Katharina Hacker

 2.9 Sterne bei 170 Bewertungen
Autorin von Die Habenichtse, Die Erdbeeren von Antons Mutter und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Katharina Hacker

Katharina Hacker erblickt am 11.01.1967 in Frankfurt am Main das Licht der Welt. Nach ihrem Abitur studiert sie ab 1986 Philosophie, Geschichte und Judaistik an der Universität Freiburg, ehe sie 1990 an die Hebräische Universität Jerusalem wechselt. 1997 erscheint mit "Tel Aviv. Eine Stadterzählung" ihr Romandebüt. Nach weiteren Veröffentlichungen erscheint 2006 ihr Roman "Die Habenichtse", für den sie mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wird. Die freie Autorin lebt in Berlin. Im August 2015 erscheint ihr aktuelles Buch "Skip".

Alle Bücher von Katharina Hacker

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Katharina HackerDie Habenichtse
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Die Habenichtse
Die Habenichtse
 (125)
Erschienen am 09.09.2011
Katharina HackerDie Erdbeeren von Antons Mutter
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Die Erdbeeren von Antons Mutter
Die Erdbeeren von Antons Mutter
 (13)
Erschienen am 08.03.2012
Katharina HackerSkip
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Skip
Skip
 (8)
Erschienen am 20.08.2015
Katharina HackerEine Dorfgeschichte
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Eine Dorfgeschichte
Eine Dorfgeschichte
 (7)
Erschienen am 07.10.2011
Katharina HackerEine Art Liebe
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Eine Art Liebe
Eine Art Liebe
 (4)
Erschienen am 09.09.2011
Katharina HackerDer Bademeister
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Der Bademeister
Der Bademeister
 (6)
Erschienen am 08.03.2012
Katharina HackerAlix, Anton und die anderen
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Alix, Anton und die anderen
Alix, Anton und die anderen
 (4)
Erschienen am 11.11.2009
Katharina HackerTel Aviv
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Tel Aviv
Tel Aviv
 (2)
Erschienen am 25.07.2013

Neue Rezensionen zu Katharina Hacker

Neu

Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

Katharina Hacker | DIE HABENICHTSE
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

INHALT: Erzählt wird in erster Linie die Geschichte des jungen Ehepaares Jakob und Isabell, beide Anfang dreißig und mit vielversprechenden Karrieren, die versuchen, in London Fuß zu fassen. Das klappt zunächst auch wunderbar, und der Zukunft in der Upper Class scheint nichts im Wege zu stehen, bis sich ihre Schicksale mit denen der Nachbarn kreuzen, die aus einer ganz anderen gesellschaftlichen Schicht kommen. Da sind die verwahrlosten Geschwister Sara und Dave, von ihren Eltern geprügelt und ungeliebt. Und da ist der junge und attraktive Jim, mit dem Isabelle eine Affäre beginnt, der aber tief im Drogensumpf steckt und sie in einen Strudel aus Gewalt und Kriminalität zieht. Am Ende müssen Isabelle und Jakob erkennen, wie sandig das Fundament ihrer Ehe ist.

FORM: Katharina Hacker schreibt extrem verdichtete Sätze, die oft assoziativ klingen, bis hin zu vereinzelten Bewusstseinsströmen. Dieser Stil hat mich ein bisschen an William Faulkner erinnert, was mir sehr gefallen hat. Allerdings fehlte der Story etwas, irgendein i-Tüpfelchen, das den Roman unvergesslich macht.

FAZIT: Gutes Buch mit Abstrichen – vier Sterne.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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Orishas avatar

Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

Denn sie wissen nicht, was sie wollen ...
Orishavor einem Jahr

Ein Leben zwischen London und Berlin. Sie sind jung, unabhängig, sie leben ihr Leben im Hier und Jetzt.

Andras, der sein eigenes Leben verpasst, weil er einer Frau hinterherhängt, für die er nie mehr als der „Bruder“ war. Jim, der Junkie, der immer glaubt es zu schaffen, nur um wieder im selben Sumpf zu landen, aus dem er sich gerade mühsam befreit hatte und dabei alles zu zerstören droht, was ihm über den Weg läuft. Jakob, der junge Anwalt aus Berlin, der nach London übersiedelt, um dort Rechtsansprüche aus dem 2. WK zu verhandeln. Seine Frau, Isabelle, eine Illustratorin mit eigener Firma und Aufträgen en masse. Und dann sind da noch Dave und Sara, ein Geschwisterpaar, dass den Gewaltausbrüchen ihres Vaters ausgesetzt wird. Das Leben aller sechs Protagonisten verknotet sich ineinander, bis an einem Tag, alles zu kippen droht.

Hackers Buch – 2006 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet – zeigt eine Generation, die alles hat und doch nicht weiß, was sie will. Während Jakob und Isabelle alles zu haben scheinen, plätschert ihr Leben dahin. Er, nur am arbeiten und heimlich in den Chef verliebt. Sie, lebt in den Tag hinein, arbeitet mal hier mal da, spielt Hausfrau. Und dennoch finden beide nicht wirklich zueinander. Sie leben nebeneinander her, ohne die wirklich relevanten Fragen für sich selbst und sich als Paar überhaupt zu stellen. Sie scheinen glücklich, doch sind es nicht. Dabei bleibt bei mir immer das Gefühl, sie spielen Erwachsen-sein: als Erwachsener müsse man heiraten, darum heiraten Isabelle und Jakob. Als Erwachsener hat man ein Haus, dann kauft man sich eben ein Haus. Doch beide haben keine gemeinsame Vision, alles ist Staffage für ein Leben, ihr Leben, dass sich doch immer irgendwie woanders abzuspielen scheint. Das trifft vor allem auch auf Andras zu. 

Jim stellt eine ganz andere Baustelle dar. Unfähig für sich selbst zu sorgen, lebt auch er immer nur in Träumen: er wird das Haus mit Garten im Vorort Londons bauen, dort mit Mae einziehen. Er wird von den Drogen loskommen. Und und und. Die wahrlich leidtragenden dieser Geschichte sind jedoch Dave und Sara. Umgeben von Ignoranz, muss es fast zum äußersten kommen, bis ein „vermeintlich“ Erwachsener eingreift, um eben dieses „Äußerste“ nicht zuzulassen.

Hackers Buch portraitiert Menschen, die schlichtweg nicht wissen was sie wollen. Die nichts riskieren, ihre Abenteuer nur auf sexueller Ebene suchen. Alle sind offen und hipp, alle sind unglücklich. Vor allem Isabelle und Jakob brachten mich immer wieder zum Kopfschütteln, da ich ihre Sichtweisen – Hacker portraitiert die Charaktere aus den fünf Sichtweisen der Hauptprotagonisten – schlichtweg nicht nachvollziehen kann. Ignoranz, Dummheit und die Unfähigkeit zu Leben prägen sie. Ich, als Leserin, konnte mich wenig mit den Protagonisten identifizieren, da ich ihre Handlungsweisen einfach nicht nachvollziehen kann – gerade in Bezug auf die kleine Sara – die hier das Opfer der gesamten Geschichte wird.

Fazit: Dieses Buch ließ mich immer wieder schwanken. Irgendwie fand ich es gut, irgendwie aber auch nicht. Lest es selbst und bildet euch euer eigenes Urteil.

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MarinaBs avatar

Rezension zu "Skip" von Katharina Hacker

Die israelische Seele suchen...
MarinaBvor 3 Jahren

Skip ist ein seltsamer Roman. Einerseits bin ich fasziniert und gefesselt, andererseits verliere ich mich darin. Die Geschichte von Skip verwirrt mich, lässt mich aber auch nicht los und schon gar nicht kalt. Zweimal legte ich den Roman wieder weg, las zwischendurch anderes, aber nicht zu Ende lesen, ging dann eben doch nicht...
zum Glück!

"Lange Zeit dachte ich, ich würde von Unglücken verfolgt. Ich wartete sehnsüchtig, dass Shira schwanger würde, aber sie wurde nicht schwanger, nicht von mir. Ich wartete darauf, wieder ein Haus bauen zu können, aber man übertrug mir nur alte Häuser zum Ausbau. Ich hoffte, Shira würde gesund werden, aber sie starb. Der Tod rückte immer näher, und doch habe ich nie darauf geachtet, wie die Tage vergehen, die Tage, an denen nichts Sonderliches geschieht, die glücklichen Tage. Manchmal war mir, als hätte ich das Sterben schon hinter mir."

Im Prinzip ist dieser kleine Auszug aus dem Roman bereits eine Inhaltsbeschreibung. Denn es geht um nichts geringeres als die unbestreitbare Präsenz des Todes inmitten des alltäglichen Lebens. Gerade auch in Israel, welches Schauplatz des Romans ist.
Skip Landauer lebt mit seiner Familie in Tel Aviv. Als Sohn eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter wuchs er in Paris auf. In Israel fühlt er sich nur "halb" zugehörig. Als Mann fühlt er sich nur "halb", weil seine beiden Söhne nicht seine eigenen sind. Er ist Architekt, renoviert alte Häuser. Zufrieden ist er nicht - Hälfte des Lebens?

In dieser Zeit beginnen ihn seltsame Visionen zu plagen. Er scheint auserwählt, die Seelen gerade verstorbener in das Totenreich zu begleiten. Und so wird er immer wieder zu Unfällen, Katastrophen "berufen", sei es ein Flugzeugabsturz in Amsterdam, sei es ein Zugunglück in Paris. Diese Mission wird für ihn zusehends zum Anlass über die vergangene Lebenszeit und die noch zu gestaltende Zukunft, nachzudenken. Von seiner Frau, die an Krebs erkrankt, entfernt er sich immer mehr. Die Liebe verliert sich. Die Söhne bleiben ihm fremd, auch nach dem Tod seiner Frau Shira kommt es nur zeitweise zu wirklichen Annäherungen. Schließlich verlassen ihn beide und gehen zum Studium nach England.
Auch er selbst wird das von Anschlägen mehr und mehr erschütterte Land verlassen. Mit einer jungen Frau und einem Sanierungsauftrag für ein Haus im wiedervereinigten Berlin verlässt er Tel Aviv in Richtung Deutschland... Dort schreibt er seine Geschichte auf.

Katharina Hackers Roman hat etwas mystisches, geheimnisvolles, so wie auch der Protagonist Skip selbst. Auch die Sprache ist so, traumwandlerisch, Sätze unvollendet, undurchsichtig. So richtig lassen sich Geschichte und Geschehnisse nicht fassen. Auch der Name Skip ist schon ein Hinweis auf das, was die Hauptfigur ausmacht: Er ist ein Springer zwischen den Welten. Skip ist ein Getriebener, ein Selbstzweifler, ein zerrissener Mensch, ein Suchender, ein Einzelgänger, der sich dennoch nach Geborgenheit in der Familie und mit Freunden sehnt. Mir gefällt das.
Mir gefiel auch die bildreiche Schilderung Tel Avis, Israels, die Ausflüge Skips ins Bergland Jerusalems, in den Gazastreifen, die Besuche bei Freunden, die offiziell Feinde hätten sein können. Hacker lebte selbst von 1990 bis 1996 in Israel und schildert das Land und die politischen Ereignisse sehr anschaulich. Für mich ein spannender Einblick in eine mir weitestgehend unbekannte Welt.

Mich überrascht es, und freut es, dass Katharina Hackers Skip, erschienen im S.Fischer Verlag, im Oktober auf dem 1. Platz der SWR-Bestenliste zu finden ist. 

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Zusätzliche Informationen

Katharina Hacker wurde am 10. Januar 1967 in Frankfurt a. M. (Deutschland) geboren.

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von 6 Lesern aktuell gelesen

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