fischer baumler

Kathleen Glasgow Mädchen in Scherben

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Inhaltsangabe zu „Mädchen in Scherben“ von Kathleen Glasgow

'Ein eindringliches, schönes und notwendiges Buch, das nachhallt, lange nachdem du die letzte Seite gelesen hast.' Nicola Yoon, #1 New York Times Bestsellerautor von 'Everything, Everything'

Charlotte ist zerbrochen. Mit nur siebzehn Jahren hat sie mehr verloren, als die meisten Menschen im Leben. Mehr als ein Mensch ertragen kann. Aber sie hat gelernt, wie man vergisst. Wie man seinen Körper gefühllos gegen Schmerz macht. Jede neue Narbe macht Charlottes Herz ein wenig härter, doch irgendwann begreift sie, dass sie mehr ist, als die Summe ihrer Verluste – und beginnt zu kämpfen!

Die bewegende Geschichte einer jungen Frau, die stärker als ihr Schicksal ist

Selten habe ich bei einem Buch so sehr mitgefühlt. Es schmerzt und heilt gleichermaßen. K. Glasgow ist meine Neuentd. des Jahres. - 5 Sterne

— AmiLee

Erdrückendes Thema, was zu Beginn auch gut rüberkommt, dann aber nachlässt

— sjule

Eindrücklich, aber nicht so wie erhofft

— weinlachgummi

So unglaublich gut geschrieben. So verloren.

— AliceVideoland

Ein echt krasses Buch.

— Caterina

Hier und da schwächelt die Story leicht und neigt dazu oberflächlich zu werden. Manches ist eindeutig zu viel, anderes zu wenig.

— MelE

Bewegende Geschichte eines Mädchens, dem das Leben übel mitspielt.

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Eine Geschichte, die unter die Haut geht.

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  • Ein Buch, das intensiv und bedrückend ist

    Mädchen in Scherben

    Caterina

    16. May 2018 um 19:59

     Meine Meinung zum Buch Gestaltung: Als ich das erste Mal von "Mädchen in Scherben" hörte, wollte ich gleich wissen, was sich in diesem Buch verbirgt. Optisch gefällt es mir echt gut. Gerade durch die Schlichtheit, die hier für die Gestaltung gewählt wurde, ahnt man als Leser überhaupt nicht, was sich hier verbergen könnte. Ebenso verrät der Klappentext gefühlt nichts über die Geschichte, machte mich aber dennoch neugierig, so dass ich dieses Buch unmittelbar nach dem Eintreffen begann. Einstieg: Das Buch beginnt damit, dass ein Mädchen nur in einem Bettlaken bekleidet und blutend vor einer Einrichtung für Jugendliche steht. Allein diese ersten Zeilen lösten in mir ein unglaublich beklemmendes Gefühl aus, dass ich diesen Eindruck erst einmal sacken lassen musste. Das habe ich wirklich sehr selten, dass mich ein Buch direkt mit den ersten Sätzen so bedrückt. Aber Kathleen Glasgow hat es geschafft. Allerdings bereitete mir der Schreibstil gerade zum Anfang arge Probleme, da er sehr abgehackt daher kam. Das behob sich allerdings im Laufe der Zeit. Charaktere: Es wird durchweg aus der personalen Ich-Perspektive von der jungen Charlie erzählt. Dass dieses Mädchen einige Lasten mit sich herumtragen muss, spürt man sofort. Allerdings weiß man lange Zeit nicht, was mit Charlie tatsächlich passiert ist. Gerade weil die junge Frau zunächst kein Wort spricht und in der Psychiatrie für Jugendliche nur die "stumme Sue" genannt wird. Das erschwerte mir zunächst den Zugang zur Protagonistin. Auch die Gedankenfetzen, die der Leser aus Charlies Leben erfuhr, erschwerten den Zugang noch zusätzlich. Je weiter ich dennoch vorankam, umso deutlicher wurde das Bild, was ich von der jungen Frau erhielt und erfuhr, was ihr geschehen ist. Und das hat mich nicht nur einmal sehr bedrückt. Trotzallem macht Charlie in diesem Buch eine gewaltige Entwicklung durch, die ich wirklich sehr bewegend fand. Manches war für mich nicht ganz nachvollziehbar, gerade in Hinblick ihres Heilungsprozesses, aber dennoch gefiel mir die Entwicklung von ihr wirklich sehr gut. Auch die zahlreichen Nebenfiguren, die Charlie auf ihrem Weg begleiten, gefielen mir weitesgehend sehr gut. Handlung: Auf die Handlung möchte ich gar nicht so viel eingehen, weil ich sonst zu viel vom Inhalt verraten könnte. Denn ich finde, man sollte an dieses Buch völlig unvoreingenommen ran gehen und sich berühren lassen. Daher sei nur so viel zu sagen, dass der Leser Charlie auf einen Weg begleitet, der viele Höhen und Tiefen mit sich bringt. Während es in dem einen Moment darum geht nach vorne zu schauen und sich ein Leben aufzubauen, geht es im selben Atemzug um die Vergangenheit von Charlie, die sie natürlich sehr geprägt hat und immer wieder einholt. Diese Mischung löste fast durchweg ein sehr bedrückendes Gefühl in mir aus. Denn so war zwar Hoffnung zu spüren, aber auch immer wieder die Sorge, dass das Mädchen vielleicht doch rückfällig wird. Schreibstil: Den Schreibstil von Kathleen Glasgow würde ich als gewöhnungsbedürftig beschreiben. Gerade am Anfang hatte ich große Schwierigkeiten, weil es für mich sehr distanziert und irgendwie auch grob auf mich wirkte. Aber je mehr ich las und je mehr ich über Charlie erfuhr, desto passender fand ich diesen Schreibstil. Denn die junge Frau ist durch ihre Vergangenheit gezeichnet und zerbrochen und genauso wirkte der Schreibstil für mich auch. Auch die Gedanken- und Gefühlswelt, in die der Leser immer wieder einen kurzen Blick erhaschen konnte, fand ich erschreckend authentisch. Man merkt beim Lesen die intensive Auseinandersetzung bzw. Recherche zum Thema. Mein Urteil "Mädchen in Scherben" ist ein sehr bedrückendes Buch, denn die Thematik hallt auch nach dem Beenden des Buches noch ein wenig nach. Es stimmt nachdenklich und man entwickelt nicht nur Mitgefühl, sondern irgendwie auch Unverständnis. Ich weiß nicht, wie oft ich beim Lesen entsetzt den Kopf schütteln musste. Über so viele Dinge. Gerade durch die Thematik, rate ich Zartbesaiteten Lesern eher von diesem Buch ab, denn das ist wirklich harter Tobak wie ich finde. Kathleen Glasgow hat hier ein Buch geschaffen, was man nicht so einfach wegstecken kann. Ich vergebe 4 von 5 Welten.

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  • LL rezensiert

    Mädchen in Scherben

    lenasbuecherwelt

    13. May 2018 um 12:37

    “Mädchen in Scherben” begann sogleich intensiv und zog mich in eine Geschichte voll von Angst und Schmerzen. Dass das Buch etwas besonderes ist, merkt man gleich zu Beginn an dem Schreibstil. In abgehackten Sätzen und kurzen Abschnitt erzählt Charlotte fast wirr und durcheinandergewürfelt von ihren Eindrücken in der Psychiatrie. Sie berichtet von ihren eigenen Abgründen, schmerzhaften Erinnerungen und ihrem narbengezeichneten Körper und erzählt schonungslos von den destruktiven Verhaltensmustern der anderen Mädchen in der Einrichtung. Besonders dieser Abschnitt, das Buch ist übrigens in drei Teile geteilt, war so bedrückend intensiv und erschreckend ehrlich, dass sich mir wirklich die Haare zur Berge gestellt haben. Absolut authentisch wird Charlotte mit all ihren Abgründen und Sehnsüchten dargestellt und damit geht sie dem Leser wirklich nahe. Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Charakterin, die es schwer in diesem Buch hat. Neben ihr erfahren wir noch von vielen Randfiguren mit harter Vergangenheit. Mädchen in Scherben war zweifellos absolut intensiv, erschreckend und trotzdem so ehrlich und mitreißend, dass ich das Buch mit Sicherheit lange nicht vergessen werde. Trotzdem hätte es insbesondere dem Mittelteil sicherlich gut getan, etwa kürzer gefasst zu werden, denn hier gab es einige Phasen, die sich trotz aller Intensität einfach zogen. Eine ehrliche und schonungslose Geschichte über ein zerbrochenes Mädchen. Absolut empfehlenswert!

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  • Mädchen in Scherben

    Mädchen in Scherben

    Si-Ne

    29. April 2018 um 14:37

    Fazit:Dieses Buch war für mich packend und düster. Es ist kein lustiger Roman über die unbeschwerte Jugend, sondern über Charlie, die schon viel erlebt hat. Ich begleite sie hier auf ihren Weg zurück in die Realität, was nicht einfach ist, mit so viel Schmerz. Bewertung:Ich begegne hier Charlotte, die in einer Anstalt lebt. Sie weiß nicht so wirklich, warum sie dort ist. Nicht wegen ihren Problemen, denn diese sieht sie, aber es scheint eine Anstalt mit Geld zu sein. Auf jeden Fall ist sie dort erstmal richtig. Sie hat viel erlebt, genau wie die Anderen. Die Anderen sind gleich und doch verschieden, jeder hat ein anderes Grundproblem, obwohl sie sich alle Schmerzen zufügen mögen. Sie versuchen den ganzen Ballast anders abzuarbeiten und tun sich dabei weh, wie ein Ventil.Interessant finde ich hier die Einsicht in die Mädchen, besonders bei Charlotte geht diese noch etwas tiefer. Ich erfahre, was sie gemacht hat und auch warum, manchmal dauert es etwas länger. Dazu ist noch einiges unklar, was sich je weiter ich lese, immer klarer wird. Von den Anderen erfahre ich das, was sie weiß.Das Buch hat für mich schon eine bedrückende Stimmung, denn es ist ein ernstes Thema. Etwas anderes habe ich auch nicht erwartet. Es ist natürlich nicht jeder Tag wie der andere, allerlei Sachen passieren, die einen Weg in der Anstalt beschreiben können. Auch verschiedene Therapien werden angeboten, in denen man die Teilnehmer zu nichts zwingt. Andere sind manchmal schwierig zu händeln, weil diese eben ihre ganz eigenen Probleme haben und meistens auch sehr sensibel zu geht, da kann es auch mal krach geben. Dazu ist alles in Watte gepackt, damit man sich nicht so leicht verletzen kann.Das Buch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt.Nicht nur der erste Abschnitt ist eine Erfahrung und Kampf, sondern auch die weiteren. In dem ich Charlie besser kennenlerne und ihren Weg begleite.

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  • Mädchen in Scherben

    Mädchen in Scherben

    Lovinbooks4ever

    16. April 2018 um 14:52

    Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, denn es gibt Dinge im Leben, die sind schwer zu begreifen. Manche Menschen brauchen körperlichen Schmerz, um den seelischen Balast los zu werden. Zumindest für den Moment. So ein Mensch ist Charlotte. Das Buch beginnt schon recht düster und ich war erst etwas überrascht und wusste nicht genau, ob es das richtige für mich ist.  Wir erfahren so einiges über Charlie und für mich war es schon sehr interessant das zu erfahren, aber irgendwie zog es sich auch klein wenig in die Länge, weil kaum Interaktion mit anderen vorhanden ist. Als Charlie dann das Creeley Center verlassen muss beginnt eine neue Herausforderung für sie. Sie kann nicht zu ihrer Mutter und ist wieder auf sich allein gestellt. Jetzt gilt es nicht wieder in alte Muster zu verfallen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn die Ausgangsposition nahezu wieder gleich ist. Doch dann trifft sie auf Johnny und der flirtet ganz ungehalten mit ihr. Charlie wünscht sich natürlich jemanden an ihrer Seite, doch ob Johnny da wirklich der richtige ist? Kathleen Glasgow schreibt sehr intensiv. Die Gefühle, die in diesem Buch transportiert werden sind natürlich sehr düster, aber das muss ja auch so sein. Schließlich sind Charlies Gedanken sehr düster, denn ohne solche Gedanken benötigt man wohl kein solches Schmerzventil. Die Autorin konnte mich damit auf jeden Fall erreichen und ich mir ging Charlies Schicksal sehr nahe. Es ist wahrlich ein Buch, das einen zum Nachdenken anregt und einen auch mitten in die Seele trifft. Besonders gefallen hat mir, dass Charlie so selbstlos und anspruchslos ist. Sie zerfliesst weder im Selbstmitleid, noch erwartet sie sonderlich viel von anderen. Sie gibt sich mit dem Geringsten zufrieden und das hat mir wirklich imponiert. FAZIT „Mädchen in Scherben“ ist sehr düster und uns berührt einen ungemein. Charlotte ist eine fantastische Protagonistin und ich habe dieses Buch wirklich verschlungen. Auch wenn der Einstieg für mich wahrlich nicht leicht war und es zu Beginn ein paar Längen für mich gab, so konnte es mich letztendlich wirklich begeistern. 4 von 5 Punkten

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  • Starker Anfang, nach hinten raus verliert es an Authentizität

    Mädchen in Scherben

    sjule

    15. April 2018 um 12:58

    Inhalt: Charlotte ist zerbrochen. Mit nur siebzehn Jahren hat sie mehr verloren, als die meisten Menschen im Leben. Mehr als ein Mensch ertragen kann. Aber sie hat gelernt, wie man vergisst. Wie man seinen Körper gefühllos gegen Schmerz macht. Jede neue Narbe macht Charlottes Herz ein wenig härter, doch irgendwann begreift sie, dass sie mehr ist, als die Summe ihrer Verluste – und beginnt zu kämpfen! Meinung: Wie bei der Inhaltsangabe zu lesen, erwartete ich eine düstere und schonungslose Geschichte zum Thema Depression und Borderline. Und zu Beginn, war es das auch. Denn wir werden direkt in Charlottes (Charlies) Gedankenwelt geschmissen. Nach einem Selbstmordversuch begleiten wir sie auf dem Weg in der Klinik. Die Sätze sind kurz, die Gedanken abgehakt und ein wenig wirr. Wir werden mit vielen Namen aus der Klinik und mit vielen Erinnerungsfetzen und weiteren namen konfrontiert. Das alles ergibt eine düstere und beklemmende Atmosphäre, führt aber auch für Verwirrungen meinerseits, weil ich die Leute nicht auseinander bekommen habe. Der Roman spielt in Amerika, so ist es auch nicht verwunderlich, dass Charlie, die keinerlei Hab und Gut geschweige den Geld besitzt und auch von ihrer Mutter keine Unterstützung erhält, bald schon aus der Klinik ausziehen muss. Und dann beginnt der Teil, der mich verloren hat. Zwar wird die Gedankenwelt von ihr etwas leichter. Die Sätze werden länger und sie hat auch Hoffnung, aber trotzdem fügt sich dann alles einfach zu schnell und zu gut. Klar kämpft sie noch mit ihreren bösen Gedanken, wenn sie ein Rückschlag erleidet, aber trotzdem läuft alles einfach zu glatt. Das sie dann da irgendwann auf die schiefe Bahn gerät und an die falschen Leute, da wartet man nur drauf und an den großen Knall. Dieser kam dann auch, war aber schnell vorbei und danach kam so richtiger Sonnenschein. Nicht, dass ich es Charlie nicht gönne, aber für mich war das alles ein wenig zu unauthentisch.  Dazu kommt auch, dass Charlie, dafür dass sie eine Impuls-Kontroll-Störung hat, sich außerhalb der Klinik doch gut zurückhalten kann und selber oft genug anmerkt, dass sie sich auf dem falschen Weg begibt.  Apropos falsche Leute. Was ich auch eigenartig fand, dass fast das gesamte neue Umfeld von Charlie irgendwelche Probleme oder schlechten Vergangenheiten besitzt. Es wirkte fast so, als wäre sie in eine Stadt gekommen, die nur aus irgendwelchen Insassen einer Klinik bewohnt wird. Ein weiterer Punkt war auch noch die Sprache. Ich meine ja, Charlie kommt von der Straße und sie kommt in einer Stadt voller komischer gestalten, aber bitte, dauern das F-Wort oder andere Fäkalausdrücke sind auf Dauer gesehen, einfach nur nervig. Alles in allem fing das Buch stark an, konnte meine Interesse dann aber nicht mehr ganz halten, als alles etwas zu glatt läuft und etwas an Authentizität verlor. Daher 3,5 Sterne

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  • Ein Buch, das Mut macht

    Mädchen in Scherben

    Fantasie_und_Träumerei

    13. April 2018 um 10:17

    Der Einstieg in "Mädchen in Scherben" ist heftig. Protagonistin Charlotte hat einen Suizidversuch hinter sich und ist deshalb in einer psychiatrischen Klinik. Sie spricht nicht. Ist gekennzeichnet von Narben und Verletzungen. Offensichtlichen, die sie auf der Haut trägt, und jenen, die nicht zu sehen sind, die ihre Seele tief beschädigt haben. Charlotte lebt mit Selbstverletzendem Verhalten. Ihrem Weg dem Schmerz im Inneren zu entkommen.Der erste Abschnitt des Romans widmet sich Charlottes Aufenthalt in der Klinik. Ich bekomme einige Hintergrundinformationen zu ihrer Vorgeschichte, zu ihren aktuellen Gefühlen, zu ihrem Charakter und ihrer Schwierigkeit mit Mitmenschen in Kontakt zu treten. Alles sehr stimmig. Sehr authentisch. Ich frage mich, ob Glasgow berufliche oder private Erfahrungen mit Selbstverletzendem Verhalten gemacht hat, denn vor allem die Gefühlswelt der Patientinnen wird sehr glaubhaft und realistisch dargestellt. Die Schreibe ist dem Inhalt perfekt angepasst. Vorsichtig, von einer eigenen Poesie, zurückhaltend und verletzlich. Sie trägt dazu bei, dass Charlottes Geschichte so richtig tief unter die Haut geht.Dann beginnt ein neuer Abschnitt im Buch und damit die einzige, aber doch größere Kritik, die ich an der Geschichte habe. Ich wünschte, die Autorin hätte das ein wenig anders gelöst. Es gibt Alternativen, aber sie hat diesen Weg gewählt und damit leider ein wenig Glaubwürdigkeit verloren.Der Rest des Romans dreht sich darum wie Charlotte zurück ins Leben findet. Wie sie ums Überleben kämpfen muss, weil sie nur wenig Geld zur Verfügung ist. Sie muss lernen mit Alltagsroutine klarzukommen. Oftmals schwierig für Menschen, die im festen Rahmen einer Einrichtung gelebt haben, die Sicherheit geboten hat. Vor allem muss Charlotte wieder lernen mit Menschen umzugehen. Herauszufiltern auf wen sie sich verlassen kann und von wem sie sich besser fernhält, weil sie sonst direkt wieder in alte Handlungsmuster verfällt. Sie muss lernen der Dunkelheit zu widerstehen und Hürden zu überwinden, ohne sich zu verletzen. Damit einher geht eine neue Sichtweise auf sich selbst. Eine Verschiebung von Schuldgefühlen und Verantwortung. Kathleen Glasgow verändert für diesen Abschnitt ihre Schreibe. Wählt eine schnellere, vielleicht auch etwas härtere Sprache. Der Teil des Romans ist nicht weniger dramatisch. Diesmal ist es aber nicht die Sprache, die uns tief treffen soll, sondern die Handlungen der Protagonisten, die verletzen, verstören und gleichzeitig für Hoffnung sorgen.Ich würde gerne so viel mehr über diesen Teil der Geschichte sagen, aber es gibt darin so viel, dass man selbst entdecken sollte. Zu schnell ist zu viel zum Inhalt verraten. Viele Überraschungen warten dort. Und obwohl dieser Abschnitt so ganz anders ist, als der sehr emotionale erste Teil des Romans, ist er richtig, richtig gut. Die Autorin traut sich was. Entwickelt Figuren, die so gar nicht rund laufen und die mich selbst in Konflikte stürzen. "Mädchen in Scherben" bekommt trotz dieses dicken Kritikpunkts, den es bei mir verursacht, eine ganz klare Leseempfehlung. Das Buch bietet Identifikationspotential für Mädchen, die in einer ähnlichen Situation sind und zeigt, dass es möglich ist, aus dieser Spirale herauszugelangen. Dass es möglich ist, sich abzugrenzen, und eigene Wege einzuschlagen. Dass manchmal die Menschen Freunde sind, von denen man es nicht vermutet hätte und dass es sich lohnt die eigenen Träume im Blick zu behalten, auch wenn die derzeitige Lage noch so aussichtslos erscheint. Ein Buch, das Mut macht. Modern und ergreifend erzählt.

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  • Ein sehr intensives Buch

    Mädchen in Scherben

    Kanya

    12. April 2018 um 20:12

    InhaltDie siebzehnjärhige Charlotte hat schon viel zu viel in ihrem Leben erlebt. Sie ist zerbrochen. Als sie ins Creeley Center eingewiesen wird, geht es ihr schlecht, sie redet nicht und ist nur froh ein Dach über dem Kopf zu haben. Als es ihr etwas besser geht, wird sie viel zu früh entlassen und geht ihren Weg in eine ungewisse Zukunft, immer mit ihrem Notfallset bewaffnet, in dem sich auch ein paar Scherben befinden.Meine Meinung"Mädchen in Scherben" ist ein unglaublich intensives und bewegendes Buch, das viele negative Emotionen hervorruft und bedrückend ist. Zu Beginn weiß man nicht recht, was Charlotte erlebt hat. Der Schreibstil ist zu Beginn nicht ganz einfach. Die hier beschriebenen Sequenzen waren etwas abgehackt und mir fehlte der Zusammenhang. Dazu wird unglaublich viel geflucht und schon eine fast vulgäre Sprache genutzt, was ich bis zu einem gewissen Grad zwar gut und authentisch fand, aber hier war es mir zu viel.Ich fand es aber gut, wie intensiv die Gefühl- und Gedankenwelt von Charlotte dargestellt wurde, auch wenn ich Probleme hatte mich in sie hineinzuerversetzen.Im Laufe des Buches wird der Schreibstil besser und wirkte nicht mehr so abgehackt.Nach und nach erfährt man mehr über Charlottes Vergangenheit und so konnte ich sie immer besser verstehen. Was sie durchgemacht hat, sollte wirklich kein Mensch durchmachen und schon gar kein Kind oder Jugendliche. Dabei werden Tabuthemen wie Drogenmissbrauch und Ritzen beschrieben.Die Darstellung der Figuren empfand ich als sehr authentisch, allerdings muss ich sagen, dass Charlotte vieles für meinen Geschmack zu leicht hinbekommen hat. Sie wird viel zu früh entlassen, hat eigentlich keine Unterstützung und wird an vielen Punkten an denen ich es erwartet hätte nicht rückfällig, was ich einfach nicht realistisch finde, auch wenn es mich für Charlotte gefreut hat.Der Plot hat seine Längen, konnte mich aber alles in allem in seinen Bann ziehen. Oft hat er mich erschüttert, mitgerissen, mit Charlotte leiden und hoffen lassen. Zum Ende hin gibt es einen großen Knall, der aber genauso sein musste, sonst hätte mir etwas in diesem wirklich bewegenden Buch gefehlt. So konnte es mich alles in allem überzeugen.Fazit"Mädchen in Scherben" ist kein einfaches Buch, denn es behandelt schlimme, intensive und düstere Themen. Es ist ein bedrückendes Buch, das unter die Haut geht. Alles in allem konnte es mich überzeugen, auch wenn es nicht ganz ohne Kritik weggekommen ist.

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  • Anfang und Ende sind sehr intensiv, Mittelteil überzeugt nur bedingt

    Mädchen in Scherben

    Bambi-Nini

    08. April 2018 um 13:41

     Nachdem die 17-jährige Charlotte fast gestorben wäre, soll ein Klinikaufenthalt ihre Wunden heilen. Ihr Leben liegt in Scherben, ihr Körper trägt die Spuren ihrer Vergangenheit. Nun soll Charlie lernen, einen anderen Weg zum Vergessen zu wählen. Doch viel zu schnell muss sie die schützenden Mauern wieder verlassen und sich einen neuen Weg im Leben suchen.Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Daher lässt sich über die Altersempfehlung ab 14 Jahren auch ein wenig streiten. Charlie nimmt nahezu jedes Unheil mit, welches das Leben einem Kind bieten kann, ihre Beschreibungen beschönigen nichts. Dadurch wird es oft berührend, erschreckend, eindringlich und grausam.Letztlich war es für mich eine Geschichte mit Höhen und Tiefen – zusätzlich zu Charlies Aufs und Abs.Der Einstieg ist sehr intensiv. In immer nur sehr kurzen Passagen gibt Charlie Einblicke in ihre Gedanken, ihre Vergangenheit, ihre Ängste. Dabei sind die Ausschnitte so knapp und scheinbar wahllos durcheinander gewürfelt, dass es teilweise schwer ist, ihr zu folgen und Zusammenhänge herzustellen. Nach und nach fügen sich die einzelnen Bilder und erwähnten Figuren zu einer Geschichte zusammen – zu einer Vergangenheit, in der der Teenager viel Leid erlebt hat.Als Charlie dann frühzeitig die Klinik verlassen muss, steht sie vor dem Nichts – doch all ihre Ängste trägt sie noch in sich. Sie führt einen täglichen Kampf gegen sich selbst und ihre inneren Dämonen. Wie lange kann sie dem Druck standhalten?Leider wird die Geschichte im Mittelteil recht langatmig. Zwar ist es durchweg interessant, Charlie in ihrem neuen Leben zu beobachten, doch so richtig spannend oder aufregend wird es nicht. Charlie trifft manch gute und manch schlechte Entscheidung. Sie begegnet verschiedenen Menschen, die ihr teilweise gut tun, sie aber teilweise auch in neue Probleme stürzen.Da ich keine Erfahrung mit ihrem Krankheitsbild habe, fällt es mir schwer, zu beurteilen, wie realistisch ihr Verhalten ist, nach ihrer Vorgeschichte hätte ich aber manches Mal einen anderen Ausgang erwartet. Teilweise wirkt es zu glatt, zu einfach. Über einige Umstände habe ich mich auch etwas gewundert, allerdings spielt das Buch ja in Amerika, wo das Gesundheitssystem völlig anders aufgebaut ist.Erst das Ende konnte mich wieder richtig packen. Dieses ist erneut sehr eindringlich beschrieben, es gibt ein wenig Dramatik und einige Figuren überraschen mit ihren Worten und Taten. Letztlich konnte mich das Ende, auch wenn dieses – wie die Handlung insgesamt – wieder sehr extrem ausfällt, nach dem schwachen Mitteteil mit dem Buch versöhnen.Anfangs hat mit der Schreibstil ein paar Probleme bereitet. Der Beginn war so abgehackt, dass nicht wirklich ein Lesefluss entstanden ist. Dies gibt sich mit der Zeit. Was aber bleibt, ist die extrem anstrengende Sprache von Ich-Erzählerin Charlie. Fuck und scheiße gehören zu ihren Lieblingswörtern und werden auch von ihrem Umfeld ununterbrochen benutzt – das fand ich scheißblöd und verfickt anstrengend.FazitEin Buch mit Höhen und Tiefen über eine junge Protagonistin, deren Leben von Schmerz und Verlust geprägt ist. Anfang und Ende konnten mich mit seinen eindringlichen Beschreibungen und der spannenden Handlung überzeugen. Der Mittelteil war etwas zäh und teilweise nicht so richtig glaubwürdig. Doch das Ende bietet den lange erwarten „großen Knall“ und schafft damit einen versöhnlichen Ausgang. Die Sprache ist derb und von Schimpfwörtern geprägt, gleichzeitig hat Charlottes abgehackter, von Wiederholungen und Aufzählungen geprägter Erzählstil aber auch eine sehr intensive, intensive Wirkung.

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  • Eine traurige, aber auch interessante Geschichte

    Mädchen in Scherben

    Buecherfee82

    07. April 2018 um 21:22

    Inhalt:  Charlotte, Charlie, ist siebzehn Jahre alt und wenn man sich ihr bisheriges Leben anschaut, muss man sich nicht wundern, wie verkorkst sie einem erscheint. Der Vater gestorben, die Mutter gewalttätig und Selbstmord der besten Freundin. Charlie ritzt sich tief und oft, lebte lange auf der Straße und tat Dinge, die sie zum Überleben tun musste. Doch all das wollte sie nicht mehr und nach den letzten Schnitten wurde sie von zwei Freunden ins Krankenhaus gebracht. Alles was im Buch passiert, passiert ab der Klinik, in die sie nach dem Krankenhaus kam.  Meine Meinung:  Siebzehn ist ein Alter bei dem ich normalerweise sagen würde, die Person ist so gut wie erwachsen, aber bei Charlie sehe ich das anders. Ihre ganzen Erlebnisse lassen sie auf der einen Seite kein Kind mehr sein, ihr Selbstverletzen, ihr Schweigen und ihre Einsamkeit lassen sie aber wieder kindlich wirken. Charlie braucht lange, bis sie anfängt mit anderen Menschen zu reden und wird in der Klinik von Blue "Stumme Sue" genannt. Sie scheint sich für niemanden zu interessieren und die einzigen Personen, die sie einigermaßen leiden kann sind Casper und Louisa (und diese beiden haben später nur noch kleine Nebenrollen).  Obwohl die Klinik am Anfang eine große Rolle einnimmt, spielt sich das meiste jedoch nach der Klinik ab, denn Charlie versucht etwas aus ihrem Leben zu machen. Sie findet eine Arbeit bei der seltsam und verrückt wirkenden Julie, schäkert mit dem gutaussehenden Johnnie herum und findet in der Arbeitskollegin Linus eine Verbündete.  Es scheint, als wäre sie auf dem richtigen Weg, aber das neue Leben ist schwieriger als gedacht und Charlie tut so manche Dummheit.  Es gab einige Charaktere, die ich in dieser Geschichte ganz besonders mochte und dazu gehört vor allem Linus, denn Linus hilft ihr auf der Arbeit und zieht sie aus einem tiefen, schwarzen Loch.  Dann gibt es noch Protagonisten, die sich meiner Meinung nach im Laufe der Geschichte sehr verändert haben. Eine Person wurde von unausstehlich zu nett und hilfsbereit und Johnnie war jemand, den ich einerseits zwar mochte, dem ich seine Taten anderseits aber nicht verzeihen konnte.  Für mich war das ganze Buch ein Auf und Ab der Gefühle, denn Charlie suchte sich selbst. Sie wusste nicht wer sie ist, aber sie wollte jemand sein. Sie suchte und probierte, ist gefallen und wieder aufgestanden. Es gab Niederlagen und Siege, Wut, Hass und ganz viel Trauer, aber auch Freundschaft und Liebe da, wo sie nicht damit gerechnet hat.  Mittig gab es ein paar Längen, aber die habe ich nicht negativ aufgefasst, weil es ein bisschen so war, als würde ich beim Lesen wieder Luft holen können.  Fazit:  Eine traurige, aber auch interessante Geschichte über ein Mädchen, dass auf der Suche nach sich selbst sehr viel verloren, aber auch gewonnen hat.  www.buecherwesen.de

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  • Mädchen in Scherben

    Mädchen in Scherben

    weinlachgummi

    07. April 2018 um 12:42

    Mädchen in Scherben ist mir schon vor Monaten begegnen, schon das Original fand ich sehr ansprechend und so habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass dieses übersetzt wird. Da ich gerne Jugendbücher lese, die auch ernste Themen behandeln und Bücher in denen Selbstverletzendes Verhalten eine Rolle spielt, sind da rar gesät, was auch verständlich ist, da es ein schwieriges Thema ist.Charlotte hatte wirklich kein einfaches Leben. Sie musste einiges durchmachen und dadurch hat das Buch gerade zu Beginn eine recht dunkle Atmosphäre. Auf die Handlung an sich, was so alles passiert, möchte ich gar nicht näher eingehen, da der Klappentext schön vage bleibt. Und ich dies hier auch gut fand, so weiß man als Leser nämlich selbst nicht so genau, wo Charlottes Weg hinführen wird. Doch wer nun Angst hat, das Buch könnte zu negativ werden, denn kann ich beruhigen. Schon der Anfang des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die Sätze sind eher abgehackt und kurz gehalten, was aber gut passt. Die Gefühle von Charlotte kommen sehr intensiv bei dem Leser an. Man lernt Charlotte kennen und bekommt immer wieder kurze Einblicke in ihre Vergangenheit. So intensiv und auch traurig dieser Teil war, so hat er mir doch am Besten gefallen. Nachdem für Charlotte ein neuer Abschnitt im Leben beginnt, ändert sich auch der Stil der Autorin, die Sätze werden runder. Diesen Abschnitt fand ich zwar auch sehr schön zu lesen, aber manchmal zog es sich etwas für mich. Ein paar Szenen wären hier für mich nicht nötig gewesen. Mein großer Kritikpunkt ist das Ende, natürlich werde ich euch dieses nun nicht verraten, aber ganz allgemein war es mir zu unrealistisch, zu rosa im Vergleich zu dem Anfang und auch zu gewollt. Dies und wie sich ein Charakter verhalten hat, hat mir etwas sauer aufgestoßen beim Lesen. Davon abgesehen fand ich das Buch aber sehr gut. Ich denke, es ist einfach nicht leicht so ein Thema in ein Jugendbuch zu packen und dann auch noch eine realistische Storyline darum zu entwerfen, die den Leser aber nicht zu sehr bedrückt. Deswegen denke ich, es ist der Autorin hier doch recht gut gelungen. Ich würde nicht emphelen das Buch in einer schlechten Phase zu lesen, da einzelne Szenen Triggern könnten.Fazit:Eine berührende Geschichte über ein zerbrochenes Mädchen.Das Thema SVV in ein Jugendbuch zu packen ist sicherlich nicht leicht, besonders wenn die Geschichte nicht zu bedrückend werden soll. Dies ist der Autorin hier gut gelungen.Nur mit dem doch etwas zu "rosa" gehalten Ende konnte ich mich nicht so anfreunden.

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  • "Geh deinen Weg Charlotte"

    Mädchen in Scherben

    MelE

    30. March 2018 um 09:19

    "Mädchen in Scherben" ist ein sehr gelungener Jugendroman, dessen Altersempfehlung ab 14 Jahren meiner Meinung nach zu niedrig angesetzt wurde. Charlotte ist eine gebrochene Persönlichkeit, die sich ihren Weg zurück ins Leben ohne Schmerz und Leid bahnen muss. Kurze Einblicke in Charlottes Leben geben einen guten Einblick in den Scherbenhaufen, der dazu führt, dass das Mädchen gebrochen ist, z.B. zerbrochen wurde. Der Titel des Romans ist wunderbar gewählt und sehr treffend. Für junge Leser_innen ist das Buch an manchen Stellen sicherlich überfordernd. Dies bezieht sich auf Charlottes Erleben und ihre Wahrnehmung von Sexualität. Sexualität zum Überleben zu nutzen ist nicht der Weg den ich meinen Kindern wünschen würde. Die Jugendsprache die sich die Autorin bedient war mir zu grob und störte sehr. Die Story an sich wirkt authentisch, wenn auch an manchen Stellen zu glatt. Charlotte ist eine gespaltene Persönlichkeit und die Vergangenheit holt sie immer wieder ein. Der Verarbeitungsprozess ist schleichend und wenn ihr nicht Menschen zur Unterstützung zur Seite gestellt worden wären, wäre ihre Notfallbox sicherlich mehrfach zum Einsatz gekommen. Drogen und Alkohol wirken allerdings wie ein Mahnmal, was mir persönlich sehr zusagte, denn es wirkt eindrücklich und zeigt auch auf, wie sehr diese das Leben zerstören. Auf der anderen Seite zeigt es aber auch auf, dass es für Charlotte ein Vergessen beinhaltet. Ihr Leben ist zerbrochen, in Scherben und um zu vergessen oder zu ertragen greift sie zur Flasche. Es ist grausam zu lesen, wie der Einfluss von Drogen und Alkohol das Leben junger Menschen zerstört. Eindrücklich ist auch die Tatsache, dass junge Menschen ein solides Elternhaus benötigen, was allerdings nur in Nebensätzen auftaucht. Geschlagene Kinder sind zerbrochen. Mir kam mehrfach in Bezug auf Charlotte Borderline in den Sinn, wobei ich natürlich keine Diagnose stellen kann und dies auch nicht will, aber da manche Verhaltensweisen und Charlottes Selbstbild darauf hindeuten, ist dies naheliegend."Jeder Mensch kennt diesen Moment, glaube ich, diesen Moment, in den etwas so ... Bedeutsames passiert, dass es dein ganzes Sein in kleine Stücke zerreißt. Dann muss man innehalten. Und ist lange Zeit nur damit beschäftigt, die kleinen Dinge aufzuheben. Es dauert so unendlich lange sie wieder zusammenzusetzen, nicht so wie früher, sondern auf eine ganz neue, nicht notwendigerweise bessere Art. Eher auf eine Art, mit der man einigermaßen leben kann, bis man sicher weiß, dass dieses Stück hierhin gehört und jenes dahin." Zitat S. 399Letztendlich empfand ich "Mädchen in Scherben" als recht interessant, wobei mir manche Handlungsabläufe zu glatt erschienen. Ein zerbrochener Mensch, der sich seinen Weg zurück ins Leben bahnt und dabei einige Fallstricke überwinden muss, kann dies ohne weitere ärztlicher Betreuung schaffen? Hierzu benötigt er sicherlich andere Hilfen als die, die Charlotte angeboten werden um nicht rückfällig zu werden. Im Verlauf der Story ändert sich Charlies suizidales und selbstzerstörerisches Verhalten rapide, wenn auch in kleinen Schritten, aber ich vermute fast, dass es im wahren Leben mehr benötigt als einen Neuanfang in Arizona.Ich vergebe eine eingeschränkte Leseempfehlung, da ich nicht komplett zufrieden gestellt wurde. Natürlich war mir bewusst, dass das Lesen von "Mädchen in Scherben" sehr belastend ist, dennoch waren es nur kurze überfordernde Fragmente. Hier und da schwächelt die Story leicht und neigt dazu oberflächlich zu werden. Manches ist eindeutig zu viel, anderes zu wenig. Ein gesundes Mittelmaß hätte mir sehr gefallen. Der Anfang und auch das Ende begeistern allerdings sehr. Wäre das Buch komplett in diesem Schreibstil geschrieben wäre ich restlos begeistert. So muss ich leider feststellen, dass meine hohen Erwartungen im Mittelteil sehr schwächelten und mich nicht mitreißen konnten. Charlotte wirkt hier eindeutig zu blass gezeichnet und die Nebenfiguren die sie begleiten, konnten leider auch nicht punkten. Die eine oder andere Brücke abzubrechen wäre hilfreich für den inneren Heilungsprozess gewesen. Manche Brücken aufzubauen dagegen sehr wertvoll. Charlotte verhält sich nicht immer sinnig, was auf ihr Erleben zurückzuführen ist. Auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit machen wir Menschen Fehler, was verständlich ist, wenn man Charlottes Leben näher betrachtet und zu verstehen beginnt. Besonders schön sind die künstlerischen Einblicke, die für Charlotte notwendig sind, um innerlich heilen zu können. Menschen wie Johnny machen allerdings wütend, da sie Rückschläge bedeuten. Insgesamt hätte ich mir ein mehr ausgewogenes Verhältnis zu anderen Menschen gewünscht, die erst zum Ende hin einen positiven Einfluss bewirken konnten.★★★★ (3,5 Sterne)

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  • Ein mutiges Buch, das ich nicht missen wollen würde

    Mädchen in Scherben

    Pearsson

    30. March 2018 um 09:16

    Zitate: "Alles ist hier zu still. Ich fahre mit einer Fingerspitze über die Wände. Stundenlang." Seite 14  "Ich wünschte, ich wäre diese Schildkröte, unter Wasser, still, keiner da." Seite 20 "Dann steige ich in die Dusche und knalle so lange mit der Stirn gegen die Wand, bis die Bienen alle tot sind." Seite 81 Meinung: Weitestgehend nackt, blutend und völlig traumatisiert, wird ein Mädchen vor dem Krankenhaus gefunden. Sie spricht nicht, hat scheinbar versucht sich das Leben zu nehmen und auf Grund der schweren Narben, die sie trägt, liegt die Vermutung nahe, dass sie sich schon sehr lange selbst verletzt. Sie erwacht in der psychiatrischen Abteilung, wo ihr steiniger Versuch, zurück ins Leben zu gelangen, ihren Anfang nimmt. Allem voran: es handelt sich bei Charlies Geschichte um ein sehr ernstes Thema, das sehr "unschöne" Details mit sich bringt. Dementsprechend hart sind manche Phasen und auch die gewählte Ausdrucksweise der Personen ist oftmals entsprechend derb und direkt. Das ist für mein Empfinden alles sehr authentisch und passt gut zusammen, es sollte einem vor dem Lesen jedoch klar sein. Wer mit Kraftausdrücken nicht so gut umgehen kann, wird vermutlich seine Probleme bekommen. Denn Charlie ist, im wahrsten Sinne des Wortes, "zersplittert". Wie sehr, erfährt man erst nach und nach, das gesamte Ausmaß ist schwer zu fassen und ließ mich beim Lesen mehrfach schlucken. Ein toter Vater, eine gewalttätige Mutter, schwere Medikamente ab dem 8. Lebensjahr, ein Leben auf der Straße, usw., machen das Buch thematisch nicht gerade zu einer leichten Kost! Zusätzliche Unterstützung erfährt dieses zersplitterte Bild auch durch den Schreibstil. Gerade in den Phasen, in denen es Charlie nicht so gut geht, sind die Kapitel und Sätze kurz, die Themen erscheinen oft einfach aus dem Zusammenhang gerissen - sie erzählt, was ihr gerade in den Sinn kommt. Mir kam es im Laufe des Buches so vor, als würde sich das an ihren aktuellen Gesundheitszustand anpassen, was manchmal gewöhnungsbedürftig ist, mir jedoch sehr gut gefallen hat. Der Teil in der psychiatrischen Abteilung war sehr hart. Diese Gruppe destruktiver Mädchen, ihr Umgang miteinander in Kombination mit Charlies Empfinden, dass es ihr -trotz vielen Einschränkungen (keine gefährlichen Gegenstände usw.), Verboten und schlechtem Essen- in den letzten Jahren nie besser ging als dort, machen den Leser traurig und betroffen. Das bessert sich auch durch die Umstände ihrer "Entlassung" nicht. Von da an ist ihr Leben ein ständiger Kampf, den wir schonungslos mitansehen müssen. Oftmals hat man das Gefühl, dass es einen Schritt vor und zwei zurück geht, denn die Gefahren, die einen ins Straucheln bringen können, sind natürlich mannigfaltig und nahezu immer präsent. Hinzu kommt das tief verankerte Verlangen nach Zuneigung und Wärme, das bei einem verletzten Menschen oft noch ausgeprägter ist - vor allem wenn er der Meinung ist, dass man ihn nicht lieben könne. Und gerade hier wird die Geschichte auch gefährlich, da sie vermutlich die Meinungen der Leser spalten wird. Denn Charlie gerät natürlich ausgerechnet an eine andere destruktive Person... Das Schlimme ist, als Leser -wie auch sie selbst- erkennt man die Gefahr dahinter natürlich sofort, aber gleichzeitig auch die Notwendigkeit dieser Person in Charlies Leben. Kathleen Glasgow hat es geschafft ihn so zu erschaffen, dass beim Lesen gleichzeitig alle Alarmglocken schrillen aber zeitgleich auch Sympathie für ihn geweckt wird und man sich ebenso Rettung für ihn wünscht. Wäre ja zu einfach, wenn er ein Ekel wäre, oder? Was ist "Liebe" in diesem Kontext? Hilfe oder der erste Weg zu endgültigen Selbstzerstörung? Und wer entscheidet das? Ihr seht, ist alles nicht so leicht... "Mädchen in Scherben" ist für mich ein mutiges Buch, das mich sehr nachdenklich und betroffen gemacht hat. Die Art und Weise, wie Charlie oder auch die anderen Mädchen sich sehen, voller Selbsthass, Minderwertigkeitsgefühlen und Zweifel, lassen eine melancholische und traurige Geschichte entstehen, jedoch nicht ohne jegliche Hoffnungsschimmer. Jedoch muss ich auch gestehen, dass diese beklemmende Atmosphäre dazu geführt hat, dass ich mir den Mittelteil des Buches etwas knapper gewünscht hätte. Natürlich ist die Problematik von wegen Schritt nach Vorne und zwei zurück verständlich, jedoch für meinen Geschmack etwas zu ausladend. Hier ein bisschen straffer zu werden, hätte das Gesamtbild für meinen Geschmack runder gemacht. Nichtsdestotrotz ein wichtiges Buch, das ich nicht missen wollen würde!

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  • Mädchen in Scherben

    Mädchen in Scherben

    BeaSwissgirl

    28. March 2018 um 22:31

    Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;) Das Buch stand auf meinem Wunschzettel umso mehr freute ich mich als ich Glück hatte bei einer Leserunde dabei zu sein. Der Schreibstil hat wie zwei Seiten, gerade im ersten Teil des Buches ist er sehr abgehackt, mit vielen kurzen Sätzen und teilweise eigenartigen Methapern. Dadurch entsteht aber irgendwie auch eine sehr beklemmende, bedrückende, dichte, fesselnde, echte Atmosphäre, der ich mich kaum entziehen konnte. Später wird der Stil runder, flüssiger, lässt sich geschmeidiger und leichter lesen verliert aber irgendwie für mich ein bisschen von diesem Authentizitäts- Touch. Das Buch ist in drei Teile gegliedert und wird aus der Sicht von Charlie ( Charlotte) in der ICH- Perspektive erzählt. Negativ aufgefallen sind mir die unter anderem vielen F- Wörter und dies nicht nur bei den Jugendlichen...Wahrscheinlich wollte die Autorin mit diesem Stilmittel die Dialoge glaubwürdiger rüberbringen, mich hat die Häufigkeit trotzdem gestört basta! Die Gefühls- und Gedankenwelt von Charlie fand ich gerade im ersten Teil des Buches wirklich sehr eindringlich, ausdrucksstark  emotional und plausibel dargestellt. Hier wurde entweder wahnsinnig gut recherchiert oder die Autorin hat selber Erfahrungen in diesem Bereich. Später flaut diese Intensität durch den " Stil- Wechsel" etwas ab, dennoch erhalten wir immer noch einen guten Eindruck was im Inneren von Charlie abläuft. Ebenfalls wird eine Entwicklung aufgezeigt, die ich allerdings als etwas zu unrealistisch oder übereilt empfunden habe.  Weitere Charaktere, die für die Geschichte wichtig sind wurden soweit gut ausgearbeitet und erhalten mehr oder weniger Tiefe. Wie oben schon erwähnt gefiel mir der Einstieg in die Geschichte extrem gut, obwohl er auf alle Fälle gewöhnungsbedürftig und oft auch verwirrend war. Der mittlere Teil empfand ich hingegen als doch etwas langgezogen und gegen Ende wurde es zwar teilweise wieder ähnlich intensiv wie zu Beginn aber auch recht " rosa" angehaucht. Da ich schon im psychiatrischen Bereich gearbeitet habe und ebenso leider selber einen Klinikaufenthalt durchleben musste bin ich mehreren in dieser Geschichte vorkommenden Krankheitsbildern begegnet. Von daher konnte ich sehr viele Handlungen, Reaktionen oder Gedankengänge nachvollziehen. Die Phase nach der Entlassung aus der Therapie und der Schluss fand ich persönlich etwas zu unglaubwürdig dargestellt. Natürlich war es erfreulich mitzuverfolgen wie Charlie selbständig im Grossen und Ganzen zurechtkommt, dennoch verlief mir da alles ein bisschen zu " glatt". Gerade wenn man sich an ihre Situation zu Beginn zurückerinnert. Eigentlich hat sie nämlich sogar sehr gut wahrgenommen und reflektiert, welche eingeschlagenen Wege grenzwertig sind, dennoch hat sie nicht reagiert. Verständlich, denn sie sehnt sich ja einfach nach Liebe und Akzeptanz. Hätte sie therapeutische Begleitung gehabt hätte sicher einiges entschärft werden können. Hier spielt aber leider auch Geld eine Rolle, da der Roman ja in den USA spielt und diese ein ganz anderes Krankenversicherungs- Gesetz haben. Es war klar, DER grosse Knall wird oder muss kommen und das hat auch nichts mit Vorurteilen Charlie gegenüber zu tun sondern entspricht einfach der Realität. ER kam dann auch, allerdings gestehe ich hiermit, dass ich noch mit etwas viel " Schlimmeren" gerechnet hätte.....Danach verläuft alles sehr hoffnungsvoll, lebens- und zukunftsbejahend und für mich wieder eine Spur zu " perfekt". Selbstverständlich ist es wunderbar wie verschiedene Charaktere ihr zur Seite stehen dies alleine reicht meistens aber nicht und fachmännische Unterstützung wäre weiterhin dringend wünschenswert....  Alles in Allem ein bedrückender, bewegender Jugend- Roman mit Höhen, Tiefen und der ein oder anderen Schwäche. Ich vergebe hiermit 3,75 Sterne   

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    • 6
  • Mädchen in Scherben

    Mädchen in Scherben

    laraundluca

    28. March 2018 um 17:14

    Inhalt: 'Ein eindringliches, schönes und notwendiges Buch, das nachhallt, lange nachdem du die letzte Seite gelesen hast.' Nicola Yoon, #1 New York Times Bestsellerautor von 'Everything, Everything'  Charlotte ist zerbrochen. Mit nur siebzehn Jahren hat sie mehr verloren, als die meisten Menschen im Leben. Mehr als ein Mensch ertragen kann. Aber sie hat gelernt, wie man vergisst. Wie man seinen Körper gefühllos gegen Schmerz macht. Jede neue Narbe macht Charlottes Herz ein wenig härter, doch irgendwann begreift sie, dass sie mehr ist, als die Summe ihrer Verluste – und beginnt zu kämpfen!  Die bewegende Geschichte einer jungen Frau, die stärker als ihr Schicksal ist. Meine Meinung: Auf dieses Buch war ich sehr gespannt. Wer mich kennt weiß, dass ich normalerweise einen großen Bogen um solche ernsten Themen und Bücher mache. Aber hier wollte ich es einfach mal versuchen, der Klapptext klang interessant und versprach eine eindringliche und emotionale Geschichte. Der Einstieg ist mir nicht ganz so leicht gefallen. Die Ausgangssituation ist etwas wirr und konfus.  Wir tauchen direkt ein in die Gedankenwelt von Charlotte. Ich fand es aber vor allem zu Beginn etwas verwirrend, da einfach nicht ersichtlich ist, was wirklich mit ihr los ist. Ab und zu erhalten wir ein paar Brocken, aber keine ausreichenden Infos, um sich wirklich ein Bild zu machen. Der Einstig wurde auch dadurch etwas erschwert, da  es keine wirklichen Dialoge gibt und wir nur in der Gedankenwelt der Protagonistin unterwegs sind. Alles wirkte aufgrund dessen teilweise etwas monoton und abgehackt. Das Buch lässt sich durch diese kurzen Momentaufnahmen, die sich aneinanderreihen nicht so flüssig lesen. Die Erzählweise ist sehr ausdrucksstark und eindringlich, kurz und teilweise abgehackt. Aber das passt zu Charlies passiver Verhaltensweise und der ganzen Stimmung und Atmosphäre.  Was mich allerdings richtig gestört hat, ist die ständige Verwendung des Wortes F**** in allen Varianten. Auch wenn das zur Jugendsprache gehört ist es mir hier mir einfach zu viel. Natürlich hört man das Wort ständig, aber muss ich es deshalb auch immer noch in diesem Ausmaß lesen? Es gibt genügend andere Wörter, mit denen man die schreckliche Situationen und Gemütsbewegungen genauso gut oder sogar besser beschreiben kann - ohne in dieses Ordinäre anzudriften. Ich empfand die Erzählweise und die Geschichte an sich im ersten Drittel als sehr echt und intensiv. Teilweise war es mir schon zu viel und zu heftig, ging mir zu nah, so dass ich immer nur kleinere Abschnitte an einem Stück lesen konnte und zwischendurch zu einem anderen Buch greifen musste. Die Geschichte ist einfach so düster, traurig und deprimierend, die ganze Stimmung und Atmosphäre ist so erdrückend und dunkel, alles wirkt hoffnungslos.  Als Charlie aus der Klinik entlassen wird und nach Arizona geht, ändert sich die Stimmung. Es wird viel von ihrem Alltag gezeigt, der sich für mich schon fast zu perfekt gestaltete. Ihr Neustart war in ihrer Situation zu einfach und leicht. Die Atmosphäre passte auch so gar nicht zu dem Anfang. In der Mitte zog sich die Geschichte ziemlich in die Länge. Im Gegensatz zum wirklich harten Beginn des Buches wurde mir hier Die Handlung seicht und leicht abgehandelt.  Doch zum Ende hin zog sich langsam alles zusammen, alles wurde enger um Charlie bis der große Knall kam. Die Geschichte war wieder so emotional und teilweise düster wie zu Beginn. Zu der eigentlichen Handlung und den Charakteren möchte ich gar nichts weiter schreiben. Dadurch würde ich einfach zu viel verraten. Die Figuren sind sehr unterschiedlich und facettenreich gezeichnet, manche haben mich am Ende völlig überrascht, andere haben mich enttäuscht, aber für alle hoffe ich, dass sie die positiven Nuancen nutzen und einen erfolgreichen Neustart ins Leben haben. Hier erlebt man wirklich eine Achterbahn der Gefühle, die mitreißen und abschrecken. Die angesprochenen Themen sind heftig und ergreifend, schrecklich und ließen mich teilweise aufgrund der psychischen und physischen Grausamkeit, die die Figuren hier erfahren, fassungslos zurück. Die Geschichte ist wirklich interessant, konnte mich teilweise richtig mitreißen, aber es gab eben auch leider ein paar Durststrecken. Durch den harten emotionalen Einstieg wirkte der Mittelteil etwas langatmig und einfach.  Fazit: Eine eindringliche Geschichte über ein junges, zerrissenes Mädchen, die mir aber sprachlich zu derb ist, die mich packen konnte, aber teilweise auch etwas seicht und einfach wirkte.

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  • Mal eine andere, aber wichtige Thematik

    Mädchen in Scherben

    CocuriRuby

    25. March 2018 um 20:56

    Ich mag den Schreibstil – hier und da gewählt formuliert und so ziemlich jeder Abschnitt hat einen sehr starken letzten Satz. Das Buch hat keine Kapitel – es ist in drei Teile unterteilt und diese durch Abschnitte, statt Kapitel getrennt. Passend zur Lebensgeschichte der Protagonistin, drückt sie sich und viele Menschen in ihrem Umfeld, nicht unbedingt gehoben aus – sehr oft wird z.B. das Wort „verfickt“ verwendet – es ist aber nicht zu extrem oder niveaulos – ich lasse es noch als authentisch durchgehen. Das Buch setzt ein wo die Protagonistin relativ frisch in die Psychiatrische eingeliefert wurde. Es ist gleich klar, dass Charlie eine schreckliche Vergangenheit hat – diese wird nur langsam durch Andeutungen und Splitterinformationen im Laufe des Buches aufgedeckt. Manches muss und kann man sich selbst denken. Was ich aber wichtig finde – die Biographie von Charlie ist hart und selbstredend nicht alltäglich, aber sie ist nicht unglaubwürdig oder erzwungen übertrieben. Das Bild von tiefster Armut, das vermittelt wird, was Armut wirklich bedeutet, das wurde einen sehr nahe gelegt und ging mir z.T. ziemlich an die Nieren. Weiterhin steht natürlich NSSV im Vordergrund: Nicht suizidales selbstverletzendes Verhalten . In diesem Fall vorrangig sich zu schneiden, aber auch Drogen- und Alkoholmissbrauch. Ich denke, dass einen ein ziemlich guter Eindruck von dieser Thematik vermittelt wird. Insbesondere was es bedeutet, zu versuchen davon wieder loszukommen, wie Menschen von außen darauf reagieren, aber vor allem was in einem selbst in solch einer Situation vorgeht. Natürlich wird einen gerade die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin nahe gelegt. Das fand ich auch gelungen, trotzdem war die Protagonistin keine einfache Person. Manchmal wollte man sie schüttel, weil sie gegen besseren Wissens was unfassbar dummes tut und manchmal wollte man ihr beistehen und sie auffangen, wenn sie fällt. Sie bemitleidet sich auch durchaus selbst und statt zu kämpfen guckt sie sich selbst nur zu – das ist nicht mal unverständlich und auch nicht immer so – aber doch oft genug, dass es manchmal etwas anstrengend wird. Trotzdem bleibt man dran und verfolgt gerne weiterhin ihre Geschichte. War auch interessant zu sehen, was ihre Überlebenstricks sind – wie sie mit manchen Situationen umgeht. Generell fand ich die Figuren wirklich gut gezeichnet – auch die kleineren Figuren. Ich fand es vor allem gelungen, dass Figuren die im ersten Moment wichtig erschienen, dann doch in den Hintergrund gerückt sind und dafür eine vorherige Randfigur hervorgetreten ist. Das sorgt für eine gewisse Dynamik. Die Geschichte selbst ist eher Ruhig, es passiert auch nicht auf jeder Seite etwas unfassbar spannendes, aber ich finde es gut, dass sich die Zeit genommen wurde, eine Geschichte auszubauen und diese verfolgen zu können. Ich fand die Geschichte insgesamt wirklich berührend. Es war auch wirklich sehr mitnehmend zu verfolgen, wie sie ganz langsam und mit kleinen Schritten versucht sich ein halbwegs normales Leben aufzubauen. Sich irgendetwas aufzubauen was ihr gehört und sei es auch noch so klein oder schäbig – irgendwie durchzukommen, nicht wieder zurückzufallen und das trotzdem passiert und sie sich wieder nach vorne arbeiten muss. In gewisser Weise ist es regelrecht brutal – Charlies Weg ist wirklich hart. Muss aber auch sagen, dass es schon manchmal sich so hingeschoben wurde, damit es für die Autorin passt und die Geschichte voran gehen kann – z.B. taucht plötzlich irgendwer auf oder irgendwer sieht plötzlich etwas oder zufällig dieses eine mal passt Charlie mal nicht auf, wie sonst usw. Manchmal liest man die Konstruktion ein wenig zu sehr heraus – es ist auch bei weitem nicht immer unvorhersehbar – das sorgt aber fast für eine gewisse Spannung, weil man die ganze Zeit nur darauf wartet, dass sie es nicht schafft, dass sie rückfällig wird. Das Spielt also auch mit dem Leser und seiner Erwartungshaltung an Menschen in ihrer Situation – wie schnell man auch verurteilt. Ich finde auch, dass die Geschichte recht ehrlich und recht realistisch ist – es zeigt auch, dass (guter) Wille oder auch Liebe alleine eben nicht ausreicht. Denn ja, Liebe und Freundschaft tauchen auf – wobei wir hier eher von der klassisch zerstörerischen Liebe bis Abhängigkeit reden – inklusive Warnungen von Außen und eigentlich weiß sie es selbst – ignoriert aber alles, weil sie ist ja verliebt. Aber dieses Buch wird zum Glück auch nicht künstliche romantisiert – fast nicht jedenfalls. Liebe wird hier nicht als Allheilmittel verkauft – zum Glück, denn ich hasse es wenn das gemacht wird – „egal wie schlimm es ist, du brauchst nur ein wenig Liebe und alles wird wieder gut“ – das stimmt schlicht nicht und ist oft nur ein billiges Stilmittel. Das ist hier wie gesagt nicht so. Fazit Das Buch konnte mich emotional mitnehmen, ich habe mit der Protagonistin mitgelitten, wollte sie wachschütteln und ihr beistehen. Es bietet einen Einblick in die Thematik von Abhängigkeit, Selbstverletzung und den schweren Weg den es braucht sich zurück ins Leben zu kämpfen. Ich kann es durchaus empfehlen, insbesondere als Jugendbuch.

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