Katerina Poladjan In einer Nacht, woanders

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Inhaltsangabe zu „In einer Nacht, woanders“ von Katerina Poladjan

Längst hat der graue Berliner Alltag Maschas Erinnerungen an ihre Kindheit in Russland verschüttet, da reißt ein Anruf sie in die Vergangenheit zurück: Sie soll das Haus ihrer verstorbenen Großmutter verkaufen. Die Fahrt ins winterliche Russland wird eine Reise zu den Geheimnissen ihrer Familie, zur Möglichkeit eines anderen Lebens …

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    kurtfrie

    15. January 2013 um 12:15

    "In einer Nacht, woanders" ist ein wunderbarer Roman über eine Selbstfindung. Mascha, eine Lehrerin in Deutschland mit russischen Wurzeln, wird aus ihrem Alltag gerissen als sie das Haus ihrer Großmutter in Bykovo erbt. So macht sie sich auf die Reise nach Russland in ihre alte Heimat, in der sie ihre Kindheit verbracht hat, bevor sie mit ihren Eltern nach Deutschland kam. Sie fährt dort hin, um das Haus zu verkaufen. Das Buch beschreibt auf eindrückliche Weise Maschas Reise in ihre Vergangenheit, die eine Flut von Erinnerungen und Emotionen bei ihr auslöst.Es ist wie ein Trip. Man begibt sich mit der Protagonistin auf eine Reise nach Russland und auch auf eine Reise in ihre Innenwelt. Realität, Traum, Gegenwart und Vergangenheit mischen sich und gerade das ist die Qualität des Buches. Dazu wählt Katerina Poladjan formal eine durchgehende fließende Prosa. Es gibt keine Kapitel, keinen Unterschied zwischen wörtlicher Rede und Gedanken, das Buch hat einen unaufhaltsamen Rhythmus. Gerade diese assoziative Form, dieser vollkommene Subjektivismus macht das Buch so spannend. Die Sprache ist knapp, beschreibend aber kraftvoll. Die Ich-Erzählerin hat durchaus eine gewisse Distanz zu sich selbst. Man könnte auch sagen, sie hat Humor. Nach und nach entsteht ein Gesamtbild, werden Fragen, die der Leser sich stellt, Fragen, die Mascha sich stellt, beantwortet, Rätsel gelöst. Aber auch die Antworten werfen weitere Fragen auf. Es ist auch die Geschichte einer Selbstfindung, oder Selbstannäherung. Einige Geheimnisse werden gelüftet und am Ende ist Mascha an einem anderen Punkt in ihrem Leben als am Anfang. In dieser Suche kann ich mich selbst wieder finden. Gerade die extreme Subjektivität macht das Buch für mich "welthaltig", allgemeingültig, ein Paradoxon. Man kann das Ganze aber auch als einen Traum sehen. Der Titel "In einer Nacht, woanders" bietet viele Assoziationsmöglichkeiten. Ich finde das Buch sehr spannend, kraftvoll und gut zu lesen. Katerina Poladjan hat einen ganz wundervollen Debüt-Roman geschrieben. Hut ab!

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  • Leserunde zu "Durch den Wind" von Annika Reich

    Durch den Wind

    Annika Reich

    Die Leserunde zu meinem letzten Roman "34 Meter über dem Meer"  hat mir so großen Spaß gemacht, und die Diskussion mit Euch war so aufschlussreich, dass ich jetzt gerne eine Leserunde zu meinem Roman "Durch den Wind" starten würde. Der Fischer Verlag hat 20 Bücher gespendet, die hier neben mir bereit liegen, um signiert in Euren Briefkästen zu laden. Schreibt mir bitte bis zum 19. September, ob Ihr mitlesen wollt, dann schicke ich sie los. Es geht um vier Freundinnen zwischen Berlin und Tokio auf der Suche nach der Liebe und dem richtigen Leben. Jetzt, wo sie schon Mitte Dreißig sind, muss es endlich losgehen. Doch alle vier hadern mit sich, weil sie Angst haben vor dem Scheitern. "Durch den Wind" ist ein Roman, der die Frage auslotet, wie schwierig es ist, sich zu entscheiden, wenn vermeintlich alles offen steht. "Yoko tropfte grünes Konzentrat in die weiße Farbe und verrührte die Schlieren. "Wie schön", sagte Friederike, "wie schön das aussieht." Dann stiegen ihr wieder die Tränen in die Augen: "Weißt du, warum ich wusste, dass heute ein guter Tag werden würde? Ich habe gestern eine rote Zwiebel in einem Kartoffelnetz gefunden. Und da habe ich gedacht: Es gibt noch Überraschungen. Ich hätte fast die Frau an der Kasse geküsst, weil ich dachte, dass ich etwas finden würde, was nicht in meine bisherige Sammlung passt. Und jetzt bin ich schwanger." "Mit einer kleinen, runden, roten Zwiebel." Sie rührten das Grün an und klebten den Boden ab. Nach einer Weile sagte Friederike: "Viel kann man nicht mehr ändern in unserem Alter. Außer der Farbe seiner Wände und seinem Leben vielleicht." Ich freue mich auf unsere gemeinsame Zeit! www.annikareich.net Es ist ausgelost und die Testleser sind: Bella5 mecedora bookgirl Zuckervogel SabrinaK Büchermädchen lilja1986 Nicki81 irismaria Steffi153 FiniWini killerprincess Kiwi-Lena summer22 Buchfan276 silberfischchen68 michaela_sanders Buchrättin glorana Poldy Esther Bitte schickt mir eure Adressen - die Bücher werden von mir signiert, ihr dürft also gern auch Wünsche zur Signatur mitschicken.

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    • 474
  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    rumble-bee

    09. January 2012 um 17:12

    Dieses Buch ist ja nicht wirklich dick mit seinen gerade mal 173 Seiten. Und auch die Tatsache, dass es - man höre und staune - ohne eine einzige Kapiteleinteilung, und fast ohne Absätze daherkommt, könnte einen denken lassen, es eigne sich gut zur Überbrückungslektüre zwischen mehreren Wälzern. So nahm ich es mir ganz unvorbereitet und spontan zur Hand, und musste doch entdecken, dass es alles andere ist als ein Buch für "zwischendurch". Zum Glück habe ich doch ein wenig Erfahrung mit neumodischen literarischen Techniken, und war von daher nicht ganz so "erschlagen" vom wirklich ambitionierten Stil wie manch ein Leser vor mir. Dennoch, ich kann letzten Endes weder sagen, ob mir das Buch wirklich gefallen hat - noch, ob es gut oder schlecht war. Geschweige denn, ob ich das Ende wirklich verstanden habe. So man es denn überhaupt als ein "Ende" verstehen kann. Ich vermute, dass hier verschiedene Dinge zusammenkommen, die mir den Zugang erschwert haben. Zum einen enthält das Buch, so kann man vermuten, doch zahlreiche autobiographische Bezüge, da auch die Autorin, wie die Protagonistin, vor etwa 37 Jahren in Moskau geboren wurde, aber seit der Kindheit in Deutschland lebt. Vieles ist aus dieser Zeit un- oder halbverdaut geblieben, und bricht sich nun in diesen Zeilen Bahn. Zweitens, und das muss ich dem Buch wirklich lassen, ist es eine ziemlich plastische und authentische Darstellung dessen, was man als "russische Volksseele", als russische Mentalität bezeichnen könnte. Doch, leider, die ist nun so gar nicht meins! Ich bin ein fröhlicher und optimistischer Mensch, und hätte die junge Mascha am liebsten öfters geschüttelt, sie solle sich doch um alles in der Welt nicht so hängen lassen, und über Vergangenem brüten... Drittens, das Buch hat keinen wirklichen Abschluss, und man muss eher raten, was die eher traum- oder fieberhaften Sequenzen gegen Ende zu bedeuten haben. Im Klappentext steht zwar zu lesen, Mascha komme einem Familiengeheimnis auf die Spur - doch das stimmt so, meiner Meinung nach, nicht. Das Problem ist, dass sich sowieso der überwiegende Teil der "Handlung" in Maschas Kopf abspielt. Und von daher kann man einfach nicht sagen, ob sie nun etwas "herausgefunden" oder sich nur eingebildet hat. Es ist wirklich sehr schwierig, etwas Objektives zu diesem Buch zu sagen. Mascha berichtet die ganze Zeit in einem ununterbrochenen Fluss aus wirren Gedanken und sonstigen Splittern - die eigentliche Handlung gerät dabei eindeutig in den Hintergrund. Das ist in zwei Sätzen gesagt. Sie fährt nach Russland, um das Haus ihrer Großmutter zu verkaufen - begegnet vor Ort aber ihren unverdauten Erinnerungen, und flüchtet wieder. Damit sind natürlich keine 173 Seiten gefüllt. Dementsprechend wird der überstürzte Ausflug nach Russland denn auch eher als Folie für ihre eigene Vergangenheitsbewältigung benutzt. Aber, und das ist es gerade, wird hier eigentlich etwas bewältigt? Am Ende bin ich genauso schlau, was Mascha betrifft, wie am Anfang. Eine Entwicklung oder "Bewältigung" im eigentlichen Sinne kann ich da nicht ausmachen! Ich kann letztlich nicht mehr tun, als drei etwas ratlose Sterne zu verleihen - da ich sehe und anerkenne, dass hier schriftstellerisch neue Wege beschritten werden sollten. Aber "gemocht" habe ich das Buch wohl eher nicht. Es blieb mir letzten Endes fremd - was aber, wie gesagt, auch an der russischen Melancholie und Trägheit gelegen haben kann. Empfehlen würde ich das Buch jedenfalls nur solchen Lesern, die sehr (!) viel Willen zur Mitarbeit und Sinnkonstruktion mitbringen.

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  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    Keksisbaby

    Überstürzt macht Mascha sich auf den Weg nach Russland. Ihre Oma ist gestorben und nun soll ihr Häuschen verkauft werden. Bei Nacht und Nebel kommt sie in Bykovo an und muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Ihrer Kindheit in Russland, die sie bei ihrer Großmutter verbracht hat und aus der sie je herausgerissen wurde, als ihre Eltern den Umzug nach Berlin beschlossen. Doch die Vergangenheit lässt sich so leicht nicht in die Gegenwart umwandeln, was bleibt ist die Entscheidung für ein Leben in Russland oder die Heimkehr zu ihrer kranken Mutter und ihrem verhassten Beruf in Berlin. Das Buch war einfach nicht meins. Fand ich den Schreibstil der Autorin am Anfang noch innovativ und künstlerisch gewagt, fiel es mir zunehmend schwer mich in die Geschichte einzulesen und Grenzen zu ziehen zwischen Traum und Wirklichkeit, Erinnerungen und Gegenwart. Mit Mascha bin ich auch nicht richtig warm geworden. Das ganze Buch ist sie eigentlich nur am jammern und am liebsten suhlt sie sich in ihrem Selbstmitleid. Träume wie sie ohne Füße in der Hütte ihr Leben fristet, weil sie die verkehrten Schühchen trägt, sind nur ein Beispiel dafür. Die Angst vor ihren Schülern, die sie als Ratten bezeichnet und ihre Freundin, die sie in häufigen Telefonanrufen hysterisch zur Ordnung ruft, machen die ganze Geschichte nicht besser. Dem einzigen dem ich etwas abgewinnen konnte, war der Wolf, der sie auf ihrem Weg zur Hütte beschützt hat und den sie dann die Nacht in klirrender Kälte draußen verbringen ließ. Bisher habe ich den Figuren in den Büchern immer noch etwas abgewinnen können, aber Mascha war mir bis jetzt die unsympathischste. Vielleicht weiß ein anderer Leser ja den Stil der Autorin mehr zu schätzen, ich habe es nur zu Ende gelesen, weil ich es zum einen hier gewonnen hatte und weil der ganze Spuk sich auf 175 Seiten in Grenzen hält, obwohl ich am Ende versucht war das Buch frustriert an die Wand zu werfen. Dieses Buch war mein Flop für dieses Jahr.

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    • 3

    Krinkelkroken

    13. December 2011 um 16:41
  • Leserunde zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    Angizia

    Wer denkt im Alter nicht manchmal daran, nochmal Kind sein zu dürfen - viele sehnen sich nach dieser Zeit zurück, als die Welt für sie noch in Ordnung war. Aber für viele war es das eben nicht, oder sollte es nicht sein. So scheint es nämlich in Katerina Poladjans Debütroman "In einer Nacht, woanders" der Protagonistin Mascha zu ergehen. Ihre friedliche Kindheit wurde damals unterbrochen, so dass sie fortan ohne Eltern auskommen musste. Doch nun muss sie sich den Rätseln stellen, die in ihrer Kindheit verborgen liegen und denen sie plötzlich nicht mehr aus dem Weg gehen kann. Denn was ist damals wirklich geschehen? "Beinah schon hatte Mascha ihre Kindheit in Russland vergessen, da reißt ein Anruf sie in die Vergangenheit zurück: Die junge Frau soll das Haus ihrer verstorbenen Großmutter verkaufen, das Haus ihres Kindheitsglücks, aus dem sie vertrieben wurde, als ihre Eltern die Sowjetunion verließen. Längst hat das graue Berliner Leben Maschas Erinnerungen verschüttet — und auch die Rätsel ihrer Familie: Was trieb die schöne, lebensuntüchtige Mutter damals fort? Warum ließ der Vater sie im Westen so bald im Stich? Und was wurde wirklich aus Maschas geliebter Großmutter Tamara, einer Raumfahrtingenieurin mit höchsten Verbindungen? Überstürzt bricht Mascha auf ins winterliche Russland. Was als Fahrt in eine fremd gewordene Welt beginnt, wird zu einer Reise in die Kindheit, zu einer Flucht, zur Möglichkeit eines anderen Lebens… Doch als sie Pjotr begegnet, der für Tamara mehr als nur ein Hausgehilfe war, brechen ungestellte Fragen auf, beginnt alles Verborgene zu leuchten — und Mascha muss die Geschichte der Familie, ihre Geschichte, neu entdecken.In mitreißendem Tempo und traumschönen Bildern erzählt Katerina Poladjans Roman von drei außergewöhnlichen Frauen, vom Geheimnis einer Familie — und vom Zauber einer russischen Kindheit." Zusammen mit anderen Lesern könnt ihr vielleicht selbst bald auf die Reise ins ferne Russland gehen, um Altes neu zu entdecken und hinter die Kulisse so mancher Kindheitserinnerung von Mascha zu blicken, die sich uns auftun wird. Wie das geht? Indem ihr einer von 25 Testlesern werdet, die exklusiv ein Exemplar zu sich nach Hause geschickt bekommen, um darüber zu diskutieren und eine Rezension zu schreiben! Die Autorin begleitet die Diskussion, so dass ihr auch direkt Fragen stellen könnt. Alles was wir dafür von euch wissen wollen ist: Wenn ihr die Wahl hättet, für eine Nacht "woanders" zu sein, an welchen Platz dieser Erde (oder gar außerhalb davon) würde es euch verschlagen? Ich bin gespannt auf eure Antworten, die ihr bis einschließlich dem 18.09. als Bewerbung einreichen könnt, und wünsche allen die mitlesen wollen viel Erfolg!! ************************************************************** Die 25 offiziellen Testleser sind: Himmelfarb, Lillie-Sophie, AuroraRoeschen, keksisbaby, LittleMugwump, LisaSunshinex3, hexhex, mabuerele, Annelchen, hemera, Spatzi79, lilja1986, fireez, CanIscream, barbwire1de, lenchen_196, Literatur, leserattebremen, Cellissima, mecedora, BigEyes24, DarkReader, Freiwelt, Patchouli___, Martinchen

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    • 198
  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    LisaSunshinex3

    08. November 2011 um 15:28

    Inhalt: Mascha hat keine genauen Erinnerungen mehr von Russland, obwohl sie als Kind dort lebte, bevor ihre Eltern mit ihr nach Berlin zogen. Sie erhält von einem alten Freund aus Russland die Nachricht, dass ihr Elternhaus verkauft werden würde, weil ihre Oma gestorben sei. Sie solle schnell nach Russland kommen und den Verkauf des Hauses regeln. Mascha macht sich, ohne lange nachzudenken, auf den Weg nach Russland, in ihren Heimatort. Cover: Es drückt etwas geheimnisvolles und dunkles aus. Etwas unwiderstehliches. Der weiße Hase und der Schnee stehen im starken Kontrat zu dem schwarzen Hintergrund. Meiner Meinung ist Mascha der kleine, scheue Hase, der vor der dunklen Wand steht und diese zerbrechen muss - also in diesem Fall muss sie nach Russland und das Haus ihrer Oma verkaufen - sie weiß nicht, was auf sie zukommt, sie fühlt sich unwohl, aber sie muss es tun. Meinung: Die Idee für die Geschichte fande ich sehr interessant und war voller Vorfreude, dass ich es lesen konnte. Das Buch ist sehr flüssig zu lesen, obwohl ich mich am Anfang schwergetan habe. Einen Minuspunkt gibt es für die fehlenden Gänsefüßchen - Ich mag es garnicht, wenn sie nicht vorhanden sind, denn man weiß einfach nie genau, ob das die Person jetzt wirklich im Moment sagt oder denkt! Zeitweise wirkt der Inhalt sehr verworren und ich hatte manchmal das Gefühl, dass Frau Poladjan selber oft nicht direkt weiß, wie sie das alles schreiben soll. Die Beschreibung von Berlin und von Mascha's Heimat war dagegen sehr gelungen und man konnte sie sich richtig vorstellen, wie sie das alles erlebt. Fazit: Ich habe schon bemerkt, dass bei diesem Buch sich die Meinung sehr unterschiedlich ausprägt, die einen sind sehr überzeugt von "In einer Nacht, woanders", die anderen überhaupt nicht. Ich kann euch jetzt sagen, dass das Buch ganz gut und nett war, dass ich es an manchen Stellen echt super fande, weil es gut geschrieben war, jedoch solltet ihr euch von meiner Meinung nicht beeinflusst werden. Das ist wirklich das erste Buch, das ich gelesen habe, bei dem es so unterschiedliche Kritiken gibt, und deshalb sage ich euch: "Lasst euch um himmelswillen, bitte von niemandem hier beeinflussen! Leiht es euch aus und bildet euch selbst eine Meinung darüber, denn sonst verpasst ihr vielleicht ein gutes Buch."

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  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    mecedora

    "Alles ist ganz anders, und alles ist, wie es war." (S. 34) Mascha, in Deutschland als Lehrerin tätige Russin, kehrt nach dem Tod ihrer Großmutter überstürzt in ihre winterliche Heimat zurück und findet sich konfrontiert ... ja, mit was denn eigentlich? Vor allem mit Erinnerungen. Mit Erinnerungen an ihre der Kindererziehung unfähigen Eltern, an ihre resolute, aber liebevolle Großmutter, die sie aufnahm und erzog, an Kindheitserlebnisse, ihren für andere unsichtbare grünen Freund, dem Umzug und den Anfangsjahren in Deutschland. All das macht sie, Mascha, aus und nicht zuletzt wird sie deshalb mit dem größten Widersacher eines jeden Menschen konfrontiert: mit ihrem eigenen Selbst. Zurück in der Heimat ihrer Kindheit, am Ort so vieler Erinnerungen, bricht alles auf Mascha ein, die Vergangenheit, die Gegenwart, Erlebnisse, Erinnerungen und Gedankenfetzen. Masche befindet sich an einem Scheideweg in ihrem Leben und man spürt, dass sie ihren Weg noch nicht so recht kennt. Katerina Poladjan schafft mit ihrem Roman "In einer Nacht, woanders" ein ungewöhnliches, atmosphärisch unheimliches dichtes Werk, das den Leser Maschas Situation in jeder Szene, jedem Satz, in jedem Wort und auch in der stilistischen, absatzlosen Aufbereitung nachfühlen lässt. Das Buch setzt auf eine klar reduzierte Handlung in der Jetzt-Zeit und besteht in erster Linie aus einer scheinbar ungeordneten Aneinanderreihung von Gedanken, Einfällen und Erinnerungen, spiegelt aber in dieser scheinbar chaotischen Abfolge das von Assoziationen zu Assoziation geleitete Denken in Krisensituationen, wie ich finde, sehr direkt wider. Für mich war dieses Buch ein Erlebnis, leise, dicht, lange nachhallend, in unheimlich poetischer Sprache (hier spürt man die russische Seele, ich dachte sofort an Gedichte Puschkins), eindringlich und ab und an sicher verwirrend, aber dadurch eben umso echter. Ein wunderbarer Roman, den ich schon mehrfach weiterempfohlen habe und der, nicht zuletzt wegen des phantastischen Covers, ein Schmuckstück in meinem Bücherregal ist, das sicherlich wiedergelesen werden wird. Von mir für dieses außergewöhnliche kleine Bändchen Literatur, das so sehr aus dem Einheitsbrei heraussticht, die vollen 5 Punkte.

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  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    Annelchen

    08. November 2011 um 13:33

    Inhalt: Mascha, eine junge Frau, ist als Kind mit ihren Eltern von Russland nach Deutschland gekommen. Nun erhält sie aus Russland die Nachricht, dass ihre Oma verstorben sei. Sie wird nach Russland gebeten und soll sich um ihr Erbe, das Haus ihrer Großmutter, kümmern. Mascha ist als kleines Mädchen bei ihrer Oma aufgewachsen. WIrd Mascha das Haus ihrer Großmutter verkaufen? Oder bleibt sie gar dort? Stil: Katarina Poladjan hat das Buch komplett aus Maschas Sicht geschrieben. Es ist in einem durch geschrieben. Eine Aufteilung in Kapitel wurde nicht vorgenommen. Eigener Eindruck: Ich habe mich mit dem Buch anfangs schwer getan. Den Schreibstil an sich finde ich eigentlich sehr gut. Gestört hat es mich jedoch, dass die Autorin die direkte Rede nicht mit "Gänsefüßchen" verdeutlicht. So wusste man teilweise gar nicht, ob das Geschriebene Maschas Gedanken oder eine Aussage war. Ansonsten gelingt es Katarina Polodjan durchaus das "Grau" und "Schnelle" der Großstadt BErlin einzufangen. Auch die Beschreibung von Maschas Heimat empfinde ich als gelungen. Ich habe auch den Konflikt zwischen Sozialismus (Oma Tamara) und dem Schrei nach kreativer Freiheit (Maschas Mutter mit ihrem Freund) gespürt. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man aus dem Buch noch etwas Besseres hätte machen können. Fazit: Kein schlechtes Buch, aber nicht unbedingt lesenswert. Das Cover verspricht mehr, als das, was zum Schluss bleibt....

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  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    hemera

    07. November 2011 um 18:52

    Als Mascha zehn ist, zieht sie mit ihren Eltern nach Deutschland, später studiert sie und wird Lehrerin. Ihre Kindheit im fernen, kalten Russland, ihre Großmutter, bei der sie die ersten Jahre ihres Lebens verbrachte, Großmutters Freund Pjotr und seine grusligen Geschichten – das alles gehörte in eine längst vergangene, fast schon vergessene Zeit. Doch dann stirbt Maschas Großmutter. Die Erbangelegenheiten führen sie zurück nach Russland und aus einer kurzen Reise wird ein Ausflug in ihre Vergangenheit, auf dem sie ihr Leben und die Geschichte ihrer Familie in Frage stellt... Der Leser begleitet Mascha auf ihrer Reise ins verschneite Russland. Die aus der Ich-Perspektive geschriebene Geschichte ist an mancher Stelle Reisebeschreibung, an anderer eine Schilderung der Familiengeschichte Maschas. Maschas Leben und ihre Familienverhältnisse erschließen sich erst nach und nach mit dem Lesen, wodurch eine gewisse Spannung aufgebaut wird. Insgesamt ist der Roman allerdings weniger spannend geschrieben und hält wenig unerwartete Wendungen für den Leser bereit. Der Schreibstil ist anfangs etwas schwierig zu lesen, besonders in Bezug auf die Syntax. Nachdem man ein Stück in das Buch hineingelesen hat, bessert sich das aber. Maschas Gefühle bei der Rückkehr in ihre Heimat und dem Wiedererkennen der einst vertrauten Orte kann man gut nachvollziehen. Auch von den Mitglieder ihrer Familie und deren Persönlichkeit hat man am Schluss des Buches ein gutes Bild. Einzig über Pjotr, der ja für die Geschichte von Maschas Familie keine unerhebliche Rolle spielt, erfährt man meiner Meinung nach zu wenig. Nach nur 172 Seiten ist ein Roman zu Ende, der den Leser zwar auf eine Reise ins winterliche Russland entführt, aber zum Schluss hin leider einige Fragen offen lässt. Für den Ausgang der Geschichte hätte ich mir ein paar mehr Antworten zu Maschas Familiengeschichte gewünscht. „In einer Nacht, woanders“ erzählt eine Familiengeschichte mit halb-offenem Ende vom Auswandern, Heimkehren und Erinnern und vom besonderen Verhältnis zwischen Mutter, Tochter und Großmutter.

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  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. November 2011 um 10:36

    Inhalt: Mascha muss zurück in ihre Heimat nach Russland, um das Haus ihrer verstorbenen Großmutter zu verkaufen. Sie reist also dorthin und trifft sich dort mit ihrem ehemals besten Freund Pjotr. Zusammen mit ihm kehrt sie an den Ort zurück, an dem sie groß geworden ist und ahnt dabei aber noch nicht, dass sie auf ein großes, wohlgehütetes Geheimnis stoßen wird; ein Geheimnis das ihre Erinnerungen an ihre Kindheit für immer trüben wird. Meinung: Pfffh. Völlige Überforderung. Also erstmal - mir hat dieser Schreibstil überhaupt nicht gefallen und war mehr als mühsam zu lesen. Die fehlenden Anführungszeichen machten die Sache nur noch schlimmer. Auch dass es weder Kapitel noch sonstige Gliederungen gab, war für mich ein Graus. Die Geschichte an sich ist auf jedenfall ausbaufähig. Die Idee ist gut, wirklich gut aber man hätte definitiv mehr daraus machen können. Diese merkwürdigen Zeitsprünge, die immer wieder total unerwartet eingebaut wurden haben nur gestört und einige Sätze musste ich drei oder vier mal lesen, nur um sie danach immer noch nicht zu verstehen. Also ich empfand das Buch als komplexes Disaster aus Kindheitserinnerungen und dem heutigen Dasein von Mascha und Pjotr.

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  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    Literatur

    Jeder von uns kennt solche gewissen Momente im Leben, in denen wir unser bisheriges Leben mit seinen Weichenstellungen überdenken, unser gegenwärtigen Leben kritisch prüfen und unser zukünftiges Leben erträumen oder planen. Meist sind dies Schicksalsschläge oder entscheidende Wendepunkte in unseren Leben, wobei für einen Augenblick die Zeit kurz stehen zu bleiben scheint und wir uns plötzlich "woanders" befinden und vieles aus einer anderen Perspektive sehen. Katerina Poladjan gelingt es, in ihrem Roman "In einer Nacht, woanders" diese Stimmung der Hauptfigur einzufangen. Mascha, Mitte Dreißig, Lehrerin in Berlin, mit ihrem Leben unzufrieden, einsam, erhält die Nachricht vom Tode ihrer Großmutter Tamara, bei der sie in einem Vorort in der Nähe von Russland glückliche Kindheitsjahre erlebt hatte. Nach der Auswanderung ihrer Eltern nach Deutschland in ihrem 10. Lebensjahr brach der Kontakt zur in der Sowjetunion zurückgelassenen Großmutter nahezu vollständig ab. Nun fordert Pjotr, der Tamara jahrzehntelang sehr nahe stand, von Mascha, dass sie das Erbe von Tamara antreten und deren Haus, das Haus ihrer Kindheitsjahre, ausräumen und verkaufen müsse. Die physische Rückkehr ins heimatliche Russland wird für Mascha auch eine psychische Reise in ihre Kindheit, zu ihren Erinnerungen, zu ihren Wünschen und Sehnsüchten, zu ihren derzeitigen Leben, wobei sie Höhen und Tiefen der Trauer, der Hoffnung und des Zweifels durchlebt. Durch ihre Gedanken und Gefühle kommt sie sich selbst, ihrer Mutter und ihrer Großmutter ein Stückchen näher und entdeckt schließlich sogar ein gut gehütetes Familiengeheimnis. Diese innere Zerrissenheit, die Gedankensprünge, die Verzweiflung der Hauptfigur werden nicht nur inhaltlich deutlich, sondern werden auch formell umgesetzt: Aus der Ich-Perspektive aus der Sicht von Mascha erzählt, ist der Roman ohne Unterbrechungen geschrieben, wird nicht zwischen Gedachten und Gesagtem getrennt, werden Gedanken nicht abschließend zu Ende gedacht, werden Themen aus dem Leben Maschas sprunghaft angerissen. Mit diesem Stil kommt die Autorin dem menschlichen Denken sehr nahe und bietet ein eindrucksvolles Bild von der Hauptfigur Mascha. Der Titel "In einer Nacht, woanders" konzentriert den Roman sehr gut: Der Roman spielt sich insbesondere in einer Nacht ab und beschreibt einen Ortswechsel von Berlin nach Moskau. Das Wort "woanders" schafft eine gewisse Distanz: Nicht hier hat es sich abgespielt, sondern woanders, eine Distanz, die auch die Hauptfigur gerne aufbaut, um sie dann wieder plötzlich einbrechen zu lassen. Aber dieser kurze Titel lässt auch eine andere Interpretation zu: In nur einer Nacht bin ich in der Lage, mich anders zu fühlen, auf andere Weise zu denken, einen anderen Zugang zum Leben zu gewinnen. Die Titelbildgestaltung ist außergewöhnlich gut gelungen: Ein weißer Hase sitzt in einer schlichten Schneelandschaft und schaut einerseits entspannt, andererseits gespannt auf einen Punkt außerhalb des Bildes. Er wird umhüllt von der schwarzen Nacht. Dieses Titelbild hinterlässt auch nach der Lektüre viele Fragezeichen und viel Interpretationsspielraum: Warum wurde ein Hase ausgewählt? Welche Eigenschaften von ihm erinnern an Mascha, was unterscheidet ihn von ihr? Insgesamt bin ich immer noch sehr berührt und aufgewühlt von diesem exzellenten, anspruchsvollen, durchdachten und emotional zutiefst ergreifenden Roman. Ich musste mir sehr viel Zeit für die Lektüre nehmen, um ihn auf mich wirken lassen und über ihn nachdenken zu können und noch immer bin ich ganz von ihm eingenommen. Es ist einer dieser Romane, von denen man im Leben nur wenige hat und die man immer wieder lesen muss und immer Neues entdecken kann. Ganz großes Kompliment an die Autorin und viel Freude allen Lesern!

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  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    CanIscream

    18. October 2011 um 13:35

    Stilistisch ist das Buch definitiv eine Liga für sich; ohne Absätze, ohne Kapitel, ohne Anführungszeichen vermag es den Leser durchaus mitzureissen, tiefer in die Geschichte und Gefühlswelt der Protagonistin eintauchen zu lassen - oder aber komplett aus dieser auszuschliessen. Atemlos wird die Geschichte der 37 Jahre alten Mascha aus Berlin erzählt, die nach dem Tod ihrer Großmutter an den Ort ihrer Kindheit gerufen wird, um das ihr vererbte Haus - den Ort all ihrer Kindheitserinnerungen - zu verkaufen. Maschas überstürzter Aufbruch ist vor allem ein Sprung ins kalte Wasser ihrer Vergangenheit und die dort gelagerten Gefühle, die chaotisch, wirr und von komplizierten Familienverhältnissen geprägt sind. Leider dringen aber lediglich die Erinnerungen zur Protagonistin durch, ihre Gefühle bleiben davon weitgehend unberührt, was auch der Leser zu spüren bekommt: Die Geschichte verbreitet eine fröstelige Atmosphäre, da die Protagonistin sehr gefühlskalt und abwehrend reagiert, was den Lesespass doch schwer trübt. Im Nachhinein hätte ich dem Buch sicherlich eine bessere Bewertung gegeben, hätte ich es nach dem zweiten Drittel beiseite gelegt. Ab diesem Zeitpunkt wird die Geschichte sowohl stilistisch, als auch inhaltlich noch verworrener, wobei eine Grenze überschritten wird, an der es einfach anstrengend und frustrierend wird. Es wirkt, als hätte die Autorin eine längere Schreibpause eingelegt, um danach mit ein wenig zu viel Elan weiter zu schreiben. Der Klappentext hatte mir mehr versprochen, als das Buch im Endeffekt halten konnte. Dennoch würde ich jedem uneingeschränkt empfehlen sich ein eigenes Bild zu machen, trotz allem hat dieses Buch zumindest das verdient.

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  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    KatesLeselounge

    11. October 2011 um 19:55

    Mascha, eine Lehrerin, die in Deutschland lebt, bekommt einen Anruf aus ihrer Heimat, Russland, und muss sich um das Erbe, welches ihre verstorbene Großmutter ihr hinterlassen hat kümmern. Sie reist nach Bykovo, zurück in die Vergangenheit und sieht sich mit all dem konfrontiert, was sie schon lange zu vergessen geglaubt hat. Kindheitserinnerungen und Gefühle werden wieder wach und viele Frage stellen sich, warum ist alles so gekommen, wie es jetzt nun ist? Was ist damals wirklich alles geschehen? Ich habe mich schon sehr auf das Buch gefreut gehabt und konnte es kaum erwarten es lesen zu können, aber leider muss ich sagen, dass mich das Buch sehr enttäuscht hat. Mit dem Schreibstil konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden. Gedankengänge, Gespräche, Erinnerungen, einfach alles ist ineinander verworren, sodass es schon stellenweise wirklich anstrengend war dem Verlauf zu folgen. Meine Leselust ist stetig gefallen, sodass ich am Ende fast froh war, als das Buch zu Ende war. Auch konnte ich überhaupt keinen Bezug zu den Protagonisten finden. Sie waren von Anfang an nur blasse Gestalten und verschwommen und leider hat es sich bis zum Ende so gehalten. Die Emotionen konnte ich nicht nachempfinden, obwohl es das war, worauf ich mich gefreut habe und dieses Buch unbedingt lesen wollte. Aber vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen an das Buch, da es fast meine eigene Lebensgeschichte widerspiegelt. Für mich ein leider sehr enttäuschendes Buch!

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  • Rezension zu "In einer Nacht, woanders" von Katerina Poladjan

    In einer Nacht, woanders

    LittleMugwump

    04. October 2011 um 22:04

    Inhalt: Mascha, 37, Lehrerin in Berlin, wird unerwartet und ungewollt in ihre russische Kindheit zurückgerufen. Sie soll ihr Erbe, das Haus ihrer verstorbenen Großmutter, verkaufen. Spontan und nur auf die Bitten des früheren Hausgehilfen hin macht sie sich auf nach Bykovo, ihre Heimatstadt. Dort erwarten sie viele lang erstickte Emotionen und Erinnerungen, denen Mascha eigentlich nicht begegnen wollte. Denn wie kam es, dass nicht Maschas Eltern, sondern ihre Großmutter sie aufzog? Warum konnte sie mit ihren Eltern immer nur schweigen, wieso war Pjotr immer so viel mehr als nur ein Hausgehilfe? Und wie konnte alles so kaputtgehen nach dem Umzug nach Deutschland? Diesen Fragen sieht sich Mascha gegenüber gestellt und muss sich nun endlich mit ihnen befassen. - Stil/Sprache/Eigene Meinung: Wer eine spannende Geschichte voller Dramatik erwartet, wird von In einer Nacht, woanders enttäuscht werden. Es geht weniger um das, was geschehen ist, sondern um das, was Mascha darüber denkt und fühlt. Die Sprache spiegelt dies eins zu eins wieder. Mascha erzählt die Geschichte selbst, das heißt sie erzählt sie weniger, sie nimmt einen eher mit in ihre Gedanken. Ganz konsequent wird nicht gekennzeichnet, wo wörtliche Rede beginnt und wo sie aufhört. Ebenso konsequet finden auch Gedankensprünge sehr oft statt, sodass Erinnerung und Gegenwart mehrmals fließend ineinander übergehen. Das alles erschwert das Lesen und fordert viel Konzentration. Trotzdem hat mich diese Schreibweise gefesselt und fasziniert. Alles liest sich wie ein einziger Gedanke. Intimer und authentischer kann ein Buch nicht sein, denn ebensowenig wie man in den eigenen Gedanken ein Blatt vor den Mund nimmt, lässt Mascha etwas aus. Vieles hat mich sehr berührt, nicht weil es so emotional beschrieben wurde, sondern weil es war, als erlebte ich es selbt. Es mag sein, dass einigen Lesern die Beschreibung des eigentlichen Geschehens fehlen wird, ich habe mich daran allerdings nicht gestört. Es geht wie gesagt mehr um Eindrücke und diese wurden ausgezeichnet eingefangen. Was mich allerdings irritiert hat, war der Klappentext. Wenn man diesen liest, erwartet man nämlich wirklich eine spannende Geschichte voller Dramatik, was man nun mal absolut nicht bekommt. Schade, dass nicht stattdessen andere Vorzüge der Geschichte hervorgehoben wurden. Zu guter Letzt hätte ich mir tatsächlich gewünscht, das Buch wäre länger gewesen. Vielleicht hätte man dann beides erreichen können: das Eintauchen in Maschas Gedankenwelt und mehr Hintergrundwissen. So bleiben viele Fragen offen, was einerseits sicherlich Absicht und auch gut ist. Andererseits hätte es der Geschichte aber auch keinen Abbruch getan, einige Dinge ein wenig näher zu erklären. - Fazit: Ich bin beeindruckt und habe noch nicht genug von dieser außergewöhnlichen Art zu erzählen. Unbedingt mal reinlesen und eigene Meinung bilden!

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