Kathrin Aehnlich Alle sterben, auch die Löffelstöre

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Inhaltsangabe zu „Alle sterben, auch die Löffelstöre“ von Kathrin Aehnlich

Paul ist tot – und seine beste Freundin Skarlet muss lernen, damit fertig zu werden. Immer wieder fallen ihr Episoden ein, die sie mit Paul erlebt hat: Wie sie sich schon damals in Kindertagen gegen die verhasste Tante Edeltraut verbündeten, das Studium in Leipzig, der Fall der Mauer. Nun hält Skarlet einen Brief von Paul in Händen, der sie bittet, seine Grabrede zu halten … Die Geschichte einer besonderen lebenslangen Freundschaft.

Eine Geschichte über das Ende einer Freundschaft aus Kindertagen und eines der detailliertesten Portraits einer merkwürdigen Generation.

— drfummel
drfummel

Rührend - traurig und schmunzelig; Wiedererkennungswert eigener Unzulänglichkeiten im Umgang mit dem Sein im Allgemeinen und den Menschen im

— Onnzo
Onnzo

Ein gefühlvolles Buch. Es bringt Erinnerungen an die eigene Kindheit in der DDR wieder hervor.

— Felidae65
Felidae65

eins der traurigsten Bücher, die ich bisher gelesen habe... aber gleichzeitig auch eines der schönsten.

— Elphaba287
Elphaba287

der Titel ist witzig, das Buch eher traurig

— harakiri
harakiri

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  • Ohne Freundschaft ist das Leben nur halb so viel wert

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    Daphne1962

    Daphne1962

    24. April 2017 um 12:42

    "Wahre Freundschaft ist eine langsam wachsende Pflanze" - George WashingtonEs ist manchmal erstaunlich, wann einem Bücher in die Finger geraten, die gerade zu der Stimmung passen, in der man sich befindet. Das Buch endet mit einer Beerdigung. Genau wie die Protagonistin Skarlet zu einer Beerdigung gehen muss, werde auch ich diese Woche noch einer Trauerfeier beiwohnen. Auch meine Verstorbene verstarb viel zu jung an einer Krebserkrankung. Skarlet trägt ihren besten Freund Paul zu Grabe. Ihm ist es nicht vergönnt seinen kleinen Sohn aufwachsen zu sehen. Wer jetzt aber denkt, was für eine traurige Geschichte, das will ich nicht lesen, dem kann ich nur empfehlen, es ist nicht so wie man es erwartet.Kathrin Aehnlich schafft es in ihrem Buch den Leser in eine Kindheitsgeschichte der ehemaligen DDR mitzunehmen. Mit lockerem und auch mit humorvollen Geschichten, die die beidenseit ihrer Kindheit erlebt haben, macht es dennoch Spaß diese mitzuerleben. Sie beschreibt das Leben, wie so manch ein Kind und späterer Jugendlicher es erlebt hat. Die strenge und verhasste Kindergärtnerin Tante Edeltraut. Das Elternhaus, wo sich jeder etwas anderes gewünscht hätte. Aber ganz wichtig ist die innige Freundschaft, die Skarlet und Paul verband. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein konnten. Ausgerechnet der Hypochonder Paul muss so schwer krank werden. Skarlet weiß nicht, wie sie den Verlust verarbeiten wird.  Nun wollte er auch noch, das Skarlet eine Grabrede hält. Beim Rückblick wird Skarlet klar, in was für einer Spießbürgerlichen Welt sie aufgewachsen ist und wie sie immer dagegen rebelliert hat. Den knauserigen Vater, der alles protokolliert hat. Sie wollte alles anders machen. Da findet man sich als Leserin wieder. Klasse, wie die Autorin dieses ernste Thema mit Humor erzählt hat. Man bekommt auch mal wieder ein Gefühl dafür, das wir alle einmal diese Welt verlassen müssen. Der eine früher, der andere später.

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  • Ein Buch über den Verlust des besten Freundes. Könnte man meinen.

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    drfummel

    drfummel

    09. April 2016 um 14:25

    Scarlett verliert ihren Freund aus Kindertagen an Krebs. Im Laufe der Geschichte nähert man sich als Leser dieser Beziehung, dieser tiefen, ganz besonderen Freundschaft. Doch welchen Wert hat das eigene Leben in der Retrospektive? Das Aufwachsen in der DDR schenkt den Protagonisten viele absurd - lustige Momente und der gemeinsame Opportunismus gibt der Jugend einen ganz besonderen Geschmack. Leider nimmt eine solche Jugend auch viele Möglichkeiten. Und wenn das Land der Kindheit mit all seiner Absurdität zerbricht, steht man plötzlich da, in einer Welt voll Massenarbeitslosigkeit und Rückbau. Und die große Freiheit kommt zu spät. Nicht nur für die, die Gestorben sind, bevor alles richtig losging, denn in diesem post-industriellen Ostdeutschland scheint der Blick nach vorn mit Mitte dreißig auch kaum lohnenswert.

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  • Selten so ein trauriges Buch gelesen

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    Frau_Antje

    Frau_Antje

    04. September 2013 um 21:15

    Zum Inhalt: Paul ist tot und seine beste Freundin sieht sich nun vor die Aufgabe gestellt, seine Grabrede zu verfassen. Das bringt sie dazu, über die gemeinsame Vergangenheit und das Leben allgemein nachzudenken Ja, es ist ein trauriges Buch. Trauriger geht es kaum. Ich glaube, ich habe noch nie soviel Tränenflüssigkeit an einem Tag verloren, wie beim Lesen dieses Buchs. Auf der ersten Seite angefangen zu weinen, auf der letzten Seite aufgehört. Aber ist es auch ein depressives Buch, das einen runterzieht? Ich bin der Überzeugung: Nein! Es ist ein Buch, das sich mit dem Thema Tod auseinander setzt. Mit dem Abschiednehmen. Mit der Bandbreite aller Gefühle, die man in solchen Situationen empfindet: Trauer, Wut, Hass aber auch Dankbarkeit und Liebe. Ja, es ist ein trauriges Buch. Aber es hinterlässt einen schönes Gefühl. Denn das Thema dieses Buches ist nicht die Trauer. Es ist das Abschiednehmen mit Erinnerungen in  Dankbarkeit.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Rezension zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    Samtpfote

    Samtpfote

    23. November 2012 um 22:33

    Klappentext: Paul ist tot - und seine beste Freundin Skarlet muss lernen, damit fertigzuwerden. Immer wieder fallen ihr Episoden ein, die sie mit Paul erlebt hat: wie sie sich schon damals in Kindertagen gegen die verhasste Tante Edeltraut verbündeten, das Studium in Leipzig, der Fall der Mauer. Nun hält Skarlet einen Brief von Paul in Händen, in dem er sie bittet, seine Grabrede zu halten ... Die Geschichte einer ganz besonderen lebenslangen Freundschaft. Mitten in der Erzählung, mitten im Leben scheint diese Geschichte zu beginnen und genau das ist sie auch; nie der Reihe nach, nie wie erwartet und nie langweilig oder einseitig wie das Leben und die Liebe oder auch eben genau diese eine Freundschaft zwischen Skarlet und Paul. Im Kindergarten verbünden sich die beiden Kinder und bleiben von da an immer zusammen. Paul, der keinen Vater hat und sich so gerne einen wünscht und Skarlet, die nicht versteht, was an einem Vater so toll sein kann und am liebsten keinen hätte. Zwei ganz unterschiedliche Kinder aus unterschiedlichen Familien mit einer wunderbaren Gemeinsamkeit; der Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen. Und genau diese Leidenschaft ist es, die sie beide bis zum Schluss von Pauls Leben - und darüber hinaus - immer wieder zum Lachen, Weinen und Nachdenken bringt. Wenn Skarlet Paul besucht, bringt sie nicht Mitleid und leere Worte ans Krankenbett, sondern ihre Geschichten von früher, als sie die Welt bereisten und Abenteuer erlebten, vom Mauerfall und dem Studium, von Pauls Vater, der sich sicher nur davongestohlen hatte, um im Zirkus aufzutreten und Skarlets missglückter Ehe zu Christian. Diese Geschichten begleiten sie auch nach Pauls Tod und helfen ihr schlussendlich, die wohl schwerste Aufgabe ihres bisherigen Lebens zu meistern: Pauls Grabrede zu halten. Die Euphorie alter Zeiten und der süsse Geschmack der Erinnerungen daran durchziehen dieses Buch und fesseln an die Geschichte, als wäre man selber überall dabei gewesen, als würde man auch zu den Geschichtenerzählern gehören. Getragen von einem ständigen Gedankenfluss, der nur durch die teilweise rauhe, traurige, harte aber auch lebhafte und fröhliche Realität durchbrochen wird, begibt sich der Leser ganz nahe an die Figuren heran und erlebt ein ganzes Leben wie in Trance. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und bin immer noch erschüttert, fasziniert, berührt und belebt von dieser wunderbaren Geschichte einer Freundschaft, so lange und so spannend wie das Leben selbst.

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  • Rezension zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    rkuehne

    rkuehne

    04. April 2012 um 08:55

    "Nichts ist so schön, wie betrunken traurige Lieder singen" – singen Tomte und haben recht und auch wenn man es nie so richtig versteht, so bleiben doch die traurigen Lieder immer die schönsten und die traurigen Bücher am besten in Erinnerung. "Alle sterben, auch die Löffelstöre“ ist so ein trauriges Buch, ein todtrauriges und grandios schönes. Skarlet hat ihren Freund Paul, ihren besten Freund, ihren Seelenverwandten verloren und soll nun die Trauerrede halten. Gemeinsam mit Pauls Frau bereitet sie die Beerdigung vor und all das Abschiednehmen ist geprägt von Rückblicken und Erinnerungen an fast 40 Jahre Freundschaft, an gemeinsam ausgetragene Widerstände gegen Tante Edeltraut im Kindergarten, an die Studentenzeit, an glückliche und an traurige Tage. Aehnlichs Roman ist ein tieftrauriger aber dennoch ein grandios unterhaltsamer und tröstlicher. Aehnlich gelingt es, von Anfang an einen Tonfall zu finden, der so unspektakulär wie besonders ist, der einen in die Welt von Skarlet und Paul hineinzieht und nicht mehr loslässt, der die DDR als Kulisse benutzt ohne sie über- oder unterzubewerten. "Alle sterben, auch die Löffelstöre“ ist eines der besten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen hab. Hut ab, und vielen Dank, Frau Aehnlich!

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  • Rezension zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Alle sterben, auch Tante Edeltraut. So hätte ich dieses Buch genannt. Aber die Löffelstöre machen den Titel zweifelsohne spannender. Wer oder was sind Löffelstöre? Warum sind die bunten Zeichnungen auf dem Cover? Ich bin ein Cover-Fan und greife nach einem Buch, weil es mich neugierig macht. Ich kannte Kathrin Aehnlich nicht, und es hat mich nicht interessiert, worum es in dem Buch geht. Aber nun weiß ich, was Löffelstöre sind. Und habe mich einen Abend und eine Nacht lang amüsiert und getrauert und an die Vergangenheit erinnert und von der Zukunft geträumt. Vielleicht besuche ich auch mal die Löffelstöre im Zoo. Skarlet (sic!) und Jean-Paul („Schangbol“), genannt Paul, wachsen in der DDR auf und sind von Anfang an „die Zwillinge“. Ihre Freundschaft wärt bis zum frühen Tod Pauls, einen Tag vor Silvester, in einer ostdeutschen Großstadt. Und er bittet Skarlet in seinem letzten Brief darum, die Grabrede zu halten. Und Skarlet erinnert sich an ihr Leben mit Paul, an ihre Kindheit im Kindergarten der „Deutschen Demokratischen Bastelrepublik“, in dem Tante Edeltraut, die sicher jeder in dieser Form mal kennen lernen 'durfte', ihnen das Leben zur Hölle machte, indem sie die warme Milch mit der dicken Haut austrinken und immer das Marmeladenbrot aufessen mussten, an die Schulzeit mit dem Werk- und Handarbeitsunterricht, an die Studentenzeit, in der auch Skarlet und Paul anfingen getrennte Wege zu gehen, an das Junggesellenleben und an die erste Ehe, an die Geburt der Kinder, an ferne Reisen, an Träume und Wünsche, und an den Beginn der Krankheit, die Paul am Ende nicht besiegen kann. Ein rührendes Buch, das so viele Anekdoten aus dem Leben erzählt, dass man sich mindestens zehn Mal darin wiedererkennt, das immer wieder rührt, aber im nächsten Satz in einer lakonischen Sprache die Situation entschärft und einen laut lachen lässt. Und eine wunderbare Freundschaft zwischen Junge und Mädchen, zwischen Mann und Frau, wie sie aber meiner Meinung nach nicht funktionieren kann – aber meine Meinung ist egal, denn wer träumt nicht von so einer Freundschaft, bei der man noch auf dem Sterbebett „Weißt du noch“-Geschichten erzählt und im Angesicht des nahenden Todes herzlich darüber lachen kann?! Und gerade die Geschichten über die DDR-Kindheit haben mich an „meine“ Tante Edeltraut denken lassen, an „meine“ warme Milch, die Hagebuttentee war und an meine Straßenbahnfahrten durch meine alte Heimatstadt, die es so nicht mehr gibt und die vom stillen Schnee bedeckt auf Wiederauferstehung wartet. Und am Ende bleibt die Hoffnung, einen Freund zu haben, der einem die Grabrede hält.

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  • Rezension zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    sollhaben

    sollhaben

    19. April 2011 um 22:36

    Eine kleine und wunderschöne Geschichte über Freundschaft, die sich über lange Zeit hält. Skarlet soll für ihren verstorbenen Freund Jean Paul die Grabrede halten. Wie macht man sowas? Darf diese auch humorvoll sein? Darf man bei einer Beerdigung auch lachen? Wer war Paul? All dies geht Skarlet in den Tagen bis zur Beerdigung durch den Kopf. Sie erinnert sich an ihre gemeinsame Kindheit und ihre lange Freundschaft. Dieses Buch hätte sehr traurig werden können, jedoch ist es der Autorin wirklich gut gelungen eine Ballance zu finden. Man kann lachen und auch weinen, aber nie wird es kitschig. Den einzigen Minuspunkt gibts für mich für die häufigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Das hat mich zeitweise ein wenig verwirrt.

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  • Rezension zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    Beagle

    Beagle

    10. April 2010 um 23:40

    Und plötzlich stand Skarlet alleine da. Obwohl sie immer nur beste Freunde waren, so muss sie jetzt um Paul trauern, der viel zu früh verstorben war, als wäre er lebenslang mehr als nur ein Freund gewesen. Aber geht das überhaupt? Mehr als nur Freundschaft? „Alle sterben, auch die Löffelstöre“ zeigt uns auf, wie eine solche Beziehung sein kann. Bereits im Kindergarten lernten sich Skarlet und Paul kennen, es war, sagen wir „Freundschaft auf den ersten Blick“. Gemeinsam kämpften sie gegen die verhasste Tante Edeltraut, ihre Kindergärtnerin, oder Matthias Seibt, der Junge, der immer alles petzte. Paul trank Skarlets Milch aus, sogar das ekelhafte Häutchen trank er mit, nur, damit Tante Edeltraut sie nicht schimpfen konnte. Skarlet erinnert sich an die gemeinsame Zeit mit Paul, während sie, kurz nach Neujahr, gemeinsam mit dessen Frau Judith das Begräbnis organisiert. Ein bunter Sarg soll es sein, Paul hätte es nie zugelassen, in einem tristen, unschönen Ding beerdigt zu werden! Immer wieder kehrt der Leser in die Welt von damals ein. In eine Zeit, zu der es die DDR noch gab, in der Skarlet mit ihrem Vater kämpfte, während Paul betrübt war, dass ihn sein Vater im Alter von nur 4 Jahren verlassen hatte. Wir tauchen in die Welt des gemeinsamen Studiums und dem Fall der Mauer ein, so, wie ihn die beiden erlebten. Und dabei hatten sie so wenig gemeinsam. War das wohl ein Grund, warum diese Freundschaft über 35 Jahre hinweg Bestand hatte? Ein Roman, der vordergründig einen eher traurigen Eindruck macht, liest man sich den Klappentext durch. Aber durch die vielen Erinnerungen, wirkt er an vielen Stellen wieder so komisch, dass man beim Lesen unweigerlich schmunzeln muss. Dabei ist er so geschrieben, dass niemals die Trauer tief in den Leser eindringen kann. Zwar fragte ich mich bei Lesen auch, warum Paul so früh sterben musste und war betrübt, aber die zwischengestreuten Passagen lassen eine allzu große Trauer abblitzen. Ein wunderbares Buch über eine lange, treue Freundschaft.

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  • Rezension zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    Thaila

    Thaila

    05. February 2010 um 15:10

    Schon im Kindergarten werden Skarlet (das wird tatsächlich so geschrieben) und Paul "die Zwillinge" genannt, denn sie sind ständig zusammen. Gemeinsam kämpfen sie gegen Tante Edeltraut, die erbarmungslose Kindergärtnerin und träumen in ihrer Jugend von einer Welt, die nicht so eng ist, wie die ihre. Auch als Erwachsene bleiben sie enge Freunde, überleben Beziehungen, sehen die Kinder aufwachsen. Und dann stirbt Paul mit gerade mal 40 an Krebs und Skarlet ist alleine. Vollkommen unsentimental und trotzdem anrührend erzählt Kathrin Aehnlich von einem großen Verlust und einer großen Freundschaft. Ohne Betroffenheitspathos beschreibt sie Skarlets Gefühle beim Sterben ihres besten Freundes. Skarlet lässt das gemeinsame Leben der beiden Revue passieren. Obwohl das Buch nicht dick ist, gelingt es der Autorin dabei einen sehr dichten Text zu weben. Es geht nicht nur um Tod und Verlust, sondern auch um das Leben als junger Mensch in der DDR, dass sie weder ostalgisch-verklärend noch demonisierend beschrebit, um Kindheit und ums Kinder kriegen, um Beziehungen und Liebe und um Freiheit. Ein sehr schönes, trauriges Buch!

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  • Rezension zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. July 2009 um 21:24

    Ein wunderbares Buch voll von Erinnerungen an eine wundervolle Freundschaft zwischen Mann und Frau. Skarlet und Paul sind Freunde seit dem Kindergarten. Sie sind beide sehr verschieden und doch hält sie vieles zusammen. Ihre Freundschaft hält über Jahre hinweg, sie haben studieren zusammen, hegen Zukunftsträume, haben Ideale. Und doch entwickeln sich ihre Leben doch ganz anders als vorgesehen. Paul wird krank und stirbt. Das Buch erzählt aus der Sicht Skarlets von den vier Tagen zwischen Tod und Beerdigung und ist voll von gemeinsamen Erinnerungen.

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  • Rezension zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. February 2009 um 19:14

    SCHÖN! Einfach nur schön :)
    Ich finde, man bekommt mit diesem Buch einen tiefen Einblick in eine große Lebensfreundschaft. Ich habe mit den Protagonisten mitgelitten, mitgelacht, mitgefiebert, halt einfach mitgefühlt.
    Die Erinnerungen an die DDR waren außerdem ein Bonus, den ich gerne mitgenommen habe!

  • Rezension zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    bfhighlander

    bfhighlander

    19. February 2009 um 12:31

    Dieses Buch ist 2009 Pflichtlektüre an Realschulen in Baden Württemberg und in dieser Funktion ein absoluter Fehlgriff. Aehnlichs Grundaussage ist im Grunde, dass sogut wie allesim Leben vergeblich istund wenn maletwas gut läuft, kommt sicher eine schwere Krankheit dazwischen. Ein paar Episn aus dem DDR-Alltag sinxd dennoch recht amüsant zulesen und die ujnterschiedlichen Zeitebenen sind geschickt vedrwoben. Dennoch istmir das Ganze zu trostlos und Zehntklässler haben ysicherlich genügend eigene Probleme als sich mit der Frage zubeschäftigen: Wie schreibt man dieüerfekte Grabrede!

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  • Rezension zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. January 2009 um 20:02

    Unsere Skarlet Burlitzsch (haha) ist die Protagonistin des Buches. Skarlet, mit 'k', weil die Mutter es so wollte und nur mit einem 't', weil die Hebamme eine Rechtschreibschwäche hatte - wie geil ist das denn? Die Vornamen der DDR waren ja immer schon denkwürdig, Annett ohne 'e', Steffen, Mandy, Maik... Das Buch unterhält immer dann, wenn im Rückblick der DDR-Hort mit Tante Edeltraut auftaucht. Traurig wird es, wenn es um den gegenwärtigen Tod von Skarlets bestem Freund Jean-Paul, ("Schangbol" sagte Tante Edeltraut!!) genannt Paul, geht. Skarlet ist 40 und hat eine 17jährigen Tochter, die gerade in Amerika ist. Der Roman liest sich gut und ist, wie gesagt, tieftraurig und urkomisch zugleich. Sehr lesenswert, wie ich finde! Ich hoffe, die Realschüler Baden-Württembergs werden es mögen, denn es ist ihre Prüfungslektüre! Aber ob die sich für die DDR so interessieren? Oder für die Lebensentwürfe von 40jährigen?? Fraglich...

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  • Rezension zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich

    Alle sterben, auch die Löffelstöre
    Cast

    Cast

    13. July 2008 um 20:44

    Schön und traurig, stellenweise lustig. Macht nachdenklich, hat historischen Hintergrund.

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