Kate Tempest Worauf du dich verlassen kannst

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Inhaltsangabe zu „Worauf du dich verlassen kannst“ von Kate Tempest

Becky stammt aus schwierigen Verhältnissen, kellnert, wrestelt und massiert. Sie trifft Harry – und verliebt sich in seinen Bruder. Und dann doch in ihn. Harry ist auf der Flucht, landet mit Becky in Berlin. Geld haben sie genug, leben einen Traum. Sorglosigkeit legt sich wie eine schwere Decke über sie, macht aus Leichtigkeit Lethargie. Gehen oder Bleiben, zusammen sein oder trennen? Kate Tempest erzählt die Geschichte von Becky und Harry voller Wahrheit, Wärme und Schmerz – jede Liebe ist groß, weil wir es so wollen. Do you want heartbreak or hardcore?

Viel Blabla, unnötige Zusätze, teilweise sehr vorhersehbar, einzige das Ende des vorletzten Kapitel ist spaßig zu lesen.

— Hille
Hille

Gerappter, lyrischer, knallharter Großstadtroman, voller Einsamkeit, Sinnlosigkeit, der Jagd nach Geld und der Suche nach Liebe.

— Buchstabenliebhaberin
Buchstabenliebhaberin

Die eindrucksvollste und leidenschaftlichste Geschichte, die ich seit langem gelesen habe!

— leserattebremen
leserattebremen

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  • Überzeugende Menschen- und Milieustudie

    Worauf du dich verlassen kannst
    Babscha

    Babscha

    28. August 2016 um 23:42

    Große Klasse, der Debutroman der englischen Autorin. Eindringlich, abgeklärt und irgendwie wehmütig portraitiert sie South East London, die bodenständige, raue Arbeitergegend, in der Alkohol, Drogen und Gewalt die vorherrschenden Merkmale des täglichen Lebens sind. Hier ist sie selbst aufgewachsen und die Authentizität ihrer Beschreibungen spürt man in jedem ihrer Worte. Leben haucht sie ihrer Milieustudie ein, indem sie vier Hauptpersonen in Szene setzt, allesamt aus schwierigen bis gescheiterten Elternhäusern. Das sind Harry, eine Frau um die Dreißig, von Jugendtagen an Dealerin, die sich in den gehobenen Kokserkreisen Londons einen Namen gemacht hat, nach außen tough und eloquent, tief im Innern ein kleines schüchternes Mädchen voller Selbstzweifel und angewidert von ihrem Job. Leon, ihr Freund seit frühester Kindheit, ihr einziger echter Vertrauter und Beschützer bei ihrer täglichen Arbeit. Beide haben einen Traum, den sie sich irgendwann von ihrem gebunkerten Geld erfüllen wollen. Dann noch Pete, Harrys jüngerer Bruder, unreif und durchgeknallt, langzeitarbeitslos, der sein Leben absolut nicht auf die Reihe kriegt. Und Becky, hübsche charismatische Mittzwanzigerin, die seit Jahren erfolglos und ausgebeutet auf eine Karriere als Tänzerin hinarbeitet, aber immer in zweiter Reihe steht und nur mit einem Nebenjob als Masseuse ihr Leben finanzieren kann. In komplizierten, manchmal gewollten, aber dem erzählerischen Ziel der Autorin geschuldeten Handlungssträngen lässt diese ihre Protagonisten im Laufe des Buches immer mehr aufeinander zu laufen, was dann wie zu erwarten zu diversen Kollisionen, aber auch zu zumindest zeitweisem persönlichem Glück Einzelner, und sei es auch nur von kurzer Dauer, führt. Das Buch überzeugt absolut durch seine lyrische, blumige und gefühlvolle Sprache, vor allem in den Szenen, in denen sie dem Leser wie einem stillen Mitwisser tiefe Einblicke in die ausgebrannten Seelen der Figuren gestattet, zum Beispiel wenn sich die lesbische Harry in völliger Hingabe an Becky und absoluter Hilflosigkeit im Umgang mit ihren Gefühlen innerlich immer mehr zerreißt. Genau so werden aber auch die passenden Kontrapunkte durch die Brutalität der harten unerbittlichen Welt dieses Viertels gesetzt, das seine Bewohner fest in den Klauen hält und jedes Ausbrechen und jede Perspektive zu verhindern weiß. Und dem die Autorin dennoch immer wieder eine zwischen den Zeilen versteckte Liebeserklärung zukommen lässt. Starke Lektüre.

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  • Worauf du dich verlassen kannst?

    Worauf du dich verlassen kannst
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    21. August 2016 um 15:13

    "Die Stadt gähnt und lässt die Fingerknöchel knacken"(S.127) Kate Tempest schreibt nicht einfach, sie gestaltet Bilder, Gefühle, Situationen mit Wortkreationen, die so noch nie verwendet wurden, oder die ich so noch nie gelesen habe. Ihr Stil ist der einer Rapperin, schnell und gnadenlos, ehrlich und ungeschönt, originell und unerwartet. Voll auf die Acht, dennoch mit sprödem Charme, mit lyrischer Poesie und zarten Gefühlen, die eingehen wie Pflänzchen im Großstadtdschungel - achtlos niedergetrampelt. Und das Ganze wunderschön verpackt, in diesem dicken, geschnittenen grauen Einband, die besondere Bindung, der goldene Dinosaurier. Sehr edel. Auch optisch eine Wucht. "Becky schwebt durch ihr Gehirn wie eine Wespe, die in einem stickigen Klassenzimmer gefangen ist."(S.316) Allerdings werde ich das Buch noch einmal lesen müssen. Zu viele Figuren bevölkern die Story, ständig tauchen neue auf, deren Zusammenhänge und Verbindungen nicht sofort erkennbar sind, die einen verwirrt zurück lassen. Da sind Leon und Harry, Becky und Pete - und dann noch John und Paula, Miriam und David, Graham, Ron und Rags ... Doch die Geschichte ist gut. Sie fordert Aufmerksamkeit, sie will nicht konsumiert werden, sie will verfolgt werden. Alles macht Sinn, jeder Satz wie gemeiselt. "Den Hass der Welt auf seinen Schultern zu tragen, hatte ihn mürbe gemacht."(S. 156) "Sie leben in so vollkommener Einsamkeit, dass Freundschaften daraus gestrickt sind."(S. 9) Worum geht es? Es geht um das Leben nicht mehr ganz junger Menschen in London, um ihre Alltagsprobleme. Darum, wie sich die Stadt und ihr Leben verändert, wie sich Wünsche und Hoffnungen nicht erfüllen, es geht um den ganz banalen täglichen und den randständigen Überlebenskampf in der Großstadt, wie er sich ebenso in Berlin, Paris oder Madrid abspielen könnte. Es geht um Gentrifizierung, Niedriglohnjobs, Drogen, Instabilität. Kein Buch für langjährige Bankangestellte mit kleinem Häuschen auf dem Land, die haben andere Probleme, die kennen den Spirit nicht, die Geschwindigkeit, den Habitus, der Großstadtmenschen intus wohnt. Das Buch ist so voller wunderschöner Sätze. "Er war ein ramponiertes Schneckenhaus."(S.78). Wer diese spontan liebt, wird das Buch mögen. 1 Stern Abzug, weil mir die Zuordnung der Personen zu einander schwer gefallen ist.

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  • Ein dichter, intensiver Roman, in dem man sich erst zurechtfinden muss und dann nicht mehr raus will

    Worauf du dich verlassen kannst
    jahfaby

    jahfaby

    12. July 2016 um 11:19

    Bevor wir über den Inhalt reden, erstmal die Form. Die ist nämlich unglaublich geil. Okay, ich verstehe den Dinosaurier auch nach dem Lesen nicht, aber das minimale Cover ohne Schutzumschlag, das Gefühl, dieses Buch in der Hand zu halten und es aufzuschlagen, ich liebe es. Das Buch hat eine Fadenbindung und einen geraden Buchrücken und wenn ich es aufschlage, liegt es flach auf dem Tisch. Ich bin total begeistert.Was in der Form beginnt, geht im Inhalt weiter. Das Intro liest sich wie ein Spoken Word Text, ein Rap in Prosaform und die Beats springen mir entgegen, was mir erstmal schwerfällt und mich verwirrt. Danach wird es besser, entweder sind die Beats schwächer oder ich habe mich an sie gewöhnt.Kate Tempest erzählt einen Ausschnitt aus dem Leben in London, mit vielen Geschichten und Ereignissen und Menschen, deren Wege irgendwann immer zusammenfinden. Sie erzählt mit einem detaillierten auktorialen Erzähler, der extrem nah an den Figuren ist. Ich lese nicht nur abwechselnd die Gedanken und Gefühle der vier Protagonisten, ich kenne ihre Familie bis zu den Großeltern, ich weiß, warum die Eltern sich wie verhalten haben und verstehe, warum sich die Protagonisten verhalten, wie sie es tun. Ich muss es nicht akzeptieren oder gar gut heißen, aber ich kann es nachvollziehen.Mehr noch, ich will es verfolgen. Obwohl es verwirrend und anstrengend ist und Kate Tempest von Person zu Person, von Gefühl zu Gegengefühl springt, will ich dabei sein. Obwohl ich mein Problem mit Geschichten über Drogen habe und sie meist als Attitüde und Lebensstil lese, der nicht meiner ist, geht es mir hier anders.Ich brauche eine ganze Weile, bis ich die Geschichten verstehe und wer wie zusammengehört. Aber dann folge ich ihnen und will mehr wissen, selbst, als das Buch zu Ende ist. Dann sitze ich enttäuscht da. Lese den Anfang nochmal. Schade, dass es nicht weitergeht. Aber hej, genau das ist es, ein Ausschnitt aus dem Leben. Es gäbe keinen guten Punkt, um auszusteigen.Und wir steigen auch nicht wirklich aus, denn Kate Tempest verschränkt ihre Künste. Das heißt, die Geschichten ihrer Protagonisten gehen in ihren Liedern und Gedichten weiter. Und vielleicht, hoffentlich, irgendwann in einem neuen Roman.Worauf du dich verlassen kannst ist ein dichter, intensiver Roman, in dem man sich erst zurechtfinden muss und dann nicht mehr raus will. Gerne mehr davon.

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  • Auf der Suche nach irgendwas

    Worauf du dich verlassen kannst
    leserattebremen

    leserattebremen

    06. July 2016 um 14:13

    Harry, Becky, Pete und Leonard leben in London und sind das Sinnbild dieser pulsierenden Stadt. Sie suchen ihren Weg, kämpfen um Halt und hängen ihren Träumen nach, die sie nicht verwirklichen können. Sie sind jung und wollen eigentlich nur leben, doch viele Dinge stehen ihnen im Weg, nicht zuletzt sie selbst. Als Harry und Becky sich treffen, herrscht zwischen ihnen eine besondere Anziehung, doch ihre Wege trennen sich und Becky verliebt sich in Harrys Bruder Pete. Als Harry und Becky sich über Pete wiedertreffen, sind sie verzweifelter denn je auf der Suche nach einem Sinn in ihrem Leben. Kate Tempest hat mir ihrem Debutroman „Worauf du dich verlassen kannst“ das leidenschaftlichste und mitreißendste Buch geschrieben, dass ich seit langem gelesen habe. Die Geschichten der Protagonisten sind eindringlich beschrieben und gehen einem unweigerlich nahe, ihre Verzweiflung ist beim Lesen regelrecht spürbar. Sie hängen vergangenen Chancen und unglücklichen Kindheitserinnerungen nach und kommen kaum voran oder jedenfalls nicht dahin, wo sie hinwollen. Kate Tempest beschreibt all dies so fesselnd, dass man völlig in die Geschichte eintaucht und die Charaktere nicht mehr loslassen will. Das Buch nimmt einen gefangen und lässt einen nach Ende der Lektüre nur langsam wieder los. Zu sehr war man an die Figuren und ihre Leben gebunden. Ich kann „Worauf du dich verlassen kannst“ von Kate Tempest nur uneingeschränkt empfehlen, dieses Buch hat mich begeistert und beeindruckt.

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