Katerina Poladjan

 3.2 Sterne bei 35 Bewertungen
Autorin von In einer Nacht, woanders, Vielleicht Marseille und weiteren Büchern.
Katerina Poladjan

Lebenslauf von Katerina Poladjan

Katerina Poladjan, 1971 in Moskau geboren, kam als Kind nach Deutschland. Sie arbeitet als Schauspielerin und Autorin und lebt mit ihrer Familie in Berlin. «In einer Nacht, woanders» ist ihr erster Roman. Ihr aktueller Roman "Vielleicht Marseille" erschien im Herbst 2015 bei Rowohlt.

Alle Bücher von Katerina Poladjan

Katerina PoladjanIn einer Nacht, woanders
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In einer Nacht, woanders
In einer Nacht, woanders
 (34)
Erschienen am 01.02.2013
Katerina PoladjanVielleicht Marseille
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Vielleicht Marseille
Vielleicht Marseille
 (1)
Erschienen am 28.08.2015
Katerina PoladjanHinter Sibirien
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Hinter Sibirien
Hinter Sibirien
 (0)
Erschienen am 21.10.2016

Neue Rezensionen zu Katerina Poladjan

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K

Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan
kurtfrievor 6 Jahren

"In einer Nacht, woanders" ist ein wunderbarer Roman über eine Selbstfindung.
Mascha, eine Lehrerin in Deutschland mit russischen Wurzeln, wird aus ihrem Alltag gerissen als sie das Haus ihrer Großmutter in Bykovo erbt. So macht sie sich auf die Reise nach Russland in ihre alte Heimat, in der sie ihre Kindheit verbracht hat, bevor sie mit ihren Eltern nach Deutschland kam. Sie fährt dort hin, um das Haus zu verkaufen.
Das Buch beschreibt auf eindrückliche Weise Maschas Reise in ihre Vergangenheit, die eine Flut von Erinnerungen und Emotionen bei ihr auslöst.Es ist wie ein Trip. Man begibt sich mit der Protagonistin auf eine Reise nach Russland und auch auf eine Reise in ihre Innenwelt. Realität, Traum, Gegenwart und Vergangenheit mischen sich und gerade das ist die Qualität des Buches. Dazu wählt Katerina Poladjan formal eine durchgehende fließende Prosa. Es gibt keine Kapitel, keinen Unterschied zwischen wörtlicher Rede und Gedanken, das Buch hat einen unaufhaltsamen Rhythmus. Gerade diese assoziative Form, dieser vollkommene Subjektivismus macht das Buch so spannend. Die Sprache ist knapp, beschreibend aber kraftvoll. Die Ich-Erzählerin hat durchaus eine gewisse Distanz zu sich selbst. Man könnte auch sagen, sie hat Humor. Nach und nach entsteht ein Gesamtbild, werden Fragen, die der Leser sich stellt, Fragen, die Mascha sich stellt, beantwortet, Rätsel gelöst. Aber auch die Antworten werfen weitere Fragen auf. Es ist auch die Geschichte einer Selbstfindung, oder Selbstannäherung. Einige Geheimnisse werden gelüftet und am Ende ist Mascha an einem anderen Punkt in ihrem Leben als am Anfang.
In dieser Suche kann ich mich selbst wieder finden. Gerade die extreme Subjektivität macht das Buch für mich "welthaltig", allgemeingültig, ein Paradoxon. Man kann das Ganze aber auch als einen Traum sehen. Der Titel "In einer Nacht, woanders" bietet viele Assoziationsmöglichkeiten.

Ich finde das Buch sehr spannend, kraftvoll und gut zu lesen. Katerina Poladjan hat einen ganz wundervollen Debüt-Roman geschrieben. Hut ab!

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rumble-bees avatar

Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan
rumble-beevor 7 Jahren

Dieses Buch ist ja nicht wirklich dick mit seinen gerade mal 173 Seiten. Und auch die Tatsache, dass es - man höre und staune - ohne eine einzige Kapiteleinteilung, und fast ohne Absätze daherkommt, könnte einen denken lassen, es eigne sich gut zur Überbrückungslektüre zwischen mehreren Wälzern. So nahm ich es mir ganz unvorbereitet und spontan zur Hand, und musste doch entdecken, dass es alles andere ist als ein Buch für "zwischendurch".

Zum Glück habe ich doch ein wenig Erfahrung mit neumodischen literarischen Techniken, und war von daher nicht ganz so "erschlagen" vom wirklich ambitionierten Stil wie manch ein Leser vor mir. Dennoch, ich kann letzten Endes weder sagen, ob mir das Buch wirklich gefallen hat - noch, ob es gut oder schlecht war. Geschweige denn, ob ich das Ende wirklich verstanden habe. So man es denn überhaupt als ein "Ende" verstehen kann.

Ich vermute, dass hier verschiedene Dinge zusammenkommen, die mir den Zugang erschwert haben. Zum einen enthält das Buch, so kann man vermuten, doch zahlreiche autobiographische Bezüge, da auch die Autorin, wie die Protagonistin, vor etwa 37 Jahren in Moskau geboren wurde, aber seit der Kindheit in Deutschland lebt. Vieles ist aus dieser Zeit un- oder halbverdaut geblieben, und bricht sich nun in diesen Zeilen Bahn.

Zweitens, und das muss ich dem Buch wirklich lassen, ist es eine ziemlich plastische und authentische Darstellung dessen, was man als "russische Volksseele", als russische Mentalität bezeichnen könnte. Doch, leider, die ist nun so gar nicht meins! Ich bin ein fröhlicher und optimistischer Mensch, und hätte die junge Mascha am liebsten öfters geschüttelt, sie solle sich doch um alles in der Welt nicht so hängen lassen, und über Vergangenem brüten...

Drittens, das Buch hat keinen wirklichen Abschluss, und man muss eher raten, was die eher traum- oder fieberhaften Sequenzen gegen Ende zu bedeuten haben. Im Klappentext steht zwar zu lesen, Mascha komme einem Familiengeheimnis auf die Spur - doch das stimmt so, meiner Meinung nach, nicht. Das Problem ist, dass sich sowieso der überwiegende Teil der "Handlung" in Maschas Kopf abspielt. Und von daher kann man einfach nicht sagen, ob sie nun etwas "herausgefunden" oder sich nur eingebildet hat.

Es ist wirklich sehr schwierig, etwas Objektives zu diesem Buch zu sagen. Mascha berichtet die ganze Zeit in einem ununterbrochenen Fluss aus wirren Gedanken und sonstigen Splittern - die eigentliche Handlung gerät dabei eindeutig in den Hintergrund. Das ist in zwei Sätzen gesagt. Sie fährt nach Russland, um das Haus ihrer Großmutter zu verkaufen - begegnet vor Ort aber ihren unverdauten Erinnerungen, und flüchtet wieder. Damit sind natürlich keine 173 Seiten gefüllt. Dementsprechend wird der überstürzte Ausflug nach Russland denn auch eher als Folie für ihre eigene Vergangenheitsbewältigung benutzt. Aber, und das ist es gerade, wird hier eigentlich etwas bewältigt? Am Ende bin ich genauso schlau, was Mascha betrifft, wie am Anfang. Eine Entwicklung oder "Bewältigung" im eigentlichen Sinne kann ich da nicht ausmachen!

Ich kann letztlich nicht mehr tun, als drei etwas ratlose Sterne zu verleihen - da ich sehe und anerkenne, dass hier schriftstellerisch neue Wege beschritten werden sollten. Aber "gemocht" habe ich das Buch wohl eher nicht. Es blieb mir letzten Endes fremd - was aber, wie gesagt, auch an der russischen Melancholie und Trägheit gelegen haben kann. Empfehlen würde ich das Buch jedenfalls nur solchen Lesern, die sehr (!) viel Willen zur Mitarbeit und Sinnkonstruktion mitbringen.

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LisaSunshinex3s avatar

Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan
LisaSunshinex3vor 7 Jahren

Inhalt:
Mascha hat keine genauen Erinnerungen mehr von Russland, obwohl sie als Kind dort lebte, bevor ihre Eltern mit ihr nach Berlin zogen.
Sie erhält von einem alten Freund aus Russland die Nachricht, dass ihr Elternhaus verkauft werden würde, weil ihre Oma gestorben sei. Sie solle schnell nach Russland kommen und den Verkauf des Hauses regeln.
Mascha macht sich, ohne lange nachzudenken, auf den Weg nach Russland, in ihren Heimatort.

Cover:
Es drückt etwas geheimnisvolles und dunkles aus. Etwas unwiderstehliches.
Der weiße Hase und der Schnee stehen im starken Kontrat zu dem schwarzen Hintergrund.
Meiner Meinung ist Mascha der kleine, scheue Hase, der vor der dunklen Wand steht und diese zerbrechen muss - also in diesem Fall muss sie nach Russland und das Haus ihrer Oma verkaufen - sie weiß nicht, was auf sie zukommt, sie fühlt sich unwohl, aber sie muss es tun.

Meinung:
Die Idee für die Geschichte fande ich sehr interessant und war voller Vorfreude, dass ich es lesen konnte.
Das Buch ist sehr flüssig zu lesen, obwohl ich mich am Anfang schwergetan habe.
Einen Minuspunkt gibt es für die fehlenden Gänsefüßchen - Ich mag es garnicht, wenn sie nicht vorhanden sind, denn man weiß einfach nie genau, ob das die Person jetzt wirklich im Moment sagt oder denkt!
Zeitweise wirkt der Inhalt sehr verworren und ich hatte manchmal das Gefühl, dass Frau Poladjan selber oft nicht direkt weiß, wie sie das alles schreiben soll.
Die Beschreibung von Berlin und von Mascha's Heimat war dagegen sehr gelungen und man konnte sie sich richtig vorstellen, wie sie das alles erlebt.

Fazit:
Ich habe schon bemerkt, dass bei diesem Buch sich die Meinung sehr unterschiedlich ausprägt, die einen sind sehr überzeugt von "In einer Nacht, woanders", die anderen überhaupt nicht.
Ich kann euch jetzt sagen, dass das Buch ganz gut und nett war, dass ich es an manchen Stellen echt super fande, weil es gut geschrieben war, jedoch solltet ihr euch von meiner Meinung nicht beeinflusst werden. Das ist wirklich das erste Buch, das ich gelesen habe, bei dem es so unterschiedliche Kritiken gibt, und deshalb sage ich euch: "Lasst euch um himmelswillen, bitte von niemandem hier beeinflussen! Leiht es euch aus und bildet euch selbst eine Meinung darüber, denn sonst verpasst ihr vielleicht ein gutes Buch."

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Gespräche aus der Community

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Angizias avatar
Wer denkt im Alter nicht manchmal daran, nochmal Kind sein zu dürfen - viele sehnen sich nach dieser Zeit zurück, als die Welt für sie noch in Ordnung war. Aber für viele war es das eben nicht, oder sollte es nicht sein. So scheint es nämlich in Katerina Poladjans Debütroman "In einer Nacht, woanders" der Protagonistin Mascha zu ergehen. Ihre friedliche Kindheit wurde damals unterbrochen, so dass sie fortan ohne Eltern auskommen musste. Doch nun muss sie sich den Rätseln stellen, die in ihrer Kindheit verborgen liegen und denen sie plötzlich nicht mehr aus dem Weg gehen kann. Denn was ist damals wirklich geschehen? "Beinah schon hatte Mascha ihre Kindheit in Russland vergessen, da reißt ein Anruf sie in die Vergangenheit zurück: Die junge Frau soll das Haus ihrer verstorbenen Großmutter verkaufen, das Haus ihres Kindheitsglücks, aus dem sie vertrieben wurde, als ihre Eltern die Sowjetunion verließen. Längst hat das graue Berliner Leben Maschas Erinnerungen verschüttet — und auch die Rätsel ihrer Familie: Was trieb die schöne, lebensuntüchtige Mutter damals fort? Warum ließ der Vater sie im Westen so bald im Stich? Und was wurde wirklich aus Maschas geliebter Großmutter Tamara, einer Raumfahrtingenieurin mit höchsten Verbindungen? Überstürzt bricht Mascha auf ins winterliche Russland. Was als Fahrt in eine fremd gewordene Welt beginnt, wird zu einer Reise in die Kindheit, zu einer Flucht, zur Möglichkeit eines anderen Lebens… Doch als sie Pjotr begegnet, der für Tamara mehr als nur ein Hausgehilfe war, brechen ungestellte Fragen auf, beginnt alles Verborgene zu leuchten — und Mascha muss die Geschichte der Familie, ihre Geschichte, neu entdecken.In mitreißendem Tempo und traumschönen Bildern erzählt Katerina Poladjans Roman von drei außergewöhnlichen Frauen, vom Geheimnis einer Familie — und vom Zauber einer russischen Kindheit." Zusammen mit anderen Lesern könnt ihr vielleicht selbst bald auf die Reise ins ferne Russland gehen, um Altes neu zu entdecken und hinter die Kulisse so mancher Kindheitserinnerung von Mascha zu blicken, die sich uns auftun wird. Wie das geht? Indem ihr einer von 25 Testlesern werdet, die exklusiv ein Exemplar zu sich nach Hause geschickt bekommen, um darüber zu diskutieren und eine Rezension zu schreiben! Die Autorin begleitet die Diskussion, so dass ihr auch direkt Fragen stellen könnt. Alles was wir dafür von euch wissen wollen ist: Wenn ihr die Wahl hättet, für eine Nacht "woanders" zu sein, an welchen Platz dieser Erde (oder gar außerhalb davon) würde es euch verschlagen? Ich bin gespannt auf eure Antworten, die ihr bis einschließlich dem 18.09. als Bewerbung einreichen könnt, und wünsche allen die mitlesen wollen viel Erfolg!! ************************************************************** Die 25 offiziellen Testleser sind: Himmelfarb, Lillie-Sophie, AuroraRoeschen, keksisbaby, LittleMugwump, LisaSunshinex3, hexhex, mabuerele, Annelchen, hemera, Spatzi79, lilja1986, fireez, CanIscream, barbwire1de, lenchen_196, Literatur, leserattebremen, Cellissima, mecedora, BigEyes24, DarkReader, Freiwelt, Patchouli___, Martinchen
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