Katharina Ohana

 4.7 Sterne bei 9 Bewertungen
Autorin von Gestatten: ICH, Ich, Rabentochter und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Katharina Ohana

Ich habe Philosophie und Psychologie in Frankfurt und Berlin studiert und arbeite als psychologische Beraterin und Moderatorin für verschiedene Fernsehsendungen im WDR, RTL, Pro7. Mein erstes Buch „Ich, Rabentochter“ ist 2006 bei LangenMüller/ Nymphenburger erschienen. Es behandelt anhand meiner eigenen Lebensgeschichte die Probleme der KriegsEnkelgeneration, die häufig durch die emotionalen Störungen ihrer Eltern, der Kriegskinder, erheblich Probleme haben glücklich zu werden. Mein neues Buch „Gestatten: Ich“ ist 2010 bei Randomhouse/Güthersloher Verlagshaus erschienen und ist ein gesellschaftskritischer Psychologiebestseller, der die Entstehung unserer Persönlichkeit und unsere Macken erklärt – und wie wir sie loswerden und glücklich und freier werden können.

Alle Bücher von Katharina Ohana

Cover des Buches Gestatten: ICH (ISBN:9783579067636)

Gestatten: ICH

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Erschienen am 26.07.2010
Cover des Buches Ich, Rabentochter (ISBN:9783485010856)

Ich, Rabentochter

 (4)
Erschienen am 22.06.2006
Cover des Buches Mr. Right (ISBN:9783641110543)

Mr. Right

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Erschienen am 14.01.2014
Cover des Buches Mr. Right (ISBN:9783579066240)

Mr. Right

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Erschienen am 23.09.2013

Neue Rezensionen zu Katharina Ohana

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Rezension zu "Ich, Rabentochter" von Katharina Ohana

Eine Biografie über das Suchen nach Worten für eigentlich Unaussprechliches
SagMalvor 3 Monaten

„Es stimmt nicht, dass die Zeit alle Wunden heilt. Es gibt Wunden, die vergrinden nur, und kratzt man am Schopf, fließt das Blut wieder die Seele hinunter.“

Die Autobiografie der Psychologin Katharina Ohana „Ich, Rabentochter“, die den Fokus auf ihre Kindheit und Jugend legt, hat Wucht und wird noch lange Zeit in mir nachklingen. Nicht nur, dass es allein schon wahnsinnig schwerfallen muss über die eigene Vergangenheit zu sprechen, wenn sie so traumatisch und schmerzhaft war. Noch einen Schritt darüber hinauszugehen, sie sogar niederzuschreiben und andere daran teilhaben zu lassen, verdient in meinen Augen den größten Respekt.

Von Beginn an ist das Leben der im Jahr 1970 geborenen Autorin geprägt von Einschlägen und Widrigkeiten, deren Fundamente jedoch schon Generationen vor ihr gelegt wurden. Da geht es los mit ihrer Oma, die den zweiten Weltkrieg noch miterlebte, ihren Mann darin verlor und irgendwann mit Koffer sowie Kind auf einen Viehwaggon verladen und ins besetzte Deutschland verschickt wurde. „Meine Großmutter war beleidigt und die Einzige, die sich aus ihrem Trotz etwas machte, war ihre kleine Tochter.“ Die kleine Tochter, allein gelassen mit diesen ihr gezeigten zwiespältigen Verhaltensweisen, wurde schließlich erwachsen und Ohanas Mutter. In ihr wütete wiederum ein „schrecklicher Drache, […] der manchmal mit Ärger, manchmal mit Depressionen“ die komplette Familie beherrschte.  Ohanas Vater hingegen „lebte sein eigenes Leben, das mit dem Rest der Familie nicht viel gemein hatte. […] Sein Umgang mit den Dingen gehörte noch einem anderen Zeitalter an, in dem Männer mit Pflichtgefühl und Schweigen allen Widrigkeiten des Lebens begegneten“. Und wie reagierte die kleine Katharina selbst auf dieses „große Spiel mit unbewussten, eigenen Regeln für die ganze Familie“? - Mit heftigen Asthmaanfällen und Atemnot, die ihr lange Krankenhausaufenthalte bescherten. 

Doch das war erst der Anfang. Ohana erzählt anschließend in „Ich, Rabentochter“ unter anderen eindringlich von den prägenden Erlebnissen mit ihrer an Borderline erkrankten Mutter, der Ohnmacht und Verschwiegenheit des Vaters, ihrer Schulzeit auf einer Nonnenschule, ihrer Magersucht, einer Vergewaltigung während eines Besuchs bei Verwandten in der DDR und wie und warum sie sich anschließend bis zum schwarzen Gürtel in Karate hochkämpfte. Viel zu verdauen, was sich kaum verdauen lässt und so schreibt Ohana selbst: „Meine Kindheit war so anstrengend. Ich sehnte mich nach der Unbeschwertheit in anderen Familien. In unserem Haus herrschten immer noch die Regeln der Nachkriegszeit und es gab trotz des Wohlstandes um uns herum keine Möglichkeit, sich freizukaufen.“

Wie sie es unter seelisch-traumatischen Schmerzen, teils aus unbändiger eigener Kraft und mit Hilfe einer einfühlsamen Psychotherapeutin in ihren 20ern schließlich schaffte, ihrem Dasein einen lebenswerten Sinn zu geben und sich vom Ballast des Nachkriegserbes ihrer Familie freier zu machen und damit umzugehen, schildert sie im weiteren Verlauf ihrer Biografie.

Mir hat das beim Lesen wahnsinnig imponiert. Dass die Autorin trotz der vielen Einschläge und traumatischen Erlebnisse immer weiter um ein besseres Leben gekämpft und sich schließlich auch Hilfe gesucht hat, zeugt von Mut und unbändiger innerer Stärke. Und ich finde es gut, dass Katharina Ohana ihre schmerzhaften Erfahrungen niedergeschrieben hat, denn sie können anderen Menschen, vielleicht auch anderen ähnlich Betroffenen, Trost aber auch Mut geben, sich selbst ernst zu nehmen, auf eine Entdeckungsreise des Verstehens zu gehen und Verantwortung für sich und das eigene Leben zu übernehmen.

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Rezension zu "Ich, Rabentochter" von Katharina Ohana

Der Tod als Medizin
jamal_tuschickvor 5 Jahren

Katharina Ohana erkennt den Zusammenhang von transgenerationeller Trauma-Weitergabe und Depression 

„Beißhemmungen hatten in unserer Familie nur die Hunde.“

Die Mutter hatte ein Flüchtlingsschicksal. Die Katastrophen ihrer Kindheit machten sie zur Katastrophe für ihre Kinder. Ein Turbo der Verdrängung beschleunigte sie. In ihren manischen Phasen bot sie der Fürsorglichkeit ein Muster. Verminderte sich die Verdrängungsenergie, entglitt sie sich. Das Kind Katharina erlebte Symptome einer Krankheit, die nie diagnostiziert wurde. Die Mutter war Borderlinerin, Katharinas Großmutter hatte die Hilflosigkeit eines Flüchtlings in Erziehungskälte verwandelt. Nun erschien sie Katharina als arme Irre, die auf dem Ozean der Depression wie in einer Nussschale schaukelte. Alles konnte sie jederzeit aus der Fassung bringen, mit dieser Anfälligkeit verstörte sie die erzählende Tochter. „Kindheit war schon immer ein gefährlicher Ort“, schreibt Katharina Ohana. „Ich, Rabentochter“ ist ein ungeheuerliches Buch, die Autorin verstößt gegen das Gesetz der Omertà, indem sie die eigene Familie zum Beispiel nimmt. Der Vater floh vor dem Furor seiner Frau in den Wald und gab den Rückzug als Beruf an. Er war Förster im Taunus. Vor diesen Höhen endet die Lieblichkeit der Rheinmainsenke. Katharina fand da einen „Wunschbach“, sie entließ sich in die Fantasie. Mit Krankheiten versuchte sie, den Dämon der Mutter in Schach zu halten. War Katharina krank, konnte sich die Mutter wie eine Gesunde verhalten.

Auf ihrer Flucht in die Höhle/Hölle des imaginierten Selbst passierte Katharina die Stationen Kloster- und Karateschule. In diesem doppelten Instanzenzug kristallisierte sich Enttäuschung als zentrale Erfahrung heraus. Der wichtigste Mann im Leben der Heranwachsenden war Karatemeister. Katharina idealisierte ihn, er vergriff sich an ihr. Ein ohnehin beschädigtes Frauenbild fiel aus dem Rahmen und zerbrach.

„Amöbenhaft passte sich meine Fantasie meinen Erfahrungen an“. Eine Modelkarriere kürzte Katharina ab. Vom Selbstmord blieben nur die Versuche als Erinnerung. Erst war der Tod „ein flotter Italiener“ (in Katharinas Traumwelt) und dann eine Medizin, die zum Glück nicht wirkte. Eine Therapie in Frankfurt am Main erschloss ihr schließlich die Crux ihrer Existenz. Die Autorin erkannte: „Es war 1945 nicht vorbei.“ An einer Stelle zitiert sie Heine: „Ein Charakter entsteht durch ein System stereotyper Grundsätze. Sind letztere irrig, so wird das ganze Leben desjenigen Menschen, der sie systematisch in seinem Geiste aufstellt, nur ein großer, langer Irrtum sein.“

So ist das, es gibt kein richtiges Leben im falschen. Aber es gibt ein richtiges Leben. Ich-Stärke gewann Katharina, sobald sie begriff, dass in ihr ein Krieg ohne Schlacht stattfand. Dass sie Erfahrungen verarbeiten musste, die sie gar nicht gemacht hatte.  

 

Katharina Ohana, „Ich, Rabentochter“, Nymphenburger, München 2006, 183 Seiten, 10 Euro

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Rezension zu "Gestatten: ICH" von Katharina Ohana

Rezension zu "Gestatten: ICH" von Katharina Ohana
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren

Wer sind wir ? und wie werden wir zu dem, was wir glauben zu sein....?denn genau das ist es, was uns immer wieder stolpern lässt,.Unser Selbsbild hat sch sehr früh verfestigt ,und wir glauben, keine Macht über unsere Gefühle und Mängel zu haben. Frühe Prägungen hinterlassen Muster die wir unbewusst immer wieder aufrufen auch ,oder gerade weil es so weht tut ,da wir die Befreiung und die Beendigung des Schmerzes ,den wir als Kind gefühlt und nicht erklärt bekamen,erhoffen.
die Autrorin bringt sehr einfühlsam auf den Punkt,was unser Selbsbewusstsein prägt und wie es sich entwickelt hat, um dann im letzten Drittel Wege aus unseren Denk-und Gefühlsfallen zu zeigen,.Denn in dem Moment ,in dem uns bewusst ist,dass sich alles was wir fühlen ,aus niemehr hinterfragten Erfahrungen -und die Schlüsse daraus- aus unserer Zeit der so gut gemeinten "Sozialisierung" stammen, wir aber heute die Chance haben,sie neu zu überschreiben und zu spüren Wer wir WIRKLICH sind und wie wir gedacht waren.!
Nicht dass dies komplett neue Erkenntnisse wären, aber K,Ohana hat eine Sprache gefunden, o.g.Zusammenhänge gut verständlich und nachvollziehbar zu machen.

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Katharina Ohana wurde am 04. Februar 1970 in Lich / Oberhessen (Deutschland) geboren.

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