Katharina Saalfrank

 4 Sterne bei 15 Bewertungen

Neue Bücher

Kindheit ohne Strafen

 (4)
Neu erschienen am 07.11.2018 als Hardcover bei Julius Beltz GmbH & Co. KG.

Alle Bücher von Katharina Saalfrank

Kindheit ohne Strafen

Kindheit ohne Strafen

 (4)
Erschienen am 07.11.2018
Die Super Nanny

Die Super Nanny

 (3)
Erschienen am 09.10.2007
Was unsere Kinder brauchen

Was unsere Kinder brauchen

 (2)
Erschienen am 10.09.2016
Du bist ok, so wie du bist

Du bist ok, so wie du bist

 (1)
Erschienen am 09.03.2013
Du bist ok, so wie du bist

Du bist ok, so wie du bist

 (0)
Erschienen am 17.06.2014
Die Super Nanny

Die Super Nanny

 (0)
Erschienen am 22.09.2006

Neue Rezensionen zu Katharina Saalfrank

Neu
W

Rezension zu "Kindheit ohne Strafen" von Katharina Saalfrank

Über den „wertschätzenden Weg“ in der Erziehung
WinfriedStanzickvor einem Jahr


Das neue Buch von Katharina Saalfrank will nicht belehren, sondern einladen. Einladen zum Nachdenken und Ausprobieren eines Erziehungsstils, der von Anfang an (also meiner Meinung nach schon während der Schwangerschaft!) auf Bindung setzt und auf einen gegenseitigen Umgang zwischen Erwachsenen und zwischen Erwachsenen und Kindern, der von Wertschätzung geprägt ist.

An vielen Beispielen zeigt sie, wie ein von Anfang an von Vertrauen in sich selbst und seinen Kindern und gegenseitiger Wertschätzung geprägtes Zusammenleben, Konflikte, die es in jeder Familie gibt, mit wertschätzenden Dialogen und Lösungsgesprächen, lösen hilft, ohne Strafen einzusetzen.

Meines Erachtens bedeutet das aber nicht, in bestimmten Fällen auf Konsequenzen zu verzichten. Was meiner Meinung nach aber oft den Erfolg eines solchen Erziehungsstils gefährdet, sind Erwachsene, die selbst anders erzogen wurden und diesen Druck unreflektiert an ihre Kinder weitergeben. Und jene, die ohne jegliche Grenzen und Bindung aufgewachsen sind, und die deshalb ihren eigenen Kindern von Anfang an (Schwangerschaft!) kein Containment geben können.

Wer dieses neue Buch von Katharina Saalfrank nicht als Bibel eines Gurus liest, sondern kritisch, wird eine Menge Anregungen finden, auch wenn er sich schon lange auf dem „wertschätzenden Weg“ befindet.





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Rezension zu "Was unsere Kinder brauchen" von Katharina Saalfrank

Diesen Ratgeber sehe ich mit Zweierlei Maß. Die Dosis macht den Erfolg...
Flohvor 2 Jahren

„Was unsere Kinder brauchen – 7 Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung“ besagt eigentlich nichts Neues. Dieser Ratgeber verdeutlicht nochmals dass, was ein ehrliches und gesundes Elternherz bereits weiß und spürt, wenn man genau in sich hineinhört und den Kindern genug Achtung und Beachtung schenkt. Leider geht dieser Feinmodus in der schnelllebigen und eiligen Gesellschaft oft unter. Die Pädagogin und Autorin Katharina, Katia, Saalfrank bringt diese 7 besonderen Werte für eine harmonische und gleichberechtigte Erziehung nochmals auf den Nenner. Manche Dinge und Fakten muss man sich einfach im Alltag immer wieder vergegenwärtigen. Katharina Saalfrank bietet zudem Fallbeispiele, Situationen, Erziehungsfragen und Antworten. Allumfassend und stärkend.
Erschienen im GU Verlag (http://www.gu.de/).

Inhalt / Beschreibung:
"Die sieben Geheimnisse glücklicher Familien - von der bekannten Pädagogin Katharina Saalfrank um Harmonie und Frieden in ihre Familie zu bringen.
In diesem GU-Ratgeber stellt sich die bekannte Pädagogin Katharina Saalfrank an die Seite der Eltern! Sie erfahren, wie Sie zu Ihren Kindern eine gute, wertschätzende und gleichwertige Beziehung aufbauen können, die eine herkömmliche Erziehung überflüssig macht: Verantwortung statt Bewertung, Achtsamkeit statt Strafe, Vertrauen statt Kontrolle, Dialog statt Monolog lauten einige der Werte. Sie finden in diesem Buch zahlreiche realistische Situationen, in denen Sie sich mit Ihren Kindern wiedererkennen werden - aber auch viele praktische Tipps, um diese Werte gemeinsam im Alltag zu leben. Frau Saalfrank arbeitet bindungs- und beziehungsorientiert. Sie bestärkt die Eltern und erläutert gleichzeitig, was Kinder brauchen, um angstfrei, selbstbewusst und glücklich aufzuwachsen. So hat sie bereits hunderte Eltern mit ihren Kindern durch schwierige Situationen begleitet - ob während ihres Studiums, in ihrer Zeit als TV-Coach oder in ihrer therapeutischen Praxis."

Darum wollte ich dieses Buch lesen:
Ich bin Mutter zweier bezaubernder Kinder (Tochter gerade 3 Jahre alt, Sohn 16 Monate alt), die mich sehr glücklich machen und für die ich von meinem Umfeld sehr viel Bewunderung, Lob und Anerkennung ernte. Mit der Erziehung bin ich bisher noch nicht an meine Grenzen gestoßen und mir fällt es erstaunlich leicht eine gute Basis mit meinen beiden Kindern und meinem Mann aufgebaut zu haben. Ich habe viel nach meinem Bauchgefühl und nach meinem Herzen gehandelt und viele Aspekte der eigenen Erziehung welche ich in meiner Kindheit genossen habe einfließen lassen. Dieses Buch fiel mir jedoch trotzdem in die Hände, da ich „Die Super Nanny“ noch aus Zeiten der TV Show kenne, als ich noch keine eigenen Kinder hatte. Zudem war ich auf der Suche, ob sich Saalfranks Anreize und Ratschläge mit denen decken, die ich beherzige. Außerdem wollte ich mir neue Tipps und Anregungen holen und mich dem Appell stellen. Manchmal muss man Dinge einfach immer wieder neu aufgreifen, um sie in den Vordergrund zu holen. Das Buch hat mich neugierig gemacht.

Themenschwerpunkte / Beschreibung:
Dieser Ratgeber gliedert sich nicht, wie der Titel annehmen lässt in sieben, sondern in acht Bereiche und Themenschwerpunkte, die aufeinander aufbauen und sich vertiefen:
• Neue Wege im Umgang mit unseren Kindern
• Beziehung statt Erziehung
• Achtsamkeit statt Belehrung
• Verantwortung statt Bevormundung
• Wertschätzung statt Abwertung
• Vertrauen statt Kontrolle
• Dialog statt Monolog
• Miteinander statt Gegeneinander

Meinung:
Dieses Buch zeigt uns Einblicke in die Arbeit und Empfehlungen der bekannten und erfolgreichen Pädagogin, Moderatorin und Buchautorin Katharina Saalfrank. Katia Saalfrank zeigt in diesem neuen und aktuellen Ratgeber Referenzen aus mehreren Fachrichtungen und gibt hier ihr Wissen und ihre Kenntnis und ihre Mission, sowie ihre eigenen Erfahrungen und Grundwerte an die Leser und Eltern weiter. Sie thematisiert, schildert und offenbart neueste Forschungserkenntnisse, Erfahrungen und bietet anhand von Fallbeispielen Lösungen und Anreize aus den typischen Erziehungsfallen. Die geschieht jedoch ohne mahnenden Fingerzeig oder Verteufelung, nein, Katharina Saalfrank verzeiht „Fehler“, versteht die Eltern und auch die Sorgen, die mit dem ersten oder jedem weiteren Kind und in Erziehungsfragen in der Familie einhergehen. Kenntnisreich, belehrend, erklärend, informierend und darstellend teilt die Autorin ihr Wissen mit den Lesern. Sehr eben und nachvollziehbar.

Ich muss jedoch anmerken, dass ich eigentlich kein Freund von Erziehungsratgebern und Anleitungen zum Umgang mit der Erziehung bin. Ich höre gern auf mein Bauchgefühl, meine Mutterinstinkte und denke, dass das was mit gutem Gewissen geschieht richtig sein muss. Ein Richtig und Falsch gibt es für mich nicht, wenn die Erziehung und das Miteinander auf Respekt, Verständnis, Liebe und guten Absichten besteht und basiert. Und überraschend habe ich festgestellt, dass auch Katharina Saalfrank diese Basis und Grundvoraussetzung vermitteln will.
Jedoch war es für mich auch sehr interessant in diesem Buch die Sicht der aktuellen Pädagogik, die Fallbeispiele und Alltagssituationen, wo mir viele einfach sehr bekannt vorkamen, zu sehen. Wie werden Verhaltensmuster analysiert? Was kann man aus ihnen lesen und deuten? Was passiert wenn? Nutzen-Risiko, Psychologie und Veranlagung…. Ein Vergleich von Früher und Heute. Ich befürworte die neue Erziehung, halte jedoch auch an einigen Grundfesten früherer Generationen fest und plädiere auf eine gesunde Mischung. Zwar denke ich, dass der Ratgeber etwas zu starr, zu sehr nach Lehrbuch und Leitfaden daherkommt, aber einige der Fallbeispiele werden überfragten oder hilflosen Eltern sicherlich einen Weg aus der Erziehungsfalle bieten können, oder sie zum Umdenken animieren, neue Blickwinkel verschaffen und Eltern und Kind verständlich erläutern. Das kindliche und das erwachsene Denken sind zwei verschiedene Welten, die man jedoch auf einen Nenner bringen kann. Dies sollte man sich immer vor Augen halten und überdenken. Mir gefallen zudem die vielen Zusammenfassungen und Kurzmeinungen, so findet man tatsächlich schnell und einfach eine knappe Antwort. Das Themenspektrum ist recht groß und facettenreich. So ist der Leser rundum versorgt mit allen Informationen aus einer Hand in einem Buch. Hier spricht zwar viel die Theorie, aber hier spricht und berichtet auch der Alltag und das wirkliche Leben. Vieles wird wiederholt und kehrt in den Ausführungen immer wieder. Nun denn. Manchmal fehlten mir jedoch auch klare Ansagen oder Antworten. Anstatt auf Fragen einzugehen, bringt das Buch einen nächsten möglichen Fall und erläutert diesen dann einfach anders, nach der neuen Methode. Etwas verwirrend.

Ich habe mich für dieses Buch entschieden, da ich mich informieren wollte, Vergleiche ziehen wollte und mich vielleicht auch gern bestätigt sehen wollte. Ja, das ist mit dem Buch gelungen. Ein großes Manko ist für mich auch der etwas sehr fachspezifische und nach Lehrbuch gerichtete Modus im Ratgeber, der sich fast ausschließlich nur auf die Ebene der Kinder richtet. Hier hege ich die Sorge, dass die Erziehung bald ganz einzig und allein in die Hände der Kinder gelangt. „Kinder an die Macht“ so sang es schon der Musiker Herbert Grönemeyer. Doch so ganz sollten die Eltern die Kontrolle nicht abgeben. Ich finde die 7 Werte, die die Autorin hier beschreibt, ganz wunderbar und ich unterschreibe vieles davon beinahe blind. Doch ich kann mich persönlich nicht gänzlich damit identifizieren. Ich halte auch gern an Grundwerte fest, denen sich meine Eltern bedient hatten. Konsequenz, Anstand, Gehorsam (ja, es hört sich schlimmer an als es ist) und Respekt gegenüber Älteren und vor allem gegenüber Autoritätspersonen. Wobei beide Seiten ihre Macht nicht ausnutzen dürfen. Eine gesunde und harmonische Mischung. Wenn ich diesen vorliegenden Ratgeber lese und in mich hineinfühle fühle ich mich in vielen Dingen bestätigt und bekräftigt, jedoch beschleicht mich auch hier das Gefühl, gerade bei endkräftigten oder entmutigten, gar hilflosen oder ratlosen Eltern, könnten einige der Werte kontraproduktiv aufgefasst werden. Man muss nicht jedes Belang, oder jeden Befehl oder Wunsch ausdiskutieren und regelrecht totquatschen. Denn das beobachte ich in der Gesellschaft wirklich zu oft, dass endlos lang mit dem Kind debattiert und diskutiert wird, ehe dann doch das Elternteil klein beigibt. Zwar fordert dieser Ratgeber diesen Weg nicht, jedoch könnte ich mir vorstellen, dass dieses Buch so aufgefasst werden könnte. Reine Mutmaßung. Aber diese Basis und Ausformung sehe ich als großen Nachteil. Alles hört sich hier so blumig und schöngemalt an. Klar wünschen sich Eltern dieses, aber ich möchte als Elternteil aber auch etwas bei meinen Kindern in die Hand nehmen, ihnen meinen Weg zeigen, sie leiten und bestärken und nicht gänzlich auf einer Ebene sein, wo mich das Kind folglich dirigiert und lenkt. Das wäre nicht mein richtiger Weg. Diesen Ratgeber könnte ich, wenn ich wollte, so oder so interpretieren und verstehen. Gänzlich Antiautoritär sehe ich nicht als das Allheilmittel in Erziehungsfragen. Denn wenn man an das spätere Leben in der Schule, Beruf und eigene Familie denkt, so bedarf es an Strukturen, Hierarchien und Autorität.

Durchhaltevermögen, Einstecken, Zurückstecken, sich durchbeißen, mit Rückschlägen umgehen, Niederlagen verkraften, Konsequenzen tragen und ertragen… All diese negativen Lebenserfahrungen gehören für mich einfach dazu um bestärkt und ermutigt heranzuwachsen. Wie sollen sich Kinder gesund entwickeln, wenn die Eltern durch die Erziehung alles „negative“ und „ungemütliche“ vorwegnehmen? Nein, diese Einstellung teile ich nicht. Vielleicht habe ich diesen Ratgeber auch nicht immer korrekt verstanden, den Eindruck der basierten heilen Welt hinterlässt er aber…
Jedoch möchte ich hoch anrechnen, dass Katharina Saalfrank trotz meiner Kritik, fast all meine Herzensangelegenheiten, Ambitionen, Passionen und Denkweisen teilt und anregt. Zwar formen sich diese 7 Werte bei mir nicht immer ganz so krass oder einseitig aus, aber ich lebe die 7 Werte, die zu meinen 7 goldenen Regeln der Erziehung geworden sind und mit denen ich bisher wunderbar zurechtkomme, was mir mein Umfeld bestätigt. Das freut mich immer wieder. Ich fand es sehr schön und bestärkend für mich, genau mein Denken und Handeln hier in gewissem Maße wiederzuerkennen. Ja, das Bauchgefühl macht es scheinbar richtig. Intuition ist etwas ganz feines und sensibles, man sollte auf sich und sein Herz hören. Immer und immer wieder….!

In diesem Erziehungsratgeber stoße ich auf viele schöne Zitate, die stets hervorgehoben werden. Außerdem machen die Fallbeispiele dieses Buch erlebbar und nachvollziehbar. In einem Ratgeber lese ich zwar gern etwas über Wissenschaft und Forschung, jedoch lobe ich es hier besonders, dass der Kern der vermittelten Werte und Informationen auf einer alltäglichen und familienorientierteren Ebene nahe gebracht wird. Das Buch richtet sich an alle Familien und Eltern mit Kindern. Aber auch Einrichtungen, die einen Teil der Erziehung im kindlichen Alltag übernehmen, sollten sich diese 7 Werte einmal nahe bringen und Essenzen daraus ziehen. Für Kindergarten, Schule, Hort und Co.

Zitat aus dem Buch:
„ Es geht mir um eine tragfähige Beziehung, die auf einer sicheren Bindung zu uns Eltern aufbaut und die auch die emotionale Entwicklung des Kindes berücksichtigt. Das ist es, was Kinder wirklich brauchen…“

Das Cover:
Das Cover und die Gestaltung des Buches passt zum Gesamtkonzept. Blumig, leicht, schwebend und wegweisend. Sehr hochwertige Verarbeitung, tolle Gliederung und harmonisches Schriftbild, viele Infoboxen und gute Strukturierung. Schöne Grafiken und tolle sinngebende Illustrationen und Fotos. Dezent, reizarm und klar.

Die Autorin:
Katharina (Katia) Saalfrank studierte Pädagogik und Musiktherapie und legte dabei ihren Schwerpunkt früh auf den Bereich der Entwicklungspsychologie. Von 2004 bis 2011 war sie in der RTL-Sendung „Die Super Nanny“ zu sehen. Für ihre pädagogische Arbeit in dem Format bekam sie 2007 den Deutschen Fernsehpreis. Seit 2009 bietet sie in ihrer eigenen privaten Praxis pädagogisch-psychologische Eltern- und Familienberatung, Kindercoaching, Supervision sowie Ehe- und Paarberatung an. Frau Saalfrank lebt mit Mann und vier Söhnen in Berlin.

Fazit:
Kenntnisreich, informativ und sehr facettenreich. Ein Buch für viele leichte und auch knifflige Erziehungsfragen. Jedoch auch zu sehr einseitig und antiautoritär, ich teile vieles hieraus, aber nicht alles. Für mich sind die Dosis und der Grat der Umsetzung entscheidend. Hier sollten die Eltern auf ihr Bauchgefühl hören, ihrer Intuition folgen und diese Gratwanderung gesund meistern. Mir erscheinen die Ausarbeitung und Erklärung der 7 Werte etwas zu sehr nach Lehrbuch und Predigt ausgearbeitet. Ich hege die Sorge, dass die Erziehung so in das genaue Gegenteil rutschen könnte: Die Kinder erziehen als Quintessenz die Eltern. „Negative“ Erfahrungen und Rückschläge werden nicht vorbereitet und könnten durch diese blumige Erziehung das Kind im Alltag wie eine Wucht treffen….. Ich hoffe, man versteht, was ich mit diesen Kritikpunkten und Befürchtungen aussagen möchte…? 3,5 Sterne, die löblich zu 4 Sternen aufgerundet werden, für dieses dennoch sehr wertvolle und fundierte Buch, was mich noch mehr in mein Tun und Handeln bekräftigt hat!

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W

Rezension zu "Du bist ok, so wie du bist: Das Ende der Erziehung" von Katharina Saalfrank

Rezension zu "Du bist ok, so wie du bist: Das Ende der Erziehung" von Katharina Saalfrank
WinfriedStanzickvor 6 Jahren

Als Super-Nanny ist sie über viele Jahre zwischen 2004 -2011 einem großen TV-Publikum bekannt geworden. Schon hier konnte sie ihre Kompetenz im Bereich der „Pädagogik bei Verhaltensstörungen“ unter Beweis stellen.

Nun wendet sie sich in einem lesenswerten und auch für bildungsferne Schichten lesbaren Buch gegen einen weiteren problematisierenden Umgang mit schwierigen Kindern, die schon mal als Tyrannen bezeichnet werden, denen man dann mit einem „Lob der Disziplin“ begegnen sollte.

Durchaus in der Tradition von Jesper Juul, auf den sie sich auch bezieht, spricht sie von einem Ende der Erziehung, die durch ein neues Verständnis von „Beziehung“ abgelöst werden sollte. In zehn Thesen rechnet sie mit dem alten Erziehungskonzept radikal ab nachdem sie in einem ersten Kapitel eine kritische Bestandsaufnahme unternommen hat:

1. Erziehung ist ein Anachronismus
2. Erziehung beruht auf Machtstrukturen
3. Erziehung ist Gewalt
4. Erziehung setzt auf Gehorsam
5. Erziehung ist unpersönlich und dient nur den Erwachsenen
6. Erziehung nimmt Eltern Verantwortung
7. Erziehung beschneidet Potenziale
8. Erziehung nivelliert
9. Erziehung macht schwach
10.Erziehung hat eine Lobby, Kinder haben keine.

Es geht darum, eine Haltung zu entwickeln, die dem Kind vermittelt: Du bist ok, so wie du bist. Das erfordert aber nach Meinung des Rezensenten auch Väter und Mütter, die gelernt haben oder bereit sind es zu tun, auch sich selbst so anzunehmen wie sie sind, ihre Kinder nicht als Partner oder Freunde zu missbrauchen, und ihre Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Kinder wahrzunehmen. So gelangen wir in einer Gesellschaft, in der sich auch Familien in ihrer Struktur verändern (z,b. die vielen Patchworkfamilien) von einer ER-ziehung zu einer BE-ziehung, in der dann auch die Schule als ein Ort der Begegnung den Kindern und ihren Eltern gerechter wird. „Das wird nicht von heute auf morgen geschehen. Es ist ein grundlegender Bewusstseinswandel, der sich in einem dynamischen Prozess vollzieht und der bei uns und in unserer eigener Familie beginnt.“ Und der jeden Tag aufrechterhalten werden muss und mit Liebe, Geduld, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit am Leben erhalten werden muss, für die Kinder und für ihre Eltern, deren Beziehung untereinander immer auch ein Vor- und Abbild ist für die Kultur der ganzen Familien.

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