch!

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    Eisfuchss avatar
    Eisfuchsvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe! Es hat eine mysteriöse, geheimnisvolle Seite, die mich gleich in ihren Bann gezogen hat.
    Nicht alle Spiele enden gut

    Allgemeine Informationen:

    Taschenbuch 688 Seiten Verlag: Diana Taschenbuch (6. November 2007) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3453290313 ISBN-13: 978-3453290310 Originaltitel: The Shifting Fog

     

    Zum Inhalt:

    Mehr als fünfundsiebzig Jahre lang hütete Dr. Grace Bradley das dunkle Geheimnis zweier Schwestern, deren beider Schicksal ein tragisches Ende genommen hat. Doch als alte Frau verlassen sie ihre Kräfte, die Erinnerungen an jene Zeit, die sie im Dienste der Hartford-Schwestern stand, zu verdrängen.

    Als vierzehnjähriges Mädchen trat sie kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs ihren Dienst auf dem Anwesen Riverton an. Fasziniert beobachtete die junge Grace die drei Kinder des Hausherrn beim Spielen. Hier erhielt sie Einblicke in eine für sie unerreichbare Welt. Doch wurde aus der unschuldigen Beobachterin bald wider Willen eine Komplizin und nach der schicksalhaften Sommernacht im Jahre 1924, bei der sich der junge Dichter Lord Hunter vermeintlich das Leben nahm, die Hüterin einer großen Schuld, die sie den Rest ihres Lebens nicht mehr loslassen sollte.

     

    Meine Meinung:

    »Das geheime Spiel« war der erste Roman, den ich von Kate Morton gelesen habe. Ich frage mich noch heute, wie sie es geschafft hat, mich innerhalb der 688 Seiten so für sich und ihre Geschichten einzunehmen, dass ich am liebsten nichts anderes mehr lesen möchte.

    Während des Lesens konnte ich wirklich voll und ganz in die Geschichte eintauchen und hätte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt. Die Charaktere in »Das geheime Spiel« wurden mir so vertraut, dass sie – und ihr gesamtes Umfeld – für mich lebendig wurden. Die Figur der Grace Bradley ist in meinen Augen die perfekte Protagonistin. Es war beinahe so, als würde ich mir, sobald ich das Buch aufgeschlagen hatte, einen Umhang überwerfen, der mich in Grace Bradley verwandelt und als würde ich durch ihre Augen die Geschichte erleben. Von der stillen Beobachterin bis hin zur wirklich guten Freundin und Vertrauten ihrer Herrin Hannah Hartford.

    Umso erschütternder ist das Ende der Geschichte, welches mich wirklich mitgenommen hat. Aber darüber möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten ...

    Auch über Kate Mortons Schreibstil kann ich nur lobende Worte verlieren. Mit ihrer Wortkunst zauberte sie Bilder in meinen Kopf, die sich auch nach langer Zeit noch immer in meinen Gedanken festhalten und mich nach wie vor beschäftigen.

    Ein Schleier der Melancholie und der Schönheit tragischer Ereignisse legt sich bis zum bitteren Ende über den gesamten Roman und bereitet so jedem Liebhaber von verborgenen Geheimnissen einige spannende Lesestunden.

     

    Fazit:

    »Das geheime Spiel« gehört eindeutig zu den Büchern, die ich jedem leidenschaftlichen Leser ans Herz legen würde. Mit diesem Roman hat es Kate Morton geschafft, an die Stelle meiner Lieblingsautorin zu treten, den sie sicherlich nicht so einfach wieder hergeben wird.

    Alles in allem ein sehr gelungener Roman mit sehr authentischen Charakteren und einem bittersüßen Ende, das einen noch nach der letzten Seite nicht loslässt.

    Aufgrund dieser durch und durch lobenden Rezension wird wohl keiner von meiner 5-Sterne-Bewertung überrascht sein.

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    MademoiselleMeows avatar
    MademoiselleMeowvor 2 Jahren
    Verhängnisvolles Spiel

    Viel zu schnell bin ich wieder mit dem Buch fertig geworden, aber man kann es auch einfach nicht aus der Hand legen. Obwohl einem schon zu Anfang verraten wird, das ein richtiger Charakter sterben wird, bleibt es spannend. Denn natürlich stellt sich die Frage, wie es dazu kommen konnte. Der Teil, der sich in der Vergangenheit abspielt, umfasst ca. 10 Jahre. Vom zugeknöpften Ende der Gründerzeit, bis in die schillernden 20er hinein. Zwei Epochen, über die ich wahnsinnig gern lese oder Filme drüber sehe. Die Kleidung, die Lebensgefühle jener Zeit, werden sehr anschaulich rüber gebracht. Auch die Auswirkungen des 1. Weltkrieges, spielen eine Rolle.
    Erzählerin Grace ist eine neutrale und bescheidene Person, die nach außen hin kaum Gefühle preis geben darf. Dienstmädchen waren zu dieser Zeit stille Geister, die sich einzig und allein um das Wohl ihrer Vorgesetzten zu kümmern hatten und auch noch Stolz drauf sein mussten. Umso herzerwärmender war es da, immer einen Blick hinter das Dienstmädchen Grace werfen zu können. Auf ihre Träume und Wünsche. Mir hat ihre Sichtweise das Leben der Dienerschaft auf jeden Fall näher gebracht. Heutzutage kann man sich kaum noch vorstellen, was ein Dienstmädchen alles opfern musste.
    Die Adligen haben teilweise einen schockierend versnobten Eindruck gemacht und auch, das die jungen Männer den Krieg zunächst als Abenteuer ansehen, schockierte mich. Dennoch war es sehr interessant zu lesen, welche Vorstellungen und Ideale der Landadel der damaligen Zeit so hatte. Eine Ausnahme bildete da die Figur der Hannah, die zusammen mit Grace eine der Hauptrollen in dem Roman spielt. Jemand, der stets versuchte, sich von den verstaubten Vorbildern abzuheben, am Ende jedoch immer wieder in eine Rolle gezwängt wurde, die sie für sich nicht wollte. Emmeline dagegen, ein durch und durch eingebildeter und unsympathischer Charakter, dessen Ursprung wohl aber einen psychologischen Grund hatte, wie man am ende erfährt. Figuren wie der Dichter Robbie Hunter oder Frederick, der Vater der Hartford Kinder, bekommen zwar auch genug Seiten zugeteilt, allerdings werden sie einem nicht so nahe gebracht. Und das, obwohl sie wichtig für die Story sind. Gerade bei Frederick hätte es noch so viel zu erzählen gegeben, aber das wäre dann wohl zu sehr in die Vergangenheit abgedriftet und hätte Stoff für noch einen Roman gegeben.
    Auch das weitere Schicksal der Luxtons, in deren Familie Hannah eingeheiratet hat, bleibt weitestgehend unerwähnt.
    Ja, man könnte sagen, dafür das der Großteil des Romans so sorgfältig behandelt wurde, wirkt der Schluss arg zusammengefasst. Trotzdem möchte ich hier keine Punkte abziehen, weil immer noch genug passiert, um die Geschichte zu füllen. Man gewöhnt sich während des Lesens nur so an die ganzen Personen, das man am Ende enttäuscht ist, wenn es keinen weiterführenden, detaillierten Lebenslauf gibt. Immerhin bekommen wir noch einen Ausblick auf Graces Leben nach ihrem Leben als Dienstmädchen. Und das hatte am Ende noch ein richtig schönes Happy End, mit dem wohl keiner gerechnet hat.
    Happy Ends gibt es nämlich kaum, wie so oft bei Kate Morton. Und auch wenn das unfassbar traurig ist und ich die eine oder andere Träne verdrücken musste, hätte ein anderes Ende nicht gepasst und kitschig gewirkt. Das schätze ich an ihren Romanen, sie sind nicht kitschig (bis auf den letzten Roman). Trotzdem konnte auch sie sich diesen „Ach so ein Zufall“ Moment am Ende nicht verkneifen. Ihr wisst ja wie das bei solchen Romanen ist, am Ende sind alle Geschichten und alle Personen irgendwie miteinander verbunden.
    Weil das Buch immer wieder lesenswert ist und ich es auch sicher nicht das letzte Mal gelesen habe, gibt es von mir 5 von 5 Sternen.

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    LaMenschs avatar
    LaMenschvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine gute Geschichte, der es leider an Gefühl und dem gewissen Funken fehlt.
    Solide Leistung, reißt mich jedoch nicht vom Hocker

    Grace ist alt und hat ein bewegtes Leben hinter sich. Als eine Filmdarstellerin plötzlich auftaucht und sie darum bittet, über ihre Stellung als Dienstmädchen vor langer, langer Zeit zu berichten. Es soll ein Film über die Familie gedreht werden, bei welcher Grace die meiste Zeit ihres Lebens erst als Dienstmädchen und dann als Zofe gedient hat.
    Das cover des Buches passt auf jeden Fall sehr gut zur Geschichte, man sieht darauf ein wunderschönes Bauwerk auf abgelegen im Land. Wenn man sich dieses Bild zu Hilfe nimmt kann man sich dank der sehr guten Beschreibung der Autoren die gesamte Gebäude wunderbar vorstellen. Die Geschichte an sich hat auch wirklich Potenzial, sie wird in 2 verschiedenen Zeiten erzählt die jedoch nicht gekennzeichnet sind, der Leser muss anhand der handelnden Personen von alleine herausfinden, wo er sich gerade befindet.
    Der Schreibstil an sich ist in Ordnung, er ist verständlich, jedoch jetzt nicht vom Hocker, nach meinem Geschmack könnte hier noch mehr Gefühl bei der Erzählung die Geschichte deutlich auflockern. Ich empfinde die gesamte Sache als sehr nüchtern erzählt, was bei dieser story wirklich schade ist. Auch der gewisse Funke, dass es Buch zu einem Favorit machen könnte hat mir leider gefehlt.

    Alles in allem kann man sagen, dass die Geschichte wirklich gut ist, jedoch fehlt der gewisse Funke und im Vergleich zu den anderen Bücher dieser Autorin dieses Buch deutlich weit hinten.
    Deshalb kann ich auch leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.

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    Sternenstaubfees avatar
    Sternenstaubfeevor 3 Jahren
    Zwei Schwestern und eine verbotene Liebe

    Kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges kommt die 14-jährige Grace als Dienstmädchen nach Riverton Manor. Dort lernt sie die Geschwister David, Hannah und Emmeline kennen, die ihre Ferien auf dem alten Herrensitz ihrer Großeltern verbringen. Aus der Ferne beobachtet Grace die Geschwister, doch mit den Jahren werden ihre Leben immer mehr miteinander verknüpft werden...

    Mein Leseeindruck:

    Ich habe dieses Buch 2008 schon einmal gelesen und hatte nun Lust, mich erneut in die Geschichte fallenzulassen. Ich mag Familiengeheimnisse und alte englische Herrenhäuser, somit ist dieses Buch natürlich die ideale Lektüre.

    Die Geschichte spielt sowohl in der Vergangenheit (1914 bis 1924) als auch in der Gegenwart, wobei der überwiegende Teil doch in der Vergangenheit spielt.

    Mir hat es sehr gefallen, wie hier das Leben des früheren Dienstmädchens Grace erzählt wird. Dabei erzählt uns Grace ihre Geschichte selbst; das Buch ist in der Ich-Erzählform geschrieben.

    Obwohl das Buch fast 700 Seiten hat, kam keine Langeweile auf. Die Geschichte ist sehr mitreißend, spannend und packend erzählt. Ich konnte mich gut in die Figuren hineinfühlen.

    Von mir bekommt das Buch vier sehr gute Sterne; ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt mit der Lektüre.

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    Minjes avatar
    Minjevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine brilliante Leistung, ein Buch, das einen in seinen Bann zieht.
    England

    Das Buch "Das geheime Spiel" von Kate Morton erschien 2007 in der Verlagsgruppe Random House GmbH. Das Original erschein 2006 in Australien unter dem Titel "The shifting fog".
    Das Buch spielt in England in der Zeit kurz vor dem 1. Weltkrieg. Es besteht aus vier Teilen. Die alte Dame Grace, die mittlerweile im Altenheim lebt, erinnert sich an ihre Jugenzeit, in der sie als Dienstbotin auf Riverton Manor lebte. Später dann als Zofe von Hannah in London. Im Altenheim bekommt Grace von Zeit zu Zeit Besuch von einer Filmproduzentin, die einen Film über Riverton Manor und den vermeintlichen  Suizid von R.S Hunter dreht. Beim Lesen erfahren wir einiges über die Entwicklung der Hartford Schwestern, ebenso über die Entwicklung von Grace. Am Ende des Buches wird die Frage beantwortet, wer der Vater von Grace ist.
    Thematisiert werden die verschiedenen Gesellschaftsschichten zur damaligem Zeit. Thema ist auch die Liebe.
    Interessant die Aussage von Mr Hamilton über das Dienen. "Diene Ihnen still. ...willig...dankbar. Du wirst wissen, dass du deine Arbeit gut gemacht hast, wenn niemand davon Kenntnis nimmt, du wirst wissen, dass du eine gute Arbeitskraft bist, wenn niemand dich bemerkt." Ist es nicht so, das man Anerkennung möchte? Das man Lob möchte, für das, was man geleistet hat?
    Toll, wie sich die Beziehung zwischen Hannah und Grace entwickelt. Nur schade, das Grace in einem Punkt nicht ganz ehrlich ist. Denn wenn sie ehrlich gewesen wäre, hätte  R.S. Hunter ja gar nicht sterben müssen...
    Schade, das Hannah nicht mutig genug für eine Trennung ist, bzw dass sie es zu lange hinauszögert...
    Nach "Die fernen Stunden" nun das zweite Buch, das ich von Kate Morton gelesen habe. Mir gefällt dieses Buch, ganz besonders der vierte Teil. Es gibt mehrere Geheimnisse, und mitzudenken, immer wieder auf die Folter gespannt zu werden, das ist in einem Buch einfach schön.....auch gefällt es mir, in die damalige Zeit entführt zu werden, es ist der Autorin echt gut gelungen. Im vierten Teil merkt man, das die Auflösung ("Wer ist schuld am Tod von R.S. Hunter?") endlich naht. Trotzdem noch langatmig und dabei spannend geschrieben, echt brilliant.

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    tragalibross avatar
    tragalibrosvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Wundervoll geschrieben, einfühlsam und ergreifend.
    Rezension zu "Das geheime Spiel" von Kate Morton

    England, kurz vor dem Ausbruch des I. Weltkrieges:

    Zwei Schwestern und eine Liebe, die alles verändern wird...

    Die junge Grace Bradley wird als Dienstmädchen auf dem Anwesen Riverton Manor eingestellt. Grace hegt stille Bewunderung für die Hartford-Kinder, besonders für die ältere Tochter Hannah. Doch nach einer denkwürdigen Begegnung mit dem jungen Dichter Robert Hunter, verändert sich alles...
    Als Vertraute von Hannah versucht Grace das Schlimmste zu verhindern, doch ohne Erfolg.

    Kate Morton hat mit diesem Roman wieder ein Werk geschrieben, dass in jedes Bücherregal gehören sollte. Die Autorin beherrscht es wie keine andere, eine fesselnde, einfühlsame, dramatische und schöne Geschichte zu erzählen. Wie auch im Buch "Die verlorenen Spuren", wird die Handlung rückblickend erzählt und springt zwischenzeitlich immer wieder in die Gegewart. Morton kann diese Komponenten - Vergangenheit und Gegenwart - so einzigartig miteinander kombinieren, dass wieder ein wunderschöner und dramatischer Roman entstanden ist, der einen nicht mehr loslässt.

    Mir hat dieses Buch wieder sehr gut gefallen. Tatsächlich geht es mir bei den Büchern von Morton immer wieder so - man versinkt förmlich in der Geschichte. Die Autorin schreibt sehr bildhaft, ohne dabei langatmig zu werden. Die Handlung, anfangs scheinbar eher belanglos und aus der fast schon ungewöhnlichen Sicht eines Dienstmädchens, könnte spannender nicht sein. Dabei bleibt die Geschichte trotzdem einfühlsam und ergreifend.

    Für diese ungewöhnliche, nennen wir es Liebesgeschichte, vergebe ich volle fünf Sterne.


    Kommentare: 2
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    peggys avatar
    peggyvor 4 Jahren
    Die Schwestern von Riverton

    Grace kommt als Dienstmädchen noch Riverton Manor, sie bewundert die Hartfort Schwestern, Hannah und Emmeline um ihre fröhliche und unbeschwerte Art. Für Hannah ist Grace bald mehr als nur das Dienstmädchen, sie weiht sie in ihre Geheimnisse ein, Grace steht Hannah loyal zur Seite und versucht sie vor Unheil zu bewahren, 
    Sie stellt ihr Glück hinter dem von Hannah, als sie die Chance bekommt dem Dienstboten Dasein zu entkommen, schlägt sie dies aus..

    Eine Mischung aus Familiensaga und Liebesgeschichte mit Krimielementen, berührt und ist gleichermaßen spannend, mit allerlei Wendungen wird das Buch zu einem echten Lesespaß.
    Mein erster Kate Morton Roman der mich gleich begeistern konnte.

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    Montagskinds avatar
    Montagskindvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Empfehlung!
    Mitreißend!

    Mein Fazit:

    Kate Morton macht die Figuren in diesem Roman lebendig. Ich habe ihn als letztes Ihrer Werke gelesen und man merkt wie sie sich weiterentwickelt hat. Sie schafft es zu faszinieren.

    Allein durch diese Zeit in der der Roman spielt u auch durch den Plott, der so nicht vorauszusehen war, macht das Buch zu einem tollen Erlebnis. Ich bin nun traurig, denn ich habe inzwischen all ihre Bücher gelesen und es gibt in dem Genre keine die an Kate Morton heranreicht. Lest es!

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