Katharina Hagena Das Geräusch des Lichts

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Inhaltsangabe zu „Das Geräusch des Lichts“ von Katharina Hagena

Fünf Suchende unterwegs in der Weite Kanadas Katharina Hagenas neuer Roman entführt uns zu den Polarlichtern der Northwest Territories und in die Ölstädte Albertas. Er erzählt von Menschen, die etwas verloren haben – die Liebe, eine Freundin, die Mutter oder sich selbst. Fünf Menschen im Wartezimmer. Wer könnten sie sein? Eine der Wartenden beobachtet die anderen und erfindet ihre Lebensgeschichten. Da ist die Botanikerin Daphne Holt, so widerstandsfähig und zart wie das Moos, das sie erforscht. Auf der Suche nach einer Freundin stößt sie in der kanadischen Wildnis auf ein Geheimnis. Da ist der Musiker in seinem dottergelben Hausboot, der den letzten Willen seiner Frau erfüllt und auf dem zugefrorenen See das Nordlicht erwartet. Der zwölfjährige Richard sieht in jeder Öffnung, jedem Schacht, hinter jedem Gitter einen möglichen Weg zum Planeten Tschu. Auf dem befinden sich nämlich seine Mutter und seine Schwester, weil sie ja irgendwo sein müssen, wenn sie nicht mehr da sind. Und da ist die verwirrte Dame, in deren Kopf sich die weiße Leere schon ganz ausgebreitet hat. Schließlich erfindet die Erzählerin ihre eigene Geschichte, einen Thriller über die Verbrechen einer skrupellosen Ölfirma, bei dem sie selbst in Lebensgefahr gerät. Ein bewegendes, fesselndes Buch, das in magischen Bildern von der rettenden Macht der Fantasie erzählt.

vielleicht ein bisschen zu viel gewollt, aber dennoch bereichernd...

— Marjuvin
Marjuvin

Ein leises Buch über viele Geräusche, Lichter, das Vorstellungsvermögen, über Verlust und Tod, die Liebe und das Warten.

— FrauGoldmann_Buecher
FrauGoldmann_Buecher

Ein spannender, intelligenter und sprachlich virtuoser Roman, der uns zu den Nordlichtern Kanadas führt und die Geschichten verschiedener Me

— Lesenisttoll
Lesenisttoll

Sprachlich schön umgesetzt und beruhigend eingängig, eine wundervolle Geschichte über das Suchen und Finden von Menschen und sich selbst.

— raven1711
raven1711

Trotz einiger Längen packend und bewegend, ich habs sehr gern gelesen.

— once-upon-a-time
once-upon-a-time

Spannende Erzählsituation, die gute Gedanken hervorbringt. Im Vergleich zu ihren Vorgängern jedoch weniger sprachgewaltig und atmosphärisch.

— leselea
leselea

Ein spannendes und faszinierendes Buch, das dich vor allem gegen Ende unglaublich in Atem hält und immer wieder nach Luft schnappen lässt!

— NinaBookLove
NinaBookLove

Das Buch nimmt den Leser bis zum Schluss gefangen. Wunderbar!

— KarinJoachim
KarinJoachim

Voller leiser Töne und schöner Bilder, die in einer wunderbaren Sprache gezeichnet werden.

— Code-between-lines
Code-between-lines

Sehr stimmig und fesselnd. Man rät die ganze Zeit mit, was denn nun wahr ist und was erfunden - ohne es auflösen zu können.

— extremehappy
extremehappy

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  • Die Geräusche des Lichts

    Das Geräusch des Lichts
    Marjuvin

    Marjuvin

    23. March 2017 um 17:09

    Klappentext: Fünf Suchende unterwegs in der Weite Kanadas Katharina Hagenas neuer Roman entführt uns zu den Polarlichtern der Northwest Territories und in die Ölstädte Albertas. Er erzählt von Menschen, die etwas verloren haben – die Liebe, eine Freundin, die Mutter oder sich selbst. Fünf Menschen im Wartezimmer. Wer könnten sie sein? Eine der Wartenden beobachtet die anderen und erfindet ihre Lebensgeschichten. Da ist die Botanikerin Daphne Holt, so widerstandsfähig und zart wie das Moos, das sie erforscht. Auf der Suche nach einer Freundin stößt sie in der kanadischen Wildnis auf ein Geheimnis. Da ist der Musiker in seinem dottergelben Hausboot, der den letzten Willen seiner Frau erfüllt und auf dem zugefrorenen See das Nordlicht erwartet. Der zwölfjährige Richard sieht in jeder Öffnung, jedem Schacht, hinter jedem Gitter einen möglichen Weg zum Planeten Tschu. Auf dem befinden sich nämlich seine Mutter und seine Schwester, weil sie ja irgendwo sein müssen, wenn sie nicht mehr da sind. Und da ist die verwirrte Dame, in deren Kopf sich die weiße Leere schon ganz ausgebreitet hat. Schließlich erfindet die Erzählerin ihre eigene Geschichte, einen Thriller über die Verbrechen einer skrupellosen Ölfirma, bei dem sie selbst in Lebensgefahr gerät. Ein bewegendes, fesselndes Buch, das in magischen Bildern von der rettenden Macht der Fantasie erzählt Rezension: Zu Beginn las es sich wegen der Zeitsprünge und mitunter raschen Wechsel der Erzählperspektive ein wenig holprig. Ich war damit versöhnt, als aus Sicht des Jungen auf der Suche nach dem Zugang zu Planet Tschu erzählt wird. Das war so voller Zartgefühl und auch hintergründigem Witz, insbesondere, wenn er über seinen Großvater erzählt. Ich mag auch die Idee, dass die Geschichten von zufällig zusammengewürfelten Personen in einem Wartezimmer erzählt werden. Dennoch wurden einem immer wieder Hinweise impliziert, dass die Geschichten zusammenhängen und alles in einer großen Tragik verbunden ist. Insgesamt war es mir auf nur 260 Seiten etwas zu viel auf einmal gewollt. Der Skandal um die Ölfirma war für mich dann nicht mehr stimmig, da das Buch insgesamt, einen viel menschlicheren Tenor hat.

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  • Sprachlich virtuoser, fesselnder Roman

    Das Geräusch des Lichts
    Lesenisttoll

    Lesenisttoll

    08. January 2017 um 15:39

    Ein spannender, intelligenter und sprachlich virtuoser Roman, der uns zu den Nordlichtern Kanadas führt und die Geschichten verschiedener Menschen gekonnt miteinander verbindet. Sehr phantasievoll und detailverliebt im positiven Sinne. Ich werde zum Beispiel Moos in Zukunft mit ganz anderen Augen sehen...:-)
    Nichts für Leser, die viel Action erwarten, eher ein leiser Roman.

  • Das Geräusch des Lichts

    Das Geräusch des Lichts
    raven1711

    raven1711

    18. November 2016 um 09:43

    Klappentext:Fünf Menschen im Wartezimmer. Wer könnten sie sein? Eine der Wartenden beobachtet die anderen und erfindet ihre Lebensgeschichten. Da ist die Botanikerin Daphne Holt, so widerstandsfähig und zart wie das Moos, das sie erforscht. Auf den Spuren einer verschollenen Freundin stößt sie in der kanadischen Wildnis auf ein Geheimnis. Da ist der Musiker in seinem dottergelben Hausboot, der den letzten Willen seiner Frau erfüllt und auf dem zugefrorenen See das Nordlicht erwartet. Der zwölfjährige Richard sucht in jeder Öffnung, jedem Schacht, hinter jedem Gitter einen möglichen Weg zum Planeten Tschu. Auf dem befinden sich nämlich seine Mutter und seine Schwester, weil sie nach ihrem Verschwinden ja irgendwo sein müssen. Und da ist die verwirrte Dame, in deren Kopf sich die weiße Leere schon ganz ausgebreitet hat. Schließlich erfindet die Erzählerin ihre eigene Geschichte, einen Thriller über die Verbrechen einer skrupellosen Ölfirma, bei dem sie selbst in Lebensgefahr gerät.Meinung:In einem kanadischen Wartezimmer sitzen 5 Menschen und warten auf ihren Termin. Eine der Wartenden ist die Erzählerin des Romans und während sie als letzte drankommen wird, ersinnt sie sich für jeden anderen Patienten eine Geschichte, sogar für sich selber. Dabei scheinen alle Geschichten erst einmal eigenständig zu sein, greifen aber immer wieder Themen und Figuren aus den anderen Geschichten auf. Und so ergibt sich nach und nach ein Bild über unsere Erzählerin und ihre eigene Geschichte.Das Setting klingt erst einmal aufgeräumt und unspektakulär. Und im Großen und Ganzen bleibt es das auch, denn Katharina Hagena legt ihr Augenmerk auf die Menschen in diesem Buch. Und diese zeichnet sie sehr deutlich und klar, mit all ihren Eigenheiten und Schwächen. Jede ihrer Figuren ist auf der Suche nach etwas und jemanden, sei es eine verschollene Forscherkollegin, eine Mutter, Ehefrau, Freundin oder die Suche nach sich selbst. Und obwohl diese Lektüre nicht wirklich dick ist, schafft die Autorin es, eine unheimlich dichte Atmosphäre um ihre Charaktere zu schaffen, ihnen Tiefe zu verleihen und sie dem Leser näher zu bringen.Auch die Handlung in diesem Roman hat mich ergriffen. Der sprachlich schöne Schreibstil, der mit einer interessanten Bildsprache, ein wenig Humor und ganz viel Charakter den Leser einzufangen vermag, hat mich an den Roman gefesselt und mich diesen äußerst aufmerksam lesen lassen, denn ich wollte keine Nuance in diesem Buch verpassen. Auch wenn das Buch eigentlich eher ruhig ist und nur zum Ende hin ein wenig Nervenkitzel aufkommen lässt, so hat er doch etwas Beruhigendes verströmt und der eher kühle Novemberanfang hat die ideale Lesegrundlage für das Buch bereitet.Eingeteilt ist das Buch in fünf Abschnitte, Kapitel gibt es hier in der Form so nicht. Trotzdem ist das Buch sehr kurzweilig und die einzelnen Geschichten greifen gut ineinander. Und auch nach Beenden der Lektüre lässt das Buch einen nicht wirklich los, beschäftigt über das Buch hinaus und wirkt so lange nach.Fazit:Sprachlich schön umgesetzt und beruhigend eingängig, erzählt Das Geräusch des Lichts eine fantastische Geschichte über das Suchen und Finden von Menschen und sich selber. Tiefgründig und nachdenklich stimmend, für mich eines der schönsten Bücher im Herbst, die ich bis jetzt gelesen habe.Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.Vielen Dank an den den Kiepenheuer & Witsch Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Berührend und leise, trotzdem größtenteils fesselnd: Das Geräusch des Lichts von Katharina Hagena

    Das Geräusch des Lichts
    once-upon-a-time

    once-upon-a-time

    25. October 2016 um 21:41

    Nachdem ich die Idee zu diesem Roman gelesen hatte, war ich wahnsinnig gespannt und habe mich daher natürlich total gefreut, als ich nach der Buchverlosung die Nachricht bekam, dass ich gewonnen hatte. Yeay! Und es war wirklich spannend zu lesen, also tausend Dank an lovelybooks und Kiepenheuer & Witsch für diese Möglichkeit. Erster Satz. – Kanada – Die Stimme, von der man nicht sagen kann, ob sie männlich oder weiblich ist, bricht ab. Cover. Ich mag die Schlichtheit des Covers wirklich sehr. Es ist so zart und irgendwie vorsichtig, damit passt es in meinen Augen sehr gut zum Titel (denn stellt man sich so nicht auch das Geräusch des Lichts vor, eher zart?) und auch zur Geschichte. Inhalt. Es ist beeindruckend schwierig, etwas über den Inhalt dieses Romans zu sagen. Er hat sehr unterschiedliche Passagen, die teils durch ihre Sanftheit berühren, mich mit ihrer Sichtweise überzeugt haben und/oder zusätzlich auch noch ziemlich spannend waren. Jedes weitere Wort nimmt wahrscheinlich mehr vom Inhalt vorweg als ich möchte, deswegen sei nur so viel gesagt: Man muss sich darauf einlassen, aber dann lässt es sich wirklich gut lesen. Personen. Bezüglich der Personen gefällt mir am besten, dass die einzelnen auf je eine bestimmte Person fokussierten Abschnitte so unterschiedlich geschrieben sind und sich daher vor allem so unterschiedlich lesen lassen. Das führte bei mir dazu, dass sich die ein oder andere Passage länger zog, weil sie mich nicht so richtig gepackt hat; auf der anderen Seite gefielen mir andere Stellen dann einfach richtig, richtig gut. Coole Sache! Zitate. „Später nahm sie das Mikrofon und teilte uns mit, dass sie unser Perser sei […]. Mein Opa hat auch einen Perser bei sich zu Hause im Wohnzimmer, und er möchte nie, dass man mit seinen schmutzigen Schuhen darauf herumtrampelt. Ich begriff, dass die Frau uns mitteilen wollte, dass sie gern all unsere Wünsche erfüllte, solange wir nicht auf ihr herumtrampelten.“ (Seite 162) „Ich wollte immer Kinder haben. Und jetzt habe ich keine. Meine Tochter, wie heißt die eigentlich, die mich mit dem Auto hergebracht hat. […] Ob sie es mir oder ihrem Mann heimzahlen wollte? Heimzahlen. Ist das ein Wort? Heimsuchen. Ein Heim suchen wir für mich. Zum Darinnensein. Meine Tochter. Ich habe doch eine Tochter? Nicht?“ (Seite 207) Fazit. Wenn dieser Roman auch einige Längen hatte, in denen er mich einfach nicht ganz packen konnte, kann ich mich insgesamt der Wortwahl auf der Buchrückseite anschließen: „Kunstvoll, sprachmächtig und bewegend“. Eindeutig eine Empfehlung für jeden, der die Ruhe hat, sich auf ein leises Buch einzulassen, und einen Hang zu Fantasie hat.

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  • Über das Warten

    Das Geräusch des Lichts
    leselea

    leselea

    19. October 2016 um 20:12

    Warten heißt eigentlich bewachen. Der Wart, die Warte, das Warten. Sind wir nun die Wärter der Zeit oder ihre Totschläger? (S. 80) Ich bin ein großer Fan von Katharina Hagena. Ihr Erstlingswerk, Der Geschmack von Apfelkernen, schaffte es die Erinnerungen an einen Sommer, den ich selber nicht erlebt habe, mit allen Sinnen greifbar zu machen; Vom Schlafen und Verschwinden begeisterte mich mit seiner düster-melancholischen Atmosphäre und seiner klaren Sprache. Meine Vorfreunde und meine Erwartungen waren deswegen hoch, als in der Verlagsvorschau ihr neuer Roman Das Geräusch des Lichts angekündigt wurde – zu hoch vielleicht. Zwar steht jeder Roman für sich und sollte weitgehend unabhängig von den Vorgängern bewertet werden, dennoch drängt sich ein Vergleich immer wieder auf und sorgt dafür, dass ich insgesamt nur zu einer durchschnittlichen Bewertung kommen kann. Dabei ist die Ausgangssituation der Geschichte spannend und interessant gewählt: Eine namenlose Protagonistin sitzt im Wartezimmer eines Neurologen. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass sie wohl eine genetische Disposition besitzt, an einer Form von Demenz zu erkranken. Es ist die Angst vor der Diagnose und damit vor dem Vergessen und letztendlich dem Tod, die die Protagonistin dazu drängt, sich Geschichten über die anderen Patienten im Wartezimmer auszudenken: Da gibt es Daphne, die Moosforscherin, die in den weiten Kanadas nach einer verschollenen Freundin sucht; den Musiker, der das Projekt seiner verstorbenen Frau zu Ende bringen will und das Gerauscht des Nordlichts einzufangen versucht; der kleine Junge, dessen Mutter und Schwester auf den Planeten Tschu geflüchtet sind; und die Protagonistin selber, die unbeabsichtigt in einen Ökothriller hineingezogen wird. Schnell wird deutlich: Die Protagonistin erzählt dieselbe Geschichte, dasselbe Thema auf immer neue Art. Allen Geschichten sind bestimmte Motive gemein (Kanada, Nordlicht, Moos, Kaugummi etc.), alle drehen sich um den (Frei-)Tod einer Mutter und ihrer Tochter. Das ist reizvoll, das ist intelligent, das berührt Fragen der Literatur, ihres Können und Wirkens – doch es wirkt für mich nicht rund. Hagena verwebt zu viele Ebenen miteinander, ohne sie zuletzt wirklich aufzulösen. Das Ende lässt mich ratlos zurück, Hinweise, worüber eigentlich erzählt werden soll (über das Vergessen oder über den Selbstmord der Kindheitsfreundin, den die Protagonistin zu verarbeiten versucht) fehlen mir. Das Geräusch des Lichts erscheint mir als literarisches Experiment, bei dem zum Schluss für den Leser nicht wirklich klar wird, ob es geglückt ist oder nicht. Sprachlich kann das Buch für mich mit den beiden vorherigen Romanen nur schwer mithalten. Das Geräusch des Lichts ist weniger wortgewaltig, als ich es mir erhofft hatte und von der Autorin gewohnt bin. Erst ab der Mitte zeigt Hagena, dass sie mit Worten umgehen, ja geradezu spielen kann und in der Lage ist, atemraubend schöne Sätze zu bauen, die einen unfassbaren Sog auf den Leser ausüben. Viele Passagen kommen aber genauso durchschnittlich daher, was wiederum dazu führt, dass eine wirkliche Atmosphäre während der Lektüre bei mir nicht aufkommen konnte. Es wird zwar nahezu in jeder imaginierten Geschichte erzählt, wie kalt Kanada ist und wie besonders das Nordlicht anzuschauen ist – allein die Wiederholung sorgt nicht dafür, dass man die Kälte und das Leuchten wirklich „mitfühlen“ kann. Zuletzt beweist Hagena zwar auch wieder ihr Talent für Figurenzeichnungen, schießt aber manchmal über das Ziel hinaus: Die Figuren kamen mir zu kauzig, zu überdreht vor. Es schien zu gewollt, wie sie jedem Charakter eine bestimmte Eigenart, die ihn vor der Menge abhebt, andichtete. Natürlich ist und bleibt Katharina Hagena eine talentierte Erzählerin mit einem Händchen für die richtigen Worte und mit profunden Kenntnissen über Literatur (sie hat über über James Joyces Ulysses promoviert, das sagt schon alles!). Ihre Geschichte wartet auch mit vielen Ansätze und Gedanken auf, konnte mich aber als Ganzes nicht vollends überzeugen. Ich warte also darauf, dass sie in ihrem nächsten Roman, der auch hoffentlich wieder weniger episodenhaft daherkommt, ihr Potential wieder voll entfaltet. Aber gerade Sie müssten wissen, dass Geschichten nie Antworten auf Fragen geben, sie stellen nur noch mehr Fragen. (S. 220)

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  • Das Warten auf das Geräusch des Lichts

    Das Geräusch des Lichts
    NinaBookLove

    NinaBookLove

    12. October 2016 um 14:09

    Ein Buch, dass mir sehr gut gefallen hat! Es ist faszinierend und aufregend geschrieben... Aber zuerst mehr zum Inhalt: In Katharina Hagenas neuem Roman "Das Geräusch des Lichts" werden wir in den Norden Kanadas entführt und auf eine großartige, faszinierende und spannende Reise mitgenommen. Dabei befinden sich eigentlich alle Personen im Wartezimmer eines Nervenarztes. Die Protagonistin sitzt auf ihrem Stuhl und stellt sich die Leben der fremden Patienten um sich herum vor. Gemeinsam mit ihr sitzen noch vier andere im Wartezimmer, werden nach und nach aufgerufen und führen ein ansonsten völlig normales Leben. Nur in der Vorstellung der Protagonistin nicht. Sie stellt sich ihre Lebensgeschichten vor, die alle an den selben Ort führen. Die einzig wichtige Frage scheint zu sein: Wer könnten sie sein? Die Fremden, die in keinerlei Verbindung zueinander stehen. Habt ihr euch nicht auch schon einmal die Frage gestellt, wie die Leben der Leute um euch herum aussehen? Ob sie glücklich sind, oder ob sie Probleme haben? So wird eine junge Frau zu Daphne Holt, eine widerstandsfähige und zugleich zarte Botanikerin, die Moos erforscht. Dort drin bilden sich eigene Leben und aus Daphnes Sicht ein ganzes Universum. Sie kommt auf ihrer Suche nach einer Freundin in die kanadischen Wälder und findet dort, neben ziemlich viel Moos, auch ein Geheimnis. Ein Mann wird zum Musiker, der in einem dottergelben Hausboot lebt und im Versuch dem letzten Willen seiner Frau zu folgen auf das Nordlicht wartet. Der kleine Richard hat gerade seine Mutter und Schwester verloren, nachdem sie in aller Hast zum Planeten Tschu aufbrechen mussten, um ihren Feinden zu entkommen. Er linst in jede Öffnung und jeden Spalt, denn irgendwo müssen sie doch zu finden sein. Und die orientierungslose ältere Dame, in deren Kopf nur Leere herrscht, ist sich plötzlich nicht mehr ganz sicher, was sie überhaupt hier soll. Zu guter Letzt wendet sich die Erzählerin all dieser Geschichten ihrer eigenen Geschichte zu. Erzählt sie, lebt sie und gerät mit ihr in Lebensgefahr! Das Buch ist bewegend und fesselnd. Die Bilder, die in eurem Kopf entstehen werden, sind einfach magisch! Das Cover verrät vielleicht nicht viel über die Geschichte, aber nachdem man die Geschichte gelesen hat scheint sich darin alles zu verbergen. Das Moos, das Kaugummi, das Nordlicht und selbst das Geräusch, dass das Licht macht. Die Protagonistin rettet sich in die Erzählungen der Geschichten der anderen Patienten. Sie versucht ihrer eigenen auszuweichen, doch letztendlich ohne Erfolg. Aus ihrer Hilfe suchenden Erzählung heraus kristallisiert sich ein Thriller, der euch in Atem halten wird. Euch nach Luft schnappen lassen wird. Bis zum Schluss, bis zur allerletzten Seite kann man nicht aufhören zu lesen. Zu hoffen. Zu beten. Und sich das Allerschlimmste auszumalen. Anschaulich, realistisch und dennoch mit viel Fantasie erzählt Katharina Hagena die Geschichte einer Frau, die verzweifelt die Geschichten anderer erzählt. In dem Buch ist alles drin, was man sich nur wünschen kann. Es geht ums Warten, aber dort kommt auch die Freundschaft, die Familie und die Liebe keineswegs zu kurz. Die Suche nach dem eigenen Ich und die Hoffnung auf das Wiederfinden der anderen lassen uns das Buch nicht mehr aus der Hand legen und jede Seite schließlich beinahe verzweifelt umdrehen. Denn der Spannungsbogen biegt sich immer weiter nach oben. Am Anfang bleibt er klein. Steigt nur zwischendurch einmal für ein paar Zentimeter an und lässt uns dann seelenruhig eine neue Geschichte beginnen. Doch dann, irgendwann, ist die Zeit gekommen, wenn man das Buch wirklich nicht mehr zuklappen kann und die ganzen restlichen Seiten auf einmal lesen muss! Ich möchte euch dieses faszinierende und spannende Buch an jeden weiterempfehlen, der ein bisschen was auf die Realität des Wartens und die Spannung setzt, denn trotz der vielleicht langweilig klingenden Inhaltsbeschreibung kann man dieses Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen! Mit einem großen Lob an die Autorin wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Lesen!

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  • Super!

    Das Geräusch des Lichts
    extremehappy

    extremehappy

    04. October 2016 um 23:37

    Katharina Hagena kannte ich vorher nur von ihrem Debüt "Der Geschmack von Apfelkernen", das mir damals sehr gut gefallen hat. Schön melancholisch, athmosphärisch, tiefgründig, aber nicht zu elitär. So hatte ich es in Erinnerung.   Daher habe ich sofort zugeschlagen, als ich in der KiWi-Herbstvorschau "Das Geräusch des Lichts" entdeckt habe. Und ich muss sagen, das Buch hat mich nicht enttäuscht! Ich fand es toll, wie eine Alltagssituation so künstlerisch und kreativ aufgegriffen wird. Wir saßen doch alle schon mal in einem Wartezimmer und haben gedacht "Was ist der/die denn für eine? So schüchtern/merkwürdig! Was die/der wohl hat und wie sein/ihr Leben "draußen" wohl aussieht?"   Genau diese Gedanken hat sich Hagena in diesem Buch gemacht und ich fand es toll, einige Themen/Symbole in jeder Variante wiederzuentdecken, z.B. Kanada, Kaugummi, Indianer oder ein tragischer Selbstmord eines Mutter-Tochter-Gespanns. Meine ausführliche Episode hört ihr in meinem Podcast: http://buecherreich.net/buecherreich-096-was-ich-gelesen-habe-september-2016/#t=5:48

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  • Das Warten in immer neuen Varianten

    Das Geräusch des Lichts
    Code-between-lines

    Code-between-lines

    03. October 2016 um 09:50

    Zum Inhalt: Die Rahmenhandlung von Katharina Hagenas Roman spielt sich im Wartezimmer von Doktor Kai N. Dammberg, einem Neurologen, ab. Die Ich-Erzählerin wartet darauf, dass sie aufgerufen wird. Mit im Gepäck hat sie die Angst vor einer gewichtigen Diagnose, die sie heute erwartet, sowie die Gedanken an eine ehemalige Freundin aus Kindertagen, die gemeinsam mit ihrer Tochter ums Leben gekommen ist. Das Wartezimmer teilt sie sich mit vier weiteren Personen: mit der jungen Frau neben ihr, mit der älteren, sehr angespannt wirkenden Dame auf ihrer anderen Seite, sowie mit einem Mann in den Dreißigern und seinem etwa zwölfjährigen Sohn, der auffällig ruhig zu sein scheint. Und während sie darauf wartet, aufgerufen zu werden, entsteht in ihrer Phantasie eine Geschichte zu jeder ihrer Mitwartenden. In den Geschichten enthalten immer wieder ihre eigenen Gedanken und Ängste, jede Geschichte erscheint als eine mögliche Variante, die eigene Realität zu verarbeiten. Als sie selbst als letzte Person im Wartezimmer verbleibt, erzählt sie schließlich ihre eigene Geschichte. Eigene Meinung: Durch das Aufsplittern der  Handlung in fünf einzelne Geschichten, miteinander verbunden immer nur durch kurze Momentaufnahmen aus dem Wartezimmer, hat Katharina Hagenas Roman etwas Episodenhaftes, wirkt wie eine Sammlung von Kurzgeschichten – ein Genre, das mich oftmals nicht so schnell anspricht. Aber von diesem Buch war ich begeistert. Die Geschichten sind durch gemeinsame Inhalte und wiederkehrende Motive untereinander verbunden – sie spielen alle im Norden Kanadas, eine Szenerie, die so anschaulich und lebendig erzählt wird, dass man beim Lesen häufig meinte, gleich den eiskalten, scharfen Wind im Gesicht zu spüren. Das reale Warten im Wartezimmer der neurologischen Praxis kehrt als gemeinsames Thema in allen Geschichten wieder, und es ist ein Genuss zu lesen, wie kunstvoll und unterschiedlich die Autorin diese Thema immer wieder zu verpacken vermag. So gibt es im Buch sogar eine Grammatik des Wartens (herrlich durchdacht). Am meisten berührt hat das Buch mich durch seine klare und gefühlvolle Sprache, durch die sanfte Herangehensweise an so unterschiedliche und jeder in seiner Art doch gleichermaßen belastete Charaktere. Noch nirgendwo habe ich eine so berührende, reale und dadurch so schmerzhafte Schilderung der Gedankenblitze und Momentaufnahmen aus dem Kopf eines an Alzheimer leidenden Patienten gelesen. Jede der erzählten Geschichten bietet sich dem Leser als mögliche Variante der Wahrheit an, wird glaubhaft und doch wieder aufregend phantasievoll geschildert – ein Buch, das mich bei meinem nächsten Arztbesuch, in der S-Bahn oder beim Friseur mit Sicherheit dazu inspirieren wird, mir Gedanken über die Geschichten meiner Mitmenschen zu machen.

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    • 4
  • Ein Genuss von der ersten bis zur letzten Seite

    Das Geräusch des Lichts
    tonks

    tonks

    30. September 2016 um 19:05

    Inhalt:Die namenlose Protagonistin sitzt in dem Wartezimmer eines Neurologen und betrachtet die anderen wartenden Patienten. Sie erfindet die Geschichten dieser Fremden, um sich die Zeit zu vertreiben. Oder doch nur, um nicht ihre eigene Geschichte erzählen zu müssen? Dabei tut sie genau das, nur verteilt, versteckt, allegorisch. Und schließlich kann sie doch nicht länger davor fliehen und erzählt sie – ihre eigene Geschichte. Was sie in dieses Wartezimmer führte. Nur weiß man da schon nicht mehr, ob man ihr noch glauben kann. Ist die Krankheit, auf deren Befund sie wartet etwa schon zu weit fortgeschritten, hat sie ihr Gehirn schon zu sehr zerrüttet?Meine Meinung:Ich bin ein großer Katharina Hagena-Fan und auch dieses Buch hat mich vollends überzeugt. Sie ist für mich eine wahre Sprach- und Wortkünstlerin, findet für jede der Figuren in ihrem Buch eine ganz eigene, unverwechselbare Stimme und erzählt eine tolle Geschichte, bestehend aus fünf einzelnen Geschichten, voller Poesie, Fantasie, Liebe, Geheimnis, Nordlicht, Moos, Kanada und Kaugummi … 

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    • 2
  • Buchverlosung zu "Das Geräusch des Lichts" von Katharina Hagena

    Das Geräusch des Lichts
    LaLeser

    LaLeser

    Gedankenkino im Schein der Polarlichter Jeden Tag kreuzen wir die Wege fremder Menschen. Wir sitzen mit ihnen in der Straßenbahn, stehen gemeinsam mit ihnen an der Ampel oder warten zusammen auf einen Termin beim Arzt. Seid ihr in einer solchen Situation schon einmal gedanklich abgeschweift und habt euch gefragt, was diese euch völlig unbekannten Menschen wohl für ein Leben führen?Katharina Hagena erzählt in ihrem Roman "Das Geräusch des Lichts" von der Begegnung einander fremder Menschen im Wartezimmer eines Neurologen. Dabei lotet sie gekonnt das Verhältnis von Realität und Fiktion aus und lässt die kunstvoll gestaltete Geschichte vom Realistischen ins Fantastische abgleiten. Habt ihr Lust, einen Roman zu lesen, der genauso magisch ist, wie der Ort, von dem er erzählt? Dann ist "Das Geräusch des Lichts" die perfekte Lektüre für euch!Mehr zum InhaltFünf Suchende unterwegs in der Weite Kanadas. Katharina Hagenas neuer Roman entführt uns zu den Polarlichtern der Northwest Territories und in die Ölstädte Albertas. Er erzählt von Menschen, die etwas verloren haben – die Liebe, eine Freundin, die Mutter oder sich selbst. Fünf Menschen im Wartezimmer. Wer könnten sie sein? Eine der Wartenden beobachtet die anderen und erfindet ihre Lebensgeschichten. Da ist die Botanikerin Daphne Holt, so widerstandsfähig und zart wie das Moos, das sie erforscht. Da ist der Musiker in seinem dottergelben Hausboot, der den letzten Willen seiner Frau erfüllt und auf dem zugefrorenen See das Nordlicht erwartet. Der zwölfjährige Richard sieht in jeder Öffnung, jedem Schacht, hinter jedem Gitter einen möglichen Weg zum Planeten Tschu. Und da ist die verwirrte Dame, in deren Kopf sich die weiße Leere schon ganz ausgebreitet hat. Schließlich erfindet die Erzählerin ihre eigene Geschichte, einen Thriller über die Verbrechen einer skrupellosen Ölfirma, bei dem sie selbst in Lebensgefahr gerät. Lust auf mehr? Hier findet ihr die Leseprobe und einen Auszug aus dem Roman, von der Autorin Katharina Hagena selbst gelesen:Mehr zur AutorinDie Autorin und Literaturwissenschaftlerin Katharina Hagena wurde am 20.11.1967 in Karlsruhe geboren. Im Jahr 1992 beendete sie ihr Studium der Anglistik und Germanistik. Als Stipendiatin der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg promovierte sie an der Zürcher Stiftung über James Joyces "Ulysses". Mit dem Doktortitel in der Hand trat sie daraufhin ein zweijähriges DAAD-Lektorat am Trinity College in Dublin an. Heute lebt Katharina Hagena mit Ihrer Familie in Hamburg und arbeitet als freie Schriftstellerin.Gemeinsam mit Kiepenheuer & Witsch vergeben wir 15 Exemplare von "Das Geräusch des Lichts". Wenn ihr diesen fantasievollen Roman lesen möchtet, beantwortet einfach die folgende Frage:Denkt ihr manchmal über das Leben von Menschen, die euch zufällig im Alltag begegnen, nach? Beschreibt eine Situation, in der ein Fremder euch zum Fantasieren angeregt hat!Ich drücke euch die Daumen und freue mich auf eure Antworten!*Bitte beachtet auch unsere Richtlinien zur Teilnahme an Leserunden und Buchverlosungen

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