Kathrin Groß-Striffler Zum Meer

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Inhaltsangabe zu „Zum Meer“ von Kathrin Groß-Striffler

„Immer soll es sein, als liefe ich über ein Feld der Sonne zu und in die Sonne hinein, aber wenn ich dann dort bin, sind da nur Stoppelhalme, die meine Füße pieksen.“ Saskia hat keine Lust auf ein geordnetes „Scheißleben“. Sie ist wie eine Nomadin. Eine Nomadin, die ein Kind hat, das sie liebt und verwünscht. Je tiefer die deutsche Novemberdepression Saskia einholt, desto mehr verklärt sie die Erinnerung an Brasilien, an Sonne, Meer, Unbeschwertheit und Sex. Für ihr „Milchkaffeebaby“, das sie allein großzieht, will sie so gern eine perfekte Mutter sein. Aber wie entrinnt man der eigenen Unbeherrschtheit bei Schlafmangel, Eintönigkeit, Einsamkeit, wenn man so jung ist und so viel erleben will wie all die andern? In diesem Teufelskreis aus Überforderung und Lebensgier trifft sie eine verstörende, radikale Entscheidung. Ein intensiver Roman, der weder beschönigt noch verurteilt und lange nachhallt. „Die Autorin schlägt das Familienalbum verlässlich dort auf, wo die Seiten fein säuberlich herausgetrennt sind.“ DIE ZEIT über „Das Gut“

Ein gelungener Blick in das schwierige Leben einer jungen überforderten Mutter

— Terpentine

Gesellschaftskritische Lektüre zeigt die Mentalität eines Null-Bock- und Party-Girls mit Kind!

— sommerlese

Ein sprachgewaltiges Buch, das einen ohne Worte zurücklässt.

— leselea

Eine grossartige Geschichte, die ein beklemmendes Gefühl der Betroffenheit hinterlässt....

— Marjuvin

Wer dieses Buch liest wird zu Saskia oder er schmeisst das Buch weg.

— wandablue

Ein Buch, das mich wie Tagebuchjammerei runterzog und immer noch auf Schritt und Tritt verfolgt.

— gst

Eine Antiheldin par excellence. Fesselnde Lektüre mit Widerhaken und Langzeitwirkung.

— alasca

Gibt einem wirklich zu denken...

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Leserunde zu "Zum Meer" von Kathrin Groß-Striffler

    Zum Meer

    aufbauverlag

    »Ich will nicht zufrieden, ich will glücklich sein.«  Saskia hat keine Lust auf ein geordnetes »Scheißleben«. Sie ist wie eine Nomadin, die ein Kind hat, das sie liebt und verwünscht. Je unausweichlicher das deutsche Novembertief Saskia einholt, desto mehr verklärt sie die Erinnerung an Brasilien, an Sonne, Meer, Unbeschwertheit - und an Raffael. Sie will ihr »Milchkaffeebaby« allein großziehen, will so gern eine perfekte Mutter sein. Aber wie entrinnt man der eigenen Unbeherrschtheit bei Schlafmangel, Eintönigkeit und Einsamkeit, wenn man noch so jung ist und noch so viel erleben will? In diesem Teufelskreis aus Lebensgier und Überforderung trifft Saskia eine verstörende, radikale Entscheidung. Der neue Roman der Döblin-Preisträgerin Kathrin Groß-Striffler erzählt vom größten Frevel, den eine Mutter begehen kann: ihr Kind zu verlassen. Mit einer meisterhaften Sprache entwirft die Autorin die vibrierende Innenwelt einer jungen Frau, die nicht angepasst leben will.  Hier gehts zur Leseprobe. Zur Autorin: Kathrin Groß-Striffler, geboren 1955 in Würzburg, studierte Anglistik und Romanistik in Deutschland, Frankreich und den USA, sie lebt in Jena. Für den Roman »Die Hütte« erhielt sie den Alfred-Döblin-Preis, für Kurzgeschichten den Marburger Literaturpreis, außerdem veröffentlichte sie die Romane »Das Gut« und »Gestern noch«.  Wer jetzt neugierig geworden ist und gemeinsam mit uns und der Autorin »Zum Meer« lesen und besprechen möchte, der kann sich bis einschließlich 18. August für eines von 20 Freiexemplaren bewerben. Kathrin Groß-Striffler wird sich hin und wieder auch zu Wort melden und Eure Fragen beantworten. Solltet Ihr zu den Mitlesenden zählen, setzen wir eine Teilnahme am Austausch in den Leseabschnitten und eine abschließende Rezension voraus.  Wir freuen uns auf diese Leserunde! Liebe Grüße  Brit vom Aufbau Verlag

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    • 330
  • Beeindruckender Roman

    Zum Meer

    Terpentine

    24. November 2014 um 19:25

    Saskia ist Mutter und doch noch ein junges Mädchen auf der Suche nach ihrem Platz im Leben. Verliebt in Brasilien und verloren in Deutschland lässt sie ihr Kind zurück in ihrer WG. Sie weiß, dass es dort sicherer ist als bei ihr. Denn im Moment ist sie überfordert damit, ihrem Kind gerecht zu werden. Kathrin Gross-Striffler lässt und teilnehmen am Leben einer sehr jungen und von außen gesehen unreifen Mutter, die ständig an ihre Grenzen stößt. Während sie innerlich gegen ihre eigenen Zweifel, Wünsche und Bedürfnisse ankämpft, muss sie von außen mit ständigen Vorurteilen, Hindernissen und Konventionen zurecht kommen. Das Hin und Her von Liebe zu ihrem Kind und Panik davor, das Kind nicht gut genug versorgen zu können, ist so real, so eindringlich geschrieben, dass wir die psychische Labilität als Leser nachempfinden können. Das Buch hat mich von Anfang bis zum Ende gefesselt und beeindruckt.

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  • "Ich wollte allen zeigen, dass Träume dazu da sind, dass man sie verwirklicht." (S. 171)

    Zum Meer

    leselea

    Mama, sagt sie, was für ein Wort, schwer von Verantwortung, schwer von Plackerei, Mama, die für alles Zuständige, Mama gleich Pflicht (S. 229) Saskia ist 20 Jahre alt. Saskia hat die Schule abgebrochen, fürs Leben lernt man nämlich eh am besten unter Menschen, auf Reisen. Saskia kifft, wenn sie nicht einschlafen kann, was eigentlich jeden Abend der Fall ist. Saskia hat Mia-Sophie, ihr kleine Tochter. Sie liebt ihre Tochter, doch manchmal könnte sie sie an die Wand klatschen – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie will raus aus diesem Gefängnis namens Leben, raus aus Deutschland, zurück nach Brasilien zu ihrer großen Liebe Raffael, dem koksnehmenden, sich prostituierenden Raffael, dem Vater von Mia. Saskia versucht es: Versucht eine gute Mutter zu sein, versucht zu entfliehen, doch sie schafft es nicht raus aus diesem Teufelskreis und trifft deswegen eine Entscheidung… Ich gelobe, ihr von jetzt an eine gute Mutter zu sein, ich gelobe, mich total zurückzustellen, Federn aus meiner Brust zu reißen und das Nest damit auszupolstern, ich gelobe, ihr jeden Tag ein Bilderbuch vorzulesen, sie gesund zu ernähren, egal, was es kostet, ich gelobe, mit ihr in eine Mutter-Kind-Gruppe zu gehen, damit sie mit anderen Kindern spielen kann, ich gelobe und gelobe und gelobe und weiß doch, dass ich das alles nie schaffen werde (S. 201f.) Kathrin Groß-Striffler erzählt in Zum Meer das Leben einer jungen Mutter, die eigentlich keine sein will. Ein außergewöhnliches Thema, über das wenig gesprochen oder geschrieben wird, denn tief innendrinne sind wir doch der Überzeugung, Mutter und Kind, das ist eine besondere Beziehung, eine von der Natur gewollte Beziehung, die MUSS es geben, alles andere ist falsch. Saskia ist so eine Person, bei der alles falsch vorkommt: Zu jung, zu verantwortungslos, zu freiheitsliebend, zu egozentrisch. Leider ist Saskia wohl auch eine Person, die nah an der Realität ist. Mutter sein ist anstrengend, Mutter sein kann einen überfordern und man kann darin versinken, wenn man sich keine Hilfe sucht. Und trotzdem ist es nicht so, dass man Saskia nur ablehnend gegenübersteht. Sie ist zwar die Antiheldin, aber auch mit der Antiheldin leidet man. War ich im ersten Teil noch bemüht, irgendwie Verständnis zu entwickeln (es muss doch einen Grund geben, dass sie so ist?), habe ich im zweiten Teil mit ihr gehofft, dass sie ihr ganz individuelles Glück finden kann (Mama – Papa – Kind in Brasilien). Im dritten Teil nimmt das Unheil seinen Lauf und ich wollte Saskia nur noch schütteln. Keine sympathische Protagonistin, nein, aber eine, die alle Emotionen aus einem herausholt. Es ist wie ein Stich ins Herz, dieser kurze Moment. Als wäre was möglich. Als wäre alles möglich. (S. 53) Der Inhalt ist unkonventionell, fast provokant. Aber was das Buch zu einem 5-Sterne-Buch macht ist die Sprache. Katrin Groß-Striffler lässt Saskia ihr Leben selber erzählen, als inneren Monolog, in dem die Gedanken nur so rasen, in dem die Schimpfwörter immer zur Stelle sind, in denen Sonne auf Regen folgt und auf Regen Sonne. In irgendeiner Rezension habe ich gelesen, dass man in Saskias Kopf gefangen ist: Das stimmt! Sie zwängt einem all ihren furchtbaren Gedanken auf, man kann sich ihr nicht entziehen und indem man liest, wie sie denkt, weiß man auch, dass sich nichts ändern wird. Dieser Schreibstil geht an die Nieren, ist aber in meinen Augen auch genial. Ein Buch, das einem mit seinem Inhalt und seiner Sprache überrollt. Ein Buch, zu dem ich eine meiner längsten Rezensionen geschrieben habe (und über die ich besonders lang nachgedacht habe), nur um am Ende festzustellen, dass ich eigentlich nicht die passenden Worte gefunden habe. Deswegen meine Empfehlung: Selber lesen!

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    • 6
  • Antiheldin par Excellance führt ein Leben ohne Verantwortung

    Zum Meer

    sommerlese

    08. November 2014 um 18:15

    Der Roman der Autorin "*Kathrin Groß-Stiffler*" trägt den Titel "*Zum Meer*". Das Buch erscheint im "*Aufbau Verlag*". Es geht um die 20jährige Saskia, die in ihrem Urlaub in Brasilien nach einer turbulenten Partyzeit schwanger wird, nach Deutschland zurückkehrt und ihre Tochter Mia-Sophie zur Welt bringt. Als Kellnerin arbeitet sie und leidet unter ihrem eintönigen, sie beengenden Leben mit ihrer Tochter. Bis sie eines Tages das Kind einfach in ihrer WG den Mitbewohnern überlässt und alleine an die Ostsee abhaut. Diese Geschichte macht mich tief betroffen! Einerseits sehe ich wie die junge alleinerziehende Mutter mit der Rolle völlig überfordert ist und anderseits nicht bereit ist Verantwortung zu tragen und sich Hilfe zu suchen, die an staatliche Auflagen gebunden ist. Die Autorin hat die Geschichte aus der Sicht von Saskia geschrieben und dadurch wird man als Leser eindrücklich in Saskias Gedankenwelt eingeführt. Man glaubt, mit ihren Augen die Welt zu sehen, obwohl man ihren Lebenswandel eigentlich ablehnt. Denn Saskia ist ein problematischer Charakter. Sie ist unreif, ichbezogen, bequem, schnell genervt, empfindet für andere Menschen, die ihr helfen keine Empathie und ist voll von Selbstmitleid. Es fällt ihr schwer, Verantwortung für ihre Tochter zu übernehmen und ihr eigenes Leben verantwortungsvoll zu planen. Da steht man als Leser kopfschüttelnd da und sieht zwar die Probleme, versteht aber nicht die Unfähigkeit Saskias, sich zu ändern oder sich mit der Situation zu arrangieren und Hilfe anzunehmen. Sie stösst Menschen, die ihr helfen wollen einfach vor den Kopf, indem sie weiter Drogen nimmt, eifersüchtig den Tagesmüttern das Kind wieder entzieht und den eigenen Vater nur als finanziellen Rettungsanker missbraucht. Ratschläge schlägt sie einfach in den Wind und fordert für sich den größtmöglichen Nutzen von ihren Mitmenschen. Ihr Kind liebt sie zwar, aber auf eine spezielle Weise und nur kurz dauern die Phasen eines schönen Miteinanders. Schnell ist sie gefrustet von dem Quängeln oder Schreien und sieht sich dann nicht in der Lage, ohne Frustration die Situation zu beenden. Eigentlich ist die Tochter das Mittel, um den Kindsvater Raffael wieder an sich zu binden. Diese Gefühle und Gedanken werden gut dargestellt. Auch die Sprache ist dem Charakter und der Altersklasse entsprechend gut gelungen. So wie sich die Protagonistin fühlt, so ist auch in der Sprache die Unruhe, innere Gereiztheit und das Wunschdenken Saskias zu spüren. Die Autorin hat hier einen eindeutigen Charakter geschaffen, der allerdings eher die Rolle einer Antiheldin inne hat. Schnell habe ich mich innerlich gegen die junge Frau eingestellt und an das Wohl der Tochter gedacht. Doch Saskia ist nicht lernfähig, sie gibt sogar die Verantwortung für ihr Kind ganz ab. Sicherlich hat sie ebenfalls eine Persönlichkeitsstörung, die im Buch aber nicht aufgedeckt wurde. Gerne hätte ich noch gelesen, wie Saskia ihr Leben in den Griff bekommen oder zumindest aus ihren Fehlern gelernt hätte. Doch der Leser wird mit der Schilderung dieser Problematik aus dem Buch entlassen. Eine Reflektion Saskias gibt es nicht! Schade, vielleicht wären solche Anreize für Menschen in ähnlichen Situationen hilfreich gewesen. So ist es nur das Aufzeigen von Problemen in unserer Gesellschaft. Daher auch nur 3 Sterne.

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  • Gefangen in einem kranken Kopf

    Zum Meer

    gst

    Leider kann ich bei diesem Buch nicht in den allgemeinen Lobgesang einstimmen. Es hat mir einfach nicht gefallen. Was aber nichts mit dem Können der Autorin zu tun hat, sondern einzig mit der Umsetzung des Themas. Wenn ich ein Buch aufschlage, lasse ich mich gern in fremde Welten entführen. Dass die nicht nur „blühende Landschaften“ enthalten, ist ganz natürlich. Kein Leben ist nur gut oder nur schlecht. Trotzdem möchte ich aus einem Buch Nutzen ziehen und es nicht mit dem Gefühl schließen, dass mein „Held“ aus seiner Situation nichts gelernt hat – dass seine Zukunft ebenso traurig sein wird, wie seine Vergangenheit es war. Bei der extrem freiheitsliebenden Saskia, die ich in diesem Buch kennenlernen durfte, konnte ich so gut wie keine Entwicklung feststellen. Als Jugendliche reiste sie allein nach Brasilien, was auf jeden Fall mutig war. Dort verbrachte sie ihre Tage mit dem dunkelhäutigen Raffael, in den sie sich unsterblich verliebte. Als den beiden das Geld ausging und er ihr Crack andrehen wollte, flog (bzw. floh) sie zurück nach Deutschland. Hier bekam sie ihre michkaffeebraune Mia-Sophie. Schnell fühlte sich die erst 19jährige Mutter von der Betreuung ihrer Tochter überfordert. Sie ließ das Baby bei Fremden zurück (ohne ihnen Bescheid zu sagen!) und begab sich erneut auf Reisen ... Bei diesen Reisen dürfen wir Leser sie begleiten. Dabei halten wir uns ständig in ihrem Kopf auf. Einzig ihre Gedanken zählen. Alle von außen kommenden Eindrücke werden durch ihre Augen gefiltert. Was die einen als eine besondere Erzählkunst einstufen, hat mich genervt. Ich fühlte mich in Saskias Kopf gefesselt, eingesperrt. Teilweise ging es mir psychisch richtig schlecht. Aus diesem Grund lehne ich dieses Buch ab. Wer wissen will, wie labile Menschen denken und fühlen, wird in diesem Roman sicher fündig. Mir ist er zu hoffnungslos. Mich stört es, wenn jede Hilfestellung übersehen wird. Dabei gibt es Menschen, die bereit sind, Saskia zur Seite zu stehen. Doch die junge Frau dreht sich nur um sich selbst. Nur ihre Gefühle zählen, die der anderen werden einfach ignoriert. Mein Fazit: zwei Sterne, weil mir das Buch einfach nicht gefallen hat.

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    • 5
  • Am Rand der Gesellschaft

    Zum Meer

    wandablue

    Am Rand der Gesellschaft. Sexualität und Verantwortung sind wie Hand und Handschuh, eng zusammen gehörig. Verantwortung trägt man für sich selbst, für seinen Sexualpartner und für die Folgen. Verhütung verhindert ungewollte Schwangerschaft, Safer Sex Aids und andere Krankheiten. Weiss doch jeder. Aber ...Saskia ist dennoch schwanger. Verhütet hat sie nicht. Eine Abtreibung wird kurz von ihr erwogen und glücklicherweise hat sie sich durch Nichtstun dagegen entschieden. Weiter darüber nachgedacht, wie es mit Kind sein wird hat sie nicht. Mit Hilfeleistungen in ihrem persönlichen Umfeld kann sie kaum rechnen, der Ex-Partner ist in Brasilien, die Mutter ist gestorben, der Vater unfähig. Es gibt natürlich Ämter, man könnte sich informieren ... aber Saskias Lebensphilosophie besteht darin, in den Tag hineinzuleben, mitnehmen, was zu haben ist und im übrigen darauf zu hoffen, dass es schon irgendwie weiter geht. „Wo ist das Problem?“ fragt sie ihre Freundin Steffi. Die Probleme lassen nicht auf sich warten, das Kind überfordert sie schnell. Trotzdem bringt sie es mit Ach und Krach durch das erste Lebensjahr. Aber immer mehr verdichtet sich ihr Eindruck, wie ungerecht und gemein es doch sei, dass dieses Kind ständig etwas will und sie die Person sein muss, die es ihr geben soll. Das geht doch nicht, oder? Also bricht Saskia aus. Und haut ab, läßt das Kind zurück, irgendwer wird sich schon darum kümmern.... Die Person der Saskia ist leider eine reale. Es gibt sie wirklich. Es gibt die Mütter, deren Frustrationstoleranz gegen Null geht, die kritikunfähig sind, rein nach dem Lustprinzip leben, die egozentrisch und depressiv sind und in der festen Meinung verharren, die Gesellschaft schulde ihnen etwas. Hilfe gerne, Bedingungen, nein danke. Natürlich, es gibt Gründe dafür, warum sie so sind, wie sie sind... und gelegentlich reisst sich Saskia durchaus am Riemen, nur die letzte Hürde zur Kontinuität nimmt sie nie. Die Autorin Gross-Striffler hat sich tief in Saskias Mentalität fallen lassen und dasselbe muss auch der Leser tun, wenn er Lesevergnügen haben möchte, denn etwas anderers gibt es nicht in diesem Roman, es sind Saskias Gedanken, aus denen die Seiten bestehen, ihre Gefühle, ihre Anschauungen, und tatsächlich, nach erstem Widerstreben lasse ich mich ein, werde ein bisschen Saskia und der Autorin gelingt es, mir Saskias verdrehte Weltsicht plausibler zu machen. Saskias Innenwelt ist frustrierend, oft auch schockierend. Ich habe es mit einem Menschen zu tun, der Angst vor Selbsterkenntnis hat, was ja eine Lebensumkehr zur Folge haben müsste. Also raucht Saskia lieber einen Joint, als sich ihren Problemen zu stellen, verharrt in ihrer desolaten Situation, und wirft mit Schuldzuweisungen um sich. „Saskia, Sie müssen noch viel lernen. Ob Sie das wollen, liegt jedoch an Ihnen“, so oder so ähnlich sagt Steffis Tante zu ihr. Doch vorläufig ist Saskia dazu noch nicht bereit. Realitätsferne kann man diesem Roman wahrlich nicht nachsagen. Er geht unter die Haut, die Protagonistin ist irritierend, ein ständiges Ärgernis. Wie ihre WG-Genossen möchte man ihr ordentlich die Meinung sagen. Doch was würde es nützen? Saskia fliegt Hals über Kopf nach Brasilien, ein weiterer Ausreißversuch, diesmal mit Kind und erwartet, dass Raffael sie heiratet, damit sie eine Arbeitserlaubnis bekommt und dort bleiben kann. Die Liebe ist so gross wie das Land heiss ist, doch in Saskias zuweilen vernebeltes Hirn dringen erste Erkenntnisse: „Und mir fällt auf, dass ich nichts über Raffael weiß, nur dass er dunkel und schön ist. Aber eigentlich sagt das schon alles über ihn, und es sagt auch alles über mich.“ Fazit: Ein grossartiger Roman mit feiner Zeichnung devianten Verhaltens, der auf glattbügelnde Antworten verzichtet und indirekt das Funktionieren der modernen Gesellschaft in Frage stellt. Kategorie: Gehobene Literatur Aufbau Verlag, 2014

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    • 6
  • Eine grossartige Geschichte, die ein beklemmendes Gefühl der Betroffenheit hinterlässt....

    Zum Meer

    Marjuvin

    29. September 2014 um 23:08

    Klappentext: „Immer soll es sein, als liefe ich über ein Feld der Sonne zu und in die Sonne hinein, aber wenn ich dann dort bin, sind da nur Stoppelhalme, die meine Füße pieksen.“ Saskia hat keine Lust auf ein geordnetes „Scheißleben“. Sie ist wie eine Nomadin. Eine Nomadin, die ein Kind hat, das sie liebt und verwünscht. Je tiefer die deutsche Novemberdepression Saskia einholt, desto mehr verklärt sie die Erinnerung an Brasilien, an Sonne, Meer, Unbeschwertheit und Sex. Für ihr „Milchkaffeebaby“, das sie allein großzieht, will sie so gern eine perfekte Mutter sein. Aber wie entrinnt man der eigenen Unbeherrschtheit bei Schlafmangel, Eintönigkeit, Einsamkeit, wenn man so jung ist und so viel erleben will wie all die andern? In diesem Teufelskreis aus Überforderung und Lebensgier trifft sie eine verstörende, radikale Entscheidung. Ein intensiver Roman, der weder beschönigt noch verurteilt und lange nachhallt. Rezension: Eine mitreissende Geschichte über eine junge Frau, die zwischen Trotz, Unmut, Faulheit und Überforderung ihr Leben mit ihrer bemitleidenswerten Tochter fristet. Frau Gross-Striffler ist für mich eine grosse Erzählkünstlerin, die es geschafft hat bereits nach wenigen Seiten eine derart große Abneigung gegen die Protagonistin zu erzeugen, dass ich sie am liebsten durchs Buch hindurch geschüttelt (oder besser geprügelt) hätte. Saskia verkörpert ziemlich alles, was ich verabscheue und für was ich keinerlei Verständnis aufbringen kann. Ich brauchte ein paar Seiten, um mich an den verworrenen, atemlosen Schreibstil zu gewöhnen, aber schon sehr bald fand ich diese Form der Erzählung in der ersten Person authentisch. Einen Tag nach Beendigung des Buches denke ich, dass Saskia wohl nicht nur unter mangelnder Intelligenz und auch fehlender Empathie leidet, sondern möglicherweise tatsächlich auch unter einer Persönlichkeitsstörung. Eines ist sicher, das Buch wird in mir noch lange, lange nachhallen und gibt ausreichend Stoff zum Nachdenken. Ein bisschen schade fand ich, dass durch die reine Form der Ich-Erzählung und das vollkommen fehlende Vermögen von Saskia ihre Situation aus dem Blickwinkel der anderen zu betrachten, lässt logischerweise alle anderen Charaktere ein wenig formlos und flach erscheinen. Mich hätte auch die Geschichte aus der Sicht von Saskias Vater und auch Raffael interessiert. Fazit: Eine tolle Geschichte, die sich nicht unbedingt für am Strand bzw. für Zwischendurch eignet. Man muss sich auf diese Antiheldin einlassen und wenn möglich, von ihren Fehlern profitieren und Lehren daraus ziehen, wie man auf keinen Fall sein sollte.

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  • Zum Meer

    Zum Meer

    nataliea

    28. September 2014 um 14:07

    "Zum Meer" ist ein außergewöhnlicher Roman, der mich zutiefst beeindruckt und mich auch mitgenommen hat. Zum Inhalt ist folgendes zu sagen: Saskia ist 20 und hat eine 1 1/2 Jahre alte Tochter namens Mia. Allerdings ist sie mit ihrer Tochter ziemlich überfordert. Der Vater Raffael lebt in Brasilien und weiß nichts von Mia. Er wäre wohl auch kein Wunschvater, da er drogenabhängig ist. Doch dann sehnt sich Saskia nach ihrem vergangenen Leben in Brasilien. Sie vermisst Raffael und das Meer und sie möchte nicht weiter die Verantwortung für Mia übernehmen müssen. Zwar liebt sie Mia auf ihre eigene Art und Weise und doch möchte die ein solches spießbürgerliches Leben nicht führen. Sie möchte frei sein ohne Klotz am Bein und dann lässt sie Mia zurück, um ihr Glück zu finden... Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und wahnsinnig fesselnd. Einmal angefangen mit dem Roman, kann man kaum mehr aufhören zu lesen. Außerdem befindet man sich immer im Zwiespalt zwischen Wut und Mitleid. Die Hauptfigur Saskia ist wahrlich kein Vorbild und ist an der Mutterrolle wie auch an ihrem Leben gescheitert. Das Kind Mia kann nicht normal aufwachsen und erhält durch ihre Mutter eine psychische Schelle und kann daher nur unglücklich sein. Und die Hauptfigur ist derart egoistisch und egozentrisch eingestellt, dass diese Gefühle gar nicht erst erkannt bzw. auch verkannt werden. Dieser Roman hat mich und mein Gefühlsleben derart beeindruckt, dass mich die Geschichte noch Tage danach nicht losgelassen hat. Die Autorin hat ein zutiefst beeindruckenden Roman geschrieben, den ich nur weiter empfehlen kann!

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  • Zum Meer

    Zum Meer

    Buecherschmaus

    Ein aufwühlendes, eindringliches, intensives Buch, das Kathrin Groß-Striffler mit "Zum Meer" vorlegt. Saskia ist zwanzig und hat eine nicht sehr glückliche Kindheit hinter sich. Die Mutter ist gestorben als sie erst zwei Jahre alt war, der Vater, Apotheker, hat sich danach in Arbeit und Alkohol geflüchtet. Saskia brach mit 16 die Schule ab, reiste durch die Welt, machte Drogenerfahrungen. Von einer dieser Reisen nach Brasilien kehrte sie schwanger zurück. Vater ist ein dunkelhäutiger Straßenverkäufer, Gelegenheitsdealer und -strichjunge. Er ist Saskias große, idealisierte Liebe, Sehnsuchts- und Fluchtpunkt im grauen deutschen Alltag, den Saskia abgrundtief hasst. Genauso hasst wie die meisten Menschen, die ihr zu spießig, egoistisch und kalt sind in diesem "Scheißland". Auch um etwas zurückzubehalten von dem Geliebten Raffael und von Brasilien, das sie gleichsetzt mit Lebensfreude, Wärme, Freiheit, entschließt sich Saskia das Kind zu bekommen. Das Buch setzt ein, als die kleine Mia-Sophie bereits ein Jahr alt ist. Ihre Mutter lebt in einer WG, kellnert und ist in ihrer Rolle als alleinerziehende Mutter völlig überfordert. Sie flieht in Träume und schließlich real, zunächst allein an die Ostsee, später dann mit Kind nach Brasilien. Dort findet sie zwar Mias Vater, aber die kleine Familie hat keine Zukunft, Raffael will sich nicht binden. Zurück in Deutschland, beginnt sich das Rad erneut zu drehen. Kathrin Groß-Striffler ist es auf beeindruckende Weise gelungen dem Leser Saskias schwierigen Charakter nahezubringen. Sie ist unreif, unzuverlässig, aufbrausend, ruhelos, voll Selbstmitleid, aber ohne Empathie gegenüber anderen, gierig nach Leben, oft voll Hass. Sie tut sich ungeheuer schwer, Hilfe anzunehmen, fordert diese aber gleichzeitig vehement ein. Schuld sind immer die anderen, im Zweifel die Gesellschaft. In einem kraftvollen inneren Monolog, in Gedankenströmen kommt uns diese junge Frau nah. Zu nah manchmal, denn sie ist wahrhaft keine Sympathieträgerin. Zwar liebt sie ihr Kind auf ihre Weise, vermag dieser Liebe aber keine Kontinuität zu geben. So schwankt auch der Leser zwischen zaghaften Verständnisversuchen für die überforderte junge Mutter und maßloser Wut über das verantwortungslose, ichbezogene Verhalten und erlebt so eine riesige Bandbreite an Emotionen. Die Sprache folgt seiner rastlosen Protagonistin, ist oft getrieben, gereizt, in seltenen glücklichen Momenten dann wieder ganz zart. Den Leser zieht sie in einen regelrechten Sog. Ein Buch und eine Protagonistin die berühren und verstören. Eindringlich und sehr empfehlenswert!

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    • 8

    Buecherschmaus

    23. September 2014 um 08:49
  • Lektüre mit Widerhaken

    Zum Meer

    alasca

    Lektüre mit Widerhaken Saskia ist gerade mal zwanzig - und Mutter einer einjährigen Tochter, die sie in einem Akt der Verzweiflung kurzerhand in ihrer WG zurückgelassen hat, um an die Nordsee, „Zum Meer“, zu flüchten. Mia-Sophie ist das Kind des schönen, drogensüchtigen Raffael, mit dem Saskia während einer Brasilienreise eine Beziehung hatte. Gleich zu Anfang erleben wir Saskia in ihrer ganzen Zerrissenheit: Schwankend zwischen überbordender Liebe zu ihrer Tochter und Aggressionen wegen deren unablässiger Inanspruchnahme stellt sie mit entwaffnender Ehrlichkeit fest: "Mia- Sophie ist nicht da. Das ist gut, denn nun muss ich keine Angst haben, dass ich ihr etwas zuleide tun könnte.“ Saskia ist ein extremer Charakter, der keine Grautöne kennt; ständig schwankt sie zwischen Depression und Euphorie. Selbst bei einem gleichgültigen Vater aufgewachsen, der über dem frühen Verlust ihrer Mutter alkoholkrank geworden ist, ist Saskias eigene Bedürftigkeit, ihre Lebens- und Liebesgier übermächtig und lässt sie an ihrer Mutterrolle trotz bester Vorsätze immer wieder scheitern. Immer wieder hat sie Momente der Selbsterkenntnis, kann aber die gewonnenen Einsichten nicht umsetzen: "... Ich bin wohl die unfähigste Mutter, die auf diesem Planeten rumläuft, ganz bestimmt bin ich das." Unreife und Überforderung führen schließlich zu einer extremen Entscheidung. Die Autorin lässt uns teilhaben an Saskias permanentem innerem Monolog. Ihre Gedanken kommen in langen intensiven Kettensätzen, die sich wie atemlos lesen und oft nur schwer ertragen lassen; Ton und Sprache bleiben dabei immer authentisch. So unfassbar Saskias Handlungen und Reaktionen oft auch sind, beschränkt sich die Autorin auf den Bericht und enthält sich jeder Wertung. Wir sind nah dran an dieser labilen jungen Frau, die zwischen sich und der Welt keine Grenze errichten kann und deren Stimmung infolgedessen ständig schwankt. Saskia will keine Kompromisse machen; sie will gleich glücklich sein. Da hilft es auch nicht, dass Saskias Vater offenbar eine Wandlung durchgemacht hat und, nunmehr trocken, versucht, ihr ein Halt zu sein; er muss vor dem Ergebnis seiner Erziehung kapitulieren. Noch schwerer wiegt die Hypothek, die Saskia mit sich herumträgt, durch die genetische Belastung durch eine offenbar psychotische Mutter. Ihre Ablehnung bürgerlicher Werte wie Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Verantwortung stellt sie zwangsläufig außerhalb der Gesellschaft. Immer wenn die Leserin Hoffnung für Saskias Reifung und vor allem Mia-Sophie schöpft, ist es gerade die Stabilität der Situation, die Saskia entgegen der Interessen ihrer Tochter handeln und flüchten lässt. Und je länger der deutsche Winter andauert, und je nerviger ihr Job als Kellnerin wird, desto mehr verklärt sie ihre Zeit in Brasilien und Raffael, bis sie sich entschließt, nach Brasilien zurückzukehren, um Raffael endlich seine Tochter vorzustellen. So verantwortungslos und unreif Saskia auch daher kommt: Ihre Situation ist nicht mehr als die Überspitzung der Situation einer ganz normalen Alleinerziehenden in Deutschland: auf sich gestellt, in finanziell prekärer Lage, dem deutschen Idealbild einer Mutter nicht genügen könnend. Saskias Blick auf die angepassten Mütter entlarvt wiederum deren Beschränktheit, etwa wenn sie die Frauen in der Mutter-Kind-Gruppe beschreibt, zu der sie einmal hingeht und dann nie wieder: "... gib ihr Ritalin, dann wird alles gut", heißt es da an einer Stelle. Zwar wird die kinderfreundliche brasilianische Kultur von Saskia völlig unkritisch überhöht, aber dennoch wird an ihr klar, dass unsere Gesellschaft vom Blick nach draußen profitieren könnte. Eine fesselnde, erschütternde Lektüre, die lange nachwirkt. Leseempfehlung!

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    • 2
  • Mitfühlend, erschreckend, großartig

    Zum Meer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. September 2014 um 07:05

    Zum Meer Kathrin Groß-Striffler Genre : Roman | 252 Seiten | EUR 19,95 | Spielt : hauptsächlich am Meer Klappentext: „Immer soll es sein, als liefe ich über ein Feld der Sonne zu und in die Sonne hinein, aber wenn ich dann dort bin, sind da nur Stoppelhalme, die meine Füße pieksen.“ Saskia hat keine Lust auf ein geordnetes „Scheißleben“. Sie ist wie eine Nomadin. Eine Nomadin, die ein Kind hat, das sie liebt und verwünscht. Je tiefer die deutsche Novemberdepression Saskia einholt, desto mehr verklärt sie die Erinnerung an Brasilien, an Sonne, Meer, Unbeschwertheit und Sex. Für ihr „Milchkaffeebaby“, das sie allein großzieht, will sie so gern eine perfekte Mutter sein. Aber wie entrinnt man der eigenen Unbeherrschtheit bei Schlafmangel, Eintönigkeit, Einsamkeit, wenn man so jung ist und so viel erleben will wie all die andern? In diesem Teufelskreis aus Überforderung und Lebensgier trifft sie eine verstörende, radikale Entscheidung. Ein intensiver Roman, der weder beschönigt noch verurteilt und lange nachhallt. „Die Autorin schlägt das Familienalbum verlässlich dort auf, wo die Seiten fein säuberlich herausgetrennt sind.“ DIE ZEIT über „Das Gut“ Die Protaginistin: Mit zwanzig Jahren Mutter sein, das ist bestimmt nicht einfach. Für Saskia ist es überhaupt nicht leicht. Mia, ihre kleine Tochter ist für sie gleichzeitig Laster und Erinnerung an ihre große Liebe, die in Brasilien wohnt. Saskia ist eine psychisch gestörte Persönlichkeit, die sich gerne "kiffend" in andere Welten tragen lässt um alles um sich herum vergessen zu können. Saskia ist wirklich ein extremer Charakter, sie schwankt zwischen Depression und der Freude am Leben. Hierbei kann sie sich nie wirklich lange in einer Phase aufhalten und driftet eigentlich immer wieder ab. Hier wirkt sie oft überfordert und für ihre zwanzig Jahre leider überhaupt nicht reif. Schreibstil: Kathrin Groß-Striffler hat einen großartigen Schreibstil. Sie schafft es ihren Leser absolut in den Bann zu ziehen. Man kann das Buch nur an Ort und Stelle lesen. Man muss ab und zu mit dem Kopf schütteln, aber einfach weil es so realitätsnah geschrieben ist. Ich bin mir sicher, da draußen gibt es Mütter die sich genau so verhalten. Es gibt diese Art von Frauen die mit sich und ihrer Umwelt überfordert sind. Die Autorin lässt uns in Saskias Gehirn schauen, und ich hatte das Gefühl, von Seite zu Seite immer mehr Einblick zu erhaschen. Auch wenn ich den Gedankengang von Saskia nicht unbedingt verstehen konnte oder wollte. Ein großartiges, gelungenes Werk! Vielen Dank für dieses Buch! Ich vergebe 5 von 5 Sternen UND eine absolute Kaufempfehlung!!!

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  • Ein Aufwühlenes Schicksal

    Zum Meer

    Arietta

    Die zwanzigjährige Saskia treibt die Sehnsucht nach dem Meer fort von ihrem Kind. Sie fühlt sich einfach überfordert und unverstanden , einmal liebt sie ihre Mia Sophie dann hasst sie ihr Kind . So macht sie sich dann auch bei Nacht und Nebel auf und lässt ihr Kind in der WG zurück. Einer wird sich schon kümmern. Ihre Mia ist eine Hinterlassenschaft von einer Liebe in Brasilien, von Rafaell dem Brasilianer , den sie während eines Aufenthaltes dort kennen lernte. Deshalb reist sie per Anhalter ans Meer um dort über ihr weiteres Leben und wie es mit ihr und Mia ihrem Milchkaffeebaby nach weitergehen soll nachzudenken . Aber auch dort oben im Norden Deutschlands ist sie nicht glücklich das Meer und der Himmel sind grau , das ganze Leben ist trostlos. Die Tante die sie in ihrer Pension aufnimmt und umsorgt gibt ihr Arbeit. Auch die Tante enttäuscht sie durch ihr Chaos und ihre Unzuverlässigkeit. Saskias Kindheit verlief nicht Problemlos , es gibt da dunkle Zeiten. Die kranke Mutter war schwer Nervenkrank und Starb , ihr Vater ein Apotheker der sie allein großzog wurde zum Alkoholiker . Sie brach ihre Schule ab , nahm Gras, feierte wilde Partys und ging nach Brasilien. Auch sie leidet an Depressionen , fühlt sich alleingelassen und unverstanden, versinkt im Selbstmitleid, alle im Land sind Spießig. Sie verklärt förmlich Brasilien , träumt nur von dem Leben dort , von Sonne , Strand , Meer, Gras und Partys einfach nur Leben , dies Gier nach Leben bestimmt ihr ganzes denken und Leben. Dafür würde sie auch ihr Kind im Stich lassen. Ob Saskia es je schaffen wird sich aus diesem Traumata und ihrem Wunschdenken zu befreien und ihr Leben wenigsten in etwas halbwegs geordnete Bahnen zu lenken und endlich ihre Mia so anzunehmen und sie zu Lieben wie sie ist …................. Die Autorin Kathrin Gross-Striffler hat einen Großartigen Roman geschaffen , der einem unter die Haut geht und Spuren zurück lässt. Mit ihren Kraftvollen ,klaren Worten , ihrem flüssigen und spannenden Schreibstil , gelingt es ihr Saskia in ihrem Tun und Denken näher zu bringen. Ihre Unzufriedenheit mit ihrem Leben im grauen und für sie trostlosen Deutschland.Ihre Verklärung Brasiliens mit all dem Leben dort. Ihr mehr als Chaotisches Leben , ihrem Egoismus, den zwiegespaltenen Gefühlen , dem Selbstmitleid und ihrem Charakter mit all seinen Schwächen und Stärken. Saskias Leben das einem Tunnel gleicht aus dem sie sich nicht befreien kann um ans Ende zu gelangen um das Licht zu erblicken. Ein sehr realistischer Roman , alles wirkt Glaubhaft , weil es ja jeden Tag irgendwo auf der Welt geschieht. Ihre Protagonisten wirken sehr bildhaft, lebendig und real .Das ganze Drama ist mehr als sehr gut beschrieben. „ Ein Großartiger Roman , über ein dramatisches Schicksal, das einem sehr Tief berührt , Aufrüttelt und betroffen macht. Ein Buch an das man nicht vergisst „

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    • 3

    Sabine17

    14. September 2014 um 20:46
  • Fesselnd und sensibel

    Zum Meer

    michaela_sanders

    10. September 2014 um 14:52

    Es wir die Geschichte von Saskia erzählt, einer jungen Frau, die ein Kind von einem Brasilianer bekommt und mit dieser Situation völlig überfordert ist. Sie geht zurück nach Deutschland und versucht hier ihr bestes, eine gute Mutter zu sein, scheitert aber immer wieder und lässt dann ihr Kind im Stich. Ein Buch das man in einem Rutsch durchlesen muss. Obwohl die Protagonistin, alles andere als sympatisch ist, fesselt einem das Buch, man hofft, dass sie es auf die Reihe kriegt, wünscht für das kleine Kind, dass sie lernt mit der Verantwortung als Mutter umzugehen, aber sie scheitert immer wieder. Trotz des Themas, das mir als Mutter alle Haare zu Berge stehen lässt, ist Saskia authenisch und nachvollziehbar dargestellt. Ohne anklagend oder abwertend zu klingen, gelingt es der Autorin die Gedanken, und (ziemlich verquerten) Gefühle von saskia darzustellen.  Aus therapeutischer Sicht würde ich sagen, ihr ist in beeindruckender Weise gelungen das Innenleben einer Patientin mit Borderlin-Persönlichkeitsstörung darzustellen, die unfähig ist Bindungen udn Beziehungen einzugehen. Dabei gelingt es ihr aber immer wieder,d ass man Mitgefühl mit Saskia haben kann, da sie in ihrer Kindeheit selbst sehr vernachlässigt wurde und daher auch nie lernen konnte sich auf Menschen zu verlassen. Sie idealisiert das Land Brasilien und den Lebenstil, der aus Party, Drogen, Unbesorgtheit und Verantwortungslosgkeit besteht, und trotz der negativen Erfahrung mit hrem brasilianischen Freund, idealisiert sie ihn immer wieder, wenn sie wieder zurück in Deutschland ist. Für mich erhält das buch 5 sterne, weil es etwas ganz ausergewöhnliches ist. ich kann nicht sagen es war so gut, an bestimmten stellen, war es sogar sehr bedrückend, und wirkte hoffnungslos, aber es beschreibt schonungslos und ohne dem Versuch etwas schöner machen zu wollen, das leben von saskia. es zieht einen in den bann und man will weiterlesen. Ich habe mich richtig in das Buch hineinziehn lassen, wie in ein andere Welt, auch wenn ich danach wieder froh war,d ass ich in meiner Welt leben. Ich glaube das Buch triff an vielen Stellen, Sehnsüchte nach Abenteur und Freiheit, die sicher jeder von uns hat, und deswegen zieht es einen so in Bann. Weil das Buch so fesselt, ist es aus meienr Sicht 5 Punkte wert.

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  • Lesen - drüber nachdenken - verstehen

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    Gudrun67

    09. September 2014 um 17:42

    Das Leben von Saskia gleicht einer Achterbahnfahrt. Sie leidet wahrscheinlich unter einer Persönlichkeitsstörung, die ihrer Kindheit mit einem alkoholkranken Vater und einer früh verstorbenen Mutter geschuldet ist. Die Krankheit von Saskia zieht sich leider weiter in Drogensucht etc. Sie versucht immer wieder, daraus auszubrechen, der Sog hält sie aber fest und der Kreis umfasst dann auch ihre Tochter Mia.... Kathrin Gross-Striffler hat mich mit ihrem Schreibstil, den ich bisher so nicht kannte vollkommen gefesselt und er passte einfach zur Stimmung und zu den Krankheiten, die im Buch dargestellt wurden hervorragend. Dieses Buch lässt die Hauptprotagonistin lieben und hassen in einem, da ihr Werdegang und die damit verbundenen Auf und Ab`s so intensiv und real beschrieben wurden.

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  • Mutter werden ist nicht schwer, Mutter sein dagegen sehr!

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    esposa1969

    07. September 2014 um 21:48

    Hallo liebe Leser, gerade durften ich wieder an einer Leserunde teilnehmen: == Zum Meer == Autorin Kathrin Gross-Striffler == Buchbeschreibung: == Immer soll es sein, als liefe ich über ein Feld der Sonne zu und in die Sonne hinein, aber wenn ich dann dort bin, sind da nur Stoppelhalme, die meine Füße pieksen.“ Saskia hat keine Lust auf ein geordnetes „Scheißleben“. Sie ist wie eine Nomadin. Eine Nomadin, die ein Kind hat, das sie liebt und verwünscht. Je tiefer die deutsche Novemberdepression Saskia einholt, desto mehr verklärt sie die Erinnerung an Brasilien, an Sonne, Meer, Unbeschwertheit und Sex. Für ihr „Milchkaffeebaby“, das sie allein großzieht, will sie so gern eine perfekte Mutter sein. Aber wie entrinnt man der eigenen Unbeherrschtheit bei Schlafmangel, Eintönigkeit, Einsamkeit, wenn man so jung ist und so viel erleben will wie all die andern? In diesem Teufelskreis aus Überforderung und Lebensgier trifft sie eine verstörende, radikale Entscheidung. == Leseeindrücke: == Die Protagonistin dieses Romanes ist die Anfang 20-Jährige Saskia. die während einer Brasilienreise schwanger wird und bald darauf ihre Tochter Mia in Deutschland zu Welt bringt. Soweit die Vorgeschichte. Dann lesen wir, dass Saskia ihre anderthalb Jahre alte Mia frei nach dem Motto "irgendjemand in der WG wird sich schon um die kleine Mia kümmern" einfach Zuhause zurück lässt, um mal raus ans Meer zu kommen. Sie will nachdenken, aber je mehr sie nachdenkt, desto kläglicher versagt sie las Mutter. Klar, sie hat Depressionen, sie hatte eine schwere Kindheit, wird nach dem Tod der Mutter vom alkoholabhängigen Vater großgezogen. Sie kam mit Drogen in Berührung und natürlich hat man es als Alleinerziehende nicht leicht. Aber so etwas überlegt man sich vorher. Die Unbeständigkeit ist das einzig Beständige in Saskias Leben. Immer wieder versucht sie einen geregelten Alltag für sich und Mia zu finden und immer wiese bricht sie aus, aus dieser heilen Welt. Wir sie es schaffen für sich und für Mia ihren Trübsinn zu überwinden und eine verantwortungsvolle Mutter zu werden? Kathrin Gross-Striffler hat mich mit ihrem Roman „Zum Meer“ in ihren Bann gezogen. Selbst in Saskias Alter seinerzeit ungewollt schwanger geworden, war ich das genaue Gegenteil von ihr und bin es auch heute noch. Je mehr mich das Verhalten der Protagonistin abgestoßen hat, desto mehr hat der Roman mich angezogen. Die Sprache ist sehr lebendig, die Handlung könnte authentisch sein, fast wie aus dem Alltag einer real existierenden Saskia gerissen. Diese Lektüre entwickelte sich von Seite zu Seite zu einem wahren Pageturner, den man - einmal angefangen - nicht mehr aus den Händen legen mag. Sehr lobens- und erwähnenswert auch das eingebundene Lesezeichen! Kapitel gibt es in diesem Buch keine, lediglich die Teile 1 bis 3, die sich auf insgesamt 252 erstrecken. Dieser Roman hat mich bestens unterhalten, auch wenn ich oftmals meine Wut und meine Tränen unterdrücken musste. Ich vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen! Vielen Dank by esposa1969

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