Kathi Gormász Walter White & Co

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Inhaltsangabe zu „Walter White & Co“ von Kathi Gormász

Vor 15 Jahren erschuf der amerikanische Sender HBO den Verbrecher Tony Soprano als Hauptfigur und Helden mit durchschlagendem Erfolg. Fragwürdige Figuren wie Walter White oder Dexter traten sein Erbe an und stellten das Gebot des sympathischen Protagonisten in der US-Fernsehserie weiter in Frage. Die neue Dramaserie als Ursprungsort für psychologisch komplexe und widersprüchliche Charaktere bildet den Hintergrund, vor dem Kathi Gormász nach der Beschaffenheit und Konstruktionsweise von fiktiven Wesen fragt. Anhand von Serien wie "The Sopranos", "Breaking Bad" oder "The Wire" zeigt die Autorin, wie deren (Anti-)Helden charakterisiert und emotionalisiert werden. Sie erarbeitet anschaulich auf Basis von Modellen der Dramen- und Filmtheorie jene dramaturgisch-ästhetischen Mittel, welche das Publikum in seiner Wahrnehmung von und Beziehung zu Serienfiguren beeinflussen können. Neben der im Zuge der Figurenanalysen verdeutlichten Charakterisierungs- und Involvierungsstrategien erläutert die Autorin die besondere Bauweise der Fernsehserie im Allgemeinen und der sogenannten Qualitäts- oder Autorenserie im Speziellen. Außerdem gibt sie einen umfassenden Einblick in die spezifischen Produktionsbedingungen auf dem US-amerikanischen TV-Markt.

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  • Serien sind das neue Kino

    Walter White & Co

    michael_lehmann-pape

    27. February 2015 um 14:17

    Serien sind das neue Kino In den letzten Jahren, ziemlich genau mit der Entwicklung und Sendung der „Sopranos“ und „Tow and a half men“ hat sich auf dem medialen Unterhaltungssektor der Film und Fernsehwirtschaft fast ein Paradigmenwechsel vollzogen. Darsteller aus Fernsehserien erlebten eine hohe Aufwertung ihrer Person und Rollen, was sich in hohen Gagen und hoher öffentlicher Bekanntheit niederschlägt, die Verkaufszahlen von Fernsehserien schlagen im Gesamten die von Kinofilmen um Längen (mit Ausnahmen wie „Herr der Ringe“, „Avatar“, „Hobbitt“ u.a.). Autoren, Regisseure und Produzenten schwärmen von den Erzählmöglichkeiten längerer Geschichten in Serien und ganz anderen Chancen der Entfaltung von Protagonisten, „Lost“, „Breaking Bad“ und andere Lang-Serien in 5-6 Staffeln aufgeteilt erfahren so von allen Seiten her hohe bis höchste Aufmerksamkeit. Was aber hat diese Entwicklung bewirkt? Welche Gesetzmäßigkeiten lassen sich in der Erfindung und Entfaltung von „Serienhelden“ aufspüren? Was ist unter dem „HBO Dreiklang“ zu verstehen, der das erfolgreichste Muster der Serienproduktion darstellt? Kathi Gormasz wendet sich ruhig, differenziert und sehr fundiert den Grundlagen und Grundthemen der Fernsehserien zu, zeigt die Geschichte der Serien von der Frühzeit an auf, erläutert den Erfolg von „Dalls“ als „Urmutter aller Soaps“, verweist auf die Bedeutung des Storytelling und zeigt überzeugend den Stellenwert (und damit die Marketingstrategie) dieser Gattung auf: „Ist not TV. Ist premium content“. Im Mittelpunkt dieses Geschehens sind und bleiben die Hauptfiguren der jeweiligen Serien. Handlungsträger, typisiert und individualisiert und der Gegenwart insofern eng angepasst, als das die wichtigen realistischen Ebenen (Inhalt, Abbild, Erzählung, psychologische Ebene, emotionale Ebene) eng mit der aktuellen Wirklichkeit abdecken und damit eine hohe Identifikation schaffen. Elemente, die parodiert schon in „Boston Legal“ insofern vorkamen, als dass dort aktuelle gesellschaftliche Themen mit ironischer Reflexion immer wieder die Gegenwart gespiegelt haben. Bis dahin, dass das Kernthema der „Sopranos“ nicht unbedingt als Krimi oder Darstellung der Mafia gesehen werden muss, sondern als Abstieg des Mittelbürgertums mit all seinen Verwerfungen und persönlichen Sorgen. Wie auch „Lost“ sich eher als gesellschaftliches Experiment erkennbar macht inklusive der „Hintergrundsteuerung“ des Lebens und sich nicht in einer mythischen Fiction erschöpft. Wie geplant und „gemacht“ die erstrebte Identifikation mit dem Zuschauen wirklich ist, auch das stellt Gormasz im letzten Teil ihres Werkes ausführlich vor, erläutert die Mechanismen der „Identifikation“ und gibt einen Ausblick auf die mittelfristige Entwicklung des Genres. „Das das Ende einer Serie im Leben ihres Publikums ein einschneidendes Erlebnis ist, würde ich dennoch den Figuren zuschreiben, die uns jahrelang begleitet haben“. Und in denen die Grundkonstitution von Menschen sich widerspiegelt: Die Kommunikation mittels Geschichten, die Suche nach Zusammenhängen, die Fragen nach Sinn und Ziel, die Sorge vor den Unwägbarkeiten des Lebens, der Versuch, auch im Chaos Struktur zu finden und, vor allem, die Motivation der entsprechenden Figuren emotional für sich selbst nachvollziehen und dementsprechend „mitfiebern“ zu können. So lässt sich jener griffige Unterschied nachvollziehen, den Gormasz im Kern setzt: Filmfiguren sind der „One night stand“, Serienfiguren bilden eine „Langzeitbeziehung“, die dementsprechend mehr alltägliche Wirkung im „wahren Leben“ entfaltet. Insgesamt eine gut zu lesende und verständliche Darstellung der Entwicklung der Serien an sich und eine Offenlegung der zentralen dramaturgischen Elemente, die in ihrer Wirkung ebenso dargelegt werden wie in ihrer Planung und Umsetzung.

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