Die Insassen

von Katharina Münk 
3,3 Sterne bei64 Bewertungen
Die Insassen
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Positiv (27):
Lisa11s avatar

Ein wirklich witziges Buch!

Kritisch (15):

bei mir ist es genau umgekehrt. Ich habe das Buch geschenkt bekommen und hatte mir vom Klappentext nicht so viel erhofft. Bis jetzt gefällt ...

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Inhaltsangabe zu "Die Insassen"

Börsengang auf STATION 4

Vier Insassen der Nervenklinik St. Ägidius bringen ihre Anstalt zunächst auf Kurs und anschließend an die Börse. Schließlich sind sie vom Fach – handelt es sich doch um drei ehemalige Topmanager und eine Chefsekretärin. Ohnehin ist Exfinanzvorstand Dr. Wilhelm Löhring überzeugt, die Klinik sei seine eigene Firma. Sofort will er sein Unternehmen mithilfe der drei Insider flottmachen. Da im Zeitalter der anonymen digitalen Kommunikation und mit einer entsprechenden Reputation in der Wirtschafts-Community alles möglich ist, gerät der Börsengang zu einem vollen Erfolg.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423212991
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.06.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.11.2009 bei Jumbo erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Wanderschneckes avatar
    Wanderschneckevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Tolle Idee für eine Story! Das Gefühl, dass diese noch mehr gekonnt hätte, bleibt zurück.
    (Wahnsinniger?) Börsengang einer Nervenklinik

    „Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.“

    Mit diesem Zitat gelingt Mark Twain ein unbeabsichtigter Fingerzeig auf den Inhalt von Münks „Die Insassen“. Drei Topmanager und eine Chefsekretärin finden sich unabhängig voneinander im Hochreitertrakt der Nervenklinik St. Ägidius wieder – überarbeitet, übergeschnappt, realitätsfern - oder doch realitätsnah? Die Grenzen scheinen fließend zu sein und nicht selten fragt man sich bei der Lektüre, wer verrückt ist, verrückt handelt oder ob der ein oder andere Protagonist mit seiner Abkehr vom realen Leben eine für sich erstrebenswertere Realität entdeckt hat. In ihrem Roman stellt Münk die Lebensgeschichten der Protagonisten dar, beschreibt deren Eintreffen in der Nervenklink St. Ägidius und deren langsames Zusammenwachsen. Dabei werden insbesondere die Charaktere Winter und Dr. Löhring ins Zentrum gestellt. Auf Löhrings Betreiben planen die Protagonisten – von der Klinikleitung unbemerkt und an dieser vorbei – den Börsengang des Hochreitertrakts bzw. der Klinik. Es wird analysiert, diskutiert sowie ein Konzept erstellt, das Erfolg verspricht (und auch für den Leser nicht abwegig erscheint). Spätestens als externe Partner ins Boot geholt werden müssen, sorgen die Ereignisse für Situationskomik.

    Der Roman basiert auf einer tollen Idee, deren Umsetzung mich in weiten Teilen, aber nicht vollständig überzeugen konnte. Die gut gewählten Charaktere blieben für mich teilweise etwas blass (abgesehen von Winter und Löhring) und an der einen oder anderen Stelle beschlich mich das Gefühl, dass mehr Witz, Konflikte und Menscheleien möglich gewesen wären. Auch mehr Interaktion mit der Klinkleitung hätte mir gut gefallen.

    Fazit: Netter Roman für Zwischendurch, dessen Story-Idee Lust auf mehr gemacht hätte.

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    Lisa11s avatar
    Lisa11vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wirklich witziges Buch!
    Dieses Buch hat immer wieder meine Stimmung gehoben!

    Ich war sehr gespannt, und auch skeptisch, was auf mich zukommt. Denn nicht jedes Buch, was von sich behauptet, witzig zu sein, ist auch witzig. Doch "Die Insassen" hat es geschafft.
    Ich war von der ersten Minute an gefesselt und musste immer wieder über diesen unterschwelligen und so typischen Humor von den Leuten direkt aus dem Leben lachen. 
    Der Autor schafft es, die Figuren wunderbar zu beschreiben, mit Mimik und inneren Eigenschaften ... einfach herrlich!

    Es hat sich gelohnt, Dr. Wilhelm Löhring und seinen beiden Kumpanen durch die Nervenklinik zu folgen!

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    pardens avatar
    pardenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Intelligente Unterhaltung mit ungewohntem Plot - mir hat es gefallen!
    Wer ist hier verrückt?

    WER IST HIER VERRÜCKT?

    Drei Insassen der Nervenklinik St. Ägidius bringen ihre Anstalt zunächst auf Kurs und anschließend an die Börse. Schließlich sind sie vom Fach - handelt es sich doch um drei ehemalige Topmanager. Ohnehin ist Exfinanzvorstand Dr. Wilhelm Löhring überzeugt, die Klinik sei seine eigene Firma und forciert eisern den Börsengang von Station 4. Die als Chefsekretärin angeheuerte Patientin, traumatisiert von ebendiesem Beruf, rutscht sofort wieder in ihre alte Rolle. Oder?

    Dass das Finanzgewerbe stressig ist und die Topmanager fast ständig unter Anspannung stehen, macht Katharina Münk hier auf eine ganz eigene Weise deutlich. In der Nervenklinik St. Ägidius treffen drei von ihnen aufeinander - jeder aus einem anderen Grund dort, doch alle letztlich geschafft von den hohen Anforderungen des Berufs.

    Keith Winter fühlt sich durch das ständige Reisen, die zahllosen Meetings, das ununterbrochene Auswerten von Zahlen und Daten zunehmend von Reizen überflutet und entkommt ihnen nur noch durch Hilfsmittel wie Sonnenbrille oder eine künstlich stilisierte Arroganz, doch die Energie, die diese Versuche der Reizflucht kostet, wird zunehmend höher. So reicht letztlich ein unvorhergesehener Stau und ein dysfunktionales Navigationsgerät, das sinnfrei auf Winter einzuplappern beginnt, um ihn schließlich an den Seitenstreifen heranfahren, aussteigen, und vollkommen außer sich auf das Gerät eintreten zu lassen. Danach setzt er sich ohne Schuhe an den Seitenstreifen und wartet einfach ab. Endstation: St. Ägidius.


    Seine Verlegung ins Einbett-Privatzimmer tangierte ihn kaum, denn er war schon lange vorher völlig allein mit sich gewesen - privater ging's nicht mehr. Aber eines tat er dann doch: Er nahm sein Blackberry, öffnete es, entnahm die SIM-Karte und schluckte sie mit einem großen Schluck Wasser hinunter. Hunderte von Daten strömten durch seine Kehle. Er ließ sich wieder auf das Kissen fallen, in der Gewissheit, seine Ruhe zu haben. (S. 28)


    Dr. Wilhelm Löhring reagiert sehr irritiert und zunehmend ungehalten, als er eines Morgens seinen Schreibtisch leer vorfindet, seine Sekretärin ihm seinen Morgenkaffee nicht bringt und Arbeitsgeräte wie der PC verschwunden sind. Weder im Guten noch im Bösen vermag er etwas an der Situation zu ändern, und als ihm eröffnet wird, dass er am Vortag schließlich verabschiedet worden sei, argwöhnt Löhring ein übles Komplott. Erst seiner Frau gelingt es, ihn halbwegs zu beruhigen und ihn an eine neue 'Wirkungsstätte' zu bringen: St. Ägidius.


    "Ach, Lore, sollen wir es nicht auch noch einmal miteinander versuchen?" --- "Nein, Wilhelm, ich glaube nicht. Siehst du, du hast schon vor Jahren die Zeit verloren, dann die Nerven, bald darauf ganz langsam die Liebe und nun eben auch den Verstand. Du musst erst einmal nur an dich denken." (S. 24)



    Hubert Wienkamp ist dagegen nicht zum ersten Mal in der Nervenheilanstalt. Der frühere Personalchef eines großen Beratungsunternehmens hat vor lauter Stress, Eheproblemen und Alkohol ein amnestisches Syndrom entwickelt. Zwanzig Jahre seines Lebens sind ihm nicht erinnerlich, und auch im Alltag vergisst er schon mal das ein oder andere...


    "Der wirkt aber gar nicht wie ein Topmanager. Hat was Nettes an sich." --- "Kein Wunder. Er hat einfach alle unerfreulichen Daten von seiner Festplatte gelöscht und einen Gutmenschen aus sich gemacht, hat sich neu erfunden (...) Du kannst davon ausgehen, dass Wienkamp früher so schrecklich war, wie er jetzt vorgibt, gut zu sein." (S. 51)


    Diese drei ehemaligen Topmanager treffen in St. Ägidius zwangsläufig aufeinander, und angestoßen durch den unermüdlichen Löhring, der nur noch für das Finanzwesen zu leben scheint und dessen Verdrängung der Realität umwerfend gut funktioniert, beschließen sie schließlich, jeder aus einer anderen Motivation heraus, die Angelegenheiten der Klinik selbst in die Hand zu nehmen und gar an die Börse zu gehen. Zur Hand geht ihnen dabei eine an Burnout leidende Chefsekretärin, die für die Unterlagen und die Regelung der Abläufe zuständig ist. Ein wahnsinniges Unterfangen?

    Katharina Münk ist das Pseudonym einer ehemaligen Chefsekretärin, die international orientiert für Dax-Unternehmen, Kreativschmieden und mittelständische Unternehmen gearbeitet hat. Dass ihr die fachlichen Begrifflichkeiten geläufig sind, stellt sie hier eindrucksvoll unter Beweis. Abgesehen davon bot ihr das Schreiben dieses Romans wohl die Möglichkeit, auf humorvoll-satirische Art und Weise mit den Erlebnissen im Büro sowie dem egomanen Gehabe manchem Chefs abzurechnen - und darzulegen, wie nahe Normalität und Wahnsinn doch zusammenligen.  Die selbstgefällige Managermentalität nimmt hier einen breiten Raum ein, und deutlich wird, wie leicht es zu sein scheint, mit ausreichend Selbstbewusstsein, dem passenden Vokabular, den richtigen Beziehungen und einigen kleinen zusätzlichen Kniffen einen vollkommen aus der Luft gegriffenen Bösengang zu initiiieren. Und alle spielen mit. Wer also ist hier verrückt?


    Wenn Löhrings Böersenpläne hier und jetzt funktionierten, hinter verschlossenen Türen und mit dieser völlig irren Ménage à trois, seine Person eingeschlossen, dann würde er endgültig wissen, wie bekoppt die Welt war, in der er bisher gelebt hatte. Und wenn sein Verdacht sich bestätigte, dann wollte er lieber hierbleiben, als dorthin zurückkehren. (S. 132)


    Schwarzhumorig, satirisch, unterhaltsam - so habe ich das Buch empfunden. Die Charaktere waren sehr klischeehaft, etwas anderes hätte hier m.E. aber auch nicht gepasst. Der Schreibstil war flüssig und sehr eingängig.  Manche Szenen brachten mich zum Lachen, andere sah ich nahezu bildlich vor mir und ich fragte mich... Und tatsächlich: das Buch wurde auch verfilmt und hatte im September 2015 TV-Premiere. Ist natürlich wieder vollkommen an mir vorbeigegangen. Aber nun werde ich sicher nach dem Film Ausschau halten.

    Empfehlenswert für alle, die schwarzem Humor und Satiren gegenüber nicht abgeneigt sind.


    © Parden

    Kommentare: 11
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    SnoopyinJulys avatar
    SnoopyinJulyvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Zwei durchgeknallte Manager, ein Amnesie-Patient und eine BurnOutSekretärin. Wer ist verrückter?
    Wie jetzt?

    Ein Manager mit Kurzschluss, einer mit Wahrheitsverdrängungsstörung, einer mit Amnesie und eine Sekretärin mit BurnOut. Die Figuren kann man recht gut auseinander halten, denn der Kurzschlusspatient schweigt die ganze Zeit, der Amnesiepatient erinnert in seinem Handeln an einen Gänseblümchen-verteilenden Hippie und der dritte ist der federführende, polternde Big Boss. Aus der Sekretärin werde ich nicht ganz schlau und aus dem Ende schon gleich gar nicht. Aber ich kann den Figuren nachfühlen: die Welt macht uns kaputt, aber trotzdem sollen/wollen wir weiter machen auf hohem Niveau, vor allem, wenn es da einen gibt, der nicht wahr haben will, krank zu sein. Es wundert mich etwas, dass es keine Toten gibt bei dieser Ausgangslage, aber das ist für eine Satire wohl eher unpassend. Die Kapitel sind recht kurz gehalten, man kann sie gut zwischendurch lesen. Schmunzeln muss man zwischendurch auch immer wieder, selbst wenn man sich mit dem Bankerjargon nicht auskennt. Weiterempfehlen würde ich es bedingt. Man muss Satire mögen und ein gewisses Verständnis für BurnOutPatienten mitbringen, sonst kann man die Entwicklung der Figuren nicht unbedingt nachvollziehen.

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    Guccinis avatar
    Guccinivor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Insassen" von Katharina Münk

    ganz nett geschrieben und teilweise auch wirklich witzig. Aber nicht weltbewegendes. Gut für langeweile.

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    Mondkatzes avatar
    Mondkatzevor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Insassen" von Katharina Münk

    Psychiatrie, Manager, Psychische Störung, Börse, Klinik, Wahnsinn, Anstalt

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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Insassen" von Katharina Münk

    Die Romanidee fand ich großartig: Drei Manager, die mit der Realität nicht mehr klarkommen und in der Irrenanstalt landen. Dort sitzen sie zusammen und glauben, die Klinik übernommen zu haben und wollen sie jetzt an die Börse bringen. Ärgerlich für sind unter anderem die mangelnde Mitarbeit der aktuellen Geschäftsführung und die Tatsache, dass nur schwer an ein Blackberry zu kommen ist in dieser geschlossenen Einrichtung St. Ägidius.
    Leider muss ich sagen, dass die Romanidee auch schon das einzig gute an diesem Buch war. Ich fand die Geschichte nicht gut erzählt und ziemlich langweilig. Die Charaktere waren nur schwach ausgearbeitet und hatten oft ähnliche Eigenarten, so dass ich Schwierigkeiten hatte, sie überhaupt auseinander zu halten. Der einzige Lichtblick war die Sekretärin, die im Rahmen einer „Arbeitstherapie“ als Vorzimmerdame in der Klinik geheime Dokumente für die durchgedrehten Manager beschaffen soll. Auch das Ende der Geschichte war für mich nicht schlüssig auf die Handlung aufgebaut, so dass ich am Schluss etwas ratlos das Buch in der Hand hatte, und mich gefragt habe, was das eigentlich alles sollte. Den Roman „Die Eisläuferin“ von der gleichen Autorin fand ich um einiges besser, „Die Insassen“ kann ich niemandem weiterempfehlen.

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    jansdarling2002s avatar
    jansdarling2002vor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Insassen" von Katharina Münk

    Na, Herr Dr. Wilhelm Löhring – auf zu neuen Ufern??
    Der Manager Keith Winter ist mal wieder mit dem Flugzeug unterwegs, er hasst nichts mehr als Zwangsunterhaltungen mit seinem Sitznachbarn … leider kann er sich der nicht mehr entziehen. Seine Gedanken kreisen dahingehend, das er unbedingt anweisen muss, dass bei der nächsten Flugbuchung wieder Business statt Economy gebucht wird. Kaum das das Anschnallzeichen erloschen ist, spurtet Winter los und verlässt beinah als einer mit der ersten das Flugzeug. Er sprintet förmlich zum Tresen der Autovermietung, wo auf seinen Namen ein Wagen bestellt ist. Er pfeffert seine Unterlagen auf den Tresen und trifft – wie kann es auch anders sein – auf einen etwas schwer begreifenden Angestellten: Winter muss sich massiv anstrengen um nicht zu explodieren. Nach einer Weile hat er seinen Wagen, mit Navi versteht sich… er macht sich auf den Weg und gerät in den dicksten Stau, was ihn veranlasst auf das Navi zu schimpfen, dass ihm dieses den Stau nicht vorher verraten hat. Nun fängt das Navi auch noch aufgrund Winters Sachimpftiraden an, sich zu verselbstständigen und munter or sich hinzu quatschen, da platz Winter die Hutschnur: Kurzerhand fährt er auf den Standstreifen und tritt mit dem Fuß immer und immer wieder auf das Navi ein … bis alle seine Wut verraucht ist, und er aus dem Wagen aussteigt und sich schutzlos am Straßenrand nieder lässt… dort sitzt er zusammengesunken … bis sich eine Frau erbarmt, anhält und nach dem Rechten sehen will, doch sie bekommt keine Antwort, so das sie nur noch einen Weg kennt: die 112 zu wählen. So landet Winter in der St. Ägidius Heilanstalt.
    .
    Beinah parallel taucht Dr. Wilhelm Löhring in seiner alten Arbeitsstelle auf und wundert sich, das sein Schreibtisch so leer ist. Er neigt schnell dazu seiner Sekretärin den Marsch zu blasen, doch mit wenig Erfolg. Seine ehemaligen Kollegen und Löhrings Frau schaffen es, ihn zu beruhigen und zu einem "neuen Job" zu bugsieren: St. Ägidius.
    Löhring geht – der Aussichten auf eine neue Führungsposition erfreut – mit und checkt in seiner neuen Wirkungsstätte ein.
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    Im ersten Moment ist Dr. Löhring beeindruckt und auch entsetzt von der "Führungskultur" an seiner neuen "Wirkungsstelle" , und macht sich gedanklich reichlich Notizen, was man ändern müsste…. Kaum eingelebt, legt er auch schon los… und spannt dabei auch noch Winter sowie weitere Insassen ein … das Schicksal nimmt seinen Lauf ….
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    Meinung / Kritik
    Katharina Münk? Mir bis dato auch unbekannt gewesen, kaum das ich das Buch zu Ende gelesen hatte, plöpperte bei mir eine Mail von Vorablesen ins Mailfach, dass ich innerhalb der nächsten Woche mit dem neuesten Werk von der Autorin rechnen kann… juchhuu… da habe ich diese Einstimmung doch gerne angenommen, mich hingesetzt und gelesen.
    .
    Schnell hatte ich die zierlichen 179 Seiten durch und zurück blieb ein Lachtränchen auf der einen Seite, ein bedrückendes Gefühl auf der anderen Seite , denn in Die Insassen wird ein gerade brandaktuelles Thema behandelt: Burn-out, was jeden treffen kann, ok, manche sind ja schon damit überfordert einkaufen zu gehen und meinen sie sind sterbenskrank. Aber gerade "Burn-out" sollte man doch sehr ernst nehmen und auf die Signale seines Körpers achten und sich nicht weiter in Arbeit oder Aufgaben verkriechen, sondern rechtzeitig die Notbremse ziehen. Leider ist das in der heutigen Zeit einfach nicht immer so möglich – denn Job und Geld sind leider die Standbeine der Menschheit, und gerade der Job duldet zumeist keine 85% Angestellte sondern lieber 100-120%ige Mitarbeiter.
    ….soviel dazu, und um eine Einstimmung zu geben, denn ….
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    Der thematische Aspekt "Burn-out" spielt hier eine große Rolle in der Handlung und bleibt aus stets präsent. So wird dieses Problem mal mehr und mal weniger in den Vordergrund gerückt, ohne dabei den Leser in irgendeiner Weise zu stören oder gar zu nerven. Nein eher im Gegenteil, die Handlung lässt den Leser auf beinah spielerische Art und Weise aufhorchen und auch ein wenig an sich selber denken. Eines muss ich an dieser Stelle schon anmerken, man sollte hier keine bierernste und somit gewichtige Lektüre erwarten, sondern eher eine humorvolle und ablenkende Lektüre, die den Leser nach einem anstrengenden Tag einfach wieder auf andere Gedanken bringt.
    Eine Handlung ohne jedwede Lebendigkeit wirkt einfach nicht so gut wie eine Geschichte mit Leben, so war ich gespannt, wie die Autorin hier die Charakteristika konzipiert und im Nachhinein sehr angenehm überrascht.
    .
    Denn die Charaktere – derer insgesamt vier wichtige an der Zahl – wirken real , wenn man beim Lesen ein wenig inne hält, dann wird man sich dort wohl auch wieder finden: Wer hat nicht schon mal das rasende HB-Männchen gespielt, weil mal wieder alles total schief ging und einem die Zeit unter den Fingern einfach so weg rannte???
    Ja, ich war anfangs schon ein wenig skeptisch, denn bei der doch ernsten Thematik Figuren einzuformen, die nicht aufdringlich oder gekünstelt wirken ist eine wahre Kunst – und die hat die Autorin meiner Meinung nach doch ziemlich gut gemeistert. Ok, die Autorin hatte ja auch eine gute Vorlage aus ihrem eigenen Berufsleben, so war sie ja auch lange Zeit selber Sekretärin und somit der unmittelbare Prellbock eines manchen Chefs. Von daher gibt es an dieser Stelle von meiner Seite her auch nichts zu meckern. Denn wie ich schon erwähnte, waren die Charaktere mehr als existent und lebensnah eingebunden . Auch im Zusammenspiel Handlung inklusive Charaktere habe ich nichts auszusetzen, wirkt beides zusammen doch sehr gut und harmonisch, gewürzt mit einer Priese Humor.
    .
    Denn - ohne nun zu viel zu verraten – man stelle sich mal vor, man selber ist Führungsposition, wurde von dem einen auf den anderen Tag zu Erholungszwecken der Führungsposition enthoben, aber man taucht am nächsten Tag wieder wie gewohnt im Büro auf, findet einen leeren Schreibtisch und eine ungläubig drein blickende Sekretärin vor… wird dann durch die Ehefrau und den kommissarischen Führungskollegen in eine Klinik komplimentiert, von der man annimmt, dass diese das "Neue Betätigungsfeld" sein solle…. Und dann in dem Glauben auch anfängt ein Konzept zu entwickeln.. ohweia..
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    Natürlich ist man an dieser Stelle ein wenig hin und her gerissen , ob man das von der ernsten Seite oder eher mit der humorvollen und unterhaltsamen Seite sehen sollte. Hier muss man sich dann wohl auf seine Tagesstimmung einlassen, sowie auch einfach fallen lassen, um genau das zu dem Zeitpunkt richtige Feeling zu erlesen.
    Ich selbst wechselte von anfangs etwas argwöhnisch auf belustigt, denn was sich die Autorin manches Mal als Handlungsuntermalung hat einfallen lassen, animierte mich schon zum schmunzeln und teilweise auch zum laut auflachen … da war ich diesmal dann doch froh, dass ich zu hause in meinen eigenen vier Wänden war, denn wenn ich unterwegs gewesen wäre, dann hätte man mich wohl schon aufgrund meiner Situationskomik in Verbundenheit mit dem Buchtitel komisch angeschaut. Denn der Buchtitel suggeriert beim flüchtigen Hinschauen einen etwas anderen Inhalt.
    .
    Zu der wundervollen leichten Handlung mitsamt den sympathischen Charakteren kommt eine leichte, flüssige und prägnante Schreibe , klar im weiteren Verlauf der Handlung fließen dann auch mal vermehrt ein paar Anglizismen ein, und obwohl ich mich über solch eine Verballhornung unserer so schönen Sprache gerne auch mal aufregen mag, vor allem wenn es mich bei irgendwelchen Anträgen etc. erwischt. Aber hier war das aufgrund der insgesamt zu sehenden Handlung – vornehmlich auch im weiteren Verlauf – doch angebracht. Gut, ein, zweimal störte mich dann eine gewisse Ansammlung von eben diesen Anglizismen, aber als ich überlegte, wie die Geschichte als solches wirken würde, wenn man sich hier wirklich nur auf den deutschen Sprachgebrauch stützt, dann wäre doch die eine oder andere humorige Pointe verloren gegangen. Und ob man es glaubt oder nicht, diese Verwendung von der modernen Sprache sorgte im Gesamtbild auch für ein gewisses Quäntchen an stetig ansteigender Spannung, so dass ich mich beinah erschrocken hatte, als ich Seite 179 erreicht hatte.
    .
    .
    Fazit
    Alles insgesamt gesehen, kann ich mich nicht beklagen, so habe ich hier eine wundervolle und zudem unterhaltsame Lektüre gehabt, welche ich in einem Rutsch durch gelesen hatte. Ich denke mal, hier muss jeder aufgrund der Themenlage selber entscheiden, ob das Buch geeignet ist. Ich für meinen Teil fühlte mich gut unterhalten – im Spannungs- wie auch Humor-Bereich.
    Von daher bleibt mir hier nichts anderes übrig, als eine Empfehlung von 5 Sternen auszusprechen, man könnte vielleicht ein kleines Sternchen abziehen, aber der Gesamteindruck war überzeugend. Dazu möchte ich noch anmerken: Die Insassen war der Debütroman der Autorin, ich bin auf weitere Werke gespannt.

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    S
    sandra_hackervor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Insassen" von Katharina Münk

    nicht überragend aber nett. Allerdings muss man mit dieser Welt zumindest etwas vertraut sein, um den Humor zu schätzen, glaube ich

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    ju_theTrues avatar
    ju_theTruevor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Insassen" von Katharina Münk

    Das Buch ist relativ belanglos. es liest sich nett weg, man muss aber ganz genau schauen, wem man es schenkt. Leuten, die mit Management-Sprache nicht viel anfangen können, werden sich wohl etwas langweilen. Für alle, die im Business drinstecken, ist es aber ganz unterhaltsam. Vielleicht doch eher ein Männerbuch...?!

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