Ida

von Katharina Adler 
3,8 Sterne bei46 Bewertungen
Ida
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Positiv (30):
LarryCoconarrys avatar

Besonders hatte ich mich auf die Passagen über die Behandlung bei Freud gefreute, die leider sehr knapp ausfielen.

Kritisch (3):
Isaoperas avatar

Nach einem starken Beginn verliert es leider zusehends an Spannung. Mit Ida konnte ich einfach nicht warm werden... daher nur 2,5-3 ***

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Inhaltsangabe zu "Ida"

Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts: Dora, das jüdische Mädchen mit der 'petite hystérie' und einer äußerst verschlungenen Familiengeschichte. Dora, die kaum achtzehn war, als sie es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden, und ihn, wie er es fasste, "um die Befriedigung [brachte], sie weit gründlicher von ihrem Leiden zu befreien." Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nicht mehr als eine Familien-Anekdote: ihre Urgroßmutter, die - nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung - zu Nachruhm kam, und dabei mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde. „Nach und nach wuchs in mir der Wunsch, dieses Bild von ihr zu ergänzen, ihm aber auch etwas entgegenzusetzen. Ich wollte eine Frau zeigen, die man nicht als lebenslängliche Hysterikerin abtun oder pauschal als Heldin instrumentalisieren kann. Eine Frau mit vielen Stärken und auch einigen Schwächen, die trotz aller Widrigkeiten bis zuletzt um ein selbstbestimmtes Leben ringt.“ Von ihr, von 'Ida', handelt dieser mitreißende Roman. Mit großem gestalterischem Weitblick und scharfem Auge für jedes Detail erzählt Katharina Adler die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. Eine Geschichte, in die sich ein halbes Jahrhundert mit seinen Verwerfungen eingeschrieben hat. Ida ist ein Plädoyer für die Wahrheit der Empfindung und die Vielfalt ihrer Versionen. Der Roman eines weitreichenden Lebens, das – mit Freuds Praxistür im Rücken – erst seinen Anfang nahm.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783498000936
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:Rowohlt
Erscheinungsdatum:24.07.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 25.07.2018 bei Argon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    anushkas avatar
    anushkavor 13 Tagen
    Viel mehr als nur die Freud-Patientin

    USA, 1941: Ida Adler, 58 Jahre, geborene Bauer, steigt in New York von einem Schiff. Sie hat die Flucht aus Europa geschafft und verdankt dies vor allem ihrem berühmten toten Bruder, dem Sozialisten Otto Bauer, und ihrem Sohn, einem Dirigenten. Doch Ida selbst hatte bis dahin auch ein bewegtes Leben. Unter anderem war sie Patientin von Sigmund Freud und erlangte als Hysterie-Patientin Dora Berühmtheit durch seine "Bruchstücke einer Hysterie-Analyse", mit denen Freud Teile aus ihrer Psychoanalyse veröffentlichte. Ida wagte es, die Therapie bei Freud entgegen seines Ratschlags abzubrechen. Diese war nur eine in einer langen Reihe an mitunter schmerzhaften Behandlungen. Doch Ida ist sehr viel mehr als nur eine Fallstudie Freuds. Denn Ida ist Jüdin, Sozialistin und gleichzeitig wohlhabend. Ida hält Salons ab und landet schließlich über Umwege und lange Reiserouten in den USA. Ihre Urenkelin zeichnet in diesem biographischen Roman ihren Lebensweg vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1945 nach.

    Dabei wird deutlich, dass Ida sehr viel mehr ist und auch vor und nach Freud ein sehr bewegtes Leben hatte. Dementsprechend steht die Therapie bei Freud über große Strecken nicht im Fokus der Geschichte, auch wenn Freud immer wieder seinen Schatten auf Ida wirft. Katharina Adler hat das sehr interessante Leben von Ida (einer wahren Geschichte) aufgeschrieben und ihr viel Leben eingehaucht. Dabei ist Ida eine Figur, an der man sich durchaus stoßen kann. Die unterkühlte Beziehung ihrer Mutter zu ihr führt sie später mit ihrem eigenen Kind weiter. Gerade dann in den USA wird ihr Verhalten immer unsympathischer und meiner Meinung nach ist dies als Einstieg entsprechend ungünstig. Gerade am Anfang wirkt die Geschichte sehr bruchstückhaft und die Zeitsprünge haben mich gerade zu Beginn oft verwirrt und mir Ida ziemlich unnahbar gemacht. Das wurde im Verlauf des Buches besser, aber ich konnte nie wirklich eine Beziehung zu Ida aufbauen. Aber auch für verschiedene Anspielungen war dies ungünstig. So wird beispielsweise in einer Szene vorgegriffen, die zu diesem Zeitpunkt unverständlich ist, deren Erwähnung man jedoch schon wieder vergessen hat, wenn der Hintergrund schließlich erklärt wird. Mir ist das nur aufgefallen, weil ich nach Beenden des Buches die ersten Kapitel noch einmal quergelesen habe. Für mich macht das deutlich, dass das unchronologische Erzählen zwar künstlerisch ist, dadurch aber, zumindest in diesem Buch, auch einiges verlorengeht. Auch der Schreibstil war mitunter gewöhnungsbedürftig. Auch wenn er den Wiener Dialekt und Duktus durchaus anschaulich machte, haben mich die wiederholt unvollständigen Sätze als Stilmittel irritiert. Die eingestreuten Zitate aus Freuds Analysen dagegen fand ich sehr passend und interessant. Die Autorin hat sehr anschaulich gemacht, wie frustrierend Freuds Deutungsstil und Deutungshoheit für Ida gewesen sein müssen.

    Insgesamt hat mich Idas Leben gefesselt und bewegt, auch wenn ich zu Ida als Figur immer eine Distanz empfunden habe und auch mehr in Bezug auf Freud erwartet hatte. Der Roman "Ida" bildet jedoch auf sehr interessante und spannende Weise die Umbruchsphase in Europa ab und das Leben derer, die sich mittendrin wiederfinden.

    Kommentare: 1
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    kolokeles avatar
    kolokelevor einem Monat
    Gewöhnungsbedürftig

    Fang ich mit dem positiven an oder mit dem, was mir nicht so gefallen hat? Als allererstes finde ich es großartig, dass die Autorin, die Urenkelin der "Ida" sich an diesen Roman getraut hat. Chapeau. Ich finde, sie hat ihr ein riesiges Geschenk gemacht, indem sie aus Freuds Fallgeschichte "Dora" eine Frau mit einem ganzen Leben, vor dem Kontakt zu Freund und natürlich weit darüber, hinaus gemacht hat. Eine Frau, die nicht einfach war, durchaus auch nicht (immer) sympathisch, aber, wie man sagt, dafür mit Charakter. Schon allein deswegen ist es gut, dass es das Buch gibt. 
    Ich musste mich an "Ida" erst gewöhnen, gerade der Einstieg wird dem Leser nicht leicht gemacht. Aber natürlich hat man dann mehrere Hundert Seiten Zeit zu erfahren, wieso Ida so ist wie sie ist. Auch die Zeit mit Freud kommt nicht zu kurz. Es gibt viele familiäre und geschichtliche Hintergründe, hierfür hat die Autorin gut recherchiert, das merkt man. 
    Was mir weniger gut gefallen hat, sind die Zeitsprünge, mir fiel es nicht leicht, mich immer wieder neu zu orientieren, in welchem Lebensalter man Ida nun gerade begegnet. Aber das ist eine Entscheidung, die die Autorin treffen muss, chronologisch oder eben nicht. 
    Auch fand ich das Buch, wie Ida selbst, etwas spröde, ich wurde nicht so ganz warm damit. Man weiß, man verabschiedet sich bald wieder, man hört zu, aber so richtig mitgefühlt habe ich nie. 
    Das mag an mir liegen oder vielleicht war es sogar so gewollt. 
    Auf jeden Fall ein wichtiges Buch, um so ein paar psychoanalytische "Fakten" gerade zu rücken.

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    LarryCoconarrys avatar
    LarryCoconarryvor einem Monat
    Kurzmeinung: Besonders hatte ich mich auf die Passagen über die Behandlung bei Freud gefreute, die leider sehr knapp ausfielen.
    Wenig Freud, viel Politik!

    Das Buch 'Ida', auf das ich mich als Studentin der Psychologie sehr gefreut hatte, war für mich anders, als ich es erwartet hätte.
    Das Buch beschreibt die Biografie der Ida Bauer sehr anschaulich über viele Jahre hinweg. Auch ihr Bruder Otto Bauer, der in der Politik aktiv war, wird sehr ausführlich beschrieben. Teilweise wurde mehrere Kapitel lang alleine über Otto berichtet. Da Ida als Patientin Freuds bekannt geworden ist, dachte ich, dass sich das Buch vor allem auf die Behandlung und auf die dafür relevante Lebensgeschichte bezieht. Über die Therapie bei Freund wurde auf maximal 75 von 500 Seiten berichtet. Dafür wurde auf vielen Seiten über die politische Lage in Österreich erzählt.


    Ich hätte mir mehr Freud und weniger Politik und Geschichte gewünscht, da mich der psychologische Teil mehr interessiert hätte.


    Trotzdem ein sehr lesenswertes Buch, vor allem, wenn man schon mal in Wien war und die Orte selbst schon gesehen hat.

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    Daniela8s avatar
    Daniela8vor einem Monat
    Kurzmeinung: Tolle Sprache!
    Authentisch Zeitreise

    Das Buch hat eine tolle Sprache, die sehr authentisch zurück in die ersten 45 Jahre des 20. Jahrhunderts führt. Es ist spannend zu lesen, wie sich in Zeitsprüngen und Rückblicken Idas Leben gestaltet hat - ich möchte fast sagen, der Plot ist meisterhaft gestaltet. 

    Nur vier Sterne, da es mir irgendwann etwas zu viel und langatmig wurde. Für mich persönlich hätten 300-400 Seiten gereicht. Das ist aber sicherlich Geschmacksache. In jedem Fall ist das Buch zu empfehlen.

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    uli123s avatar
    uli123vor 2 Monaten
    Aus dem Leben einer besonderen Patientin Freuds

    Die Autorin verarbeitet in diesem Roman ihre eigene Familiengeschichte, nämlich die  ihrer Urgroßmutter und ihres Urgroßonkels. Sie ist die berühmte Patientin Ida Adler-Bauer des Psychoanalytikers Sigmund Freud und er der bekannte österreichische Sozialdemokrat Otto Bauer.

    Der für mich interessanteste Teil der Geschichte sind Idas Sitzungen bei Freud. Zu ihm wird sie von ihrem Vater im Jahr 1900 wegen diverser körperlicher Zipperlein zur Behandlung geschickt. Freud behandelt sie mit einer neuen Methode – sechsmal pro Woche lässt er sie auf der Couch von sich erzählen, bis Ida die Behandlung schließlich nach drei Monaten eigenmächtig abbricht. Hier gibt es schöne verbale Schlagabtausche zwischen Freud und Ida. Er interpretiert in ihre Beschwerden einen sexuellen Hintergrund, dem sie sich partout widersetzt und dem sie mit dem ihr eigenen Selbstbewusstsein entgegenhält. Überhaupt ist Ida eine starke Frau ihrer Zeit.

    Sehr viel breiteren Raum nehmen dann aber doch die Schilderungen aus Idas weiterem Leben ein – ihre Jugend als Tochter eines wohlhabenden, fremd gehenden jüdischen Textilfabrikanten, ihre Ehe mit einem erfolglosen Komponisten, ihre Flucht aus Wien in die USA vor den Nationalsozialisten. Leider geht die Autorin dabei nicht chronologisch vor, sondern springt in der Zeit, was das Lesen etwas erschwert. Die schließlich auch immer wieder thematisierte aufkeimende österreichische Sozialdemokratie ist mir als aus Deutschland stammender Leserin schwer verständlich, weil mir die namentlich benannten vielen Funktionsträger nicht geläufig sind. Insofern hat mich gerade der Mittelteil des Buchs nicht fesseln können.

    Amüsiert hat mich  der antiquiert wirkende Sprachstil, der der Epoche des ausgehenden 19. Und des beginnenden 20. Jahrhunderts angepasst ist.

     

    Ein lesenswerter, gut recherchierter historischer Roman.

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    sursulapitschis avatar
    sursulapitschivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Interessant. Die Geschichte einer spannenden Frau, von Österreich in Krieg und Frieden und von einem Arzt, der die Medizin revolutionierte.
    Interessant und lesenswert

    Katharina Adler hatte eine Großmutter, deren Lebensgeschichte außergewöhnlich war und die wohl ein Buch wert ist.
    Hier erzählt sie von ihr, von Ida, die vielleicht zu klug und zu eigenwillig für ihre Zeit war und die von ihren Eltern eher zur Behandlung beim Doktor Freud gegeben wurde als ihr zu glauben, ein Freund der Familie könnte ihr zu nahe getreten sein.
    Originell und einfühlsam wird mit Idas Leben ein Zeitportrait erstellt. Ende des 19. Jahrhunderts stehen Konventionen Individualismus im Weg. Es ist schwer, sich davon zu lösen, allemal, wenn man ein junges Mädchen ist. 


    Der Herr Doktor ist in aller Munde mit seinen innovativen Heilmethoden, die gegen jedes Leiden zu helfen scheinen. Diesen Aspekt des Buches fand ich am interessantesten, aber Idas Leben ging natürlich weiter. Sie erlebt zwei Kriege, ist noch dazu Jüdin und ihr Bruder Otto ein engagierter Sozialdemokrat im dritten Reich, jede Menge Zündstoff.

    Ganz leicht macht es einem das Buch nicht. Momentaufnahmen des Geschehens wechseln schnell und springen durch die Zeit. Am Ende hat man ein Bild, aber auch Lücken. Gerade zum geschichtlichen Aspekt hätte ich mir manchmal mehr Informationen gewünscht. Idas Flucht aus Europa muss abenteuerlich und gefahrvoll gewesen sein, ist hier aber etwas zu kurz gekommen. Ottos politischem Werdegang kann man bisweilen kaum folgen. Zu schnell treten zu viele Akteure auf, die man nicht einsortieren kann. Ein bisschen hat man das Gefühl, der spannende Teil der Geschichte ist abgehandelt, der Vollständigkeit halber musste man aber noch den zweiten Weltkrieg unterbringen.

    Trotzdem fand ich das Buch interessant und lesenswert. Es erzählt von einer spannenden Frau, von Österreich in Krieg und Frieden und von einem Arzt, der die Medizin revolutionierte, auch wenn sein Genie vielleicht fragwürdig ist. 

    Kommentare: 3
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    Isaoperas avatar
    Isaoperavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Nach einem starken Beginn verliert es leider zusehends an Spannung. Mit Ida konnte ich einfach nicht warm werden... daher nur 2,5-3 ***
    Oh Ida, oh Ida...

    Siegmund Freuds "Dora" ist ein Name, den viele schon einmal gehört, im Studium kennengelernt oder irgendwo gelesen haben. Katharina Adler hat, wie neulich im "Spiegel" zu lesen war, erst später in ihrem Leben erfahren, dass diese "Dora" ihre Verwandte Ida gewesen ist und sich danach mit der Idee getragen, ihre wahre Geschichte zu erzählen.
    Dabei herausgekommen ist ein Roman mit Höhen und Tiefen über eine harte Frau...die mir leider sehr unsympathisch in Erinnerung geblieben ist. Nachdem die Geschichte spannend einstieg, nahm die Spannung für mich leider im Laufe der Lektüre ab. Die Handlung wurde zusehends politisch, leider erschienen mir die Zusammenhänge aber nicht immer ganz klar dargestellt. Ida selbst eine Protagonistin, die polarisieren wird, was ich völlig okay finde. Ich bin nicht der Meinung, dass man die Hauptfigur eines Buches immer gern mögen muss, um ihre Geschichte mit Interesse zu lesen. Gerade bei Ida ist mir dies aber wirklich schwer gefallen...sie hat es mir mit ihrem Verhalten und ihren Einstellungen einfach verdorben, das Buch genießen zu können und ich finde, es hätte insgesamt etwas weniger episodisch, mehr aus einem Guss sein können.
    Von Katharina Adler würde ich in der Zukunft sicher auch weitere Bücher lesen, denke aber, dass sie sich noch steigern kann.
    Von mir leider rückwirkend betrachtet nur 2,5 bis maximal 3 Sterne... ein wenig Lesespaß muss schon sein! 

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    Ekcnews avatar
    Ekcnewvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Der Schreibstil lädt nicht zum Abtauchen in die Geschichte ein
    Der Schreibstil lädt nicht zum Abtauchen in die Geschichte ein

    Auf dieses Buch bin ich durch die vielen positiven Bewertungen aufmerksam geworden. Für den Einen und / oder Anderen ist es sicherlich ein gutes Buch. Für mich war es das leider nicht. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und hat mich leider nicht zum Abtauchen in die Geschichte eingeladen. 

    Das Buch beginnt mit Idas Lebensgeschichte im Jahr 1941. Sie ist inzwischen 58 Jahre alt und kommt in New York auf Ellis Island an. Zwei Jahre ist es nun her, dass sie Wien verlassen hat und seit vier Monaten ist sie unterwegs. Sie ist auf dem Weg zu ihrem Sohn, der inzwischen in den USA lebt. 

    Idas Leben wird in den einzelnen Kapiteln erzählt allerdings nicht chronologisch, sondern zeitlich etwas durcheinander, dessen Abfolge ich leider nicht verstanden habe. Was an der Stelle tatsächlich sehr hilfreich ist, dass neben der Überschrift der einzelnen Kapitel auch die Jahreszahl und der Ort genannt ist, wo "man sich" gerade befindet. 

    Ida ist eine Frau, die genau weiß was sie will, allerdings ist sie auch sehr kränklich. Ihr gesamtes Leben wird sie von diversen Leiden aufgesucht. 

    Das Interessante an diesem Buch ist, dass es Ida wirklich gegeben hat. Die Autorin Katharina Adler ist eine Urenkelin von Ida, die unter anderem auch eine Patientin von Sigmund Freund war. Idas Krankengeschichte wurde von Sigmund Freud unter dem Namen Dora dokumentiert. 

    Schade, ich hatte mir von diesem Buch leider mehr erhofft.

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    krimielses avatar
    krimielsevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Interessantes Schicksal zu Beginn des 20. Jahrhunderts, etwas mühsam zu lesen, sprachlich leider holprig und für mich viel zu unausgereift.
    Zeitreise

    Wenn ein Buch schon alleine wegen des Namens der Autorin und dem der Romanheldin so viele Vorschusslorbeeren erntet, ist es schwer, dieses ohne hohe Erwartungshaltung zu lesen. Thematisch höchst interessant, bereits mit Preisen ausgezeichnet und von der Kritik viel gelobt kommt der Roman „Ida“ als Debüt der Autorin Katharina Adler daher.

    Die Geschichte der Ida Adler, erzählt von ihrer Urenkelin Katharina Adler, beginnt, wenn auch nicht chronologisch berichtet, am Ende des 19.Jahrhunderts und endet 1945. Die Krankheitsgeschichte der berühmten Patientin Sigmund Freuds, als Hysterikerin eingestuft und durch sich selbst aus dessen Behandlung entlassen, ist geschickt verknüpft mit Idas Familiengeschichte. Höchst interessant mit wenigen eingestreuten Notizen Freuds, löst sich der Roman jedoch weit von Der Hysteriegeschichte und verleiht Ida Adler mit ihrem unglaublichen Überlebenswillen trotz der zeitgeschichtlichen Widrigkeiten und Wirrnisse eine starke Stimme. Nicht minder interessant ist der Werdegang des Österreichischen Sozialdemokraten Otto Bauer, Idas Bruders, und seines Umfeldes, wozu zum Beispiel Friedrich Adler, der den kaiserlichen Ministerpräsidenten Stürgkh erschoss, gehört. Entspannt, mit Liebe zu Details des Wiener Lebens ist die Familiengeschichte erzählt, und obwohl manche Passagen bemüht und angestrengt wirken ergibt sich ein rundes Bild vom Leben der Jüdin, die bei Kriegsausbruch gezwungen war, ihre Heimat zu verlassen und mit Hilfe der Sozialdemokraten eine wahre Odyssee bis zur Ankunft in den USA hinter sich bringen musste.

    Halb fiktional als Romanbiografie erzählt ist das Buch eine Mischung aus wenigen hinterlassenen Materialien der Ida Adler, viel zeitgeschichtlicher Recherche und mit Fantasie der Autorin gefüllten Lücken.
    Stilistisch wirkt auf mich sehr störend, dass man diese Übergänge ziemlich deutlich mitbekommt. Das Buch hätte sehr gut funktionieren können, aber vielleicht fehlt der Autorin die Schreiberfahrung, und so entstehen trotz der durchaus gewollten zeitlichen und inhaltlichen Sprünge und der Unterschiedlichkeit der Geschichte zu viele Versatzstücke, die für mich einfach nicht gut zusammenpassen wollen. Sprachlich holprig und etwas mühsam zu lesen wird der Roman dadurch. Es ist dennoch ein interessantes Buch, wenn man darüber hinwegsehen kann und sich vordergründig faktisch auf Ida Adlers Geschichte einlässt.

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    vormis avatar
    vormivor 2 Monaten
    Ida - mir war es zu ausführlich

    Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts: Dora, das jüdische Mädchen mit der 'petite hystérie' und einer äußerst verschlungenen Familiengeschichte. Dora, die kaum achtzehn war, als sie es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden, und ihn, wie er es fasste, "um die Befriedigung [brachte], sie weit gründlicher von ihrem Leiden zu befreien."

    Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nicht mehr als eine Familien-Anekdote: ihre Urgroßmutter, die - nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung - zu Nachruhm kam, und dabei mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde. „Nach und nach wuchs in mir der Wunsch, dieses Bild von ihr zu ergänzen, ihm aber auch etwas entgegenzusetzen. Ich wollte eine Frau zeigen, die man nicht als lebenslängliche Hysterikerin abtun oder pauschal als Heldin instrumentalisieren kann. Eine Frau mit vielen Stärken und auch einigen Schwächen, die trotz aller Widrigkeiten bis zuletzt um ein selbstbestimmtes Leben ringt.“

    Von ihr, von 'Ida', handelt dieser mitreißende Roman. Mit großem gestalterischem Weitblick und scharfem Auge für jedes Detail erzählt Katharina Adler die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. Eine Geschichte, in die sich ein halbes Jahrhundert mit seinen Verwerfungen eingeschrieben hat. Ida ist ein Plädoyer für die Wahrheit der Empfindung und die Vielfalt ihrer Versionen. Der Roman eines weitreichenden Lebens, das – mit Freuds Praxistür im Rücken – erst seinen Anfang nahm.

    Inhaltsangabe auf vorablesen


    Ich bin mit diesem Buch nicht so gut klargekommen, ich nehme aber stark an, dass es wirklich an meinem Geschmack lag und es bestimmt viele Fans für sich gewinnen kann. Aber meins war es nicht.
    Es ist von der Wortwahl her sehr jngewöhnlich, aber das lag auch an den Zeiten, in denen das Buch spielt. Denn Ende des 19. Jahrhunderts war der Wortschatz ganz anders als heutzutage.

    Leider war es mir etwas zu wenig medizinische Information, die mich an diesem Fall nun gerade besonders interessiert hätte.
    Aber es ging mehr um die Befindlichkeit von Ida, was natürlich auch wichtig ist, aber es war mir viel zu umständlich ausgedrückt, bis es mal auf den Punkt kam. Dadurch war es mir die meiste Zeit zu langatmig.

    Ich finde es eigentlich selber schade, dass ich nicht so gut mit dem Buch zurecht gekommen bin, denn besonders 1896 ist es eben auch wichtig gewesen, was sich gehört und was nicht. Was man wem sagen darf jnd was nicht.
    Besonders einem männlichen Doktor gegenüber durfte man nicht alles sagen.
    Eigentlich sehr authentisch...

    Deshalb gebe ich 3 Sterne, denn es ist einfach Geschmackssache.
    Mir war es zu ausführlich und zu verschnörkelt gesprochen, aber wer es authentisch mag, der wird auf seine Kosten kommen. 

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    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    AnnaMagaretas avatar
    AnnaMagaretavor 4 Monaten
    Vorfreude teilen - ich freue mich auf das Buch, da ich total gespannt auf die Geschichte von Dora bin.
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    M
    Moplervor 4 Monaten
    Es klingt so unglaublich spannend und ist mal ein ganz anderes Thema. Ich werde bei einer Veranstaltung in Hamburg dabei sein, bei welcher sie das Buch präsentiert. Das Thema hat mich sofort für sich eingenommen.
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    simone_richters avatar
    simone_richtervor 4 Monaten
    Ich freue mich auf das Buch, da mich Psyhoanalyse interessiert und dann noch über die bekannteste Patientinnen des 20. Jahrhunderts - fabelhaft.
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