Katharina Baumfeld

 4.8 Sterne bei 5 Bewertungen

Alle Bücher von Katharina Baumfeld

Katharina BaumfeldRosalie, die Rampensau
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Rosalie, die Rampensau
Rosalie, die Rampensau
 (5)
Erschienen am 31.08.2012
Katharina BaumfeldMy African Blues
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
My African Blues
My African Blues
 (0)
Erschienen am 01.10.2006

Neue Rezensionen zu Katharina Baumfeld

Neu
R-Punkts avatar

Rezension zu "Rosalie, die Rampensau" von Katharina Baumfeld

Rezension zu "Rosalie, die Rampensau" von Katharina Baumfeld
R-Punktvor 6 Jahren

Wie gelingt es, recht merkwürdige Geschehnisse so zusammenzuführen, dass es ganz nebenbei auch Sinn ergibt? Wie gelingt es, innerhalb dessen noch spannend zu erzählen und quasi spielerisch elementare Fragen des Lebens aufzuwerfen und dafür Antworten anzubieten, ohne anstrengend und belehrend zu wirken? Erstaunlicherweise gelingt es diesem kleinen und liebenswerten Buch, welches geschrieben wurde für Kids ab 8, das es aber sogar schafft, einen Leser 50+ (nämlich mich!) zu faszinieren.

Vorab gesagt: Das Buch ist schön gestaltet mit einem angenehm lesbaren Schriftsatz und sehr ansprechend gezeichneten Illustrationen.
Die Geschichte selbst ist gar nicht mal so einfach wiederzugeben, da sie teilweise doch recht (positiv) verwickelt ist. Daher begnüge ich mich hier mit einer sehr groben Inhaltsangabe: Rosalie, ihres Zeichens ein junges und daher abenteuerlustiges Schwein, wird an ein Theater „ausgeliehen“, um dort eine Rolle zu übernehmen. Unterdessen reißen die beiden Kinder Finn und Nuka von zuhause aus, um nach Afrika zu gelangen, wo Finns Vater lebt. Nach vielen Verwicklungen kreuzen sich die Wege dieser zunächst recht ungleichen Protagonisten, die sich nun gemeinsam Ihren Widersachern und allerhand Komplikationen entgegenstellen. Diese spannende und ergreifende Geschichte um Rosalie & Co. findet ihr Ende in einem wunderschönen letzten Absatz, auf den ich zum Schluss dieser Rezension noch etwas näher eingehen möchte.

Die Autorin verwendet von Beginn an zwei Handlungsstränge, die zunächst nebeneinander hergeführt werden, ohne dass ein Zusammenhang ersichtlich würde. Mehr noch, scheinen beide Handlungen im weiteren Verlauf sogar noch mehr auseinander zu driften. Erst zu Beginn des letzten Drittels des Buches werden beide Handlungsstränge auf einfallsreiche und überraschende Weise zusammengeführt. Der Autorin gelingt es so, einen dramaturgischen Bogen zu spannen, der zu fesseln weiß. Ergänzt wird dies durch eine ganze Reihe überraschender Wendungen und von den Akteuren zu überwindende Hindernisse, die die Leserin / den Leser mehr als einmal dazu zwingen, den subjektiv erwarteten Handlungsablauf zu revidieren. Auf diese Weise nutzt und verknüpft die Autorin geschickt und kindgerecht die klassischen Elemente des Spannungsaufbaus. „Rosalie, die Rampensau“ ist allein damit schon ein spannend-schönes Buch, voller netter und weniger netter Charaktere, frecher Einfälle, sprachlich überzeugend, einfühlsam und engagiert.

Doch „Rosalie, die Rampensau“ hat noch mehr zu bieten: Scheinbar nebenbei gelingt es der Autorin, für einige wesentliche (philosophische) Fragen des Lebens (Freundschaft und Glück, Freiheit und Verantwortung, Toleranz und der Umgang mit Menschen und Tieren), wie sie sich auch ganz natürlich im Kindesalter stellen, Antworten anzubieten, ohne dabei belehrend zu wirken. Fragen übrigens, die zu stellen auch manchem Erwachsenen anzuraten wäre.

Damit komme ich nun zu dem bereits oben erwähnten letzten Absatz der Erzählung, der, zusammengenommen mit den beiden abschließenden Sätzen, die wohl grundlegenste der genannten Fragen noch einmal wunderbar artikuliert.
Ich habe mir besagten Absatz für den Schluss dieser Rezension aufgespart, weil ich ihn für sehr wichtig halte und weil er mich sehr berührt hat: Ich musste ihn in der Tat mehrmals lesen. Nicht etwa, weil er schwer verständlich wäre, sondern wegen seiner ergreifenden Schlichtheit und Schönheit. Es ist einfach eine wundervolle Schlusspassage, mit der das im Verlauf der Erzählung immer wieder durchschimmernde Anliegen ebenso poetisch wie spielerisch-eindringlich noch einmal auf den Punkt gebracht wird. Ich möchte besagte Passage hier nicht direkt wiedergeben, um der Leserin / dem Leser nichts vorwegzunehmen. Stattdessen möchte ich an dieser Stelle einfach nur auf ein darin impliziertes zentrales Anliegen hinweisen, welches die Autorin auf Ihrer Homepage prosaisch treffend wie folgt formuliert:

„Tierrechte sind mir sehr wichtig. Natürlich sind Menschenrechte genau so wichtig, aber Tiere haben keine Stimme, um für sich selber zu sprechen. Jedes Tier ist genau so eine Persönlichkeit mit einem eigenen Charakter und eigenen Gefühlen und darum sollte es auch das gleiche Recht auf ein erfülltes und schönes Leben haben.“
(Quelle: http://katharinabaumfeld.jimdo.com/die-autorin)

So sollte es sein.
„Für immer.
Und das war alles.“

R.

Kommentieren0
4
Teilen
Vega4s avatar

Rezension zu "Rosalie, die Rampensau" von Katharina Baumfeld

Rezension zu "Rosalie, die Rampensau" von Katharina Baumfeld
Vega4vor 6 Jahren

Für meine erste Rezension muss natürlich ein besonderes Werk her!

Die ersten Seiten erinnern an die bekannten "Schaf-Krimis". Welch seltsames Geräusch vernimmt Rosalie? So beginnt Rosalies ungewöhnliches Abenteuer. Dabei wird sie so "nebenbei" ein Theaterstar. Dieser Umstand weckt die Eifersucht einer Kollegin wach. Sie verschenkt das liebe Schweinchen an ein Restaurant. Ist Rosalie noch zu retten?
Zum Glück gibt es da noch Finn und seine coole Freundin Nuka. Die beiden Ausreiser können mit Hilfe einer besonders klugen Ratte, das Schlimmste noch verhindern.
Finn leidet durch die Abwesenheit seines Vaters (Auslandsjob) sehr. Aus finanziellen Gründen muss er und seine Mutter bei der "schrecklichen" Tante Agnes wohnen. Irgendwie habe ich Fräulein Rottenmeier (von Heide) geistig vor meinem Auge. Auch Tante Agnes kennt nur Strenge und hat keinen Zugang zum Herzen der Kinder. Als sie Finn noch mit dem Internat droht, bleibt ihm nur noch die Flucht. Mit seiner (tollen) Freundin Nuka macht er sich auf dem Weg zum Meer. Dabei lernt er, wie schon oben erwähnt, das Schweinchen Rosalie kennen und die Geschichte nimmt einen völlig anderen Verlauf...

Eine schöne Geschichte über Freundschaft, Träume und Toleranz. Außerdem möchte ich noch die liebevollen Illustrationen von Anja Goossens erwähnen. Schon jetzt vermisse ich Rosalie, Finn, Nuka usw. ein kleines bisschen, ein sehr großes kleines bisschen...

Ps.: Einen kleinen Vorschlag für eine Fortsetzung hätte ich schon. Wie wär es mit einer Geschichte um Major Bolz? Diese Nebenfigur ist mir gleich ans Herz gewachsen. Außerdem würde ich gerne mehr über seine Plan C lesen...

Kommentare: 1
42
Teilen
thursdaynexts avatar

Rezension zu "Rosalie, die Rampensau" von Katharina Baumfeld

Rezension zu "Rosalie, die Rampensau" von Katharina Baumfeld
thursdaynextvor 6 Jahren

Es kann so schön sein ein Schwein zu sein
Aber nicht für die junge Schweinedame Rosalie. Bis sie die Gelegenheit erhält, ihren idyllischen aber auch etwas langweiligen Bauernhof zu verlassen um am Theater eine Rolle als "die Niederungen des Lebens" zu spielen. Verliebt in die kapriziös, nervige Hauptdarstellerin macht sie sich auf, dem Lockruf der zu erwartetenden Abenteuer abseits der bekannten und daher eintönigen Bauernhofwelt zu folgen.
Dabei rettet sie den 10 jährigen Finn der sich,weil er neuerdings bei seiner "Hexendrachentante Agnes" leben muss seinerseits entschlossen hat in Huckleberry Finns Fußstapfen zu treten und gemeinsam mit seiner besten Freundin Nuka per Floß nach Namibia aufbrechen möchte. Nuka wiederum sucht ihre namibischen Wurzeln, sprich Verwandten ist verbal sehr versiert (köstliche Dialoge) und zudem praktisch veranlagt. Das Abenteuer kann beginnen doch es kommt anders als sich die Protagonisten das erwarten.........

Rampensau Rosalie ist eine schöne Geschichte für Kinder, die ein wenig Theaterluft hinter den Kulissen schnuppern möchten. Die Themen Freundschaft, Tiere, werden realistisch, witzig und liebevoll, wenn auch ein wenig tendenzös vegetarisch behandelt. besonders gefiel mir, dass Finns bester Freund ein Mädchen ist, und er cool genug mit den Hänseleien souverän umzugehen. Freundschaft ist geschlechterübergreifend, worauf es ankommt ist das gegenseitige Verstehen. Finn weiß das, und lässt die anderen, die noch nicht soweit sind hinter sich. Für Jungs in diesem Alter in dem die Peergroup zunehmend an Einfluß gewinnt nicht selbstverständlich. Finn sucht sich seine Peergroup selbst aus.
Sprachlich auf hohem Niveau, würde ich das Buch für Selberleser ab der dritten Klasse empfehlen.
Ein Leseabenteuer für aufgeweckte Kinder die sich für die Welt in der sie leben interessieren.

Kommentare: 1
22
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Katharina Baumfeld wurde am 27. März 1975 in Berlin (Deutschland) geboren.

Katharina Baumfeld im Netz:

Community-Statistik

in 9 Bibliotheken

auf 1 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks