Kathleen Kent Die Tochter der Ketzerin

(14)

Lovelybooks Bewertung

  • 21 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(3)
(9)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Tochter der Ketzerin“ von Kathleen Kent

Massachusetts, 1692. Als Martha Carrier mit Mann und Kindern in das puritanische Dorf Andover zieht, empfangen sie die neuen Nachbarn voller Argwohn. Marthas selbstbewusstes Auftreten ist ihnen ein Dorn im Auge. Und als ihr Sohn Andrew an den Pocken erkrankt, geht schnell das Gerücht um, die Carriers hätten die Krankheit über das Dorf gebracht. Mit Beginn der ersten Hexenprozesse im nahe gelegenen Salem gerät Martha immer mehr in den Strudel falscher Anschuldigungen der eingeschworenen Gemeinde – und eine grausame Hexenjagd beginnt …<br /><br />• Ein großartiger historischer Roman über die schonungslose Hexenjagd von Salem<br /><br />• Die Autorin ist selbst Nachfahrin eines Opfers der berüchtigten Salem Witch trials<br /><br />• Noch nie wurde so mitreißend, atmosphärisch und spannend über Hexenverfolgung geschrieben<br /><br />

Tolles Buch über Hexenprozesse

— Wolfhound
Wolfhound

Stöbern in Historische Romane

Sturm des Todes

leider schon zu ende. die sigurd saga hat mich überzeugt. authentisch, spannend und eine prise schwarzer humor

eulenmama

Winterblut

TOLL MIT EINEM GEWISSEN SCHWARZEN HUMOR

eulenmama

Der Duft des Teufels

Gut recherchierter historischer Roman

Langeweile

Die Rivalin der Königin

Eine interessante Aufarbeitung historischer Fakten, deren Lücken sinnvoll durch Fiktion ergänzt wurden.

MotteEnna

Postkarten an Dora

Sensationeller Debütroman mit interessanten Background-spannend bis zur letzten Seite!

Tine13

Die Tochter des Seidenhändlers

wunderschön

KRLeserin

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Die Erinnerung stirbt nicht mit dem Tod

    Die Tochter der Ketzerin
    Wolfhound

    Wolfhound

    14. May 2014 um 13:34

    Sarah Carrier schildert in einem Brief an ihre Enkelin, verbunden mit einem Päckchen, ihr Leben. Hautsächlich die Geschichte ihrer Kindheit und Jugend. Sarah ist damals circa zehn oder elf Jahre alt. Ihre Familie zieht von Billerica nach Andover, um den Pocken zu entkommen. Leider hat sich schon einer von Sarahs Brüdern mit Pocken angesteckt und so verschleppen sie diese schwere Krankheit nach Andover. In diesem Dorf werden die Carriers, die "Neuen", mit Argwohn bedacht, nicht zuletzt durch die manchmal als aufmüpfig empfundene Art der selbstbewussten Mutter Sarahs.  Sarah und ihre kleine Schwester Hannah werden trotz Quarantäne von ihrem Vater zurück nach Billerica gebracht, zu Onkel und Tante, da dort die Pocken schon wieder verschwunden sind. In dieser Zeit blüht Sarah regelrecht auf und es entwickelt sich zwischen ihr und ihrer Cousine Margaret sogar eine Art Schwesternschaft des Herzens. Nicht zuletzt deshalb fällt es Sarah unendlich schwer, die Familie des Onkels wieder verlassen zu müssen, als der Vater kommt sie nach Hause zu holen. Dort erwartet Sarah die Nachricht vom Tod ihrer geliebten Großmutter, die den Carriers ihren Hof vermacht hat, was zu einem Erbstreit mit dem Onkel und dessen Sohn führt. Bald nehmen die Carriers ein Mädchen bei sich auf, die die nächsten fünf Jahre bei ihnen das Geld abarbeiten soll, welches gezahlt wurde, um sie aus den Fängen der Indianer zurückzukaufen. Anfänglich ist Sarah fasziniert von der neuen Mitbewohnerin. Bald erwischt sie sie aber beim Faulenzen und Stehlen von Lebensmitteln. Nach einer kurzen Liaison mit einem von Sarahs Brüdern und der Behauptung einer Schwangerschaft jagt Sarahs Mutter das Mädchen vom Hof. Diese sinnt auf Rache. In der Folge geschehen schreckliche Dinge. Ein einfacher Nachbarschaftsstreit, kleine Auseinandersetzung oder unbedacht ausgesprochene Verwünschungen führen in einer Schnelligkeit zu Verhaftungen wegen Hexerei, die man sich heute kaum noch vorstellen kann. Auch die alles andere als objektiven Gerichtsverhandlungen und unmenschlichen Haftbedingungen sind für heutige Begriffe einfach unmenschlich. Kathleen Kent schreibt zu Beginn des Buches, dass es sich um eine Familiengeschichte handelt, sie eine Nachfahrin einer der Hexerei verurteilten Frau ist. Leider wird dies innerhalb des Romans und auch danach durch keine einzige Silbe belegt, auch die historischen Ereignisse sind nicht belegt, sodass eine Trennung zwischen Historie und Fiktion nicht möglich ist. Erst durch Nachlesen und Nachschlagen ist dies möglich.  Dennoch schafft es Kent, die Lebensumstände in dieser Zeit und die barbarischen Ausmaße der Hexenprozesse sehr plastisch und glaubhaft zu schildern. Man wird regelrecht reingezogen in die Geschichte und kann gut mit Sarah mitfühlen. Auch ihren Konflikt mit ihrer Mutter und der Umgang oder eben auch Nicht-Umgang mit diesem ist sehr verständlich geschildert. Es gibt einen Satz in diesem Buch, der mir immer noch im Kopf nachhallt. "Die Erinnerung stirbt nicht mit dem Tod." Diesen Satz sagte Martha Carrier kurz vor ihrer Hinrichtung zu ihrer Tochter Sarah. Und es stimmt, in diesem Satz ist so viel Wahres und er hat mich zutiefst berührt.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Tochter der Ketzerin" von Kathleen Kent

    Die Tochter der Ketzerin
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. July 2011 um 12:30

    Die Geschichte um die Familie von Sarah Carrier und die Hexenprozesse in Salem hat mir relativ gut gefallen. Die Handlung kam leider am Anfang nicht wirklich in Gang, da viel passierte, was relativ unwichtig war. Als Sarah dann jedoch in ihre Familie zurück kehrte, kam langsam Spannung auf. Am besten haben mir aber auf jeden Fall die Schilderungen aus dem Gefängnis gefallen. Meiner Meinung nach, hätten aber mehr Geschichten von der Zeit nach dem Gefängnis dabei sein können. Wie Sarah die Zeit nach dem Gefängnis erlebt hat, sie das Gefängnis ihr weiteres Leben verändert hat und all so etwas. Auch die Charaktere waren mir manchmal ein wenig flach. Sarah war es gerade durch ihre unentwegte Sturheit. Zu ihren Brüdern konntte ich keinerlei Verbindung aufbauen, da ich sie kaum Charakterisiert fand. Gerne hätte ich mir auch noch ein kleines Nachwort der Autorin gewünscht, in der sie sich mit ihrer Familiengeschichte auseinandersetzt oder wenigstens beschreibt, wie sie an die Informationen an ihre Ahnin gekommen ist. Alles in allem aber ein sehr informativer Roman über die Hexenprozesse in Neu-England.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Tochter der Ketzerin" von Kathleen Kent

    Die Tochter der Ketzerin
    Ani

    Ani

    17. March 2009 um 11:00

    Martha Carrier verlässt mir ihrem Mann und ihren Kindern den Ort Billerica, da dort die Pocken ausgebrochen sind. Sie ziehen ins fünfzehn Kilometer entfernte Andover zu Marthas Mutter. In dem puritanischen Ort werden sie voller Misstrauen beobachtet, denn Marthas selbstbewusstes Auftreten gilt dort als anmassendes und unpassendes Verhalten. Als Marthas Sohn an den Pocken erkrankt, wird der Familie angelastet die Krankheit mit ins Dorf gebracht zu haben. Trotz Quarantänebestimmungen gelingt es der Familie ihre Töchter Sarah und Hannah, bei Marthas Schwester unterzubringen. Dort entwickelt sich ein freundschaftliches, fast schwesterliches Band zwischen Sarah und ihrer Cousine Margaret. Schwer fällt ihnen der Abschied, als Sarah gemeinsam mit ihrer Schwester Hannah, wieder nach Andover zurückkehren muss, da sich die Pockenepidemie mittlerweile gelegt hat. Marthas Mutter ist gestorben und hat der Familie ihr Häuschen hinterlassen, doch nun kommt es zum Streit mit der Familie von Marthas Schwester, denn eigentlich hatten sie mit der Erbschaft gerechnet. Aufgrund dieses Streits erhalten die Mädchen keine Gelegenheit mehr ihre Freundschaft aufrecht zu erhalten. Die Arbeit auf der Farm ist hart und schwer, gerade weil die Familienmitglieder sich noch von der überstandenen Krankheit erholen müssen. Deshalb nehmen sie Mercy bei sich auf, diese wurde von Indianern bis nach Kanada verschleppt, um die Kosten für ihre Rettung abzuarbeiten muss Mercy nun fünf Jahre in Schuldknechtschaft leben. Diese Zeit soll sie nun bei den Carriers verbringen. Doch Mercy verführt einen Sohn der Familie, gibt an schwanger zu sein und fordert nun energisch eine Hochzeit. Martha Carrier durchschaut schnell das falsche Spiel und jagt das Mädchen vom Hof. Diese sinnt auf Rache und setzt bald die ersten Gerüchte in Umlauf. Sie gibt an, dass Martha und ihre Kinder Hexenwerk praktizieren. Diese Verleumdungen und Marthas selbstbewusstes und unbeugsames Auftreten, selbst angesehenen Männern gegenüber, führen schließlich dazu, dass sie abgeholt und als Hexe angeklagt wird. Da Martha den Verlauf der Dinge bereits vorhergesehen hatte, führte sie einige Wochen vor ihrer Inhaftierung noch ein ernstes Gespräch mit ihrer Tochter Sarah. Sie gab ihr, unter dem Siegel der Verschwiegenheit, ihr Tagebuch und nahm ihr das Versprechen ab, es erst im Erwachsenenalter zu lesen. Sie bereitete Sarah auch auf die drohende Verhaftung vor und teilte ihr mit, dass auch ihre Kinder, also Sarah und ihre Brüder von den Dorfbewohnern angeklagt würden. Sie beschwor Sarah eindringlich, bei einer Verhaftung alles zuzugeben, um so der Hinrichtung zu entgehen. Für sich selbst zog Martha dieses Verhalten allerdings nicht in Betracht. Der puritanische Geistliche und Gelehrte Cotton Mather hielt Marthas empörte und unbeugsame Worte bei der Anhörung und den Gerichtsverhandlungen fest und bezeichnete sie als "Die Königin der Hölle". Meine Meinung: Dieser Roman erzählt die Geschichte der Familie Martha Carriers. Er beginnt mit einem Brief aus dem Jahre 1752, also Jahre nach der Hexenverfolgung. Aus dem jungen Mädchen Sarah ist mittlerweile selbst eine Großmutter geworden, die diesen Brief an ihre Enkelin Lydia schreibt. Der Brief ist ein Begleitschreiben zu einem Päckchen und dieses Päckchen enthält die Erinnerungen der jungen Sarah an die schreckliche Zeit und schildert ihre Sicht der Dinge. Sie hält somit die Erinnerungen der Familie an diese Zeit wach. Das Buch ist also aus der Sicht Sarahs geschrieben, die zu diesem Zeitpunkt etwa zehn Jahre alt ist. Man erlebt hier die alltäglichen Vorgänge und Arbeiten auf der Farm mit. Die Autorin gibt einen kleinen Einblick in das harte Arbeitsleben, das Sarah bereits in ihrer Kinderzeit führte. So war sie fast alleine für ihre jüngere Schwester Hannah verantwortlich und hatte auch sonst noch viele Arbeiten zu verrichten. Die Familien mussten damals eng zusammenhalten und auch alle mussten mitarbeiten, damit die Familien in den langen Wintern nicht zu verhungern brauchten. Die von den Indianern verschleppte Mercy weckt zunächst ihr Interesse, doch schnell kommt sie dahinter, welche schlechten Absichten Mercy hat. Mehrmals ertappt sie Mercy beim faulenzen oder stehlen von Lebensmitteln. Die vermeintliche Liebschaft mit Sarahs Bruder beendet Mercys Leben auf dem Hof. Doch Mercy findet im Dorf schnell einen neuen Platz um ihre Schuldknechtschaft abzuleisten. Um sich an Sarah und ihrer Mutter zu rächen setzt sie die wildesten Gerüchte in Umlauf und bezeichnet auch Sarah immer wieder als Hexe. Unterstützt wird sie dabei von ihren neuen Freundinnen aus dem Dorf. Als Leser kann man hier mitverfolgen wie der Rachsucht Tür und Tor geöffnet wurden und wie schnell man der Hexerei angeklagt werden konnte. Ein kleiner Streit oder eine Meinungsverschiedenheit konnten der Auslöser von böswilligen Verleumdungen sein und wenn man dann nicht zugab ein Hexer oder ein Hexe zu sein, dann starb man als uneinsichtig bei einer der Hinrichtungen. Denn überleben konnte man nur, wenn man die Hexerei zugab. Wie man am Beispiel Sarahs sehen kann, wurden selbst Kinder angeklagt und unter unvorstellbaren Bedingungen inhaftiert. Die Gefängnisse quollen bald über vor lauter Angeklagten, ein falscher Blick oder ein unbedachtes Wort und schon konnte jeder der Nächste sein. Auch das Land litt unter den Auswirkungen der Hexenhysterie, denn die Familien wurden auseinander gerissen und die Arbeit konnte nicht mehr ausgeführt werden, da nicht genug Leute zum bewirtschaften der Felder auf den Farmen blieben. Enweder wurden sie selbst inhaftiert, versorgten ihre eingesperrten Angehörige mit Nahrung und Decken oder sie verfolgten die Prozesse. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, da man in das alltägliche Leben zur damaligen Zeit eintauchen konnte. Die anfallenden Arbeiten, das Leben und die Ansichten der damaligen Zeit wurden glaubhaft geschildert. Durch das Beschreiben der Vorsichtsmassnahmen, die zur damaligen Zeit ergriffen wurden um sich vor Indianerüberfällen zu schützen, erwachte auch diese allgegenwärtige Angst der Siedler zum Leben. Die Angabe auf dem Cover: "Mitreißend, atmosphärisch und spannend" verspricht also nicht zuviel. Aufgefallen ist mir allerdings, dass das Wort "sodass" in diesem Roman für meinen Geschmack etwas zu häufig verwendet wird. Kaum eine Seite kommt ohne dieses Wort aus, nach einer gewissen Zeit empfand ich das Wort ein wenig störend. Als gut gelungen beschrieben, empfand ich allerdings den Mutter-Tochter Konflikt zwischen Martha und Sarah. Denn am Anfang der Erzählung kommen die beiden nicht besonders gut miteinander aus. Da ihnen aber die Zeit fehlt, diesen Konflikt langsam aufzuarbeiten und somit zu lösen, müssen sie umständehalber schneller aufeinander zugehen und entdecken so viele Gemeinsamkeiten. Die Hexenhysterie der Puritaner endete im Januar 1693. Der Geistliche Increase Mather stellte in einem Einspruch fest, dass es besser sei, wenn zehn verdächtigte Hexen entkämen, als wenn eine unschuldige Person verurteilt würde. Die Verhafteten wurden jedoch erst im darauffolgenden Frühjahr aus der Haft entlassen. 1711 wurde für die meisten Verurteilten eine Generalamnestie ausgestellt, für die letzten fünf Frauen wurde am 05. November 2001 die Unschuldserkärung unterzeichnet. Der Roman von Kathleen Kent hat mich zum Nachdenken angeregt und erzählt dieses geschichtliche Ereignis, basierend auf der wahren Begebenheit der Vorfahrin der Autorin. Von mir gibt es jedenfalls vier Sterne für diesen historischen Roman. Einen ziehe ich ab, da ich nicht durchgehend von der Handlung gefesselt wurde, aber bei einer wahren Begebenheit ist das ja auch nicht immer ganz einfach und weil mich die häufige Verwendung des Wortes "sodass" wirklich gestört hat.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Tochter der Ketzerin" von Kathleen Kent

    Die Tochter der Ketzerin
    anushka

    anushka

    13. January 2009 um 22:43

    Martha Carrier flieht mit ihrem Mann und ihren Kindern vor den Pocken von Billerica nach Andover. Doch es ist bereits zu spät: einer ihrer Söhne ist bereits infiziert und so bringt die Familie Carrier die Pocken nach Andover. Zudem ist Martha eine selbstbewusste Frau, die sich von niemandem etwas vorschreiben oder sich betrügen lässt. Und das macht sie in Andover unbeliebt. Auch auf Marthas Mann lastet ein Geheimnis, das die anderen Dorfbewohner sich fürchten lässt. Ein Erbfolgestreit, ein paar Zwiste mit den Nachbarn und einige unbedachte Worte und schon wird Martha Carrier im Zuge des Hexenwahns, der aus Salem in den neuen Kolonien um sich greift, als Hexe angeklagt. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der Tochter, Sarah Carrier, die zu diesem Zeitpunkt um die zehn oder elf Jahre alt ist. Und gerade dadurch wird der Wahn deutlich, der hinter diesem Aberglauben steckt. Sarah hat Streit mit anderen Mädchen, doch so ein dummer Kinderstreit könnte sie und ihre Mutter das Leben kosten. Aus Hass, Missgunst und Neid wird plötzlich ein demokratisches Hinrichtungskommando. Die Mehrheit im Dorf entscheidet, wer leben darf und wer sterben soll. Individuelle Rechte existieren nicht mehr und der Wahrheitsgehalt von Aussagen wird gerade durch die Unglaubwürdigkeit in den Augen der Richter noch verstärkt; kein Gegenargument, das nicht mit Hexerei erklärt wird. Die Nachbarn, die unter einer Feuerbrunst zu leiden hatten, die erst auf dem Anwesen der Carriers wütete, sich dann aber durch einen Richtungswechsel des Windes auf ihre Farm ausbreitet, wollen Zeugen von Hexerei gewesen sein. Letztendlich ist es sogar schon Hexerei, wenn bei einem Betrugsversuch das Opfer nicht darauf hereinfällt. Und alles wird ausgelöst von ein paar hysterischen jungen Mädchen, die sich scheinbar zu langweilen schienen und sich an Leuten rächen wollen, von denen sie nicht das bekommen haben, was sie wollten. Zum Schluss klagen sie Menschen an, die sie nie im Leben vorher gesehen haben. Eine Handvoll ungezögener "Gören" schickt somit zig Menschen in den Tod. Trotz eines Covers, das anderes ahnen läßt, ist Kathleen Kents Buch nicht voyeristisch, sexualisiert und brutal, sondern schildert die Geschichte einer Familie und von grauenhaften Vebrechen im Namen der Kirche. Es zeichnet die Paranoia nach, in die sich sowohl Täter als auch Opfer steigern und als heutiger Mensch, der die Geschichte kennt, möchte man die Beteiligten schütteln und den Opfern in unbedachten Momenten die Hand auf den Mund legen, damit sie ihre Drohungen nicht aussprechen, die später ihr Todesurteil sein könnten. Kent schildert auch die Hoffnung eines kleinen Mädchens und seiner Mutter, das Unrecht erkannt wird und auf der Welt nur Gerechtigkeit geschieht. Dieses Buch hat mich so wütend gemacht und ist mir so nah gegangen. Vor allem, da auch die Opfer, besonders Martha Carrier, nicht als lammefromme, unschuldige Heilige dargestellt werden, sondern ihr eigener Anteil am Streit deutlich wird, wirkte das Buch sehr realistisch. Denn Martha spielt gern mit der Furcht, die sie anderen einjägt und spricht auch impulsiv doppeldeutige Verwünschungen aus, die ihren Anklägern später in die Hände spielen. Am erschreckendsten ist jedoch, dass dieser "Spuk" nur einige Monate dauerte und danach viele der Beteiligten einsichtig wurden. Doch da waren schon Dutzende Unschuldiger hingerichtet. Aufgemacht wird das Buch auch mit dem Verweis darauf, dass es sich hier um die Familiengeschichte der Autorin handelt, die die Grundlage des Romans liefert. Leider fehlte dazu im Buch jedoch jegliche Stellungnahme dahingehend, welche Teile beispielsweise durch historische Quellen belegt sind und welche der künstlerischen Freiheit der Autorin entstammen. Näheres dazu findet man nur im Internet bei den diversen Onlineshops und Foren. Fazit: Wenn auch nicht herausragend, so war dieses Buch in meinen Augen auf jeden Fall lesenswert und regt sehr zum Nachdenken an, vor allem wenn man weiß, dass die Ereignisse in Salem und Umgebung wirklich stattgefunden haben.

    Mehr