Die Giftmörderin Grete Beier

von Kathrin Hanke 
4,8 Sterne bei10 Bewertungen
Die Giftmörderin Grete Beier
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melusina74s avatar

Eine aussergewöhnliche Lebensgeschichte einer besonderen Frau. Sehr zu empfehlen!

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Wahre Begebenheiten und Fiktion perfekt verknüpft !!

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Inhaltsangabe zu "Die Giftmörderin Grete Beier"

Am 23. Juli 1908 stirbt die 22-jährige Bürgermeistertochter Grete Beier im sächsischen Freiberg unter dem Fallbeil - das letzte Todesurteil im Königreich Sachsen ist vollzogen und ein kurzes, dramatisches Leben ausgelöscht. Wer war Grete Beier? Was verleitete sie, ihren vermögenden Bräutigam zu vergiften und ihm kaltblütig in den Kopf zu schießen? War es aus Abscheu gegen eine von den Eltern erzwungene Ehe? War es aus verzweifelter Liebe zu dem anderen Mann in ihrem Leben? Oder ging es um pure Habgier? Kathrin Hanke spürt diesen Fragen minutiös nach, lässt uns mit erzählerischer Leichtigkeit teilhaben an der Lebensgeschichte dieser eigenwilligen Frau und ihren dramatischen Wendepunkten und zieht uns damit in ihren Bann.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839221242
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum:06.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Die-Rezensentins avatar
    Die-Rezensentinvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Wahre Begebenheiten und Fiktion perfekt verknüpft !!
    Wahre Begebenheiten und Fiktion perfekt verknüpft !!

    Die Bürgermeistertochter Grete Beier lebte Ende des 19. Jahrhunderts in der Nähe von Freiberg.
    Ihre Mutter war zeitlebens etwas unnahbar und streng, der Vater dagegen liebevoll und zu nachgiebig. Grete ist alles andere als brav und verliebt sich in den Tunichtgut Hans. Niemand kann sie davon abhalten und erst als sie herausbekommt, dass sie nicht die Einzige ins Hans` Leben ist, macht sie Schluss.
    Aus Trotz verlobt sie sich mit dem viel älteren Ingenieur Curt. Ihren Eltern gefällt das und sie freuen sich, dass Grete endlich zur Vernunft gekommen zu sein scheint.

    Schon kurze Zeit später vergibt sie Hans und will die Verlobung mit Curt wieder lösen, doch diesmal bestehen ihre Eltern jedoch darauf, dass sie ihr Versprechen hält. Eine gelöste Verlobung hätte für die Tochter des Bürgermeisters eine Schande bedeutet und das Ansehen der Eltern wäre stark beschädigt worden.

    Grete ist sehr verwöhnt, völlig unreif und dumm. Mit allen Mitteln versucht sie, Curt und ihre Eltern umzustimmen und gleichzeitig Hans bei Laune zu halten. Sie erfindet Leute, schreibt Briefe in fremdem Namen, fälscht Unterschriften, aber alles völlig dilettantisch.

    Ein Menschenleben bedeutet ihr nichts. Ihre Kaltschnäuzig- und Oberflächlichkeit geht so weit, dass sie eiskalt ihren Verlobten umbringt, um frei für Hans zu sein und einfältig wie sie ist, annimmt, das niemand sie verdächtigt.

    Kathrin Hanke hat hier wahre Begebenheiten und Fiktion perfekt verknüpft. Der Stil, in dem sie die Geschichte erzählt, ist recht einfach gehalten, was meiner Meinung nach perfekt zu Gretes dümmlichem Wesen passt.
    Zwischen den Kapiteln werden Ausschnitte aus Zeitungen und Gerichtsakten eingefügt, sodass man nachlesen kann, wie es damals wirklich war.

    Kathrin Hanke hat mich mit ihrem spannenden Krimi um Grete Beier begeistert und so gefesselt, dass ich ihn in zwei Abenden gelesen habe.

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    hasirasi2s avatar
    hasirasi2vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nicht einfach nur ein historischer Roman sondern ein psychologische Fallstudie. Spannend und aufwühlend regt er zum Nachdenken an.
    Gegen jede Vernunft

    „Verrückt vor Liebe“ wäre Grete Beier gewesen, ihre Mutter intrigant und der Vater nicht durchsetzungsfähig, meinten die Prozessbeobachter und Reporter. 1908 wird sie als Letzte im Königreich Sachsen hingerichtet.

    Katrin Hankes Buch hat mich beeindruckt. Von vornherein ist klar, dass Grete am Ende hingerichtet wird, auch wofür wird schon im Prolog erklärt – also müsste man es ja eigentlich nicht mehr lesen - und trotzdem hat es die Autorin geschafft, mich über knapp 250 Seiten zu fesseln. Es ist wie bei einem Unfall, man sieht das Unheil kommen und kann nicht wegsehen oder es verhindern. 

    Grete ist 19, als sie 1905 auf einer Faschingsparty Hans (Johannes Merker) kennenlernt. Er ist so ganz anders als ihre bisherigen Verehrer, kommt aus der Arbeiterklasse (sie ist die Tochter des Bürgermeisters) und fasziniert sie durch seine forsche Art. Er umwirbt sie und macht schnell Nägel mit Köpfen, verlobt sich heimlich mit ihr, bittet sie immer wieder um Geld. Jedem außer ihr wird bald klar, dass er es vor allem auf ihre Mitgift abgesehen hat, aber sie ist ihm verfallen. Als sie sich nach der ersten Phase der Verliebtheit überwerfen, verlobt sich Grete standesgemäß mit Carl Preßler. Warum, weiß sie allerdings selbst nicht so genau. Um ihrer lieblosen herrischen Mutter zu entfliehen, es Hans heimzuzahlen oder einfach, um abgesichert zu sein? Später will sie die Verlobung lösen, doch Carl und ihre Eltern verhindern dies. Hans nutzt diese verzwickte Situation aus und bringt sie durch eine Spirale aus Erpressung und sexueller Abhängigkeit dazu, eine „endgültige Lösung“ für Carl zu suchen und zu finden ...

    Grete erscheint von Beginn an sehr zwiegespalten, noch keine gefestigte Persönlichkeit zu sein. Sie flirtet gern, hat bereits Erfahrungen mit Männern – ich war erstaunt, wie fortschrittlich sie in dieser Hinsicht war – und tut sehr abgebrüht, ist aber gleichzeitig recht naiv. Sowohl Hans als auch Carl nutzen diese Naivität aus. Ersterer, um immer wieder Geld von ihr zu bekommen, letzterer, um sie mit der Verlobung regelrecht zu überrumpeln und vor vollendete Tatsachen zu stellen. Sie ist zwischen beiden Männern und auch dem Pflichtgefühl ihrem inzwischen schwer erkrankten Vater so hin- und hergerissen, dass sie sich in zwei Extreme steigert: die Liebe zu Hans und den Hass zu Carl.

    Hans ist ganz klar ein Frauenheld und Mitgiftjäger. Er spekuliert auf eine reiche Braut und egal wie oft er sie enttäuscht, sie kann nicht von ihm lassen. Gegen jede Vernunft.

    Was sich Carl eigentlich von der Ehe mit Grete erwartet, bleibt sehr nebulös. Er ist zwar nicht so reich wie Gretes Vater, hat aber ein gutes Auskommen. Auch wandelt sich sein Verhalten ihr gegenüber immer wieder nach Lust und Laune. War er letzten Endes ebenfalls nur ein Mitgiftjäger oder fand er es toll, sie immer mehr in eine Rolle zu pressen, die sie gar nicht wollte und sie zu demütigen? 

    Ich hätte mir beim Lesen sämtliche Protagonisten gern mal zur Brust genommen. Grete, weil sie nie einen Rat befolgte; ihre beiden Verlobten, weil sie nur sich selbst sahen; ihre Mutter, weil sie ihre Liebe zu Grete nicht zeigen konnte und hinter ungewöhnlicher Härte versteckte und ihren Vater, weil er sich irgendwann nur noch um sich sorgte. Letztendlich waren sie dadurch alle Schuld an dem Mord, doch nur Grete musste dafür büßen (und der Tote natürlich). 

    „Die Giftmörderin Grete Beier“ ist in meinen Augen nicht einfach nur ein auf  historischen Tatsachen beruhender Roman, sondern eine psychologische Fallstudie. Spannend und aufwühlend regt er zum Nachdenken an.

    Kommentare: 10
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    Seehase1977s avatar
    Seehase1977vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Autorin beleuchtet fesselnd das Leben der jungen Grete Beier und erzählt einnehmend die tragische Geschichte der jungen Frau. Lesenwert
    Die Giftmörderin Grete Beier – überzeugend und gelungen

    Die 22-jährige Bürgermeistertochter Grete Beier aus dem sächsischen Freiberg ist eine verwöhnte und lebenslustige junge Frau und für die damalige Zeit schon durchaus emanzipiert. Nach einer Liebschaft mit einem jungen mittellosen Mann, die leider nicht so erwidert wird, wie Grete sich das wünscht, lernt sie einen vermögenden Herrn kennen, mit dem sie sich kurzerhand verlobt. Doch die fröhliche junge Frau wird von Tag zu Tag unglücklicher, verzehrt sich nach der Liebe des anderen Mannes und das Verhältnis zu ihrem Bräutigam verschlechtert sich Zusehend.

    Eines Tages vergiftet Grete Beier ihren zukünftigen Mann und schießt ihm anschließend in den Kopf. Die junge Frau stirbt am 23. Juli 1908 durch das Fallbeil. Warum hat Grete ihren Bräutigam getötet? Hat etwa Habgier oder Hass und Verzweiflung sie zu dieser Tat getrieben?

    Meine Meinung:

    Das Buch „Die Giftmörderin Grete Beier“ von Kathrin Hanke gehört zur Reihe „Wahre Verbrechen“ aus dem Gmeiner-Verlag und hat auf der Frankfurter Buchmesse mein Interesse geweckt. Dort hat die Autorin selbst einige Worte über ihr Buch verloren und mich damit wirklich neugierig gemacht. 


    Grete Beier und ihre tragische Geschichte haben mich jedenfalls in ihren Bann gezogen und auch wenn ich etwas anderes erwartet habe als ich letztlich bekommen habe, hat mich die Geschichte dennoch absolut überzeugt.

    Kathrin Hanke erzählt die auf Tatsachen beruhende Geschichte der eigenwilligen Bürgermeistertochter Grete Beier. Bereits im Prolog erfährt man von dem, wie es scheint, gut geplanten und kaltblütigen Mord an ihrem Bräutigam und vom Tod der jungen Frau durch das Fallbeil. 

    Was man nun erwarten könnte, wäre der klassische Ablauf eines Kriminalromans. Das Aufrollen des Falls und die akribische Ermittlungsarbeit durch die Polizei. Doch Kathrin Hanke greift nichts davon auf. 

    Was folgt ist vielmehr die Lebensgeschichte von Grete Beier und die Frage, warum die lebenslustige junge Frau zur scheinbar kaltblütigen Mörderin wurde. Grete ist ein fröhlicher Mensch und ein kokettes Fräulein die ihre Reize durchaus einzusetzen weiß. Als sie sich Hals über Kopf in den mittellosen und nicht standesgemäßen Hans verliebt, nimmt das Schicksal seinen bekannten Lauf. 

    Ich war oft hin- und hergerissen zwischen Sympathie und Abneigung gegenüber Grete. Wegen ihrer teilweise völlig unverständlichen Handlungen und trotzigen Reaktionen hätte ich sie oft am liebsten geschüttelt, dann wiederum tat mir die junge Frau einfach nur leid und ich wollte sie trösten und in den Arm nehmen. Grete Beier hatte nicht nur mit dem schwierigen Verhältnis zu ihrer strengen und unnahbaren Mutter zu kämpfen, auch die im Anfang des 20. Jahrhunderts üblichen Konventionen und Einschränkungen, die junge Frauen damals erfahren mussten, machten ihr zu schaffen. Letztlich war die Bürgermeistertochter eine innerlich zerrissene Person, die vor allem eines wollte, die Liebe ihrer Mutter und ein Leben ohne gesellschaftliche Zwänge. 

    Mein Fazit:

    Kathrin Hanke erzählt voller Leichtigkeit eine anschauliche und fesselnde Geschichte. Eingeschobene Zeitungsausschnitte aus der damaligen Zeit mit Aussagen des behandelnden Arztes und der Presse runden diese in meinen Augen perfekt recherchierte kriminalistische Biografie ab und machen das Buch „Die Giftmörderin Grete Beier“ zu einem wirklichen Lesevergnügen. Auch wenn ich mehr Kriminalfall als historische Biografie erwartet habe, so hat mich die Autorin mit ihrer Interpretation der Geschichte dennoch absolut begeistert. Von mir gibt es eine hundertprozentige Leseempfehlung!

    Kommentare: 2
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    W
    wintermutevor einem Jahr
    Wie wurde sie zur Mörderin?

    Bis jetzt kennen wir Kathrin Hanke von ihren zusammen mit Claudia Kröger als Autorenduo verfassten Heide-Krimis rund um die Lüneburger Kommissarin Katharina von Hagemann.
    Dies ist nun ihr erster allein geschriebener Roman. Sie erzählt uns die Geschichte von Grete Beier, die 1908 22-jährig als verurteilte Giftmörderin durch die Guillotine hingerichtet wurde. Dabei ist es kein klassischer Kriminalroman. Schon im Prolog erfahren wir, wie der Mord an ihrem Verlobten vonstatten ging und wie das Todesurteil vollstreckt wurde. Auch die Ermittlungsarbeiten der Polizei und das Gerichtsverfahren stehen nicht im Mittelpunkt. Vielmehr geht es Kathrin Hanke darum zu ergründen, wie die junge Frau aus gutem Haus zu einer letztlich kaltblütigen Mörderin werden konnte.
    Wir erfahren von der wechselvollen Liebe zu einem nicht standesgemäßen Mann, der schwierigen Beziehung zu ihrer lieblosen Mutter, den Sorgen um ihren schwerkranken Vater und der Beziehung zu ihrem späteren Verlobten, die sie zu Anfang selbst forciert, obwohl sie ihn nicht liebt. Wichtig sind dabei immer auch die gesellschaftlichen Konventionen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Frauen noch nicht die selben Freiheiten und demzufolge Gleichberechtigung gestatteten wie heutzutage.
    Kathrin Hanke schafft es hervorragend, die historischen Gegebenheiten, die in Gerichtsakten, Zeitungsberichten usw. niedergeschrieben sind, mit fiktionalen Elementen zu verknüpfen. So zeichnet sie das Bild einer innerlich zerrissenen Frau, die eigentlich nur auf der Suche nach Selbstverwirklichung, Liebe und Zuneigung ist.

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    MelaKafers avatar
    MelaKafervor einem Jahr
    Die Geschichte der Grete Beier als Kriminalroman

    Marie Margarete, kurz Grete, Beier wächst als Bürgermeistertochter in bescheidenem Wohlstand im sächsischen Freiberg auf. Geprägt durch eine harte, gefühlskalte Mutter, die gesellschaftliche Konventionen über das Wohl und die Wünsche ihrer Tochter stellt und einen weichen, seine Tochter vergötternden und verhätschelnden Vater, wächst Grete zu einer verwöhnten, gerne kokettierende und sich wenig um Konventionen scherenden jungen Frau heran. Mit 19 Jahren verliebt sie sich in den nicht standesgemäßen, einfachen Angestellten Hans Merker. Er lässt sich von Grete aushalten und nimmt es auch mit der Treue nicht so genau. Als Grete von seiner Untreue erfährt, lässt sie sich wohl aus Trotz auf den deutlich älteren, akademisch gebildeten Curt Preßler ein. Ehe sie sich versieht, ist sie auch schon verlobt. Die Eltern stehen dieser standesgemäßen Verbindung wohlwollend gegenüber und die freiheitsliebende Grete findet sich mehr und mehr in einer ausweglosen, einschränkenden Beziehung mit einem Mann wieder, den sie nicht liebt. Sie lässt sich wieder mit Hans, ihrer großen Liebe ein, finanziert ihm eine Wohnung, ist ihm geradezu verfallen. Sie wird schwanger....
    Die Mutter besteht auf einer Hochzeit mit Preßler, dem kranken Vater fehlt die Kraft, sich seiner Frau zu widersetzen. Ein Widersetzen würde für Grete auch den finanziellen Ruin bedeuten. Der Druck, der auf der jungen Frau lastet, wird zu groß, sodass sie sich bald schon in einer ausweglosen und unerträglichen Situation wiederfindet....
    Kathrin Hanke hat mit ihrem biografischen Kriminalroman das Bild einer verwöhnten und eigenwilligen jungen Frau gezeichnet, die sich gegen die starren Gesellschaftsstrukturen des frühen 20. Jahrhunderts auflehnt und in der Konsequenz den für sie leichtesten, skrupellosen Weg - die Ermordung des Bräutigams - wählt.
    In einer der damaligen Zeit sehr nahen Sprache, schildert die Autorin unglaublich anschaulich den Lebensweg und das Umfeld von Grete Beier. Eingeschobene Zeitungsausschnitte geben einen Einblick in die tatsächlichen Aussagen und Einschätzungen der Presse und des behandelnden Arztes.
    Das Cover und die blutrot eingefärbten Seitenränder runden dieses Buch perfekt ab.

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    Taluzis avatar
    Taluzivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kathrin Hanke lässt die junge Frau lebendig werden durch Fiktion und Fakten. Flüssig und kurzweilig liest sich das Buch „die Giftmörderin“.
    Das Schicksal eines verliebten Mädchens

    Grete Beier war eine junge und selbstbewusste Frau, die aus gutem Hause kam. Als Bürgermeistertochter im sächsischen Freiberg konnte sie keinen mittellosen Mann heiraten, denn das Standesdenken der Kaiserzeit war präsent in ihrem Elternhaus. So wurde Grete mit dem älteren, aber wohlhabenden Curt Preßler verlobt. Ihre Liebe gehörte aber dem mittellosen Hans Merker, dem sie verfallen war. Verzweifelt stand das junge Mädchen zwischen beiden Männern. Nach und nach reifte der Plan in ihr, Curt Preßler umzubringen.


    Am 23.Juli 1908 stirbt die 22jährige Grete Beier unter dem Fallbeil.


    „Die Giftmörderin – Grete Beier“ ist ein biografischer Kriminalroman, der im Gmeiner Verlag zu der Reihe „Wahre Verbrechen“ gehört. Die Bücher dieser Reihen erkennt man an dem schwarz-weißen Cover und den nach außen roten Seiten.

    Die Autorin Kathrin Hanke, die sonst gemeinsam mit Claudia Kröger, die Lüneburgerkrimis schreibt, hat hier im Alleingang rechercheriert und geschrieben. Ihr umfangreiches Wissen über Grete Beier hat sie aus Briefen, Gerichtsakten, Zeitungsberichten und eine von Grete selbst verfasste Stellungsnahme an das Gericht.

    Wer war Grete Beier? Was trieb sie zu dem Mord an ihrem Bräutigam?

    Kathrin Hanke lässt die junge Frau lebendig werden durch Fiktion und Fakten. Flüssig und kurzweilig liest sich das Buch „die Giftmörderin“.

    Die damaligen Lebensumstände werden durch Beschreiben der Alltagsgewohnheiten und Einbringen der damals üblichen Ausdrucksweise dem Leser näher gebracht.

    Die Protagonistin Grete war hin und her gerissen zwischen der hörigen Liebe zu dem mittellosen Hans und dem standesgemäßen - von ihren Eltern ausgesuchten - Carl. Diesen Zwiespalt spürt man beim Lesen.

    Schon vor dem Lesestart ist das tödliche Schicksal der jungen Frau klar, dennoch hofft man bis zum Schluss, dass es einen anderen Ausweg für Grete gibt. Sie schien ihrem Schicksal ausgeliefert zu sein. Ihre Eltern, besonders ihre Mutter, waren kühl und unnachgiebig. Sie wollten das Beste für ihre Tochter.

    Emotional berührt das Leben der Grete Beier.

    Dieser biografische Kriminalroman von Kathrin Hanke will verschlungen werden!


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    melusina74s avatar
    melusina74vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine aussergewöhnliche Lebensgeschichte einer besonderen Frau. Sehr zu empfehlen!
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    L
    Lancelottavor 4 Monaten
    SusannAnderss avatar
    SusannAndersvor 6 Monaten
    KathrinHHs avatar
    KathrinHHvor 10 Monaten

    Gespräche aus der Community zum Buch

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    KathrinHHs avatar

    Wie steht ihr zu biografischen Romanen? Lest ihr dieses Genre gern oder bevorzugt ihr die sachlich gehaltenen Biografien zu einer Person?

    Warum ich das frage?

    Also: Es ist zwar noch ein paar Monate hin, genauer gesagt noch bis zum 6. September 2017, aber dann erscheint mein neues Buch "Die Giftmörderin Grete Beier" – ein biografischer Kriminalroman! Bisher habe ich nur fiktive Krimis geschrieben und jetzt bin ich schon total gespannt, wie euch „meine Grete Beier“, die 1908 als letzte Frau im Königreich Sachsen für den wirklich fiesen Mord an ihrem Bräutigam gehängt wurde, gefallen wird, da nicht allein der Inhalt, sondern bereits das Schreiben für dieses Buch so anders war. Um jetzt die aufregende Zeit zu überbrücken, aber vor allem, weil ich am liebsten gleich einen weiteres wahres Verbrechen bearbeiten möchte, meine oben gestellte Frage J. 

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