Katharina Müller Rosie und die Suffragetten

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Inhaltsangabe zu „Rosie und die Suffragetten“ von Katharina Müller

Als die junge Rosie 1906 Nordengland verlässt, um in London eine Anstellung als Dienstmädchen im Haushalt von Emmeline Pankhurst anzutreten, ahnt sie nicht, welchen Einfluss diese berühmte Frauenrechtlerin auf sie haben wird.
Beflügelt durch zahlreiche Begegnungen mit schillernden Persönlichkeiten, die Pankhursts legendären Salon besuchen, beschließt Rosie, sich für das Frauenwahlrecht politisch zu engagieren. Seite an Seite mit anderen Gleichgesinnten plant das umtriebige Hausmädchen politische Aktionen und Anschläge und demonstriert nicht nur vor dem Frauengefängnis Holloway, wo Emmeline Pankhurst in den Hungerstreik tritt. Trotz aller Aktivitäten bleibt aber doch ein wenig Zeit für die Liebe, und als Rosie den attraktiven Hafenarbeiter George trifft, glaubt sie, den Richtigen gefunden zu haben. Wenn da nur nicht plötzlich die hinreißende, sommersprossige Jane auftauchen würde, die Rosie magisch in den Bann zieht …
In Rosie und die Suffragetten lässt Katharina Müller die Jahre 1906-1918 lebendig werden und erzählt ein wichtiges Kapitel aus der Geschichte der ersten Frauenbewegung.

Eine nette Geschichte, doch leider nicht sonderlich gut erzählt!

— Wortteufel

Kurzweilige Unterhaltung mit Lerneffekt über das Frauenwahlrecht um 1910 in England, aber mit rosarotem Ende

— bearelic

Ein kurzer Abschnitt der Frauenbewegung in England. Kurz aber gut geschrieben

— --Mia--

Interessanter fiktiver Einblick in die Frauenbewegung des 20. Jahrhunderts. Für mich noch weiter ausbaufähig, aber nicht unbedingt schlecht.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Wer sich für die englischen Suffragetten interessiert, wird mit diesem Buch ein kurzweiliges Lesevergnügen haben.

— Sick

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  • Die harterkämpften Anfänge des Frauenwahlrechts in England oder Wie man eine „Suffragette“ wird.

    Rosie und die Suffragetten

    bearelic

    15. November 2015 um 21:20

    Rosie und die Suffragetten Klappentext: Als die junge Rosie 1906 Nordengland verlässt, um in London eine Anstellung als Dienstmädchen im Haushalt von Emmeline Pankhurst anzutreten, ahnt sie nicht, welchen Einfluss diese berühmte Frauenrechtlerin auf sie haben wird. Beflügelt durch zahlreiche Begegnungen mit schillernden Persönlichkeiten, die Pankhursts legendären Salon besuchen, beschließt Rosie, sich für das Frauenwahlrecht politisch zu engagieren. Seite an Seite mit anderen Gleichgesinnten plant das umtriebige Hausmädchen politische Aktionen und Anschläge und demonstriert nicht nur vor dem Frauengefängnis Holloway, wo Emmeline Pankhurst in den Hungerstreik tritt. Trotz aller Aktivitäten bleibt aber doch ein wenig Zeit für die Liebe, und als Rosie den attraktiven Hafenarbeiter George trifft, glaubt sie, den Richtigen gefunden zu haben. Wenn da nur nicht plötzlich die hinreißende, sommersprossige Jane auftauchen würde, die Rosie magisch in den Bann zieht …In Rosie und die Suffragetten lässt Katharina Müller die Jahre 1906-1918 lebendig werden und erzählt ein wichtiges Kapitel aus der Geschichte der ersten Frauenbewegung. Inhalt: Kurz zur Erläuterung: eine „Suffragette“ ist eine Frau, die zu Anfang des oben erwähnten Jahrhunderts in England und Amerika für Frauenrechte, insbesondere das Frauenwahlrecht eintrat und eine Gleichberechtigung zwischen den gutbetuchten Herren und ihren Frauen in der Politik erreichen wollten. Katharina Müller konnte mich mit ihrem Buch „Rosie und die Suffragetten“ für ein interessantes und wichtiges Kapitel aus der Geschichte des Frauenwahlrechts begeistern. Der Schreibstil aus dem fiktiven historischen Roman, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England spielt, hat mir gut gefallen und ließ sich flüssig lesen, sodass hier trockene Politik-, Rechts- und Gesellschaftshemen durch die Einbettung vieler Hintergrundinfos und der herzensguten, sympathischen und engagierten Protagonistin auf 232 Seiten an Lebendigkeit dazugewinnen konnten. Mir gefiel der Blickwinkel durch Rosie auf die bekannte Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst und ihren Töchtern, die bis über ihre Schmerzgrenzen und die gute Etikette hinaus unbeirrbar für etwas eintraten, was Ihnen wichtig schien und selbst gesellschaftliche Abgrenzung, Folter und Gefängnisaufenthalte in Kauf nahmen. Der Autorin ist es gut gelungen ein authentisches Bild über die Frauenbewegung und ihren prägendsten Personen, die Lebensumstände aus den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten aus der damaligen Zeit und die Veränderungen des Landes durch den Krieg zu zeichnen. Man begleitet Rosie aus ihrer Kindheit auf dem Land hinaus ins unbegreiflich chaotische Stadtleben, in der die Protagonistin mehr durch Zufall und Glück, die Anstellung als Dienstmädchen im Hause Pankhurst erhält und ihr ein Leben auf der Straße erspart bleibt. So kann man miterleben, wie Rosie an Persönlichkeit dazugewinnt und sich zu einer starken, selbständigen und unabhängigen Frau mausert, die später selbst einen Beitrag in der Frauenbewegung leistet und feststellen muss, dass auch unter den Kämpferinnen für Gleichheit unter den Geschlechtern, einige gleicher sind als andere. Als Rosie dann selbst vor ihrer Hausherrin aufbegehrt und ihre Rechte als Dienstmädchen und aktive Suffragette einfordert, wird sie kurzerhand vor die Tür gesetzt und muss feststellen, dass sie dem Makel ihrer sozialen Unterschicht nicht entkommen kann. So bleibt Rosie nur ein weiterer Neuanfang mit einem etwas zu hervorsehbaren glücklichen Ausgang. Fazit: Katharina Müller hat einen sehr authentisch-glaubhaften, historisch-unterhaltsamen, wenn auch zum Ende rosarot-gezeichneten Roman aus der Sicht eines Mädchens der damaligen Unterschicht geschrieben. Die politische Überzeugung der Frauenbewegung und ihr energischer Kampf für mehr Gerechtigkeit kommen sehr deutlich rüber, die Schwierigkeiten die sie überwinden müssen und die sie stark gemacht haben diesen beschwerlichen Weg weiter zu gehen, macht Mut, dass eine Handvoll Menschen doch etwas bewirken können. Außer dem kitschigen Schluss, der sogar nicht zum vorangegangenem Schauplatz aus Widerstandskämpfen, dem Leben in den Londoner Ghettos und Kriegsnot passt, hat mich das Buch beeindruckt und zum nachdenken und recherchieren angeregt. Für jeden – der sich für das Frauen- und Wahlrecht, sowie das Leben in England um 1910 interessiert – eine Leseempfehlung zur kurzweiligen Unterhaltung mit Lerneffekt.

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  • Wahlen allein machen noch keine Demokratie.

    Rosie und die Suffragetten

    Sick

    Lancashire, 1908: Die junge Rosie arbeitet als Dienstmädchen im Haushalt des Ehepaares Banks. Die Arbeit ist ziemlich unbefriedigend für sie, denn sie kommt weder mit den Herrschaften, noch mit der Köchin besonders gut aus und die Bezahlung ist auch nicht gerade herausragend. Doch Rosies Mutter ist dagegen, dass sie sich eine Stelle in einer der örtlichen Fabriken sucht und Rosies Traum Lehrerin zu werden scheitert am fehlenden Geld. Nachdem ein Streit mit der Köchin eskaliert, setzt sich Rosie kurzerhand in den Zug nach London, den auch ihre Freundin Helen besteigen wollte. Leider verpassen sie sich und Rosie kommt vollkommen alleine in der Großstadt an. Dort findet sie Unterschlupf bei einer christlichen Frauenorganisation, die unter anderem Arbeitsstellen vermittelt. Schon nach kurzer Zeit bekommt Rosie eine Anstellung bei der Witwe Emmeline Pankhurst, die sich zusammen mit ihren Töchtern für das Frauenwahlrecht einsetzt. Bei den Suffragetten findet Rosie zum ersten Mal Anerkennung für ihre harte Arbeit und schon bald mischt sie selbst bei den politischen Aktionen mit...   "Rosie und die Suffragetten" lässt den langen, nervenaufreibenden Kampf für die Rechte der Frauen in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg lebendig werden. Schon gleich zu Beginn habe ich mich komplett im England der damaligen Zeit wiedergefunden und diese Atmosphäre wird bis zum Schluss aufrecht erhalten. In meinen Augen eine schöne, aber auch wichtige Leistung bei einem historischen Roman. Mit Details wird nicht gegeizt, egal ob es um Mode oder technische Errungenschaften geht, in den Häusern der betuchten Gesellschaft oder in den Slums des East End - stets war das Setting authentisch, aber nicht zu ausschweifend dargestellt. Bei den Charakteren war es ähnlich. Rosie ist die unangefochtene Protagonistin und man bekommt ein gutes Bild von ihr. Ihre Entwicklung dabei ist erstaunlich, im letzten Kapitel erkennt man beinahe nicht das schüchterne Mädchen aus Nordengland. Das ist gut gelungen, so etwas wünsche ich mir bei einem solchen Roman. Die anderen Figuren sind nicht so facettenreich dargestellt, aber die wichtigsten Eigenschaften sind präsent und eigentlich auch ausreichend. Es sind auch nicht zu viele Personen, sodass man nicht durcheinander kommt. Besonders interessant waren natürlich der Kampf ums Frauenwahlrecht und die politische Situation im England nach der Jahrhundertwende. Auch ohne viele Vorkenntnisse kann man der Handlung gut folgen und trotzdem wird man nicht mit Fakten erschlagen. Man erfährt, welche Aktionen die Frauenrechtler/innen damals durchgeführt haben, die legalen und die illegalen, welche Konsequenzen das hatte und ob sie Erfolg hatten. Und das alles quasi stets aus erster Hand, nämlich aus Rosies Perspektive. Mit dieser Erzählweise hatte ich keinerlei Probleme, vielmehr fühlte ich mich mittendrin im Geschehen. Eine kleine Liebesgeschichte darf bei den jungen Leuten nicht fehlen, aber diese hat nicht zu viel Raum eingenommen, sondern hat alles noch etwas lebendiger gemacht.   Wer sich für die englischen Suffragetten interessiert, wird mit diesem Buch ein kurzweiliges Lesevergnügen haben. Aber auch diejenigen, die sich noch nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, werden ihre Freude daran haben.

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    • 3

    Cridilla

    14. November 2015 um 06:07
  • Die Suffragetten sind los...

    Rosie und die Suffragetten

    --Mia--

    27. September 2015 um 23:40

    England und die Suffragettenbewegung sind für mich ein spannendes Thema. Ich würde mich jetzt nicht als radikale Feministin bezeichnen, aber genau wegen Frauen wie Rosie und restlichen Frauen der Suffragettenbewegung muss ich mir über das Wahlrecht für Frauen keine Gedanken mehr machen. Das Buch zeigt eine Zeit in der die Frauen für ihre Rechte und die herrschenden Missstände auf die Straße gingen. Anfangs wohl noch sehr wenige und sehr leise. Aufgrund der Ignoranz der damaligen Politiker wurde das Begehren und der Aufschrei immer lauter und auch brutaler. Das Buch " Rosie und die Suffragetten" zeigt mit dem Einband schon das Statement des ganzen Buches.  Die Autorin Katharina Müller nimmt uns zusammen mit der fiktiven Rosie in eine Zeit, in der in England die Frauen auf die Straße gingen. Hungerstreik, Bomben, Zwangsernährung und Gefängnisaufenthalte standen auf der Tagesordnung. Das Buch ist mit 232 Seiten kurz gehalten, deswegen gingen für mich manche Details verloren. Trotz der Kürze ist es der Autorin durch guten Schreibstil und Beschreibung hervorragend gelungen die Bewegung, die Umstände und auch die Personen authentisch Darzustellen.Man lernt viel über die damaligen Hintergründe und Umstände. Für mich ein leider etwas kurzes aber sehr gelungenes Lesevergnügen und absolut empfehlenswert.

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  • Und jetzt Damenwahl*! Oder doch lieber Stimme für alle?!

    Rosie und die Suffragetten

    Aspasia

    An einem Tag wie diesem, an dem die beste und innigste Freundin seit Kindertagen, die jede Not mit einem geteilt hat am Abend für immer nach London gehen wird. An einem Tag wie diesem, an dem man den Verlobten in den Armen einer Anderen erwischt. An einem Tag wie diesem, an dem aus einer kleiner Streitigkeit mit der zänkischen Köchin eine Rangelei mit angeschlagenem Kopf wird, das großes Geschrei die Hausherren alarmiert, man ängstlich nach dem Doktor durch die Straßen läuft. An einem Tag wie diesem kann es passieren, dass man am Bahnsteig steht, sich vom Haushaltsgeld für das Abendessen ein Ticket kauft  und mit nichts als dem, was man am Körper trägt, in einem Zug nach London fährt. Rosies unvorhergesehene Reise beginnt. Und manchmal ist eine Reise mehr als nur ein Ortswechsel. So auch in diesem historischem Emanzipationsroman “Rosie und die Suffragetten” von Katharina Müller, erschienen im Berliner Quer Verlag. Eine Übersprunghandlung also hat Rosie hierher gebracht. Ein junges Dienstmädchen, aus Lancashire, Nordengland, das sich eigentlich nur kurz von ihrer Freundin Helen, einer jungen Fabrikarbeiterin verabschieden wollte, sich dann aber Stunden später, in der 1908 mit 6 Millionen Einwohnern größten Stadt der Welt, wiederfindet. Mutterseelenallein, unter Kulturschock, ohne Helens Adresse, eine naive Provinzlerin, steht sie am Bahnhof und wäre, wie so viele vor und nach ihr, fast leichte Beute geworden. Dort begegnet ihr die bezaubernde und weltgewandte Jane. Eine Zufallsbekanntschaft, die ihr Geld für eine Limonade schenkt, ihr eine Arbeit in einem Lokal und Männerbekanntschaften anbietet, dann aber am Arm eines unruhig wartenden Kavaliers davon zieht. Ihr Versprechen bald wiederzukommen hält sie nicht, die gutgläubige Rosie wartet an diesem Tag vergebens auf ihre Rückkehr. Dafür lernt sie eine älteren Dame, Beth, vom “Christlichen Verein zur Unterstützung von in Not geratenen Dienstmädchen” kennen, die sich ihrer annimmt, sie einlädt sich ein paar Tage in ihrer Unterkunft auszuruhen. Die durch ihren Vater politisch sensibilisierte Rosie zögert, ob des von ihrem gewerkschaftlich engagierten Vaters oft zitierten Marx Ausspruch von der Religion als Opium fürs Volk, doch ihr Hunger und ihre Erschöpfung sind größer. Der Verein vermittelt Rosie wenig später als Dienstmädchen an der Haushalt der Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst, wo sie zusammen mit ihrer aufgeweckten und selbstbewussten Kollegin May, einem echten Großstadtmädchen, für den Frauenhaushalt zuständig ist. Mit einem Arbeitsvertrag der freie Tage und bezahlten Urlaub vorsieht, wähnt Rosie sich im Dienstmädchenhimmel. Ehrfurchtsvoll bewundert sie die Errungenschaften der Technik, die ihr in der Stadt und sogar im Haushalt selbst begegnen und ihr die Arbeit erleichtern.   Ihre Arbeitgeberin, Mrs Pankhurst, ist eine gebildete Frau des Bürgertums, Mutter von 5 Kindern und die Witwe eines bekannten Rechtsanwaltes. Sie hat 1903 mit ihren beiden älteren Töchtern Christabel, einer studierten Juristin, und Sylvia, Absolventin einer Kunsthochschule, den Verein Women’s Social and Political Union (WSPU) gegründet, unter der Maxime “Taten nicht Worte” kämpfen sie mit kreativen und radikaleren Methoden für das Frauenwahlrecht als andere Gruppierungen, die noch daran glauben es mit purer Lobbyarbeit  den männlichen Abgeordneten Parlaments abzuringen.  Aus Rosies Perspektive lernt der Leser nun die laut brodelnde, beängstigende und mitreißende, strahlend schöne und düster-schäbige Großstadt London kennen. Rosie genießt mit May das ungezwungene Leben einer jungen Frau, begegnet der aufregenden Jane wieder, zu der sie sich hingezogen fühlt, aber auch einen schüchternen, fleißigen Iren, der sie umschwärmt, liest begierig in den Büchern der Hausbibliothek, verdient mit dem Entwerfen und Nähen mit der elektrischen Nähmaschine im Haushalt zusätzliches Geld, wohnt den emotionalen Verstrickungen des Frauenclans bei, verfolgt den unter Einsatz von Gesundheit und Leben geführten Kampf der Suffragettenbewegung und lernt viele inspirierende, politisch engagierte Personen kennen, die im Haus ein und aus gehen. London tut ihr gut. Sie adaptiert das persönliche Mantra der jüngsten, der unkonventionellen Pankhurst Tochter, Sylvia “Nichts ist unmöglich!” und lernt, was wohl alle Frauen, in ihrem Leben lernen müssen, zu ihren Überzeugungen zu stehen, Dinge einzufordern, die ihr zustehen, es auszuhalten, dass einen nicht immer alle nett finden können. Auch Rosie wird Teil der Frauenwahlrechtbewegung, eingefangen von Emmelines Pankhurst Charisma, aber auch ihrem Despotismus, übernimmt sie bald eine ihr zugewiesene, immer aktivere Rolle und stellt schließlich fast erstaunt fest, dass auch unter den Kämpferinnen für Gleichheit unter den Geschlechtern, einige gleicher sind als andere. Denn die politischen Aktivistinnen sind nicht frei von Standesdünkel und als Rosies neues Selbstbewusstsein ihr, dem Dienstmädchen, eine Stimme gibt, reagiert die kritisierte Arbeitgeberin nicht anders als die Parlamentarier: erbost über das Einfordern von Gehör nutzt sie ihre Macht. Rosie wird entlassen. Kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs hat das Dienstmädchen sich emanzipiert, erst von ihrem Leben in Lancashire und dann von ihrer Ehrerbietung Emmeline Pankhurst gegenüber. Jetzt ist sie frei, lebt sie im East End und arbeitet auf Augenhöhe mit Sylvia, der Kämpferin für Arbeiterbewegung und Gründerin der East London Federation of Suffragettes (ELFS) , deren Freund und auch den Arbeiterinnen und Prostituierten, denen sie Nähunterricht gibt und kämpft mit ihnen gemeinsam für das Recht aller Frauen auf eine Stimme.  Das Ende von Rosie persönlicher Geschichte, nach dem ersten Weltkrieg, ist himmelblau, wie der Hintergrund des Buchcovers, mir too much. Die Autorin wollte ein Füllhorn voll Glück über Rosie ausschütten und tat dies in Form von einem Mann, der sie liebt, zwei Kindern, einer dritten Schwangerschaft und einer Tätigkeit als Handarbeitlehrerin, Wenn auch wir daran glauben, dass für Frauen alles möglich ist, dann hätte ich dieser wissbegierigen, kämpferischen jungen Frau ein andere Form von Glück gewünscht. Ein interessantes, sehr gut recherchiertes Sujet, die in Deutschland noch nicht sehr bekanntes Frauenwahlrechtsbewegung Großbritanniens, gut gezeichnete, glaubwürdige Figuren, bis hin zu den Nebenfiguren, ein Einblick in den Moloch London Anfang des 20. Jahrhunderts, man merkt dem Roman den Soziologinnenblick, einer mir etwas zu romantisch veranlagten, Autorin an. Ich hätte den Zuckerbäckerpastellteil gerne gegen noch etwas mehr “historischer Geschichte” eingetauscht, aber nicht alle Leserinnen sind so herzlose Luder. Für mich ein absolut empfehlenswerter historischer Roman. *Ausspruch von Clara Zetkin 1911, sozialistische Frauenrechtlerin, zur Idee des Klassenwahlrechts

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    • 3

    Aspasia

    23. September 2015 um 19:51
  • Frauenwahlrecht? Gibt es nicht, gibt es nicht!

    Rosie und die Suffragetten

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Die Frauenbewegung im 20. Jahrhundert Worum geht es in dem Werk? Katharina Müller zauberte mit „Rosie und den Suffragetten“ einen fiktiven historischen Roman, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England spielt. Mit einer „Suffragette“ ist dabei eine Frau gemeint, die zu Anfang des erwähnten Jahrhunderts in England und Amerika sich für Frauenrechte, insbesondere das Frauenwahlrecht eingesetzt (mehr gekämpft) hat. Die junge und äußerst naive Rosie verlässt 1908 ihr Heimatdorf Littletown unter unglücklichen Umständen. Seit dem Tod ihres Vaters arbeitet sie als Hausmädchen und kümmert sich auch finanziell um ihre mittlerweile alkoholabhängige Mutter, die anscheinend damit ihre Trauer zu bewältigen versucht. Ihr Traum Lehrerin zu werden ist damit auf der Strecke liegen geblieben. Angestellt als Dienstmädchen bei einer wohlhabenden Familie, hat Rosie es nicht leicht. Sie wird von der Köchin Mrs. Ramsay schikaniert, verdient kaum Geld und zu allem Überfluss erwischt sie ihren Verlobten mit einer anderen, während sie auf dem Markt Hühner besorgen soll. Von ihren Gefühlen überwältigt vergisst sie die Hühner und macht sich auf dem Weg zurück nach Hause, wo es deshalb prompt Ärger mit Mrs. Ramsay gibt. Der Streit eskaliert, Mrs. Ramsay fällt verletzt zu Boden und Rosie flüchtet. Nach London. Mit dem Geld das sie für die Hühner ausgeben soll, kauft sie sich ein Ticket nach London, da ihre Freundin Helen am Morgen zuvor ebenfalls dort hingereist ist. Am Bahnhof lernt sie zum ersten Mal Jane kennen, die sie unterstützen möchte und ihr einen netten Job anbietet. Jane verabschiedet sich und bitte Rosie zu warten, doch Jane kehrt nicht zurück. Nach langem Warten am Bahnhof wird sie von einer christlichen Organisation für in Not geratene Dienstmädchen aufgenommen, mit der Jane allerdings wenig zu tun hat. Von der Organisation aus wird Rosie an den Haushalt der Familie Pankhurst vermittelt. Dort geht es ihr sichtlich besser: Sie wird anders behandelt, verdient mehr Geld und muss nicht mehr so hart arbeiten wie vorher. Im Hause der Familie Pankhurst beteiligt sich Rosie an den politischen Aktionen der Familie, geht sogar mehrfach ins Gefängnis und macht sich durch das Sprengen eines Schuppens letztendlich strafbar. Rosie nimmt an den Demonstrationen zum Thema Frauenwahlrecht teil und engagiert sich aktiv, indem sie zahlreiche Veranstaltungen besucht und unterstützt. Währenddessen lernt sie den irischen Hafenarbeiter George kennen, der nicht nur so schüchtern ist wie sie, sondern auch die gleiche Angewohnheit hat zu stottern, während er spricht. Es herrscht eine aufrichtige Liebe zwischen den beiden, und auch wenn Jane öfters mal dazwischen funkt, kann sie nichts trennen. Der Roman endet einige Jahre nach dem ersten Weltkrieg und beschreibt im letzten Kapitel das nun gemeinsame Leben von Rosie und George als Mann und Frau. Schlecht ist der Roman auf jeden Fall nicht, meiner Meinung nach aber definitiv noch ausbaufähig. Nicht schön finde ich vor allem das Cover und die Rosie und die SuffragettenFormulierung des Klappentextes. Der Text verfälscht die Tatsachen und erweckt einen nicht ganz richtigen Eindruck, z.B „Als die junge Rosie 1908 Nordengland verlässt, um in London eine Anstellung als Dienstmädchen im Haushalt von Emmeline Pankhurst anzutreten…“ lässt vermuten, dass sie von vornherein beabsichtigt gehabt hätte, nach London zu gehen, was aber in Wahrheit ein relativ kurzer Entschluss war. Desweiteren sieht man auf der rechten Seite das Cover, von dem ihr euch eine eigene Meinung bilden sollt. Ich finde zwar, dass das Motiv passend ausgewählt wurde, mir gefällt der blaue Filter der darauf gelegt wurde jedoch nicht, da er dem ganzen einen, für mich zu weiblichen und niedlichen, Touch verleiht, der nicht unbedingt zu der Geschichte und nur bedingt zu dem Charakter von Rosie passt. Diese macht sich vom Tellerwäscher zum Millionär“ oder entwickelt sich von „rags to riches“ (ein hoch auf den american Dream!): Anfangs noch unsicher, schüchtern und unter schlechten Arbeitsbedingungen arbeitend, entwickelt sie sich von einer kleinen Raupe in eine wunderschönen Schmetterling. Beinahe zum Ende des Romans hin kehrt sie in ihr altes Heimatdorf Littletown zurück, was im wahrsten Sinne des Wortes little ist. Ihre alten Bekannten und Freunde erkennen sie nicht wieder, so vornehm und anständig sei sie geworden, und selbst Jimmy ihr Verlobter staunt nicht schlecht als er sie wiedersieht. Auch Mrs Ramsay, der es mittlerweile sehr schlecht geht, verzieht sich schnell als sie Rosie trifft, obwohl Rosie sich sogar für ihren Fehler entschuldigt. Das ist der Aspekt, den ich sehr schön finde. Katharina Müller schließt den Kreis und führt die Charaktere oder noch offenen Sachverhalte wieder zusammen, die zu Anfang oder auch mitten im Buch auseinander gedriftet sind. So ist die Geschichte in sich sehr stimmig und schlüssig und man kann das Buch ruhigen Gewissens zur Seite legen. Dies hat jedoch auch einen negativen Nebeneffekt. Die Geschichte wird ziemlich vorhersehbar. Es ist klar, dass Rosie George heiratet, auch wenn es erst so scheint als sei er durch einen Bombenangriff ums Leben gekommen, und das eben doch am Ende alles gut ausgeht. Rosie geht schlussendlich auch ihrem Beruf als Lehrerin nach beziehungsweise holt die Ausbildung nach und unterrichtet Mädchen im Nähen, was schließlich von Beginn an ihr eigentlicher Plan war. So fehlt es dem Roman leider etwas an Spannung, wie ich mir selber eingestehen muss. Was mir dafür wieder gut gefällt, ist das Katharina Müller sich sehr streng an die historischen Vorgaben hält und ihre eigenen Charaktere und Handlungen darum herum webt. Und was ich am Meisten geliebt habe: Rosie und George stottern zum Schluss nicht mehr! Die beiden sind ein super süßes Paar und man erlebt sie gerne zusammen. Wer Lust hat sich ein wenig in das Thema Frauenwahlrecht einzulesen, ohne zu viel trockene Geschichtstheorie aufzusaugen, sollte sich das Buch hier bestellen. Wer allerdings Frauen sowieso nur nervig findet und eigentlich gar nichts mit denen anfangen kann, sollte diesen Roman ruhig im Regal stehen lassen, hihi 😉 Schaut doch einmal auf meinem Literaturblog ahandfulofliterature.com vorbei :-)

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    • 2
  • Eine Suffragette mit Herz - und mit gesundem Menschenverstand

    Rosie und die Suffragetten

    TochterAlice

    22. September 2015 um 08:21

    Das ist die junge Rosie aus Lancashire in Nordengland, die es eher durch Zufall nach London verschlägt, wo sie - noch größerer Zufall - im Haushalt der als realen historischen Person bekannten Frauenrechtlerin Mrs. Pankhurst als Dienstmädchen eingestellt und auch flugs in die Bewegung eingebunden wird. Allerdings ohne eigene Rechte, denn trotz ihres Engagements in Sachen Frauen ist Mrs. Pankhurst den herkömmlichen Hierarchien verbunden - sie will das Wahlrecht für bessergestellte Frauen, ebenso wie es bereits bessergestellten Männern zusteht. Dennoch öffnet sie Rosie den Weg zu neuen Möglichkeiten, denn in diesem Haushalt lernt Rosie vieles kennen, über Umwege auch George, einen irischen Hafenarbeiter, der sie nicht loslässt - und sie ihn auch nicht. Doch auch die Bekanntschaft mit Sylvia, Mrs. Pankhursts wesentlich radikalerer Tochter, ist eine fürs Leben und bringt Rosie weiter. Im Stile eines historischen Romans und mit einer gehörigen Portion Humor obenauf erzählt die Autorin Katharina Müller hier von Rosies Geschicken und der Leser lernt eine Menge über die Aktivitäten der Suffragetten - quasi nebenher.  Ein ungewöhnliches und wichtiges Thema, das ich an manchen Stellen gerne etwas ausführlicher genossen hätte. So ist es bei einem ziemlich leichten, unterhaltsamen Roman geblieben, der mir aber jede Menge Anregungen für weitere Recherchen gegeben hat und den ich gerne weiterempfehle - allerdings eher als historischen Unterhaltungsroman!  Wer keine anderen Erwartungen hegt, wird eine Menge Spaß haben mit dieser wirklich netten Geschichte!

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  • Katharina Müller - Rosie und die Suffragetten

    Rosie und die Suffragetten

    miss_mesmerized

    Aus der Not und einem Zufall heraus verlässt die junge Hausangestellte Rosie 1906 ihre nordenglische Heimat, um in London nach einer besseren Zukunft zu suchen. Planlos in der Hauptstadt angekommen, wird sie glücklicherweise schnell an eine gute Stelle bei Mrs Pankhurst vermittelt, einer der führenden Persönlichkeiten der Frauenbewegung. Die neue Stelle führt das Mädchen in eine unbekannte Welt, in der Frauen sich widersetzen und für ihre Rechte kämpfen – egal mit welchen Mitteln. Aber sie wird auch schnell für die Zwecke der Suffragetten instrumentalisiert und gar kriminell. Es dauert eine Zeit, bis sie merkt, dass Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen nicht auch Gleichberechtigung auf sozialer Ebene bedeutet und sie auch weiterhin nur den Rang eines Dienstmädchens haben wird. Katharina Müller hat einen sehr authentischen, überzeugenden Roman über die Suffragetten Bewegung aus sicher eines gesellschaftlich weniger begünstigten Mädchens geschrieben. Die Faszination, die von den energischen jungen Damen ausgeht, wird sehr deutlich, auch die innere Überzeugung und der politische Wille, den die Bewegung getragen hat, kann man in jeder Zeile wieder finden – aber genauso auch die andere Seite, die Unzulänglichkeiten und die immer noch existenten Gedanken in sozialen Schichten, die streng voneinander getrennt werden. Die Entwicklung der Protagonistin ist glaubwürdig gezeichnet, wie sie sich vom unbeholfenen Landmädchen zur selbstbewussten Großstadtfrau entwickelt und zunehmend an Persönlichkeit gewinnt. Einzig der etwas kitschige Schluss hat mich persönlich an der Geschichte gestört, wo zuvor harter Realismus herrschte, der nicht die Augen vor der großen Not und den Missständen in den Londoner Ghettos verschließt, wird plötzlich eine Welt in rosarot gezeichnet, in der sich alles zum Guten wendet, das ist mir ein Tick zu verträumt.

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