Kathrin Brückmann Die Wanderniere: Ein Abenteuer im Reich der Mitte

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Inhaltsangabe zu „Die Wanderniere: Ein Abenteuer im Reich der Mitte“ von Kathrin Brückmann

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  • Kolumne: Der Historische Roman - Trend oder Trittbrettfahrer?

    muchobooklove

    Kolumne Historischer Roman August 2013 von Michael:  Fakten vs. Fiktion? Unterhaltung oder Klischees? Liebe Verlage, „Historische Romane“ liegen absolut im Trend des deutschen Buchhandels. Besucht der interessierte Leser seine Buchhandlung, so präsentiert sich, eine breite und auf den ersten Blick vielversprechende Auswahl an Titeln. Insbesondere die Romane nationaler wie internationaler Autorinnen bilden anscheinend das Rückgrat des Angebotes. Ihre Heldinnen sind Hebammen, Totenwäscherinnen, Bogenschützinnen, Henkerinnen, Hexen, Huren, Heilige usw.. Es gibt wenige Berufsstände, soziale Herausforderungen und Schicksale, die nicht rührend und sentimental erzählt werden dürften. Hier werden meistens wenig historische Fakten mit verzweifelten und aus der Not geborenen, starken Frauen auf einem Leidensweg der Rache, der Anerkennung und natürlich der Liebe geschickt kombiniert, so passiert z.B. im Roman: „Die Wanderhure“, der wohl erfolgreichste und zu Recht am meisten kritisierteste Titel des Autorenehepaares. Hier spielt die Liebe die ganz, ganz große und übergeordnete Hauptrolle die so banal erzählt wird, dass die historischen Elemente quasi nicht mehr zum Tragen kommen. Fast schon inflationär werden hier Geschichten zu Papier gebracht, bei denen Historiker laut aufschreien. Doch analysieren wir den Unterhaltungswert: Es sind zumeist Leserinnen , die sich auf eine literarische Reise durch die Zeit bewegen und damit ihre Heldin im alten Rom, im mittelalterlichen Köln oder in den 30-jährigen Krieg begleiten.Ihre Heldinnen sind edel, sanft, sensibel und stark und kämpfen nicht nur mir den Waffen einer Frau, sondern legen gerne Nadel und Faden auf die Seite, um ein Schwert zu schwingen, (z.B. Sabine Martin „Die Henkerin“) oder ihre Argumente durchschlagend mit einem Pfeil zu unterbreiten, (z.B. „Die Bogenschützin“) von Martha Sophie Marcus. Mag sein, dass sich die eine oder andere Autorin recht viel künstlerische Freiheit dabei nimmt. Doch es gibt auch Ausnahmen und Romane, die hinlänglich sauber und kristallklar recherchiert sind, die Spannung aber dadurch nicht gemindernt oder die Handlung in ein Klischee versetzt wird, z.B. die Titel von Rebecca Gablé „Das Lächeln der Fortuna“ (Die Waringham-Saga), „1813 Kriegsfeuer“ von Sabine Ebert oder „Die Maurin“ von Lea Korte. Die Autorinnen wissen wie man schreibt und historische Fakten, mit realistischer Fiktion verwebt. Spannend, Unterhaltsam, fantastisch recherchiert – perfekt! Der Grat zwischen Fakten und Fiktion ist ein schmaler, ein unruhiger Tanz auf der Nadelspitze. Die Erwartungshaltung der Autorinnen mag manchmal hoch sein, doch die Verkaufszahlen dürften genügen, um immer wieder eine Fortsetzung zu rechtfertigen. Im Grunde ist es okay, das Ziel wurde erreicht – der oder der Leserin wurden ein paar unterhaltsame Stunden geschenkt und vielleicht wurde die Situation der Heldin für das eigene Privatleben adaptiert. Hurra…..die Welt ist wieder bunt und schön, wie z.B. bei „Die Hexe von Nassau“ oder „Die letzte Hanseatin“ von Lena Falkenhagen. Wie sehen die „männlichen“ Leser oder auch Autoren diese Flut von historischen Romanen aus der Feder, oder eines Laptops einer Autorin, vielleicht auch einer Kollegin? Ich persönlich muss neben der guten und spannenden Unterhaltung, auch aus der historischen Perspektive begeistert werden. Widersprüche oder historische Details, die es in der erzählenden Epoche noch gar nicht gegeben haben kann, verärgern mich so sehr, dass dann für mich ein zweiter Teil oder gar ein anderer Roman der Autorin nicht mehr in Frage kommt. Der Trend scheint weiterhin beständig zu sein, doch „Quo Vadis“ Historischer Roman – Wohin gehst Du?

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  • Reckless, das tapfere Nierchen

    Die Wanderniere: Ein Abenteuer im Reich der Mitte

    AnkeDietrich

    Die Hauptfigur dieser kleinen Geschichte ist die Niere Reckless. Nachdem sie sich durch das Heranwachsen eines Riesens ziemlich eingeengt gefühlt hatte, verspürt sie nun ungeahnte Bewegungsfreiheit, als der Unhold von den Göttern endlich ins Ausseits geholt wurde. Einen Pulsschlag später vernimmt Reckless einen Auftrag der Götter. Er soll den Drachen vernichten und die Jungfrau be- und freien. Todesmutig stellt sich Reckless dieser Aufgabe. Auf seiner Wanderung trifft er auf so manches Organ. Einige sind freundlich, andere grimmig. Meine Favoritin allerdings bleibt die schrullige Drusilla. Wer sie ist? – Bitte selber lesen und es herausfinden. Ich verspreche, es lohnt sich. Reckless, die Wanderniere, ist mir richtig ans Herz gewachsen, nachdem ich die Geschichte inzwischen dreimal gelesen habe. Bei den Figuren handelt es sich fast durchweg um Organe des menschlichen Körpers, die sich gemäß ihrer Funktion dem Leser präsentieren. Sie sind freundlich, knurrig, grimmig, nett und freundlich oder etwas schräg. Reckless hingegen wird als sehr angenehmer Zeitgenosse dargestellt. Er ist zuvorkommend und höflich und rettet auch mal schnell einen der Eierstöcke vor einem Angriff von Virmidonen aus Mikrobien. Er ist zwar ziemlich unwissend, verständlich, wenn man sein Leben lang im Dunkel des Reichs der Mitte, dem menschlichen Körper, seine Aufgabe versehen hat; er ist aber auch mutig und gewitzt, was er bei der Überwindung des Pförtners beweist. Die Sprache lässt sich gut und flüssig lesen. Sie ist zum Teil etwas altertümlich (mich deucht/dünkt), dann wieder sehr einfallsreich (anstelle von: Da war guter Rat teuer:, wird gemäß der Funktion der Niere geschrieben: Da war guter Harn teuer.) Erwähnenswert sind auch die Wortschöpfungen, um den Regionen des Körpers (Reich der Mitte, Afterwärts, Hirnwärts) Namen zu verleihen. Hinzu kommen die kleinen Anspielungen auf historische Dinge (Virmidonen aus Mikrobien) oder der kleine Seitenhieb auf die wandernden Kollegen aus anderen Romanen der Bestsellerlisten: Da ich bereits vor Veröffentlichung dieser kleinen Geschichte die Abenteuer von Reckless, der Wanderniere, dreimal gelesen habe, bin ich womöglich ein wenig voreingenommen. Dennoch: "Die Wanderniere" ist eine nette, liebenswerte Story über ein wanderfreudiges Organ, das auf seiner Odyssee durch den menschlichen Körper dem Leser nicht nur die Organe und ihre Funktion auf amüsante Weise näherbringt. Ich hoffe, dass auch andere Leser die Abenteuer von Reckless als so unterhaltend finden, wie ich sie empfunden habe.

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