Katharina Geiser Diese Gezeiten

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Inhaltsangabe zu „Diese Gezeiten“ von Katharina Geiser

Jersey 1940. Ohne auf den Widerstand britischer Truppen zu stoßen, okkupiert die Deutsche Wehrmacht die kleine Kanalinsel, etabliert ihr absurdes Regime, das bald zu Terror und Deportationen führt. In die Idylle aus Landschaft und Meer fällt der Schrecken, und er trifft zwei Frauen mit bemerkenswerter Biografie. Lucy Schwob und Suzanne Malherbe stammen aus bekannten französischen Intellektuellenfamilien, sie sind Stiefschwestern und gleichzeitig auch ein Paar. Katharina Geisers neuer Roman »Diese Gezeiten« erzählt die Geschichte der beiden Frauen als eindringliches Ensemble aus historischen Fakten und Figuren, aus atmosphärischen Bildern und ineinander verwobenen Stimmen. Von den Pariser Zirkeln der Surrealisten rund um André Breton haben sich die beiden Künstlerinnen verabschiedet, um auf Jersey zu schreiben, zu zeichnen und zu fotografieren. Mit der Ankunft der Deutschen beginnen sie ihre listenreiche und lebensgefährliche Antikriegspropaganda. Lucy Schwob und Suzanne Malherbe werden ins Gefängnis geworfen und zum Tode verurteilt. »Diese Gezeiten« ist ein großer Roman, der zeigt, wie ein Nebenschauplatz des Zweiten Weltkriegs zu einem Zentrum der Angst wird. Er erzählt aber auch von übermütiger Lebenslust, von Mut und Hoffnung.

Sprachlich anspruchsvoll, orientiert sich in liebevollen Details an den Biografien der Künstlerinnen Lucy Schwob und Suzanne Malherbe.

— ekoepping
ekoepping

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  • Lebensentwurf zweier unangepasster und äußerst couragierter Frauen

    Diese Gezeiten
    ekoepping

    ekoepping

    05. March 2015 um 00:10

    Es ist ein einfacher Grabstein, moosbewachsen. Darauf zwei Davidsterne und die Namen zweier Frauen: Lucy Renée Mathilde Schwob und Suzanne Alberte Malherbe, Stiefschwestern und zugleich ein Liebespaar. Um 18 Jahre überlebte Suzanne ihre Lebensgefährtin. Bis zu Lucys Tod verbrachten sie nicht nur den Großteil ihres Lebens miteinander, sie waren auch künstlerische Weggefährtinnen. Unter den Pseudonymen Claude Cahun und Marcel Moore waren sie fester Bestandteil der surrealistischen Kreise um André Breton, Henri Michaux, Georges Bataille. Es entstanden gemeinsame Arbeiten im Bereich der künstlerischen Collage und der Fotografie, in denen sie auf äußerst radikale Weise mit Geschlechteridentitäten experimentierten und gängige Weiblichkeitsbilder hinterfragten. Im Jahr 1937 erwarben Suzanne und Lucy das Landgut „La Roquaise“ auf der Kanalinsel Jersey, um sich weitab vom Trubel der Pariser Bohème ganz ihrer künstlerischen Arbeit und ihrer Beziehung zu widmen. Hier auf Jersey, auf dem Friedhof der St. Brelades Church, findet sich der Grabstein. Hier war es auch, wo die Schweizer Autorin Katharina Geiser auf die beiden Frauen aufmerksam wurde. Ihr Roman „Diese Gezeiten“ nähert sich dem Teil des Lebens der Künstlerinnen, den sie auf der Insel verbracht haben. Am 1. Juli 1940 wird die Insel, strategisch günstig zwischen Frankreich und England gelegen, von den Nationalsozialisten besetzt. Lucy und Suzanne engagieren sich mit Beginn der Besatzungszeit im Widerstand: sie gestalten Flugblätter, Plakate, Desertationsaufrufe an die deutschen Soldaten, die sie auf eigene Faust auf der Insel verteilen. Vier Jahre lang bleibt ihre Untergrundtätigkeit unentdeckt, im Juli 1944 werden sie jedoch verhaftet und wegen Truppenzersetzung zum Tode verurteilt. Die Befreiung durch die Aliierten verhindert glücklicherweise die Vollstreckung des Urteils. „Diese Gezeiten“ beschreibt den Lebensentwurf zweier unangepasster und äußerst couragierter Frauen. Er ist sprachlich höchst anspruchsvoll aufgebaut und orientiert sich in liebevoll beobachteten Details an der Biografie der Künstlerinnen. Zugleich befreit er sich weit genug davon, um als eigenständiges literarisches Werk für sich zu stehen.

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