Kathrin Fischer Generation Laminat

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Inhaltsangabe zu „Generation Laminat“ von Kathrin Fischer

Von nun an geht's bergab! Wir haben uns an den Wohlstand der achtziger Jahre gewöhnt. Wir dachten, es gehe immer so weiter. Wir hielten Politik, Staat und Steuern für notwenige Übel und konzentrierten uns darauf, uns selbst zu verwirklichen. Jetzt merken wir: Es geht bergab. Früher konnte mit einem Gehalt eine Familie ernährt, ein Haus gebaut, konnten sogar Rücklagen gebildet werden. Heute reicht das Geld gerade noch für eine Mietwohnung mit Laminat. Was ist da passiert? Aus der persönlichen Suche Kathrin Fischers nach Antworten auf die Existenzängste, die derzeit alle heimsuchen, wird eine aufregende und aufklärende Analyse der prekären Situation der Mittelschicht – und ein Plädoyer für eine Politisierung der „Generation Laminat“. Gejammer auf hohem Niveau? Keineswegs. Die anscheinend harmlose Frage nach Laminat oder Parkett hat es in sich. Die Journalistin Kathrin Fischer stößt bei ihren Nachfragen über das Auskommen mit dem Einkommen bei Freunden, Soziologen und Wirtschaftswissenschaftlern mitten hinein in die dramatischen Veränderungen der letzten dreißig Jahre. Sie stellt fest: Was vom Lohn übrig bleibt, ist für »99 Prozent« der Menschen heute schlicht zu wenig. Deshalb gehen sie weltweit auf die Straße und campieren vor den Banken. Am Ende geht es um viel mehr als um Laminat. Erlebt unsere Mittelschichtsgesellschaft den Anfang vom Ende? Und was bedeutet das für unsere Demokratie? Werden wir uns auf sozialen Unfrieden gefasst machen müssen, auf Wachmänner, die eingezäunte Villen bewachen, während arbeitslose Jugendliche aus den Problemvierteln Autos anzünden? Werden wir uns bald nach unserem Laminat zurücksehnen?

Ein sehr beeindruckendes Buch!

— dielesemoewe
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  • Rezension zu "Generation Laminat" von Kathrin Fischer

    Generation Laminat
    annikki

    annikki

    27. October 2012 um 21:31

    Mein erster Eindruck von dem Buch war einfach nur positiv, das Cover war nach meinem Geschmack und auch die Kurzbeschreibung auf der Rückseite des Buches konnte überzeugen (die ersten zwei Absätze der Kurzbeschreibung) Doch leider hat mich der Inhalt dann doch weniger überzeugt als ich mir gewünscht habe, da mich der Inhalt als Leser einfach nicht angesprochen hat. Es ist schwer zu erklären was mich nicht angesprochen hat, denn zum einen ist das Buch gut recherchiert und kann mit Daten und Fakten Punkten. Zudem wird das ganze noch aufgelockert durch Berichte aus dem Umfeld der Autorin, was sozusagen dazu führt das die “Generation Laminat” aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird. Es liegt wohl einfach daran das ich nicht die beschriebene “Generation Laminat” bin, die in dem Buch angesprochen wird. Und ich mich deswegen auch nicht mit dem Buch identifizieren konnte. Dieses Buch ist für jene die Ende der 60er geboren sind, ich bin teilweise einfach zu jung um manch angesprochenes Thema im Buch nachzuvollziehen. Trotzdem habe ich versucht mich mit dem Buch auseinander zu setzten und muss dann doch sagen, dass zwar Schreibstil und die angesprochenen Fakten mich begeistert haben. Aber ich konnte einfach nicht nachvollziehen, warum sich über manche Sachen im Buch beschwert wurde. Allein schon die Frage Laminat oder Parkett wird so oft wieder aufgegriffen das ich das Jammern über das fehlende Parkett irgendwann nicht mehr lustig fand. Ich dachte es geht in diesem Buch darum, wie wenig wir noch für unsere Arbeit bekommen und wie die Steuerschulden uns erdrücken. Bevor jetzt jemand schreibt aber darum geht es doch, dem will ich sagen ja natürlich geht es auch darum aber eben nicht für meine Generation. Es wird alles aus der Sicht der Mittelschicht erzählt und da muss ich zum Teil ehrlich sagen, dass bei manchen Dingen einfach auf hohem Niveaus gemeckert wird. Zwar wird auch die untere Schicht angesprochen und wie schlecht es dieser geht, aber das ist eher ein Randthema. Stattdessen durfte ich lesen wie darüber Diskutiert wird ob Privatschule oder nicht, Parkett oder Laminat, Eigenheim oder Miete. Die wahre wirkliche Existenzangst wird für mich nicht wirklich angesprochen. Und darum war das Buch für mich einfach nicht informativ genug Zwar gibt die Autorin am Ende noch Tipps auf den Weg wie man sein Leben ändern kann und das man nicht alles hinnehmen sollte wie es ist, aber das hilft auch nicht mehr um für mich das Buch ansprechend zu machen.

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  • Rezension zu "Generation Laminat" von Kathrin Fischer

    Generation Laminat
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    12. March 2012 um 13:38

    Ein politischer Blick auf die Gegenwart des Lebens Was sich in Gestaltung des Buches und Wahl des Titels darstellt wie eine Fortsetzung (oder ein „Trittbrett“) zur „Generation Golf“, entpuppt sich bei der näheren Lektüre als ein durchweg interessantes, natürlich aus konkreter, also auch einseitiger, Sicht geschriebenes, politisches Buch. Eine Bestandsaufnahme einer „ganz normalen“ gebildeten Frau, die eins und eins zusammenzählt und die gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen in ihrer „bewussten“ Lebenszeit (die letzten 30 Jahre) wunderbar akzentuiert darzustellen versteht. Veränderungen, die klarstellen, dass es durchaus nicht nur subjektiv gefühlt für viele, gerade in der Mittelschicht des Landes, „bergab geht“. Das es nicht mehr möglich ist, von einem „Mittelschichtgehalt“ ein Haus zu erbauen und eventuelle Kinder kräftig auf ihren Ausbildungswegen zu unterstützen (nicht nur beides zugleich geht kaum mehr, sondern keins von beiden und so manches mehr). Und das, vorweg gesagt, in ganz hervorragender Sprache. Allein das stellt schon eine Wohltat im Wust der mäandernden Literatur zur „Lage der Nation“ dar. Differenziert, wenig populistisch, kaum verkürzend, verständlich und fließend im Stil, ordnet sich Kathrin Fischer in der gesamten Form bestens ihrem Thema unter. Und dieses ist nur in zweiter Linie eine „Generationenschilderung“. In erster Linie legt Kathrin Fischer eine Bestandsaufnahme der Entwicklung der „sozialen Marktwirtschaft“ vor. Vermag auf den Punkt den theoretischen (Keynes) und praktischen (Bismarck, Erhardt) Rahmen des „Wohlfahrtsstaates Deutschland“ zu benennen, skizziert die sozialen und politischen Hintergründe dieses sich über 100 Jahre entfaltenden Erfolgsmodells verständlich und legt sodann die schrittweise sich vollziehende Abwärtsbewegung deutlich vor Augen. Ohne Hetze oder Häme erläutert sie, wie sehr sich im Kern die Veränderung der Arbeitswelt, die mehr und mehr höhere Bewertung von „Erfolg“ statt, wie lange Zeit, der „Leistung“, auf den einzelnen Menschen und die gesamte Gesellschaft auswirkt. Nicht zum Guten, soviel ist sicher nach der Lektüre des Buches, das nicht den Anspruch einer wissenschaftlichen Facharbeit erhebt, durchaus aber sich der ausgewählter Fachleute bedient und deren Analysen mit aufnimmt. Eine Veränderung, die tatsächlich systemisch zu begreifen ist, die eine „große Transformation“ darstellt, die man nicht einfach so geschehen lassen darf. Auf diesem Wege erläutert Fischer ebenso verständlich den Sinn und Zweck, letztlich den „Segen“ der Sozialversicherung, aus einer Zeit kommend, in der allein „Eigentum“ Sicherheit darstellte und nun unter Bismarck und seinen Nachfolgern „soziales Eigentum“ die Risiken des Lebens abfederte und damit den Weg erst freimachte für einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Die „Rettung des Kapitalismus durch mehr Staat“ (Keynes) die offenkundig lange Jahre gut funktioniert hat. Und die rückbesonnen werden sollte in all den Irrungen und Wirrungen des „enthemmten Kapitalismus“ mit seinen brachialen Folgen für Staaten und Gesellschaften. Bevor nun aber umgesetzt wird, was der Patenonkel des Nachbarfreundes des Sohnes der Autorin empfiehlt („Ich würde den Leuten empfehlen, schon einmal schießen zu lernen“), bietet Kathrin Fischer klare und handfeste Möglichkeiten an, sich dieser Entwicklung nicht kampflos zu ergeben. Klassische Möglichkeiten der Einmischung, der Information, der Bildung und der Entwicklung politischer Forderungen. Die auch jüngere Geschichte des Landes zeigt, dass Protestbewegungen durchaus in der Lage waren, zu mobilisieren und Verhältnisse zu ändern. Was nötig sein wird. Denn auch das stimmt: „Noch nie in der Geschichte hat irgendjemand Privilegien freiwillig hergegeben“. Die fünf Punkte der „Weltrettungsanleitung“, die sollte nun aber jeder selber im Buch nachlesen, es lohnt sich. „Generation Laminat“ ist eine unaufgeregte, durchaus konstruktive Bestandsaufnahme der gesellschaftlichen Gegenwart im Rahmen der jüngeren Zeitgeschichte. Hervorragend zu lesen und differenziert in Stil und Darstellung vermischt Fischer viel Persönliches (ihre Geschichte, ihre Ängste, ihr Freundeskreis) mit klaren, politischen Analysen und Aussagen und bietet damit einen wichtiger, kritischen Beitrag im Blick auf all die „neoliberalen“ und „renditeorientierten“ Veränderungen, die offenkundig die Staaten und Gemeinwesen an die Grenzen der Belastbarkeit jetzt schon führen.

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