Kate Summerscale The Suspicions of Mr. Whicher

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Inhaltsangabe zu „The Suspicions of Mr. Whicher“ von Kate Summerscale

The fascinating story of a famous Victorian murder case - and the notorious detective who solved it

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  • Das Verbrechen im Zeitalter seiner analytischen Rekonstruierbarkeit

    The Suspicions of Mr. Whicher
    brudervomweber

    brudervomweber

    15. November 2013 um 22:49

    Kate Summerscales Buch über einen wahren Mordfall aus dem Jahr 1860 und dessen Auswirkungen auf die damalige englische Gesellschaft ist vieles: eine Dokumentation, eine spannende Rekonstruktion eines Mordfalls und insbesondere eine kenntnisreiche und kreative Studie über die Faszination am Verbrechen und die gesellschaftliche Funktion des Detektivs in der Viktorianischen Epoche. Der Stil des Buches ist beizeiten dröge, die Sprache durch viele Zitate aus Büchern, Presseberichten und polizeilichen Akten mitunter gestelzt, weil eben alt, aber gerade dieser Tonfall macht den Reiz aus, den das Buch hat. Summerscale jongliert mit den Fakten, sie reibt Theorien über den brutalen Mord an dem dreijährigen Francis Saville Kent, die öffentliche und sensationslüsterne Berichtserstattung und das Echo, welches der Fall insbesondere in der damals knospenden Detektiv-Literatur fand, experimentierfreudig aneinander und kreiert dadurch ein lärmendes, überzeugendes Panorama jener rastlosen Wochen und Monate, in denen Heerscharen von wohlmeinenden, aber allzu unfähigen Ermittlern, Nachbarn und Freunden durch das Haus der Kents in Road liefen und die schreckliche, die Volksseele Englands verunsichernde Tat zu erhellen versuchten. Inmitten dieses Durcheinanders platziert Summerscale ihren Titelhelden, Jack Whicher, jenen nach ihrer Interpretation ersten großen Detective von Scotland Yard, einen Mann, in dem sich Wagemut, Scharfsinn und Instinkt zu einer formidablen Mischung verbanden und der doch von dem Hype, den der Mord an dem Kent-Jungen und seinem "unanständigen" Verdacht, der ebenfalls den Titel des Buches ziert, fast zugrunde gerichtet wurde. Der Bericht Summerscales neigt gelegentlich zur Wiederholung bereits präsentierter Fakten, die Fülle der in die Angelegenheit als mögliche Täter, als Zeugen, Ermittler, Strafverfolger, selbsternannte Meinungsführer und anderweitig von dem Fall faszinierte Zeitgenossen verstrickten Personen lässt zudem mitunter den Kopf schwirren, aber letztlich tritt nur eine Handvoll von Figuren im Auge dieses hyperventilierenden Orkans öffentlicher Meinungen zusammen. Der Detektiv und die Hausgemeinschaft der Kents, aus der - wie bald klar wird - der Mörder stammen muss. In der Conclusio ihres Buches stellt Kate Summerscale fest, dass der literarische Detektiv die gesellschaftliche Funktion erfüllt, uns von der Anwesenheit des Todes zu erlösen. Er nimmt die unerträgliche Last der Ungewissheit von uns. Diesen Gefallen tun Summerscale und Whicher dem Leser des Buches nicht - am Ende steht ein starker Verdacht, dass die letztlich aufgedeckte Wahrheit nicht die ganze Wahrheit gewesen sein mochte, dass es Geheimnisse gibt, die im jenem abgeschlossenen Raum des Privaten verblieben sein könnten, dessen Veröffentlichung im Zuge der Ermittlungen die eigentlich skandalöse Tat jener Detektive von Scotland Yard war, über welche sich die englische Gesellschaft empörte. In ihrem kurzen Nachwort kehrt Summerscale noch einmal zum Opfer jenes Mordes zurück, zu dem kleinen, dreijährigen Jungen, der - so die Auslegung eines Mediziners, der die Leiche nach deren Fund untersuchte - seine Mörder gesehen und die gegen ihn geführte Klinge abzuwehren versucht haben musste. Summerscale räumt ein, dass erst die Lektüre dieses den Augenblick des Todes heraufbeschwörenden Berichts sie aus ihrem analytischen Gedankengebäude in die Wirklichkeit zurückholte: "I was reminded, with a jolt, that the boy lived. In unravelling the story of his murder, I had forgotten him." Mit ihrem Buch, das mich bei aller dokumentarischen Sorgfalt und kenntnisreicher Verknüpfung von gesellschaftlichen Phänomenen des neunzehnten Jahrhunderts insbesondere im letzten Drittel stellenweise an den Rand des Tränenvergießens gebracht hat, hat sie diesem Vergessen nachhaltig die Stirn geboten. THE SUSPICIONS OF MISTER WHICHER ist eines der ergreifendsten Bücher, die ich gelesen habe. Das darf man als eine Empfehlung werten.

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  • Rezension zu "The Suspicions of Mr. Whicher" von Kate Summerscale

    The Suspicions of Mr. Whicher
    YasInWonderland

    YasInWonderland

    18. January 2011 um 13:25

    Gut geschrieben und gut recharchiert ist dieses Buch aber doch nur etwas für Fans von True Crime, denn die Ausführungen ziehen sich und sodass Spannung kaum aufkommen kann. Nach der Hälfte des Buches hatte ich bereits einen klaren Verdacht, werd den Mord begangen hat und außerdem das Interesse verlohren um noch weiter zu lesen und es heraus zu finden. Trozdem, ich werde dem Buch noch eine zweite Chance geben.

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  • Rezension zu "The Suspicions of Mr. Whicher" von Kate Summerscale

    The Suspicions of Mr. Whicher
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. October 2010 um 16:02

    England im Jahr 1860, eine wahre Begebenheit: In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni wird der 3-jährige Sohn der Familie Kent brutal ermordet. Der Täter muss ein Familienmitglied gewesen sein, da dass Haus verriegelt war und kein Fremder sich Zutritt verschaffen konnte. Jack Whicher, der berühmteste Polizei Detective seiner Zeit, wird von London nach Road geschickt, um den Mörder zu überführen. "The Murder at Road Hill House" verursacht eine nationale Hysterie. Was geschah wirklich hinter den verschlossenen Türen des angesehenen Mittelklasse Heims? Intrigante Angestellte, rebellische Kinder, Wahnsinn, Eifersucht, Einsamkeit und Begierde beflügeln die Fantasie der Bevölkerung. Am Ende wird ein Schuldiger gefunden, doch Zweifel bleiben. Bis heute. Als ich dieses Buch im Herbst 2009 erworben habe, war mir nicht bewusst, dass es sich hierbei nicht um einen fiktiven Kriminalroman handelt, sondern um einen aufbereiteten Tatsachenbericht. Habe es in einem Londoner Flughafen zusammen mit einer Tageszeitung für nur 3 Pfund gekauft. Für den Preis nimmt man alles mit. Ein Jahr später und genau 150 Jahre nach der grausamen Tat, habe ich mich nun dazu durchgerungen, das Buch zu lesen. An sich war es schon sehr interessant zu erfahren, was sich damals im Road Hill House und im Zuge dessen in ganz Großbritannien abgespielt hat. Wie wurden die Ermittlungen geführt, wie kam die Polizei zu ihren Schlussfolgerungen, was wurde aus den Beteiligten. Auch die Allgemeinbildung hat profitiert, z.B. dass es in 1860 nur 8 Detectives in London Scotland Yard gab. Die ersten ihrer Zunft, da diese Abteilung erst im Jahr 1842 gegründet wurde. Und woher der Wortstamm von Detektiv rührt. Dieser Fall hat die Gesellschaft damals so berührt, dass er sogar Einfluss auf die damalige Literatur hatte. Dickens, Poe, Conan Doyle, Bronte. Im Nachhinein hätte Jane Eyre ihren Mr. Rochester doch besser nicht geheiratet, da ihr höchstwahrscheinlich das selbe Schicksal wie der ersten Mrs. Rochester geblüht hätte. Leider kann ich diesem Buch nur 2 Sterne geben. Es handelt sich hierbei wirklich nur um eine Zusammenfassung der Ereignisse plus einige Hintergrundinformationen. Teilweise auch völlig unnötige Ausschweifungen, die mit dem Fall nichts zu tun haben und den Leser nicht interessieren. Es fehlt hier die "detektivische" Komponente. Ist der oder die Schuldige wirklich schuldig gewesen (Ich verrate hier nicht, wer am Ende verurteilt wurde)? Gab es andere Verdächtige? Andere Motive? Es gab Ungereimtheiten, warum wurde denen nicht nachgegangen? Warum hat niemand das Geständnis hinterfragt? Wo ist die Mordwaffe? Im Geständnis war von einem Rasiermesser die Rede, der Arzt sagt aber, dass es auf keinen Fall ein Rasiermesser gewesen sein kann. Eher ein Dolch. Wie kommt es, dass bei einer durchgeschnittenen Kehle kein Blut fließt? Wo ist es hin? Das Kind hatte auch Erstickungsmerkmale, dies wird im Geständnis gar nicht erwähnt. Gut, 150 Jahre danach, ist es anhand der noch vorliegenden Dokumente schwer zu recherchieren. Doch ist es doch auch einem Autor gestattet, Vermutungen anzustellen. Ich persönlich bin der Meinung, dass damals der oder die Falsche verurteilt worden ist. Diese Person hat sich nur zum Wohle ihrer Familie als Sündenbock geopfert, da die ganze Familie durch das Stigma eines ungeklärten Mordes an einem Kind gesellschaftlich geächtet war. Doch diesen Aspekt beachtet die Autorin leider nicht. Vielleicht sollte man hieraus einen Film machen. Selbst nach so langer Zeit, bietet das Ganze noch so viel Stoff und "Aufreger", dass es für einen langen und spannenden Spielfilm reichen würde.

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