Katharina Seewald

 4.5 Sterne bei 59 Bewertungen

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Demnächst in Tokio

Demnächst in Tokio

 (59)
Erschienen am 27.03.2017

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Rezension zu "Demnächst in Tokio" von Katharina Seewald

„Keine Widerworte: Elisabeth heiratet Ernst!“
Bellis-Perennisvor 9 Monaten


„Keine Widerworte: Elisabeth heiratet Ernst!“

an diese Worte ihres Vaters kann sich die nunmehr 95 Jahre alte Elisabeth noch gut erinnern. In Erwartung ihres nahen Todes will sie ihrer Tochter Karoline endlich reinen Wein einschenken. Viele Briefe hat sie begonnen und wieder zerrissen. Diesmal, so hat sie sich fest vorgenommen, wird sie ihr Vorhaben zu Ende führen.

 

Gesprochen wurden die oben erwähnten Worte im Deutschland von 1934. Auf Befehl des despotischen Vaters muss die noch nicht ganz 19-Jährige, den doppelt so alten Sohn des Firmenchefs, der ihrem invaliden, aber äußerst ehrgeizigen Vater Arbeit gibt, innerhalb weniger Stunden heiraten.

Während die frisch angetraute Ehefrau noch in Deutschland alles zusammenpacken muss, ist Ernst Wilhelm mit Diplomatenpass bereits auf dem Weg nach Japan, um in Tokio seine Position als Botschafter einzunehmen. „So Gott will, sehen wir uns demnächst in Tokio!“ (S. 29)

 

Elisabeth tritt die mühsame Reise mit der transsibirischen Eisenbahn in Begleitung einer Ordensfrau, Frl. Degenhardt, an. Frl. Degenhardt ist wortkarg. Die beiden Frauen stricken auf der langen Reise Socken für das Waisenhaus der Mission, in dem die Nonne arbeitet.

 

In Japan angekommen, wartet die nächste Überraschung: Ernst Wilhelm hat ein eigenes Schlafzimmer und rührt seine Gemahlin nicht an. Der geneigte Leser wird sich darob seine Gedanken machen.

Die deutsche Botschaft in Tokio ist ein Mikrokosmos wie auf einem anderen Stern. Doch langsam aber sicher ziehen auch hier die Sitten der NSDAP ein.

 

Elisabeths Leben gerät dann aus den Fugen als Alexander, ein Freund von Ernst Wilhelm, in ihr Leben tritt. Anfangs spöttisch “Zwerg” gerufen, wächst Elisabeth über sich hinaus, als auch der Ferne Osten vom Kriegsgeschehen der Zweiten Weltkrieg erfasst wird.

Dann wird Alexander der Spionage für Russland bezichtigt, verhaftet und zum Tode verurteilt.

 

Meine Meinung:

 

Ich habe das Buch in einer Nacht ausgelesen, weil ich von dieser Geschichte so fasziniert war. Die Entwicklung der quasi “verkauften” Tochter zu einer beeindruckenden Frau, die im fernen Japan ihren Mann steht, ist grandiose geschildert.

Elisabeth ist an der neuen, fremden und manchmal Furcht einflößenden Umgebung interessiert. Unbedarft wie sie ist, hat sie keine Vorurteile und begegnet den Japanern auf Augenhöhe. Sie ist empathisch und kann dem hohlen Geschwätz der anderen Frauen, deren Männer in der Botschaft arbeiten nichts abgewinnen.

 

Sehr interessant finde ich die Hinweise auf die damals aktuelle politische Lage. Sie ist völlig unaufgeregt in die Handlung eingewoben und macht einen großen Teil der Dynamik und Spannung aus. Es ist ja bekannt, wie der Wahnsinn des 1.000-jährigen Reiches geendet hat. Dennoch sind die Einblicke sehr aufschlussreich zu lesen.

 

Wir Leser können uns zwar denken, wie es um die Verhältnisse zwischen Elisabeth – Alexander – Ernst bestellt ist. Das letzte große Geheimnis wird am Ende doch noch gelüftet.

 

Die Charaktere sind allesamt sehr gut gelungen. Elisabeth macht naturgemäß die größte Wandlung durch. Deswegen kann sie ihre Mutter nicht verstehen, die nach dem Tod von Elisabeths Vater, einen ebenso despotischen Mann heiratet und mit ihm nach Palästina geht.

Für Alexander hat der deutsche Spion Richard Sorge ein wenig Pate gestanden. Ein Grund, mich mit dieser schillernden Person in naher Zukunft weiter auseinander zu setzen.

 

Das mag ich an diesem Roman, dass er Anregungen gibt, sich mit dem einen oder anderen Aspekt näher zu beschäftigen. Z.B. Röhm-Putsch, von Schleicher-Affäre oder eben Richard Sorge.

 

Fazit:


„Demnächst in Tokio“ ist ein echtes Lesehighlight: spannend, gefühlvoll, lehrreich, fesselnd und zum Nachdenken anregend. Mehr kann man von einem Buch kaum erwarten, daher verdient es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

 

 

 

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R

Rezension zu "Demnächst in Tokio" von Katharina Seewald

eine Seite des Krieges, die ich noch nicht kannte
robbylesegernvor einem Jahr

Katharina Seewald hat mit ihrem Buch " Demnächst in Tokio " einen faszinierenden Roman geschrieben, der während der dreißiger und vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Tokio spielt.

Die neunzehnjährige Elisabeth wird von ihrem Vater an einen doppelt so alten Mann " verkauft ", wie sie selbst sagt. Ernst Wilhelm, ihr zukünftiger Ehemann ist der Sohn von Elisabeths Vater, der mit dieser Eheschließung eine höhere Position bekleiden kann. Ernst Wilhelm muss wegen seiner Nähe zu Schleicher, die ein Attentat auf Hitler verüben wollten, das Land schnellstmöglich verlassen und geht als Botschafter nach Tokio. Elisabeth, das unbedarfte neunzehnjährige Mädchen , weiß nicht was sie erwartet. Doch die Ehe wird zwar anders , als sie sich sie vorstellt, aber sie wird glücklich. Kompliziert wird es erst, als der Freund von Ernst Wilhelm , Alexander , nach Tokio kommt und später als Spion verhaftet wird.

Zu Anfang hatte ich etwas Schwierigkeiten in den Roman hineinzukommen, doch das hat sich schnell gelegt und ich war in dieser Geschichte gefangen. Spannend und vor allem auch informativ, wird nicht nur über die Kriegszeit in Japan berichtet, sondern auch eine außergewöhnliche Liebesgeschichte beschrieben, die so nur selten vorkommt.

Die Figuren haben mir alle gut gefallen Interessant war mitzuerleben, wie Elisabeth vom unbedarften Mädchen zur selbstbewussten Frau wurde und ihre Erfahrungen in diesem für sie so fremdem Land mit einem noch fremderen Mann machte.Doch auch Ernst Wilhelm und Alexander werden gut beschrieben und ihr Geheimnis war für mich schon schnell durchschaut.

Trotzdem eine interessante Dreiecksgeschichte, die es zu lesen lohnt.

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HEIDIZs avatar

Rezension zu "Demnächst in Tokio" von Katharina Seewald

wundervolle Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund
HEIDIZvor einem Jahr

Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Ich habe es kurzweilig und spannend unterhalten gelesen.

 

·  Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

·  Verlag: Europa Verlag; Auflage: 1 (27. März 2017)

·  Sprache: Deutsch

·  ISBN-10: 3958901069

·  ISBN-13: 978-3958901063

·  Größe und/oder Gewicht: 15,1 x 4 x 22,5 cm

 

Preis: 18,90 €

 

Elisabeth ist gerade mal 18 Jahre und muss von München nach Japan, um dort den viel älteren Ernst Wilhelm zu heiraten. Sie wird zur Diplomatengattin und es herrscht Krieg. Ihr Mann erweist sich als sehr zurückhaltend. Und dann lernen sich Elisabeth und Alexander kennen. Es soll schließlich alles ganz anders kommen als geplant. Alexander und Ernst sind Freunde und denken gleich, denken anders, als es die Nationalsozialisten es dulden. Der Journalist Alexander wird verhaftet und das Ehepaar Ernst und Elisabeth geht ins Exil nach Peking. Dann hören die beiden, dass Alexander hingerichtet wurde, verurteilt als Spion.

 

Sehr hochwertig und tiefgründig nachdenklich geschrieben, spannend und vor historischem Hintergrund hat mich dieses Buch nachhaltig beeindruckt.

 

Die Charaktere werden mit ihren Beweggründen sehr gut beschrieben und auch in ihrer Entwicklung im Lauf der Handlung authentisch nachvollziehbar und glaubwürdig dargestellt.

 

Leseprobe:
========

 

"Elisabeth! Mein Zwerg!" Er sprang so unvermittelt auf, dass ich ins Straucheln kam und mich am Schreibtisch halten wollte, doch er hatte mich schon bei den Schultern und drehte mich und drehte mich, bis ich begriff: Er tanzt! Er lacht! ...

 

Rundherum gelungenes Buchprojekt !!!  

Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Ich habe es kurzweilig und spannend unterhalten gelesen.

• Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
• Verlag: Europa Verlag; Auflage: 1 (27. März 2017)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3958901069
• ISBN-13: 978-3958901063
• Größe und/oder Gewicht: 15,1 x 4 x 22,5 cm

Preis: 18,90 €

Elisabeth ist gerade mal 18 Jahre und muss von München nach Japan, um dort den viel älteren Ernst Wilhelm zu heiraten. Sie wird zur Diplomatengattin und es herrscht Krieg. Ihr Mann erweist sich als sehr zurückhaltend. Und dann lernen sich Elisabeth und Alexander kennen. Es soll schließlich alles ganz anders kommen als geplant. Alexander und Ernst sind Freunde und denken gleich, denken anders, als es die Nationalsozialisten es dulden. Der Journalist Alexander wird verhaftet und das Ehepaar Ernst und Elisabeth geht ins Exil nach Peking. Dann hören die beiden, dass Alexander hingerichtet wurde, verurteilt als Spion.

Sehr hochwertig und tiefgründig nachdenklich geschrieben, spannend und vor historischem Hintergrund hat mich dieses Buch nachhaltig beeindruckt.

Die Charaktere werden mit ihren Beweggründen sehr gut beschrieben und auch in ihrer Entwicklung im Lauf der Handlung authentisch nachvollziehbar und glaubwürdig dargestellt.

Leseprobe:
========

"Elisabeth! Mein Zwerg!" Er sprang so unvermittelt auf, dass ich ins Straucheln kam und mich am Schreibtisch halten wollte, doch er hatte mich schon bei den Schultern und drehte mich und drehte mich, bis ich begriff: Er tanzt! Er lacht! ...

Rundherum gelungenes Buchprojekt !!!

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