Von Katharina V. Haderer habe ich zuletzt „Das Hotel“ gelesen, ein großartiges Buch voller Spannung und Twists. Daher habe ich, als ich „Fallen Angels, Rising Demons – Der Wettstreit“ auf der VIECC gesehen, nicht lange gezögert und es mitgenommen. Urban Fantasy, der zwischen Himmel & Hölle, vermischt mit etwas Romantik, damit konnte ich bisher immer etwas anfangen. Daher müsste dieses Buch ja ein Volltreffer gewesen sein, oder? Schauen wir uns das Ganze mal an.
Von außen sehen wir ein wunderschönes Cover, welches perfekt zur Handlung passt. Nicht generisches, einfach ein kleines Kunstwerk. Mag ich sehr. Wobei man sagen muss, dass der Titel das Ende etwas andeutet. Aber nun gut, das muss ja nichts heißen.
Der Anfang des Buches wurde von der Autorin recht kompakt gestaltet. Engel macht Puff auf der Erde. Ihm wird abermals sein Ziel eingetrichtert und schlussendlich zu einem vollwertigen Menschen zusammengezimmert. Oder wie es im Buch so schön geschrieben steht: Seine engelsgleichen und geschlechtslosen Züge werden in eine andere Dimension gezeichnet. Was übrig bleibt, ist von einem Menschen, in diesem Falle vom Typ Mann, nicht mehr zu unterscheiden. Lazael, so der Name unseres Protagonisten, muss sich nicht nur mit seinem Ziel, sondern auch mit den dazu gewonnenen Sinnen und Gedanken befassen. Engel sind sowohl körperlich als auch gedanklich komplett anders als von Gefühlen getriebenen Menschen. Zum Glück muss er da nicht alleine durch. Die beiden Künstler, sein Engelsbruder und die teuflische Haushälterin, stehen ihm zur Seite. Bis hierhin haben wir einen grundsoliden Aufbau vor uns.
Jedoch wankt Lazael immer mehr in seiner Überzeugung, je weiter die Handlung voranschreitet. Gut und Böse verschwimmen immer mehr, genauso wie sein eigentliches Ziel. Als Mensch hat er weit weniger Kontrolle über sein Handeln als in seiner Engelsgestalt. Apropos verschwimmen. Sein Ziel namens Eva ist leider etwas blass geraten. Sie ist da, vorhanden. Wirkt aber mehr wie eine Zielscheibe als ein Mensch, auch wenn sie ihre wenigen Glanzmomente hat. Dem Gegenspieler wurde zum Glück etwas mehr Liebe geschenkt als Eva, aber viel zu bieten, außer böse dreinzuschauen, hatte er bedauerlicherweise auch nicht. Lazael hingegen gewinnt immer mehr an Fahrt, je weiter er den Weg der Sünde, ich meine natürlich des göttlichen Herren geht. ^^ Sein Engelsbruder ist genau der nervige Charakter, den die Autorin im Sinn hatte, als sie ihn geschrieben hat. Manchmal jedoch hat er maßlos übertrieben. Aber das gehörte vermutlich einfach dazu. Die beiden Künstler wiederum habe ich richtig ins Herz geschlossen. Die Haushälterin hat mir von ihrer Entwicklung am besten gefallen, sie trägt auch sehr stark zum Ende des Buches bei.
Dieses wurde zwar sehr rasch eingeläutet, hat aber einen entsprechenden Eindruck und WOW-Moment bei mir hinterlassen. Ich frage mich, was ein möglicher Nachfolger für mich bereithalten könnte. Die Handlung ganz allgemein hat mir gut gefallen, es habe gefühlvolle Momente, etwas Spannung und natürlich knallte es vereinzelt. Stellenweise gab es ein paar Leerläufe, die mich aber nicht groß gestört haben.
Insgesamt ein guter Fantasy Roman, der Fans des Konzeptes des Buches durchaus begeistern könnte.

































