Katharina Glück

 4,4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autorin von Entgleist (Roman), Was wir bereit zu geben sind und weiteren Büchern.
Autorenbild von Katharina Glück (©Susanne Wagner)

Lebenslauf

Katharina Glück studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Köln. Danach arbeitete sie als Dramaturgin in der Filmproduktion. Inzwischen ist sie freie Texterin und Lektorin in München und veröffentlicht Kurzprosa in Literaturzeitschriften und Anthologien. Mit "Der ewige Anfang" hat sie einige ihrer Kurzgeschichten in Buchform gebracht. Im Sommer 2019 erschien ihr erster Roman "Entgleist" beim acabus Verlag Hamburg.

Alle Bücher von Katharina Glück

Cover des Buches Entgleist (Roman) (ISBN: 9783862826568)

Entgleist (Roman)

(3)
Erschienen am 05.08.2019
Cover des Buches Was wir bereit zu geben sind (ISBN: 9783958695436)

Was wir bereit zu geben sind

(2)
Erschienen am 06.03.2024
Cover des Buches Entgleist (ISBN: 9783752848724)

Entgleist

(0)
Erschienen am 26.07.2023

Neue Rezensionen zu Katharina Glück

Cover des Buches Was wir bereit zu geben sind (ISBN: 9783958695436)
thenights avatar

Rezension zu "Was wir bereit zu geben sind" von Katharina Glück

thenight
Was wir bereit zu geben sind

Katharina Glück entwirft in Was wir bereit zu geben sind eine Welt, in der das Leben selbst zur knappen Ressource geworden ist. Auf den ersten Blick wirkt alles geordnet: soziale Sicherheit, medizinische Versorgung, moderne Wohnungen, nachhaltige Mobilität. Doch dieses Gleichgewicht hat einen hohen Preis – ein neues Leben darf nur entstehen, wenn ein anderes dafür geht.


Diese Grundidee bleibt im Kopf. Sie wirft Fragen auf, die über die Handlung hinausgehen: Wie weit darf eine Gesellschaft gehen, um Stabilität zu sichern? Wann wird Fürsorge zu Kontrolle? Und was geschieht mit Menschen, die in diesem System keine „richtige“ Entscheidung treffen können oder wollen? Die von Glück entworfene Welt ist nicht spektakulär überzeichnet – sie wirkt leise, fast vernünftig. Genau das macht sie so verstörend.

Im Zentrum steht Emma, die ein gutes Leben führt , verheiratet mit Amal der Schwester der Schwester des bekannten Moderators Mo Ahmadi führt, der in einem Fernsehinterview gerade sein 7. Kind und die Spenderin des Anteilschein vorstellt, durch den er erst ein weiteres Kind bekommen darf,denn es gilt: Nur wenn ein Mensch stirb darf ein neuer geborenen und die Regeln dafür sind klar geordnet. Nach der Ausstrahlung taucht Emmas Kindheitsfreundin Nora , die illegal schwanger ist, auf und fordert Hilfe von Nora. Damit  beginnt für Emma eine Phase des Zweifelns: Ihre Überzeugungen, Beziehungen und ihr Verständnis von Verantwortung geraten ins Wanken. Ihre Entwicklung ist nachvollziehbar – sie handelt zunächst eher aus Schuldgefühl als aus Überzeugung.

Nora war mir von Anfang an unsympathisch. Ihre Haltung, ständig Forderungen zu stellen, ohne selbst Verantwortung zu übernehmen, erschwerte es mir, Mitgefühl für sie zu entwickeln. Sie erwartet Hilfe, schiebt die Schuld für ihre Situation auf andere und bleibt dabei erstaunlich passiv. Trotz ihrer schwierigen Lage konnte ich keinen Zugang zu ihr finden. Gerade diese Distanz hat meine Wahrnehmung von Emma noch einmal geschärft – eine Figur, die trotz aller Zweifel bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und für Nora Risiken einzugehen.

Emma hilft Nora, ins Alte Land zu fliehen – einen Ort, an dem andere Regeln gelten.


Bemerkenswert ist die differenzierte Darstellung der beiden Welten: Auf der einen Seite ein kontrolliertes, wohlhabendes Land, das Sicherheit bietet – solange man sich an die Regeln hält. Illegale Schwangerschaften werden jedoch streng verfolgt. Auf der anderen Seite das „Alte Land“, das mehr Freiheit, aber auch Unsicherheit und Mangel mit sich bringt. Glück verzichtet auf eindeutige Urteile. Es gibt kein „richtiges“ System, keine einfache Lösung. Das lässt Raum für eigene Überlegungen – über Werte, Kompromisse und den Preis von Sicherheit.

Fazit


Was wir bereit zu geben sind ist kein lauter Roman, aber einer, der nachwirkt. Er stellt unbequeme Fragen und verzichtet auf einfache Antworten. Wer sich auf diese Geschichte einlässt, findet eine ruhig erzählte Dystopie, die zum Nachdenken anregt – unaufdringlich, aber eindringlich.



Cover des Buches Was wir bereit zu geben sind (ISBN: 9783958695436)
r_a_ns avatar

Rezension zu "Was wir bereit zu geben sind" von Katharina Glück

r_a_n
Ein toller Roman

Der Stoff, die Umsetzung, die Sprache und die Charaktere. Es passt einfach alles. „Was wir bereit zu geben sind“ erzählt von Freundschaft, Hilfe und Flucht. Ein Roman, der in einer nicht allzu fernen Zukunft spielt und zwei gesellschaftliche Systeme entwirft, die weder Utopie noch Dystopie sind, sondern etwas dazwischen. Beide haben Grundsätze, Rechtfertigungen, Wahrheiten und ihre Mechanik, doch dazwischen leben Menschen, die das Leben zwingt, manche Gewissheit aufzugeben.

 

Leseempfehlung!

Cover des Buches Entgleist (Roman) (ISBN: 9783862826568)
Bluesky_13s avatar

Rezension zu "Entgleist (Roman)" von Katharina Glück

Bluesky_13
Stimmt einen schon nachdenklich

MEINE MEINUNG

Dieses Buch beginnt schon sehr sentimental, denn Heinrich will einfach nicht mehr weiterleben und so hat er einen Plan geschmiedet, das er sich einfach auf die Gleise legt und sich vom Zug überrollen lässt. Lange Zeit hat er dafür geopfert und recherchiert und nun weiß er ganz genau, wann es stattfinden sollte. Mit einem Kopfkissen bewaffnet zieht er also am besagten Tag los und legt sich auf die Gleise, doch der Zug kommt einfach nicht.


Dann erfährt er, das wohl ein junger Mann eine Bombendrohung ausgesprochen hat und so musste der Zug in Hannover stehen bleiben und es wurde nach der Bombe gesucht. Doch da war nichts. Nun fragt sich Heinrich, warum das alles so verlief, und warum man ihn daran gehindert hat zu sterben.

Heinrich macht sich auf den Weg um den jungen Mann zu suchen, der für das ganze verantwortlich ist.


Die Autorin hat uns hier ein Werk beschert, das uns doch sehr zum nachdenken anregt.

Da gibt es eine Gruppe, die für die Weltrettung kämpft und ein Mitglied (Connie) war schon bei Rogers Eltern hier am Start und sie hat andere Ziele. Sie möchte intensiver kämpfen und Akzente setzen, doch das kommt bei Richard nicht gut an.

Man sieht, wie hier die Denkweise der Generationen weit auseinander geht. Man kann auch friedlich demonstrieren und muss nicht immer Gewalt anwenden.


Dieses Buch fand ich sehr interessant und somit auch sehr anregend, da man doch mitverfolgen kann, wie sich das Leben entwickeln kann. Manchmal braucht es nur einen kleinen Impuls um sein Leben noch mal zu überdenken.


Von mir gibt es hier gerne die vollen 5 Sterne, da ich angenehm überrascht war, was wir hier alles zu lesen bekommen. Es ist interessant, das alles aus den unterschiedlichen Sichtweisen zu sehen. Man kann hier deutlich erkennen, wie sich der Gedanke an das eigenen Leben verändern kann. Eine tolle Anregung um auch einmal an sein eigenes Leben zu denken.


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