Katharina Behrendt dertraumpartner.de

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Inhaltsangabe zu „dertraumpartner.de“ von Katharina Behrendt

Alles ist durchorganisiert, die Zeit knapp rationalisiert, alles ist planbar auch die große Liebe im Zeitalter des Internets und Online-Datings. Die Partnerwahl ist nicht mehr Sache des Individuums, sondern wird vertrauensvoll dem Computer überlassen: Die von Expertenteams entwickelten Persönlichkeitstests schließen Zufallsbegegnungen aus. Kompatibel als Partner ist, wen der Computer aus Ergänzungs- und Differenzierungskriterien errechnet. Aus Tausenden sich nach Liebe sehnenden Teilnehmern wird durch diese psychologischen Analysen bereits eine Vorauswahl getroffen. Der oder die Passende wird durch sogenannte Matching Points ermittelt§Die magische Zahl. Je höher die Zahl, desto aussichtsreicher die Liebeschance. Wer erstmalig durch diesen Filter geht, läuft Gefahr überfordert zu werden. Ein überwältigendes Angebot an liebeswilligen Kandidaten tummelt sich auf dem Bildschirm§Doch wie mit dieser ungeheuren Auswahl an potentiellen Kandidaten umgehen? Melanie, die Alltagsheldin einer Serie von Erzählungen über das schwere Finden und das schwierige Verlieren nicht der Liebe sondern aller Illusionen, muss erfahren, dass eben nicht alles planbar ist§Dass die Liebe sich der Rationalisierung und Organisation entzieht. Das erste Amüsement beim Lesen dieser Geschichten weicht aber des Öfteren auch einer Art Beklommenheit und der bangen Frage: Bin ich mit meinen Sehnsüchten und Vorstellungen von einer romantischen und erfüllten Beziehung nicht auch so? Anteilnahme an Melanies Schicksal macht den Leser sowohl zum Komplizen als auch die Lektüre zu einem Prozess der Selbstbefragung.

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  • Die Suche nach der Liebe in der heutigen Zeit

    dertraumpartner.de
    rallus

    rallus

    14. November 2014 um 10:33

    In Deutschland gibt es fast 40% Singlehaushalte, die Zahl hat sich von 2005 bis heute leicht gesteigert. (2005 = 37%) D.h. etwas weniger als die Hälfte der Deutschen lebt alleine. Doch Partnersuche neben dem Beruf ist schwierig und langwierig. Warum dann nicht bequem übers Internet sich einen Partner suchen? derTraumpartner.de beschäftigt sich mit diesem Thema – aber nicht nur. Zuerst fällt das Titelbild auf. Eine Frau, mit aufgeklapptem Laptop auf ihrem Schoß, sitzt stocksteif, mit wächserndem Blick, dem Betrachter in die Augen schauend, auf einem Sofa. Neben ihr liegt ein Mops und schaut, wie eben nur Möpse schauen können. Spontan fällt mir dazu Loriot ein: “Ein Leben ohne Möpse ist denkbar, aber sinnlos.“ Und ein wenig hat der Mops dazu beigetragen, dass ich letztendlich mit diesem Buch zurecht gekommen bin. Melanie, 48 Jahre alt, wohnt in Stuttgart und ist eine beruflich geforderte, selbstständige und erfolgreiche Geschäftsfrau und - Single. Sie hat in ihrem Leben viele Partner gehabt, die Beziehungen sind aus den verschiedensten Gründen gescheitert. Früh hat sie im Internet nach einem 'Traumpartner' geschaut. Doch die dortige Suche hat so ihre Tücken. Auf den ersten Blick erscheint es doch logisch, seine Vorlieben, Wünsche und persönlichen Daten einzugeben und dann nach einem Algorithmus und einer Wahrscheinlichkeit einen Partner zugewiesen zu bekommen den man/frau ansonsten in der Realität vielleicht nie getroffen hätte und mit dem man dann auch glücklich wird. In der Praxis funktioniert diese Art von Suche aber anders. Da wird geschummelt, getrickst und einfach das eingegeben was sich am Besten verkauft: “Was erwartest Du von einer Internetbekanntschaft? Ich will jetzt nicht allzu ideologisch werden, aber wir heutigen Menschen haben wirklich alles kommerzialisiert. Ich denke, viele Menschen sind heute allein, weil sie zu viel erwarten und denken, es kommt noch was Besseres.“ Auch die Treffen mit den Männern zeigen die Diskrepanz zwischen dem Erwarteten und der Wirklichkeit. Eine hohe Punktzahl im Datingportal bedingt nicht immer sofort eine Liebe fürs Leben und Glücklichsein. Melanie selber ist eine warmherzige, nachgiebige aber auch sehr naive Frau. Für Ihren Partner passt sie sich an, nimmt viele Beschwernisse auf sich, steckt viel ein, aber auch zurück. Im Gegensatz zu ihrer Halbschwester Ida, die schon früh provoziert hat und sich immer kritisch politisch betätigt hat. Dagegen ist Melanie eine behäbige etwas spießige Frau, dennoch voller Leidenschaft, Liebe und Ehrlichkeit. Das ist aber das, woran sie öfters in ihren Beziehungen scheitert. “Nicht zeigen, dass man leidenschaftlich verliebt ist, sich zurücknehmen. Ihm eher die kalte Schulter zeigen. Ihm seine Wünsche nicht erfüllen. Denn nur so war die Glut der Leidenschaft zu erhalten. Begehren braucht das unerfüllte Wünschen, die Unsicherheit, den Kitzel der Angst, wieder verlassen zu werden. Das alte Spiel zwischen Nähe und Distanz.“   Katharina Behrendt hat einen sehr nüchternen Stil, springt am Anfang häufig in den Zeiten und Partnern hin und her, auch ändert sie des öfteren den Blickwinkel der Figuren, so dass anfangs gar keine richtige Stimmung bzw. Geschichte aufkommen will. Durch den kargen, sachlichen Stil wird man an ein Sachbuch erinnert, auch gibt es Seiten voller Gedanken und Meinungen zu Partnerbörsen und der gesellschaftlichen Entwicklung von Partnerschaften, die einem Zeitungsartikel ähneln. Naiv darf man an Partnerbörsen, ja an Beziehungen nicht herangehen denn: “Der Humanismus ist ein Irrweg. Wir sind alle nur aus Mangel an Gelegenheit gut!” Ein wirklicher Roman entwickelt sich erst zur Mitte des Buches, als Melanie mit einem geschiedenen Vater zusammen kommt. Katharina Behrendts Gedanken zu Partnerschaften sind von einer latent männerfeindlichen Gesinnung geprägt, was aber durch humoristische Betrachtungen aufgefangen wird: Auch die Frauen nimmt sie wohlwollend auf die Schippe. Gerade aus der Darstellung der Diskrepanz, zwischen den sehr kritischen Gedanken zu der matriarchalischen Welt und der biederen Melanie, die auf alle Männerstereotypen hereinfällt, die man sich vorstellen kann, ergibt sich die Aussage: Eigentlich bist Du selber schuld! Ida ist der Supervisor, der Melanie immer wieder zurecht rückt und ihr den Spiegel vorhält, dass ihre Wünsche und Träume leider mit der Realität nichts zu tun haben. Als dann der oben genannte Mops (Elfriede!) in die Geschichte eintaucht, war bei mir das Eis gebrochen. Ein wenig Selbstironie und Humor ist hilfreich im Krieg der Geschlechter, bei dem es nicht hauptsächlich um Macht gehen sollte. Das erkennt auch Melanie letztendlich und findet ihren Weg zu dem wichtigsten Partner im Leben den man/frau haben kann! Ein lesenswertes Buch, welches sich nicht nur mit Internetbörsen beschäftigt, sondern ganz allgemein mit dem Suchen und Finden der Liebe in der heutigen Zeit. Kleiner Tipp für die Autorin, die schrieb: "... in dem vor provenzialischem Charme sprühendem Örtchen Les Saint-Maries-de-la-Mer." Charmesprühender als das, meist von Touristen und Zigeunern überrannte Camargue Dorf am Mittelmeer, sind eindeutig Bonnieux, Lourmarin, St.Remy de Provence (wo van Gogh lebte) oder Cucuron.  Für den nächsten Provence Urlaub.:-)

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  • Trifft auf den Punkt

    dertraumpartner.de
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    28. October 2014 um 11:27

    Trifft auf den Punkt Wie eine Umfrage letztens offenbarte, ist es in Deutschland zumindest immer noch mit ein wenig Peinlichkeit verbunden, zuzugeben, dass man entweder aktiv Online auf der Suche nach einem Partner sich befindet, oder eben der aktuelle Partner online gefunden wurde. Diese Grundfrage nach „Statthaftigkeit“ bei Millionen von auf Partnerbörsen angemeldeten Usern stellt sich in der Praxis allerdings nicht, dort ist die Online-Partnersuche bereits aktuell Gang und Gäbe und verzeichnet hohe Zuwachsraten. So stellt sich Katharina Behrendt in ihrem Roman mit Recht auch gar nicht solchen Fragen nach der „Berechtigung“, sondern führt den Leser klug und mit präziser Beobachtungsgabe mitten hinein in das „Online-Dating“ Leben. Nicht nur mit allem, was es da an Erfahrungen (aus Frauensicht) an „offenen Sandalen im Winter“ und sonstigere mangelnder Attraktivität zu erleben gibt, ebenso bildet sie im Buch in ihren einzelnen Kapiteln auch all andern „Typen“ von Suchenden ab. Die attraktiven Männer, die „nebenbei“ mal wollen, ohne das zu sagen, das da noch jemand wäre. Daneben durchaus attraktive Männer, die sich nicht binden möchten und online auf ein breites Reservoir an Angeboten schnell zugreifen können und daher ebenso schnell die konkrete aktuelle Bekanntschaft dran geben, es wartet ja genügend „Frischfleisch“, da will man sich doch keine tieferen Verbindungen aufhalsen. Oder auch jene, die beim geringsten „nicht Fluppen“ der Situation, bei vielleicht Zurückhaltung am ersten oder zweiten Abend sich einfach nicht mehr melden. Wobei auch jene, die ihren „Abschied“ in ellenlagen Worte fassen da auch nicht viel mehr an Freude bringen. Schon alles nicht einfach für Melanie, 48, suchend. Wobei Behrendt es übrigens nicht versäumt, unaufdringlich auch diese „Suche an sich“ zu thematisieren (im Buch durch Gespräche mit Freundinnen und hier und da eine „Innenschau“ der Protagonistin). So ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild des unfreiwilligen Singlelebens, des „bequemen“ Griffs zur Tastatur, der vielfachen Überlegungen und der kleinen bis größeren Schummeleien bei der Selbstdarstellung („Wenn Ihnen jemand in den Blick fällt, der George Clooney ähnelt…“ (es kommen übrigens die erwähnten Sandalen ohne jede Ähnlichkeit mit George)), der Grundfragen des Lebens alleine mit der Betonung der Vorteile („Mein Mann verwuchs mit dem Sofa“, gut, dass er weg ist) und der Nachteile (diese unbestimmbare Gefühl samt Sehnsucht nach Zweisamkeit). Wer bis dato noch nicht mit diesem Bereich der Partnersuche zu tun hatte, wird einen realen, klaren Einblick darin im Buch finden, wer sich hier und da vielleicht selbst schon onlinde gedatet hat, erlebt einen hohen Wiedererkennungswert. Im Stil eher nüchtern beschreibend wird im Lauf der Lektüre dann gerade im zweiten Teil deutlicher, dass natürlich auch die Fragen der „Methode der Partnersuche“ nur Symptome dessen sind, wie man zu sich selber steht. Die Aufgabe, sich selbst zu finden, kann nicht online bequem gelöst werden, wie auch Melanie erfahren wird. Mit einigen Längen hier und da, wenn zu sehr auf die Geschichten mancher potentieller Kandidaten eingegangen wird (die aufgedonnerte Blondine und der Porsche-Fahrer) oder Melanie zu häufig über sich selbst reflektiert, manchmal im Ton zu kühl, insgesamt aber eine anregende und treffende Lektüre. Gerade auch da, wo durch die Figur des alten Bonvivant „Gerhard von Laufenberg“ der Blick sich auf jene Zeiten vor nicht allzu langer Zeit richtet, in denen es außer einem „echten“ Genuss-Erleben wenig Alternativen gab.

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