Kate Pullinger

 4 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor von Eine Liebe in Luxor, Eine Liebe in Luxor und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Kate Pullinger

Kate Pullinger, im kanadischen Cranbook geboren, lebt seit 1982 in London. Sie ist Autorin mehrerer Romane, darunter «Das Piano» (gemeinsam mit Jane Campion). «Eine Liebe in Luxor» gewann 2009 den renommierten kanadischen Governor General's Award und war für den Giller Prize nominiert.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Kate Pullinger

Cover des Buches Eine Liebe in Luxor (ISBN:9783492983686)

Eine Liebe in Luxor

 (2)
Erschienen am 15.09.2017
Cover des Buches Eine Liebe in Luxor (ISBN:B006YIA962)

Eine Liebe in Luxor

 (0)
Erschienen am 07.08.2010
Cover des Buches Eine Liebe in Luxor (ISBN:9783833307959)

Eine Liebe in Luxor

 (20)
Erschienen am 12.10.2011
Cover des Buches The Mistress of Nothing (ISBN:9781439195055)

The Mistress of Nothing

 (0)
Erschienen am 23.08.2011

Neue Rezensionen zu Kate Pullinger

Neu

Rezension zu "Eine Liebe in Luxor" von Kate Pullinger

Leidenschaft und verbotene Gefühle vor exotischer Kulisse
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Monaten

Worum es geht

Mitte des 19. Jahrhunderts reist Lady Lucie Duff Gordon auf Anraten ihres Arztes nach Ägypten, um dort ihre Tuberkulose auszuheilen. Begleitet wird sie von ihrem Dienstmädchen Sally Naldrett, die mit ihrer Herrin im fremden Land schon bald eine besondere Vertrautheit verbindet. Als die Lady den Ägypter Omar Abu Halawy als Dolmetscher, aber auch zur Unterstützung im Haushalt einstellt, entwickelt Sally Gefühle für den verheirateten Mann, die sie alsbald in große Schwierigkeiten bringen sollten.

Wie es mir gefallen hat
Lange lagerte das Buch auf meinem SuB, nicht ahnend, wie sehr mich die Geschichte der Zofe Sally Naldrett in ihren Bann ziehen sollte. Dabei war es gar nicht so sehr der Inhalt, der mich derart faszinierte, sondern die vielen Details, die die Autorin unglaublich plastisch zu schildern versteht. Die Schönheit der Landschaft, die Gastfreundschaft, die den beiden Frauen überall begegnet, aber auch die Mühsal der Reise in einem Land und zu einer Zeit, die den Begriff "Tourismus" noch nicht kennt. Ganz ungezwungen bewegen sich die Bewohner zwischen den Ruinen ihrer großen Vergangenheit, leben zwischen Hieroglyphen und halb im Sand versunkenen Denkmälern. Beinahe meint man den in der Mittagsglut träge dahinfließenden Nil vor sich zu sehen, glaubt, die Hitze, unter der die beiden Engländerinnen in ihrer unpassenden Garderobe leiden, am eigenen Leibe zu spüren. Langsam wird jedoch die Veränderung erkennbar, die Sally und ihre Lady erfahren; nicht nur in ihrem Lebensstil passen sie sich den fremden Sitten an, auch ihre Beziehung zueinander wird eine andere.
Besonders gut hat mir gefallen, wie die Autorin dieses beinahe selbstverständliche Annehmen ganz neuer Lebensgewohnheiten schildert. Keine Rede von einem Aufeinanderprallen der Kulturen, sondern eher eine von gegenseitiger Neugier getragene und von Toleranz bestimmte Annäherung. Trotz aller Begeisterung für das fremde Land, bleibt Lady Duff Gordon die Armut und Unterdrückung der untersten Bevölkerungsschicht, der ihre besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge gilt, nicht verborgen. Selbst schwer krank, widmet sie sich voller Engagement den Ärmsten und hilft beim Ausbruch einer Seuche tatkräftig in der von ihr provisorisch eingerichteten Krankenstation mit. Im krassen Gegensatz dazu steht die Härte, mit der sie ihre geschätzte Zofe behandelt, als diese in eine für sie problematische Lage gerät. Die charakterliche Stärke der Sally Naldrett hat mich sehr beeindruckt, gerade weil sie ihren Gefühlen nachgibt, ohne in ihrer Unerfahrenheit an die Konsequenzen zu denken, die Folgen aber mit bewundernswertem Mut trägt.
Eine sehr sympathische und authentische Erscheinung, die sich nahtlos ins Geschehen einfügt, ist der Ägypter Omar. Er begleitet Lady Duff Gordon auf ihrer Reise und steht ihr als Dienstbote und persönlicher Betreuer zur Seite. Interessant wäre es gewesen, mehr zu seinen Ansichten über ein Leben zwischen den beiden Kulturen zu erfahren.
Treffend fand ich auch die Einteilung des Buches in die Kapitel "Leben", "Tod" und "Leben danach", die den Verlauf der Reise ankündigen, und Hoffnung aufkeimen lassen für das weitere Schicksal der tapferen Sally. Stilistisch hat mir das Buch ebenfalls sehr gut gefallen, vor allem die gehobene Sprache, die so gut zu einer englischen Lady des 19. Jahrhunderts passt. 

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Rezension zu "Eine Liebe in Luxor" von Kate Pullinger

Ein anderes Leben
Dreamworxvor 2 Jahren

1862 England. Die 30-jährige Sally Naldrett ist schon seit langer Zeit nicht nur als Kammerzofe in Diensten von Lady Lucie Duff Gordon tätig, sondern erweist sich auch als deren enge Vertraute. Die schwere Erkrankung an Tuberkulose von Lady Lucie macht es unbedingt erforderlich, dem feuchten Klima der englischen Heimat den Rücken zu kehren und in wärmere Gefilde überzusiedeln. Die Wahl fällt auf Ägypten, wo sich die beiden Frauen nach einem Abstecher in Alexandria im „French House“ in Luxor einquartieren. In Alexandria schließt sich der Ägypter Omar Abu Halawy den beiden Frauen an, Lady Duff hat ihn eingestellt, um ihnen zu dolmetschen und nebenbei Aufgaben im Haushalt mit zu übernehmen, aber vor allem zu kochen. Während Lady Duff sich langsam in dem exotischen Land einlebt, sich für die einheimische Bevölkerung interessiert und auch engagiert, führt das Zusammenleben auf engstem Raum dazu, dass sich Sally und Omar ineinander verlieben. Allerdings ist Omar verheiratet. Sally, die ihrer Herrin eng verbunden ist, hat ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber, denn es fühlt sich für sie an, als würde sie Lady Duff hintergehen. Als Sally dann auch noch ein Kind bekommt, muss sie am eigenen Leib erfahren, dass Lady Duff sie nach all den vielen Jahren eiskalt fallen lässt, während Omar weiterhin in ihren Diensten bleibt. Was wird nun aus Sally und ihrem Baby? Wird Omar ihr beistehen?

Kate Pullinger hat mit ihrem Buch „Eine Liebe in Luxor“ einen sehr fesselnden historischen Roman vorgelegt, in der sie aus historischen Begebenheiten und Fiktion zu einer sehr spannende Geschichte verwebt. Der Schreibstil ist flüssig und vor allem der damaligen Zeit angepasst. Dadurch wirkt die Geschichte realer. Die Handlung wird im Stil eines Tagebuchs aus der Sicht von Sally erzählt und lässt den Leser an ihren Eindrücken, Gedanken und Gefühlen hautnah teilhaben. Die Beschreibung der Reise und des exotischen Ägyptens sind bildgewaltig und farbenfroh, so dass bei der Lektüre Bilder vor dem inneren Auge entstehen. Die Autorin hat den historischen Hintergrund sehr gut recherchiert und führt dem Leser die damalige gesellschaftliche Situation sowie die politischen Lage vor Augen. Gleichzeitig zeigt sie auf, dass durch das genötigte enge Zusammenleben zwischen Herrschaft und Dienstboten die Konventionen oftmals wegfallen und man sich fast freundschaftlich verbunden begegnet. Da man sich in einem fremden Land aufhält und nicht unter strenger Beobachtung von Nachbarn etc. steht, gibt man sich ungezwungener und freier in Entscheidungen und dem täglichen Miteinander.

Die Charaktere sind sehr detailliert und individuell ausgearbeitet, sie wirken durchweg sehr realistisch und lebensecht, so dass man sich als Leser in den einen oder anderen gut hineinversetzen kann. Gerade die zwischenmenschlichen Interaktionen der Protagonisten werden von der Autorin behutsam an den Leser herangetragen. Sally ist eine sehr sympathische Frau, die schon viele Jahre für Lady Duff arbeitet. Sie ist ehrlich, fleißig und hilfsbereit, steht ihrer Herrin jederzeit zur Verfügung und kümmert sich aufopfernd um sie. Sally wirkt manchmal etwas naiv und wird von der Liebe regelrecht überrascht, sie ist glücklich und gleichzeitig fühlt sie sich wie eine Betrügerin, die ihre Herrin hintergeht. Doch sie ist auch mutig und wählt einen schweren Weg für sich selbst, um zukünftig für sich selbst entscheiden zu können. Lady Duff ist eine kränkliche Frau, die sich aber nicht in ihr Leiden ergibt, sie kämpft und nimmt Entbehrungen hin, denn sie muss ihre Familie zurücklassen. Sie ist eine offene Frau, die ihre Meinung sagt und versucht, sich für andere einzusetzen. Sallys Fehlverhalten lässt sie kalt und unbarmherzig wirken, denn sie fühlt sich betrogen und hintergangen. Ihr Urteil über Sally ist hart und unverständlich. Omar ist ein freundlicher Mann, der sich schnell in den kleinen Haushalt integriert. Er kocht hervorragend und hilft den Frauen mit seinen Sprachkenntnissen, im fremden Land zurechtzukommen. Aufgrund seiner Religion und der Gegebenheiten in seinem Heimatland sind ihm Dinge erlaubt, die woanders nicht gelten. Die Liebe zu Sally lässt auch ihn in einen Gewissenskonflikt fallen, den nur er lösen kann.

„Eine Liebe in Luxor“ ist ein rundum prächtiger historischer Roman, der sich an wahre Begebenheiten anlehnt und dem Leser farbenprächtig eine exotische Welt sowie eine ungewöhnliche Freundschaft als auch schicksalshafte Verwicklungen präsentiert. Absolute Leseempfehlung für eine echte Entdeckung!

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Rezension zu "Eine Liebe in Luxor" von Kate Pullinger

Veränderungen - unverhofft, einschneidend. Ein neues Leben beginnt
Belisvor 2 Jahren

Pflichtbewusst und loyal versieht Sally ihren Dienst als Zofe bei der kranken Lady Gordon. Ob im heimischen Esher, England, oder auf ihren Erholungsreisen, welche die Frauen sogar mehrere Jahre in Ägypten verleben ließen. Dabei begegnet Sally die Liebe, unerwartet und gedankenlos schlittert sie somit in ein ihr bis dahin fremdes Leben. Lady Gordon und ihr außergewöhnlicher Lebensstil bestimmen weiterhin über Sally. Schicksalhaft, uneingeschränkt und unerbittlich.
Die Schreibweise der Ich-Erzählung aus Sicht der Zofe Sally lässt mich in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts eintauchen. Anfangs musste ich mich an die fast tagebuchähnliche Weise gewöhnen, bedingt durch viele Wechsel bis die eigentliche Geschichte in Ägypten beginnt.
Eingeflochtene Begriffe in der Landessprache und bildhafte Beschreibungen verleihen einen Einblick ins Ägypten der Kolonialzeit. Historisch belegte Begebenheiten und Fakten sind geschickt in der Erzählung eingearbeitet. Die Situation der einheimischen Bevölkerung wird nachvollziehbar geschildert und wirkt lebendig. Politische Aussagen und Umstände damaliger Zeit rahmen das Geschehen ein.
Im Fokus stehen neben der abenteuerlustige Lady Gordon und ihrer Krankheit die Zofe Sally als treue Begleiterin, ihr Leben außerhalb bekannter Konventionen sowie Omar, der Kairorer Dragomane. Die Hauptprotagonisten zeigen Charakterstärke und lassen Schwächen zu. Verändern im Laufe der Handlung ihre Meinungen, Sichtweisen und Erwartungen. Entwicklungen unterschiedlicher Art beeinflussen das Geschehen. Freundschaft, Vertrauen, Neid und Unerfahrenheit treffen auf Liebe, Hass und Freundlichkeit. Unerwartete Hilfe und politische Unruhen beeinflussen die Zukunft von Sally ebenso wie der Gehorsam und das Pflichtbewusstsein gegenüber ihrer Herrschaft.
Mir war Omar, der ägyptische Diener schnell sympathisch. Die weiblichen Personen konnten mich anfangs nicht überzeugen. Je weiter die Erzählung fortschritt desto mehr konnte ich eintauchen. Die faszinierenden Landschaften und nachvollziehbar geschilderten Lebensumstände der einheimischen Bevölkerung unterstützen dies. Die Abenteuer der teils exzentrischen Lady Gordon und ihrer begleitenden Zofe sind außergewöhnlich aufregend für die Zeit um 1865. Das Miteinander der Frauen außerhalb Englands wird ungezwungen und löst sich aus den Konventionen. Unerwartet verändert sich die Situation. Sally sieht sich ihrer sicheren Zukunft beraubt. Verzweiflung, Aufbegehren und starker Wille verändern ihr Leben für immer.
Ein Blick ins Ägypten zur Kolonialzeit, ungewöhnliche Abenteuer für Frauen um 1865 im traditionsbewussten Land der Pharaonen und  Beobachtungen von Politik und Gesellschaft erleben Sally und Lady Duff Gordon hautnah. Ihre Briefe nach England sind unter anderem eine Vorlage für diesen Roman. Das Verhältnis der beiden Frauen, die Veränderungen und Einflüsse der Gesellschaft werden thematisiert. Beeindruckend geschildert und sehr interessant. Leider konnte mich die Geschichte nicht fesseln, aber ich fand sie sehr informativ. Daher vergebe ich vier Sterne.

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