Die dunklen Phasen im Jahr und im Leben mögen wir nicht. Sehnsüchtig warten wir auf den Frühling und auf das Licht. Aber was, wenn wir diese Phasen annehmen, ohne Urteil, wenn wir uns erlauben, uns zurückziehen und uns in der Dunkelheit einzukuscheln?
Für mich war "Überwintern" eine tolle Lektüre mit ganz wichtigen Impulsen. Denn ich bin kein Wintermensch. Oder zumindest war ich keiner. In den letzten Jahren versuche ich aber immer mehr, die schönen Seiten des Winters willkommen zu heißen und zu zelebrieren: gemütliches Lesen am Schwedenofen mit einer Tasse Tee, Sauna und eine eiskalte Dusche danach, das besondere Licht an einem klaren Wintermorgen, ein Spaziergang im Schnee.
Katherine May sieht das genauso und erklärt, welch biologische, kulturelle und spirituelle Bedeutung der Winter auch haben kann. Viele dieser Aspekte machen wir uns unzugänglich in der heutigen Welt. Ihr Buch ist ein Plädoyer, den Winter aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Und auch, wenn wir dem "echten" Winter entfliehen können, die dunklen Phasen im Leben gibt es eben trotzdem. Und diese können wir ebenso wie den Winter mit Hingabe annehmen und darauf vertrauen, dass sie richtig sind und dazu gehören, und dass dann wieder Tage voller Licht auf uns warten.
Ein schönes Buch, das zum Nachdenken an dunklen Tagen anregt.













