Katharina Liebsch Jugendsoziologie

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Inhaltsangabe zu „Jugendsoziologie“ von Katharina Liebsch

Das Buch führt ein in die Grundlagen, Themenvielfalt und Zugänge jugendsoziologischer Forschung. Es diskutiert verschiedene Konzeptionen von Jugend als Lebensphase, als Generation, als Lebenswelt und als soziale Gruppe und stellt ausgewählte theoretische Perspektiven und empirische Studien sowie historische und zeitdiagnostische Befunde vor. Die Palette der behandelten Themen umfasst die Rolle und Bedeutung des Körpers im Prozess des Aufwachsens, die Dynamik und Veränderungen von Jugendkulturen und Lebensstilen wie auch ein Nachdenken über die Funktion sogenannten Risikoverhaltens, wie z.B. erhöhtem Alkoholkonsum oder Selbstverletzendem Verhalten. Darüber hinaus werden grundlegende Unterschiede zwischen Jugendlichen – männlich/weiblich, privilegiert/marginalisiert, deutsch/eingewandert – in den Blick genommen, um das Konstrukt "Jugend" in seinem Facettenreichtum zu veranschaulichen.

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  • Rezension zu "Jugendsoziologie" von Katharina Liebsch

    Jugendsoziologie

    michael_lehmann-pape

    24. May 2012 um 13:47

    Theoretische Perspektiven und empirische Studien „Jugend“ ist nicht mehr als ein Wort, eine Bezeichnung, die gefüllt werden muss, um genau zu fassen, wer durch die Nutzung des Wortes als „Jugend“ klassifiziert wird und auf welche Art und Weise dies jeweils geschieht. Schon dieser Einsatz des Buches von Katharina Liebsch zeigt auf, welche Notwendigkeit eine saubere Differenzierung und Füllung des Fachgebietes besteht. Und dies sowohl in der genaueren Alterseinschränkung, vor allem aber in der Frage der Variationen der Vorstellung von einer eigenen, spezifischen Kultur des Jugendalters. Nicht zu vergessen ist hier auch, dass „Jugend“ eine soziale Klassifikation darstellt mitsamt einer Einordnung in Machtstrukturen und in Gewaltenteilung. So ergibt sich für die verschiedenen Beiträge des Buches die reflexive Aufgabenstellung der Veranschaulichung des Denkens und der Arbeitsweise der adoleszenztheoretischen Jugendforschung im Rahmen eines fortwährenden und nicht abgeschlossenen Prozesses. Im weiteren bietet das Buch im Rahmen dieser Erkenntnisse und Leitfäden zunächst einen Blick auf die „Soziologie einer Lebensphase und einer sozialen Gruppe“, wobei die Fragen nach „Ritualität und symbolischen Beziehungsanzeigen“ aufschlussreich den eigenen Lebensstil eines „Doing Adolescence“ interessant vor Augen führt. Neben verschiedenen auch methodischen Erläuterungen nehmen die Autoren im Buch systematisch jene Bereiche in den Blick, die in der Breite dem Alter der Jugend durchaus vorrangig zuzuordnen sind. Szenen und Stile, mithin Jugendkulturen in allgemeiner, soziologischer Betrachtung, aber auch konkret in Bezug auf Gothic und digitales Jugendleben werden hier einprägsam ebenso differenziert betrachtet und vorgestellt, wie „Körper und Körperlichkeiten“ mitsamt der damit verbundenen Inszenierung durch Jugendliche, die Erfahrungen körperlicher Veränderungen, der zentrale Stellenwert von Peer Beziehungen und das breite und für Jugendliche immer komplexer werdende Feld der Lebensplanung und der Zukunftsorientierung (mit einer ebenso breiten Betrachtung der Realität und der Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements als „Praxis und Orientierung“). Durchaus aber auch „heiße Eisen“ finden sich im Buch, die Fragen der Gewalt gegen sich selbst und gegen andere, das „Ritzen“ wird behandelt, aber auch Gewalt aus Ausdruck und Folge der Schwierigkeiten, sich sozial zu integrieren werden nachvollziehbar und stichhaltig vorgelegt. In wesentlichen Bereichen erweitern die Autoren die sozialwissenschaftliche Sicht mit Hilfe der psychoanalytischen Forschung, was unter anderem im Blick auf die Auswirkungen der körperlichen Entwicklungen („Die Aufdringlichkeit des Körpers““ eine differenziertere Sichtweise eröffnet. Wie sehr „der Körper“ als „zentrales Vermittlungsinstrument“ eine wesentliche Funktion der Entwicklung übernimmt und „Austragungsort innerer Spannung“ ist, ist hier nur eine der wichtigen Darlegungen im Buch. Mit einem breiten und zugleich differenzierten Ansatz geht vornehmlich Katharina Liebsch selbst den wesentlichen Bereichen der „Jugend“ aus aktueller sozialwissenschaftlicher Sicht nach und legt so eine fundierte Darstellung des Themas und des aktuellen Standes der Forschung dar, welcher gleichermaßen für Lehrende wie Lernende, aber auch im Feld der Jugend Arbeitende eine wichtige Hilfestellung zur differenzierten Erfassung der „Jugend“ ist.

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