Katharina Johanna Ferner Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste

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Inhaltsangabe zu „Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste“ von Katharina Johanna Ferner

Wenn Anatolij Petrowitsch gewusst hätte, welche Schwierigkeiten ihm ein kleiner Urlaub beschert, wäre er wohl einfach in Moskau geblieben. So bringt ihn ein fälschlicherweise als Dienstreise ausgewiesener Auslandsaufenthalt ins Visier der russischen Ermittler. Aber da ist ja auch noch Tatjana, die in Ungnade geratene ukrainische Journalistin, die sein Leben nachhaltig verändert, seine Tochter, die einen Nichtsnutz ehelichen will, und Michail, der auch ganz andere Probleme hat. Ein Schulterklopfen von Präsident Putin hilft da nicht viel. Anatolij Petrowitsch, der am liebsten seine Ruhe hätte, sieht sich plötzlich zwischen den Fronten, wird vom Geheimdienst verfolgt, und ist gezwungen, seine eigene Position zwischen Nationalstolz und Regimekritik neu zu definieren.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Anatolij mag ein Schelm sein, Böses plant er aber ganz sicher nicht. Befremdlich & unterhaltsam zugleich.

— TochterAlice

Kurzweilige Geschichte über einen unfreiwilligen Revolutionär, die mich nicht ganz erreichen konnte.

— leselea

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  • Leserunde zu "Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste" von Katharina Johanna Ferner

    Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste

    KatharinaFerner

    Liebe LiteraturFreundInnen und InteressentInnen, ich lade euch hiermit zur Leserunde meines vor Kurzem im Verlag Wortreich erschienenen Romans "Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste" ein. Unter allen BewerberInnen werden 7 Bücher verlost - die LeserInnen  (und auch andere InteressentInnen) haben außerdem die Möglichkeit sich während des Lesens mit mir auszutauschen. Darum geht es: Wenn Anatolij Petrowitsch gewusst hätte, welche Schwierigkeiten ihm ein kleiner Urlaub beschert, wäre er wohl einfach in Moskau geblieben. So bringt ihn ein fälschlicherweise als Dienstreise ausgewiesener Auslandsaufenthalt ins Visier der russischen Ermittler. Aber da ist ja auch noch Tatjana, die in Ungnade geratene ukrainische Journalistin, die sein Leben nachhaltig verändert, seine Tochter, die einen Nichtsnutz ehelichen will, und Michail, der auch ganz andere Probleme hat. Ein Schulterklopfen von Präsident Putin hilft da nicht viel. Anatolij Petrowitsch, der am liebsten seine Ruhe hätte, sieht sich plötzlich zwischen den Fronten, wird vom Geheimdienst verfolgt, und ist gezwungen, seine eigene Position zwischen Nationalstolz und Regimekritik neu zu definieren. Hier geht's zur Leseprobe:  http://verlag-wortreich.at/wp-content/uploads/2015/06/Anatolij-Petrowitsch_Leseprobe_ISBN_978-3-9503991-6-5.pdf

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    • 137
  • Eine Art Schelmenroman?

    Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste

    TochterAlice

    27. November 2015 um 10:55

    Oder doch eher die tragikomische Realität des postsowjetischen Alltags? Oder die der Putin-Ära. Wie auch immer, die junge Autorin Katharina Johanna Ferner hat einen höchst unterhaltsamen, wenn auch - zumindest für mich - ausgesprochen verwirrenden Roman über das Leben in Russland, nein: über ein Leben in Russland verfasst, der exemplarisch ist oder auch nicht. Ausflüge in die Ukraine gibt es auch, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn. Ich finde, die österreichische Autorin fügt sich aufs Trefflichste in den Stil postsowjetischer Autorin - ich meine es jetzt länderübergreifend und verfalle daher in diese mittlerweile ein wenig veraltete Begrifflichkeit. Der Ukrainer Kurkow fällt mir da ein, vor allen Dingen er, aber auch der flapsige Stil der Krimiautorin Darja Donzowa passt in diese Kategorie. Auf jeden Fall merk man, dass die Autorin den Kulturkreis und auch das Leben dort kennt, Klischees wie massenweise Wodka und Putins nackten Oberkörper gäbe es schließlich nicht ohne Vorlagen aus dem wahren Leben. Der Held Anatolij Petrowitsch gerät - sehr slawisch, finde ich - ohne eigenes Dazutun in diverse Szenarien, von denen er vorher nie zu träumen gewagt, ja, auf die er noch nicht einmal gekommen wäre. In meinen Augen ist er durchaus ein Schelm, aber einer der östlichen Provinienz, der die Dinge einfach so geschehen lässt und immer aus allem das Beste macht. Auch die anderen Figuren haben eine Nähe zur slawischen Literatur und mögen von daher für den ein oder anderen westlichen Rezipienten als irritierend erscheinen. Ich kann mich da nicht ganz ausnehmen, bin aber im großen und ganzen durchaus angetan von diesem eigenwilligen, kleinen, sehr zeitgemäßen Stück Literatur. Definitiv nichts für jeden, aber etwas für Flexible, solche, die Spaß an ungewöhnlichem Humor und vor allem an jeder Menge Anspielungen haben.

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  • Rezension zu „Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste

    Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste

    Zsadista

    Anatolij lebt in Moskau. Seine Tochter bändelt mit einem Schriftsteller an und seine Frau ist schon vor Jahren abgehauen. Dann gewinnt er zwei Karten für die Olympischen Spiele. Mit seinem Freund und Arbeitskollegen Michail fährt er zu den Spielen. Das Wochenende endet mit einem Filmriss von Anatolij. Wieder zu Hause geht ihm alles auf den Geist und er will den ersten Urlaub seit Jahren machen. Kurzerhand überredet er seinen Chef ihn in die Ukraine fahren zu lassen. Und dort nimmt dann alles seine rasante Fahrt auf. Von Verhaftung, Ausweisung, Überwachung bis hin zu neuen Bekanntschaften ist alles zu finden. „Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste“ ist ein Einzelband, der die Geschichte von Anatolij humorvoll erzählt. Anatolij ist eine typische Figur, die von einem direkt ins nächste Fettnäpfchen tappt, ohne es zu merken. Die Humorebene hat mich voll erreicht. Oft sind es trockene, dahingeworfene Szenen, bei denen ich einfach Lachen musste. Die Figur selbst ist auch sehr sympathisch gehalten. Eigentlich sind alle Figuren im Buch sympathisch. Ich hatte mit keiner ein Problem. Die Hintergründe der Geschichte sind ebenfalls sehr interessant. Zwar nicht so vertieft, aber man bekommt schon Einblicke in die politische Lage von Russland und der Ukraine. Ich fand dies sehr informativ und hätte mir vielleicht sogar noch etwas mehr gewünscht. Von den zwei Punkten sind auch die beiden Sterne die ich vergebe. Dies ist zwar doch ein großes Stück des Buches, allerdings gibt es wirklich Ecken und Kanten, die ich absolut nicht positiv sehen und somit bewerten kann. Die Ereignisse in dem Buch sind für mich in Kurzform gehalten. Fast jeder Punkt ist angerissen, aber nicht fertig bearbeitet. So ist mir zum Beispiel immer noch nicht klar, wieso und von wem Anatolij die Karten für die Olympiade gewonnen hat. Er hat bei dem Gewinnspiel nicht mitgemacht, wollte dies sogar nicht einmal. Das ist jetzt nur ein Punkt, aber mehr möchte ich nicht verraten, sonst müsste ich zu viel spoilern. Auf jeden Fall war dies für mich sehr unbefriedigend. Des Weiteren konnte ich mit der Grammatik und Rechtschreibung des Buches nicht viel anfangen. Sätze und Satzbausteine sind verdreht. Dies geht ab und an soweit, dass der Satz an sich schon keinen Sinn mehr ergibt. Dazu verstehe ich dann auch solche Sachen nicht, dass im Buch ein Name mit C.W. abgekürzt wird, der im Anhang dann erklärt wird. Was spricht dagegen, den ausgeschriebenen Namen im Text zu verwenden? Im Großen und Ganzen empfand ich die Ausführung des Romans, als wäre es eine Rohfassung auf einem Block, der ohne Lektorat zu einem Buch verfasst wurde. Auf Anfrage bei der Autorin bekam ich eine, mich nicht zu friedenstellende, Antwort. Eher verwirrt mich diese Antwort und lässt mich an dem Wort Literatur zweifeln. Ich möchte hier dann die Autorin wörtlich zitieren: „Für mich persönlich macht Literatur genau das auch aus, wenn Sätze und Wörter neu konstruiert, erfunden, verschoben und verwendet werden.“ Wenn ich dann noch den Preis von 19,90 Euro zu 150 Buchseiten vergleiche, komme ich leider nur auf zwei Sterne. Ich kann das Werk auch nicht unbedingt weiter empfehlen. Wer allerdings auf sprachliche und grammatikalische Experimente steht, wird mit dem Werk vielleicht zufrieden sein. Eigentlich schade, das Thema, der Humor und die Figuren hatten großes Potential ein super Buch zu werden.  

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    • 3

    Zsadista

    12. November 2015 um 10:47

    ^^

  • Von einem, der auszog und dabei aus Versehen Revolutionär wurde

    Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste

    leselea

    08. November 2015 um 21:29

    Anatolij Petrowitsch führt ein ruhiges und beschauliches Leben als Angestellter einer Gasfirma und als liebevoller Vater seiner Tochter Elisaweta. Nachdem er durch die Flucht seiner Frau zu Sowjetzeiten mit der Staatsmacht in eher beunruhigenden Kontakt geraten ist, ist er darauf bedacht, ein unspektakuläres und normales Dasein zu fristen. Doch das ändert sich, als er spontan für einige Tage auf die Krim verreist – just in dem Moment, in dem Russland beschließt, die Insel wieder in „den Schoß der Familie“ zu holen. Durch Zufall gerät er in die Hände russischer Soldaten und trifft auf die ukrainische Aktivistin Tatjana. Auch nach seiner Rückkehr nach Moskau lassen ihn die Ereignisse und Tatjana selber nicht mehr los und Anatolij wird plötzlich zum Teil einer Revolution, die sein Leben völlig auf den Kopf stellen wird… Katharina Johanna Ferner erzählt in ihrem Debütroman mit dem sagenhaften Titel Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste die Geschichte eines sympathischen, aber langweiligen Niemands, der aus Versehen historische Ereignisse in Gang setzt und sein Leben dabei ins Chaos stürzt. Der Held, der keiner sein will, hört auf den Namen Anatolij Petrowitsch und entpuppt sich als kleines, aber wichtiges Puzzleteil in den Wirren der Weltgeschichte, als kippender Dominostein, der eine Kette weiterer Ereignisse auslöst. Situiert in der jüngsten russischen Zeitgeschichte wird Anatolij zum unfreiwilligen Zeugen der Olympiade in Sotchi, der Krimannexion und der zunehmenden Repressalien gegenüber Oppositionellen und Andersdenkenden. Seine Geschichte fungiert somit als Chronik der Ereignisse, die wir westlichen Leser in den letzten Jahren gebannt und mit Schrecken vor dem Fernseher verfolgt haben. Katharina Johanna Ferner erzählt die Geschichte ihres Antihelden dabei auf skurrile und sympathische Art und Weise. Der Text lädt stetig zum Schmunzeln ein und wartet mit subtilen Anspielungen zu den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen in Russland auf. Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste ist ein moderner und intelligenter Roman, der das Können seiner Autorin bezeugt. Warum dann letztlich nur 3 Sterne? Auch ein kluger Roman kann mal am Leser vorbeigehen und genau das ist mir leider passiert. Das liegt zum einen an der Erzählweise: Die Autorin schildert in atemberaubenden Tempo und in extremen Zeitraffern Anatolijs Leben und die Ereignisse, die ihm widerfahren. Dabei blieb für meinen Geschmack zu viel auf der Strecke: Entwicklungen schienen unmotiviert und assoziativ, manche Erzählstränge endeten abrupt. Vor allem fiel es mir so schwer, eine Beziehung zu den Figuren und dem Erzählten aufzubauen. Sicher, Anatolij ist liebenswert gestaltet, aber mehr als eine irgendwie sympathische Figur konnte ich mir nicht vorstellen: Sein Alter, sein Aussehen, seine wesentlichen Charakterzüge, das alles blieb noch nach knappen 150 Seiten schemenhaft und skizziert. Die angesprochene Seitenzahl ist ein weiterer Punkt: In diesem doch schmalen Büchlein taucht eine Vielzahl von Figuren und eine noch größere Zahl an Problemen und Konflikten auf: Eine Verlobung, die es zu verhindern gilt; ein Homosexueller, dessen Outing zu einigen Problemen führt; eine Schwangerschaft, die eigentlich unpassend kommt; die Liebe zu einer Ukrainerin in der Zeit des Krieges; die immer noch drückende Abwesenheit der flüchtigen Exfrau etc. Hier wäre für mich weniger mehr gewesen, so schien mir der Roman für seine geringe Seitenzahl doch zu überfrachtet. Last but not least: Die Sprache. Die Autorin schreibt eigenwillig und nach meinem Empfinden haben sich einfach zu viele „Fehler“ in den Text eingeschlichen: Einige Wendungen und Ausdrücke erklären sich zwar wohl dadurch, dass diese im Österreichischen (Muttersprache der Autorin) durchaus gebräuchlich sind, andere sind aber wohl – so klärte es sich in der Leserunde auf – auf stilistische Entscheidungen zurückzuführen. Abgesehen davon, dass ich in diesen Abweichungen keine Systematik (und somit auch keinen Stil) erkennen konnte, hätte man dies in einem kurzen Vorwort ansprechen sollen, da nur die wenigsten Leser die Chance besitzen, direkt mit dem Autor eines Textes Rücksprache über diesen zu halten. So hegt der unwissende Rezipient nach einigen Seiten doch eher den Verdacht, dass die Erzählung einfach ungenügend lektoriert wurde. Auch mich ließen diese Wendungen – trotz Aufklärung – immer wieder straucheln; daher und aufgrund der anderen genannten Faktoren blieb mir der Zugang zu Geschichte letztendlich verstellt. Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste ist ein Debüt mit viel Potenzial, das mich aber nicht voll erreichen konnte. Aufgrund der skurrilen Erzählweise und dem sympathischen Protagonisten wird es jedoch seine Fans finden.

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  • Der Mann, der eine einzige Hoteltür öffnete, und ein ganzes Land hineinließ...

    Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste

    Aspasia

    04. November 2015 um 15:30

    Wenn einer eine Reise tut…dann kann er was erleben. Gewöhnlich ist damit ein von Montezuma verordneter 48 Stundenaufenthalt auf dem Hotelklo oder ein fieser Ganzkörpersonnenbrand inklusive Fußsohlen und Ohrmuscheln gemeint, der liebenswerte Protagonist des wunderbar ironischen Debutromans Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste Katharina Ferners, geht da noch ein kleines bisschen weiter und das so ganz nebenbei aus purer Höflichkeit. Der bis dato unauffällige Angestellte eines Moskauer Gasunternehmens, Anatolij Petrowitsch, ein Mann in den besten Jahren, der gerade seine gesamte Energie eingesetzt hat, seine geliebte Tochter davor zu bewahren, sich mit einem brotlosen Puschkin des 21. Jahrhundert zu verloben, gewinnt im Jahr des Superlativs der russischen Selbstdarstellung eine Reise zur Eröffnungsveranstaltung der olympischen Winterspielen in Sotschi. Etwas überrumpelt und aus Mangel an weiblichem Personal in seinem Privatleben, als Vater einer nun erwachsenen Tochter, deren Mutter sich in einer Nacht und Nebel Aktion mit einem deutschen Diplomaten ins damals klassenfeindliche Ausland abgesetzt hatte, war seine karge Freizeit in den darauf folgenden Jahren mit Erziehung und regelmäßigen Einbestellungen beim russischen Geheimdienst ausgefüllt, gibt er spontan seinen Arbeitskollegen Michael als Begleitperson an. Vor Ort in der euphorisierten Feierstimmung aus Nationalstolz, neu erwachter Männlichkeit und einer nicht unerheblichen Menge Alkohol, kommt es zu einem Filmriss, so dass am Morgen danach nichts mehr ist wie noch zuvor. Anatolij beschließt dem unangenehmen Gefühl des Nichtwissens und dem matschigen Moskauer Winterwonderland zu entfliehen. Er, der seit 20 Jahren keinen der ihm zustehenden Urlaubstage angetreten hat, überredet seinen Vorgesetzten seine spontane Erholungsreise in wärme Gefilde auf die bruderstaatliche Krim als Dienstreise zu deklarieren. Doch statt im warmen, weichen Sand unter Palmen zu liegen, gerät der konfliktscheue Antiheld auf der Suche nach Ruhe mitten hinein in die Unruhen des ukrainisch-russischen Krimkonflikts. Er wird verhaftet und verbringt, nur von russischen Geheimdienstverhören unterbrochen, seine restlichen Urlaubstage mit der ukrainischen Journalistin und unerschrockenen Regimekritikerin Tatjana auf dem harten Boden einer ungastlichen, ukrainischen Schule hockend. Während draußen die Russen mit aller Gewalt die Krim unterwerfen, infiltriert die attraktive Tatjana den, durch seine Fähigkeit der selektiven Wahrnehmung, wohligen Nationalstolz ihres Mithäftlings, so dass er, wieder zurück in seiner Heimatstadt, das Leben in Russland immer häufiger durch die regimekritischen Augen Tatjanas sieht. Unbedingte Leseempfehlung für alle, die einen humorigen Blick in den Alltag der Menschen in Putins Russland wagen wollen. Ein liebenswerter Antiheld, gut gezeichnete Nebenfiguren, ein ironischer Erzählton, der gerade wegen seiner kritischen Seitenhiebe die Liebe der Autorin zu diesem Land und seinen Menschen verrät. Ein Land, das bevölkert ist von neuen, jungen Puschkins, die die lang ersehnte Freiheit Russlands mit dem Laptop erschreiben wollen, von alten Gevattern, die der konservierte Stolz auf Mütterchen Russland jede Veränderung ausblenden lässt, von rund gesichtigen Babushkas, die wie eh und je ihre Tage damit verbringen die Enkelkinder zu hüten und Unmengen an Nahrungsmitteln für die heilige Familie herzustellen, die sich trotz aller Zerwürfnisse wenigstens am Wochenende in der Birkenholz-Datscha noch zusammenzufinden hat und vom Pawlowschen Reflex der Hasstirade des staatstragenden Fernsehsenders gegen eine Bart tragende Sängerin als europäische Botschafterin der Toleranz. Ein höchst ironisches Kaleidoskop von Eindrücken eines dämonisierten Landes.

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  • Kleine und große Revolutionen

    Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste

    Legeia

    01. November 2015 um 10:05

    Klappentext: Wenn Anatolij Petrowitsch gewusst hätte, welche Schwierigkeiten ihm ein kleiner Urlaub beschert, wäre er wohl einfach in Moskau geblieben. So bringt ihn ein fälschlicherweise als Dienstreise ausgewiesener Auslandsaufenthalt ins Visier der russischen Ermittler. Aber da ist ja auch noch Tatjana, die in Ungnade geratene ukrainische Journalistin, die sein Leben nachhaltig verändert, seine Tochter, die einen Nichtsnutz ehelichen will, und Michail, der auch ganz andere Probleme hat. Ein Schulterklopfen von Präsident Putin hilft da nicht viel. Anatolij Petrowitsch, der am liebsten seine Ruhe hätte, sieht sich plötzlich zwischen den Fronten, wird vom Geheimdienst verfolgt, und ist gezwungen, seine eigene Position zwischen Nationalstolz und Regimekritik neu zu definieren. Die Autorin: Katharina Johanna Ferner wurde 1991 in Salzburg geboren. Seit 2009 lebt und schreibt sie vorwiegend in Wien, wo sie ihren Bachelor in Slawistik Russisch abgeschlossen hat. Aktuell studiert sie an der Universität Wien Deutsch als Fremd-/Zweitsprache im Master. Neben ihren Texten schreibt sie auch Rezensionen für das österreichische Bibliothekswerk, sowie für die junge Literaturzeitschrift &Radieschen. Meine Meinung: Anatolij Petrowitsch ist russischer Staatsbürger, Angestellter, Vater einer Tochter, die einen Schriftsteller ehelichen möchte - sehr zum Leidwesen von Anatolij - und findet sich eines Tages zwischen den Fronten wieder. Unfreiwillig, denn sein Leben verlief bisher bis auf das Verschwinden seiner Ehefrau unspektakulär, eingefahren, geradezu normal. Doch ein Urlaub auf der Insel Krim verändert ihn, verändert sein Leben und somit auch sein Denken. Anatolij lernt dort die ukrainische Journalistin Tatjana kennen, die mit ihrer Hingabe und der Verheißung auf frischen Wind gehörig sein bisher gekanntes Dasein durcheinanderwirbelt. Plötzlich gerät Anatolij in den Fokus der Regierung und das löst eine Revolution aus, nicht nur im Land, wie er meint, sondern auch in ihm selbst. Mit feiner Ironie, Wortwitz und gezielten Seitenhieben erzählt Katharina Johanna Ferner aus dem Leben eines Mannes, der voller Nationalstolz seiner Arbeit nachgeht und doch im Innern Zweifel am System hegt. Dabei ist es Anatolij wichtig, seine Tochter Elisaweta zu schützen, deren Entscheidung, einen Mann zu heiraten, der von der "brotlosen Kunst" lebt, ihm eine Menge abverlangt. "Für seine Tochter würde er vielleicht eine Ausnahme machen. aber er hoffte dennoch, das Problem Schwiegersohn auf andere Weise lösen zu können. Anatolij wusste nicht, ob er sich im Falle eines Mordes die Straffreiheit leisten könnte, er hatte gehört, die Richter würden immer teurer." Anatolij schlittert in die haarsträubendsten Situationen, in denen er sogar noch die Ruhe bewahrt und sich keiner Schuld bewusst ist - wie denn auch? Er ist ein liebenswerter Protagonist, der einfach nur etwas erleben will. Sei es mit seinem Arbeitskollegen Michail, der gern bunte Hemden trägt und offenbar auf Männer steht, oder mit Tatjana, die ihm langsam die Augen öffnet. Der Ukraine-Konflikt, die Olymischen Spiele und der Songcontest sind die tragenden Themen in dieser Geschichte, die einmal mehr ein Schmunzeln, heftiges Kopfnicken und viele Aussagen zum Nachdenken beschert. Dabei wird auch die homophobe Haltung Russlands behandelt, denn auf dem Cover erkennt man schon eine Kunstfigur, die für Aufsehen sorgt. Am Ende des Buches findet man ein kleines Glossar, das Auskunft über evt. unbekannte Namen und Begriffe gibt. Voll trockenem Humor, politisch aktuell und mit einer Hauptfigur, die man einfach mögen muss. 5 Sterne.

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  • Debütautoren 2015 - neue Bücher entdecken, lesen & empfehlen!

    elane_eodain

    Auf in ein neues Jahr, in dem wir gemeinsam deutschsprachige Debütautorinnen und -autoren und ihre Bücher entdecken! ________________________________________________________________  Da Dani vom lovelybooks-Team zeitlich die Betreuung dieser Aktion nicht mehr schafft, übernehme ich das in diesem Jahr und hoffe, dass ich dem gerecht werden kann. Denn diese schöne Aktion soll fortgeführt werden, damit wir wieder gemeinsam Debüts entdecken, zusammen lesen und - wenn sie uns gefallen - weiterempfehlen können. Bei den tausenden Neuerscheinungen in jedem Jahr haben es deutschsprachigen Debütautoren schwer sich zwischen den Bestsellerautoren und vielen Übersetzungen durchzusetzen. Wir möchten das gemeinsam ändern. Bestimmt werden wir wieder besondere Buchperlen entdecken können! ________________________________________________________________  Ablauf der Debütautorenaktion: Es geht darum, möglichst viele Bücher deutschsprachiger Debütautoren zu lesen, also Bücher von Autoren, die erstmalig zwischen 1. Januar 2015 bis Ende 2015 ein Buch/einen Roman in einem Verlag veröffentlichen und gerne selbst aktiv bei der Aktion mitmachen möchten. Von Seiten des lovelybooks-Teams selbst werden wieder Leserunden und Buchverlosungen gestartet, die die Kriterien für die Debütautorenaktion erfüllen, und auch passende Aktionen, die von Verlagen & Autoren gestartet werden, zählen mit. Außerdem dürft Ihr auch selbst gerne Autoren vorschlagen - am besten schickt Ihr dazu eine Nachricht an mich mit dem Namen der Autorin/des Autors und einem direkten Kontakt, dann werde ich sehen, was sich da machen lässt. Wenn Ihr diesem Thema folgt, könnt ihr eigentlich nichts verpassen. Ziel ist es 15 Debüts bis spätestens 29. Januar 2016 zu lesen und zu rezensieren. 'Debütautor/in' ist, wer bisher noch kein deutschsprachiges Buch in einem Verlag veröffentlicht hat und im Jahr 2015 nun das erste Buch bzw. die ersten Bücher in einem Verlag erscheint/erscheinen. Eine Ausnahme bilden Romandebüts sowie das erste Buch unter dem eigenen Namen oder einem neuen Pseudonym. Diese zählen ebenfalls. Alle Bücher, die im Debütjahr der Autorin/des Autors erscheinen und zu denen es Aktionen mit Autorenbeteiligung gibt, sind dabei. Das heißt, es können auch mehrere Bücher einer Autorin/eines Autors zählen, nicht nur der Debütroman. Wichtig: Es werden keine Ausnahmen gemachen, wenn der Erscheinungstermin vor 2015 lag oder das Buch nicht in einem Verlag erscheint. Außerdem muss die Autorin/der Autor in irgendeiner Form selbst an der Aktion teilnehmen, wie beispielsweise die Leserunde begleiten, an einem Tag Fragen beantworten o. ä. Wie kann man mitmachen? Schreibt hier im Thread einen Beitrag, dass ihr mitmachen möchtet. Ich verlinke dann diesen Beitrag unter eurem Mitgliedsnamen in der Teilnehmerliste. Bitte nutzt euren Anmeldebeitrag auch, um euren Lesefortschritt mit allen Rezensionen von gelesenen Debüts festzuhalten - ihr müsst nicht jede Rezension extra posten, sondern es reicht diesen Sammelbeitrag aktuell zu halten. Der Einstieg in die Aktion ist jederzeit möglich. Die Teilnehmer- und die Punkteübersicht werden aber nur alle paar Wochen, in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Wenn ich eine Aktualisierung durchgeführt habe, weise ich in einem neuen Beitrag darauf hin. Weitere Informationen Ihr könnt euch ab sofort hier für die Aktion anmelden, aber auch ein späterer Einstieg ist möglich. Es wird über das Jahr verteilt Leserunden und Buchverlosungen geben, bei denen man Bücher gewinnen kann, die hier zur Debütautorenaktion zählen. Somit kann sich ein Einstieg jederzeit noch lohnen. Es ist nicht schlimm, sollte man sich für die Aktion anmelden und später keine 15 Bücher schaffen. Ziel ist es doch vor allem tolle neue Autoren und Bücher kennen zu lernen. Hörbücherversionen der Bücher zählen ebenfalls. Unter allen, die es schaffen 15 deutschsprachige Debüts (aus den angehängten Büchern) im Jahr zu lesen/zu hören und zu rezensieren, wird am Ende eine kleine Überraschung verlost, gesponsert von lovelybooks. Und wie bei Überraschungen üblich, bleibt der Inhalt bis zum Auspacken geheim. ;-) Bitte listet wirklich nur Rezensionen zu den unten angehängten Büchern auf. Wenn ihr ein Buch entdeckt, von dem ihr denkt, dass es zählen müsste, schreibt mir bitte eine Nachricht und ich überprüfe das (wenn nötig in Rücksprache mit dem lovelybooks-Team). Diese Bücher dann bitte auch erst in Euren Rezensionslinks auflisten, wenn meine Zusage gemacht ist bzw. das Buch im Startbeitrag angehängt ist. Habt bitte Verständnis dafür, wenn meine Antwort auf eine Anfrage mal etwas länger dauert. Ich betreue diese Aktion in meiner Freizeit und habe dementsprechend nicht jeden Tag ausreichend Zeit, um sofort zu reagieren. Aber ich gebe mir Mühe, versprochen! Und sollte ich Leserunden/Buchverlosungen übersehen, die hier eigentlich zählen müssten, dann habt bitte auch da Nachsicht und schreibt mir eine PN. Wenn der Titel tatsächlich passt, werde ich diesen dann an den Starbeitrag anhängen. Jede Unterstützung dahingehend ist mir sehr willkomen! Ich wünsche uns allen viel Spaß & Freude beim Entdecken neuer Autoren und ihren Büchern, sowie beim Plaudern! :-) ________________________________________________________________  Für Autoren: Du bist Autorin/Autor und veröffentlichst in diesem Jahr Dein erstes Buch in einem Verlag? Du möchtest Dich an der Debütautorenaktion beteiligen? Dann schreib eine Mail an Marina.Mueller@aboutbooks.de für weitere Informationen! ________________________________________________________________  PS: Natürlich darf hier im Thread auch munter geplaudert werden - ob über Erfahrungen, Lesewünsche oder Lieblingsautoren usw. - dazu sind alle Leser und (Debüt-)AutorInnen herzlich eingeladen, egal wann ihre Bücher erschienen sind. Ebenso dürft ihr gern Freunde und Autorenkollegen zu dieser Aktion einladen.  ________________________________________________________________  Aktuelle Leserunden und Buchverlosungen: (HINWEISE: Zur besseren Übersicht lösche ich ältere Links nach und nach, alle Bücher bleiben aber unten angehängt, so dass man mit einem Klick auf ein Buch auch leicht die dazugehörige Lese-/Fragerunde/Verlosung finden kann. Die Angaben zur Bewerbungsfrist sind ohne Gewähr.) Teilnehmer: (insgesamt 156 Teilnehmer und bisher 893 gelesene Debüts) Auswertung: 01.02.2016, aktualisiert am 02.02.2016 - 73california 0 von 15 Debüts - Alchemilla 0 von 15 Debüts - Allegra2014 0 von 15 Debüts - Anja_Seb 22 von 15 Debüts - CHALLENGE GEMEISTERT! - annabchzk 0 von 15 Debüts - Annabel 0 von 15 Debüts - annlu 17 von 15 Debüts - CHALLENGE GEMEISTERT! - Areti 15 von 15 Debüts - CHALLENGE GEMEISTERT! - Arizona 3 von 15 Debüts - Bambi-Nini 4 von 15 Debüts - BeaSurbeck 9 von 15 Debüts - Bellis-Perennis 20 von 15 Debüts - CHALLENGE GEMEISTERT! - Biest 10 von 15 Debüts - birdsong 0 von 15 Debüts - BookfantasyXY 7 von 15 Debüts - Bookflower 1 von 15 Debüts - Brilli 11 von 15 Debüts - Buchblume 3 von 15 Debüts - Bücherwurm 0 von 15 Debüts - Buchraettin 17 von 15 Debüts - CHALLENGE GEMEISTERT! - BUECHERLESERjw 0 von 15 Debüts - CaptainSwan 0 von 15 Debüts - Caroas 3 von 15 Debüts - Cellissima 2 von 15 Debüts - ChAoT89 0 von 15 Debüts - chatty68 7 von 15 Debüts - Chiara-Suki 0 von 15 Debüts - Chirise 1 von 15 Debüts - ChrischiD 15 von 15 Debüts - CHALLENGE GEMEISTERT! 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