Kathleen Weise Im Land des Voodoo-Mondes

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Inhaltsangabe zu „Im Land des Voodoo-Mondes“ von Kathleen Weise

Saint-Domingue 1789. Die Sonne geht rot auf über der schwarzen Perle der Karibik. Als die junge Französin Éloise mit dem Schiff auf der Insel landet, weiß sie noch nicht, was sie auf der Zuckerrohrplantage ihres Onkels erwartet: warme Sommernächte voller Blütenduft, aber auch das Leid der Sklaven und das unheimliche Trommeln, mit dem nachts die Geister der Insel beschworen werden. Als Éloise sich in den gut aussehenden Gabriel verliebt, gerät sie mitten in die Rassenkonflikte, die unter der scheinbaren Inselidylle schwelen. Und in den Bann des Voodoo. Albträume verfolgen sie, gefährliche Unfälle häufen sich. Jemand trachtet ihr nach dem Leben, jemand oder etwas. Die Voodoopriesterin spricht von einem Fluch, der auf der Familie lastet. Ob Éloise ihn mithilfe von Gabriels Liebe abwenden kann? Spannender Mix: Liebe und Voodoo-Mystery vor dem Hintergrund der Rassenkonflikte in der Karibik. Ab 13 Jahren

(3,5 Sterne) Ein spannendes Abenteuer auf Saint-Domingue zur Zeit der Französischen Revolution. Mir fehlte aber der Tiefgang.

— allthesespecialwords
allthesespecialwords

Wieder ein sehr schöner Roman der Autorin! :)

— Cadiz
Cadiz

Oh, ihr seid ja alle bisher nicht so begeistert... Mal sehen, bisher gefällt es mir total gut!

— Charlousie
Charlousie

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  • Ein spannendes Abenteuer in der Karibik zu Zeiten der Französischen Revolution

    Im Land des Voodoo-Mondes
    allthesespecialwords

    allthesespecialwords

    04. May 2014 um 10:55

    Im Jahr 1789 reist die französische Adelige Éloise mit ihrem Vater auf die Karibikinsel Saint-Domingue, auf der ihre Eltern Jahre zuvor ihre Hochzeitsreise verbracht haben. Auf der Insel ist alles anders als im geliebten Frankreich: hier gibt es Menschen mit anderen Hautfarben, religiöse Kulte, die Éloise unbekannt sind und einen schönen Mann, Gabriel, der sie als Adelige normalerweise nicht einmal ansehen dürfte. Nicht nur das, auch ihre Alpträume und merkwürdige Unfälle häufen sich und als sie nachforscht, erfährt Éloise mehr über den Voodoo und das Leben der Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen. Dabei kommt sie auch Gabriel näher. Halten wir erst einmal einen Moment inne und betrachten das wunderschöne Cover. Die Farben, der Totenschädel und der Buchrücken sind einfach toll gelungen und spiegeln diese geheimnisvolle Geschichte, um die Unterdrückung der Farbigen durch die Weißen und das Mysterium des Voodoo, perfekt wider. Auch sonst hat das Buch von der Aufmachung her ziemlich viel zu bieten. Gleich zu Beginn erfahren wir in einem Vorwort etwas über die Geschichte der Karibikinsel Saint-Domingue und auch ein Nachwort gibt es, in dem die Autorin auf die Umstände der Zeit um 1789 (Französische Revolution) hinweist. Desweiteren gibt es ein Sachregister, in dem alle wichtigen Begriffe noch einmal aufgelistet sind, so dass man einfach nachschlagen kann, wenn man etwas vergessen hat. Viel zu vergessen gibt es leider nicht. Das Geschichte ist mit ihren rund 280 Seiten sehr kurz und kratzt deswegen häufig nur an der Oberfläche. Insbesondere über die Zustände der damaligen Zeit hätte ich gerne mehr gelesen, der Voodoo kam meiner Meinung nach nicht unbedingt zu kurz. Auch der Länge geschuldet ist vermutlich die geringe Tiefe der Charaktere. Gerne hätte ich mehr über Gabriel's Hintergründe erfahren und auch Aimée's Auftritt war mir deutlich zu kurz. In Éloise erkennt man jedoch eine wundervolle Protagonistin, die mit ihrem Denken und Handeln der Epoche entstammt und im Buch eine Wandlung vollzieht. Kathleen Weise hat einen Schreibstil, der den Leser einfach in den Bann zieht. Seite um Seite flogen dahin und ich konnte die Reise trotz der Schwächen, die der Roman aufweist, wirklich genießen. Dabei sei aber auch zu beachten, dass der Roman für Teenager geschrieben ist. Ich denke, dafür ist es in Ordnung, die historischen Hintergründe nicht zu detailliert zu beleuchten. Auf jeden Fall ist das Buch einen genaueren Blick wert, allein schon, weil es so wunderschön gestaltet ist. Findet meine Rezensionen auch auf: allthesespecialwords.blogspot.de

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  • Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    Johannisbeerchen

    Johannisbeerchen

    27. December 2012 um 16:56

    Meinung: Der Klappentext verspricht ein atmosphärisches Werk über Voodoo, Rassenkonflikte und Liebe. Aber ich wurde enttäuscht. Hauptsächlich geht es um langweilige Nebentätigkeiten. Wie schon gesagt, der Inhalt war nicht so berauschend. Der Prolog beginnt vielversprechend mit einer Calenda in die Èloise gerät und aus der Tanguy sie rettet. Danach geht es weiter mit mit der Reise zu Èloises Onkel zu dessen Plantage. Dort begegnen sie Sklaven und all dem Leid. Allerdings nur oberflächlich. Èloise reitet genau 1 Mal über die Plantage und rettet einen Sklaven vor Peitschenhieben und das wars dann. Da hätte ich einfach mehr erwartet. Nach der 100. Seite passieren die ersten seltsamen Dinge, die Èloise beinahe das Leben kosten und von da an beginnt es -langsam- interessant zu werden. Aber wirklich nur sehr langsam. Irgendwann begegnet sie Gabriel und sie verstrickt sich immer weiter in die Magie der Einwohner. Das alles hört sich wirklich alles sehr interessant und spannend an. Wäre es auch, wenn es sich nich über 250 Seiten ziehen würde. Ist dann die Nacht des großes Showdowns da verpufft sich die Spannung und das Geheimnis und das Problem lösen sich von selbst. Hier ein großer Spoiler zum Ende: Wenn doch Èloise schon im Schuppen des Hûngan Tullius ist, der ihre Seele will, weil er mit einem Mann ein Abkommen geschlossen hat, dann stürzt sich doch der Schlangengott des Hûngan nicht auf den Mann, weil er schon sooo lange auf das Mädchen wartet, wenn dieses doch genau daneben steht ?! *Spoiler Ende ! *Wo ist da die Logik ? Hauptsache ein einfaches Ende gewählt. Ist da der Autorin nichts besseres eingefallen ? Und warum der Mann die Seele verkauft hat ist mir immer noch leicht schleierhaft und was Éloises Mutter damit zu tun hat verstehe ich nicht mal ansatzweise. Den Schreibstil dagegen find ich sehr gelungen. Kathleen Weise schreibt sehr poetisch und gefühlvoll, mit vielen langen Sätzen, die zum Träumen einladen. Die Landschaften und Situationen kann sie so real beschreiben, dass ich das Buch zu keinem Zeitpunkt abbrechen wollte, obwohl der Inhalt langweilig war. Schon allein wegen des Schreibstils lohnt es sich, das Buch zu lesen. Die Charactere sind sind greifbar, bleiben aber eher schwach in Erinnerung. Èloise ist jung und verliebt in Gabriel. Sie hat Mitleid mit den Sklaven und ist auch bei ihren Bediensteten nicht so streng. So wächst sie mit dem schwarzen Tanguy auf, er ist für sie eher wie ein Freund und auch Nadine ihre Zofe behandelt sie eher als Freundin. Sie ist ein warmherziger Mensch und hebt sich mit ihrem Verhalten von den Menschen in ihrem Zeitalter ab. Gabriel ist halt der gutaussehende junge Mann mit einer noch schöneren Mutter, die ganz zufällig Èloise helfen kann. Über den Vater, den Onkel, Tanguy, Nadine erfährt man eher wenig und relevant für die Handlung ist es nicht. So wird nur Èloise hervor gehoben und es ist kein Wunder, dass man sie mag. Fazit: Ein guter Schreibstil reicht nicht aus, dem Buch fehlt es an Tiefgang. So bleiben die Charactere oberflächlich und die Handlung langweilig.

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  • Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. November 2012 um 08:46

    Zunächst einmal möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei Lisa von Books&Senses bedanken für dieses Buch. Danke =) Ich muss zugeben, vor dem Gewinnspiel habe ich noch nie etwas von dem Buch oder der Autorin gehört. Aber nach einer kleinen Recherche habe ich herausgefunden, dass die Autorin sogar aus meiner Wahlheimat kommt und das fand ich dann schon recht cool. Die Aufmachung des Buches ist wunderbar. Das Cover ist richtig schön, besonders durch diesen reliefartigen Druck. Auch Die Seiten des Buches sind nicht nur Seiten, zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es eine schöne Verzierung wie auch um die Seitenzahlen herum. Das spricht sehr für das Buch. Nun, da ich mich zuvor nicht so sehr mit dem Inhalt beschäftigt hatte, bin ich direkt eingestiegen. Joah und was soll ich sagen, ich fand so lala, leider. Die Idee der Geschichte finde ich klasse, bisher hatte ich auch noch nie ein Buch gelesen, welches sich um Voodoo in der Kolonialzeit dreht. Von daher „Daumen hoch!“. Allerdings muss ich auch sehen, dass das Buch eine Altersangabe „ab 12 Jahren“ hat und das merkt man. Ich hätte mir gern noch etwas mehr Tiefgang gewünscht. Ebenso wusste ich nicht direkt, wo mich die Geschichte hinführen sollte. Bei 280 Seiten finde ich es recht spät, wenn die Geschichte auf Seite 170 erst an Fahrt gewinnt. Aber wie gesagt, die Idee hat mich schon überzeugt. Die Protagonistin Eloise ist sehr sympathisch und ich fand es sehr ansprechend, dass Kathleen Weise die Konventionen der Zeit übernommen hat. Allerdings haben mich Tanguey und Nadine mehr überzeugt. Die beiden stellen meine Favoriten in der Geschichte her. Der Schreibstil ist also für die Zielgruppe sehr geeignet, es liest sich flüssig und sehr bildlich. Kathleen Weise schafft es daher einen in die Atmosphäre der Zeit herein zu versetzen. Klar, man muss bedenken für wen das Buch eigentlich geschrieben ist. Ich kann mir vorstellen, dass es für 12 bis 15jährige durchaus passend ist, allerdings für ältere Leser etwas flach. Aber hey, man wusste ja vorher für welche Altersklasse es geeignet ist, deshalb kann man hier der Autorin keinen Vorwurf machen. Alles im allem ist ein schönes Buch für zwischendurch, welches an einem exotischen Ort spielt und damit einen in eine andere zauberhafte Welt voller Mythen und Mysterien eintauchen lässt. Ich empfehle dieses Buch aber eher der „jüngeren“ Generation (oh Gott, nun klinge ich aber wirklich alt^^)

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  • Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    Kendra

    Kendra

    12. July 2012 um 17:17

    "Im Land des Voodoo Mondes" von Kathleen Weise ist ein gutes Buch ,dass das Gefühl von einer anderen Zeit, einem anderen Ort und einer anderen Kultur bestens an den Leser überträgt. Fast fühlt es sich so an, als würde man selber das feuchte Klima auf der Insel miterleben, ebenso wie das Gefühl der Fremde und den Zauber des Voodoos. Dennoch fehlt mir schlussendlich noch eine Prise mehr an Liebe, an Gefahr und an Vodoo Zeremonien. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass mir Baron Samedi fehlte^^ Ein bekannter Loa und Herrscher der Friedhöfe. Meistens tritt er mit einem Zylinder und einer Sonnenbrille auf und raucht Zigaretten^^ (Aber das nur am Rande^^) Aber dennoch ein gutes Buch das ich jedem empfehlen kann, wenn er leichten Einblick in die Welt des Voodoos und deren Begriffe erhalten möchte. Für tieferliegendes Grundwissen sollte man jedoch andere Bücher in Betracht ziehen. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass es sich bei diesem Buch ja auch hauptsächlich um die Geschichte von der Französin Eloise dreht, die zusammen mit ihrem Vater nach Saint Domingue reist um dort ein neues Leben zu beginnen. Doch dort angekommen droht ihr nicht nur Gefahr von ihren seltsamen Träumen, sondern auch von ihren unerlaubten Gefühlen zu dem Mulatten Gabriel. Doch dieser ist derjenige der ihr bei ihrem Kampf mit den bösen Loas ( die man Petro Loas nennt) beiseite steht. Zum Glück ist seine Mutter eine Mambo (eine Voddoo Priesterin) die ihnen Tipps auf den Weg geben kann, wie sie die Gefahr bannen können in der sie und ihr Vater schweben. ------ Was mir sehr gut gefallen hat ist ihre zugewiesene Sklavin Nadine. (Dies mag daran liegen dass ich auch so heiße^^) Doch leider hat mir etwas mehr Spannung in der Geschichte gefehlt und auch die Auflösung des Ganzen war mir zu überschaubar. Schließlich habe ich bereits am Anfang geahnt, wer hinter all dem stecken könnte... Auch die Liebesgeschichte, die als solches gar nicht so wirklich durchgeht war mir etwas zu zögerlich und zu unspektakulär gehalten. Auch wenn ich keinen richtigen Bezug zu der Hauptperson Eloise bekomme habe, konnte dafür die Autorin um so mehr Sympathiepunkte einheimsen mit ihrer kleinen , aber sehr besonders schönen Widmung an ihre Freundin. Auch das Nachwort fand ich klasse. Ein Buch , dass ich jedem empfehlen kann, der kurz in eine andere Welt hinabgleiten will und einen kurzen Ausflug in eine andere Kultur machen möchte und dabei noch ein wenig von Liebe und Abenteuer lesen möchte, ist hier richtig

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  • Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    Stephie2309

    Stephie2309

    07. April 2012 um 01:51

    1798: Nach dem Tod ihrer Mutter muss die junge Französin Éloise ihr geliebtes Frankreich verlassen um ihren Vater, den Marquis de Bouillé, nach Saint-Domingue zu begleiten. Dort will er von seinem Bruder auf dessen Plantage lernen, wie man Zuckerrohr pflanzt um dann später selbst eine eigene Plantage auf dem Festland in Louisiana aufzubauen. Das Leben in der Kolonie unterscheidet sich stark von dem Leben, das Éloise aus Frankreich kannte, und die Karibikinsel birgt neben der wundervollen Flora und Fauna auch etliche Gefahren, sowohl von den aufständischen Sklaven als auch von den Geistern der Insel, den Loa. Éloise wird Nacht für Nacht von merkwürdigen Alpträumen geplagt, mehr als einmal schwebt sie in Lebensgefahr und auch ihrem Vater geht es immer schlechter. Éloise muss sich schließlich eingestehen, dass es in dem verfluchten Paradies nicht mit rechten Dingen zugeht und lässt sich von dem gut aussehenden Gabriel, dem unehelichen Sohn eines benachbarten Plantagenbesitzers mit einer seiner Sklavinnen, zu einer Voodoo-Priesterin führen … Im Land des Voodoo-Mondes von Kathleen Weise ist ein kurzer, aber dennoch ansprechender Roman über die französische Kolonie Saint-Domingue im Jahre 1789. Wie die Autorin selbst im Nachwort schreibt, erhebt das Buch nicht den Anspruch, das Wesen des Voodoo vollständig zu erfassen. Aber es gibt einen interessanten Einblick und räumt mit Vorurteilen und dem verzerrten Bild auf, das insbesondere durch Filme in der Öffentlichkeit entstanden ist. Fasziniert taucht man für kurze Zeit in diese Religion ein und lernt sie beim Lesen ein wenig besser kennen. Neben Voodoo sind vor allem die Rassenkonflikte ein zentraler Schwerpunkt des Romans. 1789 war Sklaverei noch Gang und Gebe und die schrecklichen Zustände, unter denen die Sklaven leben müssen, und wie sie von ihren Besitzern behandelt werden, erschrecken die unwissende Éloise und den Leser gleichermaßen. Die Vermischung der beiden Rassen ist zwar nicht verboten, aber verpönt und auch Éloise hat zunächst Vorurteile gegenüber den Schwarzen. Diese sind jedoch verständlich, wenn man bedenkt wie sie aufgewachsen ist, sehr authentisch und machen sie daher nicht weniger sympathisch. Nach und nach legt sie diese außerdem ab und erkennt, dass es gar nicht so viele Unterschiede zwischen ihnen gibt, was nicht zuletzt auch an Gabriel liegt, für den sie mit der Zeit Gefühle entwickelt, obwohl sie weiß, dass sie sich eigentlich nicht mit ihm abgeben dürfte. Sie wird zu einer starken, mutigen Frau, die beginnt bestimmte Gegebenheiten zu hinterfragen und sich gegen die Dinge aufzulehnen, die ihr nicht gefallen, was sie teilweise selbst überrascht. Des Weiteren entwickelt sie auch eine enge Bindung zu ihrer noch sehr jungen Zofe Nadine, die ebenfalls eine schwarze Sklavin ist. Die interessanteste Figur des Buches ist aber wohl Gabriel, der durch seine Eltern, auf der einen Seite eine ehemalige Sklavin, auf der anderen einen weißen Plantagenbesitzer, zwischen den zwei Welten hin und her gerissen ist. Er arbeitet als Schreiber auf der Plantage seines Vaters und hat Talent fürs Geschäft, hat aber gleichzeitig auch die Gabe seiner Mutter geerbt, die eine bekannte Voodoo-Priesterin ist. Er fühlt sich ebenfalls zu Éloise hingezogen, erzählt ihr, was es mit der Kette ihrer Mutter auf sich hat, die die Sklaven zu ängstigen scheint, und hilft ihr mit den Loa, die für Éloises Alpträume und die immer schlechter werdende Verfassung ihres Vaters verantwortlich sind. Auf der Karibikinsel kommt es nämlich immer wieder zu mysteriösen Vorfällen, die Éloise mehrmals beinahe das Leben gekostet hätten, wenn ihr nicht jedes Mal jemand zu Hilfe geeilt wäre. Anfangs verdrängt sie ihr ungutes Gefühl und denkt sich nichts weiter dabei, auf das Drängen von Gabriel sieht sie aber schließlich ein, dass mehr dahinter steckt und sie sich helfen lassen muss, wenn sie ihr Leben und das ihres Vaters retten will. Dass sie sich dazu auf Voodoo einlassen muss, gefällt vor allem dem treuen Diener ihres Vaters Tanguy überhaupt nicht, aber da auch er sehr besorgt um den Marquis ist, hält er sie nicht davon ab, sondern unterstützt sie, was ihn zu einem sehr liebenswerten Charakter macht. Ein eher ungeliebter Charakter ist dagegen Éloises Onkel Joseph, den man anfangs noch nicht richtig einzuordnen vermag. Sympathie kann man für ihn jedenfalls nicht entwickeln, denn er ist sehr grausam zu seinen Sklaven und betrachtet sie nicht einmal als vollwertige Menschen. Als seine Nichte ihm ihre Sorge über den Zustand ihres Vaters mitteilt, ist er zudem ziemlich desinteressiert und meint, dieser müsse nur seinen Rausch ausschlafen, was einen schon etwas misstrauisch macht. Welche erschreckende Rolle er wirklich spielt, erfährt man jedoch erst ganz zum Schluss. In einem Vorwort werden kurz die damals herrschenden Zustände auf der Insel beschrieben, was einem den Einstieg in die Handlung erleichtert. Diese ist zu Beginn allerdings noch nicht sehr ereignisreich und beschränkt sich hauptsächlich auf die Beschreibung der Insel und den Alltag von Éloise auf der Plantage. Erst im letzten Drittel gewinnt die Handlung an Fahrt und es kommt Spannung auf. Diese wird auch bis zum Ende gehalten, das dafür aber viel zu schnell und kurz daher kommt. Gerade die Suche von Éloise und Gabriel nach Hilfe für ihren Vater und die abschließende Lösung des Konflikts hätte man ruhig noch etwas ausbauen können. Das gleiche gilt für die zarte Liebesgeschichte zwischen den Beiden, von der man leider nur sehr wenig mitbekommt, zumal man leider auch nicht wirklich erfährt, warum sich die Beiden überhaupt ineinander verlieben. Dennoch fiebert man mit ihnen mit und hofft, dass sie trotz der gesellschaftlichen Missbilligung einen Weg finden werden zusammen sein zu können. Im Land des Voodoo-Mondes ist zwar kein spannungsgeladenes Buch, das einen an die Seiten fesselt, bietet aber einen interessanten Einblick in die Macht des Voodoo sowie das Leben auf Saint-Domingue um 1789 und vermag den Leser zu unterhalten. Man sollte jedoch vorher wissen, was einen erwartet, denn wer mit einer großen, verbotenen Liebesgeschichte rechnet, wird hier vermutlich enttäuscht werden.

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  • Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    Cadiz

    Cadiz

    30. March 2012 um 16:03

    „Die Trommeln raubten Éloise den Verstand. Das dumpfe Schlagen drang ihr bis ins Innere und übertrug sich auf ihre Eingeweide, als bestünde die Oberfläche ihres Herzens selbst aus Trommelhaut. Flimmernde Luft, schwarze Leiber und der schwere Duft von Orchideen bildeten einen Kokon, der sie einhüllte und aus dem es kein Entrinnen gab.“ (Seite 9) Inhalt: Saint-Domingue 1789. Die Sonne geht rot auf über der schwarzen Perle der Karibik. Als die junge Französin Éloise mit dem Schiff auf der Insel landet, weiß sie noch nicht, was sie auf der Zuckerrohrplantage ihres Onkels erwartet: warme Sommernächte voller Blütenduft, aber auch das Leid der Sklaven und das unheimliche Trommeln, mit dem nachts die Geister der Insel beschworen werden. Als Éloise sich in den gut aussehenden Gabriel verliebt, gerät sie mitten in die Rassenkonflikte, die unter der scheinbaren Inselidylle schwelen. Und in den Bann des Voodoo. Albträume verfolgen sie, gefährliche Unfälle häufen sich. Jemand trachtet ihr nach dem Leben, jemand oder etwas. Die Voodoopriesterin spricht von einem Fluch, der auf der Familie lastet. Ob Éloise ihn mithilfe von Gabriels Liebe abwenden kann? (Inhaltsangabe: amazon.de) Zum Buch: Ein schönes Buch, das in ruhigen Tönen erzählt wird, deshalb aber nicht wenig spannend bleibt. Nachdem mir „Blutrote Lilien“ der Autorin gut gefallen hat, wollte ich mir auch „Im Land des Voodoo-Mondes“ nicht entgehen lassen. Besonders auf die wirklich traumhafte Sprache habe ich mich wieder gefreut, die hier zum Glück auch das Leben des Buches bestimmt. Die Autorin schafft es mit blumigen Worten ganz tolle Bilder in den Kopf ihrer Leser zu zaubern. So machte mir der kleine Ausflug in die Vergangenheit besonders viel Spaß. Zudem lässt sich „Im Land des Voodoo-Mondes“ flüssig lesen. Das Buch ist unterhaltsam. Weise entführt ihre Leser in eine geheimnisumwobene Welt, in der Voodoo-Zauber eine große Rolle spielt. Mir hat die Ideenumsetzung gut gefallen. Die Charaktere mochte ich auch. Die Protagonistin wirkte auf mich sehr sanft, ruhig, besonnen und nachdenklich. Schön fand ich, dass sie sich auch ein wenig entwickeln durfte. In wen die junge Dame sich im Laufe der Geschichte verliebt, war schon recht früh offensichtlich, was mich aber nicht weiter störte. Die Mischung aus zarter Liebesgeschichte zwischen Zweien, die einander eigentlich nicht lieben dürfen und den Themen Sklaverei, Rassismus und Voodoo war gelungen. „Im Land des Voodoo-Mondes“ ist ein interessanter kurzweiliger Schmöker, der auf jeden Fall lesenswert ist.

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  • Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    Träumerin

    Träumerin

    06. January 2012 um 17:22

    Éloise kommt mit ihrem Vater auf die Karibikinsel Saint-Domingue. Dort will ihr Vater von Éloise Onkel lernen, wie man eine Plantage führt. Doch Éloise fühlt sich unwohl in der unbekannten Umgebung und erst recht in mitten all der Sklaven. Sie erfährt allerhand fremdes, unter anderem auch die Zauberkunst des Voodoo. Und irgendwie fühlt sie sich zum unehelichen Sohn eines benachbarten Plantagenbesitzer hingezogen. Doch warum träumt sie immer öfter von Voodoo-Ritualen? Und warum nimmt diese Insel sie so gefangen? Wieder ein historisches Werk von Kathleen Weise. Diesmal spielt es 1789 auf der Karibikinsel Saint-Domingue. Hier hat mich sehr beeindruckt, wie sie das heikle Thema der Sklaverei mit eingeflochten hat. Ich fand sie hat es sehr gut rüber gebracht, wenn man bedenkt, dass die Hauptperson Éloise so erzogen wurde Sklaven und Diener zu haben. Ein guter Roman mit mysteriösen Elementen, der vielleicht manchen Jugendlichen zum Nachdenken über diese Zeit anregt.

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  • Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    BlueNa

    BlueNa

    17. December 2011 um 12:18

    Ein besonderer Ort mit einer besonderen Geschichte . Die 17-jährige Éloise Bouillé muss 1789 ihr geliebtes Frankreich verlassen, um mit ihrem Vater zu ihrem Onkel auf die Kraibikinsel und französische Kolonie Saint-Dominigue zu reisen. Ihr Vater will dort von seinem Bruder lernen eine Zuckerrohrplantage zu führen und dann in Illinois auf dem Festland der neuen Welt selbst eine zu gründen. Doch schon kurz nachdem Éloise und ihr Vater in der Hauptstadt Saint-Dominigues Le Cap angekommen sind, beginnen die merkwürdigen Ereignisse. Die Sklaven starren die Münze an ihrer Kette, die sie von ihrer verstorbenen Mutter erhalten hat, immer furchtvoll an, si erblickt auf der Fahrt auf die Plantage einen Totenschädel im Dschungel, ihr Vater wird krank und Éloise selbst wird von merkwürdigen Träumen heimgesucht. Außerdem verliebt sie sich auch noch in einen hübschen Mulatten, was völlig unter dem Stand einer Marquise ist… . Kathleen Weise hat es mit ihrem neuesten Historischen Roman für Jugendliche wieder geschafft mich total in den Bann der Geschichte zu ziehen. Wo ihr letztes Buch noch im beschaulichen Frankreich angesiedelt war, entführt uns die Autorin jetzt in die tropischen Gefilde der Karibik, ich kann mir keinen exotischeren und wundervollen Schauplatz als diesen vorstellen! Aber sie schlägt auch wieder kritische Töne an und beschreibt die Situation der Sklaven, die auf den Kaffee- und Zuckerrohrplantagen im heutigen Haiti unter den schlimmsten Bedingungen schuften wie die Tieren schonungslos und offen. Das finde ich sehr gut, denn Jugendliche können so etwas vertragen und müssen auch ihren Horizont in die Vergangenheit hin erweitern. Auch die Einstellung und Sichtweisen des gesellschaftlichen Standes, dem Éloise angehört, beschreibt die Autorin sehr gut. Die Vorurteile, die das Mädchen hat, müssen erst mit der Zeit durch harte Arbeit und Erfahrung abgebaut werden, aber es zeigt, dies ist nicht unmöglich! Natürlich geht es in der Geschichte auch um Voodoo, hier lernt man etwas über den Brauch und die Religion der Kreolen. . Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und einem Jugendbuch angemessen. Kurze Sätze wechseln sich mit etwas längeren, beschreibenden ab, so dass eine gute Mischung entsteht und man als Leser niemals gelangweilt wird. Die Ereignisse beginnen an einem Tag in Le Cap, an dem Éloise und Marquis Bouillé sich auf die beschwerliche Fahrt zur Zuckerrohrplantage ihres Onkels machen. Schon ab da war ich von der Geschichte gefesselt und die Spannung stieg von Seite zu Seite, bis sie gegen Ende hin in einem großen Höhepunkt endet. Die Geschichte wird von einem personalen Erzähler in der dritten Person geschildert und man verfolgt Éloise durch die Geschichte. . Die Protagonisten, allen voran Éloise, waren sehr gut ausgearbeitet und hatten für mich die nötige Tiefe, um die Geschichte glaubhaft wirken zu lassen. Gerade bei Éloise kann man im Verlauf der Handlung eine Entwicklung erkennen, wie sie sich beginnt von den festgefahrenen Vorurteilen, die man ihr in Frankreich beigebracht hat, zu lösen und sich ihre eigenen Gedanken zu machen und sich ihre eigene Meinung zu bilden. Éloises Zofe Nadine ist mir auch sehr schnell ans Herz gewachsen. Ich mochte die junge Sklavin auf Anhieb und fand sie sehr passend als Éloises Begleiterin. Auch der junge Kreole Gabriel konnte sich schnell für sich einnehmen und machte die ganze Sache interessant! . Die Umschlaggestaltung hat mich sofort bezaubert! Diese intensiven Farben, von denen auch im Buch oft sie Rede ist, finden sich in rot und pink auf dem Cover wieder. Auch Elemente des Voodoo sind mit dem Totenschädel im oberen Bereich abgedeckt. Es passt hervorragen zur Geschichte weshalb ich es gleich doppelt gut finde! . „Im Land des Voodoo-Mondes“ von Kathleen Weise erhält von mir, ebenso wie „Blutrote Lilien“, eine dicke Leseempfehlung, gerade wenn man eigentlich nicht unbedingt dicke historische Schinken bevorzugt. Auch und gerade die junge Leserschaft wird dieses Buch lieben und ein bisschen Liebe gibt es auch darin! Begleitet die junge Éloise in ein tropisches Paradies, in dem schlimme Zustände herrschen und lasst euch von der Geschichte verzaubern!

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  • Frage zu "Blutrote Lilien" von Kathleen Weise

    Blutrote Lilien
    Anne24

    Anne24

    Kann mir jemand gute historische Bücher für Jugendliche ab 14 Jahren empfehlen? So etwas in der Art wie "Blutrote Lilien" zum Beispiel... Danke euch schonmal!

    • 7
    Cadiz

    Cadiz

    09. November 2011 um 16:32
  • Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    Sternenstaubfee

    Sternenstaubfee

    22. October 2011 um 11:11

    1789: Èloise reist gemeinsam mit ihrem Vater von Frankreich auf die Insel Saint-Dominque. Hier besitzt ihr Onkel eine Zuckerrohrplantage. Èloise braucht Zeit, um sich an ihr neues Leben zu gewöhnen. Sie hat böse Vorahnungen, und immer wieder passieren Unfälle, denen sie nur knapp entgehen kann... * Meine Meinung * Ein schönes leichtes Jugendbuch, das sich schnell und flüssig lesen läßt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und nicht sehr anspruchsvoll, wie es für ein Jugendbuch sein sollte. Die Protagonistin Èloise wird gut beschrieben, alle anderen Figuren bleiben aber eher im Hintergrund. Man erfährt nicht allzu viel über sie. An einigen Stellen hätte ich mir schon ein paar mehr Informationen oder auch Gefühle gewünscht. Dennoch ist das Buch lesenswert; es hat mir ein paar schöne Lesestunden bereitet. Sehr gefallen hat mir, daß man beim Lesen dieses Buches genau miterlebt, wie Èloise nach und nach ihre Vorurteile über die Sklaverei verliert und sie die Sklaven am Ende des Buches nicht mehr wie Tiere betrachtet, sondern wie Menschen! Auch die Aufmachung des Buches möchte ich noch erwähnen, denn die hat mir sehr gefallen! Die Seiten sind sehr ansprechend verziert, und das Cover ist für meinen Geschmack auch sehr passend gestaltet.

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  • Frage zu "Blutrote Lilien" von Kathleen Weise

    Blutrote Lilien
    DonnaGiovanni

    DonnaGiovanni

    Wird es eventuell eine Fortsetzung von blutrote Lilien von kathleen Weise geben?

    • 2
  • Leserunde zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    Thienemann_Verlag

    Thienemann_Verlag

    Inselträume und Voodoozauber Wir lesen zusammen "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise. Jeder darf jederzeit mit in die Diskussion einsteigen, wir freuen uns über viele Teilnehmer. Bis zum 5. September 2011 kann man sich als Testleser bewerben und wir vergeben unter allen Bewerbern 10 Exemplare des Buches. Darum geht's: Saint-Domingue 1789. Als die junge Französin Éloise mit dem Schiff auf der Karibikinsel landet, weiß sie noch nicht, was sie auf der Zuckerrohrplantage ihres Onkels erwartet: warme Sommernächte voller Blütenduft, aber auch das Leid der Sklaven und das unheimliche Trommeln, mit dem nachts die Geister beschwört werden. Als Éloise sich in den gut aussehenden Gabriel verliebt, gerät sie mitten in die Rassenkonflikte, die unter der scheinbaren Inselidylle schwelen. Und in den Bann des Voodoo. Albträume verfolgen sie, gefährliche Unfälle häufen sich. Gemeinsam mit Gabriel sucht Éloise nach Antworten. Bis einschließlich Sonntag, 4. September könnt ihr euch bewerben, wenn ihr Lust auf den Austausch mit anderen Leseratten zum Buch habt und nach dem Lesen außerdem eine Rezension schreiben möchtet.

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    • 181
  • Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    books_and_senses

    books_and_senses

    03. October 2011 um 10:17

    Was hat mir an dem Buch gefallen? Auch wenn ich momentan eher auf der „Romantasy“-Schiene fahre, so schlägt mein Herz doch auch für historische Jugendromane. Wer die Bücher von Rainer Maria Schröder kennt, der kann das bestimmt nachvollziehen. Als ich dann „Im Land des Voodoo-Mondes“ im Planet Girl Programm entdeckt habe, war mir klar, dass ich dieses Buch lesen will. Gesagt, getan, danke Planet Girl, die das Buch bei LovelyBooks für eine Leserunde zur Verfügung gestellt haben. Ich gebe zu, ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an das Buch, die leider nicht ganz erfüllt wurden. Trotzdem hat mir das Buch aber sehr gut gefallen. Zu Beginn des Buches gibt Kathleen Weise erst einmal eine historische Einführung, in der auf die Zustände in Frankreich und Saint Dominique eingegangen wird. Das ist sehr wichtig, um gewisse gesellschaftliche „Eigenschafen“ verstehen zu können. Es erklärt allerdings auch die Haltung der „Weißen“ gegenüber den „Schwarzen“. Éloise, die sechzehnjährige Protagonistin, hat diesen gegenüber nämlich Vorurteile und ist von ihrer ersten Begegnung mit einem Schwarzen noch lange „beeindruckt“. Aus heutiger Sicht sind ihre Vorstellungen nicht mehr nachvollziehbar und veraltet, aber zu einem historischen Roman gehören nun einmal historische Vorstellungen. Éloises Haltung gegenüber den Sklaven ändert sich im Laufe der Geschichte aber, als sie mit den Zuständen auf der Plantage ihres Onkels konfrontiert wird: Die eher schlecht als rechten Behausungen der Sklaven, die Bestrafung und die Vorstellungen ihres Onkels, der Gewalt für das geeignete Mittel zur Unterdrückung von Unruhe hält. An manchen Stellen konnte ich da nur mit dem Kopf schütteln. Es ist schrecklich sich vorzustellen, dass es wirklich einmal so war. Im Zuge dieser Veränderung wurde mir Éloise auch immer sympathischer. Ich mochte sie auch zu Beginn schon, doch erst im Umgang mit den Regeln und Sklaven auf Saint Dominique kommt Éloises wahrer Charakter zum Vorschein. Sie lässt sich nicht mit fadenscheinigen Erklärungen abspeisen und sie sagt, was sie zu sagen hat, wodurch sie an einer Stelle einem Sklaven sogar das Leben rettet und er „nur“ Peitschenhiebe bekommt. Heutzutage mögen „aufmüpfige“ Teenager ja normal sein, aber in der damaligen Zeit? Und dann noch als Frau? Das erfordert schon viel Mut. Auch Gabriel, der Schreiber eines benachbarten Plantagenbesitzers, trägt zu Éloises Veränderung bei. Seit sie ihn und seine schmetterlingsblauen Augen das erste Mal gesehen hat, muss sie ständig an ihn denken. „Oh nein, nicht schon wieder dieses ewige-Liebe-auf-den-ersten-Blick-Kram!“. Ja, das könnte man denken. Habe ich im ersten Moment auch gedacht. Es ist aber nicht so. Natürlich ist Éloise begeistert von Gabriel, ist er doch so ganz anders als die Jungs in Frankreich, so exotisch. Er ist ein Mulatte und beeindruckt Éloise eben mit seinen schönen Augen. Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich nur langsam und mit besonderer Vorsicht, denn es schadet bzw. ruiniert den Ruf eines „Weißen“, wenn er sich mit einem „Mulatten“ einlässt. Gespannt hat man jede Begegnung der beiden verfolgt. Gabriel ist auch derjenige, der Éloise mit in die „Voodoo-Welt“ nimmt. Als Einheimischer ist er mit den Gebräuchen und Vorstellungen natürlich vertraut. Éloise hofft durch diesen „Kult“ die Antworten auf ihre Fragen und die Erklärungen für einige seltsame Vorkommnisse zu finden. Seit ihrer Ankunft aus Saint Dominique wird sie nämlich von rätselhaften Träumen heimgesucht und des Öfteren gerät sie in eine sehr gefährliche Situation. Zufall? Ein Fluch? Was hat ihre Mutter mit all dem zu tun? So erfährt man nach und nach einige Dinge über die Vergangenheit von Éloises Familie und was sie mit Saint Dominique verbindet. Die Auflösung der Rätsel ist sehr spannende und hält auch die eine oder andere Überraschung für den Leser bereit. Dabei lernt man auch viel über den Voodoo-Kult und das ist wirklich sehr spannend. So wurde ich auch darüber belehrt, dass die Voodoo Puppen mit den Nadeln, gar nicht zum ursprünglichen Voodoo gehören, sondern nur „dazu gedichtet“ wurden. Der Kult umfasst so viel mehr Interessantes und mächtigeres, da erscheinen diese Puppen geradezu lachhaft. Besonders hervorheben möchte ich noch den Schreibstil im Buch. Er ist sehr bildhaft und lebendig, so dass man sich Saint Dominique mit seinen Pflanzen, Menschen und Häusern sehr gut vorstellen kann. Kathleen Weise versteht sich ganz hervorragend darauf, mitreißende Atmosphäre aufzubauen, die den Leser nicht so schnell wieder loslässt. Vor allem der Prolog, bei dem Éloise auf einem Fest der Sklaven ist, ist sehr mitreißend und gibt einen Eindruck davon, was die Autorin mit Worten machen kann. Was hat mir an dem Buch nicht so gut gefallen? Wie oben schon erwähnt, war ich ein ganz kleines bisschen enttäuscht von dem Buch, weil ich mir nach dem Lesen der Inhaltsangabe etwas anderes vorgestellt habe. Ich kann nicht genau sagen, ob ich mehr Spannung oder mehr Voodoo erwartet habe, jedenfalls war es etwas anders. Aber es hat mir trotzdem gut gefallen. Die Liebesgeschichte zwischen Éloise und Gabriel finde ich im Großen und Ganzen wirklich gut. Allerdings wirkte Éloise manchmal sehr oberflächlich auf mich, weil sie ständig nur von Gabriels Augen spricht und das der einzige Grund zu sein scheint, warum sie von ihm so beeindruckt ist. Erst ist dies auch der einzige Grund, den zunächst reden sie nicht miteinander. Als sie ihn dann allerdings immer besser kennenlernt, so bleibt doch immer noch das Gefühl, dass sie etwas oberflächlich ist. Und obwohl sie ihn kaum kennt, denkt sie doch oft darüber nach, wie es wohl wäre, mit einem Mulatten verheiratet zu sein und was die Leute dazu sagen würden. In diesem Punkt konnte ich Éloise dann nicht so ganz ernst nehmen, weil das meiner Meinung nach nicht zu ihr passt. Am Ende des Buches gibt es ein durchaus spannendes Finale. Allerdings fand ich dort die Voodoo-Elemente zu extrem. Vorher konnte ich sie mit durchaus als „real“ vorstellen, aber am Ende sind so unerklärliche Sachen passiert, die ich nicht mehr als „durchaus möglich“ sondern eher als „fiktiv“ bezeichnen würde. Vielleicht war das so gewollt, vielleicht auch nicht. Ich werde Frau Weise, die sich in der Leserunde ja dazu bereit erklärt hat, Fragen zu beantworten, noch einmal darauf ansprechen :) Fazit: „Im Land des Voodoo-Mondes“ ist ein sehr spannender und mitreißender historischer Jugendroman. Éloise ist eine starke und sympathische Protagonistin, die sich im Laufe der Geschichte sehr positiv entwickelt. Man lernt viel über den Voodoo-Kult und ist immer wieder vom unglaublich tollen Schreibstil der Autorin begeistert. Inhalt: ♥♥♥ Spannung: ♥♥♥♥ Romantik: ♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥♥ Atmosphäre: ♥♥♥♥♥ Sprache: ♥♥♥♥♥ Ich gebe „Im Land des Voodoo-Mondes“ 4 Pancakes!

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  • Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    Luka01

    Luka01

    02. October 2011 um 15:16

    Ich finde das Buch super! Es ist atmosphärisch dicht und durch die geschickte Verknüpfung der verschiedenen Ebenen (Voodoozauber, Kulturgeschichte, Vater-Tochter-Beziehung) gerade für junge Leser, nun ja vielleicht eher für junge Leserinnen, äußerst spannend und mitreißend. Die Autorin schafft es dem Leser die drückende Schwüle, die flirrende Luft, die Farben, das hektische Treiben und vor allem die Angst der jungen Èloise vor den lauernden Gefahren, vor der Ungewissheit, den kulturellen Schock etc. aufs eindringlichste zu vermitteln.

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  • Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes" von Kathleen Weise

    Im Land des Voodoo-Mondes
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. September 2011 um 18:07

    Zum Inhalt: Nach dem Tod ihrer Mutter will die junge Französin Éloise mit ihrem Vater ein neues Leben auf der Karibikinsel Saint-Domingue, auf der Éloises Onkel eine Plantage besitzt, anfangen. Doch kaum, dass die junge Frau die Insel betreten hat, geschehen ihr laufend Unfälle und merkwürdige Träume suchen sie in der Nacht heim. Schon bald wird sie das Gefühl nicht mehr los, dass irgendetwas Schlimmes geschehen wird und, dass irgendetwas oder irgendwer nach ihrem Leben trachtet... . Cover: Wenn man von diesem Cover nicht angezogen wird, dann weiß ich auch nicht weiter. Ich finde diese satten Rottöne einfach herrlich. Die Blüten verleihen diesem Cover einen exotischen Touch, während der Totenkopf eindeutig Gefahr signalisiert. Einfach fantastisch und wunderschön :) . Schreibstil: Der Schreibstil von Kathleen Weise ist ebenso fantastisch wie das Cover. Ich konnte das Lesen richtig genießen, denn keine überflüssigen, XXL-Formulierungen störten und schöne Beschreibungen der Landschaft von Saint-Domingues ließen die Seiten nur so an mir vorbei fliegen. . Mein Fazit: "Im Land des Voodoo-Mondes" ist ein wirklich schöner historischer Jugendroman, der einen die Zeit vergessen lässt. Die Charaktere sind jeder für sich einzigartig und glaubwürdig beschrieben und passen in das Bild der Zeit um 1789 herum. Ich fand es gut, dass Éloise es gelang nach und nach ihre Vorurteile gegenüber den Schwarzen abzulegen, auch wenn ihr immer gesagt wurde, dass die Sklaven nicht besser als Tiere seien. Jedenfalls ist die Handlung interessant und spannungsreich mit überraschenden Wendungen und einer Endauflösung der Geschehnisse, die ich so nicht erwartet hatte. Nebenbei habe ich auch gleich noch vieles gelernt, beispielsweise, dass Voodoo-Puppen gar nicht zum Voodoo-Kult gehören. (Ich muss ehrlich sagen, dass ich das bis dahin immer geglaubt habe.) Einzig und alleine das ultimative Ende, also nicht die "Auflösung", hat mich massiv gestört, warum, werde ich jetzt natürlich nicht sagen, aber ich war zuerst richtig begeistert und darauf dann ziemlich enttäuscht/genervt. Eigentlich schade, weil ansonsten ist das Buch richtig gut!

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