Mädchen in Scherben

von Kathleen Glasgow 
3,8 Sterne bei39 Bewertungen
Mädchen in Scherben
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Lily_Evans-Grangers avatar

Fesselnd. Berührend. Heftig. Eine Geschichte, die festhält - zeitweise musste ich das Buch aus der Hand legen, um weiterlesen zu können.

Onigiris avatar

Manchmal etwas heftig zu lesen, alles in allem aber sehr interessant.

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Inhaltsangabe zu "Mädchen in Scherben"

'Ein eindringliches, schönes und notwendiges Buch, das nachhallt, lange nachdem du die letzte Seite gelesen hast.' Nicola Yoon, #1 New York Times Bestsellerautor von 'Everything, Everything'

Charlotte ist zerbrochen. Mit nur siebzehn Jahren hat sie mehr verloren, als die meisten Menschen im Leben. Mehr als ein Mensch ertragen kann. Aber sie hat gelernt, wie man vergisst. Wie man seinen Körper gefühllos gegen Schmerz macht. Jede neue Narbe macht Charlottes Herz ein wenig härter, doch irgendwann begreift sie, dass sie mehr ist, als die Summe ihrer Verluste – und beginnt zu kämpfen!

Die bewegende Geschichte einer jungen Frau, die stärker als ihr Schicksal ist

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783733504151
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch
Erscheinungsdatum:21.03.2018

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Rezensionen und Bewertungen

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    Leseeule96s avatar
    Leseeule96vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Die ersten 100 Seiten und die letzten 50 haben mir richtig gut gefallen. Alles dazwischen war für mich persönlich langweilig und langatmig
    Hätte deutlich gekürzt werden können! :(

    Ich habe dieses Buch vom Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Nochmal vielen Dank dafür.

    In diesem Buch geht es um die siebzehnjährige Charlie. Sie hat eine wirklich heftige Vergangenheit und aus diesen Gründen fügt sie sich selber Schnittverletzungen zu. Eines Tages sind diese so schlimm, dass sie fast verblutet und im Krankenhaus landet. Danach wird sie auf eine geschlossene, psychiatrische Station verlegt. Wir begleiten sie auf ihrem Weg in der Klinik, wie sie zurück ins Leben findet und erfahren nach und nach, was ihr alles zugestoßen ist. Außerdem lernen wir einige andere Charaktere kennen, die ebenfalls auf Charlies Station leben.
    Als Charlie entlassen wird, stellen sich ihr einige Hürden in den Weg, aber sie ist fest entschlossen, sich ein neues Leben aufzubauen und alles besser zu machen.

    Ich habe sehr viele gute Meinungen über das Buch gehört und war wahnsinnig gespannt, wie die Autorin dieses sensible Thema umgesetzt hat. Die Geschichte ist in drei Teile eingeteilt. Teil 1 findet in der Klinik statt, in der sich Charlie zu Beginn befindet. Abschnitt 2 und 3 spielen nach ihrem Aufenthalt auf der psychiatrischen Station. Der erste und der dritte Teil  haben mir beide gut gefallen. Leider hat mir der gesamte Mittelteil – welcher auch der längste war – nicht so zugesagt und war für meinen Geschmack viel zu langatmig und zäh.

    Ich mochte auch einen gewissen Charakter absolut nicht, der im zweiten Teil eine große Rolle spielt und hätte Charlie gerne geschüttelt. Sie war so stark und mutig und wollte ihr Leben unbedingt ändern, aber diese eine Person hat ihr einfach nicht gut getan. Wenn ihr wissen möchtet, wen ich meine, dann müsst ihr selber lesen.

    Wie gesagt war der mittlere Teil des Buchs nicht so mein Fall, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es weiter geht bzw. was letztendlich aus Charlie wird, also habe ich mich durchgekämpft und weiter gelesen.
    Mit dem Ende bin ich eigentlich ziemlich zufrieden. Es bleibt definitiv Freiraum, um sich selber auszumalen, was als nächstes passieren könnte, trotzdem bleiben keine Fragen offen.

    Fazit: Alles in allem bin ich leider etwas von diesem Buch enttäuscht worden, habe mit etwas anderem gerechnet. Das Buch ist relativ dick und für meinen Geschmack, hätte man einiges wegstreichen können. Charlies Entwicklung hingegen hat mir gut gefallen und die Thematik ist auch gut umgesetzt worden. Da ich mich durch den Mittelteil aber ein wenig durchquälen musste, ist mir der Lesespaß zwischendurch ein wenig verloren gegangen, weshalb ich ein paar Punkte abziehen muss.

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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein anspruchsvolles Jugendbuch. Emotional ergreifend, manchmal erschütternd, manchmal erdrückend, sehr intensiv geschrieben.
    Ein anspruchsvolles Jugendbuch. Emotional ergreifend, manchmal erschütternd, manchmal erdrückend

    Dieses Buch fordert den Leser. Ich denke, das sind schon heftige Themen, die hier angesprochen werden und auch die Umsetzung der Geschichte ist sehr gelungen, weil es berührt den Leser und es zieht einen in diese Welt der Erzählerin und das macht das Ganze noch intensiver und auch bedrückender.
    Es wird sehr bedrückend beim Lesen, mir auch zu erdrückend manchmal, so dass ich mich zum Weiterlesen zwingen musste und auch immer wieder mal beiseitegelegt habe.
    Themen im Buch sind Angst, Verzweiflung, Selbstverletzungen, Trauer, Wut- und die Geschichte transportiert diese Emotionen manchmal auch ungefiltert zum Leser, darauf sollte man sich einstellen.

    Es ein Mix der Emotionen, aber keiner fröhlichen, sondern eher der negativen. Die Erzählerin erzählt aus der Ich- Perspektive.
    Für mich bietet diese Perspektive immer ein hautnahes Leseerlebnis, hier ist das besonders intensiv.
    Das Buch transportiert besonders zu Beginn eher diese negativen, traurigen Momente. Als Leser bin ich schockiert, was sie sich antun. Ich habe aber auch Mitleid- es gelingt der Autorin auch beim Leser Gefühle auszulösen und das zeigt für mich, wie lebendig sie die Figuren geschaffen hat.
    Charlotte ist 17, voller Wut, Angst, Verzweiflung- Gefühle, die sie dazu bringen, sich selbst zu verletzten. Andeutungen tauchen auf, und als Leser frage ich mich, was ist passiert in ihrer Vergangenheit, vor wem hat sie solche Angst-warum tut sie sich so etwas an?
    Ich finde es kein leichtes Buch und ich kann mir vorstellen, dass es nicht für jeden Leser geeignet ist. Ich fand besonders zu Beginn auch sehr erdrückend.
    Aber es transportiert auch eine Botschaft, macht nachdenklich und es gibt Hoffnung diese Geschichte.
    Mir hat ein Satz sehr gut gefallen. „ …wir müssen uns aussuchen, wer wir sein wollen“ S. 445.
    Ein anspruchsvolles Jugendbuch. Emotional ergreifend, manchmal erschütternd, manchmal erdrückend, sehr intensiv geschrieben.
    Die Sterneauswahl fällt mir etwas schwer, aber der Stil bekommt 5 Sterne, das Thema ist sehr heftig. 4 Sterne.

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    annsbookworlds avatar
    annsbookworldvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Zu empfehlen!!
    Ein tolles Buch!

    Inhalt:
    Charlotte wurde zerbrochen. Sie ist gerade siebzehn Jahre alt und hat trotzdem mehr verloren und erlitten, als viele andere Meschen ihr ganzes Leben lang: Verlust des Vaters, Selbstmord der besten Freundin, eine gewalttätige Mutter. In ihrer Verzweiflung fügt sie sich so schwere Schnittverletzungen zu, dass sie fast stirbt.
    Doch Charlotte wird gerettet und lernt Schritt für Schritt, sich ein normales Leben zu erkämpfen, den Rückfall immer im Nacken, die nächste Katastrophe stets auf der Lauer. Wird Charlotte stärker sein als ihre Vergangenheit?

    Meinung zum Cover:
    Mir gefällt, das Cover, da es sehr Schlicht gehalten ist. Trotzdem fällt es meiner Meinung sehr auf. Die "Narben" merkt man, wenn man über das Cover fährt, das finde ich ein schönes Detail. Es passt sehr gut zu den Geschehnissen in der Story.

    Meinung zum Inhalt:
    Meiner Meinung nach, hat das Buch ein wichtiges Thema angesprochen. Es gibt viele Jugendlichen heut zutage, die unter starken Problemen leiden und dann so etwas wie Charlotte machen... sich ritzen oder wie man es auch nennt.. schneiden.
    Ich finde das Buch erzählt sehr gut, wie man aus so einer schweren Zeit wieder herauskommt, auch das man nicht alleine ist mit seinen Problemen. Ich bewundere Charlotte ihre Kraft, nicht jeder hätte dies so durchgestanden. 


    Lieblingszitat:
    "Da ist ein schwarzes Loch in mir, das mit Nägeln und Steinen und Glasscherben gefüllt ist, und mit den Worten, die ich nicht mehr habe." 

    Fazit: 
    Das Buch war sehr interessant und hat mich von Anfang an mitgerissen. Es war sehr emotional, Charlottes Geschichte zu verfolgen und so etwas wünsche ich niemanden.. das man so leiden muss. Der Schreibstil war sehr angenehm und man konnte ihm sehr gut folgen. Alles in einem ein tolles Buch und deswegen bekommt es auch 5 von 5 Sternen von mir.


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    ViEbners avatar
    ViEbnervor 4 Monaten
    Mädchen in Scherben

    4,5 Sterne

    Dieser Roman ist absolut schräg, abgefahren, wirr, horrormäßig und so dermaßen deprimierend, dass ich mich manchmal gefragt habe, ob ich das überhaupt zu Ende lesen kann oder will.

    Die Hauptfigur ist verkorkst, komisch drauf, und macht es dem Leser alles andere als leicht, Zugang zu ihr zu bekommen. Und trotzdem wird es nicht eine Sekunde lang langweilig. Die Handlung ist stellenweise richtig brutal und grausam und zeigt Drogen- und Alkoholexzesse der Sonderklasse.

    Dabei ist der Schreibstil der Autorin feinfühlig, wenn auch direkt und mit Worten versehen, die nicht nur eindringlich, sondern auch eine ganz besondere Macht haben. Als Leser wird man in eine dunkle Welt voller Abhängigkeit, Kampf und Schmerz gezogen, dass es einem stellenweise richtig schwindlig wird.

    Und das Hauptthema, NSSV (Nicht-Suizidales Selbstverletzendes Verhalten) zieht sich durch den Roman wie ein roter Faden. Da gibt es einige sehr heftige Szene, wo ich ehrlich gesagt ein paar Sekunden brauchte, bis ich realisierte, was ich da soeben gelesen hatte. Und das war übel. Da wurde schonungslos gezeigt, was passieren kann, wenn einer Charlie die Sicherungen durchbrennen oder wenn ihr Freund seine Dämonen nicht mehr im Griff hat. In Kombination hat das verheerende Ausmaße.

    All das wird von der Autorin in einer Geschichte gezeigt, die nichts beschönigt und trotz der anklingenden Romanze alles andere, als ein Roman mit Happy End auf romantischer Ebene ist.

    Charlie ist ein Teenager, der ein richtiges und gesundes Familienleben nie kennengelernt hat. Ihre Hilflosigkeit drückt sie auf ihre ganz eigene Weise aus. Doch sie bekommt vom Leben eine erneute Chance und diese will sie nutzen. Leider ist das Leben nicht einfach und an jeder Ecke lauern Gefahren und die Verführung. Egal ob in Form eines charmanten und äußerst attraktiven jungen Mannes oder in der Form von Alkohol und Drogen.

    Ihr Kampf sauber, clean und ohne weitere Schnitte zu bleiben, ist nicht einfach und die Autorin zeigt, dass es erst mal schlimmer werden muss, und ein kompletter Zusammenbruch von Nöten ist, ehe die Heilung beginnen kann und es wieder aufwärts geht.

    Das ist brillant verfasster Horror. Deprimierend und schonungslos ehrlich. Dem Leser wird nicht nur eine Hauptfigur präsentiert, die total verkorkst ist, sondern auch eine Welt, in der Drogen, Alkohol und andere Exzesse das Leben der Figuren bestimmen. Das ist nicht immer einfach zu lesen, und mit Sicherheit nichts für zartbesaitete Gemüter.

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    Kleine8310s avatar
    Kleine8310vor 5 Monaten
    Mädchen in Scherben

    "Mädchen in Scherben" ist ein Jugendbuch der Autorin Kathleen Glasgow. Auf dieses Buch war ich schon sehr gespannt, weil mich die Thematik gereizt hat und ich neugierig auf die Umsetzung war. Was mir an dem Buch gut gefallen hat und ob es auch Dinge gab, die mich nicht überzeugen konnten, das verrate ich euch jetzt ...

     

    In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Charlotte, genannt Charlie. Zu Beginn lernt man Charlie kennen, die sich in der Psychiatrie befindet, weil sie sich so stark selbst verletzt hat, dass es lebensgefährlich wurde. In der Klinik bekommt sie die Unterstützung, die sie braucht, aber sie findet sich auch Situationen gegenüber, die ihr einiges abverlangen. 

     

    Als es Probleme mit der weiteren Kostenübernahme gibt, muss Charlie in ihrem instabilen Zustand den Kokon der Klinik verlassen. Ohne richtigen Halt und eine zuverlässige Unterstützung muss Charlie lernen sich wieder in der Welt zurechtzufinden und schlittert dabei in einige Situationen, die ihre dünne Schutzschicht porös werden lassen ...

    Mit dem Einstieg in dieses Buch hatte ich ein bisschen meine Probleme. Das lag vorallem an dem abgehakten, extrem auf Jugendsprache gemünzten Schreibstil. Es gab Unmengen von F*** Aussagen und mir kam die Wortwahl zu gewollt ( vermeintlich ) jugendlich vor. Die kurzen Sätze und die Sprünge in den Gedanken der Protagonistin fand ich situationsbedingt in Ordnung, aber ich fand es auch schön, als nach ein paar Kapiteln, der Schreibstil flüssiger und angenehmer zu lesen wurde. Erzählt wird die Geschichte in Ich - Form, aus der Sicht der Protagonistin Charlie. 

     

    Die Handlung ist interessant gestaltet und so begegnet der Leser/die Leserin der Protagonistin und den Folgen, ihrer schlimmen Lebenssituation und Erlebnisse, aber man begleitet Charlie auch ein Stück weit auf ihrem Weg sich einen Platz in ihrem eigenen Leben zu verschaffen. Hier gibt es eine deutliche Entwicklung, aber auch ein paar Rückschläge, die die Protagonistin an ihre Grenzen bringen. Bei der Weiterentwicklung habe ich leider mehrmals gedacht, dass diese ein bisschen unrealistisch und beschönigt wirkt. Das fand ich etwas schade. In meinen Augen hat Charlie sich zu leicht ( vorallem ohne jegliche therapeutische oder ärztliche Unterstützung ) stabilisiert, besonders weil sie sich auch immer wieder in schwierige Situationen begeben hat. 

     

    Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen. Besonders schön fand ich, dass Kathleen Glasgow nicht nur der Protagonistin Tiefgang gegeben, sondern auch wirklich interessante Nebencharaktere geschaffen hat. Das Ende des Buches hat eine tolle Atmosphäre und passt für mich viel stimmiger zum Ausgangsszenario als andere Passagen in diesem Buch. Die Thematik fand ich, auch wenn manches etwas unrealistisch dargestellt wurde gut gewählt, besonders weil ich es wichtig finde auch solche Krankheitsbilder jugendgerecht zu thematisieren. Ein bisschen grenzwertig finde ich die Altersempfehlung, da schwanke ich ein wenig, ob man die nicht ein bisschen höher setzen sollte. Von mir gibt es für diese Geschichte 3,4 Rosen, abgerundet auf 3.

     

    Positiv: 

    * wichtiges Thema, welches hier ansprechend vermittelt wird

    * schöne Handlungselemente, die auch zum Nachdenken anregen

    * gute Ausarbeitung der Charaktere

    * tolle Darstellung emotionaler Momente

     

    Negativ: 

    * zu Beginn hatte ich ein paar Probleme mit dem flapsigen, gewollt jugendlichen 

       Schreibstil

    * einiges kam mir zu gewollt und wenig glaubwürdig vor

    * es gab ein paar Punkte ( zB Thema Schweigepflicht ), die nicht realistisch waren 

     

    "Mädchen in Scherben" befasst sich mit einem schweren und wichtigen Thema, welches die Autorin in Teilen auch gut und jugendgerecht umsetzt. Es gab ein paar Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben, aber auch positives. Ein Plus waren für mich die Charaktere und die Darstellung der emotionalen Momente.

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    LisaSonnenscheins avatar
    LisaSonnenscheinvor 5 Monaten
    Wollte mich nicht so recht überzeugen...

    Charlottes Geschichte beginnt für uns in einer Klinik für Menschen mit selbstverletzendem Verhalten. Denn Charlie hat nie gelernt, wie sie mit all dem Schmerz umgehen soll, der ihr in ihrem Leben schon begegnet ist, also hat sie ihn gegen sich selbst gerichtet... Am Ende ihrer Therapie weiß sie nicht, wohin mit sich - und sieht sich auf einmal mit der Außenwelt konfrontiert, in der sie nicht in alte Muster zurückfallen darf.

    Diese Geschichte strahlt eine Atmosphäre aus, die einen total gefangennimmt. Obwohl ich Charlies Gefühle und Handlungen teilweise nicht nachvollziehen kann, habe ich über ebendiese noch sehr lange gegrübelt und war generell jedes Mal, wenn ich das Buch aufschlug, war ich unwillkürlich niedergeschlagen. Ein beeindruckender Effekt!

    Leider geht der im Laufe der Handlung ein wenig verloren, weil die Autorin krampfhaft versucht, allerhand Situationen aufzulösen. Das passt aber a) nicht mit der besagten Atmosphäre zusammen und b) wirkt es bei der Thematik des Buches extrem unglaubwürdig, fast verkrampft. Als würde man mitten in der Grimm-Version von "Dornröschen" zur Disneyvariante wechseln.

    Sprachlich gefällt mir "Mädchen in Scherben" sehr gut. Es wird viel mit Vulgärsprache gearbeitet, das fügt sich aber für mich überzeugend und passend in die Erzählung ein (da interagieren 16,17-jährige obdachlose Trinker*Innen miteinander). Generell hat mich die Autorin gut durch die Geschichte gezogen und mich nicht stolpern lassen.

    Mein Fazit: Ein spannendes Buch, das aber irgendwann den Abzweig zur authentischen Geschichte verpasst und zum Märchen wird. Leichte Literatur ist es aber auch nicht - die Triggergefahr schätze ich durch die sehr niederdrückende Stimmung als sehr hoch ein.
    Begeistern konnte es mich nicht so recht...

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    Caterinas avatar
    Caterinavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein echt krasses Buch.
    Ein Buch, das intensiv und bedrückend ist

     Meine Meinung zum Buch


    Gestaltung: Als ich das erste Mal von "Mädchen in Scherben" hörte, wollte ich gleich wissen, was sich in diesem Buch verbirgt. Optisch gefällt es mir echt gut. Gerade durch die Schlichtheit, die hier für die Gestaltung gewählt wurde, ahnt man als Leser überhaupt nicht, was sich hier verbergen könnte. Ebenso verrät der Klappentext gefühlt nichts über die Geschichte, machte mich aber dennoch neugierig, so dass ich dieses Buch unmittelbar nach dem Eintreffen begann.


    Einstieg: Das Buch beginnt damit, dass ein Mädchen nur in einem Bettlaken bekleidet und blutend vor einer Einrichtung für Jugendliche steht. Allein diese ersten Zeilen lösten in mir ein unglaublich beklemmendes Gefühl aus, dass ich diesen Eindruck erst einmal sacken lassen musste. Das habe ich wirklich sehr selten, dass mich ein Buch direkt mit den ersten Sätzen so bedrückt. Aber Kathleen Glasgow hat es geschafft. Allerdings bereitete mir der Schreibstil gerade zum Anfang arge Probleme, da er sehr abgehackt daher kam. Das behob sich allerdings im Laufe der Zeit.


    Charaktere: Es wird durchweg aus der personalen Ich-Perspektive von der jungen Charlie erzählt. Dass dieses Mädchen einige Lasten mit sich herumtragen muss, spürt man sofort. Allerdings weiß man lange Zeit nicht, was mit Charlie tatsächlich passiert ist. Gerade weil die junge Frau zunächst kein Wort spricht und in der Psychiatrie für Jugendliche nur die "stumme Sue" genannt wird. Das erschwerte mir zunächst den Zugang zur Protagonistin. Auch die Gedankenfetzen, die der Leser aus Charlies Leben erfuhr, erschwerten den Zugang noch zusätzlich. Je weiter ich dennoch vorankam, umso deutlicher wurde das Bild, was ich von der jungen Frau erhielt und erfuhr, was ihr geschehen ist. Und das hat mich nicht nur einmal sehr bedrückt. Trotzallem macht Charlie in diesem Buch eine gewaltige Entwicklung durch, die ich wirklich sehr bewegend fand. Manches war für mich nicht ganz nachvollziehbar, gerade in Hinblick ihres Heilungsprozesses, aber dennoch gefiel mir die Entwicklung von ihr wirklich sehr gut. Auch die zahlreichen Nebenfiguren, die Charlie auf ihrem Weg begleiten, gefielen mir weitesgehend sehr gut.


    Handlung: Auf die Handlung möchte ich gar nicht so viel eingehen, weil ich sonst zu viel vom Inhalt verraten könnte. Denn ich finde, man sollte an dieses Buch völlig unvoreingenommen ran gehen und sich berühren lassen. Daher sei nur so viel zu sagen, dass der Leser Charlie auf einen Weg begleitet, der viele Höhen und Tiefen mit sich bringt. Während es in dem einen Moment darum geht nach vorne zu schauen und sich ein Leben aufzubauen, geht es im selben Atemzug um die Vergangenheit von Charlie, die sie natürlich sehr geprägt hat und immer wieder einholt. Diese Mischung löste fast durchweg ein sehr bedrückendes Gefühl in mir aus. Denn so war zwar Hoffnung zu spüren, aber auch immer wieder die Sorge, dass das Mädchen vielleicht doch rückfällig wird.


    Schreibstil: Den Schreibstil von Kathleen Glasgow würde ich als gewöhnungsbedürftig beschreiben. Gerade am Anfang hatte ich große Schwierigkeiten, weil es für mich sehr distanziert und irgendwie auch grob auf mich wirkte. Aber je mehr ich las und je mehr ich über Charlie erfuhr, desto passender fand ich diesen Schreibstil. Denn die junge Frau ist durch ihre Vergangenheit gezeichnet und zerbrochen und genauso wirkte der Schreibstil für mich auch. Auch die Gedanken- und Gefühlswelt, in die der Leser immer wieder einen kurzen Blick erhaschen konnte, fand ich erschreckend authentisch. Man merkt beim Lesen die intensive Auseinandersetzung bzw. Recherche zum Thema.


    Mein Urteil

    "Mädchen in Scherben" ist ein sehr bedrückendes Buch, denn die Thematik hallt auch nach dem Beenden des Buches noch ein wenig nach. Es stimmt nachdenklich und man entwickelt nicht nur Mitgefühl, sondern irgendwie auch Unverständnis. Ich weiß nicht, wie oft ich beim Lesen entsetzt den Kopf schütteln musste. Über so viele Dinge. Gerade durch die Thematik, rate ich Zartbesaiteten Lesern eher von diesem Buch ab, denn das ist wirklich harter Tobak wie ich finde. Kathleen Glasgow hat hier ein Buch geschaffen, was man nicht so einfach wegstecken kann. Ich vergebe 4 von 5 Welten.



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    lenasbuecherwelts avatar
    lenasbuecherweltvor 5 Monaten
    LL rezensiert

    “Mädchen in Scherben” begann sogleich intensiv und zog mich in eine Geschichte voll von Angst und Schmerzen. Dass das Buch etwas besonderes ist, merkt man gleich zu Beginn an dem Schreibstil. In abgehackten Sätzen und kurzen Abschnitt erzählt Charlotte fast wirr und durcheinandergewürfelt von ihren Eindrücken in der Psychiatrie.

    Sie berichtet von ihren eigenen Abgründen, schmerzhaften Erinnerungen und ihrem narbengezeichneten Körper und erzählt schonungslos von den destruktiven Verhaltensmustern der anderen Mädchen in der Einrichtung.

    Besonders dieser Abschnitt, das Buch ist übrigens in drei Teile geteilt, war so bedrückend intensiv und erschreckend ehrlich, dass sich mir wirklich die Haare zur Berge gestellt haben.

    Absolut authentisch wird Charlotte mit all ihren Abgründen und Sehnsüchten dargestellt und damit geht sie dem Leser wirklich nahe. Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Charakterin, die es schwer in diesem Buch hat. Neben ihr erfahren wir noch von vielen Randfiguren mit harter Vergangenheit.

    Mädchen in Scherben war zweifellos absolut intensiv, erschreckend und trotzdem so ehrlich und mitreißend, dass ich das Buch mit Sicherheit lange nicht vergessen werde. Trotzdem hätte es insbesondere dem Mittelteil sicherlich gut getan, etwa kürzer gefasst zu werden, denn hier gab es einige Phasen, die sich trotz aller Intensität einfach zogen.

    Eine ehrliche und schonungslose Geschichte über ein zerbrochenes Mädchen. Absolut empfehlenswert!

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    Si-Nes avatar
    Si-Nevor 6 Monaten
    Mädchen in Scherben

    Fazit:

    Dieses Buch war für mich packend und düster. Es ist kein lustiger Roman über die unbeschwerte Jugend, sondern über Charlie, die schon viel erlebt hat. Ich begleite sie hier auf ihren Weg zurück in die Realität, was nicht einfach ist, mit so viel Schmerz.

    Bewertung:

    Ich begegne hier Charlotte, die in einer Anstalt lebt. Sie weiß nicht so wirklich, warum sie dort ist. Nicht wegen ihren Problemen, denn diese sieht sie, aber es scheint eine Anstalt mit Geld zu sein. Auf jeden Fall ist sie dort erstmal richtig. Sie hat viel erlebt, genau wie die Anderen. Die Anderen sind gleich und doch verschieden, jeder hat ein anderes Grundproblem, obwohl sie sich alle Schmerzen zufügen mögen. Sie versuchen den ganzen Ballast anders abzuarbeiten und tun sich dabei weh, wie ein Ventil.

    Interessant finde ich hier die Einsicht in die Mädchen, besonders bei Charlotte geht diese noch etwas tiefer. Ich erfahre, was sie gemacht hat und auch warum, manchmal dauert es etwas länger. Dazu ist noch einiges unklar, was sich je weiter ich lese, immer klarer wird. Von den Anderen erfahre ich das, was sie weiß.

    Das Buch hat für mich schon eine bedrückende Stimmung, denn es ist ein ernstes Thema. Etwas anderes habe ich auch nicht erwartet. Es ist natürlich nicht jeder Tag wie der andere, allerlei Sachen passieren, die einen Weg in der Anstalt beschreiben können. Auch verschiedene Therapien werden angeboten, in denen man die Teilnehmer zu nichts zwingt. Andere sind manchmal schwierig zu händeln, weil diese eben ihre ganz eigenen Probleme haben und meistens auch sehr sensibel zu geht, da kann es auch mal krach geben. Dazu ist alles in Watte gepackt, damit man sich nicht so leicht verletzen kann.

    Das Buch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt.
    Nicht nur der erste Abschnitt ist eine Erfahrung und Kampf, sondern auch die weiteren. In dem ich Charlie besser kennenlerne und ihren Weg begleite.

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    Lovinbooks4evers avatar
    Lovinbooks4evervor 6 Monaten
    Mädchen in Scherben

    Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, denn es gibt Dinge im Leben, die sind schwer zu begreifen. Manche Menschen brauchen körperlichen Schmerz, um den seelischen Balast los zu werden. Zumindest für den Moment. So ein Mensch ist Charlotte.

    Das Buch beginnt schon recht düster und ich war erst etwas überrascht und wusste nicht genau, ob es das richtige für mich ist.  Wir erfahren so einiges über Charlie und für mich war es schon sehr interessant das zu erfahren, aber irgendwie zog es sich auch klein wenig in die Länge, weil kaum Interaktion mit anderen vorhanden ist.

    Als Charlie dann das Creeley Center verlassen muss beginnt eine neue Herausforderung für sie. Sie kann nicht zu ihrer Mutter und ist wieder auf sich allein gestellt. Jetzt gilt es nicht wieder in alte Muster zu verfallen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn die Ausgangsposition nahezu wieder gleich ist. Doch dann trifft sie auf Johnny und der flirtet ganz ungehalten mit ihr. Charlie wünscht sich natürlich jemanden an ihrer Seite, doch ob Johnny da wirklich der richtige ist?

    Kathleen Glasgow schreibt sehr intensiv. Die Gefühle, die in diesem Buch transportiert werden sind natürlich sehr düster, aber das muss ja auch so sein. Schließlich sind Charlies Gedanken sehr düster, denn ohne solche Gedanken benötigt man wohl kein solches Schmerzventil. Die Autorin konnte mich damit auf jeden Fall erreichen und ich mir ging Charlies Schicksal sehr nahe. Es ist wahrlich ein Buch, das einen zum Nachdenken anregt und einen auch mitten in die Seele trifft. Besonders gefallen hat mir, dass Charlie so selbstlos und anspruchslos ist. Sie zerfliesst weder im Selbstmitleid, noch erwartet sie sonderlich viel von anderen. Sie gibt sich mit dem Geringsten zufrieden und das hat mir wirklich imponiert.

    FAZIT

    „Mädchen in Scherben“ ist sehr düster und uns berührt einen ungemein. Charlotte ist eine fantastische Protagonistin und ich habe dieses Buch wirklich verschlungen. Auch wenn der Einstieg für mich wahrlich nicht leicht war und es zu Beginn ein paar Längen für mich gab, so konnte es mich letztendlich wirklich begeistern.

    4 von 5 Punkten

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