Katharina Hacker Die Habenichtse

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Inhaltsangabe zu „Die Habenichtse“ von Katharina Hacker

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2006 Isabelle und Jakob treffen sich am 11. September 2001 nach Jahren auf einer Party in Berlin wieder. Sie verlieben sich, heiraten und bekommen die Chance, nach London zu ziehen, wo Jakob – Schicksal? Zufall? – eine Stelle in einer Anwaltskanzlei antritt, die eigentlich für einen Kollegen vorgesehen war, der bei den Anschlägen auf das World Trade Center umgekommen ist. Isabelle arbeitet von dort aus weiter für ihre Berliner Grafikagentur und genießt, in den spannungsreichen Wochen vor Ausbruch des Kriegs im Irak, ihr Londoner Leben. Die beiden haben alles, was ein junges, erfolgreiches Paar braucht – und stehen doch mit leeren Händen da. Sehnsüchtig und ratlos sehen sie zu, wie ihr Leben aus den Fugen gerät. Jakob ist fasziniert von seinem Chef, Isabelle von Jim, dem Dealer. Die untergründigen Ströme von Liebe und Gewalt werden spürbar, und das Nachbarskind Sara wird ihr Opfer. Wie das Weltgeschehen ins eigene Leben eingreift, wie sehr dabei die Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen oder mitzufühlen, kollidiert mit der Sehnsucht nach existentiellen Erfahrungen, das erzählt Katharina Hacker meisterlich.

Episodisch konstruierter Roman, hohes Tempo, spannende und harte Realitäten, guter Plot.

— FranzHelle

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  • Katharina Hacker | DIE HABENICHTSE

    Die Habenichtse

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 15:10

    INHALT: Erzählt wird in erster Linie die Geschichte des jungen Ehepaares Jakob und Isabell, beide Anfang dreißig und mit vielversprechenden Karrieren, die versuchen, in London Fuß zu fassen. Das klappt zunächst auch wunderbar, und der Zukunft in der Upper Class scheint nichts im Wege zu stehen, bis sich ihre Schicksale mit denen der Nachbarn kreuzen, die aus einer ganz anderen gesellschaftlichen Schicht kommen. Da sind die verwahrlosten Geschwister Sara und Dave, von ihren Eltern geprügelt und ungeliebt. Und da ist der junge und attraktive Jim, mit dem Isabelle eine Affäre beginnt, der aber tief im Drogensumpf steckt und sie in einen Strudel aus Gewalt und Kriminalität zieht. Am Ende müssen Isabelle und Jakob erkennen, wie sandig das Fundament ihrer Ehe ist. FORM: Katharina Hacker schreibt extrem verdichtete Sätze, die oft assoziativ klingen, bis hin zu vereinzelten Bewusstseinsströmen. Dieser Stil hat mich ein bisschen an William Faulkner erinnert, was mir sehr gefallen hat. Allerdings fehlte der Story etwas, irgendein i-Tüpfelchen, das den Roman unvergesslich macht. FAZIT: Gutes Buch mit Abstrichen – vier Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Denn sie wissen nicht, was sie wollen ...

    Die Habenichtse

    Orisha

    14. May 2017 um 15:20

    Ein Leben zwischen London und Berlin. Sie sind jung, unabhängig, sie leben ihr Leben im Hier und Jetzt.Andras, der sein eigenes Leben verpasst, weil er einer Frau hinterherhängt, für die er nie mehr als der „Bruder“ war. Jim, der Junkie, der immer glaubt es zu schaffen, nur um wieder im selben Sumpf zu landen, aus dem er sich gerade mühsam befreit hatte und dabei alles zu zerstören droht, was ihm über den Weg läuft. Jakob, der junge Anwalt aus Berlin, der nach London übersiedelt, um dort Rechtsansprüche aus dem 2. WK zu verhandeln. Seine Frau, Isabelle, eine Illustratorin mit eigener Firma und Aufträgen en masse. Und dann sind da noch Dave und Sara, ein Geschwisterpaar, dass den Gewaltausbrüchen ihres Vaters ausgesetzt wird. Das Leben aller sechs Protagonisten verknotet sich ineinander, bis an einem Tag, alles zu kippen droht.Hackers Buch – 2006 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet – zeigt eine Generation, die alles hat und doch nicht weiß, was sie will. Während Jakob und Isabelle alles zu haben scheinen, plätschert ihr Leben dahin. Er, nur am arbeiten und heimlich in den Chef verliebt. Sie, lebt in den Tag hinein, arbeitet mal hier mal da, spielt Hausfrau. Und dennoch finden beide nicht wirklich zueinander. Sie leben nebeneinander her, ohne die wirklich relevanten Fragen für sich selbst und sich als Paar überhaupt zu stellen. Sie scheinen glücklich, doch sind es nicht. Dabei bleibt bei mir immer das Gefühl, sie spielen Erwachsen-sein: als Erwachsener müsse man heiraten, darum heiraten Isabelle und Jakob. Als Erwachsener hat man ein Haus, dann kauft man sich eben ein Haus. Doch beide haben keine gemeinsame Vision, alles ist Staffage für ein Leben, ihr Leben, dass sich doch immer irgendwie woanders abzuspielen scheint. Das trifft vor allem auch auf Andras zu. Jim stellt eine ganz andere Baustelle dar. Unfähig für sich selbst zu sorgen, lebt auch er immer nur in Träumen: er wird das Haus mit Garten im Vorort Londons bauen, dort mit Mae einziehen. Er wird von den Drogen loskommen. Und und und. Die wahrlich leidtragenden dieser Geschichte sind jedoch Dave und Sara. Umgeben von Ignoranz, muss es fast zum äußersten kommen, bis ein „vermeintlich“ Erwachsener eingreift, um eben dieses „Äußerste“ nicht zuzulassen.Hackers Buch portraitiert Menschen, die schlichtweg nicht wissen was sie wollen. Die nichts riskieren, ihre Abenteuer nur auf sexueller Ebene suchen. Alle sind offen und hipp, alle sind unglücklich. Vor allem Isabelle und Jakob brachten mich immer wieder zum Kopfschütteln, da ich ihre Sichtweisen – Hacker portraitiert die Charaktere aus den fünf Sichtweisen der Hauptprotagonisten – schlichtweg nicht nachvollziehen kann. Ignoranz, Dummheit und die Unfähigkeit zu Leben prägen sie. Ich, als Leserin, konnte mich wenig mit den Protagonisten identifizieren, da ich ihre Handlungsweisen einfach nicht nachvollziehen kann – gerade in Bezug auf die kleine Sara – die hier das Opfer der gesamten Geschichte wird.Fazit: Dieses Buch ließ mich immer wieder schwanken. Irgendwie fand ich es gut, irgendwie aber auch nicht. Lest es selbst und bildet euch euer eigenes Urteil.

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  • eBook Kommentar zu Die Habenichtse von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    S..Q.

    via eBook 'Die Habenichtse'

    Das Buch Habenichts ist so schlecht das ich es gar nicht fertig gelesen habe! Alles ist trist traurig und hoffnungslos man möchte meinen das die Autorin selber an einer schweren Depression leidet ! Keine Spannung , keine Action, nichts liebendes das schön beschrieben ist , ein sehr trostloses Buch das ich nicht weiterempfehlen kann.

    • 2
  • zart, unterbewusst, abgründig

    Die Habenichtse

    Eiseisbaby

    19. October 2013 um 15:28

    das sind die Adjektive mit denen ich die Habenichtse in meinem Kopf markiert habe. Jetzt, fast schon ein Jahrzehnt nach dem 11.9. stört die historische Folie unter den faszinierenden und berührenden Paarstrukturen auch nicht mehr so sehr, wahrscheinlich wird sich die wahre Relevanz dieses Buches erst in 5-10 Jahren ganz dem Leser offenbaren. Wie bei allen großen Würfen ist der Einstieg aufgrund der Vielzahl eingeführter Personen und Handlungsstränge nicht leicht. Spätestens aber ab Seite 80 packt dieses Buch einen im Unterbewusstsein und lässt einen auch während den notwendigen Lesepausen nicht los. Ein Buch, das den Blick aufs eigene Leben verschiebt und im besten Sinne zeitgeistig ist. Was kann man mehr von Literatur erwarten? Leider verpufft zum Schluss die ganze große angestaute Unruhe und Anspannung für meinen Geschmack etwas zu profan. Vielleicht ist das aber auch nur wie im richtigen Leben?

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  • Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    katermurr

    12. July 2011 um 13:09

    "Isabelle und Jakob treffen sich am 11. September 2001 nach Jahren auf einer Party in Berlin wieder. Sie verlieben sich, heiraten und bekommen die Chance, nach London zu ziehen... Die beiden haben alles, was ein junges, erfolgreiches Paar braucht - und stehen doch mit leeren Händen da. Sehnsüchtig und ratlos sehen sie zu, wie ihr Leben aus den Fugen gerät." Soweit der Klappentext. Das Buch ist toll geschrieben, manchmal auch spannend, selten witzig. Frau Hacker schafft es, mit ihrem Schreibstil eine ganz eigene Stimmng zu erzeugen. Beim Lesen erschienen mir die "haut-nächsten" Momente zugleich merkwürdig weltfremd, unwirklich - zuviel des "Bösen", vielleicht... - zu sehr Alptraum. Dazu diese Vielfalt an Themen: 11. September; Irakkrieg; asoziales Milieu; Kriminalität; Judentum; Homosexualität; Freundschaft/Kollegialität; Berlin; Ex-DDR-Vermögen; uam..., mir war das etwas zu viel. Das Buch ließ mich am Ende seltsam unberührt, ziemlich ratlos zurück: Worum ging es denn nun eigentlich? Es ist also ein, wenn auch für meinen Geschmack überkonstruiertes, Abbild unserer Welt und Zeit, nicht mehr und nicht weniger - ich finde es nicht nur des Schreibstils wegen lesenswert, obwohl und weil es kaum Orientierung vermittelt. Doch: über den Wert von guten Freunden/Kollegen wird sehr wohl etwas ausgesagt!

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  • Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. June 2011 um 21:15

    Ratlos lässt mich das Buch zurück. Laut "Brigitte" deckt das Buch auf, was unserer Gegenwart so oft fehlt: die Fähigkeit zum Mitleid. Aber will mir dieses Buch das wirklich sagen, lese auch ich das, was Literaturkritiker darin sehen? Die Begründung der Jury des Deutschen Buchpreises zur Vergabe desselben an diesen Roman 2006 lautete: "Katharina Hackers Roman Die Habenichtse erzählt die Geschichte von Haben und Sein neu. Ihre Protagonisten sind in den Dreißigern, wissen alles und kennen doch eines nicht: sich selbst. Sie lassen sich treiben und sind gleichermaßen Getriebene. In einer flirrenden, atmosphärisch dichten Sprache führt Katharina Hacker ihre Helden durch Geschichtsräume und in Problemfelder der unmittelbarsten Gegenwart, ihre Fragen sind unsere Fragen: Wie willst du leben? Was sind deine Werte? Wie sollst und wie kannst du handeln? Die Qualität des Romans besteht darin, diese Fragen in Geschichten aufzulösen, die sich mit den plakativen Antworten von Politik und Medien nicht zufriedengeben". Ich kann damit wirklich wenig anfangen. Ich wurde gewarnt von mehreren Seiten, dass Buch sei seltsam und ich sollte es mir sparen. Da ich in der Regel auf solche Hinweise nur selten reagiere, es sei denn, sie stammen von Personen, deren Literaturgeschmack ich zu schätzen weiß, habe ich mich dennoch dran gewagt. Ich dachte, ein Buchpreis wird nicht so ohne weiteres vergeben. Aber nun dennoch ein wenig zur Handlung: Jakob hat Isabelle vor Jahren das letzte Mal gesehen, aber nie aus dem Kopf bekommen. Als er sie wiedersieht verlieben sich beide, heiraten und alles scheint perfekt. Isabelle arbeitet als Grafikerin in einer Agentur als Miteigentümerin, Jakob macht Karriere in einer Anwaltskanzlei und bekommt die Chance, nach London zu gehen. Damit beginnt aber das Drama. Denn in London verweben sich drei Schicksale miteinander. Das von Isabelle und Jakob, von Jim, dem Dealer und Sara, der vernachlässigten Nachbarstochter, die am Ende aufs brutalste von ihren Eltern geschlagen ins Krankenhaus eingeliefert wird. Jim trägt eine Mitschuld und Isabelle und Jakob ebenso. Nur auf sich selbst fixiert, wollen sie die Vorgänge nebenan nicht wahrnehmen oder sich dafür verantwortlich fühlen. So weit, so gut. Das Nichtvorhandensein von Mitgefühl spiegelt sich schon wieder. Aber warum bleibt mir das alles fremd? Ebenso kalt lässt mich die Geschichte, wie den Protagonisten das Schicksal von Sara. Ist das die Art und Weise, wie man Menschlichkeit dem Leser nahegebracht werden sollte? Ich meine: nein - und somit Ziel verfehlt. Schade um diesen gut gemeinten Versuch.

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  • Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    ninchen1809

    30. December 2010 um 19:20

    Das Buch „Die Habenichtse“ lässt sich zu Anfang in drei einzelne Handlungen unterteilen: 1. Die Geschichte um Isabelle und Jakob Sie haben sich beim Studium kennen gelernt und Jahre später, am 11. September 2001, in Berlin wieder getroffen. Jakob hätte an diesem Tag einen Geschäftstermin in den TwinTowers haben sollen. Aber da er wusste, dass er Isabelle seit langem wieder sehen würde, den Termin verschoben. Jakob war schon immer verliebt in Isabelle gewesen und beide haben dieses Schicksalsereignis zum Anlass genommen, auch bald zu heiraten. Kurz nach Ihrer Hochzeit ziehen sie nach London. 2. Die Geschichte um Jim und Mae Mae ist den Drogen verfallen und nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit Jim, die mit dessen Flucht endet, verschwindet Mae spurlos. Jim versucht bereits ein Jahr Mae zu finden und macht sich Vorwürfe, allerdings gerät er selbst in zwielichtige Geschehnisse. 3. Die Geschichte um Sara und Dave Sara ist ein kleinwüchsiges Mädchen, welches von ihren Eltern zu Hause versteckt wird. Ihr Bruder Dave setzt sich für Sara ein, wird aber von seinem Vater geschlagen. Saras Katze Polly nimmt im Laufe des Buches an großer Bedeutung zu. Die gesamte Geschichte ist in die Geschehnisse um den 11. September 2001 und den anschließenden Irakkrieg, einschließlich der Angst vor dem Terrorismus, eingebettet. Ab der Mitte des Buches laufen die drei einzelnen Geschichten zusammen, denn die Protagonisten wohnen in derselben Straße. Der Erzählstil ist einerseits sehr abgehackt und gewöhnungsbedürftig, andererseits denke ich, dass er sehr gut mit der Handlung harmonisiert und die Stimmung der Geschichte sehr gut widerspiegelt. Alles in allem: Nicht unbedingt schlecht, an sich eine gute und zum Nachdenken anregende, wenn auch deprimierende Story, die meiner Meinung nach gut unsere Zeit und unser Miteinander widerspiegelt.

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  • Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    Wonnefried

    26. November 2010 um 15:46

    In der Tat ein verstörendes Buch über eine Gesellschaft, die schleichend all ihrer Werte verlustig geht und die Karriere die einzig treibende Kraft für den Einzelnen bleibt. Hilflos stehen die Protagonisten nicht nur ihren eigenen Gefühlen gegenüber. Sie scheinen auch kaum zur Empathie fähig. Aufbau und Sprache sind sehr gekonnt, aber den Personen fehlt es an Tiefe (gewollt?). Manche Dinge wirken konstruiert oder sind Menschen wirklich so? Ich kann nicht einmal sagen, ob ich das Buch gut oder weniger gut fand. Die Geschichte hinterlässt einen schalen Geschmack, der schwer einzuordnen ist und ich denke, genau das ist beabsichtigt.

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  • Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. August 2010 um 13:38

    In dem Buch "Die Habenichtse" von Katharina Hacker geht es um Jakob und Isabell. Beide studieren in Freiburg und verlieren sich dann mehrere Jahre aus den Augen. Am 11.September 2001 treffen sie sich wieder. Sie verlieben sich, heiraten und gehen gemeinsam nach London, wo Jakob einen Job als Anwalt bekommt. Dieser Job war eigentlich für einen Kollegen bestimmt, der aber bei den Anschlägen in New York ums Leben kam. In London ist Jakob sehr faziniert von seinem Chef und verbringt so fast jede freie Minute im Büro. Isabell hingegen sitzt alleine zu Hause. Bei ihren Streifzügen durch London in ihrem Viertel begegnet sie dem Dealer Jim und fühlt sich zu ihm hingezogen. Außerdem wird auch die Geschichte von Sara erzählt, die im Haus neben Isabell und Jakob wohnt. Mit einer sehr dichten und detailreichen Sprache erzählt die Autorin das Leben dieser Personen und wie sich ihre Wege immer wieder kreuzen. Teilweise ist nicht immer direkt zuzuordnen bei welchem dieser drei Erzählstränge sie gerade ist. Insgesamt benötigt man wegen dieser drei Erzählstränge und den zum Teil sehr verschachtelten Sätze viel Konzentration beim Lesen. Eigentlich kein Buch für laue Sommerabende, aber auf jeden Fall lesenswert. Nicht umsonst ist das buch mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden!

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  • Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    Clari

    17. June 2010 um 23:32

    Es handelt sich in diesem Buch um eine düstere und unterschwellig dramatische Geschichte. Jakob und Isabelle, die zwei Hauptprotagonisten, treffen sich zehn Jahre nach ihrer ersten Begegnung an einer Universität am 11. September 2001 in Berlin, wo beide tätig sind. Er ist Rechtsanwalt und sie Grafikerin. Er ist mit der Rückübertragung von Vermögensangelegenheiten betraut, die sich nach dem Krieg und dem Fall der Mauer ergeben haben. Der Tag des 9.11. bildet einen Markstein im Fühlen und Denken vieler Bürger der westlichen Hemisphäre. Eine Art Düsternis liegt seitdem über den Ländern und großen Städten, weil sich tiefe Unsicherheit darüber breit macht, wie wir ohne Angst und Not nun weiterleben werden. Diese Not zeigt sich auch im Verlauf der weiteren Geschichte. Isabelle und Jakob verlieben sich und heiraten. Die Liebe zwischen den beiden wirkt lau und wenig überzeugend. Es sieht so aus, als ginge es ihnen um Geborgenheit und Zugehörigkeit zu einander mehr als um die große Liebe. Jakob bekommt eine Stelle in London, da der dafür ausersehene Kollege bei dem Anschlag auf das WTC in New York ums Leben gekommen ist. Jakob und Isabelle beziehen ein kleines Häuschen in einer nicht ganz so feinen Gegend Londons. Als Parallelgeschichte dazu figurieren Jim, Ben, Albert und Jims Freundin Mae, die aber verschwunden ist. Diese Personen agieren im kriminellen Milieu in London. Während Jakob mit seiner Arbeit und seinen Kollegen, die aus dem homosexuellen Milieu stammen, beschäftigt ist, entfernen sich Isabelle und Jakob innerlich sehr weit von einander. Allmählich gewinnt die Geschichte eine fast surreale Dimension: Isabelle verliert sich an Jim, den Dealer und Kriminellen. Es wechseln die Orte und die Gesprächspartner. Manche Szenen erscheinen wie ein Traum, in anderen wieder geht es grausam bis realistisch zu. Die ganze Erzählung hindurch spürt man Trostlosigkeit und Leere. Es scheint so, als lebten die Personen von Augenblick zu Augenblick ohne wirklich langfristige Perspektiven oder Lebensziele. Das ist m.M. nach die Kunst von Katharina Hacker: sie hat eine Stimmung eingefangen, wie sie sich erst nach dem 11. September mit allen ihren wirtschaftlichen Konsequenzen und allgemeinen Daseinsfragen durch die weltpolitischen Veränderungen zugleich mit dem Ende des kalten Krieges bei vielen Bürgern in unserer westlichen Welt eingestellt hat. Es gibt keinen festen Halt, es gibt keine sicheren Daseinsformen; wir sind einer Zeit der Unsicherheit ausgesetzt, die neu ist. Traditionen und Familiensicherheiten sind z.T. verloren gegangen. Ich war fasziniert und abgestoßen zugleich: von einer heilen Welt kann man sich nach diesem Buch endgültig verabschieden. Es ist dennoch ein großartiges Buch, intelligent ausgedacht, scharf in der Beobachtung, in einem wunderbaren Stil geschrieben, anspruchsvoll und absolut überzeugend in der Darstellung unserer heutigen Welt, in der sich die Konturen zwischen den gesellschaftlichen Strukturen verwischen.

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  • Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    Ritja

    21. April 2010 um 15:15

    Der Text auf dem Cover klang gut, der Text zwischen den Deckeln konnte mich nicht überzeugen. Schade.

  • Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    Thaila

    20. March 2010 um 16:27

    Nach einem kurzen Flirt in der Studienzeit treffen Jakob und Isabelle sich nach Jahren in Berlin wieder. Schnell werden sie sich einig, dass sie gut zueinander passen, heiraten und planen gemeinsam nach London zu gehen, wo Jakob ein Jobangebot hat. Die große Liebe scheint es nicht zu sein, aber so lange man Freunde hat, mit denen man die Abende verbringen kann, Wein und eine interessante Arbeit fällt das nicht weiter auf. So weit, so gut, das fast die Handlung der ersten 100 Seiten in etwa zusammen und ich dachte mir: "Naja, mal wieder so eine Erzählung über die Belanglosigkeit des modernen Großstadtlebens, wie es so viele gibt." Irritierend und schwer einzuordnen waren nur die zwei anderen Erzählstränge, die in England spielen. Der eine dreht sich um Sara, ein kleines Mädchen, dass von seinen Eltern nicht in die Schule geschickt wird, damit die Spuren von Mißhandlungen und Verwahrlosung auf ihrem Körper nicht entdeckt werden. Der andere hat Jim zum Protagonisten, einen Dealer und Junkie, der seine Ex-Freundin sucht, die er im Drogenrausch fast getötet hätte. Nachdem Isabelle und Jakob jedoch nach London gezogen sind, laufen die drei Erzählstränge zusammen: denn alle Protagonisten wohnen in der gleichen Straße in einem Londoner Vorort und lernen sich dort kennen. Und so entfaltet die Geschichte ihre verstörrende Wirkung. Die Erwachsenen in diesem Roman sind nämlich von einer fast schon pathologisch zu nennenden Gleichgültigkeit geprägt. Obwohl sie Nachbarn des mißhandelten Kindes sind und sein Schicksal zumindest ahnen müssen, handeln sie nicht, sondern sind nur mit ihren kleinlichen Problemen beschäftigt. Ich fand es oft schwierig dieses Buch weiterzulesen. Man hat den Drang die Menschen in diesem Buch zu schütteln und ihnen ein wenig Menschlichkeit und Mitgefühl in den Leib zu rütteln. Aber trotzdem ist dieses Buch ein wichtiges Buch. Denn bei aller Fremdheit, die die Charaktere ausstrahlen - sie laden nicht zur Indentifikation ein - plagt einen doch immer wieder die quälende, kleine Frage: "Wie viel Isabelle, wieviel Jakob oder Jim steckt eigentlich in mir, in uns allen?" Die Geschichte beginnt am 11. September 2001 - an diesem Tag treffen Isabelle und Jakob sich wieder. Isabelle und Jakob sind in London während dort die Entscheidung über den Irakkrieg fällt, sie werden ebenso wie die Londoner von der Panik vor Anschlägen befallen. Hacker versucht auch eine Analyse der Welt nach 9/11. Hackers Roman ist sicherlich keine leichte Unterhaltungslektüre. Protagonisten, mit denen man mitfiebern und -leiden kann, findet man hier kaum, aber sie bietet eine wirklich interessante Gesellschaftsanalyse.

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  • Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    landsby

    19. July 2009 um 18:12

    Isabelle und jakob führen ein Leben wie in der "Neon". Das Ehepaar ist hipp, jung, wohlhabend und kommt (natürlich) aus Berlin. Sie ist Graphikerin, er Anwalt und weil er einen guten Job in London angeboten bekommen hat, ziehen beide in die stylische Metropole. Doch ist der Alltag nicht so shiny, wie die Hochglanzseiten aus manchem Magazin das vorgaukeln. Die beiden verlieren sich in der großen Stadt... Ich fand das Buch nicht gut, weil alle Charalktere voller gelebter Klischees waren. Keiner hat sich normal verhalten, alle waren irgendwie neurotisch, gestört und voller Gram, ätzend.

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  • Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    nuuttipukki

    13. April 2009 um 22:44

    Grauenvolles Buch, wirre Dramaturgie, schwache Sprache. Wichtigtuerisch und einfach nur ärgerlich!

  • Rezension zu "Die Habenichtse" von Katharina Hacker

    Die Habenichtse

    coulomb

    08. December 2008 um 15:21

    Für mich ein Buch, das die absolute Gefühlskälte unserer Zeit sehr gut verdeutlicht. Da ich mich beim Lesen aber gerne entspanne und mich in andere Welten versetzen lasse, kein Buch, das ich weiterempfehlen würde.

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