Katharina Finke Loslassen

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Inhaltsangabe zu „Loslassen“ von Katharina Finke

Als Katharina Finke nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund ihren Mietvertrag kündigt, entschließt sie sich, alles loszulassen, was sie bindet. Sie verschenkt und verkauft beinahe ihren ganzen Besitz und macht das Reisen zu ihrem Alltag. Als moderne Nomadin arbeitet sie rund um den Globus, lebt aus dem Koffer und wohnt auf Ausklappsesseln und in Luxusappartements. Sie lernt, ihren Impulsen zu trauen und ihre Ängste zu erforschen; schätzt die Erfahrungen, die sie unterwegs sammelt, und das intensivere Lebensgefühl, das sie durch die Befreiung von materiellen Dingen verspürt. Sie erlebt, wie radikale Freiheit überglücklich und zutiefst einsam macht. Dies ist ein Buch darüber, was es heißt loszulassen. Und woran es sich lohnt festzuhalten.

Ein lesenswertes Buch über einen minimalistischen Lebensstil, das Loslassen nach Verlusten und Trennungen und das sich-Wiederfinden!

— FrauTinaMueller
FrauTinaMueller

Literarisch, sprachlich und vom Erzählstil nicht so berauschend, dafür eine schöne "Geschichte" die durchaus inspirieren kann

— Anne42
Anne42

Leider nicht das, was es verspricht zu sein

— Tasmetu
Tasmetu

Solider Helfer - falls man ebenfalls einmal auf den Gedanken kommen sollte einfach so aus der gewohnten Umgebung auszubrechen

— nicekingandqueen
nicekingandqueen

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    Loslassen
    FrauTinaMueller

    FrauTinaMueller

    14. August 2017 um 17:17

    Die Weltenbummlerin und freie Journalistin Katharina Finke erzählt in ihrem Buch “Loslassen – Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte” von ihrem Weg hin zum Minimalismus. Sie erzählt, wie sie gelernt hat, auf materielle Dinge zu verzichten. Ihr ganzes Hab und Gut passt in zwei Koffer. Ihr Schreibstil ist ganz wie ich ich mir die Autorin auch vorstelle: frei, leicht, lässig und neugierig auf die Welt und ihre Menschen. Katharina Finke kündigt nach der Trennung von ihrem langjährigen Partner ihre gemeinsame Mietwohnung – ihre Basis in Deutschland und verkauft oder verschenkt ihren ganzen Besitz. Sie lässt alles los, was sie bindet und macht das Reisen zu ihrem Alltag. Mit ihren beiden Rucksäcken, in denen alles steckt, was sie braucht, zieht die moderne Nomadin um die Welt, arbeitet, wo sie gerade ist und genießt das intensive Lebensgefühl der Freiheit des Minimalismus. Beim Lesen überkam mich eine sehr nachdenkliche Stimmung und ich blickte oft auf und fragte mich, was ich wohl in zwei Koffern bei mir tragen würde. Worauf ich auf jeden Fall verzichten könnte und auf was auf keinen Fall. Da ich selbst auch in New York gelebt und gearbeitet habe, fand ich die Erzählungen von Katharina Finkes Wirken in der Weltmetropole natürlich sehr spannend ;-).  Die 58 Farbfotos unterstreichen die Geschichte sehr wirkungsvoll. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen ;-)! Erster Satz: “Fast alles, was ich besitze, passt auf eine Buchseite.” (Seite 7) Fazit: Ein lesenswertes Buch über einen minimalistischen Lebensstil, das Loslassen nach Verlusten und Trennungen und das sich-finden einer jungen Frau in der Welt. Nur den roten Faden habe ich dann und wann einfach vermisst … vielleicht war das aber auch Teil ihres minimalistischen Lebenskonzeptes? Wer weiß ;-)!

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  • ‚Ich möchte die Dinge weglassen, die ich nicht brauche [...].'

    Loslassen
    sabatayn76

    sabatayn76

    30. June 2017 um 21:50

    ‚Ich möchte die Dinge weglassen, die ich nicht brauche, und mich nicht sinnlos limitieren, also auf soziale Kontakte, Schlaf oder Nahrung verzichten.‘Den Sommer 2012 verbringt Katharina Finke nach der Trennung von ihrem Freund in Lissabon. Als dieser ihr schreibt, weil er aus der gemeinsamen Wohnung in Hamburg ausziehen möchte, fasst Finke den Entschluss, alle ihre Sachen, die sie in der Hamburger Wohnung zurückgelassen hat, wegzugeben: ‚Es ging mir gut ohne meinen Schreibtisch, mein Bücherregal oder meinen opulenten Kleiderschrank. Zu wissen, dass ich jeden Moment meine Siebensachen packen und weiterziehen konnte, hatte mir ein Gefühl von Freiheit gegeben, bei dem mir nichts fehlte.‘In ‚Loslassen‘ erzählt Finke von Reisen, Menschen und Situationen, die ihr Leben und ihre Entscheidung, loszulassen, beeinflusst haben: von Auslandsaufenthalten im Vereinigten Königreich und in Spanien, von Reisen in die USA und nach Indien, vom Journalismusstudium in Hamburg, von Daniel, mit dem sie verschiedene Recherchereisen unternommen und mit dem sie sich angefreundet hat, von der Unterstützung durch ihre Eltern etc. Finke schreibt sehr detailliert, so dass man als Leser tiefe Einblicke in ihren persönlichen Weg des Loslassens erhält. Dies ist oft unterhaltsam und spannend, z.B. wenn es um Gedanken und Gefühle Finkes geht, wirkt bisweilen aber auch etwas unsinnig, wenn sie Dinge darlegt, die mit der Geschichte an sich nichts zu tun haben, z.B. wenn sie über ein aufgeweichtes Marmeladenbrot in Bristol schreibt.Finkes Schreibstil ist locker und lässt sich gut lesen, wodurch die Lektüre Spaß macht. Auch die Mischung aus eigener Biografie, Reisebeschreibungen und ihren Erklärungen, wie sie gelernt hat, mehr und mehr los zu lassen, hat mir gefallen. Alles in allem hatte ich aber vor der Lektüre ein etwas anderes Buch erwartet - eines, das mich mehr bewegen kann, das mich noch lange beschäftigen wird und das mir neue Einblicke bietet. Nach der Lektüre dieses durchaus unterhaltsamen Buches muss ich jedoch sagen, dass mir die Autorin nicht viel Neues vermitteln konnte und dass das Buch bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

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  • was lohnt sich, festzuhalten?

    Loslassen
    abuelita

    abuelita

    25. April 2017 um 17:49

    Wenn man den Klappentext liest, denkt man zuerst, dass hier jemand etwas absolut Ungewöhnliches und Aussergewöhnliches erlebt hat.Dem ist aber nicht so – es ist , so finde ich, ein Stück Lebensabschnitt einer jungen Frau, die aus eher beruflichen Gründen immer unterwegs ist und sich dann, als sie sich von einem langjährigen Freund trennt, beschliesst, dass sie vorerst nicht mehr sesshaft werden will und also nur mit ihren zwei Koffern durch die Gegend reist, bei Freunden oder sonst zur „Zwischenmiete“ wohnt . Minimalismus heisst das Zauberwort und Katharina Finke hat sich sicher viele Gedanken darüber und auch über ein paar andere Dinge gemacht. Trotzdem fand ich das Buch nicht sonderlich interessant. Es fühlte sich für mich – ja, sorry – nicht „echt“ an. Also nicht so, als wenn das nun für immer und alle Zeiten so wäre oder als ob Frau Finke hier etwas „ganz Besonderes“ gemacht hätte.Aber meiner Meinung ist das eben nicht so. Sie ist ja schon immer ziemlich „unruhig“ gewesen und hatte nur als Art „Standort“ noch die Wohnung mit ihrem Freund zusammen. Aber damit war sie nicht so richtig glücklich und als nun die Trennung kommt – was liegt da näher, als alles erst mal anders zu machen? Aber sooooo ungewöhnlich ist das nun nicht; jeder Rucksackreisende, der Monate oder Jahre unterwegs ist, lebt genauso. Sicher hast das Ganze trotzdem Mut erfordert; neue ungewohnte Situationen und erstmals ohne „Netz und ohne doppelten Boden“ ist immer schwierig und alte Gewohnheiten abzulegen sowieso.Es ist leicht und locker zu lesen, aber ohne viel Tiefgang. Ein Lebensentwurf ist es sicher auch nicht; schliesslich ist es nur ein kleines Stück des Lebens der jungen Frau, die wohl auch auf der Suche nach sich selbst ist, hier im Buch auch offen von ihrem Seelenleben erzählt und selbst noch nicht so richtig weiss, wie es bei ihr weitergehen wird und soll.Wer also denkt, er findet hier die ultimative Lösung zum "Loslassen" - der ist definitiv nicht gut beraten mit diesem Buch. Für alle anderen, wie bereits gesagt, ein nettes Buch, das auch schnell gelesen ist. 

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  • Leider nicht das, was es verspricht zu sein

    Loslassen
    Tasmetu

    Tasmetu

    28. March 2017 um 10:14

    Diese Rezension ist eine Kopie des Originals auf tasmetu.deManchmal freut man sich so sehr auf ein Buch, dass es einem wörtlich das Herz bricht, wenn es dann eine Enttäuschung ist. Genau das ist hier leider passiert. Laut dem Klappentext geht es darum, wie Katharina Finke nach einer schweren Trennung aufbricht und nur mit sehr wenig Besitz die Welt erkundet. Es verspricht Minimalismus, Nachhaltigkeit, Einsichten, Emotionen und vor allem eins: spannende Reiseerfahrungen. Doch dieses Buch ist vieles, nur eben nicht das. Und das tut mir so unendlich leid, denn das ursprüngliche Konzept wäre so großartig gewesen.Zunächst einmal beginnt das Buch mit dem Auflösen ihrer Wohnung, was an sich ein guter Einstieg in die Geschichte war, doch leider verfängt sie sich hier ein wenig, schreib seitenweise über alte Erinnerungsstücke und den Flohmarkt. Eigentlich sollte es danach ja mit dem großen Reisen losgehen, stattdessen springt sie zurück in die Vergangenheit. Und zwar nicht ein Jahr zurück, wo die tatsächliche Trennung stattfand, sondern in ihre Kindheit und ihren ersten Reiserfahrungen. Sie holt mit privaten Erinnerungen unglaublich weit aus, erzählt zwischen unwichtigen Nebendetails sehr hektisch und kurz angebunden von ehemaligen Reisen und Praktika als Studentin, rollt ihren ganzen Lebenslauf inklusive allen Überlegungen und Zweifeln aus und kommt einfach nicht zum Punkt. Wir erfahren alles über ihr Studium, ihre Oma und ihr Problem, keinen Weg für sich zu finden.Versteht mich nicht falsch. Solche Themen haben durchaus ihre Berechtigung und natürlich sind sie für Finke wichtig, denn sie machen sie zu dem Menschen, der sie ist und sorgen im Endeffekt für ihre radikale Lebensänderung. Manchmal habe ich mich sogar in ihr wiedergefunden. Aber es war einfach nicht das Thema des Buches, weshalb es irgendwann nur noch anstrengend war. Denn es mag vielleicht unsensibel von mir sein, aber ich habe das Buch wegen der Reiseerfahrung und ihrem neuen Lebensstil zur Hand genommen und nicht weil ich alles über ihre Oma wissen wollte. Und um so etwas gut einzubinden, schreibt sie leider auch nicht mitreißend genug, auch wenn der Schreibstil ansonsten nicht schlecht ist.Es dauert über die Hälfte des Buches, bis wir überhaupt wieder zeitlich an dem Punkt sind, wo das Buch begann und dieser „minimalistische Reisestil“ theoretisch losgehen sollte. Theoretisch. Denn dieses „hektische Abfrühstücken“ ihrer Reiseerfahrungen hört leider auch jetzt nicht auf. Sie springt von Ort zu Ort und Entscheidung zu Entscheidung und von den Reisezielen und ihren Erfahrungen dort erfahren wir fast gar nichts. Immer wieder gibt es gute Passagen, wo sie Entscheidungen reflektiert und mit den Konsequenzen ihres neuen Lebensstils konfrontiert wird, Dinge in Frage stellen muss und wichtige Lebenslektionen lernt. Leider konnte sie diese aber nicht wirklich gut rüberbringen und sie gingen in den sprunghaften, halbherzigen Reisebeschreibungen unter. Erst ganz am Ende des Buches wird es besser und interessanter. Ansonsten bleibt Finke mir fremd, genau wie die Orte, die sie besucht. Ich wollte heulen, denn ich hatte mich SO! SEHR! auf dieses Buch gefreut.Ich möchte nicht sagen, dass das Buch komplett schlecht ist. Doch es steht in starkem Kontrast zu dem, was es verspricht zu sein. Es konnte deshalb meine Erwartungen nicht erfüllen und ich dachte immer wieder, dass man es wohl besser als Memoiren statt als Reisebericht vermarkten sollte. Denn in einem anderen Kontext wäre das Buch durchaus gut gewesen. Auch die Grundaussagen, die sie trifft, kann ich nur unterstreichen. Wer aber – so wie ich – Reiseberichte voller Herzblut und spannenden Erfahrungen eines minimalistischen, nachhaltigen Reisestils lesen möchte, wird leider enttäuscht werden.

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  • Solider Helfer - falls man auf den Gedanken kommen sollte aus der gewohnten Umgebung auszubrechen

    Loslassen
    nicekingandqueen

    nicekingandqueen

    21. March 2017 um 20:37

    Meine Notizen zu allen Kapiteln, die ich während dem Lesen festgehalten habe: (Anmerkung an die Autorin, die das womöglich liest: Es ist wie wohl erwartet positive und negative Kritik hierbei vorhanden. Allerdings denke ich, dass sie durch ihre jahrelange Erfahrung in ihrer Arbeit, die zu einem großen Teil daraus besteht den zu materialisierten Westen zu kritisieren, mit meiner kleinen Kritik umzugehen kann.)Titelbild:Das Cover ist sehr schön gestaltet. Ich würde beim Buchhändler (ich verzichte aus Prinzip auf Amazon, weil ich solche Bedingungen nicht unterstützen möchte) sofort auf das Buch aufmerksam werden, gerade weil es so sehr auffällt mit dem in weiß gehaltenem Hintergrund zwischen den vielen anderen Neuerscheinungen - meist Thriller, die immer in dunkleren Tönen gehalten werden. Allerdings hätte es mich gefreut, wenn die drei Bilder, die für die Schrift des Titels verwendet wurden, ebenfalls in dem Buch komplett abgebildet worden wären, da sie wirklich gut gelungen sind. Frage: Wo ist das erste Bild entstanden? Das zweite scheint mit New York Times Square zu sein und das dritte die chinesische Mauer.Kapitel 1:Ein interessanter Einblick in die großen Fragen zu dem Buch: Warum und wie der Wunsch, das Verlangen nach dem Reisen aufgekommen ist und finanziert wurde. Ich habe das Buch gestern erhalten und direkt mit in die Bahn genommen, wo ich nach 40 Minuten so gefesselt war, dass ich meine Endstation verpasst habe und eine Station wieder zurückfahren musste - habe allerdings meinen Anschlusszug noch erreicht. Ein Tipp also an alle Leser: Lieber nicht in der Bahn lesen. Inhaltlich hat es mich erstaunt, wie viel Finke in ihre zwei Koffer gepackt hat. Wenn ich auf solch einer "Mission" unterwegs wäre, würde ich wohl eher keine zwei Mäntel, Schals, Jacken, ... einpacken. Kapitel 2:Ich musste mich mit dem Schreibstil sehr mühsam anfreunden, da ich von vornherein nur davon ausgegangen bin, dass es in dem Werk ausschließlich um die fünf Jahre Reisen ab 2012 gehen würde - seit der Trennung von Arjun. Allerdings hat Finke in dem Werk all ihre Reisen von ihrem 18. Lebensjahr an dokumentiert. Das "FsJ" in England konnte ich ja noch als erste große Reise nachvollziehen, aber die Studienmöglichkeiten und Entscheidungen fand ich eher unnötig. Kapitel 3:"Immer weiter" war für mich eine persönliche Lehre: Journalismus ist ein harter Job. Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass ich zu faul bin, um hart zu arbeiten. Denn ich gehöre definitiv eher zu den Menschen, die ein festes Einkommen haben wollen und dafür bei Reisen die Reise wirklich genießen können, ohne Sorgen über die Miete für den nächsten Monat zu haben, da ich dann nicht wirklich abschalten könnte. In diesem Kapitel wurde mir zudem zusehends die Protagonistin unsympathischer, da ihr scheinbar alles, was sie beginnt auch erfolgreich und problemlos gelingt. Es scheint einem als Leser fast so, als ob sie keine Angst vor Risiken hat - weil ihr eh klar ist, dass ihr nichts passieren kann - als hätte sie einen Pakt mit dem "Glücksboten" getroffen (Was war der Preis? Ich will das definitiv ebenfalls! ;)) Denn wenn es sich hierbei um einen Roman handeln würde, würde ich den Realitätsbezug stark anzweifeln und kritisieren. Da dies aber das wahre Leben von Finke ist, muss ich vor ihr meinen Hut ziehen und sage: Chapeau! Es ist kaum zu glauben und lässt mich sprachlos zurück. Ich bin fassungslos fasziniert vor deinem Talent. Dass Finke für drei Monate in New York lebt ohne vorher die Wohnung abbezahlt zu haben erscheint mir jetzt aber wirklich sehr unrealistisch, da ich auch eine Weile in New York gelebt habe und da eigentlich nichts geht ohne Vorauszahlung und Kaution. Zudem mag ich es persönlich nicht, wenn man in einem auf das echte Leben basierende Werk so viel wörtliche Rede einbaut, da man sich doch niemals an so viele genaue Wortlaute exakt erinnern kann. Kapitel 4:Über die Bezeichnung "umweltfreundlich" im Bezug zum neu besorgten Fahrrad und den Coffee to gos in einem extra mitgebrachtem Thermobecher musste ich stark schmunzeln. Bei so viel Treibstoffverbrauch durch das viele Fliegen, ist das ja wohl ein Scherz von Finke. Denn sonst erscheint mir das Umweltbewusstsein bei ihr genauso heuchlerisch wie das von Leonardo DiCaprio. Persönlich hätte ich in Indien dem Ashram eine Chance gegeben - definitiv mehr als drei Tage durchgehalten und einfach Disziplin trainiert. Man muss einfach auch mal im Leben etwas durchziehen, auch wenn es dann doch nicht so einem zumutet wie man es sich vorgestellt hat, einfach weil es um das Prinzip geht, weil man sich etwas vorgenommen hat. (Bestes Beispiel: Wenn du abnehmen willst, sei einfach mal konsequent und iss weniger und treib mehr Sport - alles andere sind nur faule Ausreden). Womöglich hat Finke hierbei verpasst zu lernen, dass man mit weniger Essen und Schlaf auskommt. Ich persönlich esse immer einen Monat im Jahr nur einmal am Tag, um mir ins Bewusstsein zu bringen, wie dankbar ich doch eigentlich sein sollte. Und zum Thema Schlafmangel: Ich kann jedem empfehlen eins, zwei Wochen weniger als gewohnt zu schlafen - man verändert das Bewusstsein, die Persönlichkeit und hat viel mehr Zeit und Energie. Allerdings lässt das schnell nach und man wird aggressiv und verrückt (Fata Morganen lassen grüßen). Deshalb wirklich nur bis zu zwei Wochen hin und wieder testen. Auch, dass ihr im Ashram nicht gefiel, dass viele Mönche sich dem Schweigegelübde verschrieben haben, finde ich einen sehr interessanten Punkt - ganz im Gegensatz zu Finke, die davor nur verschreckt geflüchtet ist. Ich denke, dass die Menschen auch zu viel mit Worten um sich werfen. Jeder will mehr sagen und hat mehr zu sagen als der andere. Schon beim Kommunizieren will man konkurrieren, dominieren, gewinnen. Dabei heißt es doch Schweigen ist Gold. Heutzutage werden Introvertierte fertig gemacht - wobei wohl sie die Intelligentesten unter uns sind, da sie mit wenigen Worten auskommen und wenn sie etwas zu sagen haben auch einen Standpunkt vertreten. in ihren Worten steckt Qualität, in den von den meisten Menschen nur zerkaute Philosophie, die sie selbst nicht verstehen und hauptsächlich Klatsch und Tratsch.Einen Moment schweigen, in sich kehren und innere Ruhe finden, hätte Finke wohl schnell gelehrt, was ihr Herz im tiefsten Punkt sich eigentlich wünscht. Nämlich einen Monat eine Pause, Erholung vom Reisen. Aber sie wollte immer mehr konsumieren. Das Geld für Buenos Aires für eine Woche hat sie umsonst sich auf den Kopf gehauen. Aber wenn sie schon mal den Fehler begangen hat und das auch bemerkt hat, hätte ich erneut Disziplin von ihr erwartet und das durchgezogen, was sie von Argentinien erwartet hatte. Ein Pluspunkt: Finke gewinnt bei mir wieder an Sympathiepunkten, da ihr doch nicht alles Glück der Welt vergönnt ist, da ihr Dinge (die ich nicht spoilern werde) doch nicht immer auf Anhieb klappen und sie damit sehr hadert. Außerdem zweifle ich langsam an dem wirklichen Glück ihres Lebensstils, da sie ja scheinbar nur am Arbeiten ist und gar nicht richtig reisen, leben und erleben kann (insbesondere in NY). Das Leben scheint mir zu ermüdend, da ist ja der frühzeitige Burnout schon fast vorprogrammiert. Da ist der altbewährte Gedanke der Sicherheit doch ansprechender, da ich nicht von einem Monat zum nächsten ins Ungewisse leben will. Was, wenn man mal mehr als 2000 Euro benötigt? Sie scheint mir in dem Punkt noch viel zu sehr von den Eltern abhängig zu sein. Denn wenn ihre Eltern ebenfalls solch ein Leben bevorzugen würden, würde sie sich ihr Leben so sicherlich nicht finanzieren können, weshalb ich davon ausgehe, dass man für solch ein Leben doch eine Sicherheit benötigt: Das von sehr wohlhabenden und unterstützenden Eltern.Kapitel 5:Die Entscheidung zur Festanstellung war mir klar. Niemand wird wohl verzichten können bei so einem Angebot. Wer einmal dort war, wird wohl ganz sicher  infiziert mit dem Suchtvirus nirgendwo mehr leben zu wollen und können als in der Stadt der Städte schlechthin.Was ich mich persönlich frage ist, wie die positiven Reaktionen zu all ihren Reiseberichten Finkes persönliche Mail Adresse ausfindig machen konnten.Zudem erscheint es mir erneut etwas unrealistisch an wie viele orientalische Speisen sie sich erinnern kann, die von der Familie ihres Freundes zubereitet wurden. Kapitel 6:Das Land in dem es hier geht ist wirklich nichts für mich - aber das wusste ich schon vor dem Lesen. Das Essen (ich bin ebenfalls Vegetarierin), die Mentalität und die Überwachung sagt mir einfach nicht zu und da sie mir in den Punkten ähnelt, fand ich es etwas abstrus, dass sie in dieses Land reisen wollte. Denn ich mag wie Finke Freiheit und Ungebundenheit. Aber vor allem mag ich es kleine, illegale Kavaliersdelikte zu begehen. In diesem Land hätte ich allerdings viel zu viel Angst davor für diese Lappalien die Todesstrafe zu erhalten. Außerdem ist mir der Smog zu viel des Guten. Ich suche mir meine Freunde nach Nicht-Rauchern aus. Warum also die saubere Lunge zerstören? Für den Ausblick, der nicht existiert? Wozu reisen, wenn man nur grau sieht? Meine Gesundheit ist mir zu wertvoll für die Abgase der Produktion von unnötigem Materialismusexport pur.Kapitel 7:Positiv: Finke sieht rückblickend ein paar Kritiken, die ich hier erwähnt habe selbst ein und will diese verändern. Über den Begriff "heimatlose Konsumkritikerin" musste ich erneut schmunzeln, da in diesen zwei Worten so viel Falsches steckt.Jemand aus Syrien hat die Heimat verloren und wird sie nie wieder zu Gesicht bekommen, wie sie einst einmal war. Und sie kritisiert vielleicht Materielles, aber sie konsumiert dafür für ihr Ego, den sie mit all ihren reisen nur noch mehr bestärkt. Allein die eine halbe Seite (209)  besticht nur von all ihren bisherigen bereisten Zielen. Angeberalarm! Sie kritisiert Touristen, weil sie selbst sich überall integriert hat, will aber unbedingt dem Leser das auch so rüberbringen. Das wirkt sehr heuchlerisch, überheblich und arrogant, da sie die Mehrheit der Menschen damit beleidigt und gleichzeitig von ihnen Bewunderung für ihre Perfektion haben will. Sie will ein Vorbild sein, versagt in vielen Punkten in ihren Standpunkten dabei allerdings leider kläglich.Fazit: Solider Helfer - falls man ebenfalls einmal auf den Gedanken kommen sollte einfach so aus der gewohnten Umgebung auszubrechen. Anmerkung: Ja, ich habe vom Schweigen gesprochen und selbst so viel geschrieben, allerdings schreibe ich generell nicht so lange Rezensionen. Das hier ist wohl eine Ausnahme und meine bisher längste. 

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  • Weniger ist mehr

    Loslassen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    13. March 2017 um 12:36

    Weniger ist mehrZunächst sollte der Leser grundlegend interessiert und auf der Suche nach einem „Minimalisieren“ des eigenen Lebens sein, um mit diesem Buch etwas anfangen zu können.„Jetzt, wo ich aufschreibe, was ich alles besitze, kommt es mir vor, als wäre es viel. Dabei ist es nur ein Bruchteil dessen, was die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt besitzen“.Und bis zum Sommer 2012 war das bei Katharina Finke genauso. Dass im Schnitt in der westlichen Welt ein Mensch über 10.000 Dinge, gro0ße und keine, besitzt und sein eigen nennt. Und dann kam eine Trennung, ein Unterschlupf für einige Wochen in Portugal bei einer Freundin und vor allem, „kein Platz mehr“. Zudem dann auch noch vom ehemaligen Lebensgefährten die gemeinsame Wohnung aufgegeben werden wollte.Äußere Ereignisse, die einen gewissen Zwang zum Aussortieren nach sich zogen, dann aber eine Eigendynamik gewannen, die diese Notlage zu einer ganz eigenständigen Lebenshaltung sich entfalten ließ.Das aus diesen Erlebnissen, den daraus folgenden grundsätzlichen Gedanken und einem nachvollziehbaren „Programm“ der Bewertung des eigenen Besitzes (nicht „was weg kann“, sondern „was braucht es wirklich“ waren da die leitenden Fragen“ „wahre Lust am Minimieren“ entstehen kann (und in den Augen der Autorin auch sollte) war eine interessante Folge, die zumindest, selbst wenn man als Leser vor solchen Schritten zurückschrecken würde, anregend zu lesen ist. „Überlege, was für Dich wichtig ist“.Eine Frage, die in jedes Leben eigentlich passt, mehr noch, in einer Welt, in der Konsum erste Bürgerpflicht zu sein scheint, in der an allen Ecken und Enden Verlockungen den Käufer anziehen wollen und in der eben zigtausend Dinge als Besitz vorhanden sind, kann man da noch frei atmen? Ist weniger nicht wirklich mehr, nicht nur in den großen Fragen der Ökologie, sondern auch psychisch?„Was machst Du eigentlich mit Dienen Sachen? Ich werde mich von Ihnen trennen“. Wobei es einfach spannend zu lesen ist, dass dieses „sich trennen“ für Katharina Fink zumindest, als es an Eigendynamik gewinnt, keine „Verluste“ letztlich darstellen, sondern am Ende „Gewinn“ im Raum steht.Und so kann mancher Leser vielleicht zumindest Mut gewinnen für kleine Schritte, wenn das Grundgefühl von allen Seiten auch ein stückweit durch die Dinge „erdrückt“ zu werden, vorhanden ist.Woraus Fink, und das muss dann nicht jeder unbedingt als Zwang empfinden, einen „reisenden Lebensstil“ entwickelt hat, auch in Hinsicht auf den Erwerb der notwendigen finanziellen Mittel, der eine Reduktion auf wenige Dinge einfach auch nahelegt. Leicht und locker zu lesen, prägnant beschrieben und zum Nachdenken über die „Dinge“ anregend, bietet das Buch eine gute Verständlichkeit und klare Zielrichtung. Die man allerdings auch mögen sollte, um Gewinn aus dem „Vorbild“ zu ziehen.

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  • Fragefreitag mit Katharina Finke zu "Loslassen"

    Loslassen
    hallolisa

    hallolisa

    Fragefreitag mit Katharina Finke Einfach mal alles hinter sich lassen und durch die Welt reisen - Katharina Finke hat es getan! Sie behielt nur noch einen Bruchteil ihrer Habseligkeiten und bereiste die Welt. Ihr Ziel: Raus aus all dem Materialismus und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehen. Die Erkenntnisse, die ihr diese Reise voller Minimalismus & Konsumverzicht beschert hat, schildert sie in ihrem Buch "Loslassen". Interessiert es euch, wie Katharina Finke mit all ihren Erfahrungen umgeht und was sie dazu brachte, dieses Buch zu schreiben? Dann stellt der Autorin im Rahmen dieses Fragefreitags einfach eure Fragen und gewinnt eines von 5 Exemplaren von "Loslassen"! Mehr über das Buch: Als Katharina Finke nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund ihren Mietvertrag kündigt, entschließt sie sich, alles loszulassen, was sie bindet. Sie verschenkt und verkauft beinahe ihren ganzen Besitz und macht das Reisen zu ihrem Alltag. Als moderne Nomadin arbeitet sie rund um den Globus, lebt aus dem Koffer und wohnt auf Ausklappsesseln und in Luxusappartements. Sie lernt, ihren Impulsen zu trauen und ihre Ängste zu erforschen; schätzt die Erfahrungen, die sie unterwegs sammelt, und das intensivere Lebensgefühl, das sie durch die Befreiung von materiellen Dingen verspürt. Sie erlebt, wie radikale Freiheit überglücklich und zutiefst einsam macht. Dies ist ein Buch darüber, was es heißt loszulassen. Und woran es sich lohnt festzuhalten. "Zwei Koffer - mehr braucht diese Frau nicht." - Die Welt >> Hier geht es zur Leseprobe! Mehr über die Autorin: Katharina Finke (*1985) ist Sachbuch-Autorin und Journalistin. Sie berichtet von verschiedenen Orten auf der Welt. Bislang aus Australien, Bangladesch, China, Deutschland, Indien, Israel, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Portugal und den USA. Ihre Schwerpunkte sind Gesellschaft, Kultur, Reise und Umwelt mit Fokus auf sozialen Projekten und Menschenrechtsthemen. 

Sie arbeitet für Print- und Onlinemedien, sowie fürs deutschsprachige Fernsehen als Autorin, Cutterin, Kamerafrau, Producern und Stringerin. 2016 ist ihr erstes Sachbuch "Mit dem Herzen einer Tigerin“ bei HEYNE erschienen, in dem es um Gewalt gegen Frauen geht. In „LOSLASSEN – Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte“ erzählt Finke von ihrem minimalistischen Lebensstil und ihren Reisen rund um den Globus. Es ist am 1. März bei PIPER/MALIK erschienen. Gemeinsam mit PIPER Malik vergeben wir unter allen Fragestellern 5x "Loslassen" von Katharina Finke. Stellt der Autorin einfach am 10.03.2017 direkt unter diesem Beitrag eure Fragen zum Buch, dem Schreibprozess und zu ihrer Person. Ich wünsche euch viel Spaß und Glück!

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